Von welcher Oper nie genug?

  • Ich hätte den Thread auch "kann Oper süchtig machen" nennen können. Aber in diesem seriösen Forum schien mir das denn doch nicht angemessen :rolleyes:
    Ich kam anlässlich meines eben verfassten Beitrags im Meistersinger thread auf die Idee: Abgesehen davon, daß ich von Wagner nie genug bekommen kann, verursacht mir die Tatsache, daß ich die Meistersinger in diesem Jahr nicht auf der Bühne sehen konnte schon echten Kummer. Ich kann das Werk nicht oft genug erleben: Jede Befassung ist eine ästhetische und intellektuelle Bereicherung. Ich bin davon überzeugt, daß ich auch in vielen Jahren noch neue, interessante Aspekte erfahren werde.
    Geht Euch das - und ggf. mit welchem Komponisten oder Werk - ähnlich?

  • Ich bin auf kein bestimmtes Werk oder auf keinen bestimmten Komponisten beschränkt. Es kommt manchmal bei mir vor, daß ich eine bestimmte Oper (oder Sinfonie, Konzert etc., aber die spielen hier keine Role) "rauf und runter" höre, also alle verfügbaren Aufnahmen nacheinander, manche gar mehrmals.


    Zufällig hatte ich auch gerade eine "Meistersinger-Phase", die u.a. dazu führte, daß ich mir in einer Woche zwei Neuaufnahmen gönnte.


    Jaja, wie singt Hans Sachs so schön: "Wahn, Wahn, überall Wahn"... ;)

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler

  • Salut,


    obwohl ich natürlich bei jedem Hören der "großen" Mozartopern immer etwas Neues entdecke - und das mit Genugtuung -, so kann ich doch von Kraus' "Proserpin" den Hals nicht voll kriegen. Ich glaube, es gibt wirklich keine Oper, die ich in meinem bisherigen Leben häufiger gehört habe. Vielleicht liegt es daran, dass sie viele Elemente der Opera seria mit solchen von Oratorien/Messen vereint? Es ist einfach immer wieder faszinierend.


    Liebe Grüße
    Ulli

  • So etwas habe ich nicht - bis jetzt habe ich mich an jedem Stück zwischendurch schonmal vorläufig "satt" gehört. Z. Zt. bin ich allerdings etwas Mozart-müde und meine, bei Mozart im Gegensatz zu Richie, doch eine Begrenzung in der Interpretation zu hören.


    Wer das jetzt als "Mozart-Beleidigung" auffasst der sei darauf hingewiesen, daß ich heute abend in Aachen "La clemenza di Tito" besuchen werde :D. Die Müdigkeit bezieht sich eben auf das Hören zu Hause und die Interpretation.


    Sophia

  • Don Giovanni,Zauberflöte,La Traviata,Barbier von Sevilla,Tannhäuser,Wildschütz.
    Je nach Stimmung natürlich und nicht durcheinander gehört/gesehen,
    beinhalten diese Opern für mich so viele "Ohrwürmer",daß ich mich oft tagelang an einem Werk festbeiße und meine bessere Hälfte mich manchmal für übergeschnappt hält.Doch was solls?
    Tutto nel mondo è burla!

  • Es gibt hier nicht EINE Oper, sondern mehrere,


    Ganz vorn ist sicher Rossinis "Barbiere die Siviglia" su sehen, ex equo mit Aubers: "Fra Diavolo", generell aber Bel canto, französische und Deutsche Spieloper,(Lortzing, Adam, Flotow)


    Ich freue mich, hier im Forum wider Erwarten Gleichgesinnte gefunden zu haben, die sich zu ihrem Geschmack auch bekennen !!!


    Daß ich Mozarts Opern über alles liebe, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, aber auch Dittersdorf, Soler, Salierii und Cimarosa vermögen mich in helles Entzücken zu versetzen...


    LG


    aus Wien


    Alfred

  • Da ich oben von "Ohrwürmern" sprach,müssen noch L'elisir d'amore,
    Don Pasquale und Lucia di Lammermoor sowie La Bohème,Tosca und Turandot erwähnt werden.Und es fallen mir noch mehr Titel ein.Eigentlich bin ich süchtig nach Oper,dagegen gibt es nur ein Rezept:
    Immer wieder,immer mehr...
    Spinne ich deswegen?

  • Das ist schon tröstlich zu wissen.Doch manchmal sind die Wände zu dünn,als daß nicht die Umwelt doch etwas konsterniert dreinschaut.
    Im Auto unterwegs ernte ich hin und wieder mitleideige Blicke.Doch Knöllchen gabs wegen der Mudik noch keine.
    Hab ich deinen Lieblingskomponisten mit Mozart-Beethoven-Schubert-Verdi-Wagner eigentlich richtig gedeutet?Es gäbe ja noch mehr Varianten.Doch mir fielen die ein, auch ich mich sehr auf Trab halten.

  • hallo,


    ich kann von Salome und Elektra nicht genug bekommen. Jede einzelne Note dieser Opern sauge ich in regelmäßigen Abständen mit Heisshunger auf, wobei die Salome noch häufiger drankommt, was daran liegt, dass es von der Elektra einfach nicht so viele gute Aufnahmen gibt (eigentlich keine einzige wirklich gute).
    Neben den zahlreichen Tonaufnahmen die ich von diesen Werken habe, kommen auch noch zahlreiche Filmaufnahmen dazu.


    lg
    Hyperion

  • Es ist fast unmöglich, seine Opernvorlieben auf ein Lieblingswerk herunterzubrechen. Aber vielleicht hat der eine oder andere ein Werk, von dem er behaupten kann, dass es ihn für die Welt des musiktheaters wachgeküsst hat.
    Bei mir war es vor rund 15 Jahren, im zarten Teenageralter, Purcells "Dido & Aeneas" - paradoxer- bzw. perverserweise hörte ich sie via Kopfhörer bei glühender Hitze an irgendeinem spanischen Touri-Strand! Ich glaube, es war die (nicht üble) Aufnahme mit Pinnock/English Concert. Es war geradezu schockierend komisch, Dido's Lamento inmitten von eingeölten, sonnengegerbten Leibern zum ersten Mal zu hören. Aber immerhin: Es hat mich Purcell-süchtig gemacht!
    Inzwischen habe ich ziemlich viele Aufnahmen kennen gelernt. Sie haben fast alle etwas für sich. Derzeit ragen für meinen Geschmack die quirlige (aber keineswegs nach Art von Madame Haim überzogene) Einspielung mit René Jacobs/Orchestra of the Age of Enlightement und die klassische Decca-Aufnahme mit Janet Baker ein wenig aus der CD-Flut heraus - aber auch das wird sicher nicht auf ewig so bleiben...
    Grüße!
    Daniel

  • Bei mir sind's nicht so sehr konkrete Opern, sondern die Opern von drei Komponisten, nach denen ich süchtig bin: Britten, Mussorgskij, Schostakowitsch (Reihung absichtlich alphabetisch).
    Bei Britten entdecke ich immer wieder Neues, vor allem in "Billy Budd", "The Turn of the Screw" und "Death in Venice". Aber auch der "Midsummer Night's Dream" ändert für mich mit jedem Hören sein Erscheinungsbild.
    Ebenso geht es mir mit dem "Boris Godunow", der"Chovanschtschina" und den Fragmenten von "Heirat", "Salambo" und "Jahrmarkt". Aber da sind es weniger die Details, als die Nuancen des Ausdrucks, gewisse Facetten der Deklamation.
    Und Schostakowitsch gehört mit der"Nase" und der "Lady Macbeth" ebenfalls zu denen, an denen ich mich nicht satt hören kann, weil ich immer wieder etwas Neues entdecke. Und - ja, ich muss gestehen, den Monolog des alten Zwangsarbeiters mit dem anschließenden Chorrefrain in der "Lady Macbeth", der fasziniert mich so, dass er beim Durchhören auch schon drei Mal hintereinander vorkam.

  • Es ist sehr lobenswert,Edwin,mal nicht so ausgetrampelte Pfade aufzuzeigen.Unter deinen Nennungen sind Rosen dabei,die im Verborgenen blühen,leider!
    Zu wünschen bleibt,daß sich Opernintendanten öfters mal zu solchen Werken durchringen.Das erfordert Mut,weil die Erfolge nicht von vornherein absehbar sind.

  • Hallo!!!


    Natürlich gibt es auch bei mir Opern von denen ich nie genug kriege, das sind ua
    Mozart-Le nozze di Figaro (gerade erst 2 neue eingelangt), Don Giovanni, Cosi, Entführung, Zaubeflöte
    Rossini-Opern im allgemeinen
    Donizetti- Liebestrank, Don Pasquale, Maria di Rohan
    Bellini-I Capuleti e i Montecchi
    Beethoven -Fidelio
    Händel-Rinaldo
    Puccini-Turandot


    Wagner und Verdi können mich nicht süchtig machen, aber ein großes Opernerlebnis, allerdings nicht so häufig wie die oben genannten.


    LG Joschi

  • Die Walküre kann ich eigentlich nie genug hören, dass trifft aber eigentlich auf den gesamten Wagner zu. Leider in unseren Tagen selten mit wirklich befriedigenden Stimmen zu hören.
    Beim Boris Godunov schließe ich mich Edwin an, habe bisher jede Möglichkeit wahrgenommen, Ihn hier in Berlin live zu hören. ( Was bedeutet, seit ich mich mit Oper beschäftige genau 3 mal, mit Kotscherga, Salminen und letzte Woche nun auch mit René Pape als Boris).
    Hinzufügen würde ich noch Fidelio von Beethoven, die 3 Da Ponte-Opern von Mozart + Zauberflöte und vieles von Verdi.


    Otello und Tristan könnte ich eigentlich auch nie genug hören, meide Sie aber meist live, da die Rollenanforderungen aktuell doch zu wenig erfüllt werden und mich die Hauptrollen meist nur enttäuschen.


    Gruß
    Sascha

  • Schön,daß Antracis mal den guten Richard Wagner erwähnt hat.Ich verdanke dem "Mann mit der Mütze" auch so manche Sternstunde mit und ohne weihevolle Live-Pausenzeichen,deshalb seien meinen früheren Präferenzen ergänzend hinzugefügt:
    Tannhäuser,Lohengrin,der Ring des Nibelungen(mit dem 1.Walkürenakt als Aphrodisiakum erster Güte),Tristan und Isolde,Parsifal.
    Von den nicht erwähnten Werken(Holländer und Meistersinger) gefallen mir die Vorspiele und Chöre,mit den Inhalten kann ich leider nichts anfangen.

  • Zitat:Wagner und Verdi können mich nicht süchtig machen, aber ein großes Opernerlebnis, allerdings nicht so häufig wie die oben genannten.


    @Don Basilio


    Die Sucht nach den Werken der von dir noch nicht so geschätzten Komponisten kann auch altersbedingt noch im Verborgenen schlummern.Meine Liebe zu Verdi und Wagner kam erst Jahre später nach den Jugendlieben Mozart,Rossini,Weber,Lortzing usw. zur Entfaltung.
    Ich habe das als einen persönlichen Reifungsprozeß erlebt.
    Genauso erging es mir mit dem Öffnen für das Kunstlied.Da war die Oper auch schon früher da.Das Leben steckt also auch im musikalischen Sinne voller Überraschungen.

  • Hallo


    Ich habe den Thread erst jetzt entdeckt, aber ich denke, darauf eigentlich nicht antworten zu müssen, wenn man sich meinen Nick ein wenig genauer ansieht....
    Verdi, Rigoletto
    Aber es wäre doch ein wenig zu einseitig, so gehören auch, neben sämtlichen Verdi-Opern, besonders drei, die immer wieder im CD-Player bei mir zu finden sind:
    Bellini, Norma
    Mozart, Don Giovanni
    Wagner,Tannhäuser
    letztere mit der Uraltaufnahme mit Windgasssen und Silja, aber sie gefallen mir immer noch am besten.


    Gruß

  • ich bin Puccini - süchtig...wenigstens habe ich manchmal die Gelegenheit - heuer wars die Butterfly - die Stücke zu spielen....


    Tosca und Boheme sind meine Favoriten...


    macht dann doppelt soviel Spaß, wenn man's schon gut in den Fingern hat und gern spielt

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • na, auf jeden fall:


    chausson: roi arthus
    korngold: wunder der heliane
    mozart: cosi; giovanni; figaro
    mussorgsky: boris
    puccini: manon, boheme, toca
    strauss: frau ohne schatten
    vaughan williams: sir john; hugh the drover
    verdi; otello, traviata, don carlos, aida
    wagner: parsifal, tannhäuer, tristan, lohengrin


    und noch einige andere, die ich jetzt sicherlich auf die schnelle vergessen habe :-)

  • Sagitt meint:


    Meine erste Oper war die Entführung, so um 1960 herum,die Platte mit Schock- ich habe sie nicht mehr. Noch nach 45 Jahren höre ich das Quartett im zweiten Akt nicht ohne Erschütterung.
    Es ist wie mit der Graugans- der,die,das erste, was sie sieht, bleibt für ein Leben lang Bezug....

  • Hallo Sagitt,
    das war auch eine wunderschöne Aufnahme mit Erna Berger als Konstanze,Rudolf Schock als Belmonte,Lisa Otto als Blondchen ,Gerhard Unger als Pedrillo und Gottlob Frick als Osmin.Mich hat das Duett"Welch ein Geschick-Wie,du solltest für mich sterben" immer ganz besonders berührt.

  • Hallo Siegfried


    Ich finde keineswegs, dass Du desswegen spinnst. Ich halt es genau so.
    Wenn ich eine Oper gesehen, oder gekauft (CD) habe, ziehe ich sie solange rein, dass ich am Schluss mitsingen könnte, aber eben könnte, ich brauch das gar nicht.
    Ich bin süchtig nach Oper überhaupt. Für mich das Beste:
    Ernani
    Rigoletto
    Troubadur
    Don Pasquale
    Tosca
    Norma
    Puritani
    allein schon beim schreiben höre ich ihre Klänge!
    Was wäre die Welt ohne Musik? NICHTS!!!!!!!!


    einen schönen Abend
    Grüsse, Lenski

  • Was wäre wohl ein würdigeres Thema für meinen 1000. Beitrag als ein Loblied auf meine Lieblingsoper? :D
    Also: Die Oper, die für mich absolut unverzichtbar ist, ist Verdis "Simon Boccanegra"! :lips: - Suchtfaktor 1! Der Tag, an dem sie aus dem Repertoire der WSO fliegt, wird mit Sicherheit ein Trauertag für mich sein! Vorerst aber freue ich mich auf den 5. September, denn da steht sie wieder auf dem Programm! :]
    Weitere Unverzichtbare:
    Verdi, Macbeth
    Verdi, Don Carlo(s)
    Rossini, Il Barbiere di Siviglia
    Donizetti, Don Pasquale
    Lucia di Lammermoor
    Maria Stuarda
    Bellini, I Puritani
    Mozart, Don Giovanni
    Offenbach, Hoffmanns Erzählungen


    und, und, und............
    lg Severina :hello: :hello: :hello:

  • Der "Ring" ist auch nach über zwanzigjähriger Liebhaberei für mich immer noch unerschöpflich und unergründlich.
    Musikfetzen, Textpassagen und Bilder schwirren mir immer wieder durch den Kopf. Eine Oper für ein ganzes Leben, auch wenn das wohl nicht exakt das ist, was Wagner unter "Gesamtkunstwerk" verstanden hat.

    Man kann wirklich sagen, daß ich Mozart sehr, sehr viel verdanke; und wenn man sich ansieht, wie z. B. meine Streichquartette gebaut sind, dann kann man nicht leugnen, daß ich das direkt von Mozart gelernt habe. Und ich bin stolz darauf!
    Schönberg

  • Wenn ich nach längerer Zeit mal oder auch zum ersten mal eine Oper/Sinfonie höre, passiert es mir oft, dass ich dann tagelang am liebsten nur diese eine hören könnte. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern!
    Am schlimmsten war und ist es bisher mit der Zauberflöte, der Entführung, Cosi, der Jupiter-Sinfonie und um auch mal andere Komponisten zu "Ehren", der Sinfonie aus der Neuen Welt und noch vielen anderen Stücken.