Was sind eure Lieblingsouvertüren?

  • Wir diskutieren ja gerade, ob man die Ouvertüre einer Oper szenisch umsetzen soll oder nicht. Ich habe dann nach einem Thread gesucht, indem uns die Taminos verraten, welche ihre schönsten Ouvertüren sind. Ein solches Thema habe ich nicht gefunden. Wenn es das doch gibt, schreibe ich dort weiter und wir löschen das hier.
    Hier sollen nur Ouvertüren zu Opern genannt werden, erlaubt sind allerdings auch die Vorspiele zu einzelnen Akten. Man kann eine Reihenfolge festlegen, muss aber nicht.
    Meine absoluten Favoriten sind die drei Vorspiele zu "Palestrina" von Pfitzner und die Vorspiele zu "Mathis der Maler" von Hindemith. Daneben, wen wird es verwundern, alle Janacek-Vorspiele, besonders die zum 2. Akt von Jenufa. Es gibt noch mehr, aber das genügt erst einmal. In meinen satirischen Brosamen stelle ich gleichzeitig die schönsten Romananfänge, die ich kenne, vor.

    Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

  • Ein schöner Thread, lieber Dr. Pingel! Vielen Dank dafür!


    Da Ouvertüren oft kleine eigenständige Kunstwerke sind, bereitet das Hören sehr viel Genuss. Unterwegs auf langen Reisen hab ich sie so recht ins Herz geschlossen. Und natürlich im Opernhaus, bevor sich der Vorhang hebt, erzeugen sie in mir jedes Mal den Spannungsbogen, der die Vorfreude zur Freude werden lässt.


    So nenne ich aus dem Bauch heraus und ohne besondere Wertung hier mein erstes Dutzend:


    Fidelio
    Leonore 3
    La forza del destino
    Die Zauberflöte
    Don Giovanni
    Le nozze di Figaro
    Il barbiere di Siviglia
    Tannhäuser
    Lohengrin
    Rienzi
    Der fliegende Holländer
    Der Freischütz


    :jubel::jubel::jubel:

  • Hallo!


    Kurze Nachfrage: Das heißt, Konzertouvertüren wie "Meeresstille und glückliche Fahrt" von Mendelssohn kommen nicht in Betracht?


    Gruß
    WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hier sollen nur Ouvertüren zu Opern genannt werden, erlaubt sind allerdings auch die Vorspiele zu einzelnen Akten.


    War doch relativ klar definiert.
    Ich halte mich daher mit meiner Lieblingsouvertüre, die zu einer Operette gehört - und mein Liebling ist, weil sie mit einer Erinnerung aus den 70ern verbunden ist - auch heraus.

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Ich nenne Ouvertüren und Vorspiele (in Konzertfassung):


    Tannhäuser (Dresdner Fassung)
    Rienzi
    Der fliegende Holländer (ohne Erlösungsthema am Ende)
    Die Meistersinger von Nürnberg, Vorspiel I. Akt (Konzertfassung)
    Die Walküre, Vorspiel III. Akt (Konzertfassung, ed. Stokowski)
    Die Walküre, Vorspiel I. Akt (Konzertfassung)
    Parsifal, Vorspiel I. Akt (Konzertfassung)
    Lohengrin, Vorspiel I. Akt (Konzertfassung)
    Lohengrin, Vorspiel III. Akt (Konzertfassung)
    Tristan, Vorspiel I. Akt (Konzertfassung)
    Le nozze di Figaro
    Don Giovanni
    Leonore III
    Iphigénie en Tauride
    Die Feen
    Das Liebesverbot
    La gazza ladra
    Alessandro

  • Meine absoluten Favoriten sind die drei Vorspiele zu "Palestrina" von Pfitzner und die Vorspiele zu "Mathis der Maler" von Hindemith.

    Streng genommen sind das aber alles keine Ouvertüren, sondern Orchestervorspiele, die formal nicht im Stile einer Ouvertüre aufgebaut sind.



    Lohengrin hat auch keine Ouvertüre, sondern zwei sehr schöne Vorspiele zum 1. und 3. Akt (wie etwa "La traviata" und "Carmen" auch. Nach 1850 wurden immer weniger klassische Ouvertüren komponiert).


    Ansonsten schließe ich mich an und ergänze:


    Gluck: Orpheus und Euydike, Iphigenie in Aulis
    Mozart: Neben den Genannten auch: Così fan tutte, Idomeneo, Titus
    Beethoven: neben den Genannten: Coriolan, Egmont
    Auber: Fra Diavolo
    Weber: Neben Freischütz auch Abu Hassan, Beherrscher der Geister, Euryanthe, Oberon (Weber ist überhaupt ein ganz fantastischer Ouvertüren-Komponist)
    Rossini (das ist der andere): Neben Barbier auch: Cenerentola, La gazza ladra, La scala di seta u.v.a.
    Lortzing: Zar und Zimmermann
    Nicolai: Die lustigen Weiber von Windsor
    Flotow: Martha, Alessandro Stradella
    Verdi: Neben Forza auch Nabucco, Luisa Miller und Die sizilianische Vesper
    Humperdinck: Hänsel und Gretel
    Offenbach: Orpheus in der Unterwelt
    Suppé: Boccaccio (und einiges andere mehr, vielleicht neben Weber und Rossini DER Ouvertüren-Komponist überhaupt)
    Strauß: Die Fledermaus, Eine Nacht in Venedig
    und noch viele andere, die mir jetzt bloß nicht einfallen.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Ich mache zwischen Ouvertüren und Orchestervorspielen keinen Unterschied; Konzertouvertüren gehören nicht hierhin.
    Eine erste Durchsicht zeigt ja, was für eine gewaltige musikalische Qualität sich schon bei den Ouvertüren ergibt. Ich glaube auch, dass sie meist so angelegt sind, dass man keine "action" dazu braucht.

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  • Hänsel und Gretel wurde schon genannt, ergänzen möchte ich die Vorspiele zum 1. und 3. Akt der "Königskinder". Der 2. Akt ist samt Vorspiel nicht zu Humperdincks stärksten Werken zu rechnen, der Rest umso mehr.

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  • Konzertouvertüren gehören nicht hierhin.


    Verzeihung, aber das war mir beim Lesen der Rubriküberschrift nicht bewusst.

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  • Verzeihung, aber das war mir beim Lesen der Rubriküberschrift nicht bewusst.


    Das macht ja überhaupt nichts. Eine Unterscheidung, die du gemacht hast, lieber Stimmenliebhaber, war mir vorher nicht so bewusst, sie ist aber sehr geeignet, die Unterschiede zu charakterisieren: die Unterscheidung von Ouvertüre und Vorspiel. Demnach ist ja eine Ouvertüre ein mehr eigenständiges Werk, musikalisch getrennt von der Oper. Wir dürfen nicht vergessen, dass Ouvertüren in der Barockzeit (besonders bei Telemann) das Äquivalent für Sinfonie war. Viele Barockopern wurden dann mit den Ouvertüren in der Folge langsam-schnell-langsam ausgestattet. Dann aber wurde dann das Orchestervorspiel zur avancierteren Form der Ouvertüre: sie führte in die Oper ein und stellte wichtige Motive schon vor. Hier gibt es ja unzählige Beispiele von Verdi, Janacek, Wagner, Humperdinck, Pfitzner und all die anderen, die ihr genannt habt.
    Witzigerweise ist in der musikalischen Sozialisation eines jungen Menschen auf die Oper neben der bekannten Arie die Ouvertüre ein Schlüssel für die Liebe zur Klassik. So war es bei mir.

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  • Im Übrigen sind Ouvertüren wie Egmont von Beethoven oder die hinreißende Sommernachtstraum-Ouvertüre von Mendelssohn auch keine "Konzertouvertüren", sondern Ouvertüren zu Schauspielen (Eröffnung von Schauspielmusiken) - sie erfüllen (oder besser: erfüllten!) genau die gleiche Funktion wie die Opernouvertüren: die eröffnende Einstimmung auf das, was da kommt.

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  • Ich glaube nicht, dass man einen scharfen formalen Unterschied zwischen "Ouverture" und "Vorspiel" treffen kann.
    Klar, es gibt Stücke, die nahtlos in die erste Szene übergehen und für die man einen "Konzertschluss" arrangieren muss (z.B. das meiste von Wagner ab Lohengrin). Aber zum einen gibt es das teilweise schon vorher (bei einer von Glucks Iphigenien), zum anderen besteht für mich schon ein Unterschied, ob man durch solch eine Abtrennung ein sinnvoll alleine spielbares (und einigermaßen gewichtiges) Stück enthält. Das scheint mir beim Tristan- oder Meistersingervorspiel der Fall (im Ggs. zu den orchestralen Anfängen von Rheingold oder Walküre).


    Beim formalen Aufbau gibt es ohnehin alles mögliche. Im Barock die zwei Grundformen französische Ouverture langsam - schnell (oft fugato) - (langsam) und italienische "sinfonia" schnell-langsam-schnell. Es konnte aber auch gleich noch ein Tanzsatz anfgefügt werden.
    In der Klassik und Frühromantik sind die meisten Ouverturen entweder (oft recht freie) Sonatensätze (oft mit langsamen Einleitungen) oder ähneln der alten sinfonia (zB Mozarts Entführung mit der Mollvariante von Belmontes Auftrittsarie als langsamen Mittelteil - anscheinend war zuerst auch für die Figaro-sinfonia ein langsamer Mittelabschnitt geplant). Rossinis haben oft einen langsameren Beginn und dann einen brillanten Stretta-Teil, aber z.B. die zu Wilhelm Tell ist eine Mischung zwischen sinfonischer Dichtung mit Sturmszene und Potpourri.


    Wenn spätromantische Vorspiele sich freier Formen bedienen, sehe ich da jedenfalls keinen scharfen Bruch.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Pfitzner: Palestrina Vorspiele zu den drei Aufzügen
    Wagner: Tristan und Isolde - Vorspiel zum dritten Aufzug
    Wagner: Meistersinger - Vorspiel zum dritten Aufzug
    Wagner: Parsifal - Vorspiele zum ersten und zum dritten Aufzug
    Siegfried: Vorspiel zum ersten Auzfzug
    Bellini: Norma - Ouvertüre
    Flotow: Martha - Ouvertüre
    Weber: Freischütz - Ouvertüre
    Nicolai: Die lustigen Weiber von Windsor - Ouvertüre
    Janacek: Jenufa - Vorspiel zum ersten Aufzug
    Mozart: Le Nozzo di Figaro - Ouvertüre
    Mozart: Idomeneo - Ouvertüre
    Offenbach: Die Rheinnixen - Ouvertüre
    Pfitzner: Christelflein - Vorspiel
    Kreutzer: Das Nachlager in Granada - Ouvertüre
    Puccini: Tabarro - Vorspiel
    Schostakowitsch: Lady Macbeth von Mzensk - Zwischenspiele
    Strauss: Ariadne auf Naxos - Ouvertüre zur Oper
    Strauss: Daphne - Vorspiel
    Strauss: Der Rosenkavalier - Vorspiel
    Strauss: Intermezzo - Zwischenspiele
    Verdi: Falstaff - Vorspiel zum dritten Aufzug
    Verdi: Rigoletto - Vorspiel


    Keine Reihenfolge, mal so, mal so. Stand von heute. Ich habe einfach Zwischenspiele hinzugenommen. Die haben oft die gleiche Funktion wie Einleitungen zu den einzelnen Aufzügen oder Akten. Oft sind Vorspiele nur ganz kurz und gehen schnell in Gesang über - wie letztlich auch im "Tabarro" oder in "Aida" (Nielakt) und in "Carmen" (vor dem Schmuggler-Akt). Dennoch gehören es hier hinein. Und jetzt erst sehe ich, dass dazu bereits Johannes Roehl vieles geschrieben hat, was ich auch so sehe - und höre.


    Gruß Rheingold

  • Wenn auch Zwischenspiele zählen (Palestrina wurde genannt), dann werfe ich mal eben, d.h. eigentlich aus gegebenem Anlaß, da ich mir diese wunderbare Oper am kommenden Mittwoch anschauen werde, die Vor- und Zwischenspiele zu Debussys Pelléas et Mélisande ein. Besonders fasziniert mich das Zwischenspiel im ersten Akt zwischen den ersten beiden Szenen, dessen Schreitmotiv mich sehr an die Verwandlungsmusik des Parsifal erinnert.

  • Dann könnte ich auch die See-Interludien aus "Peter Grimes" nennen - glaube aber nicht, dass Dr. Pingel die und andere Zwischenspiele im Sinn hatte, als er eine Rubrik mit dem Titel "Was sind eure Lieblingsouvertüren?" eröffnete.


    Im übrigen gibt es sehr wohl formale Unterschiede, die eine Ouvertüre von einem Vorspiel unterscheiden, vor allem die (wie auch immer angelegte) Mehrteiligkeit.
    Vielleicht könnte man eine Ouvertüre eher mit einer Sinfonie und ein Vorspiel eher mit einer symphonischen Dichtung vergleichen.
    Jedenfalls gibt es Gründe, dass etwa Wagner seine Orchestereinleitungen irgendwann nicht mehr Ouvertüre nannte - und das waren nicht nur nationalistische...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Interessante Umfrage. Nicht schlecht wäre dazu eine Rangfolge geordnet nach dem Grad der Beliebtheit.
    Na gut, ich nenne dann mal querbeet:


    Wagner: Tannhäuser
    Wagner: Meistersinger von Nürnberg
    Wagner: Tristan und Isolde, Vorspiel zum 3. Akt
    Beethoven: Fidelio
    Weber: Der Freischütz
    Gluck: Iphigenie in Aulis
    Mozart: Entführung aus dem Serail
    Glinka: Ruslan und Ludmilla
    Smetana: Die verkaufte Braut
    Verdi: La Traviata, beide Vorspiele


    Das wären eigentlich meine Lieblings-Opernouvertüren, das sind nicht viele, ansonsten könnte ich noch eine Reihe anderer Ouvertüren nennen, die aber nichts mit der Oper zu tun haben.
    :hello:

  • Smetana: Die verkaufte Braut


    Dass ich die in meiner Auflistung vergessen habe, ist wirklich sträflich. Smetana hat einige wunderbare Ouvertüren geschrieben, nicht zuletzt auch die zu seiner Oper "Der Kuss".

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Ich will mal schauen, ob ich meine Lieblingsouvertüren zusammenbekomme:


    Beethoven:
    - Fidelio
    - Leonore III


    Flotow:
    - Martha


    Lortzing:
    - Der Waffenschmied
    - Der Wildschütz
    - Undine
    - Zar und Zimmermann


    Mozart:
    - Zauberflöte
    - Don Giovanni
    - Die Entführung aus dem Serail
    - Cosi fan tutte


    Nicolai:
    - Die lustigen Weiber von Windsor


    Offenbach:
    - Hoffmanns Erzählungen
    - Orpheus in der Unterwelt
    - Die schöne Helena


    Rossini:
    - Der Barbier von Sevilla
    - Semiramis
    - Die Italiernin in algier
    - Wilhelm Tell
    - Aschenputtel
    - Die seidene Leiter
    - Die diebische Elster
    - Der Türke in Italien


    Smetana:
    - Die verkaufte Braut


    Strauss, J.:
    - Die Fledermaus
    - Der Zigeunerbaron


    Verdi:
    - Nabucco
    - Rigoletto
    - La Traviata
    - Die sizilianische Vesper
    - Die Macht des Schicksals
    - Aida
    - Die Räuber


    Wagner:
    - Die Meistersinger von Nürnberg
    - Der fliegende Holländer
    - Tannhäuser
    - Lohengrin
    - Tristan und Isolde, Vorspiel zum 3. Akt
    - Walküre: Ritt der Walküren


    Ich habe sicher noch die eine oder andere Ouvertüre oder das eine oder andere Vorspiel vergessen, aber sei's drum!


    Liebe Grüße


    Willi

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Offenbach:
    - Hoffmanns Erzählungen

    "Hoffmanns Erzählungen" hat ne Ouvertüre? Ich muss gestehen, die ist mir noch nie aufgefallen. Ich kenne nur die wenigen (freilch markanten) Einleitungstakte, die ich aber noch nicht einmal als wirkliches "Vorspiel" ansehen würde, geschweige denn als eine Ouvertüre.


    Hier dauert diese "Ouvertüre" so ziemlich genau 30 Sekunden, danach beginnt das Vorspiel zum Eröffnungschor:



    Bei dieser Oper und ihren verschiedenen Fassungen kann ich allerdings so gut wie gar nichts wirklich ausschließen, also vielleicht gibt es ja doch noch eine echte Ouvertüre, die ich nicht kenne.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Sehr aufmerksam, lieber Stimmenliebhaber, aber eine habe ich wirklich vergessen und möchte sie hier nachliefern:


    Weber:


    - Der Freischütz


    Liebe Grüße


    Willi

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Hier querbeet mein nächstes Dutzend, wobei ich die Unterscheidung zwischen Ouvertüre und Vorspiel – mit Verlaub – als Haarspalterei ansehe. Schließlich handelt es sich um einen musikalischen Prolog, der beide Begriffe rechtfertigt.


    Così fan tutte
    La clemenza di Tito
    Meistersinger
    Parsifal
    Die verkaufte Braut
    Ruslan und Ljudmila
    Martha
    La cenerentola
    Der Wildschütz
    Alessandro Stradella
    Norma
    Don Pasquale


    :hello:

  • In der Tat kommt es hier nicht auf genaue musikwissenschaftliche Unterscheidungen an, wenngleich ich die theoretischen Ausführungen von Johannes Roehl mit großem Interesse gelesen habe!
    Daher zögere ich nicht, auch Schauspielmusiken (Purcell! Und natürlich der Sommernachtstraum) hinzuzunehmen, besonders aber die Vor- und Zwischenspiele vom Pelléas (grandios in der Karajan-Einspielung) und von Peter Grimes, die auch selbstständig in einer Konzertfassung als "Seebilder" gespielt werden können. In dieser Form habe ich z.B. Peter Grimes kennen gelernt und mir dann natürlich die ganze Oper besorgt.

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  • Die vielen Ouvertüren und Zwischenspiele, die ich gerne mag, hier aufzuzählen, wäre eine Mammutarbeit. An erster Stelle - wie könnte es anders sein - rangiert bei mir


    Bizet: Carmen, Vorspiel und Zwischenspiele


    Die anderen zähle ich in Buchstabenfolge auf, so wie sie mir im Moment einfallen, ohne dass diese Liste einen Anspruch auf Vollzähligkeit erhebt:


    Donizetti: Don Pasquale,
    Flotow: Martha, Alessandro Stradella,
    Humperdinck: Hänsel und Gretel, Ouvertüre und Traumpantomime,
    Kreutzer: Das Nachtlager von Granada,
    Mascagni: Zwischenspiel aus Cavalleria rusticana
    Massenet: Meditation aus Thais
    Mozart: Die Zauberflöte, Figaros Hochzeit,
    Nicolai: Die lustigen Weiber von Windsor,
    Rossini: Die diebische Elster, Die seidene Leiter, Der Barbier von Sevilla, Wilhelm Tell,
    Schmidt: Zwischenspiel aus Notre Dame
    Verdi: Nabucco, La Forza del Destino, Nabucco, La Traviata,
    Wagner: Rienzi, Tannhäuser, Lohengrin
    Weber: Der Freischütz


    Und wenn hier Offenbach mit "Orpheus in der Unterwelt" und "Die schöne Helena" genannt wurden, deren Ouvertüren ich auch sehr liebe, die Werke aber eher zu den Operetten zähle, dann wären sicher auch erwähnenswert


    Strauß: Die Fledermaus, Der Zigeunerbaron
    Suppé: Dichter und Bauer, Die schöne Galathee, Flotte Bursche (die ja weitgehend Studentenlieder verarbeitet, die ich persönlich liebe)


    Wie gesagt, das waren nur die, die mir gerade einfielen.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Ich stelle selbstverständlich die "Sinfonien" zu den Mozart-Oper allen anderen voran:
    Don Giovanni / Idomeneo / Figaro / Cosi fan tutte / Die Zauberflöte / Die Entführung.
    Eine besondere Affinität habe ich auch den Ouvertüren zu Il re pastore und Der Schauspieldirektor.
    Von Rossini möchte ich hervorheben Tancredi und Wilhelm Tell sowie Die diebische Elster.
    Der Freischütz und Oberon von Weber wären zu nennen, Hans Heiling von Marschner.
    Wagners Holländer, Tannhäuser und Rienzi, Verdis Macht des Schicksals, Nabucco beispielsweise.
    Glucks Iphigenie in Aulis, Beethovens vier Ouvertüren zu seiner einzigen Oper, Smetanas Verkaufte Braut.
    Und - und - und -


    :hello:

  • Dann könnte ich auch die See-Interludien aus "Peter Grimes" nennen - glaube aber nicht, dass Dr. Pingel die und andere Zwischenspiele im Sinn hatte, als er eine Rubrik mit dem Titel "Was sind eure Lieblingsouvertüren?" eröffnete.


    Im übrigen gibt es sehr wohl formale Unterschiede, die eine Ouvertüre von einem Vorspiel unterscheiden, vor allem die (wie auch immer angelegte) Mehrteiligkeit.


    Mehrteilig können beide sein. Es gibt Ouverturen mit wenig Kontrast, die in einem "durchlaufen", zB verkaufte Braut, es gibt Vorspiele mit deutlich abgegrenzten Abschnitten, z.B. Meistersinger


    Der Punkt ist weniger, dass man keine Unterschiede finden könnte. Natürlich gibt es welche.
    Sondern dass "Ouverturen" schon so viele unterschiedliche Formen, eben von den beiden Grundtypen im Barock bis zu den Potpourri-Ouverturen der Operetten aufweisen, dass es schwer fallen wird, formale Kriterien zu finden, die alle Ouverturen erfüllen, sog. "Vorspiele" aber nicht. Beethovens Leonore II oder III haben offenbar weit mehr mit einer "sinfonischen Dichtung" zu tun als mit einem Potpourri wie der Fledermaus-Ouverture. Und keine davon hat allzuviel mit einer "französischen" Ouverture zu einer Oper von Händel gemeinsam.
    Die Form der Ouverturen ist im Ggs. zu Sinfonien zu unterschiedlich und unverbindlich, wobei ja auch eine Abgrenzung von Sinfonie und Sinfonischer Dichtung nicht immer leicht fällt.


    Das "härteste" Kriterium wäre für mich die Abtrennbarkeit und Selbstständigkeit. Die ist bei Ouverturen *normalerweise* klarer gegeben. Aber die erfolgreiche Karriere vieler Wagner-Vorspiele als Konzertstücke relativiert das m.E. auch wieder.

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  • Wilhelm Tell

    Absolut, wie konnte ich die vergessen?! :untertauch:



    Hans Heiling von Marschner

    Auch diese verdient es absolut genannt zu werden, auch wenn sie kurioserweise erst nach dem Prolog gespielt wird.



    Das "härteste" Kriterium wäre für mich die Abtrennbarkeit und Selbstständigkeit. Die ist bei Ouverturen *normalerweise* klarer gegeben.

    Das stimmt. Aber mich ärgert wirklich, dass jetzt plötzlich die See-Interludien wie selbstverständlich in der Rubrik "Was sind eure Lieblingsouvertüren?" zugelassen sind. Im Wort Ouvertüre steckt Eröffnung, und das kann auch ein Vorspiel sein, das formal ncht dem Aufbau einer Ouvertüre entspricht, aber eben kein Zwischenspiel. Dann ist diese Rubriktitelfrage falsch gestellt und sie müsste heißen: "Was sind eure Lieblings-Instrumentalstücke in Opern?" Das ist auch keine "Haarspalterei", sondern eine frage der Redlichkeit!

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Habe ich Lieblingsouvertüren?


    Wenn ich versuchen würde, die Frage so zu nehmen, wie sie gestellt ist, käme ich sicher schnell dazu, eben die Ouvertüren zu nennen, die eigentlich jeder Opernkenner als die bedeutenden Ouvertüren aufzählt. Da die Listen hier inzwischen schon vorliegen, verzichte ich darauf, nochmal Giovanni und Meistersinger, Freischütz und Macht des Schicksals, Verkaufte Braut und Guillaume Tell zu nennen.


    Lieber nenne ich mal einige Ouvertüren, die ich immer mal wieder gerne höre, obwohl man sie kaum oder doch eher selten im Rahmen der Aufführung des ganzen Werkes bekommt.


    Rameau: Les Indes Galantes
    Gluck /Wagner: Iphigénie en Aulide
    Berlioz: Benvenuto Cellini
    Cherubini: Anacreon
    Auber: Le Cheval de Bronze
    Adam: Si j'étais roi
    Erkel BankBan
    Moniuszko: Halka
    Resznicek: Donna Diana
    Suppé: Dichter und Bauer
    Glinka: Ruslan und Ludmilla
    Joseph Martin Kraus: Olympie


    Noch drei besonders schöne Ouvertüren, die nicht so bekannt sind:
    Joseph Martin Kraus: Äfventyraren - aber das ist wohl keine Opernouvertüre ??? Eher die Ouvertüre zu einer Schauspielmusik, auch wenn die fast Operncharakter hat!!
    Niels Wilhelm Gade: Nachklänge von Ossian - Ouvertüre a-moll (das vielleicht auch nicht?)
    Kuhlau: Elverhøj (das vielleicht schon wieder nicht?)



    Ich belasse es mal dabei - obwohl mir noch einige andere lieb sind!


    Caruso41

  • Auber: Le Cheval de Bronze

    Oh ja, auch eine ganz wunderbare!



    Resznicek: Donna Diana

    Auch diese!



    Kuhlau: Elverhøj (das vielleicht schon wieder nicht?)

    Und auch diese! Warum denn nicht? Ich würde von Kuhlau auch noch die Ouvertüre zu seiner Oper "Lulu" nennen wollen.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Es gibt Vorspiele, Einleitungen, Ouvertüren, Sinfonien - wie auch immer sie betitelt werden - auch zu Oratorien. Da sind aus der Feder Händels einige, die mich immer wieder ansprechen:
    La Resurrezione
    Alexander's Feast
    Saul
    Solomon
    Theodora (das einzige Werk mit einem "christlichen" Thema, wenn man den "Messias" mal außen vorlässt; wobei ich mich selbst ein bisschen wundere, dass mir die Einleitung zum "Messias" nicht so wichtig ist, als dass ich sie hier erwähne)
    Dann natürlich die grandiose "Vorstellung des Chaos" (jeder weiß, dass es die Einleitung zur "Schöpfung" ist).
    Ich nenne die Vorspiele zu "Paulus" und "Elias" von Mendelssohn.


    :hello: