Modernisierung misslungen: Die Oper Carmen gegen den Strich gebürstet oder Don José als mordlüsterner Revolverheld

  • Das Burgplatz Open Air in Braunschweig geht mit Bizets Carmen in die fünfzehnte Saison. Seit fünfzehn Jahren bereichert das Staatstheater Braunschweig mit seinem Open Air Programm auf dem Burgplatz in einer eigens dafür errichteten Arena das Kulturleben der Okerstadt. In diesem Jahr steht mit der Opéra-comique von Georges Bizet Meisterwerk wie zu Beginn der Freiluftaufführungs-Ära Carmen erneut auf dem Spielplan. Regisseur Philipp M. Krenn war angetreten, die oft volksfesthafte Aufführungspraktik gänzlich gegen den Strich zu bürsten. Generalmusikdirektor Srba Dinic stand dem nicht nach, denn er interpretierte Bizets Partitur nicht als Popkonzert mit gehörigem „Um-Tata“, sondern mit dem umsichtigen und bestens aufgelegten Staatsorchester Braunschweig feinfühlig. Er ließ auch zarte Töne zu und kostete die Möglichkeiten einer dramatischen Entwicklung ohne eindimensionale Knalleffekte aus. Schon die Ouvertüre ließ in ihrer musikalischen Vielfalt aufhorchen. Wie seit Jahren hervorragend, konnten die Zuschauer wieder von einer bestens eingerichteten Tontechnik profitieren, die gerade beim Orchesterpart die Qualität einer prominenten Einspielung eines hochkarätigen Klangkörpers aufwies. Aber das bloße „herunterdudeln“ der Carmen-Hits versagt sich Dinic. Der temperamentvolle Dirigent Srba Dinic entlockte seinem Orchester vielmehr dunkle differenzierte Töne und setzt eine dramatische Entwicklung durch, die zeigten, dass das Staatorchester Braunschweig zu den führenden Klangkörpern im Norden der Republik gehört. Dinic führte Orchester, Chor und Solisten jenseits der sonst anzutreffenden plakatistischen Carmen-Routine sicher durch die Premiere. Das Publikum, das sich auch aus vielen Gästen der Sponsoren und des Staatstheaters zusammensetzte, feierte vornehmlich sich selbst und das Arena-Event, die Solisten, den Generalmusikdirektor und sein Staatsorchester sowie die Chöre und blieb beim Regieteam im Gegensatz zu den bisherigen Burgplatz-Open Air Premieren ungewohnt verhalten. Es mischten sich sogar einzelne Buhrufe für das Regieteam, das spanische Folklore weitgehend vermeidet, ihren Ansatz aber nicht durchhält und immer wieder ins Klischee verfällt, in den Applaus.


    Der eigentlich opernerfahrene Regisseur Philipp M. Krenn konnte mit seiner naturalistisch-erdiger Carmensicht, die oft im Dunkeln spielte, schließlich nur bedingt überzeugen. Sein Versuch einer Neuinterpretation gelingt nicht, auch wenn es ehrenwert ist, dass in seiner Darstellung Carmen nicht Folklore oder Klischee der Kastagnetten-Liebesgeschichten in und um die Stierkampfarena bedeutet. Fraglich bleibt, ob es wirklich einfallsreich ist, Kastagnetten durch Bierflaschen zu ersetzen? Und ob es tatsächlich Sinn macht, die Oper umzudrehen und den Mord von Don José an Carmen an den Anfang zu stellen. Das Fehlen eines traditionellen roten Carmen-Kostüms, von Kastagnetten und der sich nicht immer erklärende Handlungsablaufs macht noch keine interessante Neudeutung des Librettos von Henri Meilhac und Ludovic Halévy und ist auch keine ausreichende „Entkitschung“. Unangenehm wird es für die Zuhörer, wenn Philipp Krenn die Sänger durch szenische Vorgaben dazu zwingt, im Liegen und Kauern singen zu müssen oder durch falsche Positionierung der Darsteller diese in die Mikrophone der jeweiligen Partner zu singen gezwungen ist. Von einem Bühnenbild im eigentlichen Sinne kann hier keine Rede sein. Vielmehr bietet Heike Vollmer mit Holzstühlen und -tischen, Ledersesseln, Holzbohlen und einem metallenen Bettgestellt lediglich multifunktional einsetzbare Versatzstücke, die kaum arenataugliche Optik erzeugten. Schade. Die Kostüme von Regine Standfuss sind seltsam nichtssagend aber zeitlos – aber das Drama um Carmen, Escamillo und Sergeant Don José muss sich ja zeitlich auch nicht festlegen.


    Die krude und zuweilen verworrene Handlung machte es dem Publikum nicht leicht und dass in französischer Sprache gesungen wurde, steigerte dieses Problem. Die Führung des großen Chores, der sich aus Chor- und Extrachor des Staatstheaters formierte, misslang nicht. Aber die Choristen treten halt einfach nur auf und ab. Nur bei der Positionierung des Chores im Zuschauerbereich macht das Sinn, denn die Choristen bilden dann das voyeuristische Publikum. Der Staatheaterchor wurde mit Extrachor von Georg Menskes bestens einstudiert. Und der Kinderchor konnte stimmstark in der Führung von Mike Garling gefallen. Auf dem Braunschweiger Burgplatz wurde Lillas Pastia zum handlungstragenden und handlungsbeeinflussenden wortlosen Erzähler, den der fast seit 20 Jahren zum Schauspielensemble des Staatstheaters Braunschweig gehörende Mattias Schamberger mit bloßem Oberkörper und typischer Torerohose (einer der Reste des doch vorhandenen Klischees) dämonisch darbot. Er steuerte als „Mister Tod“ nicht nur Don José, der Carmen mehrfach, Bauernmädchen Michaela, sich selbst und irgendwie jeden erschoss, so dass es fast komische Züge bekam. Irgendwie wurde die Kraft, die dem Stück inne wohnt, durch die vermeintliche, hier fehlgeleitete, Kraft einer Waffe ersetzt.


    Wenig Licht und umso mehr Schatten bot die Besetzung der einzelnen Partien. Die Operndirektion des Staatstheaters Braunschweig muss sich an erster Stelle fragen lassen, ob es wirklich sein muss, die Rolle des Don José mit einem rein lyrischen Tenor zu besetzen. Kwonsoo Jeons, der dem Don José schauspielerisch das Profil eines ewig Gehetzten gab, kann keinerlei Vorwurf gemacht werden, denn seine Stimme ist wundervoll und höhenstark aber eben nicht durchschlagskräftig genug, um seine Rolle gesanglich festspieltauglich zu interpretieren. Hier steht stimmlich ein hervorragender Rudolfo auf der Bühne, der (noch) nicht über die heldischen Qualitäten, die für die Partie des Don José erforderlich sind, verfügt. Eugene Villanueva zeigte in der letzten Spielzeit in Braunschweig als Marquis von Posa in Verdis Don Carlo einen ausgesprochen stimmschönen und mit dem notwendigen Strahl ausgestatteten Bariton. In der Rolle des Escamillos präsentierte er jedoch nur noch das Skelett seiner ehemals ausdrucksstarken Stimme. Höhenschwach mit brüchigem tiefem Fundament und ohne heldenbaritonaler Attacke gab er einen schmerbäuchigen lahmen Stierkämpfer, der auch beim lächerlichen Stage Diving oder albernen Armdrücken keinen Respekt einflößen oder gar Feuer entfachen konnte.


    Kommen wir zu den Pluspunkten: Das Staatstheater Braunschweig darf sich glücklich schätzen, drei Mezzosoprane im Ensemble zu haben, die eine Carmen darstellen und singen können. In der Premiere zeigt Jelena Kordic mit tief grundiertem weiblich sattem Mezzosopran, wie schön in Carmen gesungen werden kann, wenn die Besetzung angemessen und die Stimme gesund und frisch ist. Carmen hatte in dieser Inszenierung in erster Linie stimmliche Reize, die das Publikum wirklich begeisterten. Der Regisseur verwandelte die Figur der Carmen in eine relativ unbeteiligte Person mit goldfarbenem Oberteil, die nicht im Mittelpunkt der Handlung steht und mehr geschehen lässt, als die Handlung voranzutreiben. Ein verführerisches Spiel, Liebe oder Sehnsucht sah der Regisseur in seiner Deutung der Carmen nicht vor. Irgendwie passte die bieder dargestellte und kostümierte Michaela nicht ins Regiekonzept. Sie wirkte wie ein Fremdkörper. Doch konnte die in Braunschweig seit Jahren zu den Publikumslieblingen gehörende Ekaterina Kudryavtseva mit ihrem aufblühenden lyrischen Sopran punkten, durch Melos in der Stimme berühren und es verwundert nicht, dass die Sängerin beim Schlussapplaus ähnlich wie Jelena Kordic mit starkem Applaus und Bravorufen bedacht wurde. Als durchweg schönstimmige Comprimarii sangen Matthias Stier Remendado, Maximilian Krummen Dancairo, Jelana Bankovic Fraquita, Milda Tubelyte Mercedes und David Ostrek, der alternierend mit Eugene Villanueva als Escamillo besetzt ist, kräftig den Morales. Die Rolle des Zuniga gab Dominic Barberi mit angenehm kräftigem Bass. Die Oper Carmen wird auf dem Braunschweiger Burgplatz noch bis einschließlich 5. September 2018 gespielt. Insgesamt finden 20 Aufführungen mit rund 25.000 Zuschauern statt, die bei gezielten Aktivitäten auch die regulären Aufführungen des Braunschweiger Staatstheaters bereichern könnten.

  • Guten Morgen, classicmüller,


    zunächst einmal von mir eine herzliche Begrüßung als Neuling hier bei TAMINO! Dein erster Beitrag im Juni hat ja im Forum eine m.E. überflüssige Kontroverse ausgelöst und wohl dazu geführt, dass von Dir seitdem nichts mehr gehört wurde. Es freut mich, dass es Dich nicht dauerhaft abgeschreckt hat und hoffe, dass wir in Zukunft mehr von Dir hören werden.


    Zumal Dein Bericht über die "Carmen" in Braunschweig hochinteressant und anschaulich ist. Ganz ohne Bilder kann man sich plastisch eine Vorstellung von der Aufführung machen, die ja, nach Deinen eigenen Worten, "wenig Licht und viel Schatten" bot, zumindest was die Ausführenden betrifft. Und der Dirigent Srba Dinic scheint ja Bizets Partitur mit viel Temperament und Einfühlungsvermögen zum Leben und Leuchten gebracht zu haben.


    Was Du von der Inszenierung im einzelnen schreibst, kann mich so wenig überzeugen wie Dich. Vor allem eines kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, nämlich:

    die Oper umzudrehen und den Mord von Don José an Carmen an den Anfang zu stellen.

    Da fehlt mir wohl die Fantasie, vor allem fragt man nach dem Sinn. Hat man nach der Ouvertüre gleich das Finale gespielt und ist dann erst in die eigentliche Handlung eingestiegen? Nun ja, die RT-Regisseure kommen ja auf immer abenteuerlichere Ideen. Kastagnetten gegen Bierflaschen auszutauschen, mag ja irgendwie noch angehen, obwohl auch das sicher nicht zum besseren Verständnis der Oper beiträgt.


    Auf jeden Fall herzlichen Dank für die höchst spannende Schilderung einer Opernpremiere beim "Burgplatz Open Air" in Braunschweig.


    Liebe Grüße,
    Nemorino



  • Zumal Dein Bericht über die "Carmen" in Braunschweig hochinteressant und anschaulich ist. Ganz ohne Bilder kann man sich plastisch eine Vorstellung von der Aufführung machen, [...]

    Falls es trotzdem jemanden interessiert, finden sich hier zumindest zwei Bilder (zuletzt aufgerufen am 30.08.2018).


  • Hallo, Classicmüller
    Den Worten von Nemorino möchte ich mich anschließen und sage Dir ebenfalls ein "Herzliches Willkommen"!
    Schön und richtig, daß Du weitermachst und als Tip - laß´Dich von irgendwelchen Stänkerern weder beeindrucken, geschweige denn abhalten.


    Auch wenn diese von Dir geschilderte "Carmen" ganz sicher nicht "meine" ist, fand ich Deinen Bericht hochinteressant.
    Du hast das insgesamt sehr ausführlich, anschaulich und nachvollziehbar geschildert.
    Ich lese so etwas immer gern und danke Dir, zumal ich aus eigener Erfahrung weiß, welchen Zeitaufwand und Mühe es macht, über solch ein Erlebnis zu berichten.
    Ich freue mich auf weitere Beiträge von Dir.
    Herzliche Grüße
    CHRISSY

  • Zitat

    Zitat von Crissy: Schön und richtig, daß Du weitermachst und als Tip - laß´Dich von irgendwelchen Stänkerern weder beeindrucken, geschweige denn abhalten.

    Lieber Classicmüller,


    das kann ich nur unterstreichen. Ich hatte schon befürchtet, dass du, nachdem du nach deinem ersten Beitrag sofort von Leuten, die hier immer wieder stänkern, angegriffen wurdest, sozusagen "die Flinte ins Korn geworfen" hättest. Du hast es glücklicher Weise nicht getan. Wenn du in verschiedene Beiträge schaust, werde auch ich immer wieder (z.T. sehr persönlich und wohl gewollt beleidigend) angegriffen, worüber ich nur herzlich lachen kann, was ja gesund sein soll. Und dann gibt es ja auch noch die Ignorierfunktion.
    Dein neuer Bericht war auch für mich hoch interessant. Es zeigt sich doch immer wieder, dass die wahrhaft verkrampften Versuche, etwas in eine vom Zeitgeist erzwungene Richtung zu verdrehen, ins Leere laufen. Warum lässt man die Werke nicht so, wie sie sind? Auch bei Inszenierung nach Libretto (ohne zwangsweise Veränderung, Modernisierung oder Umstellung der Handlung) kann man - wie es hier teilweise erwähnte gute Inszenierungen zeigen, gewisse Deutungen in das Originalgeschehen bringen. Die Verdrehung der Handlung mit dem Mord am Beginn der Oper ist noch nicht einmal eine neue Idee. Das hat es - wie hier auch schon früher einmal berichtet wurde - auch schon irgendwo gegeben. Und die Ausstattung der Bühne mit "mit Holzstühlen und -tischen, Ledersesseln, Holzbohlen und einem metallenen Bettgestell"(Zitat) scheint eine immer wiederkehrende Masche der "modischen" Regisseure zu sein. Für mich ist der Don José auch kein Revolverheld, sondern eher ein charakterschwacher Mensch, aber das ist eine persönliche Empfindung. In meinen Augen hat "Carmen" auch keine "Entkitschung" (welch eine unsinniger Gedanke überhaupt) nötig. Worin ist in dieser Oper überhaupt der "Kitsch" zu sehen und wer legt fest, was "Kitsch" ist? Und ein wenig spanisches Flair gehört meiner Ansicht auch dazu, denn es kann wohl keiner leugnen, dass die Oper nun mal in Spanien spielt. Diese sogenannte "Entrümpelung" nimmt doch der Oper jeglichen Reiz.
    Auf jeden Fall auch von mir ein herzliches Willkommen



    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Bevor wieder eine ähnliche Debatte wie im Juni entsteht: classicmüller kann natürlich über seine eigenen Texte verfügen. Dass sie anderswo auch zu lesen sind ist insofern in Ordnung, wenn classicmüller sie nicht nur einstellen, sondern auch mit den Forumsmitgliedern diskutieren würde. Sollte dies nicht der Fall sein, werden wir über entsprechende Reaktionen nachdenken. Tamino ist ein Diskussionsforum, keine PR-Plattform. TP

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Falls es trotzdem jemanden interessiert


    Hab´ besten Dank für diesen Service; ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte ... was aber die sehr gute Schilderung von classicmüller nicht schmälern soll. Übrigens: Falls es ein Ratespiel gewesen wäre - die Oper »Carmen« hätte ich nicht erraten ...

  • Bevor wieder eine ähnliche Debatte wie im Juni entsteht: classicmüller kann natürlich über seine eigenen Texte verfügen. Dass sie anderswo auch zu lesen sind ist insofern in Ordnung, wenn classicmüller sie nicht nur einstellen, sondern auch mit den Forumsmitgliedern diskutieren würde. Sollte dies nicht der Fall sein, werden wir über entsprechende Reaktionen nachdenken. Tamino ist ein Diskussionsforum, keine PR-Plattform. TP


    Diese Klarstellung begrüße ich sehr. Sie kündet für mich von einem realististschen Umdenken in der Leitung des Forums. Bislang hatte ich immer den Eindruck, als sei es ausgesprochen unwerwünscht, Texte, die ein Mitglied bereits an anderer Stelle im Netz publiziert hat, bei TAMINO nochmals einzustellen. Ob nun in unserem Forum über so einen Text diskutiiert wird oder nicht, muss sich doch erst zeigen und dürfte eigentlich nicht als Bedigungen dafür gemacht werden, die Praxis der Mehrfachverwertung zuzuzulassen.


  • Zitat von »MSchenk«


    Falls es trotzdem jemanden interessiert


    Hab´ besten Dank für diesen Service; ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte ... was aber die sehr gute Schilderung von classicmüller nicht schmälern soll. Übrigens:
    Falls es ein Ratespiel gewesen wäre - die Oper »Carmen« hätte ich nicht erraten ...


    Ich auch nicht!!!
    CHRISSY

  • Ich auch nicht!!!

    Mal ehrlich: Anhand der beide Bilder würde niemand irgendeine Oper, ob nun konventionell inszeniert oder nicht, erkennen. Wiedergegeben wird hier höchstens die Atmosphäre einer Freilichtveranstaltung.

  • Um das Kind einmal beim Namen zu nennen: die von classicmüller eingestellten Texte sind Pressetexte, die er selber verfasst hat. Sie sind verfügbar in Portalen, in den sich die Medien bedienen, wenn sie nicht selber schreiben wollen oder können. Ich gedenke nicht, hier Tarnkappen zu lüften, nur soviel: der Autor ist mir in einem anderen Fachbereich als kluger Autor und Fachberater bekannt, zudem auch mehrfach ausgezeichnet. Persönlich schätze ich ihn sehr und würde mir wünschen, dass er hier in die Diskussion mit einsteigt. Offizielle Pressefotos zur Aufführung hält die Pressestelle des Staatstheater Braunschweig vor:
    http://staatstheater-braunschweig.de/service/presse/
    Liebe Grüße vom Thomas

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Zitat

    classic müller


    Die krude und zuweilen verworrene Handlung machte es dem Publikum nicht leicht und dass in französischer Sprache gesungen wurde, steigerte dieses Problem.


    Aber für jemand der Presse Texte verfasst ist diese Aussage wohl ein Witz!
    Sollte etwa in spanisch oder chinesisch gesungen werden! Ansonsten ist man doch hier im Forum immer so auf Originalität bedacht und französisch ist nun mal das Original :!::!:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Aber für jemand der Presse Texte verfasst ist diese Aussage wohl ein Witz!
    Sollte etwa in spanisch oder chinesisch gesungen werden! Ansonsten ist man doch hier im Forum immer so auf Originalität bedacht und französisch ist nun mal das Original


    Lieber Fiesco,
    verstehe ich nicht ganz. Von deutschen Opernbesuchern glaube ich nicht, daß alle französisch sprechen können. Weil das so ist, wird oft durch Übertitel der deutsche Text eingeblendet. Das kann die Oper verständlich machen, lenkt aber ungemein ab. Bei Open Air geht das eigentlich gar nicht. Ich würde schon behaupten, daß die übergroße Mehrzahl der Besucher der Carmen in Braunschweig kein Wort französisch kennen und viele nicht einmal wissen, worum es in der Carmen geht. Zum Open Air-Spektakel geht man nicht nur als Opernfreund, sondern man geht eben zum Open Air, weil da mal was los ist.


    Ich weiß nicht, welcher Generation Du angehörst. In meiner Jugend war es üblich, deutsche Übersetzungen sowohl auf der Opernbühne als auch bei Plattenaufnahmen zu bringen. Du wirst sicher die


    deutschen Aufnahmen italienischer Arien aus den 40-er bis in die 70-er Jahren kennen, von Peter Anders bis zu Fritz Wunderlich, von Tiana Lemnitz bis Anneliese Rothenberger usw.


    Deshalb stimme ich der Rezension zur Carmen in diesem Punkt vorbehaltlos zu. Zusammen mit den nichtssagenden Bühnenbildern, der falschen Handlung und auch den stillosen und carmenfremden Kostümen scheint die Kritik die Situation zu widerspiegeln. Allerdings habe ich es nicht (dem Himmel sei Dank) gesehen, die Kritik würde mich auch nicht zum Besuch animieren wollen.
    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Allerdings habe ich es nicht (dem Himmel sei Dank) gesehen, die Kritik würde mich auch nicht zum Besuch animieren wollen.
    Herzlichst La Roche


    Damit wäre der Schuß eines Pressetextes schwer nach hinten los gegangen. In Bezug auf die Formulierung muss ich Fiesko recht geben: der Satz beginnt ja mit der kruden und verwirrenden Handlung. Ja was denn? Die Neudeutung oder die vom Libretto vorgegebene? Eigentlich liest man sich vorher den Inhalt einer Oper an. Deren Handlung ist für mein Verständnis weder krude noch verwirrend. Und die Sprache? Das orinalsprachliche Singen ist eigentlich schon seit Jahrzehnten Usus (mit der netten Ausnahme Deutsche Oper in Berlin), was auch für Plattenaufnahmen und DVDs gilt.
    Und das eine oder andere Formulierungshighlight lässt sich im ersten Block der Rezension noch finden:


    "denn er interpretierte Bizets Partitur nicht als Popkonzert mit gehörigem „Um-Tata" - "Schon die Ouvertüre ließ in ihrer musikalischen Vielfalt aufhorchen." - "Wie seit Jahren hervorragend, konnten die Zuschauer wieder von einer bestens eingerichteten Tontechnik profitieren, die gerade beim Orchesterpart die Qualität einer prominenten Einspielung eines hochkarätigen Klangkörpers aufwies" - "Aber das bloße „herunterdudeln“ der Carmen-Hits versagt sich Dinic." - "Dinic führte Orchester, Chor und Solisten jenseits der sonst anzutreffenden plakatistischen Carmen-Routine sicher durch die Premiere."


    Das findet sich alles im ersten Textblock, und es ist anzunehmen, dass -wenn den ein Abruck erfolgt- dieser Teil gedruckt würde (es sei denn, es stünde genügend Platz für den ganzen Text zur Verfügung oder würde in Blogs geteilt. Da ist es schon schade, dass die Sänger in der Zusammenfassung gar nicht vorkommen.



    "Es mischten sich sogar einzelne Buhrufe für das Regieteam, das spanische Folklore weitgehend vermeidet, ihren Ansatz aber nicht durchhält und immer wieder ins Klischee verfällt, in den Applaus."
    Nur einzelne? Dann hat die Regie irgendwas falsch gemacht. Oder das Publikum war zu selbstbesoffen und wartete tatsächlich auf die "Carmen-Hits" und ließ es gut sein mit dem Rest?
    Ich lerne aus der Rezension, dass Carmen kein rotes Kleid trägt und der Versuch der Entkitschung daneben geht. Carmen und Kitsch? Eine als Opera Comique getarnte Verismo-Oper? Das erinnert mich jetzt an den Ausspruch einer Opernbesucherin während einer Aufführung der "Bohème" angesichts eines realistischen Bühnenbildes: „Erwin, die sollen arm sein? Schau mal, was die für antike Möbel haben“


    Eigentlich sind solche Open-Airs doch die letzte Bastion der „werkgerechten“-Aufführung im Sinne Gerhard Wischnewsksi. Immerhin soll das Ganze noch 20-mal über die Bühne gehen mit insgesamt erhofften 25.000 Besuchern. Und irgendwie –habe ich das richtig verstanden?- sollen die auch noch motiviert werden, sich auch darüber hinaus im Braunschweiger Opernhaus blicken zu lassen. Ich muss zugeben: die lange Rezensinon hinterlässt mich ratlos. Im Gedächtnis bleibt die sehr positive Beschreibung des Dirigenten mit dem unaussprechlichen Namen. Oder hab ich das jetzt alles ganz falsch verstanden?
    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

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  • Es gibt über diese Carmen aber auch positive Kritiken Indenen steht, daß die Aufführung ein voller Erfolg war, weil sich das Publikum auf die Inszenierung eingelassen hat. Bei Verdis Forza del Destino wird die Overtüre ja auch bei einigen Inszenierungen erst nach der ersten Szene des ersten Aktes gespielt.

  • Hallo La Roche, ich gehöre einer Generation an wo Oper nur noch in der Originals Sprache gesungen wurde und das ist schon laaaaange her, und zwar 1967 sah ich meine erste Oper, La Traviata in italienisch!


    LG Fiesco


    Über den Rest deiner Ausführung schweige ich lieber! :D

    Il divino Claudio
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  • Das orinalsprachliche Singen ist eigentlich schon seit Jahrzehnten Usus (mit der netten Ausnahme Deutsche Oper in Berlin)


    Du meinst wahrscheinlich die Komische Oper Berlin, in der allerdings auch seit einigen Jahren nicht mehr ausschließlich auf Deutsch gesungen wird. Zum Glück, meine ich, ohne die Diskussionen zu diesem Thema wieder aufnehmen zu wollen, zu dem dem nun wirklich schon alles gesagt ist. Weitere Ausnahmen sind die Volksoper in Wien und die English National Opera in London.


  • Du meinst wahrscheinlich die Komische Oper Berlin, in der allerdings auch seit einigen Jahren nicht mehr ausschließlich auf Deutsch gesungen wird. Zum Glück, meine ich, ohne die Diskussionen zu diesem Thema wieder aufnehmen zu wollen, zu dem dem nun wirklich schon alles gesagt ist. Weitere Ausnahmen sind die Volksoper in Wien und die English National Opera in London.

    Da hjast Du selbstverständlich recht.

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  • In meiner Jugend war es üblich, deutsche Übersetzungen sowohl auf der Opernbühne als auch bei Plattenaufnahmen zu bringen.

    Lieber La Roche,


    ich habe noch in den Jahren 1965 bis 1969 in der Kölner Oper u.a. "Tosca", "Die Macht des Schicksals", "La Traviata", "Troubadour", "Bajazzo" und "Cavalleria rusticana" in deutscher Sprache erlebt, und im Stadttheater Koblenz "Die sizilianische Vesper" und "Rigoletto". Erst ab den 70er Jahren wurde langsam auf die Originalsprache umgestellt.
    Selbst an einem international so renommierten Haus wie der Wiener Staatsoper wurden praktisch alle Opern bis ca. 1960 deutsch gesungen, bis Herbert von Karajan die Leitung des Hauses übernahm und dann wegen seines Austauschs internationaler Spitzensänger, zunächst vornehmlich der Mailänder Scala, die Umstellung auf die Originalsprache erzwang. "Erzwang" im wahrsten Sinn des Wortes, denn das Wiener Opernpublikum war alles andere als begeistert! Noch Jahre später beschwerten sich viele Abonnenten darüber, dass z.B. bei den Rezitativen in den Mozart- und Rossini-Opern nicht mehr gelacht wurde, weil kein Mensch verstand, was da gesungen wurde.
    Und am Nationaltheater München gab es in den 1960ern ein Lachkonzert, als im Zuge der Internationalisierung einmal Anna Moffo als Gast eingeflogen wurde, die in der deutschsprachigen Aufführung von Donizettis "Lucia di Lammermoor" dann die Titelrolle in ihrem gewohnten Italienisch sang. Nach ihrem Entree "Ancor non giunse" antwortete ihr nämlich die Alisa (Lilian Benningsen) dem Text entsprechend: "Was sagst du?" Von der da erfolgenden Lachsalve konnte sich Frau Moffo im Laufe des Abends nur mühsam erholen.


    Dass "Carmen" auch auf deutsch durchaus anhörenswert und ein Erfolg sein kann, beweist diese Aufnahme sehr überzeugend:

    mit einer großartigen, die Rolle glänzend verkörpernden Christa Ludwig als Carmen. Die Aufnahme wurde 1961 in Berlin produziert.
    In der Weltstadt London gibt es die "Sadler's Wells Opera", die m.W. bis heute alle Aufführungen in englischer Sprache herausbringt.


    LG, Nemorino

  • Völlige Zustimmung, daß das mal so war. Indes, die von Dir genannten Beispiele liegen 57-48 Jahre zurück. Insofern ist eine Formulierung, aus der sich schließen lässt, dass es sich beim Besprochenen um etwas handelt, was eine unverständliche Ausnahme sei, unglücklich gewählt.
    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • ich gehöre einer Generation an wo Oper nur noch in der Originals Sprache gesungen wurde und das ist schon laaaaange her, und zwar 1967 sah ich meine erste Oper, La Traviata in italienisch!


    Lieber Thomas,


    mein Eintrag war eigentlich eine Antwort auf diesen von Fiesco gemachten Einwand.
    Auch ich bin grundsätzlich ein Befürworter der Originalsprache, ob es allerdings in Braunschweig bei einer Open Air-Veranstaltung klug ist, die Oper französisch zu singen, das wage ich zu bezweifeln. Denn da war ja wohl in der Mehrzahl kein Fachpublikum zugegen, sondern Leute, die gerne mal einen unterhaltsamen Abend mit Klassik verbringen. Und "Carmen" genießt ja, nicht zuletzt wegen des Torero-Lieds, auch bei Menschen, die mit Klassik wenig am Hut haben, eine gewisse Popularität.


    LG, Nemorino

  • Zitat

    nemorino
    In der Weltstadt London gibt es die "Sadler's Wells Opera", die m.W. bis heute alle Aufführungen in englischer Sprache herausbringt.


    Zitat

    Am 7. Juni 1945 wurde die Oper Peter Grimes von Benjamin Britten im Sadler’s Wells uraufgeführt. 1968 zog die Sadler’s Wells Opera Company in das London Coliseum um; *sie benannte sich 1974 in English National Opera um*. In den 1980er Jahren gab es noch einmal kurzzeitig eine Opernkompanie am Sadler’s Wells, die New Sadler’s Wells Opera.


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Zitat

    Zitat von Nemorino: Denn da war ja wohl in der Mehrzahl kein Fachpublikum zugegen, sondern Leute, die gerne mal einen unterhaltsamen Abend mit Klassik verbringen.

    Und diejenigen, die sich vorher in einem Opernführer informiert hatten, konnten wahrscheinlich auch nicht viel mit dieser Inszenierung anfangen, weil ihnen etwas ganz Anderes vorgeführt wurde. Wohl auch nicht, wenn sie ein wenig von dem französischen Text verstanden hätten.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Und diejenigen, die sich vorher in einem Opernführer informiert hatten, konnten wahrscheinlich auch nicht viel mit dieser Inszenierung anfangen, weil ihnen etwas ganz Anderes vorgeführt wurde.

    Vielleicht ware es so, vielleicht aber auch nicht, denn


    Es gibt über diese Carmen aber auch positive Kritiken in denen steht, daß die Aufführung ein voller Erfolg war, weil sich das Publikum auf die Inszenierung eingelassen hat.

    Zwar


    [...] mischten sich sogar einzelne Buhrufe für das Regieteam, das spanische Folklore weitgehend vermeidet, ihren Ansatz aber nicht durchhält und immer wieder ins Klischee verfällt, in den Applaus.

    aber was wären die Einzelnen gegen eine möglicherweise viel größere Menge, die sich trotz "kruder und zuweilen verworrener Handlung" und zudem der französischen Sprache durchaus unterhalten gefühlt hat? - Spekulationen über Spekulationen ...

  • Es gibt über diese Carmen aber auch positive Kritiken Indenen steht, daß die Aufführung ein voller Erfolg war, weil sich das Publikum auf die Inszenierung eingelassen hat.

    Es zeigt sich doch immer wieder, dass die wahrhaft verkrampften Versuche, etwas in eine vom Zeitgeist erzwungene Richtung zu verdrehen, ins Leere laufen. Warum lässt man die Werke nicht so, wie sie sind? Auch bei Inszenierung nach Libretto (ohne zwangsweise Veränderung, Modernisierung oder Umstellung der Handlung) kann man - wie es hier teilweise erwähnte gute Inszenierungen zeigen, gewisse Deutungen in das Originalgeschehen bringen. Die Verdrehung der Handlung mit dem Mord am Beginn der Oper ist noch nicht einmal eine neue Idee. Das hat es - wie hier auch schon früher einmal berichtet wurde - auch schon irgendwo gegeben. Und die Ausstattung der Bühne mit "mit Holzstühlen und -tischen, Ledersesseln, Holzbohlen und einem metallenen Bettgestell"(Zitat) scheint eine immer wiederkehrende Masche der "modischen" Regisseure zu sein.

    Und diejenigen, die sich vorher in einem Opernführer informiert hatten, konnten wahrscheinlich auch nicht viel mit dieser Inszenierung anfangen, weil ihnen etwas ganz Anderes vorgeführt wurde. Wohl auch nicht, wenn sie ein wenig von dem französischen Text verstanden hätten.

    Da - auch gemäß dem Feedback Classicmüllers – der Großteil der Besucher nichts an der szenischen Umsetzung zu meckern hatte, bedarf nun aber das Braunschweiger Publikum doch schleunigst der Belehrung Gerhard Wischniewskis. Denn er ist in der Lage, es darüber aufklären, dass es nichtsahnend einer Verunstaltung seitens der RT-Mafia auf dem Leim gegangen ist bzw. geht.

  • Für mich ist die Threadüberschrift wohl die wesentlichste Aussage. "Modernisierung mißlungen".
    Daran ändert auch die übliche höhnische, alberne und gewollt überhebliche Bemerkung des Users amfortas in Beitrag 28 nichts.


    La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Für mich ist die Threadüberschrift wohl die wesentlichste Aussage. "Modernisierung mißlungen".


    Dafür habe ich allerdings im Text des Autors keine mich überzeugenden, sich aus dem Werk ergebenden Argumente gefunden. :( Die Überschrift ist letztlich nur eine Behauptung - mehr nicht. Wir erfahren nicht einmal, welche Fassung gespielt wurde. Wenn es denn tatsächlich die Opéra-comique gewesen sein soll, dann würde dies voraussetzen, dass die gesamten gesprochenen Dialoge geboten worden sind, aus denen sich übrigens Zusammenhänge ergaben, die für die Handlung sehr wichtig sind.