Was hört Ihr gerade jetzt? (Klassik 2016)

  • Jetzt gebe mich mir dieses Prachtstück von einem Klavierkonzert:



    Franz Xaver Scharwenka


    Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll, op. 32


    Earl Wild, Klavier
    Boston Symphony Orchestra
    Erich Leinsdorf
    (AD: 20. Januar 1969)


    Grüße
    Garaguly

  • Hallo,


    bei mir gibt es Abseitiges:


    Die Sinfonien von Friedrich Gernsheim. Die Musik von Gernsheim wird allgemein in die Nähe von Johannes Brahms gerückt. In den ersten beiden Sinfonien drängt sich diese Verbindung in meinen Ohren nicht unbedingt auf, wird dann in der 3. und 4. aber durch einen "brahm'sisch drängenden" Fluss der Musik naheliegender (wer hörend den Vergleich zieht, wird sicher wissen, was ich meine).
    Es gibt im Netz - unter anderem bei Amazon - einige positive Besprechungen zu den Sinfonien. Die dort geäußerte Begeisterung mag ich nicht 1:1 teilen. Zwar ist das allemal schön gearbeitete Spätromantik - auch mit der ein oder anderen netten Idee und Wendung versehen - gemessen an den Vorbildern meiner Ansicht nach jedoch nur Mittelmaß im Umfeld der Masse an (romantischem) Nischenrepertoire. Vielleicht daher auch nicht ganz unverständlich, dass es bis zum Beginn der Weltersteinspielung der Sinfonien immerhin bis ins Jahr 1996 gedauert hat. Ein weiteres Indiz für die Bedeutung Gernsheims mag sein, dass Alternativaufnahmen auf sich warten lassen. Allerdings bemüht sich CPO zunehmend um den Komponisten, insbesondere im Bereich der Kammermusik.
    Siegfried Köhler und die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz machen einen guten Job und setzen sich für "ihren" (Wormser) Gernsheim engagiert ein. Meister diffiziler Zwischentöne und -stimmungen sind sie jedoch nicht. Dem Orchester scheint die Musik so etwas wie eine Herzensangelegenheit zu sein, denn auf CPO existiert mit ihm eine weitere Einspielung der 1. und der 3. Sinfonie (2. und 4. werden vermutlich folgen).
    Insgesamt dennoch eine gelungene Ausgrabung, die man zumindest dann nachdrücklich ans Herz legen kann, wenn die Musik ins persönliche "Beuteschema" passt.

    Viele Grüße
    Frank

  • Es ist ja eine Binsenweisheit, dass das Bachsche WO sozusagen eine Collage ist aus Musikstücken, die es vorher schon gab; allerdings, was für eine! Eine Aufführung verlangt schon einen guten Chor, sehr gute Solisten und ein tolles Orchester.
    Alternativ dazu empfehle ich ein Weihnachtsoratorium, das wie aus einem Guss ist und mit schlichteren Melodien, die aber nicht weniger kunstvoll sind, überzeugt. Es handelt sich natürlich um die Weihnachtshistorie von Heinrich Schütz (SWV 435). Ich habe schon mehrfach dabei mitgewirkt, einmal durfte ich sogar den ersten König aus dem Morgenland singen (hier werden 3 Tenöre benötigt - allerdings müssen es Schütz-Tenöre sein). Eine der schönsten Aufnahmen ist die von der Lautten Compagney unter Wolfgang Katschner, mit Susanne Rydén als Engel und Christoph Prégardien, dem als Evangelisten auch bei den Bachschen Oratorien niemand das Wasser reichen kann. In Barockopern und bei Mozart liebe ich ja die Rezitative nicht besonders, hier aber sind sie wie immer bei Schütz so gut auf den Text gearbeitet, dass man sie ohne Mühe verstehen und sofort mitsingen kann.


    Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)


  • Wie muss man das einordnen, werter Garaguly?


    Das zweite Klavierkonzert von Marie Jaell sagte mir sehr zu. Da sie Französin war, neige ich dazu sie mit ihrem Landsmann und Zeitgenossen Saint-Saens in Vergleich zu setzen - vielleicht ist das aber auch dämlich, ich weiß nicht so recht. Jedenfalls sind ihre Klavierkonzerte nicht von der fließenden Eleganz ihres männlichen Kollegen, sie verlieh ihren Werken mehr Wucht und Strenge. Ich kann nicht sagen, dass mich die Konzerte an irgendein konkretes Komponistenvorbild erinnern, sie klingen vielmehr nach einem Meta-Vorbild, so können sich gut gearbeitete Klavierkonzerte um 1880 herum anhören (das Erste in d-Moll 1877, das Zweite in c-Moll 1884). Franz Liszt wird im Beibuchtext mit enthsiastischen Äußerungen aus dem Jahr1884 über dieses zweite Konzert zitiert. Mir gefiel es jedenfalls sehr gut.


    Grüße
    Garaguly

  • Eben mit Verve beendet: Volumen 2 der Sarasate-Box von NAXOS:



    Pablo de Sarasate


    Carmen-Fantasie, op. 25
    Konzertfantasie übrr Gounods "Romeo und Julia", op. 5
    Canciones rusas, op. 49
    El canto del ruisenor, op. 29
    La chasse, op. 44
    Jota de Pablo, op. 52


    Tianwa Yang, Violine
    Orquestra Sinfonica de Navarra
    Ernest Martinez Izquierdo
    (AD: 2008)


    Grüße
    Garaguly


  • Moritz Moszkowski
    Klavierkonzert E-Dur, op. 59


    Edvard Grieg
    Klavierkonzert a-Moll, op. 16


    Joseph Moog, Klavier
    Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern
    Nicholas Milton
    (AD: 10. - 14. Juni 2014)


    Grüße
    Garaguly

  • und nun:



    Jean Sibelius
    Symphonien Nr 1 & 4


    London Symphony Orchestra
    Sir Colin Davis

    Der Mutter die mich nie geboren, habe ich heute Nacht geschworen,
    ich werde ihr eine Krankheit schenken, und sie danach im Fluss versenken.
    Rammstein

  • jetzt brucknert es noch etwas:



    Anton Bruckner
    Symphonie Nr 9 d-moll


    Yomiuri Nippon Symphony Orchestra
    Stanislaw Skrowaczewski

    Der Mutter die mich nie geboren, habe ich heute Nacht geschworen,
    ich werde ihr eine Krankheit schenken, und sie danach im Fluss versenken.
    Rammstein

  • Momentan



    Herzogenberg, Heinrich von (1843-1900)
    Symphony No 2 B-Dur op 70


    NDR Radiophilharmonie Hannover,
    Frank Beermann


    Aufnahme von 2007

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Hallo!


    Sechs Lieder, die Hector Berlioz für Mezzosopran schrieb. Hochromantik nach Texten von Théophile Gautier. Ursprünglich Lieder mit Klavierbegleitung, hat Berlioz sie nach und nach orchestriert. Die Lieder sind Ausdruck seiner endenden Lebe zu Harriet Smithson.
    Hier gesungen von Susan Graham:



    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo


  • Nach längerer Zeit höre ich wieder diese Aufnahme - ermuntert durch die in diesem Forum neuerwachte Liebe zu Ferdinand Ries. Und natürlich vor allem durch Lutgras Kurzbeschreibungen der darauf befindlichen Werke. Es ist natürlich verlockend, die Eindrücke eines anderen Mitgliedes mit den eigenen zu vergleichen, man hört dann viel bewusster...


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • Mahlzeit allerseits. Das Wochenende naht ...



    Carl Nielsen
    Symphonie Nr 2 op 16


    Janáček Philharmonic Orchestra
    Theodore Kuchar

    Der Mutter die mich nie geboren, habe ich heute Nacht geschworen,
    ich werde ihr eine Krankheit schenken, und sie danach im Fluss versenken.
    Rammstein

  • und jetzt



    Jean Sibelius
    Symphonie Nr 4 a-moll op 63


    New York Philharmonic
    Leonard Bernstein

    Der Mutter die mich nie geboren, habe ich heute Nacht geschworen,
    ich werde ihr eine Krankheit schenken, und sie danach im Fluss versenken.
    Rammstein

  • In der Kammer gab es:


    Joseph Haydn


    Streichquartett d-Moll op. 76 Nr. 2, "Quintenquartett"
    Streichquartett C-Dur op. 76 Nr. 3, "Kaiserquartett"
    Streichquartett B-Dur op. 76 Nr. 4, "Sonnenaufgang"


    EDER-QUARTETT


    Ich habe diese CD mit anderem Booklet und nach langer Zeit mal wieder gehört. Da es ein großartiges Hörerlebnis war, kam ich zur Erkenntnis, im noch Neuen Jahr mehr Kammermusik zu hören und zu erstehen, wo ich noch viel zu entdecken habe, da der sinfonische Bereich so gut wie komplett ist.
    :hello:

  • und Schläfchen gemacht. Jetzt im Player:



    Niels Wilhelm Gade
    Symphonie Nr 2 E-dur op 10


    Danish National Radio Symphony Orchestra
    Christopher Hogwood

    Der Mutter die mich nie geboren, habe ich heute Nacht geschworen,
    ich werde ihr eine Krankheit schenken, und sie danach im Fluss versenken.
    Rammstein

  • Länger nicht mehr gehört:



    Dohnányi, Ernö (1877-1960)
    Piano Concerto No 1 E minor Op 5


    BBC Philharmonic Orchestra,
    Matthias Bamert


    Howard Shelley, Piano


    Aufnahme von 2002

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Das Leipziger Streichquartett spielt von Franz Schubert das Streichquartett Nr. 14 "Der Tod & das Mädchen"; Menuette & Deutsche D. 89; Menuett D. 86


    Das Bild des Quartettes stammt aus glücklicheren Zeiten. Stefan Arzberger, der Primgeiger des Leipziger Streichquartetts, ist zurückgetreten. Mehr über die Hintergründe unter diesem Thread des Forums:


    Leipziger Streichquartett in Nöten
    .

    Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer


    Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
    .

  • Gerade hörte ich diese neue Scheibe:



    Camille Saint-Saens


    Violinkonzert Nr. 1 A-Dur, op. 20
    Violinkonzert Nr. 2 C-Dur, op. 58
    Violinkonzert Nr. 3 h-Moll, op. 61


    Andrew Wan, Violine
    Orchestre Symphonique de Montreal
    Kent Nagano
    (AD: 27. - 29. November 2014)


    Grüße
    Garaguly

  • Ich beende den musikalischen Tag mit



    einer fantastischen, glutvollen, engagierten Live-Aufnahme aus einer Zeit (1964), in der Bruckner in England alles andere als "Mainstream" war...

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler