Mozart, Wolfgang Amadé: Die Streichquartette

  • Moin,


    ich hatte die Gelegenheit bereits im letzten Jahr (Asche auf mein Haupt :untertauch: ) an zwei Abenden hintereinander live frühe und späte Mozartquartette von zwei verschiedenen Quartett-Ensembles, die gar nicht verschiedener spielen können, zu hören.


    Hagen-Quartett:
    Perfektes Spiel, wie ein Uhrwerk, blindes Zusammenspiel, perfekte Intonation, das war eigentlich eine CD-Aufnahme => Aber es wirkte auf mich künstlich und seelenlos: Ich hörte völlig analytisch zu. Da ging nichts zu Herzen. Ich spürte keine Freude, keine Trauer, keine Melancholie. Das entsprach überhaupt nicht meinem Mozartbild.


    Quatuor Mosaiques:
    Herr Hörbarth brauchte so seine 10 Minuten zum Einspielen, dann aber war das für mich ein einzigartiger Genuss: was für eine Musikalität, was für Gefühle wurden dort geboten. Ich war ganz berauscht. Die CDs von den späten Mozartquartetten vom QM sind sehr gut, aber lange nicht so gut, wie dieses Liveerlebnis.

  • Zitat

    Original von Sakow
    Besonders dabei mag ich die an Hayden gewidmeten. Und ganz besonders davon der Hofmeister. :)


    Ui.


    Die "Haydnquartette" sind die sechs Quartette KV 387, 421, 428, 458, 464 und 465. Das Hoffmeister-Quartett ist KV 499 und steht für sich alleine.


    :hello:


    Ulli

  • Zitat

    Original von Wolf.gangZ


    Wie wird die Gesamtaufnahme mit dem Talich-Quartett von Euch eingeschätzt?


    Besten Dank und Gruß, Wolfgang


    Ich liebe die Streichquintette heiß und inning! Meine Referenz. (Oh, diese klangliche Phrasierungskunst!)
    :jubel: :jubel: :jubel:
    Die Quartette kenne ich nicht, mir Ausnahme eines Konzertmitschnitts des Dissonanzenquartetts von 1996. Diese, gepaart mit dem Klarinettenquintett mit Philippe Cuper (die nicht annähernd an jene aus der Quintett-Box mit Zahradnik heranreicht), finde ich wenig zufriedenstellend. Das heißt aber nicht, dass die Studio-Produktionen nicht ebenso gut sein könnten wie die Quintette...


    Ich selbst mag bei Mozarts Quartetten vor allem die natürlich atmende mit Verve vom Amadeus Quartett, sowie die artifizeill-künstlich moderne vom Hagen Quartett. Wie Radgast treffend feststellt ist letztere tatsächlich ohne subjektiven Gefühlsausdruck. Allerdings empfindet ich sie nicht als seelenlos analytisch, sondern eher als den Ausdruck objektiver Emotionen, was fast schon archaisch wirken könnte. So sehr ich sie auch mag, sehr oft kann ich mir dies nicht anhören. (Ganz anders als ihren enzigartigen Beethoven.)


    Zurück zu den Talichs: Mich würde diese GA auch sehr interessieren, und falls Du, WolfgangZ, die Quintette nicht kennen solltest, kann ich sie Dir wärmstens ans Herz legen, sofern Du unaufgeregten, fließenden Mozart magst.

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Hallo, Kollege ab!


    Mozarts Streichquintette sind mir alle bekannt und ich kann Deine Charakterisierung gut nachvollziehen. KV 516 ragt für mich besonders heraus. Neben einzelnen älteren Kassettenmitschnitten besitze ich die Einspielung mit dem Orlando Quartett und Nobuko Imai, Viola, die einst bei Brilliant als Mozart-Box Volume 16 erschien.


    Besten Gruß, Wolfgang

  • Zitat

    Original von WolfgangZ
    Neben einzelnen älteren Kassettenmitschnitten besitze ich die Einspielung mit dem Orlando Quartett und Nobuko Imai, Viola, die einst bei Brilliant als Mozart-Box Volume 16 erschien.


    Ist zwar off topic aber doch: Ich mag sehr gerne noch den kräftigen Zugriff von Hausmusik London, auf alten Isntrumenten um Monica Hugget, die verschieden bei EMI oder Virgin herausgekommen sind, allerdings leider nur viere der Quintette. Erstaunlich ist, dass ich es bislang noch immer nicht geschafft habe, in die vom Grumiaux Ensemble (Philips, inzwischen wohl in der Trio-Ausgabe, oder?) hineinzuhören. Dereinst war sie nicht am Markt und seither vergesse ich es regelmäßig, wenn ich von der Provinz in Städte mit CD-Länden, die auch diesen Namen verdienen, komme...

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Hallo!


    In den letzten Tagen war ich ein wenig (sehr) KV499-verrückt. Es ist momentan mein Lieblings-Streichquartett.
    Ich kann gar nicht verstehen, daß ich es sonst meist links liegen ließ.


    Der erste Satz ist doch absolut göttlich - sowas Großartiges, ich kanns nicht fassen... :jubel::jubel::jubel::jubel:


    Zwangsläufig habe ich meine vier Aufnahmen durchgehört:


    KV 499 für Eilige:



    Das ABQ spielt keine Wiederholungen, und auch sonst scheinen sie sich nicht wirklich Mühe zu geben. Schade.


    KV 499 für KV 499 - Fans:



    Hier wird hingegen wiederholt, was wiederholbar ist - der erste Satz dauert so voll zelebrierte 13 Minuten und man kann ihn genüßlichst auskosten.
    Meisterlich, absolut meisterlich, diese Interpretation der Festetics!


    KV 499 für Modernisten:



    Unter den "modernen" Aufnahmen sicher kaum zu überbieten, sehr intelligente und interessante Aufnahme! Mit den Hagens bei Mozart kann man nichts falsch machen.


    KV 499 für Romantiker:





    Etwas pastös und romantisierend sind die Klangfarben-Künstler des Talich-Quartetts, hier damit allerdings nur mittelprächtig überzeugend.
    Merkwürdig ist die schwache Klangqualität trotz relativ neuen Aufnahmedatums.


    Viele Grüße,
    Pius.


    P.S.: Alle Mozart-Quartette in nur einem thread finde ich etwas unglücklich...

  • Hallo, Pius!


    Mein 499. Beitrag! :D


    Ich habe mir soeben das Talich-Quartett mit KV 499 zu Gemüte geführt - eine weitere Aufnahme besitze ich auf Kassette; es ist aber keine der von Dir verglichenen!


    In der Tat: schwache Klangqualität! Das ist mir bei der Gesamteinspielung auf Calliope bereits aufgefallen. Die ADD-Aufnahmen aus den Achtzigern überzeugen klanglich bei Weitem mehr als zumindest die CD von 1991, auf der sich in DDD auch KV 499 befindet.


    Die romantisch angehauchte Deutung gefällt mir hingegen gar nicht so schlecht (wobei ich "festetics" nicht kenne). Die mir bisher auch nicht weiter aufgefallene geniale Einzelnummer 499 innerhalb der Mozart-Quartette ist derart doppelbödig und an Schubert gemahnend, dass sich das Romantische ohnehin aufdrängt.


    Besten Gruß, Wolfgang

  • Ich habe mich heute mal hier durchgehört:



    KV 387 u. 421



    KV 458 u. 428



    KV 464 u. 465


    Quatuor mosaiques


    Klingt mir ehrlich etwas zu brav... vielleicht werden festetics dahingehend nochmal aktiv, jetzt, wo ARCANA wiederbelebt wurde... (eine Wiederveröffentlichung der einstmals bei musique d'abord erschienenen Einspielungen würde mir auch erst mal reichen).


    Komisch: Herrn Haydn hat quasi jeder damals namhafte Komponist mindestens eine Quartettserie gewidmet (es dürften an die 10 bis 15 verschiedene Komponisten gewesen sein...) - in der Ausstellung in Eisenstadt war das im Haydn-Wohnhaus zu bewundern. Herrn Mozart aber hat niemand etwas gewidmet :(


    Was mir nebenbei aufgefallen ist, ist die m. E. mehrdeutige Satzbezeichnung von KV 387 I und KV 458 I, welche (jeweils) lautet: Allegro vivace assai.


    Ich gehe hier - vor allem auch nach dem Gehörten - davon aus, daß dies (um es mal mathematisch darzustellen) als


      Allegro * (vivace assai) und nicht als
      (Allegro vivace) * assai


    zu interpretieren ist, d.h. also als 'äußerst lebhaftes' Allegro und nicht als ein 'äußerst schnelles Allegro', das zudem lebhaft ist.


    Die Spielweise der Mosaiques ist natürlich ganz hervorragend, aber im Vergleich z.B. zu den 'Sieben letzten Worten...' (in der Quartettfassung) und auch zu Beethovens Quartetten op. 18 scheint mir das hier weniger gelungen. Wobei zum Gelingen ein wenig mehr Aggressivität oder Zupacken in den Hauptsätzen gehört hätte. Die Speilweise bekommt natürlich den (langsamen) Mittelsätzen sehr gut, läßt aber dann auf Abwechslung warten. Mir ist das leider etwas zu lasch, wobei die Ausgabe mir KV 464 u. 465 deutlich 'besser' gefällt.


    :lips:


    Aus dem A-Dur-Teil fasziniert mich mal wieder die letzte Variation mit der Coda aus dem Andante (ich meine hier die rhythmische Cellobewegung, die schon als beethovensch gelten kann), das explizit nicht den Zusatz 'con variazioni' führt.


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Ulli

  • Zitat

    Original von Pius
    KV 499 für KV 499 - Fans:



    Hier wird hingegen wiederholt, was wiederholbar ist - der erste Satz dauert so voll zelebrierte 13 Minuten und man kann ihn genüßlichst auskosten.
    Meisterlich, absolut meisterlich, diese Interpretation der Festetics!


    Wer dann noch nicht satt ist: mit knappen 15 Minuten wartet das Quatuor Mosaiques auf:



    Sehr gut, sehr gut! Aber das 'festetische Etwas' fehlt dennoch... :D


    Und da sag nochmal jemand, die Festetics spülen langsam... :boese2:

  • Guten Abend Carola,
    wenn wir - Freunde der Musik und insbesondere der Kammermusik - nicht mehr über wenigen Takte eines Werkes in Verzückung, in grenzenlose Begeisterung geraten können, dann sähe es traurig, traurig, traurig mit uns aus. Wenn ich die letzten vier Takte des d-moll Streichquartetts meines Lieblingskomponisten Mozart höre, Takte, die mich ganz tief berühren und ergreifen, oder sie mir auch nur in Erinnerung rufe, mit dem inneren Ohr höre, dann geht es mir wie allen anderen auch, die über wenigen Takten außer sich geraten können. --Nun geht die Wirkung von wenigen Takten natürlich aus einem größeren Zusammenhang und durch ihn, nämlich dem des Satzes oder des Quartetts mit allen Sätzen, hervor. Der Hörer, der synthetisch hört, also Bezüge des Einzelnen zum Ganzen beim Hören herstellt und damit nicht etwa nur die berühmten "schönen Stellen" an sich und isoliert genießt, ist absolut nicht "durchgeknallt", sondern ein Hörer, wie ihn vermutlich der Komponist gerne hätte.
    Mit abendlichem Gruß, Volker Freywald

  • Sind die Streichquartette Mozarts auch wieder so ein Fall, wo Einzelaufnahmen einer Gesamteinspielung vorzuziehen wären, weil die Stücke einfach zu heterogen in ihrer Qualität und ihren Ansprüchen sind?


    Ich kann dir jedenfalls folgende Box empfehlen, die die "Haydn-Quartette" enthält und alle Streichquintette. Da ich vermute, dass du so wie ich ein "con Brio" Typ bist, wirst du damit wahrscheinlich viel Freude haben:


  • Es gibt inzwischen auch threads zu den frühen Quartetten. Allzu viele Aufnahmen gibt es von ihnen nicht. Zumindest die zweite Sechsergruppe ist sehr ehrgeizig und recht interessant. Ich selbst kenne nur die Gesamtaufnahme des Hagen-Quartetts (für die Haydn gewidmeten und andere der "späten" Quartette noch Alban-Berg-Q. und etliche einzelne andere. Ich finde die Box des Hagen-Q. lohnend, aber die späteren Quartette mögen manche etwas manieriert finden. Die frühen wurden etwa 10 Jahre vorher eingespielt und sind sehr viel geradliniger gespielt.
    Eine andere Option (die besitze ich selbst nicht, habe die Anschaffung aber überlegt), wäre das Suske-Quartett, bei denen die ersten 7 Quartette fehlen (nicht die ersten 13 wie bei ABQ u.a.).
    Separate Aufnahmen der frühen sind selten (die der Hagens war zuerst so eine, aber inzwischen ist die Gesamtbox spottbillig und die alte längst vergriffen.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Sind die Streichquartette Mozarts auch wieder so ein Fall, wo Einzelaufnahmen einer Gesamteinspielung vorzuziehen wären, weil die Stücke einfach zu heterogen in ihrer Qualität und ihren Ansprüchen sind?

    Im Prinzip wahrscheinlich ja - aber es gibt natürlich auch die Gegenargumentation, dass nämlich die Interpretation eines Zyklus durch EINE Formation, einen geschlossenen künstlerischen Eindruck vermittelt - und kein "Patchwork" Diese Ansicht habe ich spezial bei Kammermusik - aber auch bei Klaviersonaten gehört.


    Letztlich ist aber auch ein exorbitanter Preisverfall daran schuld, dass man in vielen Fällen - fast ist man geneigt zu sagen - gezwungenermaßen - zur Gesamtaufnahme greift - vor allem dann - wenn sie oft nur 50 Prozent teurer ist als eine Einzel-CD einer ebenbürtigen Einspielung.....


    Mit der von Felix Meritis empfohlenen Box der Guarneri Quartetts kann man meiner Meinung nach nichts falsch machen. Es ist aber auch kein Fehler, die spezielleren Streichquartett-Threads über Mozarts Streichquartette zu lesen....


    mfg aus Wien
    Alfred

  • Den ersten Teil meines Mozartprojekts habe ich bereits abgeschlossen und mir eine Zweiteinspielung von KV 499 und KV 575 besorgt:



    Und es hat sich ausgezahlt, denn das Klenke Quartett mir das Hoffmeisterquartett endlich näher gebracht. Früher fand ich das Stück trocken, aber in der wirklich sehr feinen und akzentuierten Aufnhame der Klenkes gewinnt das Werk unglaublich an Attraktivität. Tatsächlich sind der Kopfsatz und das Adagio wunderschön - das Quartett steht sicher auf der Höhe der 6 Haydnquartette.

  • Hallo zusammen,


    sehe ich das richtig, dass es tatsächlich keine einigermaßen aktuelle Gesamtaufnahme gibt? ?(Hagen (1988-2004) ist ja auch schon wieder nicht mehr so richtig "frisch".


    Viele Grüße
    Frank

  • Na ja, Gesamtaufnahmen aller Mozartquartette sind ja auch nicht so häufig wie die von Beethoven, Bartok oder Schostakowitsch. Die meisten beschränken sich ja auf die letzten 10 "großen" Quartette. Das Leipziger Streichquartett bastelt noch an seiner GA, aber sonst wüsste ich auch von keiner. Denkbar wäre eine vom Auryn Quartett nachdem deren Haydn komplett ist. Die Streichquintette haben sie unlängst eingespielt. Und eine halbe GA gibt es vom Cuarteto Casals, vielleicht wird die noch vervollständigt, die spielen in Richtung historisch informiert. Habe sie schon mehrfach live mit Mozart gehört.


    Aber ganz ehrlich wenn man die exzellenten ja auch preislich attraktiven Boxen mit dem Alban Berg Quartett und dem Hagen Quartett besitzt, ist man dann nicht ausreichend versorgt?



  • Bei 230 Jahre alter Klassik ist 20 Jahre alt "einigermaßen aktuell" :D
    Es gibt vermutlich eine ganze Reihe Anthologien oder Einzelwerke auf einer CD in neueren Aufnahmen (zB Jerusalem, Ebene). Die frühen Quartette werden eh ziemlich selten aufgenommen.

    Struck by the sounds before the sun,
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    (Bob Dylan)

  • Ich hätte in meiner Sammlung auch noch "die Hagens", die ich in der jetzt zu Ende gehenden Saison mit einem Haydn-Abend in Köln erlebt habe. Der zweite Abend ging mir leider durch die "Lappen", stattdessen lag ich im Krnakenhaus:

    und diese habe ich auch noch in der Mozart-Gessmtausgabe:

    die Quartette KV 155 bis 173 mit dem Sonare-Quartett (1989 und 1991) und die übrigen mit dem Franz Schubert Quartett of Vienna (1994)


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Aber ganz ehrlich wenn man die exzellenten ja auch preislich attraktiven Boxen mit dem Alban Berg Quartett und dem Hagen Quartett besitzt, ist man dann nicht ausreichend versorgt?


    Grundsätzlich habt ihr sicher Recht. Allerdings muss ich gestehen, beide GA tatsächlich (noch) NICHT zu besitzen. Die Aufnahme mit dem Hagen-Quartett steht jedoch auf meiner Amazon-Wunschliste.
    Vorhandene Gesamtaufnahmen sind die mit dem Talich-Quartett (eher romantisierend) sowie mit dem Quartetto Italiano. Ich wünsche mir da einfach etwas "Frisches", Neues - auch in klanglicher Hinsicht Aktuelles. Die Zeit wird es vermutlich richten... :)


  • Vorhandene Gesamtaufnahmen sind die mit dem Talich-Quartett (eher romantisierend) sowie mit dem Quartetto Italiano. Ich wünsche mir da einfach etwas "Frisches", Neues - auch in klanglicher Hinsicht Aktuelles.


    Die Anforderung würden die Aufnahme des Cuarteto Casals ziemlich sicher erfüllen. Nur ist anscheinend die Teilbox mit den frühen Werken nur noch zu astronomischen Preisen zu haben und von den "relevanten" ist erst eine CD erschienen. Im Falle des Hagen Quartetts (die ein oder mehrere Quartette inzwischen noch einmal bei ihrem neuen Label vorgelegt haben) gibt es einen stilistischen Sprung zwischen den in den 1980ern (rechtzeitig für 1991) eingespielten frühen und den in den frühen 2000ern aufgenommenen reifen Quartetten. Die früheren Aufnahmen sind "frisch" und geradlinig, die späteren zwar sehr lohnend, aber stellenweise etwas eigen (wenn auch noch lange nicht so eigen wie einige ihre neuesten Aufnahmen).
    Ich habe eigentlich keinen Bedarf für mehr Aufnahmen der frühen Werke; da bin ich mit der Hagen-GA zufrieden. Zusätzlich habe ich noch die reifen 10 mit dem ABQ, die Haydn gewidmeten mit Melos, Petersen, sowie eine Reihe von Einzelaufnahmen der bekannteren Werke.

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    (Bob Dylan)

  • Nach meinen Recherchen scheint es bisher insgesamt nur 6 GA der Mozart'schen Quartette aus einer Hand zu geben, vier davon stehen in meiner Sammlung, 2 auf Vinyl und 2 auf CD:


    Amadeus Quartett*
    Quartetto Italiano*
    Hagen Quartett*
    Eder Quartett
    American String Quartett*
    Talich Quartett


    Kennt jemand noch andere?

  • Es gibt noch eine mit dem Heutling Quartett. Von der des American String Quartet wusste ich nichts; es würde mich aber nicht wundern, wenn es vielleicht noch eine gäbe, die evtl. nur auf Vinyl erschienen war. Das Suske Quartett hat anscheinend die ersten 6 oder 7 Werke nicht eingespielt.


    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • ES ist natürlich immer riskant etwas aus der Erinnerungen zu beurteilen, aber ich bin mir sicher, daß ich in meiner Jugend zwei Vinyl Langspielpaltten mit dem Heutling Quartett besaß, die tontechnisch eine Enntäuschung waren. Es gibt hier dazu eine Geschichte, weswegen ich mich so gut erinnere. Jahrelang hatte ich nur DGG Platten in meiner Sammlung. Irgendwann verirrte sich ein Platte mit Mozarts Violinkonzerten 4 und 5 mit Nathan Milstein in meine Sammlung. Es war eine Aufnahme von EMI. Die Aufnahme war derart ausgezeichnet, vor allem in klangtechnischer Hinsicht, daß ich beschloss, ab jetzt mehr EMI Prodkte zu kaufen. Die nächsten beiden Platten waren Mozart Streichquartette mit dem Heutling Quartett. Ich empfand die Aufnahmen als eher kompakt und schwach in den Höhen. Heute könnte ich das vermutlich nicht mehr beurteilen. Ich war den eher schlanken Klang des Amadeus Quartetts gewohnt....


    Manchmal packt mich das schlechte Gewissen: Anlässlich dieses Threads fand ich heraus, daß ich eine Gesamtaufnahme mit den Hagen Quartett besitze, 6 CDs mit dem Talich Quartett, und 8 mit dem Eder Quartett (vermutlich komplett). Am liebsten höre ich aber Aufnahmen mit den Guarneri Quartett (Torso)
    Komisch - ich hatte mit eingebildet auch eine Box mit dem Amadeus Quartett gekauft zu haben (Ich hatte einst einiges davon auf Vinyl)...
    Nach einigem Suchen fand ich sie: Original auf dem Stapel der ungehörten, direkt auf der noch originalversiegelten Box mit dem Quartetto Italiano.....


    Viele CDs im Archiv - zu wenig Zeit sie zu hören......


    Ex- Tamino User Pius schrieb 2008:
    Alfred

    Unter den "modernen" Aufnahmen sicher kaum zu überbieten, sehr intelligente und interessante Aufnahme! Mit den Hagens bei Mozart kann man nichts falsch machen.


    Wie mans nimmt. Mir sind sie zu forsch - ziehe daher das "romantisierende" Talich Quartett vor.....


    mfg aus Wien

  • Wie mans nimmt. Mir sind sie zu forsch - ziehe daher das "romantisierende" Talich Quartett vor.....


    Dann könnte Dich auch das American String Quartet interessieren, die da einen Mittelweg beschreiten und das große Privileg hatten, die Einspielung mit einem zueinander passenden Satz an Stradivari Instrumenten aufzeichnen zu dürfen. Ihr Mozartspiel ist tadellos und klanglich vorzüglich aufgezeichnet. Leider ist die Aufnahme derzeit sehr teuer und wenn man schon einige noch ungeöffnete hat...


    Auf der website des Werbeträgers finden sich einige Lobeshymnen dieser Einspielung.