DOR Düsseldorf Donizetti Lucia di Lammermoor am 10.11.2017 ein rumänisches Sängerfest

  • Gestern Abend habe ich in Düsseldorf eine Vorstellung von Lucia di Lammermoor besucht. Das Haus war nicht ganz ausverkauft, das lag aber daran, das es keine Abo Veranstaltung war , sondern freier Vorverkauf, Die Inszenierung von Christof Loy ist aus dem Jahr 1999 und enthählt die Turmszene und eine Szene am Ende , wo Raimondo Normanno vorwirft , für das ganze Unglück verantwortlich zu sein. Dirigent des Abends war Antonio Fogliani, der Principal Guest Conductor der DOR, der eine schwungcolle und sängerfreundliche AUfführung dirigiert hat. Exellent wie immer der Chor der Rheinoper. Auch die klienen Rollen waren sehr gut besetzt. Die Sänger der Hauptpartien Lucia, Edgardo und Enrico haben alle in Sofia studiert und standen dort auch schon gemeinsam auf der Bühne. Martin Koch ein stimmstarker Normanno, der seine Arie ? am ANfang der Oper mit einem langanhaltenden hohen C abgeschlossen hat, daß hab ich vorher noch sie so gehört. Einen schönen Tenor hartte auch der Arturo gesungen von Bryan Lopez Gonzales. Beeindruckend als Raimondo war Adrian Sampetrean mit seinem raumfüllendem tiefen schwarzen Bass. Etwas zu lyrisch angelegt hatte für mich Bogdan Baciu den Enrico. Vom Arturo in der letzten Spielzeit ist Oliver Purcel zum Edgardo aufgestiegen. Er konnte mit seinem ,schönen aber manchmal etwas zu lautem Tenor für sich einnehmen, Viel Applaus gab es nach seiner Arie im letzten Akt. Sängerin des Abends war aber Adela Zaharia als Lucia. Es ist schon beeindruckend mit welcher Leichtigkeit sie die Koleraturen gesungen hat und nach der Wahnsinns Arie gab es einen minuten langen Beifalls Sturm. Der Schlußapplaus dauerte fast 15 Minuten und es gab für alle Sänger und den DIrigenten und denHao Chor viele lautstarke Bravaos und stehende Ovationen.

  • Martin Koch ein stimmstarker Normanno, der seine Arie ? am ANfang der Oper mit einem langanhaltenden hohen C abgeschlossen hat, daß hab ich vorher noch sie so gehört.

    Das würde mich doch mal sehr interessieren, wie das gehen soll: Normanno singt ja am Anfang der Oper keine Arie, sondern eine Szene im Wechsel mit dem Chor. Notiert ist, dass er am Schluss der Nummer gemeinsam mit den Chortenören ein b' (auf vuol l'onor) singt. Wenn er jetzt statt dem b'ein c'' singt und die Chortenöre singen natürlich weiterhin ein b', dann müsste das doch sehr schief geklungen haben, oder nicht?

  • Lieber Melomane,
    das hat zum Glück nicht schiefgeklungen, sondern für mich ungewohnt.Er hat den hohen Schlußton ohne Chorbegleitung gesungen. Aber das ist halt das schöne- wenn man regelmäßig in die Oper geht, daß man immer wieder Besonderheiten entdecken kann .

  • Selbst wenn der Chor an dieser Stelle - entgegen der Angabe in der Partitur - geschwiegen haben sollte, was mir schon etwas komisch vorkommt, steht die Nummer ja trotzdem in b-Dur, da klänge dann ein hohes c als Schlusston sicher schief. Oder war die ganze Nummer transponiert?

  • In Düsseldorf transponiert man diese Szene dem überragenden Interpreten des Normanno zuliebe einen Ganzton nach oben! :thumbsup:

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  • Ich verstehe schon, dass er den Ton nach oben transponiert hat. Wenn er jedoch tatsächlich ein c'' gesungen hat, dann verträgt sich das nicht mit der Tonart. Da frage ich mich schon, wie das gehen soll. Bist du dir ganz sicher, dass es ein hohes c oder vielleicht nicht doch eher ein hohes b war?

  • Lieber Rodolfo,
    danke für deine Schilderung. Was mich noch interessiert: du schreibst von einem rumänischen Sängerfest, die Protagonisten sind jedoch aus Sofia. der bulgarischen Hauptstadt.
    Wie ist das zu verstehen?

  • Die Sänger der Hauptpartien Lucia, Edgardo und Enrico haben alle in Sofia studiert und standen dort auch schon gemeinsam auf der Bühne.

    Alle vier rumänischen Sänger, die in dieser Aufführung mitgewirkt haben (A. Zaharia, Baciu, Purcel und Sampetrean) haben nicht in Sofia, sondern an der Hochschule von Cluj-Napoca studiert. Eine Hochschule, die aufgrund ihrer zahlreichen hervorragenden Absolventen auch außerhalb Rumäniens einen sehr guten Ruf genießt.

  • Keine Ahnung warum ich geschrieben hab , daß sie in Sofia studiert haben. Nennen möchte ich dann noch den rumänischen Bass Bogdan Talos, der in der letzten Spielzeit den Raimondo gesungen hat. Auch er hat an der Hochschule in Cluj- Napoca studiert.