Oskar Hillebrandt der vielseitige Heldenbariton

  • Mehr als 180 Rollen sang Oskar Hillebrandt im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere weltweit an den großen Opernhäusern und bei internationalen Festspielen. Sein Gesangsstudium absolvierte er bei Josef Metternich an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln.
    Bald nach seinem ersten Engagement an der Württembergischen Staatsoper Stuttgart erhielt er Gastverträge, unter anderem an die großen europäischen Opernhäuser: Mailand, Rom, Florenz, Paris, Marseille, London, Madrid, Barcelona, Antwerpen, Oslo, Kopenhagen, Athen, Bukarest sowie an die Moskauer Bolschoi Oper.
    Aber auch außerhalb Europas wurde er ständig an führende Opern- und Konzerthäuser berufen. So sang er häufig am Teatro Colon in Buenos Aires, in Santiago de Chile, in Tokyo und in Neuseeland. Weitere Auftritte hatte er in Montreal, Ottawa, in Cleveland und in der Carnegie Hall in New York.
    Nach einem herausragenden Erfolg in der Titelpartie von Wagners "Fliegendem Holländer" in Melbourne wurde Oskar Hillebrandt im Jahr 2015 zum besten männlichen Opernsänger in Australien gewählt.
    Im deutschsprachigen Raum sang er regelmäßig an der Deutschen Oper Berlin, der Bayerischen Staatsoper München, der Hamburgischen Staatsoper sowie in Stuttgart, Düsseldorf, Köln , Bonn, Zürich und an der Staatsoper Wien. Auch bei internationalen Festspielen, wie unter anderem in Bayreuth, Glyndebourne, Bregenz, Spoleto trat der Bariton erfolgreich in Erscheinung. Eine intensive Verbindung hat der Sänger zu den Tiroler Festspielen in Erl, wo ihn der Festspielleiter Gustav Kuhn in allen großen Baritonpartien bevorzugt einsetzt.
    Oskar Hillebrandt arbeitete mit den bedeutendsten Dirigenten und Regisseuren seiner Zeit zusammen.
    Aus dem äußerst umfangreichen Repertoire des Sängers sollen nur die wichtigsten Partien erwähnt werden: Hans Sachs - vielleicht die Rolle, mit der Hillebrandt am meisten im Gedächtnis bleiben wird -, Wotan, Alberich, Holländer, Telramund, Kurwenal, Amfortas, Klingsor, Wolfram, Mandryka, Jochanaan, Jago, Macbeth, Simone Boccanegra, Falstaff, Scarpia, Pizzarro, Escamillo und, und und.
    Darüber hinaus hatte er eine rege Konzertätigkeit in Europa, Amerika, Süd-Amerika, Australien und Japan.
    In Rezensionen werden von Oskar Hillebrandt besonders die kraftvolle, männlich markant klingende Stimme, die blendenden Höhen, der differenzierende Ausdruck in Stimme und Gestaltung und die beherrschende Bühnenpräsenz besonders herausgestellt.
    Am 22. Juni 2018 feiert Oskar Hillebrandt sein 50jähriges Bühnenjubiläum mit einem ihm gewidmeten Festkonzert im Festspielhaus in Erl in Tirol. Unter anderem wird er an diesem Abend alle großen Sachs-Monologe aus Richard Wagners Meistersingern gestalten. Hoffentlich dürfen wir Oskar Hillebrandt -diesen wirklich vielseitigen Meistersänger - auch nach seinem Jubiläum noch oft auf der Opernbühne erleben.

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  • Lieber "Operus",


    ohne mich jetzt näher zu Herrn Hillebrandt äußern zu wollen, den ich natürlich oft erlebt habe (Telramund, Sebastiano, die Alberich-Partien, Pizarro usw.), finde ich es faszinierend, wie sehr dein Beitrag das Problem seiner wechselnden Vornamensschreibweise widerspiegelt: Im Beitrag selbst schreibst du immer "Oskar", in der Überschrift "Oscar". Tatsächlich finden sich auf Besetzungszetteln beide Schreibweisen, wobei mir "Oskar" doch die Hauptschreibweise und "Oscar" die Nebenschreibweise zu sein scheint, aber das wechselte auch im Laufe der Jahre... :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

  • Im Beitrag selbst schreibst du immer "Oskar", in der Überschrift "Oscar". Tatsächlich finden sich auf Besetzungszetteln beide Schreibweisen, wobei mir "Oskar" doch die Hauptschreibweise und "Oscar" die Nebenschreibweise zu sein scheint, aber das wechselte auch im Laufe der Jahre

    Lieber Stimmenliebhaber,


    danke für den Hinweis. ich bin fast sicher, dass Oskar die richtige Schreibweise ist. Ich habe von Herrn Hillebrandt ein Bild mit Unterschrift für die Gottlob-Frick-Gedächtnisstätte bekommen und da signiert er mit Oskar. Das C in der überschrift ist also ein Flüchtigkeitsfehler. Mal sehen, ob es noch zu korrigieren ist.
    herzlichst
    Operus

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  • Hallo,
    ich habe Oskar Hillebrandt sehr gut in Erinnerung aus einer Aufführung von Borodins Fürst Igor in Braunschweig. Er sang die Titelrolle.
    Ich habe das Gerücht gehört, dass er in Saarbrücken den Hamlet von Thomas gesungen hat und dass es von dieser Aufführung einen Mitschnitt geben soll. Hat jemand da nähere Informationen?
    Schöne Grüße
    wega

  • Lieber Wega!


    In Braunschweig hat er ja recht viel gesungen. In den frühen 80er Jahren. Ich erinnere mich besonders daran, dass er 1983 in der Eröffnungsvorstellung des renovierten Staatstheaters den Hans Sachs sang. Er war mehr Schuster als Poet, hat aber doch achtbar gesungen.
    Den Hamlet aus Saarbrücken habe ich mal gehört aber nicht in meiner Sammlung. Das klang mir denn doch zu wenig nach Thomas und französische Oper
    Beste Grüße an einem herrlichen Frühlingstag


    Caruso41

  • Danke an die immer hilfreiche Moderation, dass aus dem falschen Oscar nun doch der echte Oskar Hillebrand wurde. :hail: :hail:


    Herzlichst
    Operus

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  • Liebe Taminos,


    der gesuchte "Hamlet"-Mitschnitt ist auf drei LPs der Firma 'Kronos' in den USA erschienen. Die Besetzung
    ist wie folgt: König Claudius - Dusan Popovic, Königin Gertrud - Zenaida Pally, Hamlet - Oskar Hillebrandt,
    Polonius - Hans Weverinck, Laertes - Allen Cathcart, Ophelia - Elaine Cormany, Horatio - Hans Marczinkowsky,
    Zwei Totengräber - Karl Weikmann und Helmut Tromm / Chor und Orchester des Saarländischen Staatstheaters
    Saarbrücken - Dirigent: Siegfried Köhler / Regie: Hermann Wedekind. (Die Aufführung benutzt die deutsche
    Textfassung von Kurt Neufert; die musikalische Bearbeitung - bei der einige Rollen und musikalische Passagen
    gestrichen sind - stammt auch von Siegfried Köhler.) Der Mitschnitt datiert vom 9. 6. 1973.


    Oskar Hillebrandt - der ja manchmal mit dem Bassisten Nikolaus Hillebrand verwechselt wird - habe ich auch
    einmal 'live' erlebt: am 21. 1. 1983 in der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und zwar als 'Alberich' im
    "Rheingold". Die Besetzung war hervorragend: Wotan - Bent Norup, Donner - Toshimitsu Kimura, Froh - Ronald
    Hamilton, Loge -Manfred Jung, Fasolt - Malcolm Smith, Fafner - Jan-Hendrik Rootering, Mime - Helmut Pampuch,
    Fricka - Gwendolyn Killebrew, Freia - Rachel Yakar, Erda - Grace Hoffman, Woglinde - Melissa Evans, Wellgunde
    - Brigitte Dürrler, Floßhilde - Margrit Caspari / Arnold Quennet dirigierte die Düsseldorfer Symphoniker. Die Regie
    hatte Georg Reinhardt in den traumhaft schönen - komplett aus Projektionen bestehenden - Bühnenbildern des
    genialen Heinrich Wendel. Es war einmal...


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Liebe Taminos,




    Viele Grüße!


    Carlo


    Hallo,
    ich versuche gerade, Kronos zu googlen, finde aber nichts Passendes. Gibt es da einen Link oder weitere Schlagworte?
    Schöne Grüße
    wega

  • Hallo, wega!


    Die Schallplattenmarke 'Kronos' gehört zu der amerikanischen Firma 'Morgan Records', die Ende der 70er Jahre Live-Aufnahmen von Opern veröffentlicht hat. (Die Bestellnummer des "Hamlet" aus Saarbrücken ist MOR 7302.) Ich selbst habe diese Schallplatten auch nicht, sondern nur den Katalog der Firma 'Morgan Records'. Meines Wissens ist diese "Hamlet"-Aufnahme seither nicht wieder auf Tonträgern erschienen.


    Da damals diese sogenannten 'Piraten' massiv von den internationalen Justizbehörden strafrechtlich verfolgt wurden, hat man häufig die Provenienz dieser Firmen verschleiert. Es ist sogar vorgekommen, dass man kistenweise 'Raubplatten', die für den Export nach Europa bestimmt waren, in New York im Hudson River versenkt hat!


    Herzliche Grüße!


    Carlo