WDR Happy Hour am 07.06.: Strauss / Mozart

  • WDR Happy Hour am 07.06.: Strauss / Mozart


    WDR - Strauss - Mozart


    Ein tolles Donnerstagabend-Konzert gab es vergangene Woche in der Kölner Philharmonie zu hören, siehe Link.
    Manuel Bilz, der hervorragende Solooboist des WDR SO, spielte ein famoses Strauss-Konzert, sanglich und mit edlem Ton. Das Konzert kannte ich, fand es aber bis zu jenem Abend irgendwie „ungelenk“, wenig eingängig. In Köln dachte ich beim Hören (und Zuschauen) und danach, dass ich das Stück jetzt verstanden habe. Ein tolles Erlebnis und der "ear opener" für dieses recht selten gespielte Werk.
    Die Jupitersinfonie schloss mit einem mitreißenden vierten Satz, bei dem ich dachte, so schnell haben das die Musiker dieses Orchesters sicherlich noch nie gespielt – jessas, was hat’s der Dirigent krachen lassen! Die Begeisterung war groß, das ganze Stück allerdings für meine Ohren vor allem im sehr langsamen ersten Satz so ungewöhnlich – auch wegen der sehr langen Pausen – dass ich es noch mal hören müsste, um mir eine abschließende Meinung zu bilden.
    Sicher ist, dass Carydis eine sehr genaue Vorstellung von dem hatte, was er hier umgesetzt hat.
    Eine launige Moderation ist selten, Applaus nach dem ersten Satz bei KV551 ebenfalls. Anschließend gab’s Freibier im Foyer.
    Wir sind dann ca. 100 Meter Richtung Rhein ins "maiBeck" gegangen und haben den Abend dort mit sehr guten Essen und einem tollen 2012er Weißburgunder aus der Pfalz ausklingen lassen.
    Tolles Format, gute Zeit am Abend. Sehr zu empfehlen.
    Beste Grüße, Accuphan

  • Was steckt denn anderes hinter Deiner Frage als die Erwartung, dass man Strauss nicht mit den gleichen Instrumenten spielen könne als Mozart? Nun, ich wüsste keinen Grund, der dagegen spricht. In seinem späten Oboenkonzert hat Strauss klassizistischen Geist nachempfunden; es ist für eine kleine Besetzung geschrieben, vielleicht für eine kleinere sogar als Mozarts späte Sinfonie und es hat viel mehr mit Mozart zu tun, als Dir offenbar bekannt ist. Ein gutes Orchester wird Mozart heute sicherlich nicht mehr in großer romantischer Besetzung interpretieren, aber warum sollte es dazu die Instrumente wechseln? Es wird sehr wohl in der Lage sein, in kleinerer Besetzung eine Mozart-Sinfonie ganz anders zu gestalten als in größerer Besetzung eine Tondichtung von Strauss - nur hat das Oboenkonzert halt so gar nichts mit dem Ausdruckswillen seiner Tondichtungen zu tun.


    Ich habe ganz bestimmt nichts dagegen, Mozart in einer frischen, hippen Deutung zu hören. Dazu höre ich auch gerne historische Instrumente, aber ich muss das nicht. Vor allem aber möchte ich weiterhin die Möglichkeit haben, ohne irgendwelche Scheuklappen gemischte Orchesterkonzerte mit Begeisterung und Verständnis live zu hören.


    Das Orchester und der Dirigent werden sich bei ihrer Programmplanung etwas gedacht haben. Accuphan hat das Konzert offenbar genossen. Wenn Du dazu nicht in der Lage bist aus ideologischen Gründen, ist das nur bedauerlich.


    :hello: Wolfgang

  • Deine emotionale Antwort zeigt mir, dass wir tatsächlich aneinander vorbeigeredet haben. Aber doch auch interessant, andere Deutungen meiner Frage weiter oben zu lesen. :)


    Ich kann Dir nicht folgen.


    Wo sind "andere Deutungen (...) weiter oben"? Es hat doch niemand sonst sich mit Dir unterhalten als ich?


    Und worauf wolltest Du eigentlich hinaus?


    Ich behaupte mal ganz frech, dass wir keineswegs aneinander vorbeigeredet haben.


    Aber wir müssen uns nicht streiten und können hier gerne aufhören. So wichtig ist mein Geschwätz auch wieder nicht.


    :hello: Wolfgang

  • Zur Frage von Hosenrolle1:
    Das Orchester hat Mozart und Strauss auf denselben Instrumenten gespielt. Mir ist nichts Gegenteiliges aufgefallen und es würde mich sehr wundern, wenn ein Orchester die Spielgeräte wechseln würde.
    Es spricht bei anhaltender Neugier nichts dagegen, wenn Du mal beim WDR nachfragst. :)


    Zur Besetzung: die kammermusikalische Qualität des Strauss-Konzerts wurde erwähnt, und die Anzahl der Musiker ist in der Sinfonie tatsächlich größer.
    Auch die Pauke ist dabei - ihr Fehlen, für Strauss ohnehin untypisch - macht mir das Konzert ohnehin fast gleichgültig... [Achtung: das ist stark ironisch gemeint!]


    Es lebe die Zirkularatmung! [sinnloser Hinweis, fiel mir gerade so ein]
    :hello:

  • Ein Musterbeispiel, wie man sich mit Kleinigkeiten in die Haare kriegt. Ich schwanke zwischen Lachen, Aufregen und Schulterzucken...


    Nun, da gibt es schon einen lange schwelenden, wenn auch hier nicht direkt erkennbaren Hintergrund, - was nichts daran ändert, dass Du ganz fürchterlich Recht hast! Aber welchen Sinn siehst Du in Hosenrolles Frage?


    :hello: Wolfgang