Welche Transkriptionen wünscht ihr euch?

  • Wer kennt das nicht? - Man hört ein Stück (Solistenkonzert); es klingt wunderbar...
    ... nur möchte man es einmal mit einem anderen Instrument hören.


    Sei es z.B. das Violinkonzert von Beethoven (eine Klaviertranskription gibt es ja schon),sei es einzelne Sätze von Mozarts Klavierkonzerten usw.


    Was würdet ihr umschreiben und für welches Instrument?

  • Hallo,


    Eigentlich halte ich nichts von Transkriptionen.


    Gute Konzerte sind immer für ein ganz bestimmtes Soloinstrument geschrieben, Transkriptionen nehem dem Stück oft das Charakteristische. Es gibt auch Stimmen, die meinen, Die Transkription von Beethovens Violinkonzert (obwohl vom Komponisten persönlich ausgeführt) wäre eine Vergewaltigung des Werkes.


    Beethoven 5. Klavierkonzert für Posaune oder Drehleier igittigitt :stumm:


    Gruß aus Wien


    Alfred

  • Hallo,


    ich schließe mich meinem Vorredner an. Ich kann mir keinen rechten Sinn erschließen, ein Werk, daß der Komponist ja sicher mit Bedacht für ein Instrument geschrieben hat, auf ein anderes zu übertragen.
    Ich muß gestehen, mich mit diesem Thema allerdings noch nicht intensiv auseinandergesetzt zu haben, bisher war ich immer der Auffassung, eine Transkription habe nur den Sinn, einem vernachlässigtem Instrument zu breiterem Repertoire zu verhelfen.
    In einem Fall hatte ich allerdings eine Transkription vor dem "Original", und zwar bei Elgars Cello-Konzert (Tranrkription für Viola von L. Tertis, gespielt von Mark Braunstein; Original mit J. L. Webber und dem RPO unter Menuhin) - und mir gefällt das Original vieel besser).


    Manchmal wünsche ich mir jedoch eine Transkription eines Werkes von Plattenspieler auf CD-Player :)

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Es gibt z.B. von Bach das Klavierkonzert in d-dur.
    Das ist das umgeschriebene e-dur (wer es nicht weiss,bwv 1042 e-dur) violinkonzert.


    Ich finde es sehr schön und vor allem sehr interessant.
    Vielleicht sind einige Stücke sogar imo prädestiniert,umgeschrieben zu werden?


    viele Bachsche Werke hat man für andere instrumente arrangiert und trotzdem hört es sich gut an.

  • Im Moment fällt mir kein Werk ein, welches ich unbedingt als Transkription hören müßte.


    Aber meinen Vorrednern muß ich widersprechen :rolleyes:
    Der Sinn der Transkription liegt für mich in der weiteren Verbreitung eines Werkes, vielleicht in der heutigen Zeit jedoch von mehr untergeordneter Bedeutung.
    Wenn man aber überlegt, daß zB im 19. Jahrhundert viele große Werke aus Sinfonie und Oper unbekannt gelieben wären, hätte es nicht Komponisten wie Liszt gegeben, die diese für das Klavier transkribiert hätten, um sie so einem breiteren Publikum näher zu bringen.


    Und gerade das ist die Kunst der Transkription: das Wesentliche, den Charakter so aufzuzeigen, daß man meint, das Originalwerk sei für das gewählte Instrument geschrieben worden.
    Wie viel transparenter sind doch einige Beethoven/Liszt Sinfonien, hört man sie auf dem Klavier.


    Man denke auch an Brahms, der seine Werke für verschiedene Besetzungen umgeschrieben hat. Seine Sinfonien u.a. hat er nicht nur für Klavier zu vier Händen umgesetzt sondern zusätzlich noch für 2 Klaviere. Selbst in der Version für Klavier solo (nicht von Brahms) erschließt sich mir das Werk sehr gut und braucht den Vergleich mit dem Original nicht zu scheuen.


    Und was wäre mit diversen Werken von Bach, wenn nicht u.a. Busoni gewesen wäre....


    Um Reinhards Ausführungen aufzugreifen: Ich glaube nicht, daß das Klavier zu den vernachlässigten Instrumen gehört ;) und bei der Transkription von LP zu CD muß man heutzutage nicht mehr darauf warten, daß dies vom Plattenlabel geschieht - selbst ist der Mann bzw. die Frau...

    Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen. [frei nach George Orwell]

  • Zitat

    Original von jpsa
    ...der Transkription von LP zu CD muß man heutzutage nicht mehr darauf warten, daß dies vom Plattenlabel geschieht - selbst ist der Mann bzw. die Frau...


    OK, abgesehen davon, daß die Bemerkung nicht so ernst gemeint war, meine Versuche diesbezüglich waren nicht so befriedigend, da fehlt mir halt das nötige Equipment.


    Ansonsten, jpsa, hast Du natürlich Aspekte aufgeworfen, an die ich einfach nicht gedacht habe. Dabei hatten wir genau dieses Thema schon mal, dabei ging es um Transkriptionen der Beethoven-Sinfonien für Klavier. Habe halt den Begriff der Transkription - so wie im Opener - etwas eingeschränkt auf den Austausch des Soloinstrumentes im entsprechenden Konzert angewendet. Vielleicht sollte ich mich doch mal unvoreingenommen dem Thema widmen. Anregungen bietet Dein Posting ja viele. Konkrete Angebote für den Transkriptionsmuffel von Dir?


    Viele Grüße
    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Hallo,


    Ich pflichte Jürgen, was er zum historischen Teil der Transkriptionen,
    (für den Hausgebrauch auch als Klavierauszüge unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade bekannt, oder die "Harmoniemusiken" für Bäserensembles etc) voll bei.


    Ich selbst hör derlei durchaus mit Vergnügen, meine Skepsis richtet sich lediglich gegen Transkriptionen wie "Die vier Jahreszeiten" für Blockflöte oder "Die Bilder einer Ausstellung" für Gitarre etc. ich halte das in unserer Zeit für nicht mehr legitim, möglicherweise bin ich da aber auch zu streng.


    Wie richtig bemerkt wurde, waren in früheren Tagen Transkriptionen, aber auch generell Umbesetzungen im Orchester, je nach Verfügbarkeit, an der Tagesordnung. Das macht es manchmal auch, beispielsweise bei den frühen Sinfonien von Joseph Haydn so schwer die "Originalbesetzung" zu ermitteln. Wahrscheinlich gab es gar keine....


    Ich wurde zwar nicht direkt angesprochen, möchte aber gerne auch einige Transkriptionen nennen:


    Zunächst schnappe ich Jürgen "seinen" Liszt (aber nur ein kleines Stückchen !!) weg.


    Die Transkriptionen von etlichen Schubert-Liedern für Klavier,
    wenn ich mich richtig erinnnere hat Mischa Maisky etwas ähnliches
    für Violoncello gemacht.


    Ferner wurde die Begleitung der "Schönen Müllerin" für Gitarre transkribiert (Es existiert AFAIK eine Aufnahme für edel-classics mit Peter Schreier)



    So, jetzt laß ich wieder andere werken :yes:


    Gruß aus Wien


    Alfred

  • Zitat

    Original von Reinhard
    Konkrete Angebote für den Transkriptionsmuffel von Dir?


    Tja, bei mir ist ja vieles "klavierlastig", aber trotzdem fange ich mit der symphonischen Musik an:


    einfach alles von Bach in der Bearbeitung von Leopold Stokowski, wobei er selbst nicht unbedingt dirigieren muß - hier gibt es auch neuere Einspielungen in hervorragender Qualität


    von den Beethoven/Liszt Sinfonien zumindest die 2. und 3. - kommen zB auch sehr gut im direkten Vergleich mit dem Original in HIP-Besetzung


    Brahms' 3. Sinfonie in der eigenen Bearbeitung für Klavier zu vier Händen oder vierhändig (sehr gute Aufnahme bei Naxos mit Christian Köhn) oder sogar, jedoch nicht von Brahms bearbeitet, für Klavier solo [kann nur angefragt werden... ;)]


    dann gibt es eine wirklich ganz bezaubernde Bearbeitung von einigen Stücken aus Tschaikowsky's Dornröschen vom Pianisten und Dirigenten Mikhail Pletnev, seinerzeit erschienen bei Virgin Classics, demnächst aber auch in einer Einspielung mit einer hervorragenden jüngeren russischen Pianistin (Namen kann ich noch nicht nennen)


    Schuberttranskription gibt es ja unzählige, nicht nur von Franz Liszt - hier kann ich jedoch wiederum eine Naxos-Einspielung empfehlen mit Antti Siirala (8.555997), der ausschließlich Bearbeitungen verschiedener Komponisten/Interpreten spielt und zwar von Godowsky, Liszt, Prokofiev und Busoni
    Was für eine "Gute Nacht" von Godowsky aus der Winterreise und wie der "Erlkönig" durch die Nacht reitet ! Und daß einige Walzer hier von Prokofiev bearbeitet wurden, soll man nicht für möglich halten.


    Vielleicht sagt Dir für den Anfang daraus ja etwas zu.
    Viel Spaß dabei.


    Gruß,
    Jürgen

    Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen. [frei nach George Orwell]

  • Im Radio letztens gehört:


    Beethoven:


    Bearbeitung seiner Klaviersonate "Pathetique",ehm...wenn ich nicht irre,dann war das c-moll, für Streichquartett/quintett (?)


    Auf jeden Fall klang es super!


    Beethoven selbst soll die Bearbeitung (früher) gemacht haben.



  • Hmm, also von einer Pathetique für Streichquartett weiß ich nichts. Ich weiß aber, daß es ein Streichquartett F-dur nach der Klaviersonate e-moll op.14 Nr.1 gibt. Könnte es sein, daß du dieses Streichquartett meinst?


    Gruß
    Heinz

  • Sagitt meint:


    Transkriptionen werfen manchmal ein neues Licht auf ein Werk. Etwa die Kammermusik-Versionen von Klavierkonzerten. Ich habe das 4te Beethoven-Konzert in einer solchen Version, mit dem fabelhaften Robert Levin. Es ist ein anderes Werk. Eigentlich ein großartiges Stück Kammermusik.


    Auch von diversen Mozartkonzerten gibt es eine Version ,quasi als Klavierquintett. Der Unterschied ist nicht so krass wie bei Beethoven, aber dieser Versionen sind herrlich durchsichtig-leicht.


    Es gibt gelegentlich Transkriptionen, die ich mindestens so gerne höre wie das Original. Ich will zwei Beispiele nennen:


    die Schubert-Winterreise, nicht vom Klavier, sondern einem Streichquartett ( dem formidablen Henschel-Quartett) begleitet, gibt soviel zusätzliche Farben, die ein Klavier einfach nicht hat, dass ich diese Aufnahme keinesfalls vermissen möchte.
    Die Busoni-Transkription der Chaconne BWV 1004 ist ein ebensolches Stück. Ich hatte einmal eine Version mit Bruno Leonardo Gelber, die überragend war. Kennt jemand eine CD-Version ? ( ich hatte sie nur auf Vinyl).

  • Ich hätte gerne kleinere Werke für Geige für Cello umgeschrieben (solange sie dann überhaupt noch spielbar sind), z.B. die Gershwin Fantasy über Westsidestory oder Carmen Fantasy von sarasate oder ähnliches. So etwas in der Art würde ich gerne zum Spaß spielen auf dem Cello.

  • Dain


    tu' doch. die Bratschisten spielen ja auch Cello Literatur...
    spielbar machen mußt du's selbst...


    um noch meinen Senf zum Thema Transskriptionen dazuzutun...


    auf dem Titelblatt einer Ausgabe des "Panis angelicus" von C.Franck hab ich ca 15 verschiedene Fassungen gezählt, darunter die meisten vom Komponisten selbst, sowie Transpositionen etc.


    und dann hab ich unter den unzähligen Transskriptionen von Bach etwas entdeckt (wieder vergessen) was ich als Trio kenne, aber mit einer vierten Begleitstimme!! das war dem J.S: offensichtlich egal, ob mit oder ohne...nach wie vor undenkbar! 8o


    hab auch mal selbst transskribiert Bruckner für die Orgel (gibts ja mittlerweise haufenweise - Bernhard Haas, Thomas Schmögner (Wien)) - aber schnell wieder aufgehört...


    ich seh das Thema nicht puristisch - problematisch, aber so sehr interessieren tuts mich nicht.


    bei Liedern ist es praktisch, wenn man die Gesangsstimme auch mitspielen kann, um es dem Sänger vorzustellen. (hört sich leichter an als es ist...z.B: bei R.Strauß)


    Um korrekt zum Thema zu antworten: gar keine



    nachtrag: bei einer Hochzeit hab ich vor kurzem die "bekannte variation" von den Rachmaninow-Paganini Var. auf der Orgel gespielt - Schmalz pur... lustig, aber dumm zugleich...

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Zitat

    Original von Tastenwolf:
    bei einer Hochzeit hab ich vor kurzem die "bekannte variation" von den Rachmaninow-Paganini Var. auf der Orgel gespielt -


    Da fällt mir ein, dass ich letztens im Radio einige Bearbeitungen für Orgel gehört habe, die mich absolut begeistert haben.
    Da waren z.B. Khatchaturjans Säbeltanz oder einige der Pomp-and-Circumstance-Märsche von Edward Elgar.
    Als Orgelmusikfan fand ich das absolut wundervoll, solche Werke einmal auf so einem großem Instrument zu hören.
    Das war aber eher U-Musik als E-Musik...



    Gruß, Peter.

  • es gibt eine riesige Anzahl an Wagnertranskriptionen...Walkürenritt...


    naja, :stumm:

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Hallo Alfred


    Zitat

    Ich selbst hör derlei durchaus mit Vergnügen, meine Skepsis richtet sich lediglich gegen Transkriptionen wie ... "Die Bilder einer Ausstellung" für Gitarre .... Ich halte das in unserer Zeit für nicht mehr legitim, möglicherweise bin ich da aber auch zu streng.


    Du solltest sie dir anhören. Wer das nicht kennt, dem ist wirklich etwas entgangen.


    Im Übrigen halte ich es mit Transkriptionen in etwa so wie mit Crossover: es kommt darauf an, wie gut es gemacht und interpretiert ist. Der wichtige ursprüngliche Zweck ist ja heute irrelevant, so dass man sich auf die Gustostückerln reduzieren kann. Davon gibt es aber gar nicht so wenige.


    So hat Arthur Rubinstein in seiner Autobiographie geschrieben, ihm gefalle der Liszt'sche Liebestod besser als das Original von Wagner, und wenn man eine gute Einspielung hört, kann man das durchaus nachvollziehen. Weiters gibt es eine wundervolle Meistersinger-Ouvertüre, von Glenn Gould am Flügel realisiert (mit ein wenig Studio-Zauber).


    Ein anderes schönes Beispiel ist Dimitri Mitropoulos' Streichorchesterfassung von Beethovens Streichquartett op. 131. Puristen mögen die Nase rümpfen, aber wenn das gut gespielt wird, macht es mächtig Eindruck. Ich kenne nur einen Live-Mitschnitt, wo Leonard Bernstein die Wiener Philharmoniker dirigiert - ein Traum (Bernstein wird später einmal dieses Konzert als das beste Dirigat seines Lebens bezeichnen!).


    Die Beispiele ließen sich weiterführen, es ist ein sehr reizvolles Gebiet!



    Ciao

  • Zitat


    Original von sagitt


    Auch von diversen Mozartkonzerten gibt es eine Version ,quasi als Klavierquintett. Der Unterschied ist nicht so krass wie bei Beethoven, aber dieser Versionen sind herrlich durchsichtig-leicht.


    Salut,


    Du meinst nicht etwa die Trilogie KV 413, 414 und 415 (alte Zählung)? Mozart hat diese drei Werke selbst so komponiert, dass die Bläser ad libitum gespielt - oder eben nicht - werden können. Am 15. Januar 1783 veröffentlich die Wiener Zeitung:


    Herr Kapellmeister Mozart macht hiermit dem hochansehnlichen Publicum die Herausgabe dreier neuer erst verfertigter Clavier-Concerten bekannt. Diese 3 Concerten, welche man sowohl bey großem Orchester mit blasenden Instrumenten, als auch a quarttro, nämlich mit 2 Violinen, 1 Vila und Violoncell aufführen kann, werden erst anfangs April zum Vorscheine kommen, und nämlich nur denjenigen (schön copirt und von ihm selbst übersehen) zu Theil werden, die sich darauf subscribirt haben [...]


    Betreffend Deiner trefflichen Formulierung herrlich durchsichtig leicht schreibt Mozart:


    - die Concerten sind eben das Mittelding zwischen zu schwer, und zu leicht - sind sehr Brillant - angenehm in die ohren - Natürlich, ohne in das leere zu fallen - hie und da - können auch kenner allein satisfaction erhalten - doch so - daß die nichtkenner damit zufrieden seyn müssen, ohne zu wissen warum.


    [Brief an den Vater, Vienne ce 28 de decembre 1782]


    Auch das Klavierkonzert Es-Dur KV 449 (1. Ployer-Konzert) lässt diese Möglichkeit offen. Mozart trägt am 9. Februar 1784 in das eben angefangene Verzeichnüß aller meiner Werke als erstes Werk [!] ein:


    1784. den 9:ten Hornung. Ein Klavier Konzert. Begleitung. 2 Violini, Viola e Baßo. - (2 oboe, 2 corni ad libitum.)


    Mozart schreibt am 15. Mai 1784 davon, dass auch dieses Konzert ähnlich den früheren (oben erwähnten) à quattro ohne Blasinstrumenten gemacht werden kann.


    Cordialement,
    Ulli

  • Ich denke, dass eine Transkription der Klaviersonate op.111 von Beethoven für Streichquartett nochmal ganz neue Hörerlebnisse bringen würde. Stelle ich mir zumindest vor meinem inneren Ohr sehr schön vor.
    Gruß,
    Peter

  • Salut,


    was haltet Ihr eigentlich von der Bearbeitung von Mozarts C-Dur Klaviersonate KV 545 "sonata facile" durch Edvard Grieg? Er hat die Sonate für zwei Klaviere gesetzt?


    Viele Grüße,
    Ulli

  • Hallo petemonova


    Zitat

    Da fällt mir ein, dass ich letztens im Radio einige Bearbeitungen für Orgel gehört habe, die mich absolut begeistert haben.
    Da waren z.B. Khatchaturjans Säbeltanz oder einige der Pomp-and-Circumstance-Märsche von Edward Elgar.
    Als Orgelmusikfan fand ich das absolut wundervoll, solche Werke einmal auf so einem großem Instrument zu hören.
    Das war aber eher U-Musik als E-Musik...


    Ich muss gestehen, dass mich das etwas überrascht. Ist es denn überhaupt möglich, auf der Orgel so rhytmisch akzentuierte Musik wie den Säbeltanz überzeugend zu spielen? Ich hätte die Orgel dafür als zu träge eingeschätzt.


    Ciao

  • Zitat

    Original von Theophilus


    Ich muss gestehen, dass mich das etwas überrascht. Ist es denn überhaupt möglich, auf der Orgel so rhytmisch akzentuierte Musik wie den Säbeltanz überzeugend zu spielen? Ich hätte die Orgel dafür als zu träge eingeschätzt.


    Ciao


    Tja, es wird wohl möglich sein, denn ich habe es ja mit meinen eigenen Ohren gehört.
    Aber mich würde auch einmal die Partitur interessieren, die ja dann doch sehr komplex sein müsste.


    Trägheit der Orgel muss ja nichts heißen.
    Wenn man alles korrekt auf den Tasten "eingibt", dann kommt das auch so aus den Pfeifen raus. Vielleicht mit minimaler Verzögerung, aber einen Effekt wie das rechte Klavierpedal wird es wohl bei einer Orgel nicht geben.



    Gruß, Peter.

  • Wieso wünschen? Es gibt doch nichts anderes als Transkriptionen! Ich erlaube mir mit Ferruccio Busoni zu antworten, der in seinem "Entwurf einer neuen Aesthetik der Tonkunst" mitteilt:


    "Jede Notation eines musikalischen Einfalls ist schon Transkription, weil dadurch die Originalgestalt verlorengeht. Die notwendige Wahl von Taktart, Tonart, Form und Klangmittel stellt bereits eine Einengung dar, ist bereits ein Arrangement."


    Teilt man diese, freilich etwas radikale Auffassung nicht, wird man sich fragen müssen, welche Musik welches Komponisten ist für eine Transkription überhaupt geeignet. Das wiederum dürfte davon abhängen, ob der Komponist das Werk instrumentbezogen komponiert hat oder nicht. Mozart, Beethoven (abgesehen von den Sinfonien), Chopin dürften zu der ersten Gruppe, Bach dagegen zur zweiten zählen. Wollte man ein Werk Chopins transkribieren, würde man die von dem Komponisten gewollte Klangrealisierung unberücksichtigt lassen, was dann naturgemäß zu einem Ergebnis führen würde, das nur schwerlich überzeugen könnte. Bei Bach sieht das völlig anders aus. Abgesehen davon, daß Bach selbst mehrfach Hand an seine Kompositionen gelegt hat, bleibt beispielsweise bei einer Transkription eines Orgelwerks für Klavier der "Geist" des Stückes erhalten. Entscheidend könnte hier sein, daß die Transkription nicht wie eine solche klingt.

  • würde mal gerne die dorische Toccate und Fuge d-moll (BWV 538 ) von Bach hören - von Lizst transkribiert (hat er leider nie gemacht) und von Weissenberg eingespielt. Anhand der Toccata und Fuge a-moll kann man spekulieren, wie ungemein erfolgreich dieses Dreigestirn sein könnte !

  • Zitat

    Anhand der Toccata und Fuge a-moll kann man spekulieren, wie ungemein erfolgreich dieses Dreigestirn sein könnte !


    Ja, vorausgesetzt, daß einen Liszt und Weissenberg nicht schon nach 3 Tönen zum Wegrennen veranlassen ! 8)


    Aber dann bitte sollte auch noch Andre Rieu die Fiedel dazu kratzen dürfen, denn erst dieses machte den "Genuss" perfekt ! :beatnik:

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)