Gänsehautstellen

  • Hallo, liebe Forianer!


    Auf besonderen Wunsch von Salisburgensis möchte ich es hier noch einmal wagen, eine alte Idee zu reanimieren!Vor langer,langer Zeit schrieb ich an einem fernen Ort namens Fremdforum die folgenden Zeilen:


    Jeder Musikfreund findet sie an anderen Stellen, in unterschiedlichen Werken und Aufnahmen - die Gänsehautstellen. Man kann sie nicht analytisch deuten und schon gar nicht bewerten. Man weiß einfach: dieses Stückchen Musik ist für MICH gemacht.


    Eine solche Stelle gibt es für mich u.a. in Eugen Jochums Aufnahme ( EMI) der h-moll Messe von J.S. Bach mit dem Bayrischen RSO: Auch wenn ich insgesamt schönere Aufnahmen kenne - der Übergang des Crucifixus ( et sepultus est) zum Et Resurrexit ist unschlagbar. Man steigt bis ins tiefste Grab hinab - Generalpause - und dann schmettert der Auferstehungsjubel los! Diese Generalpause ist in allen anderen mir bekannten Aufnahmen zu kurz, der nachfolgende Jubel wirkt dadurch gehetzt und oberflächlich.Nur bei Jochum geschieht das Wunder...
    So, genau so muß es sein!


    Ich bin neugierig, wo Ihr Eure Gänsehautstellen habt!


    Um es noch einmal zu verdeutlichen und Verwechslungen mit anderen Threads zu vermeiden- es geht nicht um ganze Werke, sondern um Momente in der Musik oder in einzelnen Aufnahmen, die für Euch ganz nah am Himmelstor liegen, Euch zu Tränen rühren oder eben GÄÄÄÄNSEHAUT erzeugen!


    Ich bin sehr gespannt!


    Herzliche Grüße von


    Stefan

  • Hallo Stefan,


    danke für die Eröffnung dieses Threads!



    Ich darf dieses (auslösende) Beispiel gleich wiederholen: Wenn in der Koopman-Aufnahme im Eingangschor von BWV 25 Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe der Chor von Zink und Posaunen (zusätzlich auch noch Blockflöten) einsetzt, sie tun das immer dann, wenn die Choralmelodie Herzlich tut mich verlangen zum Satz hinzutritt, rieseln mir immer wohlige Schauer über den Rücken.



    Oder in Händels Aci, Galatea e Polifemo, Aufnahme unter Emmanuelle Haim, die Arie des Polifemo Fra l´ombre e gl’orrori.



    :hello:
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Gänsehaut mit Gewürg in der Kehle kenne ich eher bei Höllen- statt Himmelstor durch Musikeinwirkung. Aber da Edwin Baumgartner schon von fast unerträglichen Stellen spricht: Das extremste, was ich kenne, ist für mich die fast 10-minütige Klavier+Orchesterpassage von "Como una ola de fuerza y luz" von Luigi Nono (1970). Ein so bedrohliches, aussichtsloses "Töne-Präsentieren" im ganzen Orchester untermischt mit Cluster-Attacken des Klaviers gipfelnd in grellsten Höchstregistern und Sinustönen (wenn mich nicht alles täuscht) als Abschluss ist für schwache Nerven auf jeden Fall schon zu viel.


    Trotzdem mit wärmster Empfehlung die Aufnahme mit Abbado und Pollini:


  • Hallo!


    Da fallen mir spontan ein:
    "Contessa, perdono" aus Le nozze di figaro
    "Crudel perche fenora " (als ganzes) aus Le nozze di Figaro
    "Vielleicht, vielleicht" aus der Zauberflöte
    "Non piu mesta" aus La Cenerentola
    "Alle piu calde immagini" aus Semiramide
    "O Mimi , 4. Akt La Boheme
    "Finale 2. Akt La figlia del reggimento
    "ein engel leonore, führt mich ins himmlische Reich" aus Fidelio



    Wenn ich jetzt so nachdenke fallen mir sicher noch ein paar ein, ich werde sie dann hier mitteilen.


    LG joschi

  • Gänsehaut ist bei mir, wenn ein Künstler bei Live Konzerten oder in der Oper diese durch eine hervorragende Leistung erzeugt!
    Dann ist es meistens das was ich als Sternstunde bezeichne.


    Auch bei Abhören von wiklich tollen CD's gehts mir so. :]
    Gänsehaut gehört für mich dazu. :hello:

  • Sagitt meint:


    Erst einmal drei:


    1. Und spür ich nicht linde, sanft säuselde Luft mit Peter Anders


    2. Dort im ruhigen Tal, schweigen Schmerzen und Qual mit Peter Anders


    3. Contessa perdono mit Allen, Kanawa und Solti

  • Hallo Kurzstueckmeister!
    Eine Wahnsinnsstelle!!! Da sage noch einer, dass in der seriellen Musik kein Ausdruck möglich ist!
    Aber fairerweise muss ich jetzt alle Taministen, die nicht solche Kenner der Neuen Musik sind, warnen: Das ist keine "schöne" Musik, sondern Musik an der Grenze zum Schreiklang. Genial komponiert, aber nichts für zartbesaitete Ohren!

  • Da gibt es natürlich zig (warum hört man denn überhaupt Musik, doch wohl v.a. deswegen...), ich nenne zunächst nur eine:
    In Schumanns Davidsbündlertänzen, ich glaube im vorletzten Stück bricht in ein eher derbes (mit gutem Humor" oder so) Stück plötzlich "wie aus der Ferne" eine schon vorher so ähnlich gehört Version des lyrischen Hauptmotivs des Zyklus ein. Diese "aus der Ferne"-Wirkung einer melancholischen Erinnerung, eine Art Traum vom verlornen Paradies, ist erschütternd.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Als erste "Gänsehautstelle" ist mir die Alt-Arie "Erbarme dich" aus dem zweiten Teil von Bachs-Matthäus-Passion in den Sinn gekommen. Eigentlich die ganze Arie, besonders aber die Stellen, in denen die Altstimme und die Solovioline miteinander eng verwoben werden.


    Zweitens das letzte Lied aus Schuberts Winterreise, "Der Leiermann". Die sich durch das ganze Lied ziehende monotone Klavierbegleitung in der linken Hand finde ich geradezu niederschmetternd, ein unglaublich intensiver Ausdruck depressiver Erstarrung.


    Und dann natürlich noch die langsame Einleitung von Mozarts Dissonanzenquartett (KV 465), das dem Stück seinen Namen gegeben hat - diese ersten Takte, eine sich Ton für Ton langsam aufbauende Spannung, die dann nach endlosen fast zwei Minuten in das beschwingten Hauptthema übergeht - tiefes Durchatmen...


    Ach, es gibt noch viele andere Stellen - aber das soll erst mal reichen für´s Erste


    Mit Gruß von Carola :hello:

  • Hallo Zusammen


    Kaum ein anderes Medium ist im Stande, so große Gefühle in einem zu wecken wie die Musik. Glück, Schmerz, Freude, Tränen - und die gesuchte Gänsehaut.


    Ich kenne sehr viele Stücke, bei denen ich immer wieder augenschließend in eine andere Welt entrücke und etwas in mir fühle, das der Liebe nahe kommt. Sie alle zu nennen, würde hier den Rahmen sprengen.


    Also beschränke ich mich erst mal auf drei Stücke und nenne spontan:


    Die majestätische Arie "Ebben, ne andro lontana" (Catalani), bei der ich wirklich die Gipfel der Ötztaler Alpen im Abendrot vor mir sehe - gesungen von R. Tebaldi


    Das sehnsuchtsvolle "Nessun dorma" (Puccini), gesungen von L. Pavarotti - vor allem die Stelle ab "Ma il mio mistero è chiuso in me...."


    Der zärtlich-beruhigende 4. Satz aus der Peer Gynt Suite 2 von E. Grieg "Solvejgs Lied"


    Allein bei dem Gedanken, diese Stücke zu hören, ist sie da - die Gänsehaut - und ich meine die wohlige, kribbelnde Gänsehaut und nicht die, die einem bei den derzeitigen Außentemperaturen überzieht... :yes:


    Kribbelnde Grüße - Mimi

  • Hallo,


    - das Einleitungsthema vom b-Moll-Klavierkonzert von Tschaikowksy, wenn mans sich noch nicht leid gehört hat
    - der langsame Satz von Mozarts A-Dur-Klavierkonzert (Nr. 23), wenn nach dem Eröffnungssolo das Orchester mit den Flöten einsetzt
    - die mittlere Passage aus dem Larghetto des Krönungskonzerts (Nr. 26)
    (e - - - - - d cis cis h a - - e d cis cis h a - - a cis e e d cis h cis - ....)
    - sämtliche Passagen aus dem 2. Klavierkonzert von Brahms, z.B. wenn das Blech mit den chromatischen Abwärts-akkorden das Orchester im 1. Satz zum Ausklang bringt und das Klavier einsetzt oder bei den Fort(issimo?/e) Wechselspielen zwischen Klavier/Orchester ziemlich zu Beginn des 4. Satzes, oder auch die lyrische Passage in der Mitte des Scherzos.
    - ... lässt sich ewig fortsetzen

    "Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

  • ... das Recordare im Mozart-Requiem unter Karl Böhm mit den Wiener Philharmonikern ...
    ... der zweite Satz von Mozarts Klavierkonzert KV 453 mit Leonard Bernstein und den Wiener Philharmonikern ...
    ... die Originalfassung des Radetzkymarsches aus dem Neujahrskonzert 2001 unter Nikolaus Harnoncourt ...
    ... das Credo aus Schuberts As-Dur-Messe, Radioaufzeichnung November 2005 aus Berlin mit Nikolaus Harnoncourt ...
    usw.


    Herzlicher Gruß
    Alexander

  • Ein schönes Thema bei dem auch Anfänger posten können. :)


    Da sind einige Stellen, bei denen ich Gänsehaut bekomme: (es gibt viel zu viele um alle aufzuzählen, keine Gewähr dafür, dass dies die wichtigsten sind).
    Ich versuche einige aufzuzählen die sehr bekannt und gut zu beschreiben sind weil ich (noch) nicht sehr gut über Musik schreiben kann:


    1. Da wäre gleich der Beginn des ersten Satzes des 2. Klavierkonzertes Sergej Rachmaninoffs. Wie soll man das beschreiben? Düster und Russisch vielleicht? Jedenfalls bekomme ich hiervon eine Gänsehaut.


    2. Das Hauptthema des ersten Satzes der 4. Symphonie von Schumann, dirigiert von Bernstein. An der Stelle gleich zu Beginn als zweimal hintereinander kurz das Horn zum Einsatz kommt.


    3. Unzählige Stellen in der "Suite Pictures of an Exhibition" von Mussorgsky.


    4. Viele Auflösungen der tonalen Spannungen etlicher Werke Tschaikowskys und Dvoráks. (Da würde ich bis Sonntag sitzen um die alle näher zu erläutern).


    5. Die von Rappy besagte Stelle von Tschaikowskys 1. Klavierkonzert und allgemein bekannte Musik aus dem Fernsehen.
    Da liegt der Grund eher darin, dass die Musik, die man eigentlich wegen des hohen Bekanntheitsgrades als abgedroschen geglaubt hat im neuen Glanze erstrahlt, wenn man sie von einem guten Orchester gespielt mit guten Kopfhörern hört.


    Abschließend eine Bemerkung: Ich bin aber eigentlich nicht so der Gänsehauttyp kommt mir gerade in den Sinn. Ich bin mehr der Typ, denen gleich die Tränen kommen (nicht einmal nur bei traurigen Stellen). Ich habe auch die dumme Angewohnheit bei besonders schönen Stellen die Arme auseinanderzufalten. Dadurch ist schon einmal eine Vase zu Bruch gegangen.
    Z. B. bei Franz Liszt sehr oft. Bei Franz Liszt fällt mir z. B. keine einzige Gänsehautstelle ein obwohl ich diese Musik sehr gerne habe. Die Orchesterrfassung der neunten ungarischen Rhapsodie ist stellenweise so heiter, dass ich schon mal vor Freude zum weinen angefangen habe (aber das geht jetzt am Thema vorbei).

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Hallo Kurzstueckmeister!
    Eine Wahnsinnsstelle!!! Da sage noch einer, dass in der seriellen Musik kein Ausdruck möglich ist!
    Aber fairerweise muss ich jetzt alle Taministen, die nicht solche Kenner der Neuen Musik sind, warnen: Das ist keine "schöne" Musik, sondern usik an der Grenze zum Schreiklang. Genial komponiert, aber nichts für zartbesaitete Ohren!


    Wie wahr, wie wahr, Edwin!


    Ich habe das Stück einmal live gehört (NDR-Sinfonieorchester, Hans Zender, Klavier: Pierre-Laurent Aimard) und mich dabei nichtsahnend ziemlich nahe der Bühne platziert. Ein Fehler, wie sich sehr bald herausstellen sollte! Denn sowohl Intensität als auch Lautstärke erwiesen sich als derartig hoch, daß ich während der Aufführung weit über meine körperliche Schmerzgrenze geführt wurde. Ein Erlebnis, das ich im Konzert noch nicht sehr oft hatte...


    Grüße


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • h-Moll-Messe: Beginn der Fuge des ersten Kyrie, "et homo factus est", "passus et sepultus est"
    Johannes-Passion: Anfang von "Herr, Herr, Herr, ..."; "Es ist vollbracht", "Ach Herr lass dein lieb Engelein"
    Musikalisches Opfer: Ricercar a 6, Einsatz der tiefsten Stimme
    Jesu meine Freude: "Unter deinen Schirmen"

  • Hallo allerseits!


    Mehrere Gänsehautstellen gibt es für mich z. B. in Dvoraks Cellokonzert h-moll, op. 104, im zweiten Satz. Die erste ganz am Anfang, wenn das Cello zum ersten Mal einsetzt und die Melodie spielt, und dann ganz besonders nach etwas mehr als 6 1/2 Minuten (auf meiner Aufnahme), wo nach einem Moment Stille das Cello ganz allein wieder das Thema beginnt, und zwar dazwischen mit diesen wundervollen tiefen Tönen (besser kann ichs leider nicht beschreiben), nicht zum Aushalten!
    Allerdings nur in der Aufnahme mit Emanuel Feuermann.


    Liebe Grüße :hello:
    Terpsichore

  • Mozart-Requiem: "Ossana in excelcis",Schluß des Sanctus.


    Schubert:Aus der Winterreise,Lied 20,Der Wegweiser:"Diese Straße muß ich gehen,die noch keiner ging zurück."


    Verdi :"Essultate!"Othellos Auftritt.


    Wagner:Trauermarsch "Siegfrieds Tod" aus Götterdämmerung.

  • Absolut des berühmte Sanctus aus der h-moll-Messe.


    Der erste Satz des ersten Klavierkonzertes von Bach interpretiert von Dinu Lipatti.


    Johannespassion: der schnelle Teil von "Es ist vollbracht"


    Eingangschor Kantate Nr. 105 :jubel: :jubel: :jubel:. Da ist alles drin was Bach
    ausmacht.


    Nach dem Hören von Bachs letzter Fuge aus der Kunst der Fuge hab ich zumeist
    Gänsehaut.


    Und natürlich die Chaconne... :stumm:

  • Hallo Stefan,


    wie es aussieht, haben die Taminos nur auf diesen Thread gewartet. Hat sich doch schon gelohnt ihn aufzumachen. :yes: :]



    Eine weitere Gänsehautstelle ist für mich in Mendelsohns Elias zu finden, und zwar die Arie der Titelhelden ziemlich am Anfang des zweiten Teils Es ist genug. So nimm nun, Herr, meine Seele. mit der herrlichen Cello-Begleitung. Und auch die Baals-Chöre aus dem ersten Teil sind wahrlich gänsehautig.



    :hello:
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Eigentlich ist ja das ganze 2. Brahms-Konzert eine Gänsehautstelle an sich, aber zwei spezielle Stellen lassen mir selbst die Härchen zu Berge stehen, wenn ich es mal nur nebenbei höre.
    Auf der Richter-Aufnahme, die hoffentlich jeder hat, ist das zuerst einmal im Kopfsatz die Stelle bei ziemlich genau 10 Minuten. Das ist zum Abheben, sowas von genial...
    Und dann im letzten Satz gleich zu Anfang (1:30 oder auch 2:40) diese wunderschöne ruhige Stelle, in der sich Klavier und Orchester abwechseln. Überirdisch schön!




    Weitere Gänsehautstellen, die mir spontan noch einfallen:


    Mendelssohn: Psalm 42, op. 42: Gleich die Anfangstakte und der Alteinsatz "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser". Später natürlich noch die grandiosen Chöre.


    Nochmal Mendelssohn: Choralkantate "Vom Himmel hoch" die Einleitung, die klingsor hier in diesem Thread so schön beschrieben hat.


    Kürzlich erst entdeckt: Bruckners Achte, 1. Satz: Der kurze Choralteil bei ca. 2:20



    Weitere Stellen folgen später...



    Gruß, Peter.

  • Na, der Thread geht ja wirklich ab...


    Zunächst mal: Ich rede hier von einer Wohlfühlgänsehaut und nicht der, wo sich mir vor Aufregung oder gar Grauen die Haut kräuselt und die Haare (so 2 bis 11 übrige) hochschießen.
    Also, ich hab da so "Dauergänsehautstellen", da stellt sich dieses Gefühl (fast) immer ein, wenn ich sie höre und es gibt welche, die eher temporärer Natur sind und es noch nicht klar ist, wie sich das entwickelt.


    Zu den Dauerbrennern gehört eine bestimmte Stelle (kann sie jetzt aus dem Gedächtnis nicht näher spezifizieren) aus Dvoraks "Goldenem Spinnrad". Als ich das das erste Mal gehört habe hat es mich wirklich vor Entzücken geschüttelt, und ich bin wirklich kein sehr emotionaler Mensch. Dann zählt dort unbedingt eines der "Biblischen Lieder" von Dvorak dazu (Nr. 5 "Herr, mein Gott, ich sing ein neues Lied) und aus Richard Strauss' "Vier letzten Lieder" ist "Im Abendrot" zu nennen.
    Es gibt sicher einige weitere, aber dies fiel mir jetzt spontan ein.
    Aus der Kategorie (noch) "temporär" - Maik wirds freuen- Dvorak Cellokonzert in A: die Stelle des ersten Satzes, wo nach der relativ langen Klavier"einleitung" erstmalig das Cello mit dem Hauptthema einsetzt: Das hat schon Gänsehautcharakter.

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Hallo,
    also ich habe ja auch mehrere Gänsehautstellen, da wären zum einen:
    Lacrimosa aus Mozarts Requiem
    Freude schöner Götterfunken Beethovens 9.
    Sull'aria La nozze di figaro Mozart


    und noch einige mehr, aber das sind meine liebsten.
    Geht es nur mir so, oder sind richtige Gänsehautstellen ehrer Vokal als Instrumentalwerken zuzuordnen?

  • Guten Morgen,


    Auch von mir eine Mendelsohnsche Gänsehaut:der " Elias"
    Für mich immer noch unschlagbar in der alten Phillips-Aufnahme unter Sawallisch mit Elly Ameling, Annelies Burmeister, Peter Schreier, Theo Adam und dem Rundfunkchor Leipzig!Hier erreicht Theo Adam für mich den Gipfelpunkt seines Aufnahme- Schaffens, als Elias ist er für mich absolute Nummer eins!


    Die Gänsehautstellen für mich:


    Die Auferweckung des toten Sohnes der Witwe ist so plastisch ,daß ich jedesmal mitzittere, ob das Wunder auch diesmal geschehen wird!


    Oder nach den immer verzweifelteren, fanatischen Rufen der Baalspriester diese abgeklärte Würde und Glaubensgewissheit des Elias, wenn er sein Gebet beginnt: " Herr Gott Abrahams.." Danach SIEHT man das Feuer vom Himmel fallen!


    Natürlich auch das Doppelquartett " Den Er hat Seinen Engeln..", die Begegnung mit dem vorbeigehenden HERRN oder der grandiose Schlußchor und noch soviel mehr


    @ Seb


    Bei mir ist es tatsächlich so, daß die Vokalwerke mich emotional tendenziell mehr berühren als rein Instrumentales ( es gibt aber erfreulicherweise viele Ausnahmen :] )
    Allerdings stehen Vokalwerke auch im Vordergrund meines Hörens und haben damit häufiger gänsehautige Chancen bei mir!


    Gruß
    Stefan

  • Guten Morgen,


    für mich sind Gänsehautstellen auch etwas sehr schönes und positives beim Musikhören - eine gewisse Erfüllung.


    Ich brauche jetzt gar nicht lange zu überlegen:
    ;) Absolute Gänsehautstellen sind für mich die aktuell im Thread Bruckner: Sinfonie Nr.8 von einigen Taminoanern als "verunglückt" bezeichneten genialen Paukenstellen (Doppelschläge) im 4.Satz der Sinfonie Nr.8, die nach dem HT kommen.


    :) Schostakowitsch ist für mich der Komponist, der seine Werke vollgepflastert mit Gänsehautstellen liefert.


    :) Brahms: Klavierkonzert Nr.1,
    wenn das geniale HT im 1.Satz kommt.


    :) Britten: Sinfonia da Requiem,
    der Höhepunkt im 2.Satz läßt einen ausflippen. Zwei Aufnahmen sind darin IMO unschlagbar: Britten auf Decca und Bernstein auf SONY.


    .......................... es gäbe noch vieles zu nennen.