Über die Authentizität mittelalterlicher Melodien

  • Zugegebenermaßen ein etwas laienhafter und holpriger Titel.
    Angeregt durch ein Statement im "Originalen Carmina Burana Thread"

    aber das Meiste darf man eigentlich nicht als Rekonstruktion bezeichnen sondern müsste es als (durch hohe Fachkenntnis gestützte) Mutmaßung deklarieren


    habe ich mir die Frage gestellt, inwieweit das, was man uns heute als mittelalterliche Melodien verkauft auch nur annähernd so geklungen hat, oder anders ausgedrück: Ab welchem Zeitraum verwendete man Notenschriften die eine einigermaßen getreue Aufführung in unserer Zeit erlauben ?


    Hört man nämlich mittelalterliche Musik, dargeboten von verschiedenen (wissenschaftlich gestützten) Ensembles, dan fragt man sich gelegentlich ob es sich da eigentlich um das gleiche Werk handelt, manches klingt ziemlich schräg - im Gegensatz beispielsweise zu uralten Volksliedern.
    Vobei man sich natürlich hier die Frage stellen muß, was unter "uralt" zu verstehen ist, vieles wurde erst im 17. oder 18. Jahrhundert schriftlich festgehalten und galt damals schon als "alt". Das Jahrhundert der Quelle ist allerding zumeist unbekannt.


    mfg aus Wien
    Alfred