Die Kalendermonate in der klassischen Musik

  • Hallo!


    Jeder Monat findet seine Erwähnung in verschiedenen Stücken verschiedenster Gattungen und Epochen der klassischen Musik.


    Lasst uns doch jeden Monat "begrüßen", indem wir einige Stücke zusammen tragen, die seinen Namen in sich tragen.


    April:


    Allzu viel habe ich auf Anhieb nicht entdeckt.


    Natürlich werden die Tschaikowsky-Jahreszeiten regelmäßig genannt werden, da sie alle 12 Namen in sich tragen. Vielleicht gelingt es ja, monatlich eine andere Einspielung zu nennen:



    Avril: Perce-neige (Das Schneeglöckchen)


    Auch der April aus diesem Jahresverlauf darf nicht fehlen:


    Francesco Paolo Tosti: Aprile


    Auch in der alten Musik finden sich Widmungen an den April: Matheus de Perusio: Helas Avril


    Thomas Morley: April is in my mistress´ face


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Eine kleine Sottise als Rätsel nebenbei (eine bei meinen Grundschulkindern beliebte Frage): Welche Monate haben 28 Tage?

    Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

  • Hallo!


    Vielleicht etwas gewagt - aber unter Crossover-Aspekten sicher vertretbar:



    Gruß
    WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo





  • Hartmann, Karl Amadeus (1905-1963)
    Sonate "27. April 1945" Für Klavier (1945)

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Hallo Reinhard,


    vielen Dank.


    Auch dieses Werk muss genannt werden, wenngleich es nicht für die Launigkeit des Monats, sondern für unendliches Leid steht.


    Überhaupt halte ich es für sinnvoll, hier auch Stücke zu benennen, die sich historisch, biografisch oder in sonst einer Weise, auf ein einschlägiges Datum beziehen.


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Auch dieses Werk muss genannt werden, wenngleich es nicht für die Launigkeit des Monats, sondern für unendliches Leid steht.


    So weit hatte ich das Thema aufgefaßt.


    So schön und fried- und hoffnungsvoll das Erwachen der Natur in diesem Monat ist, die dunklen Seiten dürfen nicht vergessen werden.

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Hallo!


    Nachdem ein neuer Monat angebrochen ist (wenngleich mit bescheidenem Wetter), möchte ich ihn mit einer Melodie von Reynaldo Hahn begrüßen:


    Mai

    Depuis un mois , chère exilée,
    Loin de mes yeux tu t'en allas,
    Et j'ai vu fleurir des lilas
    Avec ma peine inconsolée


    Seul, je fuis ce ciel clair et beau
    Dont l'ardent entlasten mich Ärger,
    Auto l'horreur de l'exil se doppelte
    De la splendeur du renouveau


    En vain j'entends contre les vitres,
    Dans la chambre où je m'enfermai,
    Les premiers insectes de Mai
    Heurter leurs Maladroits élytres;


    En vain le soleil ein souri,
    Au printemps je ferme ma porte,
    Et veux seulement qu'on m'apporte
    Un rameau de lilas fleuri;


    Auto l'amour nicht mon âme est pleine
    Retrouve, parmi ses douleurs
    Ton betrachten dans ces chères fleurs
    Et dans leur parfum ton halein



    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Zum Mai gibt es vermutlich mehr als für den Rest des Jahres zusammen; Beethoven (Goethe) op.52,4:


    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Zum Beispiel auch Wagners Mai-stersinger! :D

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Auch Johann Hermann Schein hat ein Mailied vertont, das hier von Mitgliedern des Tölzer Knabenchores unter Gerhard Schmidt-Gaden präsentiert wird. Youtube gibt an, die Aufnahme sei 1999 auf der Moritzburg in der Nähe von Dresden gemacht worden:




    Der kühle Maien
    tut Hirt und Schäfelein
    mit seinen Blümelein
    jetzt und erfreuen.


    Frau Nachtigall mit ihrem Schall
    im grünen Wald anhören.
    All Vögelein stimmen mit ein,
    die Waldmusik vermehren.


    Auch uns anblicket die Sonn'
    mit ihrem Schein
    ein kühles Lüftelein
    das Herz erquicket.


    Die Bächlein hell hinrauschen
    schnell die Freude größer machen.
    Ja, Laub und Gras
    ohn' Unterlaß
    den Maien gleich anlachen.


    :hello:

  • Rimsky-Korsakov: Die Mainacht


    Phantastische Gesamtaufnahme!



    Arie des Levko von Nicolai Gedda gesungen:



    Unter den lieferbaren Aufnahmen das herrlichste Maienglück!



    Maiengrüße


    Caruso41

  • In manchen Gegenden wird der Holunder auch "Flieder" genannt. Das passt dann jahreszeitlich besser.


    Genau. Daher auch das Fliedermütterchen mit dem Holunderblütentee oder die Fliederbeeren. :)

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)


  • Aus der Winterreise von Franz Schubert


    "Fremd bin ich eingezogen,
    Fremd zieh' ich wieder aus.
    Der Mai war mir gewogen
    Mit manchem Blumenstrauß.
    Das Mädchen sprach von Liebe,
    Die Mutter gar von Eh', -
    Nun ist die Welt so trübe,
    Der Weg gehüllt in Schnee."


    Herzlichst
    Operus,
    der Woka für diese schöne Idee dankt :jubel:


    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Das spielt dann aber doch im Winter, schließlich ist der Weg in Schnee gehüllt.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Im Maien. Dieses Lied wird Ludwig Senfl (1490-1543) zugeschrieben. Zumindest war er der erste der dieses Lied niederschrieb - vielleicht nach einer älteren Vorlage. Trotz der schlechten Bildqualität ist dieses Video recht beeindruckend, die Kombination der historisch korrekten Kostüme mit den jungen Stimmen die die Zeit Senfls plastisch wiedererstehen lassen ist ein gelungener Zugang, über das wies original geklungen haben mag, kann man ohnedies nur spekulieren. Bei dieser Gelegenheit fällt mir ein, daß ich vielleicht den Senfl-Thread ein wenig ergänzen könnte.....


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • Den Haßler, den Hans-Leo, und den Senfl, Ludwig, hatte ich auch noch auf dem Schirm, kam aber nicht dazu. Insofern danke ich Mme. Cortese und Alfred, dass sie diese beiden Künstler hier eingestellt haben. Der Rundfunk-Jugendchor Wernigerode unter dem Dirigenten Friedrich Krell singt hier ein ebenfalls bekanntes Mai-Liede:



    Übrigens ist mir dieser Chor während meiner Recherche zu diesem Thema recht angenehm aufgefallen...


    :hello:

  • Man muss schon suchen nach den Kalendermonaten in der klassischen Musik. Bei einem meiner liebsten Komponisten, Carl Loewe, der um die 400 Balladen vertont hat, habe ich in deren Texten nur zweimal direkt den Monat Mai erwähnt gefunden. Ansonsten gibt es nur noch Mai-Glöckchen. Andere Monate sehe ich nicht erwähnt. Das für mich eindrucksvollste Beispiel ist der Titel Walpurgisnacht von Willibald Alexis - ein Dialog zwischen Mutter und Tochter:


    Liebe Mutter, heut Nacht heulte Regen und Wind.
    »Ist heute der erste Mai, liebes Kind.«
    Liebe Mutter, es donnerte auf dem Brocken droben.
    »Liebes Kind, es waren die Hexen oben.«
    Liebe Mutter, ich möcht keine Hexen sehn.
    »Liebes Kind, es ist wohl schon oft geschehn.«
    Liebe Mutter, ob wohl im Dorf Hexen sind?
    »Sie sind dir näher, mein liebes Kind,«
    Liebe Mutter, worauf fliegen die Hexen zum Berg?
    »Liebes Kind, auf dem Rauche von heißem Werg.«
    Liebe Mutter, worauf reiten die Hexen zum Spiel?
    »Liebes Kind, sie reiten auf’nem Besenstiel.«
    Liebe Mutter, ich sah gestern im Dorf viel Besen.
    »Es sind auch viel Hexen auf’m Brocken gewesen.«
    Liebe Mutter, ’s hat gestern im Schornstein geraucht.
    »Liebes Kind, es hat Einer das Werg gebraucht.«
    Liebe Mutter, in der Nacht war dein Besen nicht zu Haus.
    »Liebes Kind, so war er zum Blocksberg hinaus.«
    Liebe Mutter, dein Bett war leer in der Nacht.
    »Deine Mutter hat oben auf dem Blocksberg gewacht.«


    Mit dieser Ballade ist Loewe eine - wie ich finde - seiner packendsten Kompositionen gelungen. Richard Wagner schätze sie sehr. Er hat Sängerinnen immer wieder dazu ermuntert, sie in ihr Repertoire aufzunehmen. Aus mir unerfindlichen Gründen ist die Zahl der Einspielungen sehr gering. Bei YouTube findet sie sich folglich auch nicht. :( Ich kann sie euch deshalb nicht präsentieren.


    Wenn ich es richtig sehe, ist der Mai als Kalendermonat wohl mit Abstand am häufigsten anzutreffen. Oder irre ich mich?

  • Eigentlich mehr durch Zufall gefundenm, als ich nach einer CD von Tielman Susato (Um 1510 - ca 1570) suchte (Die vielgelobte CD mit der "Danserey" hab ich damals verpasst) - denn die Schreibweise der damaligen Zeit ist mit unserer nicht voll kompatibel.

    Int Midden van den Meye


    Indes - das Sample, welches hier zu hören ist, ist ein modernes Arrangemant für Oboe - bringt aber IMO die Schönheit der Musik gut rüber


    https://sonichits.com/video/Susato/Int_midden_van_den_meye


    Eine volkale Fassung mit Originalinstrumenten findet sich derzeit lediglich auf diese Naxos-Ausgabe mit Werken aus der Sammlung Tielman Susato. (siehe Track 10) Susato -bei Gelegenheit bekommt er einen eigenen Thread, das bedarf aber intensiver Recherche - war nämlich Komponist, Sammler und Verleger in Personalunion.


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • Ein wunderschönes Volkslied, das die Kinder in meinem Musikunterricht früher in italieniscvh und deutsch gelernt haben, gehört m. E. auch hierher:



    Hier die erste Strophe in italienisch und deutsch:



    Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass der Mai auch einhält, was er verspricht. :D


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Dann trage ich mal bei:


    Howard Hanson, aus der Suite zur Oper Merry Mount: Prelude to Act II & Maypole Dances






    Quelle: Wikipedia

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)