Teile einer Oper von Franz Liszt rekonstruieirt

  • "Eine unvollendete Oper von Franz Liszt soll im Juni in Großbritannien erstmals auszugsweise aufgeführt werden. Das Manuskript für die Oper war vor mehr als zehn Jahren von David Trippett, einem Musikforscher der Universität Cambridge, in einem Archiv in Weimar gefunden worden." Das berichtet der ORF. Eine Sopranistin werde im Juni eine etwa zehnminütige Szene aus der Oper bei einem BBC-Gesangswettbewerb darbieten. Liszt habe 1849 begonnen, eine italienische Oper zu komponieren, aber die Arbeit auf halbem Wege wieder aufgegeben, heißt es unter Berufung auf Tippett. "Die Musik, die überlebt hat, ist atemberaubend - eine einzigartige Mischung aus italienisch beeinflusster Gefühlsbetontheit und harmonischer Innovation." Liszt habe an dem Stück gearbeitet, als er erstmals Richard Wagners Opern für sich entdeckt hatte. Das Libretto der Oper basiere auf der Tragödie "Sardanapal" von Lord Byron. Der friedliebende König von Assyrien glaube an das Gute im Menschen, wird aber von Rebellen gestürzt und stirbt mit seiner Geliebten den Flammentod. Und weiter: "Große Teile des Manuskripts waren in Kurzschrift verfasst, unter Experten galt es als unleserlich und unmöglich zu vervollständigen. Nach zwei Jahren Arbeit war es dem Forscher aber gelungen, den ersten Akt zu rekonstruieren." Tippett: "Die einzige Quelle für diese Oper ist ein einziges Manuskript mit 111 Seiten Musik für Piano und Sänger.


    Das klingt spannend! Und wir werden es gewiss bald hören können, um uns selbst ein Bild zu machen.


    Gruß Rheingold

  • Hochinteressant, was selbst im 21. Jahrhundert noch an Ausgrabungen möglich ist. Dies schreibe ich auch, da dieser Tage die österreichische Erstaufführung der Fragmente von Tschaikowskis Oper "Undina" im Wiener Musikverein stattfand. Wer hätte Liszt eine italienische Oper zugetraut? Ein großer Künstler, der nach wie vor als Komponist bei manch einem nicht voll anerkannt ist. Vielleicht erweitert diese rekonstruierte Oper unser Liszt-Bild.