• Hallo!!!


    Habe mir gedacht es wäre ganz interessant die Nationalhymnen der ganzen Welt hier, mit Komponisten, aufzulisten. Und es wäre ebenfalls interessant, welche euch am liebsten ist (Außer der eigenen) :D :D


    Naja, wenn Interesse an den Hymnen besteht, einfach weiterschreiben:


    Österreich-W.A. Mozart (angeblich) Chorlied "Brüder reicht die Hand zum Bunde" KV Anh.
    Deutschland-Joseph Haydn 2.Satz Kaiserquartett
    Ungarn- Ferenc Erkel


    So mehr weiß ich nicht ;( ;( ;(


    LG Joschi

  • Hallo Joschi


    Mir gefällt neben der deutschen die russische Nationalhymne sehr gut (Text: Sergej Michalkow, Musik: Michail Glinka (1804-1857). Ich finde, sie paßt gut zu diesem riesigen Land, weil sie irgendwie so weit und majestätisch klingt.


    Was ich gar nicht mag, sind diese Kleinkleckersdorfer-Rumhüpf-Fanfaren-Märsche, die sich Nationalhymne nennen (uffda-uffda-täterää). :rolleyes:


    Viele Grüße Mimi

  • Ich weiß nicht, ob die französische Nationalhymne nur als Vorlage für klassische Musik verwendet wurde (s. dazu den alten Thread zu Nationalhymne) oder auch selbst eine klassische Vorlage hat.


    Jedenfalls mag ich sie von den mir bekannten Nationalhymnen am liebsten; trtoz des teilweise "gewaltsamen" Inhalts.

  • Hallo Anna-Beate,


    Ich hatte gerade Joschi eine PN geschickt, in welcher ich über meine und die Franz. NH schrieb.


    In einem Buch bei mir zu Hause steht, daß unser NH (1580/1590) sowie die Marseillaise einen gemeinsamen Wurzel haben in einem Tanzlied aus dem 15./16. Jhdt. Das muß ich mal nachschauen, aber mein Asthma spielt ja die letzte Wochen so stark mit. Also dauert es einige Tage bevor ich es nachschauen kann.
    Deshalb konnte ich auch nicht mich weiter an Sullivan betätigen.


    LG, Paul

  • Ich habe in Wikipedia folgendes zur Entstehungsgeschichte der französischen Nationalhymne gefunden (leicht abgeändert):


    Zitat


    Rouget de Lisle Claude-Joseph Rouget de Lisle (* 10. Mai 1760 in Lons-le-Saunier; † 26. Juni 1836 in Choisy-le-Roi, französischer Komponist, Dichter und Offizier) dichtete und komponierte in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1792 während der Kriegserklärung an Österreich im elsässischen Straßburg das Kriegslied der französischen Rheinarmee "Chant de guerre pour l'armée du Rhin", das dann später, unter der Bezeichnung Marseillaise, zum Revolutionslied wurde. Bereits 1795 wurde die Marseillaise zur Nationalhymne erklärt, in den folgenden Jahren jedoch mehrfach verboten und erst 1879 endgültig anerkannt.


    Während seine Urheberschaft für den Text der Marseillaise unumstritten ist, wurde von Musikgeschichtlern gelegentlich bezweifelt, ob Rouget de Lisle auch tatsächlich der Komponist des Liedes ist.


    Jetzt bin ich mal gespannt auf das Ergebnis der Recherchen von anderen.

  • ein Österreicher hat die französische Nationalhymne komponiert - nähere Auskünfte bei Ulli :baeh01:


    Unsere Nationalhymne nennt sich Bundeshymne, und erklang zum ersten Mal am 28. März 1947 über Radio Wien.


    Musik: W. A. Mozart
    Text: Paula von Preradovic


    Das freimaurerische Bundeslied - beschloss eine vom damaligen Unterrichtsminister Dr. Felix Hurdes angeführte Jury - soll einen neuen Text bekommen und die Ausschreibung gewann eine Dichterin mit dem bekannten Text der beginnt: Land der Berge.......


    Dabei stammte die große Tochter Österreichs eigentlich aus einem Land, das gar nicht mehr zu Österreich gehörte: Sie wurde zwar schon in Wien geboren, 1887 - jedoch ihre Wurzeln liegen in Kroatien, wo ihr Vater Marineoffizier war und ihre Mutter entstammt einem alten ungarischen Adelsgeschlecht. Paulas dichterische Ambitionen gehen auf ihren Großvater zurück: Petar von Preradovic war in Kroatien Nationaldichter. Wegen der väterlichen Karriere wächst Paula in Istrien und Dalmatien auf.


    Mit 14 Jahren kam sie ins Internat zu den Englischen Fräulein nach St. Pölten und anschließend nach München, wo sie eine Ausbildung zur Krankenschwester machte. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges übersiedelte sie zurück nach Wien, wo sie in einem Kriegsspital ihren Ehemann, den Historiker Dr. Ernst Molden kennenlernte. 1918 und 1924 wurden die beiden Söhne Otto und Fritz geboren.


    4 Jahre nach dem ersten Erklingen unserer neuen Hymme ( der alte 'Haydn-Oldie' heisst jetzt 'Deutschland, Deutschland über alles') erlischt das Lebenslicht dieser großartigen Frau - am 15. Mai 1951.


    Am Zentralfriedhof wurde ihr ein Ehrengrab bereitet und in Hütteldorf eine Straße nach ihr benannt.

    WHEN MUSIC FAILS TO AGREE TO THE EAR;
    TO SOOTHE THE EAR AND THE HEART AND SENSES;
    THEN IT HAS MISSED ITS POINT
    (Maria Callas)

  • ob mozart die musik der österreichsichen bundeshymne geschrieben hat,
    kann angezweifelt werden.


    - es gibt weder einen autographen, noch einen eintrag von mozart
    in seinem werkverzeichnis


    - musikalische analysen legen ebenfalls nahe, dass das stück nicht
    von mozart, sondern von seinem logenbruder johann holzer stammt


    "http://www.literature.at/elib/www/wiki/index.php/Johann_Holzer"


    "http://peter-diem.at/Lieder/Texte/Bundeshymne.pdf"


    faun

  • Salut,


    wenn man mich schon so fragt... :rolleyes:


    Zitat

    - es gibt weder einen autographen, noch einen eintrag von mozart
    in seinem werkverzeichnis


    Daß es kein Autograph [mehr] gibt, stimmt. Allein deswegen kann eine Autorschaft Mozarts niemals nachgewiesen werden. Daß das Werk in Mozarts "Verzeichüß aller meiner Werke" nicht eingetragen ist, hat allerdings kaum Bedeutung - vielleicht nur zwei Hintergründe:


    1] Mozart hat einige [auch nach Februar 1784 komponierte] Werke nicht in sein Werkeverzeichnis eingetragen, z.B. die Arie "Un moto di gioia" KV 579. Gerade wenn der Maurergesang "Laßt uns mit umschlung'nen Händen..." KV 623a angeblich im November 1791 von Ritter Mozart komponiert worden sein sollte, wird er kaum mehr Kraft gehabt haben, solches zu tun - ab dem 15. November 1791 war er bettlägerig und sicher mit anderen Gedanken als seine Werkordnung beschäftigt.


    2] das Werk ist nicht von Mozart.


    Zitat

    - musikalische analysen legen ebenfalls nahe, dass das stück nicht
    von mozart, sondern von seinem logenbruder johann holzer stammt


    Ich glaube bis heute nicht, dass Musiken anhand von Analysen einem Komponisten zweifelsfrei zugeordnet werden können. Beispiele gibt es genügend - das auszuführen, würde zu weit führen.


    Fakt ist jedenfalls, dass das "umstrittene" Werk, dessen Texter auch noch Emanuel Schikaneder sein soll [was den originalen Text betrifft], der Erstausgabe der Kleinen Freimaurerkantate KV 623 beigebunden war. Diese erschien bereits 1792 bei Hraschansky im Druck. Der Maurergesang trägt den Titel "Zum Schluß der |=|" [Das Kästchen bedeutet "Loge"]. Jedenfalls spricht einiges gegen die Zugehörigkeit zur Freimaurerkantate KV 623, denn das Autograph weist nach dem Schlußchor eindeutig ein "Fine" auf, zudem ist es fragwürdig nach der Kantate [C-Dur] einen Gesang in F-Dur unmittelbar anzuschliessen. Sicher wurde der Maurergesang ebenfalls zur Einweihung der Wiener Loge komponiert, von wem muß jedoch offen bleiben. Holzer ziehe ich auch in die nähere Wahl...


    Schön ist es allemal.


    Insgesamt mehr als merkwürdig allerdings finde ich, dass die Köchler - die auch jedes nur im geringsten anzweifelbare Werk sogleich in den Anhang C als unecht oder unterschoben verschieben - die KV Nr. 623a noch immer anführen.


    ?(


    Mozart allerdings ist der eigentliche Schöpfer zumindest eines Teils der heutigen dt. Nationalhymne. In seiner Motette KV 165 [158a] komponierte er bereits 1773 ganz am Schluß eine Art Refrain zu den Worten "AAAA-le-lu-hu-jah,..." - auch Antonín Száliery hat diesen "Refrain" in seiner Hofkapellmeistermesse [1778?] zu den Worten "Dooo-na no-ho-bis..." verwendet - später dann eingegangen in J. Haydns "Kaiserlied"... Ich vermute mal, dass dieser "Refrain" auch schon weit vor Mozart Verwendung fand.


    Cordialement
    Ulli

  • Zitat

    Original von DonBasilio
    Österreich-W.A. Mozart (angeblich) Chorlied "Brüder reicht die Hand zum Bunde"


    ist oder sollte das nicht umbenannt werden, weil es aus der perspektive mancher feministinnen inakzeptabel war, dass der text (von einer schriftstellerin geschrieben <g>) von "brüdern" spricht und nicht auch von "schwestern" etc :D ?


    edit: meine lieblingsnationalhymne ist die italienische - ich liebe diese kleine melodie und den dann einsetzenden chor FRAATEEELLIII D' ITAAALIAAA, L ITAAALIAAAA, S E DEESSTAAAA =)


    folgendes habe ich zu seiner entstehung gefunden:


    Goffredo Mameli Dichter und Patriot, nahm an der italienischen Revolution von 1848-49 teil. Er war ein Anhänger von Giuseppe Mazzini. Im Jahr 1849 traf Mameli zusammen mit Garibaldi in Rom ein. Er konnte sein Vertrauen gewinnen. Er kämpfte neben dem Helden bei Gianicolo und ging während des Kampf oft grosse Risiken ein.


    Am 3. Juni 1849 verletzte er sich während eines Kampfs sein Bein und hätte sicher gerettet werden können, wenn rechtzeitig Hilfe zur Stelle gewesen wäre. So starb er einen Monat später.


    Im Jahr 1847 hatte er bereits "Fratelli D ' Italia" komponiert, ein Lied, das damals mit der Musik des italienischen Komponisten M. Novaro (1822-1885) versehen wurde. "Fratelli D ' Italia" wurde eines der beliebtesten Lieder überhaupt.
    1946, als die Italienische Republik die Monarchie ersetzte, wurde das Lied zur Nationalhymne.


    http://www.ipicture.de/nationa…ationalhymne_italien.html

    Wenn ich mir vorstelle, was es für Deutschland bedeuten würde, wenn die heilige Kuh zu uns käme, welches Glück und welcher Segen ginge von allgegenwärtigen heiligen Kühen aus!

  • Zitat von Philhellene

    Ich bin ein ganz schlimmer, abartiger Österreicher, steinigt mich: Ich finde die Musik unserer Bundeshymne ausgesprochen hässlich! (allein schon deshalb kann sie nicht von Mozart stammen... :D)


    Mir geht es ähnlich. Unsere Nationalhymne kann ich ebenso wenig leiden, obwohl sie von Haydn stammt.
    Musikalisch viel besser und interessanter finde ich aber die Nationalhymne der ehemaligen DDR "Auferstanden aus Ruinen", komponiert von Hanns Eisler.


    Gruß, Peter.

  • Zitat

    Original von petemonova


    Mir geht es ähnlich. Unsere Nationalhymne kann ich ebenso wenig leiden, obwohl sie von Haydn stammt.


    Salut,


    wenn sie nicht so abartig hymnisch dargeboten würde! :kotz:


    Mit dem passenden Text aber finde ich sie richtig schmissig:



    In der Streichquartettfassung gefällt "sie" [die Melodie] mir sehr gut. Zart muß es sein... aber nicht immer Mozart.


    Rührend finde ich auch die Ungarische Hymne [in Es-Dur!].


    :hello:


    Ulli

  • Eine meiner Lieblingshymnen ist die Israelische (mit leichten Anklängen an Smetanas Moldau) - von Formel-Eins-Siegerehrungen her ist mir natürlich die Kanadische, Finnische und Italienische sehr vertraut und beliebt.


    Sehr "interessant" (wenn auch nicht von hoher musikalischer Qualität!) finde ich auch die Chinesische Hymne ("Marsch der Freiwilligen"), da man sie in den unterschiedlichesten Orchestrierungen hören kann, von langweilig nüchtern bis herrlich übertrieben aufgedonnert.


    "http://www.df.lth.se/~roubert/fsf/cd2/track03.mp3"

  • von allen die ich kenne, und ich finde die meisten, insbesondere die italienische (total lächerlich diese gehetzte musik, ähnlich der französischen), grauenhaft, die unsrige sowie die britische am würdevollsten und schönsten.


    früher mochte ich auch mal die rumänische, aber das ist auch vorbei ...


    :hello:

  • Salut,


    für Besessene:



    Die Nationalhymnen der 25 EU-Mitgliedsländer & Europa-Hymne


    Mit einem Vorwort des EU-Erweiterungskommissars Günter Verheugen.


    Nationalhymnen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern, Portugal


    RSO Bratislava, Breiner


    :hello:


    Ulli

  • Nicht arg viele (leider!), aber doch einige Nationalhymnen sind gegen den allgemeinen schmissigen Marschmusik-Trend eher lyrisch und (auch vom Text her) eher sentimental gestaltet.


    Dazu gehören (so man sie denn in der "nicht-miltärischen" Streichquartett-Fassung spielte) die deutsche, die österreichische, die schweizerische (wird glaube ich auch "Schweizerpsalm" genannt und ist besonders schön), die israelische (klingt irgendwie tragisch und trotzig zugleich), die ungarische und die luxemburgische Hymne. Die fallen mir jedenfalls grad spontan ein.
    Auch die japanische hat etwas sehr Geheimnisvolles und klingt richtig asiatisch, also für unsere europäischen Ohren zunächst einmal etwas ungewohnt...


    Schade finde ich, dass gerade Länder in Asien, Afrika oder Südamerika ihre landeseigenen Musikstile in den Hymnen gerne außen vor lassen und stattdessen bedenkenlos "Tschingdarassa-Bumm"-Marschmusik abendländischer Prägung erklingt.
    Das macht viele Hymnen leider ziemlich austauschbar. Die japanische ist mit ihren deutlich "uneuropäischen" Wendungen da fast schon eine Ausnahme!


    Und wenn ein Land eine musikalisch landestypische Hymne hat, dann meiner Meinung nach Italien! Das klingt wie ein schmissiges Thema aus dem Finale einer frühen Verdi-Oper! :D Ich find das Stück klasse - es ist zwar marschmäßig, aber nicht so martialisch, sondern sehr fröhlich!

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Zitat

    Original von Ulli
    Sicher wurde der Maurergesang ebenfalls zur Einweihung der Wiener Loge komponiert, von wem muß jedoch offen bleiben. Holzer ziehe ich auch in die nähere Wahl...


    Heieiei,



    im Booklet dieser vom ORF im Mozartjahr 2006 herausgegebenen CD steht doch tatsächlich:


    [...] Interessant ist das musikalische Motive des "Gratias agimus tibi" [von Anton Teyber, 1756-1822], welches an das berühmte "Kettenlied" aus Mozarts letztem vollständigen Werk, der "Freimaurerkantate" KV 623a, erinnert, die Melodie der heutigen österreichischen Bundeshymne. Ob Teyber das Thema als bewusstes Zitat eingeführt hat, lässt sich sicherlich nicht mehr beantworten.


    [Christoph Hammer]


    Vielleicht aber ist es gar ein Selbstzitat Teybers? Teybers Messe, in der das Motiv vorkommt, stammt aus den Jahren nach 1793, will Hammer wissen.


    Der Teyber jedenfalls hätte dann auch im vergangenen Jahr sein 250ten Geburtstag gefeiert [nach anderer Quelle 1754 geboren] - das hätte man ja mal zur Sicherheit feiern können... übrigens übernahm Teyber 1793 das seit Mozarts Tode unbesetzte Amt des Hofkomponisten.


    Gruß nach Teybernesien


    :hello:


    Ulli

  • Bis 1943 Nationalhymne der Sowjetunion dürfte die Internationale die meistverbreiteste Hymne dieser Welt sein. Kaum eine Sprache, in dier sie nicht gesungen wird und eine Aufführungstradition, die ein Muster für musikalische Vielfalt par excellence ist.
    Es ist nicht davon auszugehen, dass Pierre Degeyter, Dirigent des Arbeitergesangsvereins von Lille, mit diesen Erfolg seines Liedes gerechnet haben, als er es 1888 zum Zwecke der Eigenverwendung komponierte.


    1943 dirigierte Arturo Toscanini in einem Konzert in den USA eine selbsterstellte Fassung von Verdis Inno delle nazioni, derem Ende er die vom Chor gesungene damalige Hymne der Sowjetunion, eben Die Internationale, sowie The Star-Spangled Banner - beides in eigener Instrumentation - anfügte.
    Neben der zugehörigen Tonaufnahme gibt es dazu auch einen kleinen Film, der Anfang dieses Jahres auf Arte gezeigt wurde.


    Viele Grüße
    John Doe

  • Eine Hymne, die mich immer wieder bis aufs Innerste berührt (keine Ahnung warum - vielleicht, weil ich vor vielen, vielen Jahren in Tel Aviv diese unter Zubin Mehta mit dem Israle Philharmonic Orchestra gehört habe), ist die Ha Tikwa, die Nationalhymne Israels.


    Text stammt von Naphtali Herz Imber, 2.Hälft des 19.Jahrhunderts und die Melodie geht auf ein altes europäisches Volkslied zurück (an dem sich auch Bedrich Smetana für seine "Moldau" bedient hat).

  • Zitat von John Doe

    1943 dirigierte Arturo Toscanini in einem Konzert in den USA eine selbsterstellte Fassung von Verdis Inno delle nazioni, derem Ende er die vom Chor gesungene damalige Hymne der Sowjetunion, eben Die Internationale, sowie The Star-Spangled Banner - beides in eigener Instrumentation - anfügte.
    Neben der zugehörigen Tonaufnahme gibt es dazu auch einen kleinen Film, der Anfang dieses Jahres auf Arte gezeigt wurde.


    ...übrigens hat das Orchester des Papstes - ich glaube irgendwann in den 60er Jahren - auch einmal gestreikt und damit gedroht, zu internationalen Anlässen nicht mit O felix Roma zu beginnen, sondern mit Vööölker hört die Signale.
    Der Streik muss wohl erfolgreich gewesen sein. :D

    Wenn ich mir vorstelle, was es für Deutschland bedeuten würde, wenn die heilige Kuh zu uns käme, welches Glück und welcher Segen ginge von allgegenwärtigen heiligen Kühen aus!

  • Zitat

    Original von petemonova


    Mir geht es ähnlich. Unsere Nationalhymne kann ich ebenso wenig leiden, obwohl sie von Haydn stammt.
    Musikalisch viel besser und interessanter finde ich aber die Nationalhymne der ehemaligen DDR "Auferstanden aus Ruinen", komponiert von Hanns Eisler.


    Gruß, Peter.


    Wobei der Becher-Text auch auf die Haydn-Melodie gesungen werden kann und der Hoffmann von Fallersleben -Text auf die Eisler-Melodie. Becher hat seinen Text bewusst so gestaltet.

  • Musikalisch gefallen mir z.B. die deutsche und die niederländische sehr gut, weil sie ihren Wiedererkennungswert aus einer originellen Melodie und nicht aus Dreiklangsbrechungen und Marschrhythmen holen. Negativbeispiele sind da z.B. für mich die Marseillaise (auch wegen des auf Mord und Totschlag abzielenden Textes) und "The Star Spangled Banner".


    Bei der Eisler-Becher-Hymne gefällt mir der Text deutlich besser als die Melodie, auch wenn letztere nicht schlecht ist.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Die schönsten Nationalhymnen sind für mich die deutsche (ehemals österreichische), die der DDR, die der UdSSR, die alte Zarenhymne und die des Vereinigten Königreiches (wobei "Rule, Britannia" an sich schöner wäre). Die Marseillaise finde ich auch nicht schlecht.


    Ganz schlimm ist diese Europa-Hymne in der furchtbar entstellten Bearbeitung. :kotz:
    Wenn, dann hätten sie einfach den unveränderten "Freude, schöner Götterfunken"-Chorteil verwenden sollen, nicht nur instrumental.

  • Zitat

    die alte Zarenhymne


    das ist eigentlich die alte französische Hymne



    "Vive Henri IV." oder später dann auf die 4 Ludwige umgedichtete.


    Die Version die dann Tschaikowsky öfter mal benutzte (Dornröschen) basiert auf der Bearbeitung durch Lully ;)


    Zitat

    Vereinigten Königreiches


    die stammt auch von Lully :D


    der Text dazu



    "Grand Dieu, sauve le Roi
    Grand Die venge le Roi
    Vive le Roi


    Que toujours glorieux
    Louis victorieux
    Voye ses enemis
    Toujours soumis"


    :lips:

  • 11. August 1922 – Reichspräsident Friedrich Ebert bestimmt das Lied der Deutschen mit dem Text von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben zur von Joseph Haydn komponierten Melodie der früheren Österreichischen Kaiserhymne zur Nationalhymne des Deutschen Reiches.


    [timg]http://ecx.images-amazon.com/i…w8KgL._SL500_AA240_.jpg;l[/timg]Das Lied der Deutschen wurde von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben am 26. August 1841 auf der – seinerzeit britischen – Insel Helgoland gedichtet.
    Das Lied wurde am 5. Oktober 1841 auf dem Jungfernstieg in Hamburg erstmals öffentlich gesungen.
    Die Melodie stammt ursprünglich aus dem 1797 entstandenen Kaiserlied von Joseph Haydn, der offiziellen Volkshymne „Gott erhalte Franz, den Kaiser“ für den damaligen römisch-deutschen Kaiser Franz II. aus dem Haus Österreich.
    Heute vor 90 Jahren, am Weimarer Verfassungstag des Jahres 1922, dem 11. August, wurde das Deutschlandlied vom ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert (SPD) zur Nationalhymne bestimmt.

  • August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
    Das Lied der Deutschen


    Deutschland, Deutschland über alles,
    Über alles in der Welt,
    Wenn es stets zu Schutz und Trutze
    Brüderlich zusammenhält,
    Von der Maas bis an die Memel,
    Von der Etsch bis an den Belt –
    Deutschland, Deutschland über alles,
    Über alles in der Welt!


    Deutsche Frauen, deutsche Treue,
    Deutscher Wein und deutscher Sang
    Sollen in der Welt behalten
    Ihren alten schönen Klang,
    Uns zu edler Tat begeistern
    Unser ganzes Leben lang –
    Deutsche Frauen, deutsche Treue,
    Deutscher Wein und deutscher Sang!


    Einigkeit und Recht und Freiheit
    Für das deutsche Vaterland!
    Danach lasst uns alle streben
    Brüderlich mit Herz und Hand!
    Einigkeit und Recht und Freiheit
    Sind des Glückes Unterpfand –
    Blüh im Glanze dieses Glückes,
    Blühe, deutsches Vaterland!


    Das ist der komplette Text, gesungen wird nunmehr ja nur noch - aus gutem Grund - der dritte Vers. Und auch der geht vielen Menschen nur schwer über die Lippen. Bei der jünsten Fußball-EM waren die Sänger zu Beginn der jerweiligen deutschen Spiele eine deutliche Minderheit. Aber wie sollen sich auch ein gebürtiger Türke oder ein aus Polen stammender Fußballer mit diesem Worten idendifizieren können? Die Engländer, die Iitaliener oder die Amerikaner sind da viel tüchtiger. Aber die hatten eben auch nicht diese verquaste Geschichte.


    Und zur Erinnerung auch noch der Text der DDR-Hymne, der ja bekanntlich auch auf die gleiche Melodie gesungen werden kann:


    Johannes R. Becher
    Musik: Hanns Eisler
    Auferstanden aus Ruinen



    Auferstanden aus Ruinen
    Und der Zukunft zugewandt,
    Lasst uns dir zum Guten dienen,
    Deutschland, einig Vaterland.
    Alte Not gilt es zu zwingen,
    Und wir zwingen sie vereint,
    Denn es muss uns doch gelingen,
    Dass die Sonne schön wie nie
    Über Deutschland scheint,
    Über Deutschland scheint.


    Glück und Frieden sei beschieden
    Deutschland, unserm Vaterland.
    Alle Welt sehnt sich nach Frieden,
    Reicht den Völkern eure Hand.
    Wenn wir brüderlich uns einen,
    Schlagen wir des Volkes Feind!
    Lasst das Licht des Friedens scheinen,
    Dass nie eine Mutter mehr
    Ihren Sohn beweint,
    Ihren Sohn beweint.


    Lasst uns pflügen, lasst uns bauen,
    Lernt und schafft wie nie zuvor,
    Und der eignen Kraft vertrauend,
    Steigt ein frei Geschlecht empor.
    Deutsche Jugend, bestes Streben,
    Unsres Volks in dir vereint,
    Wirst Du Deutschlands neues Leben,
    Und die Sonne schön wie nie
    Über Deutschland scheint,
    Über Deutschland scheint.


    Gruß Rheingold

  • Da ich ein großer England Freund bin ist natürlcih die Englische Nationalhymmne für mich die schönste. Vor allem wenn mehere tausend Menschen sie singen. Das durfte ich einmal in der Royal Albert Hall bei der Last Night of the Proms erleben. Selbst unsere deutsche Fraktion hat voller Inbrunst mitgesungen.