Schumanns Klavierkonzert

  • Hallo Taminos,


    ihr wisst: ich bin ein großer Schumann-Freund und als solcher natürlich auch eifriger Bewunderer und Hörer seines Klavierkonzertes Op.54. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass die eine oder andere Aufnahme zusammenkommt (und trotzdem Unsicherheit bleibt: gibt es vielleicht doch noch bessere, unerhörte, unterschätzte?)



    Für mich gibt es derzeit einige Favoriten: An erster Stelle die schon "historischen" Aufnahmen mit Dinu Lipatti / Herbert von Karajan: trotz des Klanges ein Genuß.


    ...Clara Haskil / Willem van Otterloo:


    ...und schließlich Leon Fleisher/ Georg Szell:

    Seit dem Erscheinen dieser Aufnahmen ist mittlerweile viel Wasser die Elbe heruntergeflossen, viele haben den Weg auf meinen Plattenteller gefunden (einige sind auch recht gelungen wie Staier/Herreweghe), aber dort beständig kreisen, das schaffen nur die obigen. Aber ich lass mich natürlich gerne eines Besseren belehren. Welche interessanten / besseren Aufnahmen kennt ihr?


    Grüße aus Hamburg
    Uwe

  • Hallo Uwe,


    bessere Aufnahmen als die Haskils und Lipattis sind nicht denkbar, aber interesssante gibt es durchaus noch:
    hier eine kleine Auswahl:


    die mit dem hierzulande immer noch sträflich unterschätzten Ivan Moravec halte ich schon für bemerkenswert:




    Walter Gieseking war in Hochform im Jahr 1942 unter Furtwängler:




    Sicher gibt es auch "neuere" Einspielungen, in die hineinzuhören es sich lohnt, denn das Werk ist in den Katalogen reichlich vertreten

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Auch wenn ich inzwischen über diverse Einspielungen dieses Konzertes verfüge (manchmal läßt es sich nicht vermeiden, da sehr oft die Kopplung mit dem Grieg Konzert veröffentlicht wird), führt meine Rangliste uneingeschränkt auch Dinu Lipatti an.


    Obwohl die Karajan-Einspielung am wenigsten rauscht, klingt sie doch sehr dumpf. Auch wenn ich Karajan nicht gerade gerne mag, findet man hier jedoch ein recht harmonisches Spiel.


    Vom Zusammenspiel zwischen Solist, Orchester und Dirigent gefällt mir jedoch der Livemitschnitt von Lipatti vom 22.02.1950 aus Genf mit dem Orchestre de la Suisse Romande unter Ernest Ansermet wesentlich besser. Der Höreindruck jedoch leidet hier - neben dem Monoklang der Radioaufzeichnung - etwas unter dem Knistern (Decca Historic, 425968-2, zusammen mit dem 4. Klavierkonzert von Beethoven, Clara Haskil, London Philharmonic, Carlo Zecchi).
    Diese Aufnahme, die schon seit geraumer Zeit vom Markt genommen wurde, mußte ich doch gleich nach längerer Zeit wieder zum Hören in den Player legen...
    (Nachtrag) Ungewöhnlich für eine CD-Produktion eines bekannten Labels, dass man zumindest gut 2 Minuten des berechtigten, stürmischen und mit Bravo-Rufen versehenen Schlussapplauses auf dem Tonträger belassen hat.


    Ein Künstler, der es bis zum heutigen Tag sowohl mit Lipatti als auch anderen "Größen" des Schumann-Konzertes aufnehmen kann, ist der bereits an anderer Stelle erwähnte Noel Mewton-Wood.



    Zusammen mit Walter Goehr und dem Philharmonischen Orchester der Niederlande spielte er dieses Konzert, zusammen mit Beethoven's 4. Konzert, in den Jahren 1947-49 für die Schallplatte ein.
    Die CD wurde im Rahmen einer Hommage an Mewton-Wood von dem leider nicht mehr existierenden, französichen Label DANTE im Rahmen der Historical Piano Collection unter HPC 106 veröffentlicht.


    Nicht unerwähnt bleiben soll die häufig gescholtene Maria Joao Pires, jedoch nicht mit ihrer "neuzeitlichen" Einspielung unter Abbado sondern im Rahmen eines der unzähligen Konzertmitschnitte aus den 70er und 80er Jahren.
    Auch sie präsentierte das Werk hier ähnlich wie Lipatti und Mewton-Wood, aufgewühlt und dem Spüren des nahenden Wahnsinns des Komponisten verpflichtet.


    Wer sich jetzt über weitere, unzählige Aufnahmen des Konzertes informieren möchte, der kann über diesen Link die Auflistungen auf einer französichsprachigen Website besuchen, die übrigens auch zu anderen Komponisten/Werken recht umfangreich und kompetent erscheint.


    Gruß,
    Jürgen

    Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen. [frei nach George Orwell]

  • Hallo,


    Ich bin kein Schumann-Spezialist, bin also vorsichtig mit einer Bewertung.
    Gestern habe ich das Konzert in allen 3 mir vorliegenden Einspielungen abgehört.
    Zunachst die Aufnahme


    Robert Schumann: Klavierkonzert in a-moll
    Krystian Zimerman
    Berliner Philharmoniker
    Herbert von Karajan
    Deutsche Grammophon


    Die Aufnahme zählte, als ich sie kaufte, nicht zu meinen Lieblingsaufnahmen, sie war mir zu verhalten.
    Gestern als ich ihr "wiederbegegnet" bin, habe ich
    gelernt diese Lesart zu lieben und zu schätzen,
    vor allem die lyrischen Passagen.


    Robert Schumann: Klavierkonzert in a-moll
    Martha Argerich
    National Symphony Orchestra
    Mstislav Rostropovich
    Deutsche Grammophon / Serie Galleria


    Etwas schneller in den Tempi, etwas beherzter generell,
    allerdings doch auch auf Kosten des Schönklangs im
    lyrischen Teil.


    Robert Schumann: Klavierkonzert in a-moll
    Leon Fleisher
    Cleveland Orchestra
    George Szell
    CBS / SONY


    Am beeindruckendsten in meinen Ohren, ist wohl diese Aufnahme:
    Mit Verve gespielt (ich weiß nicht ob man Schumann so spielen darf ?)
    wischt diese Interpretation im Handumdrehen alle eventuellen Einwände weg, irgendwie hat man das Gefühl live dabei zu sein.
    Ich habe dann relativ bald aufgehört zu analysieren, sondern mich
    ganz der Musik hingegeben. Das Schönste was man über eine
    Aufnahme sagen kann.


    Aber ein echter Sammler ruht nie.
    Zwei weitere Kandidaten stehen in den Startlöchern, bereit zur Aufnahme in meine Sammlung:


    Idil Biret und S.Richter (mit Kleiber) am Pult.
    Über Richter/Kleiber braucht man ja nicht viele Worte verlieren, vielleicht besitzt diese CD jemand und kann was zu Aufnahmequalität sagen (die ist bei Richter oft soso lala, milde ausgedrückt)
    Die Biret-CD indes hat eine hervorragende Kritik:


    Zitat

    Biret is a pianist of true greatness, and her Brahms First stands for me among the finest versions of that work, along with relatively recent recordings by Ivan Moravec and Leif Ove Andsnes, and older ones by Arrau, Brendel, Curzon (with Van Beinum rather than Szell), Fleisher, and Weissenberg. "- Fanfare


    und ist außerdem noch mit Brahms Klavierkonzert Nr 1 in d-moll op 15 gekoppelt.



    Gruß aus Wien
    Alfred

  • Zitat von Alfred_Schmidt

    Zwei weitere Kandidaten stehen in den Startlöchern, bereit zur Aufnahme in meine Sammlung:


    Idil Biret und S.Richter (mit Kleiber) am Pult.

    Hallo Alfred,


    nichts gegen Biret und ihre wunderbare Einspielung der Brahms-Konzerte ... ;), die jedoch NICHT mit dem Schumann-Konzert gekoppelt sind sondern "nur" mit den beiden Konzertstücken op. 92 und op. 134.
    Das Schumann-Klavierkonzert erscheint erst ca. Ende des Jahres als Livemitschnitt zusammen mit dem Grieg-Konzert.


    Gruß,
    Jürgen

    Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen. [frei nach George Orwell]

  • Hallo Klassikliebhaber,


    du schriebst:

    Zitat

    Original von Klassikliebhaber
    Ich habe erstgenannte auf Schallplatte.
    Jedoch ist die Qualität so grottenschlecht (mono) und ich kann fast nichts hören.


    Ist die EMI CD denn qualitativ gut?

    Also: natürlich kann man aus einer (Mono)-Aufnahme, die 1948 entstanden ist keinen vollen, satten Klang, wie wir ihn heute kennen, erwarten.


    Diese Erwartung / Nicht-Erwartung ist sicherlich auch eine Frage der Klang-Sozialisation: ich höre relativ viel historische Aufnahmen (LP/CD) und bin einiges gewohnt, und weiß worauf ich mich einlasse, wenn ich alte Aufnahmen höre. Natürlich ist vieles, was uns heutzutage an Aufnahmen, die die 50-Jahres-Frist verloren haben, sehr grenzwertig, um es einmal neutral auszudrücken (die Billig-Boxen der großen Dirigenten, die es bei 2001 gibt, gehören sicher dazu), da nicht bei allen Scheiben der Übertrag auf CD per se besseren Klanggenuss garantiert, aber es gibt auch Firmen, die lassen Sorgfalt walten.


    Zu deinem Mono-Einwand: es gibt wunderbar, vom Klang her sehr transparente Mono-Aufnahmen.
    Abschließend zu Deiner Frage: ich kann auf der CD Orchester und Klavier voneinander unterscheiden :D, nein im Ernst: der Klang ist erträglich. (Leider kann ich zur Zeit den direkten Vergleich CD/LP nicht durchführen, wei lich erst die Platte aus dem derzeitigen Lager holen müsste).


    Gruß aus Hamburg
    Uwe

  • Hallo Jürgen,


    Jürgen schrieb:


    Zitat

    nichts gegen Biret und ihre wunderbare Einspielung der Brahms-Konzerte ... , die jedoch NICHT mit dem Schumann-Konzert gekoppelt sind sondern "nur" mit den beiden Konzertstücken op. 92 und op. 134.

    Ja, das weiß ich inzwischen auch :D
    Ich hab die CD nämlich vergeblich gesucht.
    Wenigstens weiß ich jetzt wie der Fehler passiert ist:
    Die CD wurd von mir unter Biret Schumann Klavierkonzert gesucht.
    Natürlich kam eine CD die von Idil Biret gespielt wurde, die ein Klavierkonzert (allerdings das von Brahms) enthielt und etwas von Schumann. Weil ich ja genau wusste, da MUSS das gesuchte kommen,
    hab ich nicht näher kontrolliert.


    Es hat aber zu einem anderen Kauf geführt, den ich in heute erst gekauft präsentiere.



    Gruß aus Wien


    Alfred

  • Hallo Daniel,


    Zitat von Klassikliebhaber

    und was ist mit brendel und arrau? :(
    werden die nicht beachtet? :(

    Meinerseits besitze ich eine Aufnahme mit Arrau und von Dohnanyi/Concertgebouw Orchestra. Ich sie oben aber, ebenso wie einige andere, nicht explizit erwähnt, da sie für mich nicht zu den überragenden Einspielungen zählt - Arrau gefällt mir mit reinen Klavierprogrammen, glaube ich, besser.
    Zur Brendel-Aufnahme (Abbado, LSO?) kann ich nichts sagen - habe ich noch gehört. Du vielleicht?


    Gruß
    Uwe

  • Die Arrau und von Dohnanyi/Concertgebouw Orchestra Aufnahme habe ich auch (Philips CD),mit dem Grieg Konzert als Zusatz.


    Seine Spielweise wurde vom j.Kaiser sehr gelobt.
    Leider sehe ich das nicht so. Selbst wenn ich es wollte.
    Denn gerade hier, und das ärgert mich sehr,ist die Klangqualität verdammt schlecht. Das macht ein Urteil sehr schwierig.
    Es klingt für mich (leider!) einfach zu normal.
    Deshalb hab ich mir erhofft,dass es vielleicht andere gibt,die eine bessere Aufnahme haben und was positive(re)s berichten können.


    Brendel/Abbado LSO hab ich hier rumfliegen,ich habe nur kurz reingelauscht, aber war nicht sonderlich begeistert.
    Da war Brendel glaub ich noch sehr jung,oder? Keine Ahnung von wann die Aufnahme ist. Auf jeden Fall hört es sich für mich sehr unreif an.
    Deshalb höre ich wenn schon lieber die Aufnahme von Brendel/Sanderling an. Das Orchester hält gut mit (kenn ich aber nicht; Philharmonia Orchestra). An einigen Stellen hatte ich aber das Gefühl,dass dem Orchester die Puste ausgeht. Note: GUT
    Pianistisch ist Brendel hier sehr solide. Kraft und Sanftmut halten sich im Gleichgewicht. Besonders die gesanglichen Passagen gefallen mir sehr. Auch wenn ab und zu das Tempo schneller sein könnte (im 1.Satz),gefällt mir Brendel insgesamt sehr gut.


    Ich höre mir mal gleich die Aufnahme Brendel/Abbado ganz an. Vielleicht lassen sich dann andere Schlüsse ziehen (was ich aber nicht glaube).


    Eine andere Alternative wäre noch:


    Leif Ove Andsnes/Beliner Phil unter Jansons (EMI)


    Sein Tempo ist schnell. Der Vorwärtsdrang ist grösser als bei anderen Interpreten. Das ist auch ein Vorteil gegenüber z.B. Lipatti.
    Im Gesamtblick hört sich Andsnes´Spielweise aber regelrecht normal an.
    Er hätte etwas MEHR von seiner eigenen "Note" dazu geben können.
    Als Norweger spielt er die gesanglichen Passagen sehr schön!
    Kein Gebolze.

  • Hallo Daniel,



    Zitat von Klassikliebhaber

    Kennt jemand eine (gute) Aufnahme von Martha Argerich?


    Wenn ja....wie findet ihr die Aufnahme (z.B.im vgl.zu lipatti)?


    Mir sind zwei Aufnahmen bekannt, von denen ich eine besitze (Argerich/ Rostropovitch - Washington SO) und eine nur vom Probehören kenne (Argerich/Harnoncourt - Chamberorchester of Europe): bei beiden ist der eigentliche Schwachpunkt die Orchesterbegleitung. Beide Dirigenten haben ihre jeweils eigenen Vorstellungen vom Konzertieren und es klingt, als seien diese Vorstellungen nicht mit Frau Argerich kommuniziert. Aber abgesehen davon 'berührt' das Spiel von M.Argerich auch nicht und das ist für der entscheidende Unteschied zu Lipatti. Dieser hat für mich auch den Gedanken des Konzertes erfasst - etwas, das mir bei M.Argerich nicht so erscheint.


    Gruß
    Uwe

  • Sagitt meint:
    Argerich hat gerade wieder eine Aufnahme des Konzerts auf den Markt gebracht, dirigiert von ihrem früheren Lebensgefährten Rabinovitch.
    Argerichs Problem ist immer wieder, dass sie kolossales Temperament( auch mit 63 Jahren) nicht unter Kontrolle hat. Sie spielt das Konzert sehr wuchtig und zugleich mit delikaten Anschlag, aber speziell im dritten Satz gehen ihr die Pferde durch. Da wirds dann so virtuos, dass man eher an Liszt, denn an Schumann denkt.


    Ich will noch auf zwei Pianisten verweisen,deren Aufnahmen mindestens mitzuberücksichtigen wären. Der früh verstorbene Julius Katchen war ein großartiger Pianist romantischer Klaviermusik. Ihm stand jede Technik zu Gebot, war zugleich aber ein vollkommen kontrollierter Spieler.
    Der zweite Hinweis gilt Lars Vogt. Seine Debut-Platte hat er mit Rattle und den Birminghamern gemacht und u.a. Schumann gespielt. Eine erstaunliche Leistung für einen zwanzigjährigen Mann und Rattle gestaltet den Orchesterpart sehr dynamisch- Schumanns Konzert, das ist romantischer Sturm und Drang, und das sollte man hören dürfen.

  • Wer eine neuere Aufnahme des Schumann-Konzertes (und auch seiner übrigen Kompositionen für Klavier und Orchester) sucht, der greife doch zu Murray Perahia - Claudio Abbado. Gewiß hat diese Einspielung nicht den Kultstatus wie die des legendären Dinu Lipatti. Aber sie kann mit anderen Qualitäten aufwarten, und zwar nicht nur denen eines hervorragenden Klangbildes.
    Wie auch Perahias Aufnahmen der Kreisleriana und der Sonate fis-moll (vielleicht nicht ganz so gut: die CD mit Papillons, Fantasie C-Dur und den Symphonischen Etüden) beweisen, hat der Interpret Schumann "verstanden". Florestan und Eusebius treten mit ihren Charakteristika deutlich hervor.
    Das gilt ebenso vom Klavierkonzert: Sturm und Drang, dann eine liebliche, mondscheinüberglänzte Idylle, ein nächtliches Schreckgespenst, eine zärtliche Romanze, plötzliches Pferdegetrappel, eine Jagdszene usw. Bei Perahia atmet, lebt und bebt der ganze Schumann.

    Musik: Atem der Statuen. Vielleicht: Stille der Bilder. Du Sprache wo Sprachen enden. Du Zeit, die senkrecht steht auf der Richtung vergehender Herzen. (Rilke)

  • Hallo sagitt,


    Zitat von sagitt

    ...Argerich hat gerade wieder eine Aufnahme des Konzerts auf den Markt gebracht, dirigiert von ihrem früheren Lebensgefährten Rabinovitch.

    ...leider auch kein Fortschritt gegenüber den älteren Aufnahmen, eher im Gegenteil...



    Zitat von sagitt

    Ich will noch auf zwei Pianisten verweisen,deren Aufnahmen mindestens mitzuberücksichtigen wären. Der früh verstorbene Julius Katchen war ein großartiger Pianist romantischer Klaviermusik. Ihm stand jede Technik zu Gebot, war zugleich aber ein vollkommen kontrollierter Spieler.

    Julius Katchen kenne ich (mehr oder weniger) nur als Brahms-Spieler. Klingt aber interessant...



    Zitat von Original von sagitt

    Der zweite Hinweis gilt Lars Vogt. Seine Debut-Platte hat er mit Rattle und den Birminghamern gemacht und u.a. Schumann gespielt. Eine erstaunliche Leistung für einen zwanzigjährigen Mann und Rattle gestaltet den Orchesterpart sehr dynamisch- Schumanns Konzert, das ist romantischer Sturm und Drang, und das sollte man hören dürfen.

    ...und Lars Vogt war mir bisher nur dem Namen nach bekannt. Sollte ich wohl ändern.


    Grüße aus Hamburg
    Uwe

  • Sagitt meint:


    Zwei Anmerkungen zu diesem thread.
    Die Lipatti-Aufnahme ist in der neuen Box von Kaiser einer deutlichen "Klangdusche" unterzogen worden, was das Klavier erstaunlich frisch klingen lässt, aber an anderen Stelle ( eine klandreduzierte Oboe) zu fragwürdigen Ergebnissen führt-


    Wer einmal einen Alternative hören will ( Thema: Reduzierung des Klangs) höre den fabelhaften Pianisten Andreas Steier ( sein Hammerflügel aus den 50ziger Jahren des 19ten Jahrhunderts hat einen erstaunlichen vollen Klang), zusammen mit Herrweghe. Diese Aufnahme ist gekoppelt mit der zweiten Sinfonie op. 61. Herreweghe spielt einen sehr anregenden Schumann, der Klang etwas anders, aber gar nicht "dick", sondern voll romantischen Aufschwungs. Herreweghe hat deuie Gefilde des Barock längst verlassen und macht insgesamt sehr gut Musik der Romantik.

  • Zitat

    Original von Alfred_SchmidtZwei weitere Kandidaten stehen in den Startlöchern, bereit zur Aufnahme in meine Sammlung:


    Idil Biret und S.Richter (mit Kleiber) am Pult.
    Über Richter/Kleiber braucht man ja nicht viele Worte verlieren, vielleicht besitzt diese CD jemand und kann was zu Aufnahmequalität sagen (die ist bei Richter oft soso lala, milde ausgedrückt)


    Hmm... Habe ich irgendwas verpasst? Richter und Kleiber haben das Dvorak-Klavierkonzert aufgenommen, von einer Schumann-Aufnahme weiss ich nichts!


    Gruss,


    Hendrik

  • Real Hendrik schrieb völlig zu recht:


    Zitat

    Hmm... Habe ich irgendwas verpasst? Richter und Kleiber haben das Dvorak-Klavierkonzert aufgenommen, von einer Schumann-Aufnahme weiss ich nichts


    Es gibt auch keine, ich hab mich verlesen.


    Beste Grüße
    Alfred

  • XRezension: Schumann Klavierkonzert / Cliburn / Hendl / RCA / 1961



    Vor einiger Zeit hatte ich versprochen etwas zu dieser CD zu schreiben.
    Ist zwar etwas her, aber nun dann .....


    Auch wenn unter diesem Label schon früh durchaus ordentliche Tondokumente entstanden sind kann man natürlich kein Klangwunder erwarten.
    Der Klang ist Standard, nicht weniger, aber auch nicht mehr.


    In den dynamischen, schwungvollen Passagen weiß Cliburn durchaus zu gefallen und natürlich kann, muß man aber nicht, Schumann lyrisch und "sentimental verklärt" spielen. Aber etwas mehr Feingefühl dürfte es dann aber durchaus schon sein als das was Cliburn hier spielt.
    Außerdem vermisse ich etwas "Farbe" und "Klangschönheit". Beides stünde der Aufnahme gut zu Gesicht.
    All zu oft klingen Passage einfach dumpf (von Klavierspiel).


    Ganz so ein "Haudrauf" als den ihn einige gerne bezeichnen kann man Cliburn jedoch nicht "abstempeln" denn es gelingt im schon stellenweise die ruhigen Passagen auszuleuchten. Aber zu selten !!!!


    Auch das Chicago Symphony Orchester legt hier eher eine durchschnittliche Einspielung hin.


    Eine Referenzaufnahme ist dies mit Sicherheit nicht.


    Klang: 5
    Interpretation: 5-6
    _____________________


    Auf meiner Wunschliste steht übrigens die DECCA Aufnahme mit R. Lupu mit dem LSO unter Previn. (1973)
    Falls jemand etwas dazu sagen kann wäre ich erfreut.


    Gruß

  • Hallo Richard,


    Zitat von Richard

    Auf meiner Wunschliste steht übrigens die DECCA Aufnahme mit R. Lupu mit dem LSO unter Previn. (1973)
    Falls jemand etwas dazu sagen kann wäre ich erfreut.


    Gruß


    ...habe ich länger nicht gehört, kam mir damals aber nicht außergewöhnlich (weder positiv noch negativ) vor. Ich werde sie wohl noch einmal hervorkramen müssen...


    Gruß
    Uwe

  • Zitat von Uwe

    Richard :
    ...kann leider noch etwas dauern. Welche, außer Cliburn/Reiner hast du sonst noch?


    Lipatti / Karajan
    Haskil aus der "Legacy Vol.2 von Philips"
    Arrau / Dohnannyi


    Deshalb denke ich über Lupu nach.
    Andsnes klang gut, aber leider mit Kopieschutz.


    Gruß

  • Zitat

    Original von Richard
    Lipatti / Karajan
    Haskil aus der "Legacy Vol.2 von Philips"
    Arrau / Dohnannyi


    Deshalb denke ich über Lupu nach.


    Ich empfehle vorher die Aufnahme von Argerich und Harnoncourt auf Teldec oder Grimaux/Zinman auf Erato, gibt es beide bestimmt irgendwo günstig. Grumiaux spielt sehr ausgewogen aber emotional, Argerich sehr spontan, da es auch ein Liveaufnahme ist.

  • Gerrit Stolte schrieb:


    Zitat

    oder Grimaux/Zinman auf Erato, gibt es beide bestimmt irgendwo günstig. Grumiaux spielt sehr ausgewogen aber emotiona


    Also wenn ich nicht langsam völlig verkalke, war Grumiaux ein Geiger, Grimaux dagegen kenn ich garnicht, bliebe wohl noch Hélène Grimaud übrig, die von allen hier genannten auch einigermaßen Klavier spielen konnte.


    Mit freundlichen und völlig agressionsfreien Grüßen :D

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • @BBB und Gerrit:


    Danke für die Empfehlung. Die Grimaud ist für ca. 10 € zu bekommen üblicherweise. Die Rezension bei Rondo ist nicht unbedingt überzeugend, werde sie mir aberbei Gelegenheit einmal anhören und mir eine Meinung zu bilden.


    Gru0

  • Hallo Richard,,


    komme leider zur Zeit nicht dazu, die Lupu-Aufnahme rauszusuchen (erfordert etwas Zeit, die ich momentan nicht habe).


    Als Alternative zu den von Gerrit empfohlenen Grimaud/Argerich würde ich noch eine etwas andere FAssung mit Andreas Staier/Herreweghe empfehlen. In der HMF-Serie (mit Cello-Konzert statt der 2.) für 6,99 erhältlich.



    Die Lupu gibt es für 5,99 bei jpc. (Falls Du sie kaufst, und sie Dir nicht gefällt, nehme ich sie Dir halt ab - habe sie nur auf LP).


    Grüße
    Uwe