Rusalka, Oper Leipzig, 03.12.2017

  • Nächste Premiere dieser Spielzeit ist Rusalka von Dvorak. Die Titelpartie singt Olena Tokar.
    Hier einige vorab veröfffentlichte Bilder, die einiges versprechen. Regisseur Dijkema hat in Leipzig auch eine gelungene Tosca und einen ansehnlichen Faust präsentiert.









    Anmerkungern u.a. von Dijkema zur Inszenierung


    Der erste Trailer


    Nach der Premiere mehr.

  • Da ich wie immer zum Jahresende unter Zeitmangel leide, kurz angemerkt:
    Einer umjubelten Premiere konnte ich beiwohnen. Dass Olena Tokar eine fantastische Rusalka ist, hat sie auch in den Medien schon bewiesen. Musikalisch gab es an diesem Abend bis auf einige Unsauberkeiten bei den Bläsern des im romantischen Wohlklang schwelgenden Gewandhausorchesters nichts auszusetzen. Alle Rollen von bewährten größtenteils hauseigenen Kräften besetzt.


    Die Inszenierung: Ein phantastisches märchenhaftes Spektakel.
    Wenn die Hexe auf ihrem Häuschen auf überdimensionalen Hühnerbeinen hereinreitet, die grotesk märchenhaften Elfen aus aufschiessenden Maulwurfshüglen klettern, Wassermann und Co in wirklichem Wasser baden, und das Ganze durch zauberhafte Lichteffekte verklärt wird, ist man als Zuschauer hin und weg. Ganz großes Theater.


    https://www.mz-web.de/kultur/m…der-oper-leipzig-29001144

  • Hier noch die Kritik des lokalen Kritikerpapstes, dem die Inszenierung nicht "pychoanalytisch genug ist: ".....die Entfremdung des männlichen Eros in einer von patriarchalischen Machtprinzipien beherrschten, verlogenen Welt. Solchen Tiefsinn vermisst man...."
    So ein pseudointellektuell aufgeblasenes Geschwätz (gut, wenn man auf seiner Seite seine biografischen Anmerkungen liest, kann man sich seinen Teil denken) zeigt, dass der Regisseur alles richtig gemacht hat ;)


    http://dieterdavidscholz.de/Mu…lka%20leipzig%202017.html

  • Hier noch die Kritik des lokalen Kritikerpapstes, dem die Inszenierung nicht "pychoanalytisch genug ist: ".....die Entfremdung des männlichen Eros in einer von patriarchalischen Machtprinzipien beherrschten, verlogenen Welt. Solchen Tiefsinn vermisst man...."

    Hier muß man sich fragen, ob wirklich jemand in Rusalka geht, um den hier vermißten Blödsinn (Verzeihung: Tiefsinn) zu erleben?


    Dieter David Scholz war vor einigen Jahren ein Kritiker, dessen Beurteilungen ich auf dem mdr gerne gehört habe. Der mdr hat sein Programm geändert, Herr Scholz seine Ansichten. Jetzt vermisse ich diese nicht mehr. Allerdings macht ein solcher Verriß bei mir Appetit. Vielleicht bin ich irgendwann mal in der Rusalka in Leipzig. Dann würde ich Herrn Scholz und Dir, lieber Misha, dankbar sein.


    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Zitat

    Zitat von Misha: Hier noch die Kritik des lokalen Kritikerpapstes, dem die Inszenierung nicht "pychoanalytisch genug ist: ".....die Entfremdung des männlichen Eros in einer von patriarchalischen Machtprinzipien beherrschten, verlogenen Welt. Solchen Tiefsinn vermisst man...." So ein pseudointellektuell aufgeblasenes Geschwätz (gut, wenn man auf seiner Seite seine biografischen Anmerkungen liest, kann man sich seinen Teil denken) zeigt, dass der Regisseur alles richtig gemacht hat

    Natürlich, lieber Misha, es muss doch alles - egal wie - "umgedeutet" werden. Dem Zuschauer darf man nichts mehr überlassen! Ohne Umdeutung können einige Zeitgenossen nicht mehr leben. Und aufgeblasenes pseudointellektuelles Geschwätz erleben wir ja auch hier. Irgendwie muss man sich doch zu profilieren versuchen.
    Dem Regisseur sei Lob, dass er die Oper so inszeniert hat, wie sie vom Komponisten gewollt war, sich nicht einem verrückten Zeitgeist unterworfen und irgendeinen Firlefanz veranstaltet hat.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)