Newcomer in der Kammermusik

  • Hallo Taminoaner,


    wer hat gestern 24.10.2004, im ZDF um 22:00 h
    die Veranstaltung, ein musikalisches und gesellschaftliches Ereignis der Extraklasse, in der Münchner Philharmonie im Gasteig gesehen?
    Hier wurde ein Gala-Konzert zur Verleihung des "ECHO Klassik 2004" veranstaltet.


    Hervorheben möchte ich die französischen Brüder
    Renaud und Gautier Capuçon als
    Nachwuchskünstler des Jahres.



    Aufgeführt wurde von dem Duo: Renaud Capuçon, Geige, - Gautier Capuçon, Cello,
    das Werk des Norwegischen Komponisten Johan Halvorsen (1864 - 1935),
    "Passacaille after Handel" (Passacaglia Nach Der Suite Nr. 7 Von G. F. Händel)


    Ein bestechendes Zusammenspiel gepart mit einer virituosen Technik von dem Duo, man hätte
    stundenlang weiter hören können. Ein vortrefflicher Hörgenuss.
    Hier tut sich etwas in der Zukunft von 2 hervorragenden Newcomer.


    Hier eine kleine Biographie des Duos:


    Renaud, der fünf Jahre ältere, ist der intellektuellere und gewissenhaftere Musiker. Gautier dagegen liebt es, Wagnisse einzugehen, er will momentanen Stimmungen nachgehen. Bei all ihren Unterschieden in der Herangehensweise, ob verstandesmäßig eloquent oder natürlich impulsiv, in ihrem Zusammenspiel ergänzen sich die Gebrüder Capuçon auf ideale Art. Ihr tiefes Vertrauen ermöglicht ihnen "etwas vom wertvollsten überhaupt in diesem Metier" (Renaud): die Möglichkeit sich gegenseitig völlig offen zu kritisieren.


    Herzliche Grüße aus Spenge
    reklov29

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Hallo,


    Auch ich möchte ein neues Ensemble vorstellen, wobei "neu" relativ zu verstehen ist.


    Die ersten öffentlichen Auftritte dürften, soweit ich aus dem Booklet ersehe, so um 1999 entstanden sein. Wer, wie ich es tat, in diversen Lexica nachsehen möchte, welche symbolische Bedeutung der Name Belcea hat (schließlich heißt das Quartet ja so) der soll sich die Arbeit sparen. Es ist der Familienname der Primaria: Colina Belcea.


    Ich besitze folgende Aufnahme, die dann irgendwann genauer vorgestellt werden soll wenn die entsprechenden Werke besprochen werden:


    Franz Schubert:
    Streichquartett D87
    Streichquartett D804 "Rosamunde"
    Quartettsatz D703



    Mir fiel als erster Eindruck ein besonders warmer blühender Ton auf, was umso schwerer wiegt, als ich neuen Interpreten anfangs stehts kritisch bis feindselig gegenüberstehe.


    Als eine weitere CD erschien, wies sie berets das Zeichen "Copy Control"
    auf und hat sich damit automatisch disqualifiziert. Ich kaufe doch nicht die sauteuren Originale, damit ich mir dann das Knacken anhören kann, dessentwegen ich meine Langspielplatten aufgegeben habe.


    Beste Grüße aus Wien


    Alfred

  • Ich stolperte eben über diesen etwas älteren Thread; unterstütze die Empfehlung bzgl. der Brüder Capucon. Ich kenne ihre Aufnahme der Brahms-Klaviertrios (zusammen mit dem Pianisten Nicholas Angelich). Man spürt nicht nur das vertraute Einvernehmen unter den Brüdern, auch der Pianist fügt sich wunderbar ein. M.E. eine schöne, ausgewogene, elegante Einspielung.



    Brahms: Klaviertrios Nr. 1-3
    Nicholas Angelich, Renaud & Gautier Capucon


    Gruß, Cosima


    P.S.: Ich sah gerade, dass diese Aufnahme bereits in dem noch älteren Brahms-Klaviertrio-Thread berücksichtigt wurde. Nun gut, sei’s drum: Gutes kann man nicht oft genug hervorheben ;).

  • reklov29 ,


    die beiden Brüder als "Newcomer" zu bezeichnen ist nicht unbedingt richtig.
    Sie haben schon zahlreiche Aufnahmen zu stande gebracht und erfreuen sich einem hohen Bekanntheitsgrad.


    Die Aufnahme Face a Face (leider mit Kopierschutz und bei mir in Player ein Problemfall) ist vom Feinsten.


    Man höre nur wie sie Kodaly spielen! :D



    Gruß

  • Renaud Capucon spielt auch bei der Aufnahme des Triplekonzerts mit Argerich und Maisky.




    Klingt ja sehr energiegeladen und hat mein Interesse geweckt. Kann die Aufnahme wer empfehlen?

    Früher rasierte man sich wenn man Beethoven hören wollte. Heute hört man Beethoven wenn man sich rasiert. (Peter Bamm)