Bach Chaconne d-Moll BWV 1004

  • Es gibt zwar schon einen Thread Bach Violine solo für die Sonaten und Partiten für Violine Solo BWV 1001--1006, aber für die berühmte Chaconne mache ich mal einen eigenen auf.


    Ich würde gerne zunächst auf Interpretationen für verschiedene Instrumente eingehen. Gefunden habe ich bisher: Violine, Viola, Cello, Gitarre, Laute, Klavier, Cembalo (z.B. mit Hill auf der Bach-Gesamtaufnahme von Rilling), Orchester und Orgel.

  • Die beste Version, die ich kenne (incl. der Interpretationen des Originals) ist die für Gitarre mit dem vergleichsweise jungen (vor ca. 30 Jahren) Pepe Romero.


    , ab 15:29 min


    Das ist flüssig ohne große Nebengeräusche mit einem Tempo gespielt, das sich für mich "richtig" anhört. In manchen Passagen (z. B. um 21:10) könnte man meinen, es seien 2 Gitarren am Werk. Ich kenne niemanden, auch nicht von den ganz Großen, der es so wenig "arbeitet" wie Romero.

  • Das trifft sich gut. Ich besitze diese Werk bis heute noch nicht. Wie man sieht und noch öfter sehen wird ist meine Sammlung trotzdem sie einige Tausend CD umfasst eher einseitig und somit unkomplett. Das erste mal wurde mein Interesse für die Chaconne durch James Rhodes geweckt (und diese Verdienst kann er lebenslänglich für sich beanspruchen) und zwar durch sein eigenartiges aber beeindruckendes Buch "Der Klang der Wut", wo er die Chaconne in der Bearbeitung von Busoni als eines seiner Lieblingsstücke beschreibt. Und so stelle ich hier seine Interpretation hier ein
    Ich bin sicher, es wird hier in Kürze jede Menge an Kaufempfehlungen eintrudeln


    pZ82pECqiUg


    mfg aus Wien
    Alfred

  • Hier mit Noten zu verfolgen ABMs berühmte Aufnahme von 1948. Nicht zuletzt Dank ihm mein Lieblingsstück von Bach!


    P.S.: ABM kam ja von der Violine zum Klavier, er weiß also, wie das auf dem "Originalinstrument" gespielt wird - und man hört es auch!



    Schöne Grüße
    Holger

  • Danke für all die Aufnahmen! Ich werde sie mir mit Freude anhören.


    Die Aufnahme mit Orchester, die ich habe, ist die:


    Bei Violine könnte man noch Aufnahmen mit dem Rundbogen/Bachbogen erwähnen, z.B. Rudolf Gähler


    Die Polyphonie kommt aber meiner Meinung nach am besten auf der Gitarre oder Laute zur Geltung, da stimme ich m-mueller zu.

  • Itzhak Perlam spielt hier das Original - spannend an dieser Einspielung, dass er zwei verschiedene Instrumente wählte, eine Guarneri und eine Stradivari, die auch sehr unterschiedlich klingen: die Guarneri ungemein klar und sauber, die Stradivari etwas sinnlicher.



    Ebenfalls eine Entdeckung wert: Johannes Brahms verfertigte schon vor Busoni eine Klaviertranskription nur für die linke Hand:



    Schöne Grüße
    Holger

  • Die kenne ich leider nicht, lieber Klli. Wahrscheinlich spielt er die Transkription von Andre Segovia (in meinem Elternhaus gab es die LP, wo ich sie in meiner Jugend hörte) - die es auch auf CD sicherlich gibt - das habe ich aber alles nicht! :hello:


    Schöne Grüße
    Holger

  • Es wird noch schlimmer,


    So kommt das wenn die CD Sammlung (zu?) groß ist. Im Partiten Thread hatte ich 2012 geschrieben :
    "Schumann mendelssohn ?
    hallo,


    heute habe ich wieder einmal mit genuss die aufnahme von rachel podger ( habe noch j.fischer und grumiaux ) gehört.
    im booklet steht, dass mendelssohn sie mit klavierbegleitung und schumann sie und die cellosuiten mit klavierbegleitung ergänzt hat. im harenberg habe ich dazu nichts gefunden. kann mit dazu jemand weiterhelfen und vielleicht empfehlungen geben? ich kann mir beiden eine klavierbegleitung gut vorstellen. "


    Aber die Romero CD habe ich als Kontrast bestellt.....und Hilary Hahn - weil sie mir in allen Aufnahmen die ich habe sehr gut gefällt....

  • Noch eine Aufnahme mit Orchester – jedoch in der Orchestrierung von Stokowski:



    Kann ich nur gerne empfehlen!

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Hallo Timo,


    in den langsamen Passagen hört sich das Spiel Eduardo Egüez´ gut an, in den schnellen Passagen ist er aber deutlich überfordert, was möglicherweise an den Eigenarten der Laute liegt. Romero spielt es in diesen Passagen auf der Gitarre viel flüssiger, man merkt dann schnell, daß er vom Flamenco kommt, der vermutlich von Lautenisten nicht so beachtet wird.

  • Wenn schon Klavier, dann etwas, das wenigstens gut klingt, also z.B. die Version von Valentina Lisitsa, die ich ja, wie schon mehrfach bemerkt, für den besten Pianisten unserer Zeit halte; aber auch bei ihr kann ich mich nicht mit dem wuchtigen Klavierklang für ein solch filigranes Stück anfreunden, die Gitarre stellt die Chaconne viel "gesungener" dar. Gegenüber dem Originalgekratze würde ich das Klavier dann aber doch wohl vorziehen.


  • Schöner Thread. :)


    Allein: mir fehlt der Zustimmungsbutton in diesem Forum. Nicht überall kann und möchte ich meinen Senf dazu geben...


    Oder gibt`s einen Ablauf/ Post/ Thread, wo dieses Fehlen begründet wird ?


    MlG
    D.

  • Hallo m-mueller,


    die Aufnahmequalität bei Romero ist deutlich besser als bei Segovia. Bei Romero hört man schön die unterschiedlichen Affekte, er variiert stärker die Spielweise und das Tempo, klingt aber etwas zurückhaltender als Segovia. Die von dir benannte Stelle, wo es klingt, als seien es zwei Gitarren gleichzeitig, gefällt mir bei Romero besser. Ich kann aber nicht sagen, dass ich eine Aufnahme bevorzuge.


    Was man auf Violine und Gitarre/Laute machen kann, auf dem Klavier aber nicht geht: Im letzten Takt wird der Schlusston d auf zwei Saiten gleichzeitig gespielt, auf dem Klavier hat man nur eine Taste.

  • Vielleicht schreibe ich irgendwann noch etwas zur Analyse der Chaconne. Wenn man bei Google "bach chaconne analyse" eingibt, kommen ein paar sinnvolle Ergebnisse. Was haltet ihr von der These, die Chaconne sei ein Denkmal für seine verstorbene Frau? Mir ist das zu spekulativ.

  • Schöner Thread. :)


    Allein: mir fehlt der Zustimmungsbutton in diesem Forum. Nicht überall kann und möchte ich meinen Senf dazu geben...


    Oder gibt`s einen Ablauf/ Post/ Thread, wo dieses Fehlen begründet wird ?


    Ich kann nicht für Alfred sprechen, aber m.E. gibt es den Button erstens nicht, weil es ihn früher nicht gab (damals einfach noch nicht üblich bzw. nicht in der Software implementiert). Zweitens und den Grund teile ich, ist genau der Punkt, dass man sich entscheiden soll, ob man seinen Senf dazu gibt und dann ein posting schreibt (und Alfred will viel traffic und viele postings) oder eben nicht. Und genau dazu zwingt das Fehlen der Option des schnellen "like" Klicks.
    Drittens könnte ich mir vorstellen, dass ein "dislike"-button, den vielleicht auch manche gerne hätten, nicht gewünscht wurde, weil das böses Blut schafft.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo Johannes,


    danke fürt die Antwort.

    Ich kann nicht für Alfred sprechen, aber m.E. gibt es den Button erstens nicht, weil es ihn früher nicht gab (damals einfach noch nicht üblich bzw. nicht in der Software implementiert). Zweitens und den Grund teile ich, ist genau der Punkt, dass man sich entscheiden soll, ob man seinen Senf dazu gibt und dann ein posting schreibt (und Alfred will viel traffic und viele postings) oder eben nicht. Und genau dazu zwingt das Fehlen der Option des schnellen "like" Klicks.


    Drittens könnte ich mir vorstellen, dass ein "dislike"-button, den vielleicht auch manche gerne hätten, nicht gewünscht wurde, weil das böses Blut schafft.

    Ich glaube ich habe verstanden... Ähhh.


    MlG
    Damiro