• Sagitt meint:


    Wir sollten einen eigenen DVD thread für Traviata haben.Es gibt so viele Aufnahmen.
    Ich fange mal mit einer von Venedig,anfang der 90ziger ab.eine ganz konventionelle Inscenierung,aber die Sänger:allem voran die Gruberova.Ihr Spiel passt in diese aufführung,aber der Gesang.Souverän meistert sie alle Klippen gestaltet äusserst differenziert.Sicher stimmlich eine der allerbesten,wäre da nur nicht ihr Spiel.alfredo ist Neal Shikoff. Ganz anders als der hoch emotonale Villazon,gibt er fast einen Intellektuellen.Stimmlich einwandfrei.Dirigiert wird vonCarlo Rizzi,Sehr gut,aber nicht aussergewöhnlich.


    Auf weitere Inscenioerungen bin ich gespannt.


    p.s. mit dr linken Hand vom Rechtshänder geschrieben

  • Ergänzung: Die Salzburg-Traviata mit Netrebko-Villazòn-Hampson soll im März 06 auf den Markt kommen.
    Die sehr mäßige Tonqualität der CD dürfte dann alsbald in Vergessenheit geraten.


  • Na warte, bis Edwin das liest! :D


    "Staubi" ist dann wohl das harmloseste Attribut, das du abbekommen wirst. :hahahaha:

  • Hallo Theophilus,
    ich habe schon öfter betont,daß ich es schätze,wenn
    man die Inszenierung gar nicht bemerkt.Sie sollte meiner
    Meinung nach nur unbewußt wahrgenommen werden.
    Wenn ich dauernd überlegen muß,was will die Regie
    mir damit sagen,oder gar vorher ein Buch über die
    Inszenierung lesen soll ist das nicht meine Art,eine
    Oper zu genießen.Für mich zählen vor allem Musik und
    Sänger.Und davon möchte ich mich nicht ablenken lassen.


    :hello:Herbert.

  • Hallo Herbert,


    was erzählst du mir das? Das war mein Text!!! :D


    Das muss man Edwin und Konsorten begreiflich machen, dass es überraschender- und völlig unvermuteterweise noch immer Opernliebhaber gibt, die die Stücke aus seltsamen Beweggründen heraus erkennen wollen, wenn sie sie sehen....


    :hello:


  • Ja, wir sind schon ein sehr seltsames Völkchen. Mochte die Salzburger Traviata auch so gar nicht. Dieses doofe Sofa! :hello:

  • Zitat

    Original von Knusperhexe
    ...
    Ja, wir sind schon ein sehr seltsames Völkchen. Mochte die Salzburger Traviata auch so gar nicht. Dieses doofe Sofa! :hello:


    Noch dazu von Konwitschny geklaut! Ein Wunder, dass sich Edwin nicht darüber beschwert hat...


    :hahahaha:

  • Hallo Theophilius,


    ich fühle mich mal als möglicher Konsorte angesprochen und stelle fest:


    Zitat

    Das muss man Edwin und Konsorten begreiflich machen, dass es überraschender- und völlig unvermuteterweise noch immer Opernliebhaber gibt, die die Stücke aus seltsamen Beweggründen heraus erkennen wollen, wenn sie sie sehen....


    Komisch, so gehts mir auch. Mir wollen auch immer alle einreden, dass das, was ich auf der Bühne sehen möchte, sonst niemand sehen will. :D



    Ich fand nebenbei die Decker-Traviata ziemlich gelungen, kein Geniestreich, aber für mich durchaus stimmig, mit schöner Personenregie und das Bühnenbild im Zusammenhang mit der Lichtregie sehr wirksam im Sinne einzelner Szenen, z.B. der ersten. Weiterhin hat sich Decker bemüht, musikalisches auf der Bühne zu verwerten, auch wenn sich jetzt Knusperhexe darüber kaputtlachen wird. Es war durchaus effektvoll in seinem spartanischen Stil.


    Nur gesanglich fand ich es nicht überzeugend, nur dafür habe ich genug CDs, die DVD kaufe ich dann in der Regel vor allem, um die Inszenierung (die eben nicht nur aus dem Bühnenbild besteht ;))


    :hello:
    Sascha

  • @ Theophilus & Co: Dann wundert es mich aber, dass ihr hier noch gar nicht für die opulente Zeffirelli-Traviata mit Domingo und Stratas Werbung gemacht habt! :] Da bleibt doch kein Wunsch offen bezüglich prächtiger Ausstattung, herrlicher Kostüme etc. etc. Außerdem sind Domingo und die Stratas schauspielerisch ausgezeichnet, letztere allerdings nur schauspielerisch :( Ob's diese Verfilmung inzwischen auch auf DVD gibt, weiß ich nicht, ich habe jedenfalls das Video. In Wien sind die Leute damals Schlange vor der Kinokasse gestanden, ohne Reservierung lief da in der ersten Woche gar nichts. Tja, ich liebe diese prächtige Zeffirelli-Traviata :lips:, aber ich liebe auch die kluge, ungemein subtile Willy Decker Inszenierung aus Salzburg, und mir würde die CD auf keinen Fall genügen!!!!! :](Ganz im Gegenteil, denn musikalisch gibt's sicher bessere Einspielungen, also die CD ist auf keinen Fall eine Referenzaufnahme, die DVD sehr wohl.)
    Falls ihr jetzt sagt, man kann nicht beides lieben - oh doch! Ich bin der lebende Beweis! :]
    lg Severina :hello:

  • Hallo Sascha


    Bei der Salzburger Traviata kommen wir uns nicht in die Quere, sie war zwar auf Wesentliches reduziert und konnte etwas scherenschnittartig wirken, brachte aber letzlich das Stück zeitlich abstrahiert auf die Bühne. Wenn man bedenkt, was der Regisseur seinen Akteuren phasenweise an Athletik abverlangte, war ich auch mit den Sängerleistungen zufrieden.


    Am meisten störte mich das Dirigat im ersten Akt und die handwerklichen Fehler des Bühnenbildners.



    Wie ich schon einmal schrieb, sollte man diese Aufführung nur als DVD genießen, die CD verhüllt einige Stärken und betont vorhandene Schwächen. Ich habe sie sogar als Mogelpackung bezeichnet (die CD wurde geraume Zeit vor der DVD lanciert), aber der Verkaufserfolg hat der DG finanziell recht gegeben...

  • Zitat

    Original von Antracis
    Weiterhin hat sich Decker bemüht, musikalisches auf der Bühne zu verwerten, auch wenn sich jetzt Knusperhexe darüber kaputtlachen wird.


    Hallo Antracis,


    yepp ziemlich arg "bemüht" - aber ich habe nicht mal die Lefzen hoch gezogen. War eher hmmm - traurig. Ich habe so schöne Erinnerungen an Traviata und habe mir gewünscht diese Tarumbesetzung mal in div. alten Inszenierungen zu sehen.


    Hast Du die Bonner Neuinszenierung vom Decker gesehen? Die fand ich stimmiger. War zwar auch arg karg, bot aber wenigstens hinsichtlich der historischen Kostüme einen nicht zu unterschätzenden Zeitbezug und wenigstens etwas an Augenschmaus. Die Geschichte war ganz geradlinig erzählt ohne Schnickschnack oder von mir gehassten Umdeutungen, sprich: Die Personen waren so, wie gedacht.


    Addio,


    Knuspi

  • Hallo Knusperhexe,



    Mich hat das halt sehr angesprochen: Diese riesige leere Bühne mit der kargen Beleuchtung, die sich öffnende Tür und die einsame Violetta. Dann der Schwächeanfall, visualisiert durch den auftretenden Tod und die Lichtregie, das Abdunkeln. Dann die ablaufende Uhr, die Violetta verzweifelt anhalten will. Klar, man kann darüber lästern, dass es an Paulchen Panther erinnert :D, das ist dann analog zu manchem Witz über verstaubte Kostüme. Aber ich fand es nicht nur effektvoll, sondern es passte halt absolut zu dem, was gleichzeitig in der Musik zuhören war, dieser Strudel der Musik, der Violettas Verfall andeutet.
    Ebenso die Versteckspielszene zwischen den Sofas. Sicher kein besonders tiefgründiger Gag, aber passend zum Text wie auch vor allem zum Rhythmus der Musik.


    Du wärest vermutlich erstaunt, wie wenig moderne Inszenierungen es gibt, die mich wirklich zufrieden stellen können. Meist ist dann das Problem, dass ich vieles mit der Musik einfach nicht in Einklang bringen kann. Aber hier war es so, dass man aus meiner Sicht Decker nicht vorwerfen kann, die Musik Verdis ignoriert zu haben. Vielmehr hat er versucht, seine Bildsprache eng auf das hörbare abzustimmen.


    Wenn man aber natürlich mit den Bildern ästhetisch nichts anfangen kann, nützt das wenig, da brauchen wir nicht zu streiten. :)


    :hello:
    Sascha

  • Zitat

    Original von Antracis



    Wenn man aber natürlich mit den Bildern ästhetisch nichts anfangen kann, nützt das wenig, da brauchen wir nicht zu streiten. :)


    Hallo Sascha,


    das bringt's wahrscheinlich auf den Punkt. Ich habe das von Dir oben beschriebene auch als alles absolut folgerichtig empfunden, aber von der Umsetzung her, spricht mich diese Bildersprache in der Tat leider gar nicht an. Da halte ich's mehr mit den Bildern des Zefferelli-Filmes - abgesehen von den flatternden Täubchen, die selbst mir zuviel waren 8o. Aber sag, das Schlussbild, wo Viletta in dieser überdimensionalen Belle Epoque-Scheinwelt zusammenbricht, das war ja dieselbe Aussage wie beim Decker nur in einer Ästhetik, die wahrscheinlich Euch schon wieder zu verstaubt ist? Für mich ist die Traviata einfach auch untrennbar mit Schnürmieder und Korsett verbunden, mit dem damaligen Frauenbild, dem Patriarchat.


    :hello:


    Knuspi

  • Zitat

    Original von Herbert Henn

    Ich favorisiere diese Live-Aufnahme,weil mir Lopardo
    besonders gut gefällt,aber ich schätze auch Gheorghiu ,
    Solti und die unauffällige Inszenierung.
    :hello:Herbert.


    Frank Lopardos Alfredo habe ich etwas schlafmützig in Erinnerung, falls es sich hier um den Londoner Covent-Garden Mitschnitt handelt. Ein in die Jahre gekommener Beau, der dem Esprit einer jungen Lebedame nicht mehr ganz gewachsen ist. Und so sang er auch. Fehlerlos zwar, aber ohne Leidenschaft.
    Die Gheorghiu dagegen war erste Sahne. Stimmlich und darstellerisch sehr überzeugend. :jubel:

  • Das ist ganz natürlich, Herbert!
    Ich habe eben die Vorstellung, Alfred ist ein jugendlicher Stürmer und Dränger, Anfang 20 vielleicht, der von einer einer Mittdreissigerin die höheren Flötentöne beigebracht bekam und ihr seitdem mit Haut und Haar verfallen ist. Ein nicht ausgelebter Jugendtraum vielleicht...


    Jedenfalls keine Attacke gegen deinen Sängerfavoriten. :hello:

  • Zitat

    Original von Siegfried
    Das ist ganz natürlich, Herbert!
    Ich habe eben die Vorstellung, Alfred ist ein jugendlicher Stürmer und Dränger, Anfang 20 vielleicht, der von einer einer Mittdreissigerin die höheren Flötentöne beigebracht bekam und ihr seitdem mit Haut und Haar verfallen ist. Ein nicht ausgelebter Jugendtraum vielleicht...


    Jedenfalls keine Attacke gegen deinen Sängerfavoriten. :hello:


    Hallo Siegfried, dann müsste dir Rolando Villazon aber gefallen haben, der mimt den jugendlichen Stürmer und Dränger doch absolut hinreißend. Anfang 20 ist er zwar nicht mehr, aber das liegt wohl in der Natur der Sache (respektive in der Natur einer Sängerlaufbahn)
    lg Severina :hello:

  • Zitat

    Original von severina


    Hallo Siegfried, dann müsste dir Rolando Villazon aber gefallen haben, der mimt den jugendlichen Stürmer und Dränger doch absolut hinreißend.


    Seit ich die Traviata gesehe habe, finde ich, das es leider auch in seiner Kehle zuweilen recht stürmt und drängt. Sprich, ich mache mir Sorgen, dass er doch sehr viel Stimme gibt bzw. geben muß, was einerseits eventuell die doch in letzter Zeit recht hohe Absagequote erklären könnte, andererseits für mich den Gesangsgenuß doch etwas trübt, bei allem darstellerischem Einsatz.


    Gruß
    Sascha

  • Hallo Sascha, ja, bei Villazon scheint im Moment einiges schief zu laufen, was mich sehr traurig stimmt, weil ich seine Stimme wirklich liebe. Damit meine ich jetzt nicht seine Technik etc. ,um hier keine Diskussion, wer alles viiiiiiiiel besser als Villazon ist, loszutreten, sondern schlicht und einfach sein Timbre, das mich in einem Maße berührt, wie ich es in der Oper schon lange nicht mehr empfunden habe. Zusammen mit seinem unglaublich intensiven Spiel garantiert ein RV- Auftritt für mich also immer einen aufregenden Opernabend. Nur fürchte ich, wird es nicht mehr allzu viele davon geben, wenn er so weiter macht..... Wie sehr er stimmlich bereits abgebaut hat, merkt man, wenn man die DVD mit der Bregenzer "Boheme" von 1997 anschaut bzw. anhört. Da dachte ich wirklich, der neue Superstar wäre geboren. Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben, von seiner so sehnlichst erwarteten Cd "Duets" (mit AN) bin ich ehrlich gesagt enttäuscht. :( :(
    lg Severina :hello:

  • Zitat

    Original von severina
    Hallo Siegfried, dann müsste dir Rolando Villazon aber gefallen haben, der mimt den jugendlichen Stürmer und Dränger doch absolut hinreißend. Anfang 20 ist er zwar nicht mehr, aber das liegt wohl in der Natur der Sache (respektive in der Natur einer Sängerlaufbahn)
    lg Severina :hello:


    Optisch in jedem Falle. Akustisch muss ich einige Abstriche machen, da ich deine Befürchtung teile. Wer wie er stets im Grenzbereich der stimmlichen Möglichkeiten singt, zahlt einen hohen Preis und verkürzt drastisch seine Karriere. Opfer einer Vermarktungsmaschinerie?