Sommerthema: Ohrwürmer in der Popmusik

  • Die zu meiner Sturm-und-Drang-Zeit bekanntesten DDR-Gruppen waren die Klaus-Renft-Combo


    Lieber Reinhard,
    1958 gründete sich die Renft-Combo erstmals unter diesem Namen. Gründer war Klaus Jentzsch, Baßgitarre. Die Band wurde 1962 wegen "westlicher" Musik verboten. Klaus Jentzsch gründete eine neue Band, die 1964 unter dem Namen "Butlers" im Raum Leipzig die Säle sprengte. Damals spielten Rockbands noch zum Tanz und weniger zu Konzerten. Ich weiß noch, wie ich 1964 diese Truppe im Merseburger Strandschlößchen erstmals erlebte. Nie werde ich diesen Eindruck vergessen, der Saal tobte, die Kraft und explosive Musik war als live-Erlebnis für mich völlig ungewohnt. Sie hatten auch eine tolle Anlage, nicht üblich bei uns. Ich machte ja selbst Tanzmusik, als Es-Alt-Saxophoner und bei fortgeschrittener Stunde auch als Schlagzeuger (da unserem Schlagzeuger nach einigen Bierchen die Stöcke aus der Hand fielen) und auch als Sänger. Viele Noten und auch uns ohne Noten nicht zugängliche Akkorde auf der Gitarre bekamen wir von Klaus Jentzsch, zu dem ich ein sehr gutes Verhältnis hatte. Noch jetzt habe ich ein Autogrammfoto mit den Butlers, wo alle 4 unterschreiben haben, auch Klaus Jentzsch.
    1965 wurden die Butlers erneut verboten, es kam in Leipzig zu Demos und Krawallen, einer meiner Kommilitonen (ausgerechnet einer, der sich gar nichts aus Rockmusik machte) wurde eine Nacht eingesperrt. 1967 gründete Klaus Jentzsch erneut eine Band, diesmal wieder unter dem Namen "Klaus Renft"- Combo. Die Truppe wurde später wieder verboten, Jentzsch starb 2006. Über die anderen Mitglieder der Butlers ist mir nicht bekannt (Hanjo Richter Melodiegitarre, Hans-Dieter Schmidt, Drums und Bernd Reiher Rhythmusgitarre und Sologesang).


    Generell hatten es die DDR-Rockmusiker schwer sich durchzustzen. Auch mir gefielen weder die späteren Renfts, die Puhdys, Stern Meißen, Karussell u.a. Aber die Erinnerung an wunderbare Abende im Strandschklößchen sind geblieben. Bis jetzt.
    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Ich stehe auf melodiöse Sommerhits. Einer meiner Lieblingstitel ist von den Bee Gees, gesungen von Robin Gibb. Hier ist er:


    Für mich einer der schönsten Rockballaden. Und Robin Gibb hatte neben Roy Orbison eine der klangvollsten tenorstimmen im U-Bereich.


    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Und Robin Gibb hatte neben Roy Orbison eine der klangvollsten tenorstimmen im U-Bereich.

    Herzlichst La Roche


    Roy Orbison hatte viele schöne Songs und im U - Bereich tatsächlich eine sehr angenehm klingende Tenorstimme.
    Noch heute höre ich Songs von ihm, wenn sie mal spontan im Autoradio kommen, immer noch sehr gern.
    Und hier ist Roy Orbison life mit "It´s over" - schon leicht klassisch mit Chor und von Streichern untermalt (ein richtig schöner "Schmachtfetzen").
    CHRISSY
    https://www.youtube.com/watch?v=h9JArvEJ64M

  • Gary Brooker hat einmal mit Procul Harum in Karlsruhe gespielt - mein Klavierstimmer sollte damals den Flügel stimmen, als er kam musste er warten weil Brooker spielte - nur Bach !

    DER Ohrwurm schlechthin, klassikaffin (wohl durch Bachs Air inspiriert), klammertanz-geeignet, einer der Hits, der durch die Jahrzehnte scheint, obwohl die Melodie nicht nur einfach, sondern nachgerade schlicht und der Text komplett Balla-Balla ist:


  • Hallo!


    Es muss 1972 oder 73 gewesen sein, als ich Samstagnachmittags in der Küche meiner Eltern saß. Mit einem tragbaren UKW-Radio hörte ich Schweizer Hitparade (Beromünster). Damals hörte ich erstmals dieses Lied, das mich seither nicht mehr losgelassen hat. Das Geniale ist vor allem die Kombination aus einem Akustik- und einem E-Bass.



    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Walk on the wilde side hat vor allem einen interessanten Akustik-Effekt, wenn nämlich die Damen aus dem Hintergrundchor beinah aus den Lautsprechern herausklettern.
    Das Stück steht jedenfalls auch auf meiner erweiterten Hitliste.


    Im engeren Kreis ein Skandalstück von früher (wäre heute vermutlich in Discos mit Besuchern unter 18 verboten):

  • Von Whiter shade of pale gibt es übrigens eine erstaunlich gute Cover-Version aus dem Dunstkreis des DSDS (auf die mich ein Freund aufmerksam gemacht hat, von alleine nähere ich mich diesem Dunstkreis nicht)


  • Hier gäbe es natürlich vieles zu nennen, was nennenswert wäre. Einiges wurde schon genannt.


    Mir fällt aus dem Stegreif dieser Song ein, ein Duett zwischen Lee Hazlewood und Nancy Sinatra von 1967: "Some Velvet Morning".


  • Ein Lied muss hier m. E. auf jeden Fall auch genannt werden:


    "Crimson and Clover" von Tommy James and the Shondelles von 1968. Für mich einer der besten Hits der 60er Jahre.


  • "Je t'aime" von Serge Gainsbourg gibt es übrigens auch in einer "Urversion" mit Brigitte Bardot. Das verlinke ich hier aber nicht, denn dagegen ist die bekanntere Neuauflage noch harmlos. ;)

  • Einer meiner liebsten Sommer-Ohrwürmer ist der Song "Sailing" von Rod Stewart. Stewart singt eine Cover-Version des gleichnamigen Titels der Sutherland Brothers.
    Getragener im Tempo und nicht so aufgerauht wie das Original, vermittelt der Titel ein wunderbares Gefühl, entspannt über das Wasser zu gleiten...


    ... in diesem Sinne beste Grüße von orsini


    „Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.“
    Curt Goetz

  • Dann bringe ich jetzt die Roten Gitarren mit "Weißes Boot".


    Lieber Hans,
    kaum einer aus den alten Bundesländern wird dieses Lied oder die roten Gitarren kennen. Es war die polnische Antwort auf die Shadows von Cliff Richard. Die Melodie ist eingängig, sehr eingängig! Die roten Gitarren traten auch oft mit Maryla Rodowicz auf. Die Erinnerung bleibt, wie bei so vielen Dingen.


    Die Tschechen hatten auch so eine Truppe, sie nannten sich "the Matadors", und meine Studentenband durfte im Leuna-Klubhaus im Nebenprogramm auftreten. Was waren wir stolz!!
    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Ein Lied muss hier m. E. auf jeden Fall auch genannt werden:


    "Crimson and Clover" von Tommy James and the Shondelles von 1968. Für mich einer der besten Hits der 60er Jahre.

    Hallo, Joseph II
    Du hast diesen Song früher schon einmal als einen Deiner Favoriten erwähnt.
    Und als ich "Crimson and Clover" vor ein paar Wochen wieder mal im Auto - Radio (mit der nötigen Lautstärke) hörte,
    habe ich mich sofort erinnert und an Dich mit gedanklichen Grüßen gedacht.


    Es gibt ja viele Songs, von denen man im Genre der U - Musik zurecht behaupten kann, daß sie Musikgeschichte geschrieben haben.Da
    könnte man einige nennen... Egal ob es gefällt oder nicht, es wird wohl kaum jemanden geben, der noch nicht "Yesterday" von den Beatles
    oder eine der gefühlt 100 Cover - Versionen gehört hat. Oder "Satisfction" von den Rolling Stones - ein Hit von 1965, der über viele Jahre zueiner
    Hymne geworden ist und den man sofort an den ersten zwei Tönen des Gitarren - Riffs von Keith erkennt.
    Im nächsten Monat, am 27. Juli, jährt es sich zum 20. mal, daß ich die Stones zum ersten mal live erlebt habe.


    Und nun wieder in zwei Wochen in Berlin zum vierten mal.
    CHRISSY
    So habe ich die "Rolling Stones" damals auf ihrer Tour "Bridges to Babylon" erlebt - es war eine phänomenale, gigantische Bühnenshow.
    https://www.youtube.com/watch?v=q08d4r_m44U
    (Diesen Link sollten aber nur Rock - Fans anklicken)

  • Passend zum Wetter, der Sommerhit 1966. Auch hier natürlich Original-Version von Lovin' Spoonful.



    Hallo, lutgra
    Der Link öffnet sich leider nicht. Ich vermute aber mal es ist der Hit "Summer in the City".
    Der wurde vor einigen Jahren noch mal in einer sehr guten akzeptablen Version von "Joe Cocker" gecovert.
    CHRISSY

  • Das von Joseph vorgestellte Duo ist auch noch für einen anderen Ohrwurm bekannt:



    Hat jemand Zweifel daran, daß Lee Hazlewood NICHT singen kann ??


    Hallo, Michael
    Wer den Song kennt, da hat ganz sicher keiner Zweifel daran.
    Vor etwa 10 Jahren wurde der Song von "Natalia Avelon und Ville Valo" nochmal gecovert, finde ich mind. genau so gut.
    CHRISSY
    https://www.youtube.com/watch?v=Swav5nd-xOs

  • Dann bringe ich jetzt die Roten Gitarren mit "Weißes Boot".



    Oh ja, dieses Lied spukt immer noch in meinem Kopf herum. Damals musste ich beruflich meine Heimat verlassen (700 km) und nach Berlin-West ziehen. Man konnte natürlich auch die DDR Sender empfangen.
    Ich empfinde sofort wieder das große Heimweh, das mich damals erfasst hatte:


    Ein weiterer Ohrwurm:


    :hello:


    Jolanthe

  • Justin nannte weiter oben den Beach Boys. Da fiel mir just mein Liebnlingstitel von ihnen ein:



    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Hallo, lutgra
    Der Link öffnet sich leider nicht. Ich vermute aber mal es ist der Hit "Summer in the City".


    Das wundert mich, lieber Chrissy, denn bei mir klappt es auf verschiedenen Geräten. Vielleicht hilft ein Software-Update. Aber natürlich handelt es sich um Summer in the City.
    Grüße
    lutgra