RARITÄTEN: Selten gespielte Opern wiederaufgeführt!

  • Lieber Aficionados!


    Es wird immmer wieder geklagt, unsere Opernhäuser würden sich zu einseitig auf ein Kernrepertoire stützen und gar zu selten Werke spielen, die eher abseits liegen.
    Ich lasse mal dahingestellt sein, wie berechtigt diese Klage eigentlich ist.
    Da mir wichtig ist und Spaß macht, möglichst viele Opern wirklich in Live-Aufführungen zu erleben, habe ich den Eindruck, es gäbe viel mehr Raritäten auf den Bühnen zu entdecken, als gemeinhin angenommen wird. Einige Opernhäuser profilieren sich geradezu damit, selten gespielte oder sogar schon lange von den Spielplänen verschwundene Werke zur Diskussion zu stellen.


    Geradezu legendär ist inzwischen, wie John Dew am Theater in Bielefeld in den 80er und frühen 90er Jahren nahezu ganz darauf verszichtete, Gängiges zu präsentieren und stattdessen Zemlinski, Schreker, Stephan, Korngold, Musgrave, Brand, Moore, Krenek, Antheil, Delius, Wellesz, Villa-Lobos, Dressel, Karetnikov, Cotel, Toch, Martinů, Fibich und Ullmann sowie Boito und Mascagni aufführte und mit La Juive, Prophète, Die Afrikanerin entscheidende Anstöße zu Rehabilitierung der Grand Opera gab.


    Kiel und Kassel gingen dann einen ähnlichen Weg. Heute bringen verschiedene Bühnen praktisch jede Saison eine Rarität!
    Zum Beispiel Braunschweig hat in den letzten Spielzeiten unter anderem "Sarka" (Fibich) , "Isabeau" (Mascagni), "Wuthering Heights" (Herrmann), "Aladin" (Atterberg) gespielt.
    Gießen hat "Zampa" (Herold) gespielt und Chemnitz "Der Schmied von Gent" (Schreker) und so weiter.....


    Oft ist es nicht leicht, die Information über solche Vorhaben frühzeitig zu erhalten, damit man vielleicht einen Abstecher zu diesen Bühnen planen kann! Da soll nun dieser Thread abhelfen. Er ist primär dazu gedacht, dass Taminos darauf hingeweisen können, wenn Opernhäuser selten gespielte Opern auf den Spielplan setzen!
    Es wäre schön, wenn davon reger Gebrauch gemacht würde! Sinnvollerweise sollte jeder Hinweis in einem eigenen Beitrag gegeben wereden: Mit passender Überschrift!


    Auf ein gutes Gelingen!


    Caruso41

  • Giulietta e Romeo


    Tragedia lirica von Riccardo Zandonai
    Libretto von Arturo Rossato
    u.a. nach dem Poemetto »Giulietta e Romeo. Canzone di moderno troviero« von Tiberio Umberto Barbarani
    in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


    »Romeo und Julia« zählt zu den berühmtesten Liebesgeschichten der Weltliteratur.
    Gleich mehrfach wurde der Stoff für die Opernbühne vertont, zumeist an der Tragödie von William Shakespeare orientiert. Die Version, die sich verschiedenster novellistischer Vorlagen bediente, aus denen auch Shakespeare schöpfte, ist dabei diejenige, die am seltensten auf der Opernbühne zu finden ist: »Giulietta e Romeo« des Italieners Riccardo Zandonai. Das Werk wurde bei seiner Uraufführung 1922 in Rom zu einem Sensationserfolg und überzeugte durch musikdramatische Wucht und die für die Zeit typischen Lyrismen. Zugleich weist diese »Tragedia lirica« aber auch den Weg in den musikalischen Expressionismus.


    »Von der brutalen Dissonanz, mit der die Oper beginnt, bis zu den ätherisch-impressionistischen Momenten, von zuschlagenden Verismo-Attacken des Blechs bis hin zu raffiniert-eleganten Melodien und harmonisch süffiger Vertiefung belegt die Komposition Zandonais Könnerschaft. Das ist Musik, die europäischen Rang beansprucht.
    Florian Ludwig, noch GMD am Theater Hagen, hat durch seine sorgfältige Einstudierung und sein kundiges Dirigat diesen Rang beglaubigt. [...] Das Braunschweiger Orchester entfaltet Intensität auch unterhalb der Grenzwerte von Forte und Fortissimo, fasst den Klang linear und schlank, ohne ihm Raffinesse, Parfüm, strahlendes Leuchten oder verhaltene Magie zu nehmen. [...] Fazit: Braunschweig zeigt eine ausgezeichnete Produktion einer Oper, der dringend Präsenz in den Spielplänen zu wünschen wäre.« Der neue Merker


    Musikalische Leitung Florian Ludwig
    Inszenierung Philipp Kochheim
    Bühne Thomas Gruber
    Kostüme Mathilde Grebot
    Chor Georg Menskes, Johanna Motter
    Dramaturgie Sarah Grahneis


    Giulietta Tanja Christine Kuhn
    Romeo Michael Pflumm, Mickael Spadaccini
    Tebaldo Raymond Ayers
    Isabella Ekaterina Kudryavtseva
    Straßensänger / Montague Michael Ha
    Gregorio Matthias Stier
    Sansone Selçuk Hakan Tiraşoğlu
    Nachtwächter Sebastian Matschoß
    Bernabo Leszek Wos
    La Donna Janine Metzner
    Famiglio Krzysztof Gasz
    1. Maschera Vanessa Diny, Jennifer Kreßmann
    2. Maschera Mareike Lennert, Julia Chmielewska
    Staatsorchester Braunschweig
    Chor des Staatstheaters Braunschweig, Extrachor des Staatstheaters Braunschweig


    http://staatstheater-braunschw…-julia-giulietta-e-romeo/

  • In diesem Sommer gibt es bei den St. Galler Festspielen die selten gespielte Oper "Loreley" .


    In einer sehr achtbaren Besetzung, mit der jungen Ausrine Stundyte (habe ich in der Komischen Oper Berlin und in Amsterdam mehrmals gehört: wirklich vielversprechend!!!) als die eine Besetzung für die Titelpartie, und mit Timothy Richards einem verläßlichen Gebrauchstenor.



    Ich habe das Werk bisher nur einmal gehört. In Koblenz! Das ist lange her und ich freue mich sehr auf die Wiederbegegnung! Immerhin war es eine der Liebligsopern Toscaninis!


    Den Terminplan findet ihr hier http://www.theatersg.ch/sites/…ext/loreley_wsw_16_17.pdf

  • Theater an der Wien, Samstag, 27. Jänner 2018, 19:00 Uhr


    Giulietta e Romeo
    Tragedia per musica in drei Akten (1796)
    Musik von Niccolò Antonio Zingarelli (1752-1837)
    Libretto von Giuseppe Maria Foppa (1760-1845)
    Konzertante Aufführung in italienischer Sprache


    Giulietta: Ann Hallenberg
    Romeo: Max Emanuel Cencic
    Gilberto: Xavier Sabata
    Everardo: Daniel Behle
    Matilde: Irini Karaianni


    Arnold Schoenberg Chor
    Armonia Atenea
    George Petrou

  • Eine sehr gute Idee, lieber Caruso! Ich bin auch immer auf der Suche nach Raritäten.


    Diese Tage läuft an der Opéra comique in Paris ein Werk, das wahrscheinlich seit dem 18. Jahrhundert gar nicht mehr szenisch aufgeführt wurde: die "Alcione" des Barockmeisters Marin Marais. Die musikalische Leitung hat Jordi Savall.


    http://www.opera-comique.com/en/seasons/2017-season/alcione


    Wem die verbliebenen Mai-Termine zu kurzfristig sind: die Produktion wird im Juni auch noch an der königlichen Oper in Versailles gezeigt.


    http://www.chateauversailles-s…2017/marin-marais-alcione

  • Also Fra Diavolo würde ich eigentlich nicht als Rarität bezeichnen. Den charmaten Räuber treibt es ja doch immer wieder auf die Bühnen unseres Landes!


    Aber das ist jetzt nicht der Grund für diesen Beitrag.
    Vielmehr wollte ich @Knuperhexe eine kleine Freude machen!


    Am Theater in Osnabrück gibt es nämlich eine Oper von Hans Gál, für den er sich beim Opern-Kanon ja so engagiert einsetzt!


    DAS LIED DER NACHT


    Hans Gál


    Dramatische Ballade in drei Bildern / Text von Karl Michael von Levetzow


    Ein verwaistes Volk drängt nach des Königs Tod Erbprinzessin Lianora zur Eheschließung. Lianora aber will keine Heirat, der Eintritt ins Kloster erscheint ihr als einziger Ausweg. Doch dann ertönt Nacht für Nacht die Stimme eines Mannes, dessen sehnsuchtsvoller Gesang umso faszinierender erscheint, da niemand etwas über die Herkunft, noch über die Identität des schwarzgewandeten und maskierten Sängers weiß. Das Lied schlingt mehr und mehr ein Liebesband um Lianora und den geheimnisvollen Fremden, der sich immer näher an den Königspalast wagt. Eines Nachts dringt Lianoras Vetter und Werber Tancred in das Gemach der Prinzessin. Der fremde Sänger rettet Lianora vor Tancreds besitzergreifender Gewalt. Am nächsten Tag erklärt sie vor allem Volk den Sänger zu ihrem Gemahl. Als der Fremde seine Maske zieht, offenbart sich dahinter Ciullo, Lianoras Bootsmann, ein einfacher Mann aus dem Volk. Gekränkt zieht Lianora ihr Eheversprechen zurück. Zu spät, und erst, als Ciullo vor aller Augen sein Leben beendet, erhört sie das Lied der Liebe.


    DAS LIED DER NACHT erlebte am 24. April 1926 am Stadttheater Breslau eine begeistert aufgenommene Uraufführung. Mit dem Dichter Karl Michael von Levetzow hatte Hans Gál eine poetische und musikalisch farbenprächtige Erzählung aus einem mythischen Königreich in Sizilien geschaffen, die, gemäß der Zeit, psychologische Tiefen in Wort und Musik ergründet und auslotet.


    Der österreichische Komponist und Musikwissenschaftler Hans Gál (1890–1987) zählt zu den von den Nationalsozialisten als ‚jüdisch‘ und ‚entartet‘ verfemten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Die meisten Werke des einst sehr bekannten und hochgeschätzten Künstlers sind heute vergessen. DAS LIED DER NACHT nach 1930 nie wieder aufgeführt, eine Einspielung des Werkes liegt nicht vor.


    Zum ersten Mal am Theater Osnabrück inszeniert Mascha Pörzgen – Opernraritäten und zeitgenössischem Musiktheater gilt ihr besonderes Interesse.
    Die Musikalische Leitung liegt in den Händen des Generalmusikdirektors Andreas Hotz, der bereits in den vergangenen Spielzeiten für gefeierte Wiederentdeckungen zu Unrecht vergessener Werke sorgte.


    Die Oper wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und am Samstag, 6. 5. 2017 ab 19.05 Uhr in der Sendung Oper ausgestrahlt.


    TERMINE & KARTEN
     05.05.2017
    Fr. | 19:30 Uhr (In die Aufführung werde ich gehen!)
     10.05.2017
    Mi. | 19:30 Uhr
     12.05.2017
    Fr. | 19:30 Uhr
     14.05.2017
    So. | 15:00 Uhr
     23.05.2017
    Di. | 19:30 Uhr
     25.05.2017
    Do. | 19:30 Uhr


    BESETZUNG
    Musikalische Leitung Andreas Hotz
    Inszenierung Mascha Pörzgen
    Bühne, Kostüme und Video Frank Fellmann
    Choreinstudierung Markus Lafleur
    Dramaturgie Ulrike Schumann


    Die Fürstin-Äbtissin Gritt Gnauck
    Lianora, Erbprinzessin von Sizilien Lina Liu
    Galwine, ältere Folgedame Elzbieta Schiffer
    Hämone, jüngere Folgedame Susann Vent-Wunderlich
    Tancred, Vetter Lianoras Rhys Jenkins
    Der Kanzler-Reichsverweser José Gallisa
    Ciullo, der Bootmann / der Namenlose Sänger Ferdinand von Bothmer


    Osnabrücker Symphonieorchester
    Opernchor des Theaters Osnabrück
    Extrachor des Theaters Osnabrück

    Zitat


    PRESSESTIMMEN
    „Fantastische Musik, gutes Libretto, tolle Aufführung. […] All das wird getragen von der detaillierten Arbeit, die Andreas Hotz und das Osnabrücker Symphonieorchester leisten. Hotz führt Sänger und Orchester umsichtig durch die anstrengende Partitur: Das Lied der Nacht ist eine großartige Entdeckung, die das Theater hervorragend umgesetzt hat.“ Ralf Döring, Neue Osnabrücker Zeitung, 29.4.2017


    Beste Grüße
    Caruso41

  • Also Fra Diavolo würde ich eigentlich nicht als Rarität bezeichnen. Den charmaten Räuber treibt es ja doch immer wieder auf die Bühnen unseres Landes!


    Lieber Caruso, oft gespielt wird "Fra Diavolo" nun aber wirklich nicht. Laut Operabase seit 1.1.2014 weltweit gerade mal einige wenige Aufführungen in Florenz, Hildesheim und nun in Rom. Aber wenn das für dieses Thema nicht selten genug ist, werde ich das beherzigen.

  • Am Theater in Osnabrück gibt es nämlich eine Oper von Hans Gál, für den er sich beim Opern-Kanon ja so engagiert einsetzt!
    Hans Gál
    DAS LIED DER NACHT


    Lieber Knusperhexe,
    der Abstecher nach Osnabrück hat sich wirklich gelohnt:

    • eine spannende Oper, mit reizvoller spätromantischer Harmonik, viel Poesie, klarer Struktur und auch genügend Spannung und packender Dramatik,
    • eine überzeugende Inszenierung, in der das Changieren zwischen Realität und Illusion, äußerem und innerem Geschehen stimmig visualisiert und die Personen überzeugend geführt wurden,
    • eine treffliche musikalische Leistung mit einem glänzend reagierenden Orchester und ausgezeichneten Sängern - an der Spitze: Lina Liu mit rundem lyrischen Sporan, der zu dramatischer Expansion fähig war aber besonders mit weichen Pianophrasen und schön gefluteten Höhen überzeugte!


    Du wirst Deine Freude an dem Abend haben!
    Und alle anderen Opernfreunde mit Interessen an enseits der ausgetretenen Pfade auch!


    Beste Grüße
    Caruso41

  • Auch in Liberec /Reichenberg stehen u. a. zwei Opern auf dem Spielplan, von denen ich meine, sie gehören zu den "Raritäten - selten gespielte Opern".
    Übrigens, Tamino - Mitglieder und Kenner beider Opern, haben mir zum Besuch und Kennenlernen zugeraten und sie mir empfohlen.


    THAIS Jules Massenet http://www.saldovo-divadlo.cz/…etail-predstaveni/r/thais
    Noch nicht gesehen, aber ein Besuch ist irgendwann in der neuen Spielzeit nach den Theaterferien eingeplant.


    ROBINSON CRUSOE Jacques Offenbach http://www.saldovo-divadlo.cz/…staveni/r/robinson-crusoe
    Diese Oper habe ich dort vor zwei Jahren gesehen, toll und aufwendig inszeniert.


    CHRISSY

  • Leipzig präsentiert als nächste Premiere im Mai als Rarität Cinq-Mars von Gounod, die nach Angaben der Oper nach der Uraufführung völlig von der Bildfläche verschwand (und mE sogar im Tamino Opernführer fehlt!!). Ich besitze zwar die Münchner Einspielung unter dem Leipziger GMD Schirmer (der die hauseigene Produktion übrigens nicht leitet, allerdings singt Vidal den Marquis auch in Leipzig) in der recht schönen "Opéra francais" Edition von Palazetto, habe aber bisher nur kurz reingehört. Bericht folgt nach der Premiere am 20.05.17.


  • Reynaldo Hahn
    Der Kaufmann von Venedig (Le marchand de Venise)


    Oper in drei Akten und fünf Bildern
    Libretto nach der Komödie von William Shakespeare von Miguel Zamacoïs
    In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln


    Die Männer stehen Schlange, um der schönen, klugen und reichen Portia von Belmont den Hof zu machen. Auch der junge Venezianer Bassanio würde gern sein Glück versuchen, doch fehlt es ihm an Geld für diese Unternehmung. Sein Freund, der Kaufmann Antonio, leiht es ihm aus inniger Zuneigung gern, obwohl er dafür selbst einen Kredit beim Juden Shylock aufnehmen muss – zu höchst fragwürdigen Konditionen. Shylock verlangt keine Zinsen, doch wenn Antonio das Geld nach drei Monaten nicht zurückzahlen könne, müsse er mit einem Pfund seines eigenen Fleisches dafür bürgen. Eine Wette auf Leben und Tod.


    Wie in Shakespeares Komödie verbindet auch Reynaldo Hahn eine heitere, geradezu operettenhafte Liebesgeschichte mit der tiefen Tragik des verachteten und darum rachsüchtigen Shylock. Karnevaleske Venedig-Stimmungen und selige Liebesduette kontrastieren die abgrundtiefe Verzweiflung der beiden Protagonisten Shylock und Antonio, die sich in ihrer starrköpfigen Verbitterung gleichwertig gegenüberstehen. 1935 in Paris uraufgeführt, gelangt diese französische Oper im mozartschen Stil nun in Bielefeld zur Deutschen Erstaufführung.


    Musikalische Leitung - Pawel Poplawski
    Inszenierung - Klaus Hemmerle


    Portia - Sarah Kuffner
    Nérissa - Nohad Becker
    Jessica - Nienke Otten
    Shylock - Bjørn Waag
    Bassanio - Frank Dolphin Wong
    Antonio - Moon Soo Park
    Gratiano - Mark Adler
    Lorenzo - Lianghua Gong
    Tubal - Yoshiaki Kimura


    Die nächsten Aufführungen
    So. 21.05.2017 um 19:30 Uhr
    Do. 01.06.2017 um 20:00 Uhr
    Do. 15.06.2017 um 19:30 Uhr
    Fr. 07.07.2017 um 20:00 Uhr


    Pressestimmen

    Zitat

    ...... ein kurzweilig-rasanter und optisch-opulenter Parforceritt durch die verschiedensten Unterhaltungsgenres. (...) Der Tragik-Faktor freilich bleibt bestehen. Dafür sorgt Björn Waag, ein grandioser Darsteller und Sänger, der dem Shylock in seiner abartigen Rachsucht zutiefst menschliche Züge verleiht......

    Uta Jostwerner, Westfalen-Blatt, 01.05.17


    Zitat

    .....Pawel Poplawski (gelingt) im Graben der Spagat zwischen operettenhafter Unterhaltungsmusik im besten Wortsinne, spätromantischen Melodiewogen und gewollter Sprödigkeit bravourös......

    Jochen Rüth, Der Opernfreund, 29.04.17


    Zitat

    .....Wie hatte er (Reynaldo Hahn) selbst doch anlässlich der Uraufführung gesagt? J’espère avoir réussi à écrire une musique exempte de laideur et d’ennui! (Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, eine Musik frei von Hässlichkeit und Langeweile zu schreiben!). Das ist ihm in der Tat gelungen, und dem Theater Bielefeld gebührt das Verdienst, Hahns musikalisch höchst angenehm zu hörende, viele Stile integrierende, schwungvolle Oper entdeckt und als Deutsche Erstaufführung auf die Bühne gebracht zu haben. Der Besuch ist absolut lohnenswert!......


    Rudi Hüls, Lippe aktuell, 03.05.17


    Christoph Schulte im Walde, Die deutsche Bühne, 05. 05. 2017




    Beste Grüße


    Caruso41

  • Lieber Knusperhexe!


    Mich würde ja doch interessieren, ob Du in Osnabrück warst oder noch hinfährst, um die Oper von Gal "Das Lied der Nacht" zu hören.
    Ich hatte leider nur wenig Zeit, hier meinen Eindruck mitzuteilen.


    Beste Grüße


    Caruso41


  • In der Süddeutschen gab es eine lange Besprechung!
    Etwas weg vom Thema: Zwei Janacek-Opern würde ich gerne noch mal sehen, die in den Siebzigern in Düsseldorf auf dem Spielplan standen: Osud (Schicksal) und Die Ausflüge des Herrn Broucek. Zum Glück gibt es von beiden hervorragende Aufnahmen.

    Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

  • Die selten szenisch aufgeführte Barock-Oper, für deren Aufnahme in unseren Opern-Kanon ich mich stark gemacht habe, ist diesen Mai in der sehr passenden Kulisse der Opéra Royal im Château de Versailles an drei Tagen zu erleben:


    http://www.chateauversailles-s…es/2017/charpentier-medee


    Bei dieser Produktion des Opera Atelier Toronto spielt das bekannte Tafelmusik Baroque Orchestra.


    Und am 22. Januar 2017 hat dann eine Neuproduktion von "Médée" am Opernhaus Zürich Premiere:


    http://www.opernhaus.ch/vorste…l/medee-22-01-2017-18577/


    William Christie leitet sein Ensemble Les Arts Florissants, die Inszenierung besorgt Andreas Homoki.

  • Dem Artikel entnehme ich, dass die Produktion der "Alcione" bei Jordi Savalls Label "Alia Vox" auf DVD erscheinen soll, was mich sehr freut. Außerdem wird sie auch noch in Barcelona und Caen zu sehen sein (womit wir wieder halbwegs den Bogen zurück zu Carusos Thema geschlagen haben).

  • Wie so oft bin ich erst viel zu spät zum Lesen dieses Threads gekommen:


    Zitat

    Zemlinski, Schreker, Stephan, Korngold, Musgrave, Brand, Moore, Krenek, Antheil, Delius, Wellesz, Villa-Lobos, Dressel, Karetnikov, Cotel, Toch, Martinů, Fibich und Ullmann sowie Boito und Mascagni aufführte und mit La Juive, Prophète, Die Afrikanerin entscheidende Anstöße zu Rehabilitierung der Grand Opera gab.


    Irgendwie läuft es mir kalt den Rücken hinunter, wenn ich die Namen dieser Komponisten lese.
    Ich würde mir an deren Stelle Dittersdorf, Salieri, Paisello, Soler, Auber, Anfossi, Galuppi, J.C. Bach, Pacini Gomes und Mayr wünschen - und das sind noch längst nicht alle.....


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • Wie so oft bin ich erst viel zu spät zum Lesen dieses Threads gekommen:



    Irgendwie läuft es mir kalt den Rücken hinunter,wenn ich die Namen dieser Komponisten lese.
    Ich würde mir an deren Stelle Dittersdorf, Salieri, Paisello, Soler, Auber, Anfossi, Galuppi, J.C. Bach, Pacini Gomes und Mayr wünschen - und das sind noch längst nicht alle.....


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred


    Da sind aber etliche Österreicher dabei, lieber Alfred!
    Immerhin hat er mit den Komponisten unglaubliche Erfolge - bei der Presse und beim Publikum - gehabt. Wenn es Aufführungen gab, war der Parkplatz voll mit Autos aus allen Regionen Deutschlands. Die Süddeutsche titelt "Das Opernwunder Bielefeld".
    Ob Dittersdorf, Salieri oder Paisello solches getragen hätten?


    Beste Grüße
    Caruso41

  • Zitat

    Ob Dittersdorf, Salieri oder Paisello solches getragen hätten?


    Ich denke schon - Aber es wären andere Leute gekommen. Man hätte es allerdings in Wien (Theater an der Wien oder Wiener Volksoper) Drottningholm oder Schwetzingen machen müssen, Regie Otto Schenk oder Hampe - das ginge dann schon...
    Auch in Italien gäbe es geeignete Häuser, ich glaube das Teatro Regio di Parma wäre ein solches.....
    Und wenn alles Stricke reißen - dann eben in Reichenberg (Liberec) ;):hello:


    mfg aus Wien
    Alfred

  • Ich würde mir an deren Stelle Dittersdorf, Salieri, Paisello, Soler, Auber, Anfossi, Galuppi, J.C. Bach, Pacini Gomes und Mayr wünschen - und das sind noch längst nicht alle.....


    Salieri hast Du doch demnächst direkt vor der Haustür, lieber Alfred. In der Kammeroper des Theaters an der Wien hat am 18.05.2017 eine Neuproduktion des Dramma giocoso "La scuola de´gelosi" Premiere, es folgen Aufführungen am 22. / 24. / 29. Mai 2017, 1. / 7. / 9. / 11. / 13. Juni 2017.


    https://www.theater-wien.at/de…Die-Schule-der-Eifersucht


    Ich würde es mir anschauen, wenn ich in der Nähe wäre. :hello:

  • Wie so oft bin ich erst viel zu spät zum Lesen dieses Threads gekommen:



    Irgendwie läuft es mir kalt den Rücken hinunter,wenn ich die Namen dieser Komponisten lese.


    Ja, bei solchen schlimmen "Neutönern" wie etwa Mascagni muss es einem wirklich eiskalt den Rücken runterlaufen! :hahahaha:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)


  • Ich denke schon - Aber es wären andere Leute gekommen. Man hätte es allerdings in Wien (Theater an der Wien oder Wiener Volksoper) Drottningholm oder Schwetzingen machen müssen, Regie Otto Schenk oder Hampe - das ginge dann schon...
    .....
    mfg aus Wien
    Alfred


    Das geht doch beim besten Willen nicht im Repertoiretheater. Noch dazu an einem Stadttheater wie Bielefeld!


    Was John Dew in den Jahren, in denen er Oberspielleiter in Bielefeld war, gemacht hat, war doch eine Frischzellenkur. Es gab in jeder Spielzeit etwa 3 oder 4 etablierte Repertoirestücke und dazu 3 oder meist sogar 4 Ausgrabungen beziehungsweise Raritäten. Da wurde dann etwa nicht Puccinis "Boheme" sondern die "Boheme" von Leoncavallo gespielt. Statt alle zwei oder drei Jahre eine Strauss-Oper zu inszenieren gab es Schreker-Opern. Aufs Ganze gab es vier Schreker-Produktionen, was sicher die dann langsam einsetzende Schreker-Renaissance wesentlich befördert hat!
    Dabei hatte Dew ja keine dogmatischen Festlegungen. Schwerpunkte waren die Opern aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, die dann von den Nazis verboten wurden und auch nach 1945 nicht rehabilitiert und aufgeführt worden sind, sowie die französische "Grand Opera". Aber er hat auch "Zemir et Azor" und "Fenimore und Gerda" gebracht. Aber das muss ich ja nicht alles aufzählen. Dews Zeit in Bielefeld ist ja bestens dokumentiert!


    Beste Grüße
    Caruso41

  • Noch ein Nachtrag zur neuen Inszenierung von Gounods Cinq–Mars, die morgen in Leipzig Premiere hat.
    Die Oper Leipzig hat ein recht interessantes Video eingestellt, dass auch aufschlussreiche Einblicke in die Arbeit eines Regisseurs gibt. Die Inszenierung selber scheint vom Stil her „Mantel und Degen“ in historischen/historisierenden Kostümen und Kulissen zu sein. Allerdings sind ja bekanntlich Raritäten im Repertoire war vor extremen Regieexperimenten auch eher sicher.


    https://www.facebook.com/oper.…videos/10154603870277919/


    Falls das besser in einen dieser von mir ungeliebten Regiefäden sollte, mag es ein geneigter Moderator verschieben.


    Über die Premiere, die ich morgen besuchen werde, berichte ich gelegentlich. Solche Ausstattungstücke mit vielen Solisten und sogar dem Corps de ballet (ich denke, man kann das Werk der Grand opéra zurechnen), sind ja eine Seltenheit.


  • Antigona
    Tragedia per musica in drei Akten von Tommaso Traetta
    Text: M. Coltellini
    Kostprobe: 29.05.2017, 18.00 Uhr | Opernhaus Kassel
    Premiere: 03.06.2017, 19.30 Uhr | Opernhaus Kassel