Bayreuther Festspiele 2017: Eröffnungspremiere "Die Meistersinger von Nürnberg"

  • Auch heuer wieder wird die Eröffnungspremiere nicht nur vom Bezahlsender Sky und diversen Kinos übertragen, sondern kann als Live-Videostream öffentlich-rechtlich verfolgt werden :jubel:


    Dienstag, 25.07.2017 16:00 Uhr


    Bayreuther Festspiele 2017


    Premiere von Richard Wagners "Meistersinger von Nürnberg"


    - Oper in drei Aufzügen -


    Mitwirkende


    Michael Volle - Hans Sachs, Schuster
    Günther Groissböck - Veit Pogner, Goldschmied
    Tansel Akzeybek - Kunz Vogelgesang, Kürschner
    Armin Kolarczyk - Konrad Nachtigal, Spengler
    Johannes Martin Kränzle - Sixtus Beckmesser, Stadtschreiber
    Daniel Schmutzhard - Fritz Kothner, Bäcker
    Paul Kaufmann - Balthasar Zorn, Zinngießer
    Christopher Kaplan - Ulrich Eisslinger, Würzkrämer
    Stefan Heibach - Augustin Moser, Schneider
    Raimund Nolte - Hermann Ortel, Seifensieder
    Andreas Hörl - Hans Schwarz, Strumpfwirker
    Timo Riihonen - Hans Foltz, Kupferschmied
    Klaus Florian Vogt - Walther von Stolzing
    Daniel Behle - David, Sachsens Lehrbube
    Anne Schwanewilms - Eva, Pogners Tochter
    Wiebke Lehmkuhl - Magdalene, Evas Amme
    Karl-Heinz Lehner - Ein Nachtwächter


    Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele unter der musikalischen Leitung von Philippe Jordan


    Inszenierung Barry Kosky


    Videostream unter https://www.br-klassik.de/concert/ausstrahlung-1085164.html

  • Und natürlich auf Günther Groissböck als Pogner


    Lieber Rüdiger,


    Günther Groissböck wird auch das schöne Johannisfest mit seinem edlen Bass adeln. Die vertrackten, sängerischen Herausforderungen dieser Arie, mit den sich immer mehr hochschraubenden Höhen wird er bis zu Spitze "Eva mein einzig Kind zur Eh' ", sicherlich meisterhaft meistern. Ingrid und ich treffen sich mit ihm am Rande der Festspiele und sehen ihn im Rheingold (welch ein Zufall lieber Rüdiger) als Fasolt. Wir möchten ihn gerne wieder für ein Konzert bei der Gottlob-Frick-Gesellschaft gewinnen, damit er dort zu Ehren von Gottlob Frick, der gerade als Pogner Maßstäbe setzte und für Günther zum Vorbild wurde, singen kann. Lieber Gott schenke ihm und uns Termine.


    Herzlichst
    Hans

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Unser Holzwurm wurde soeben in die Meisterzunft der Schreiner und Tischler aufgenommen. Nach Informationen aus geheimen Quellen hat er den Auftrag erhalten, bei bestimmten planenden Persönlichkeiten der Wagnerfestspiele und besonders bei gewissen Regisseuren das Brett vor dem Kopf weg zu bohren. Für diese kaum zu bewältigende Aufgabe sucht er bereits Verstärkung.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Lieber Hans,


    ob der aber durch die dicken Bretter - auch mit Verstärkung - bis Freitag noch durch kommt?


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Auch heuer wieder wird die Eröffnungspremiere nicht nur vom Bezahlsender Sky und diversen Kinos übertragen, sondern kann als Live-Videostream öffentlich-rechtlich verfolgt werden


    Danke für den sehr nützlichen Hinweis. lieber MSchenk!


    Da ich nicht zu Hause bin, kann ich so wenigstens auf meinem iPad einen Eindruck von der Arbeit Barry Koskys bekommen. Darauf bin ich schon sehr gespannt.


    Im Übrigen habe ich die Übertragung zu Hause auf meinem Satellitenreceiver programmiert. Da kann ich die Aufzeichnung nach meiner Rückkehr in aller Ruhe anhören. Auf Philippe Jordan bin ich besonders gespannt. Auf die Sänger eher weniger. Die habe ich ja alle schon - zumeist auch in diesen Partien - mehrmals gehört. Spitzenleistungen erwarte ich eigentlich eher weniger. Allenfalls von Daniel Behle und Johannes Martin Kränzle (wenn er wieder voll gesund ist), aber schlecht werden die anderen auch nicht sein.


    Beste Grüße


    Caruso41

  • Ich möchte den Tag nicht vor dem Abend loben, aber was ich bisher gesehen habe von diesen "Meistersingern", gefällt mir ausnehmend gut. Auch musikalisch und sängerich. Was für eine schöne Idee, die Handlung des ersten Aufzuges in den Saal von Wahnfried zu verlegen und Wagner in die Handlung einzubeziehen, nicht nur als stummen Zeugen, sondern als jemanden, der selbst an des Wahnes Faden zieht. So wird ein Stück über Kunst daraus und keine Deutschstunde. Erstaunlich, wie Kosky sein Konzept bisher unter Spannung hält. Sehr witzig und fast überbordend. Das ist nach meinem Empfinden ganz große Regiekunst. Ich hätte das so nicht erwartet. Leider muss ich bald aus dem Haus. Aber die Fernsehsendung kommt ja die Tage über uns. Ich freue mich darauf.

  • Ich stimme voll mit Rheingold überein!


    Der erste Akt war ausgezeichnet! Sehr geistreiche Inszenierung, ungemein musikalisch und glänzend im Übereinklang mit Philipp Jordans Dirigat, das ganz auf Flüssigkeit und Transparenz angelegt ist und doch einen freien Atem hat und herrliche Klangräume eröffnet.
    Und die Solisten sind sämtlich ein Vergnügen - als Darsteller und Sänger! Wunderbar!!!! Natürlich hat man die verschiedensten Partien schon besser gehört, aber als Ensemble für diese Konzeption von Kosky und Jordan überzeugen sie mich.


    Mal sehen und hören,wie es weiter geht!


    Caruso41

  • Bis jetzt kann ich meinen Vorschreibern nur zustimmen: Eine ziemlich runde Sache! - Erster Aufzug zum Teil rasend komisch, aber in sich stimmig. Tolle sängerische (Behles David gefällt mir besonders gut), aber eben auch schauspielerische Leistungen. Interessant dass Schlussbild, quasi ein echter Cliffhänger. Bzgl. des Regiekonzeptes könnte am Ende ein Vergleich zu Herheims Parsifal interessant sein.

  • Gerade "Heute" ZDF; Moderator, öffentlich-rechtlicher, gebührenfinanzierter Qualtitätsjournalist: "heute eröffnen die Wagner Festspiele mit germanischen Fanfarenklängen" (Bild und Ton, die Posaunenfanfare mit dem Meistersingermotiv vom Balkon); die Qualitätskollegin im Bericht bezeichnet die Meistersinger als "deutschtümelndste Oper Wagners".
    Na ja, Claudia Roth und Anton Hofreiter scheint's dem breiten Grinsen nach am Ende des ersten Aktes in ihrer Mittelloge gefallen zu haben. Insbesondere Claudia Roths Begeisterung für die Hochkultur und die Meistersinger überrascht mich etwas. Die Kanzlerin mit ihrem Eheschatten, Royale, A, B und C Promis - ich bin froh, dass ich die Karten für die Premiere nicht genommen habe.

  • Leider wohne ich nicht in Deutschland. Beim livestream bleiben die Schweiz und Österreich aussen vor. So muss ich bis Freitag warten...


    Ist doch kein Problem, eine deutsche IP Adresse zu simulieren, zB mit cyberghost.

  • Ich kann heute leider nur ab und zu kurz hineinschauen und hoffe, dass der BR die Aufzeichnung auch in der Mediathek verfügbar macht. Was ich bisher gesehen und gehört habe macht auf jeden Fall Lust, die Aufführung ganz anzuschauen.

  • Ich kann heute leider nur ab und zu kurz hineinschauen und hoffe, dass der BR die Aufzeichnung auch in der Mediathek verfügbar macht.


    Notfalls besteht die Möglichkeit, die Sendung am kommenden Freitag auf 3sat mitzuschneiden.

  • Unser Holzwurm wurde soeben in die Meisterzunft der Schreiner und Tischler aufgenommen. Nach Informationen aus geheimen Quellen hat er den Auftrag erhalten, bei bestimmten planenden Persönlichkeiten der Wagnerfestspiele und besonders bei gewissen Regisseuren das Brett vor dem Kopf weg zu bohren. Für diese kaum zu bewältigende Aufgabe sucht er bereits Verstärkung.
    Herzlichst
    Operus


    Liebe Moderatoren, neulich habt ihr einen Beitrag von mir als sexistisch oder albern gelöscht, dann müsst ihr das jetzt hier auch machen! (Müsst ihr natürlich nicht!)

    Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

  • Ich bin schon sehr gespannt auf die Inszenierung - Barrie Kosky ist von Geniestreichen bis albernem Murks so ziemlich alles zuzutrauen.


    Der größte Murks war seinerzeit die Aufführung "Monteverdissimo" in der Komischen Oper Berlin. Da hat er alle drei Monteverdi-Opern hintereinander umgebracht; auch sängerisch und vom Orchester war es eine Schandtat der besonderen Art.

    Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

  • Ich habe die Aufführung im Kino gehört:


    Musikalisch überraschend gut und durchweg homogen was die Männer betrifft, auch das Dirigat von Jordan. Persönlich hat mich gefreut, dass Kränzles Stimme durch die schwere Krankheit nicht gelitten hat. Sehr enttäuschend war dagegen Anne Schwanewilms, meines Erachtens ein Total-Ausfall.


    Die Regie halt der übliche "german trash" wie man ihn kennt und wie ich ihn nicht mag. Das Gewusel in Wahnfried beim Vorspiel lenkt stark von der Musik ab. Bei der Festwiesen-Szene zum Schluss vor der Kulisse der Nürnberger Prozesse hat nur noch Hermann Göring beim Tabledance gefehlt. ;(

  • Der größte Murks war seinerzeit die Aufführung "Monteverdissimo" in der Komischen Oper Berlin. Da hat er alle drei Monteverdi-Opern hintereinander umgebracht; auch sängerisch und vom Orchester war es eine Schandtat der besonderen Art.


    Ich habe diese Aufführungen nicht gesehen, kenne aber sehr viele positive Stimmen dazu. Auch beim Publikum waren sie ein Erfolg. DIskussionswürdig war sicher die moderne Instrumentierung, aber das betraf ja nicht die Regie.

  • Die Regie halt der übliche "german trash" wie man ihn kennt und wie ich ihn nicht mag. Das Gewusel in Wahnfried beim Vorspiel lenkt stark von der Musik ab. Bei der Festwiesen-Szene zum Schluss vor der Kulisse der Nürnberger Prozesse hat nur noch Hermann Göring beim Tabledance gefehlt.

    Lieber Merlin,


    recht vielen Dank für diese für mich schon ausreichende Information. Damit entfällt für mich jede Aufzeichnungs- und Betrachtungspflicht, denn solche 5 Stunden muß ich mir nicht antun. Wenn ich Lust auf Meistersinger habe, dann sehe ich Glyndebourne oder was anderes ohne Nürnberger Prozesßkulisse und Wahnfried an.


    YT bietet hervorragende Inszenierungen mit tollen Sängern an. Damit bin ich bei einer Diskussion zu dieser Inszenierung raus.


    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Sehr enttäuschend war dagegen Anne Schwanewilms, meines Erachtens ein Total-Ausfall.


    Ja, lieber Merlin, da hast Du leider Recht!


    Ich schätze Anne Schwanewilms eigentlich sehr - vor allem als Strauss-Interpretin! Aber diese Eva war wirklich enttäuschend. Die Stimme kam überhaupt nicht zum Klingen und als sie schließlich aufdrehte, wurde sie scharf und kalt. Wenn man Grümmer, Lorengar, Janowitz oder auch Arleen Sauders und Michaela Kaune gehört hat, weiß man, was in der Partie für Schönheiten liegen!


    Offenbar sind viele Soprane falsch besetzt als Eva. Die Liste meiner Enttäuschungen ist erstaunlich lang. Darauf finden sich unter anderen Gwyneth Jones, Anja Silja, Helda Dernesch, Lucia Popp, Karita Mattila , Emily Magee und Julia Varady - alles eigentlich ausgezeichnete Sängerinnen! Wäre interessant mal zu diskutieren, was die Eva eigentlich braucht und warum in der Partie viele Soprane nicht ankommen.


    Beste Grüße


    Caruso41

  • Wäre interessant mal zu diskutieren, was die Eva eigentlich braucht und warum in der Partie viele Soprane nicht ankommen.


    Beste Grüße

    Lieber Caruso,
    die Antwort liegt meines Erachtens in den Persönlichkeiten der Sängerinnen, die Du genannt hast:

    Wenn man Grümmer, Lorengar, Janowitz oder auch Arleen Sauders und Michaela Kaune gehört hat, weiß man, was in der Partie für Schönheiten liegen!

    Alle diese Sängerinnen zeichnen sich durch Natürlichkeit in Stimme und Vortrag aus. Zu den lichten Frauengestalten in den Wagneropern gehört eine gewisse mädchenhafte Naivität, Gläubigkeit und in den Meistersingern besonders eine Anpassung an das rigide System. Genau diese Tugenden verkörpern Grümmer, Janowitz & Co. Selbst ein patriachalischer, autoritäter Vater wie Meister Pogner, würde es sich in Wirklichkeit kaum wagen, Töchter vom Kaliber einer Jones oder Silja als Preis auszusetzen. Weil Sängerinnen dieser Art die genannten Fähigkeiten in Gesang und Darstellung nicht glaubhaft verkörpern, sind sie als Eva und wahrscheinlich auch als Elisabeth und Elsa nicht rollendeckend besetzt.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Offenbar sind viele Soprane falsch besetzt als Eva. Die Liste meiner Enttäuschungen ist erstaunlich lang. Darauf finden sich unter anderen Gwyneth Jones, Anja Silja, Helda Dernesch, Lucia Popp, Karita Mattila , Emily Magee und Julia Varady - alles eigentlich ausgezeichnete Sängerinnen! Wäre interessant mal zu diskutieren, was die Eva eigentlich braucht und warum in der Partie viele Soprane nicht ankommen.


    Da bin ich ganz bei Dir, lieber Caruso. Gehe ich mein Gedächtnis durch, werde auch auch nicht fündig. In meinen Beständen an Tondokumenten sind die "Meistersinger" nicht eben unterrepräsentiert. Eine ideale Eva ist nicht dabei. Ich will auch den Triller auf der Festwiese hören. Und wer die Rolle stimmlich und technisch bewältigen kann, klingt meistens zu alt und hausbacken. Ein interessantes Thema wäre diese Rolle in der Tat. Aber an anderer Stelle.


    Was nun die Bayreuther "Meistersinger" selbst anbetrifft, ist meine anfängliche Begeisterung dann doch gedämpft worden. Ich konnte noch ganz spät am Abend all das sehen, was mir bei der Livesendung durch die Lappen gegangen war. Es gäbe sehr viel dazu zu sagen. Näher will ich mich allerdings darauf nicht einlassen, weil das dann im üblichen Hauen und Stechen endet. Darauf habe ich nicht die geringste Lust. Ich empfinde es wirklich schade, dass im Forum eine sachliche Debatte zu so einem Thema nicht möglich ist. War das nur immer so? Vielleicht kramt Alfred ja mal zum Thema in seinen kurzweiligen Erinnerungen.


    Neulich traf ich einen ehemaligen Kollegen, auf dessen Urteil, Wissen und Beobachtungsgabe ich sehr viel gebe. Der weiß, dass ich Tamino-Mitglied bin. Nach seiner Auffassung sei das Forum die - so wörtlich - "allerbeste Werbung" für das so genannte Regietheater. Viele Dinge würden erst durch die Verteufelung interessant, nicht aber durch die Anbetung. Recht hat er. :D

  • Zitat

    Zitat von Merlin: Die Regie halt der übliche "german trash" wie man ihn kennt und wie ich ihn nicht mag.

    Lieber Merlin,


    herzlichen Dank. Wie LaRoche bestärkt es auch mich in meiner schon geäußerten Absicht, garnicht erst einzuschalten bzw aufzuzeichnen, das vergeudet nur Zeit und unnötige Energie. Wie ich gehört habe, gab es beim Auftritt des Regieteams auch kräftige Buhs. Bayreuth mag seinen "trash" für sich behalten.


    Liebe Grüße

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)