Meine Wunschoper

  • Welche Oper habt ihr noch nie live auf der Bühne gesehen?


    Das sind sicher - auch bei noch so eifrigen Opernbesuchern - einige. Wenn ihr euch genau eine wünschen dürftet, welche wäre das dann?


    Gerne können andere User dann von genau jenen Opern berichten, die andere bisher schmerzlich vermissen mussten.


    Ich würde mir wohl "Freund Fritz" von Mascagni aussuchen. Die Musik ist lieblich wie die Landschaft des Elsass. Einige Melodien sind unsterblich. Und endlich geht eine Liebe in der Oper einmal schön zu Ende. Mascagni gefällt mir als Komponist überhaupt sehr gut. Er hat weit mehr zu bieten als nur "Cavallaria Rusticana". Sein "Fritz" beweist das eindrucksvoll. Soweit ich weiß, wurde das Stück früher an italienische Opernhäusern auf und ab gespielt. Nun scheint das nicht mehr so zu sein.

  • Welche Oper habt ihr noch nie live auf der Bühne gesehen? Das sind sicher - auch bei noch so eifrigen Opernbesuchern - einige. Wenn ihr euch genau eine wünschen dürftet, welche wäre das dann?

    Einige? Ich denke, dass es die meisten der komponierten und auch aufgeführten Opern sind, die ich (wie auch die meisten anderen Opernliebhaber) noch nie gesehen habe. Der Opernkanon, so wie er weltweit existiert, dürfte nur ein sehr eng bemesserner sein. Das, was fehlt (weil es sich überlebt hat) ist um ein vielfaches höher.


    Langer Vorrede kurzer Sinn: August Bungerts "Odysse"-Zyklus - fiel mir so spontan ein. Aber mein persönliches Interesse beginnt ja bereits bei der Barock-Oper und mir würden dazu etliche einfallen...


    :hello:

  • Lieber Greghauser 2002,
    auch von mir ein herzliches Willkommen bei Tamino.
    Ich habe sicher knapp 1000 Opernaufführungen seit 1956 gesehen, manche Oper mehr als 10 x in verschiedenen Inszenierungen und an verschiedenen Opernhäusern. Viele Opern nur einmal, und leider auch einige bekannte Opern noch gar nicht. Das hat mehrere Gründe. Ich besuche Opern eigentlich nur in einem Umkreis von 150 km um meinen Wohnort, um nach der Vorstellung wieder nach Hause fahren zu können.
    Dann ist für mich die Inszenierung maßgebend, da könnte eine Wunschoper dabei sein und ich sehe sie mir nicht an, weil ich mich im Internet über die Inszenierung informiere. Das sogenannte Regietheater stößt mich abgrundtief ab. Nach 1990 hatte ich mich für Bayreuth angemeldet, wollte den Ring und Lohengrin sehen (Bayreuth ist nur eine Autostunde von meinem Heimatort Gera entfernt). Die Wartezeit war damals noch bis zu 12 Jahren, und die Inszenierungen konnten mich nicht mehr erreichen. Also Bayreuth gestrichen.
    Ich pendele also zwischen Dessau, Halle, Leipzig, bis zur Zwangsfusionierung mit Gera 1995/96 nach Altenburg, Eisenach, Erfurt, Meinigen, Weimar, Rudolstadt, Plauen, Chemnitz und Dresden, hatte überall tolle Erlebnisse und herbe Enttäuschungen. Für Enttäuschungen bezahle ich kein Geld mehr.
    So fehlen mir in meinem Katalog sämtliche Meyerbeer-Opern, dann Faust und Romeo und Julia von Gounod, Mefistofele von Boito hatte ich in Erfurt verpaßt. Ich würde auch gerne sehen Ernani, Simone Boccanegra, Guntram, Die ägyptische Helena, Die Perlenfischer, Die Königskinder und manche Donizetti- und Bellini-Oper kenne ich auch noch nicht. Auch die Teufelskäthe stünde auf meiner Wunschliste.


    Es kämen nch einige hinzu. Aber es nützt mir nichts, dafür nach München oder Wien, selbst nach Berlin fahren zu müssen. Irgendwann hat meine Reisefreudikgkeit begonnen nachzulassen. Zum Glück habe ich ja das Internet, was zwar niemals das Liveerlebnis ersetzen kann, aber vor Enttäuschungen sehr gut schützt.


    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Welche Oper habt ihr noch nie live auf der Bühne gesehen?


    Natürlich, lieber Greghauser habe ich etliche Opern noch nicht auf der Bühne erlebt. Aber in 65 Jahren waren es immerhin fast tausend verschiedene Opern, die ich live gehört habe! Da sind doch keine großen Wünsche mehr offen!


    Ich hatte das Glück, in Berlin aufzuwachsen. Da habe ich an den drei Opernhäusern schon bis zum Abitur eine ganze Menge Opern 'in the flesh' kennenlernen können. Aber es gab natürlich noch reichlich Wünsche. Nach jedem Opernbesuch wurden meine Neugier und die Liste meiner Wünsche größer. Etliche habe ich mir schon während meiner Studienzeit erfüllen können. Glücklicherweise hatte ich später dann einen Beruf, der mich viel herumgebracht hat und meist konnte ich Termine so einrichten, dass sich damit interessante Opernaufführungen verbinden ließen. So habe ich über die Jahre, viele Wünsche erfüllt bekommen.


    Als ich so um die 20 Jahre alt war, wünschte ich mir sehnlichst, "Les Troyens" mal auf der Bühne zu erleben. Inzwischen habe ich 7 verschiedene Produktionen erlebt!
    Neugierig war ich auf Meyerbeer, über den ich viel gelesen hatte und von dem mein Großvater jede Menge Schellack-Platten mit hinreißenden Sängerleistung besaß. Inzwischen habe ich die wichtigen Opern von ihm alle in etlichen Produktionen gehört.
    Die Liste der erfüllten Wünsche ließe sich fortsetzen: Cherubini, Spontini, Bellini, Donizetti, dann tschechische, russische, ungarische und polnische Opern. Lange habe ich warten müssen, bis ich endlich Schreker, Zemlinski, Stephan, Goldschmidt, Korngold usw. auf der Bühne erleben konnte. Das hat die von John Dew durch seine Produktionen in Bielefeld angestoßene Renaissance dieser zu Unrecht vergessenen Komponisten ermöglicht. Andere Bühnen sind gefolgt. Jetzt spielt sogar die Bayerische Staatsoper Schreker.....
    Für vieles muss man reisen, oft auch etwas weiter. Aber es ist erstaunlich, wie viele Wünsche man sich so erfüllen kann. La Roche hat geschrieben:

    Ich besuche Opern eigentlich nur in einem Umkreis von 150 km um meinen Wohnort, um nach der Vorstellung wieder nach Hause fahren zu können.

    Wenn ich mir anschaue, was ich alles an den Bühnen geboten bekomme, die auch nicht weiter weg von meinem Wohnort sind, dann ist das schon eindrucksvoll. Und wenn man denn doch auch mal nach Kiel oder Erfurt, Amsterdam oder Antwerpen fährt, lassen sich noch mehr Wünsche erfüllen.


    So habe ich auch - um nun endlich auf Deinen Wunsch zu sprechen zu kommen - von Mascagni neben der "Cavalleria Rusticana" und "L'amico Fritz" immerhin "Iris", "Isabeau", "Il Picolo Marat", "Lodoletta" und "Guglielmo Ratcliff" kennenlernen können.


    Bleiben trotzdem noch Wünsche? Natürlich!
    Wenn ich Deinem Beispiel folgen soll und nur einen nennen, dann wäre das Jules Massenets "Esclarmonde". Seit Joan Sutherland das Werk aus dem Abseits zurückgeholt hat, gab es zwar verschiedene Inszenierungen, aber irgendwie hat es für mich nie gepasst.
    Die eigentümliche Verbindung von Grand Opera und Wagnerismus, Mysterium und sinnlicher Verführung hat schon was! Aber vermutlich braucht man dafür doch eine Sutherland und einen Aragall?


    Liebe Grüße


    Caruso41

  • Interessante Antworten. Ich denke, die Voraussetzungen sind natürlich sehr verschieden.


    Wenn man 1000 verschiedene Opern gesehen hat, bleiben weniger Wünsche offen.


    Wenn man davon ausgeht, dass die Zahl der komponierten Opern ins Unendliche geht (und vielleicht noch Operetten dazu nimmt), bleiben immer Wünsche offen.


    Wenn man, wie ich, doch einen eingeschränkteren Interessenskreis hat (z.B. ohne Barock- und ohne "moderne" Opern), füllt man eben nach und nach immer wieder Lücken und freut sich, wenn eine "neue Oper" richtig Spaß macht. Ich habe z.B. lange auf "Mefistofele" gewartet und dann in München gesehen (Calleja, Pape, Opolais). Da war ich recht selig, dass ich diese Meisterwerk endlich live kennenlernen durfte.

  • Welche Oper habt ihr noch nie live auf der Bühne gesehen?


    Das sind sicher - auch bei noch so eifrigen Opernbesuchern - einige. Wenn ihr euch genau eine wünschen dürftet, welche wäre das dann?

    Es gibt einige Kandidaten, die ich mir endlich mal live reinziehn will. Aber keine Möglichkeit in Sicht.


    Emmanuel Nunes: Das Märchen
    Holliger: Schneewittchen
    Dessau: Leonce und Lena
    Krenek: Sardakai
    Schönberg: Von heute auf morgen
    (in Kombie mit Dessaus Leonce)
    Dallapiccola: Ulisse
    Roger Sessions: Montezuma
    Hans Zender: Don Quijote
    Zemlinsky: Kleider machen Leute
    (Zemlinskys fetzigeste Oper)
    Wuorinen: Brokeback Mountain
    Kurtag: Endspiel
    (Tinte ist endlich trocken)
    Klebe: Jokobowsky und der Oberst
    Pfitzner: Die Rose vom Liebesgarten, Der arme Heinrich, Christelflein
    Haubenstock-Ramati: Amerika
    Cerha: Baal, Der Rattenfänger, Onkel Präsident
    Carter: What next


    Am wichtigsten aus dem Pool sind mr momentan Giselher Klebes Jakobowski und der Oberst, Luigi Dallapiccolas Ulisse, Roger Sessions Montezuma und Emmanuel Nunes Das Märchen.
    Da Auswahl aber auf 1 Vertreter beschränkt => notgedrungen Nunes Das Märchen.
    Der Aufwand – auch der Live-Elektronik wegen, (typisch auch für Nunes Orchestermucke) – dürfte höchst beträchtlich sein. Zumal Nunes Oper mit ca. 240 Minuten Spieldauer Wagner-Länge besitzt. Ist auch Finanzierungsfrage. (Dagegen scheinen Bazis Soldaten vergleichsweise eher Osterspaziergang. Die kriegen auch Kaffs wie z.B. Nürnberg und Basel gebacken).

  • Oh supi, ein Werk-Aufzählungsthread, nach der erdrückenden Menge an sachlichen, tiefergehenden Diskussionen über einzelne Werke, mit all den Notenbeispielen, der Musiktheorie, der Rezeptionsgeschichte etc., endlich mal was oberflächliches, leichte Kost. Bitte mehr solche Themen, davon gibt es viel zu wenig!


    Welche Oper habt ihr noch nie live auf der Bühne gesehen?


    Der Adler
    Adina
    Adelson und Salvini
    Adelia
    Adelheid von Burgund
    An Actors Revenge
    Acis und Galatea
    Acht Monate in zwei Stunden
    Abu Hassan
    Des Ablaßkrämers Geschichte
    Der Abenteurer
    Die Abenteuer einer schönen Unbekannten
    Agnes von Hohenstaufen
    Aktaion
    Al gran Sol carico d´Amore
    Alahor in granada
    Albert Herring
    Die Albigenser
    Alcide al Bivio
    Aleko
    Alessandro Stradella
    Alfonso und Estrella
    Ali Paseha von Janina
    Alina, Königin von Golconda
    Alissa
    Alkestis
    Alkmene
    Allamistakeo
    Das alltägliche Wunder
    Almast
    Almira, Königin von Kastilien
    Die Alpenhütte
    Der alte Bräutigam
    Die alte Jungfern und der Dieb
    Alzira
    Am Strand Santa Lucia
    Am untern Hafen
    Amadis
    Amadis von Gallien
    Amahl and the Night Visitors
    Die Ameise
    Amelia geht zum Ball
    Der bekehrte Trunkenbold
    Die beiden Tage
    Die beiden Schützen
    Die beiden Pädagogen
    Die beiden erlauchten Rivalinnen
    Die beglückende Freiheit
    Der Beginn eines Romans
    Das befreite Bethulien
    Before the Breakfast
    Beatrix Cenci
    Die Chinesinnen
    Der Schatten
    Neues vom Tage
    Der Goggolori
    Der Erntekranz
    Lottchen am Hofe
    Gefährliche Liebschaften
    Das Schloß in den Karpaten
    Der reine Tor
    Zum Eberkopf
    Der wandernde Scholar
    Judith
    Aladdin
    Der Geigenbauer von Cremona
    Mara
    Luzifer
    Die Marketenderin
    Der König von Yvetot
    Fervaal
    Der Fremde
    Ezio
    Siroe
    Richard I., König von England
    Tamerlan
    Vlavius, König der Langobarden
    Liebe macht erfinderisch
    Die Fischerinnen
    Die Sängerin
    Schlafes Bruder
    die Schreiberwiese
    Der Turm
    Savitri
    Montezuma
    Schirin und Gertraude
    Hanneles Himmelfahrt
    Das WAndbild
    Das Urteil des Midas
    Die Karawane von Kairo
    Kolumbus
    Germelshausen
    Blondin im Glück
    Der Saporosher hinter der Donau
    Der Augenarzt
    Belsazar
    Mucius Scaevola
    Der kleine Muck
    Ciboulette


    usw.