Victor de Sabata – Oper und mehr


  • Victor de Sabata (Mitte) mit Sir Laurence Olivier (r.) und Sir William Walton (1956)


    Victor de Sabata, geboren am 10. April 1892 in Triest, seinerzeit Österreich-Ungarn, gestorben am 11. Dezember 1967 in Santa Margherita Ligure, war ein italienischer Dirigent und Komponist.


    Nach einem Studium in Mailand dirigierte er zunächst in Monte Carlo, wo er am 21. März 1925 die Uraufführung von Ravels "L'enfant et les sortilèges" leitete.


    1930 wurde er zum Chefdirigenten der Mailänder Scala berufen, was er bis 1953 blieb. Danach amtierte er noch bis 1957 als künstlerischer Direktor derselben.


    De Sabata wurde insbesondere als Operndirigent bekannt. Er spielte 1953 die wohl berühmteste Aufnahme von Puccinis "Tosca" für EMI (Produzent: Walter Legge) ein. Es sangen Maria Callas, Giuseppe Di Stefano und Tito Gobbi.


    Wie Furtwängler sah sich de Sabata zunächst primär als Komponist. Seine Oper "Il macigno" wurde 1917 an der Scala von Mailand uraufgeführt, doch ging die Partitur im Zuge des Zweiten Weltkrieges verloren.


    Anders als der etwa eine Generation ältere Arturo Toscanini wirkte de Sabata sowohl im faschistischen Italien als auch im nationalsozialistischen Deutschland, wo er 1939 den "Tristan" bei den Bayreuther Festspielen dirigierte. Aufgrund dessen überwarf er sich Jahrzehnte lang mit Toscanini; zu einer Aussöhnung kam es erst nach Kriegsende.


    Neben dem Dirigieren und dem Komponieren beherrschte de Sabata nach eigener Angabe sämtliche Orchesterinstrumente und trat u. a. auch als Pianist auf.


    Nach einem Herzinfarkt 1953 (kurz nach der "Tosca"-Einspielung) nahm Victor de Sabata krankheitsbedingt vom Dirigieren Abstand. Nur noch ein einziges Mal, anlässlich der Bestattung Toscaninis 1957, dirigierte er öffentlich (den Trauermarsch aus Beethovens "Eroica"). Zehn Jahre später starb de Sabata im Alter von 75 Jahren unter großer Anteilnahme der Bevölkerung.


    Die "Tosca"-Aufnahme war für de Sabata Fluch und Segen zugleich, ist er heutzutage doch landläufig fast ausschließlich durch dieselbe im allgemeinen Bewusstsein verankert geblieben. Sein Repertoire war indes weit größer, wie eine anlässlich seines 50. Todestages erschienene Box mit Einspielungen für Deutsche Grammophon und Decca vor Augen führt.


    Sergiu Celibidache bezeichnete Victor de Sabata als "den größten Dirigenten, den ich jemals gehört habe". Auch Wilhelm Furtwängler war von einer Aufführung der 4. Symphonie von Brahms durch de Sabata hingerissen. Zu den Bewunderern de Sabatas zählten u. a. auch Herbert von Karajan, Leonard Bernstein, Lorin Maazel, Gianandrea Gavazzeni und Aldo Ceccato.