Was hört ihr gerade jetzt? (Klassik 2017)

  • Lieber La Roche,


    das ist sehr interessant und nachvollziehbar, was Du zur "Alpensinfonie" schreibst. Das Gewitter mit seinem erschütternden und schmerzhaften Höhepunkt ist für mich immer ein Wendepunkt in diesem Werk. Denn dieser dann folgende harmonische Abstieg ist so zutiefst bewegend und fesselnd, daß ich immer das Gefühl habe, daß sich hier ein Leben dem Ende zuneigt und am Schluß im Nichts verebbt. Ich sehe dieses Werk weniger als eine Alpenwanderung, als vielmehr eine Art "Lebenswanderung" von der Geburt bis zum Tod.


    Gruß,
    Agon


  • Ich brauche Erholung von Strauss, wer hätte das je gedacht... Ich liebe seine Orchesterwerke, seine Lieder, Chorwerke, auch den Rosenkavalier. Seine Opern sind sonst aber nichts für mich. Und wenn ich daran denke, dass ich einst DFD mit Enoch Arden im Frankfurter Funkhaus gehört habe, graust es mich jetzt noch. Genug! Brahms eilt zu Hilfe und Gehör, ich gebe Saitenklang als Balsam auf Herz und Hirn. "Brahms akut 600". :hello:

  • Aus der Versenkung geholt:

    Anton Urspruch
    Das Unmöglichste von Allem
    Komische Oper in drei Akten
    Rebecca Broberg, Robert Fendl
    Anne Wieben, Caterina Maier
    Matthias Grätzel, Ralf Sauerbrey u.a.
    ppp musiktheater München
    Orchester des Sorbischen National-Ensembles
    Dirigent: Israel Yinon

    Anton Urspruch, den Franz Liszt als seinen "Lieblingsschüler und vortrefflichen lieben Freund" bezeichnete, geriet nicht zuletzt durch die Rassengesetze und die "Arisierung des Musiklebens" im Nazi-Deutschland in völlige Vergessenheit. Um so dankbarer muss man für seine Wiederauferstehung mit diesem wohl bedeutendsten seiner Werke sein. Eine belanglose Handlung (das trifft wahrlich für viele Opernlibretti zu) auf nahezu drei Stunden Musik auszudehnen, ist schon mal eine Kunst für sich. Es ist durch und durch eine frische, lebendige Musik. Auch wenn es sich hier um ein Ensemble von "Namenlosen" handelt, was man hier hört, ist schon beachtlich an Stimm- und hörbarer Spielkultur. Chapeau!
    :hello:


  • Giovanni Battista Viotti

    Violinkonzerte Nr. 12 und Nr. 25
    Tema e Variazioni für Violine und Orchester
    Camerata Ducale, Guido Rimonda, Violine


    Eine fesselnde und auch klanglich für sich einnehmende CD mit zweien der insgesamt 29 Violinkonzerte von G.B. Viotti, ergänzt durch ein Variationsstück, das besondere Aufmerksamkeit verdient...
    Das Thema dieser Variationen ist das Hauptthema der Marseillaise, die gemeinhin auf Rouget de Lisle zurückgeführt wird, der sie im April 1792 komponierte.
    Interessanterweise stammt Viottis Thema aber bereits aus dem Jahre 1781, ist mithin gut 11 Jahre älter...
    Nun sind Musikhistoriker gefragt zu urteilen: hat der eine vom anderen oder hat er nicht... Im Internet finden sich einige interessante Artikel zum Thema Marseillaise und Plagiat. Ungeachtet dessen ist es sehr hörenswerte Musik...
    Der Youtube-Clip zeigt auch Tema e Variazioni mit dem gleichen Ensemble, allerdings liegen Welten zum Klang auf CD.


    ... in diesem Sinne beste Grüße von orsini


    „Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.“
    Curt Goetz

  • Hallo


    J Brahms


    Klavierkonzert Nr.2 B-Dur Op.83


    Emil Gilels, p
    Mario Rossi, cond
    Kölner RSO


    (ICA Classics, ADD, 1971)


    In der Gesamtkonzeption ähnlich wie Gilels DG-Einspielung mit Jochum und den Berliner Philharmonikern. Der 1. Satz wird als Maestoso aufgefasst und klingt IMO sehr schwerfällig. Die Sätze 2-3 gefallen mir.


    LG Siamak

  • Neu für 4,10 € erworben:



    -Dvorak, Stabat Mater; Ilse Eerens, Michaela Seelinger, Maximilian Schmitt, Florian Boesch; Collegium Vocale Gent; Royal Flemish Philharmonic; Philippe Herreweghe


    Normalerweise kann ich mit dem Stabat Mater nicht so viel anfangen, aber Herreweghes Interpretation ist fantastisch. Der Chor ist hervorragend, die Solisten versuchen keine Oper aufzuführen, singen aber trotzdem engagiert, und Herreweghe beweist für mich aus neue, dass er von den "hippen" oder "hip orientierten" Dirigenten der musikalischste ist.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler

  • Bis soeben hatte ich ein ehemaliges Tamino Mitglied bei mir zu Gast. Damit lebt eine alte Traditon wieder auf, in meiner Jugend gab es gelegentlich Hörsitzungen
    Unter anderem hörten wir auch in die hier gezeigte CED von Nikolaus Lahusen hinein, und zwar die "Ungarische Melodie" 817, die Lahusen unvergleichlich schön spielt, noch dazu auf eimem historischen instrument von Conrad Graf. Wer meint , historische Flügel müssen notgedrungenerweise immer "klappern" und "ächzen". der höre in diese formidable Aufnahme hinein, auch der Rest der CD ist hörenswert. Diesen Klang kann ein modernes Instrument nicht vermitteln, es ist eine eigene Welt.
    Lahusen versteht es vorzüglich, diese Welt aufblühen zu lassen ,ewig schade. daß er so jung sterben musste...


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • orsini  
    Selten konnte sich ein Mitglied in so kurzer Zeit bei mit "einschmeicheln" -und zwar mir der Vorstellung der Viotti CD mit der "Marseillaise"
    Ich bin einfach hin und hergerissen. Es wäre schade, wenn diese Empfehlung hier allein im "Was hört ihr gerade jetzt" bliebe, die sollte auch im Viotti Tread erscheinen, denn dann werden sie Viotti- Verehrer auch nach Jahren finden. :hello:


    Giovanni Battista Viotti und seine Violinkonzerte


    Den Link zu youtube habe ich übrigens ausgebessert und funktionsfähig gemacht
    Youtube Links funktionier bei uns wie jene zu cpo und AMAZON : Lediglich die NUMMER wischen die beiden TAGs setzen....


    mfg aus Wien
    Alfred

  • Bei mir befindet sich derzeit im CD-Spieler:



    Myung-Whun Chung dirigiert Göteborgs Symfoniker und das macht er sehr, sehr gut... ;)

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler

  • L. v. Beethoven:


    Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60


    SWF-Sinfonieorchester,


    Michael Gielen, Ltg.


    (EMI/SWF, 2/1993, Rosbaud-Studio, Baden-Baden)



    Seit sicher fünfzehn Jahren habe ich diesen ersten Gielenschen Beethoven-Zyklus und liebe ihn immer noch. Besonders die 2., 3., 4., 6. und 8. Sinfonie sind außergewöhnlich.

  • Oh große Nas'...wer Dich gebracht auf diese Eiterstraße... :stumm::rolleyes:
    Sorry, komme vom HNO, hörte den was diktieren (eben "Eiterstraße"), und da funktioniert mein Hirn halt assoziierend...
    Apropos Chormusik:

    Reger ist ein ganz Großer. "Sei du selbst mein Bürge..." läuft, und ich könnte den Komponisten KÜSSEN, die Sekundreibungen und Vorhalte um-ar-men... Immer speziell, immer eigen, immer typisch Reger, und immer anders. Und wenn man es nicht kennt, wird man doch dauernd überrascht von einer harmonischen Wendung, die oft halsbrecherisch wirkt...und...doch schafft er es, weiter zu modulieren und anzukommen... Großartig! :)
    Bis ich mein Antibiotikum nehmen soll, kann ich noch zwei Motetten hören. :hello:

  • Mahlzeit allerseits. Bevor ich nachher zu Muttern düse, lausche ich noch schnell



    Sergei Rachmaninov
    Klavierkonzerte Nr 2 & 3


    Khatia Buniatishvili, Klavier
    Czech Philharmonic Orchestra
    Paavo Järvi

    Der Mutter die mich nie geboren, habe ich heute Nacht geschworen,
    ich werde ihr eine Krankheit schenken, und sie danach im Fluss versenken.
    Rammstein

  • Hallo!


    Hinter mir ein Tag Home Office vor mir ein paar Tage Urlaub.


    Ich höre Schostakowitsch



    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • gerade wieder gehört: Carl Loewe mit dem großartigen Kurt Moll... was für eine Stimme!!!

    ... in diesem Sinne beste Grüße von orsini


    „Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.“
    Curt Goetz

  • Bin auch wieder da:



    Beethoven, L.v. (1770-1827)
    Symphony No 9 D Minor Op 125 »Choral«


    Orchestra of the 18th Century,
    Frans Brüggen


    Weitere Mitwirkende sind u.a. Lynne Dawson, Anthony Rolfe Johnson sowie der Gulbenkian Chorus


    Aufnahme von 1992

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Hallo


    in Vorbereitung auf eine Antwort im Thread 'berauschende Stücke Bachscher Klaviermusik ein Interpretationsvergleich:


    JS Bach


    Italienisches Konzert F-Dur BWV 971


    Alfred Brendel, p
    (Philips, ADD, 1976)


    Alexis Weissenberg, p
    (EMI, ADD, 1967)


    Andras Schiff, p
    (Decca, DDD, 1991)


    Alexandre Tharaud, p
    (HMF, DDD, 2004)


    Arturo Benedetti Michelangeli, p
    (Ermitage/Aura, AAD, 1943)


    Friedrich Gulda, p
    (DG, ADD, 1970)


    Glenn Gould, p
    (CBS/Sony, ADD, 1959)


    Rafal Blechacz, p
    (DG, DDD, 2015)


    Murray Perahia, p
    (Sony, DDD, 2003)


    LG Siamak :)

  • Besonders die 2., 3., 4., 6. und 8. Sinfonie sind außergewöhnlich.

    Da muß ich mich noch einhören. Mein Musiklehrer an der Oberschule hat uns immer erzählt, daß bei Beethoven nur die 3, 5, 7 und 9 Meisterwerke sind (er hieß Josef Schwirtz und war gleichzeitig Chefkritiker Musik der hiesigen Lokalzeitung und Violinlehrer). Aber etwas relativiert habe ich es schon selbst. Meine liebste von Beethoven ist eigentlich die 6. , und die ist ja auch eine der "geraden" Sinfonien.


    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Bei mir jetzt eine Neunte (komplettiert):



    Bruckner, Anton (1824-1896)
    Symphony No 9 D minor WAB 109


    Philharmonie Festiva,
    Gerd Schaller


    (with Finale completed by W. Carragan, rev. 2010)

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Mahlzeit allerseits. Bei Muttern war es schön, jetzt bin ich wieder zuhause und höre



    Jean Sibelius
    Symphonie Nr 2 D-dur op 42


    Gothenburg Symphony Orchestra
    Gustavo Dudamel

    Der Mutter die mich nie geboren, habe ich heute Nacht geschworen,
    ich werde ihr eine Krankheit schenken, und sie danach im Fluss versenken.
    Rammstein

  • Aus der Nische geholt:

    Franz von Suppé
    Requiem
    Elisabeth Matos, Sopran
    Mirjam Kalin, Alt
    Aquiles Machado, Tenor
    Luis Rodriguez, Bass
    Chor und Orchester der Calouste Gulbenkian-Stiftung Lissabon
    Dirigent: Michel Corboz

    Da spielt man im fernen Portugal Suppé, aber nicht die Leichte Kavallerie sondern das Requiem. Sollte man sich hierzulande ein Beispiel nehmen, denn es ist eine hervorragende Komposition, die zu Unrecht im Schatten gleichnamiger Werke steht. Der Chor ist reich bedacht, die Musik ist teils hochdramatisch, teils etwas opernhaft melodisch, keinesfalls aber tragisch. Die Live-Aufnahme ist tadellos. Ich bin gespannt, ob ich vielleicht im 200. Geburtsjahr des Komponisten 2019 eine Aufführung in Berlin erleben kann.
    :hello:

  • Stimmt, lieber timmiju, Suppés Requiem verdiente es auf jeden Fall, wesentlich bekannter zu sein. Ich liebe das Werk. :love:

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler

  • Musikalischer Abschluss mit



    Kalkbrenner, Friedrich (1785-1849)
    Piano Concerto No 2 E minor Op 85


    Tasmanian Symphony Orchestra,
    Howard Shelley


    Howard Shelley, Piano


    Aufnahme von 2011

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Hallo,


    im Rahmen des threads 'rauschhafte Bachsche Klavierstücke'


    JS Bach
    Englische Suite Nr.2 a-moll BWV 807


    Friedrich Gulda, p
    (DG, ADD, live, 50er)


    Glenn Gould, p
    (CBS/Sony, ADD, 1976)


    Grigory Sokolov, p
    (Melodiya, ADD, 1989)


    Ivo Pogorelich, p
    (DG, DDD, 1985)


    Martha Argerich, p
    (DG, ADD, 1979)


    Murray Perahia, p
    (Sony, DDD, 1998)


    LG und gute Nacht, Siamak


  • Bestimmt tue ich der Musik tiefes Unrecht, aber ich habe mich jetzt einfach mal darin versinken lassen. Und habe mich pudelwohl dabei gefühlt.
    Gute Nacht wünscht
    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)