Live aus Salzburg: "Le nozze di Figaro" - Hype Hype hurra!

  • Liebe Taminos,


    heute abend wird aus Salzburg "Le nozze di Figaro" übertragen. Die Besetzung ist dem Namen nach mehr als hochkarätig:


    Dirigent: Nikolaus Harnoncourt
    Inszenierung: Claus Guth
    Bühne und Kostüme: Christian Schmidt


    Mit Ildebrando d'Arcangelo, Juliane Banse, Marie McLaughlin, Anna Netrebko, Dorothea Röschmann, Christine Schäfer, Franz-Josef Selig, Bo Skovhus u.a.


    Wiener Philharmoniker
    Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor


    Die Mediendampfmaschine läuft auf Hochtouren. Von dem bedeutendsten Ereignis in Mozarts Jubeljahr ist die Rede. Viel Rauch und wenig Feuer? Große Namen und sonst nichts? Wir dürfen gespannt sein. Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion!


    Herzliche Grüße,:hello::hello:


    Christian

  • Hallo Christian,


    von dem ganzen Rummel habe ich natürlich auch schon was mitbekommen.... weißt Du auch, wer welche Partie singt?


    Wird Bo Skovhus den Grafen oder Figaro singen? (Den anderen Part bekommt dann zwangsläufig wohl D'Arcangelo)
    Oder La Netrebko: Gräfin oder Susanna??


    Würde mich interessieren...

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Servus Marc,


    hier die Besetzung im Detail:


    Il Conte Almaviva
    Bo Skovhus


    La Contessa Almaviva
    Dorothea Röschmann
    Juliane Banse (9., 13.8.)


    Susanna
    Anna Netrebko


    Figaro
    Ildebrando D‘Arcangelo


    Cherubino
    Christine Schäfer


    Marcellina
    Marie McLaughlin


    Bartolo
    Franz-Josef Selig


    Basilio
    Patrick Henckens


    Don Curzio
    Oliver Ringelhahn


    Antonio
    Florian Boesch


    Barbarina
    Eva Liebau


    Cherubim
    Uli Kirsch




    Herzliche Grüße,:hello::hello:


    Christian

  • Zitat

    Original von Der-wonnige-Laller
    Na, dann wird ja hier später am Abend wohl wieder Diskussion um A.N. fortgesetzt...
    Ich persönlich freue mich besonders auf Christine Schäfer. Was ist denn für eine Inszenierung zu erwarten? Wird Alfred abschalten müssen?


    Abschalten?


    Der schaltet gar nicht erst an... :D

  • die Mediendampfmaschine hat uns ja gehörig eingenebelt... Sogar in der 19 Uhr Heute-Sendung war ein relativ langer, unreflektierter "Bericht" (einfach mal das Pressematerial aus Salzburg übernommen?) über den tollen Event. Dummerweise fiel aber der Name Harnoncourt gar nicht... naja, Dirigenten sieht man ja auch bei einer Opernaufführung allzu selten :D :baeh01:


    Aber Tankred Dorsts Rheingold-Premiere in Bareuth heute abend dürfte doch ein angebrachterer Grund für ein Medieninteresse sein! :angry: :no:

  • das, was ich im autoradio erlauschen konnte, enttäuscht mich sehr. klang sehr uninspiriert, zu breite tempi, undifferenzierte gesangliche interpretation. werd es mir jetzt nicht mehr antun.

  • Zitat

    Original von Der-wonnige-Laller
    hat harnoncourt irgendwie valium genommen...??


    Keine Ahnung- aber wenn ich ihn sehe werde ich ihn fragen ....:D :D


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

  • Hallo!!


    Hab mir die Figaropremiere angeschaut, besser gesagt angetan!!
    Ein richtig * Opernabend!!


    Harnoncourts Tempi sind zum einschlafen
    Der Cherubim unnötig, ein gelähmter Bartolo, obwohl er bei der Ouvertüre noch steht, ein erster Akt ohne Sessel, eine dümmliche Ankleidungsarie wo jede jede ausgreift, was soll das bitteschön???


    Das einzig gute bisher war d´Arcangelo und die Pause


    Übrigens das Bühnenbild und die Kostüme sind auch hässlich!!


    Fazit: Eine Inszenierung, die die Welt nicht braucht!!!


    LG Joschi


    PS: Und jetzt schau ich mir Salzburg- Zürich, ChampionsLeague Quali an, kann ja nur besser werden!



    * Lieber Joschi,
    ich möchte doch herzlich bitten, dich zu mäßigen und derartige Fäkalausdrücke nicht in diesem Forum zu benutzen.
    LG, Thomas

  • Naja,


    die Tempi haben sich zum Ende des ersten Aktes ja weit gebessert. Die susanna stösst bei mir auf wenig Gegenliebe - nichts Besonderes, nicht gut, nicht schlecht. Cherubino hingegen ist gut, zur gekonnten Artikulation auch noch im Takt und sehr gute Mimik, das ist klasse... reicht aber nicht für eine ganze Oper!


    Harnoncourts "Spezialeffekte" = einfügen von Viertelpausen, wo keine sind, kann ich nicht ausstehen ["Non più andrai..."].


    Das Bühnenbild ist ja recht brav... nur die Kleidung passt nicht. Was sollte eigentlich der Roller? :hahahaha:


    Na, mal sehen, wie es weitergeht...


    Sehr gut auch der Synopsist... :D

  • An der Aufführung könnte ich bisher noch gar nichts aussetzen. Ich finde diese seltsam langsamen Tempi interessant. Die drei Damen sind absolut entzückend!*


    Was ich schrecklich finde, sind die Praktiken des ORF. In letzter Zeit wird gleich nach Aktschluss von der Moderatorin dreingequatscht, Kamera und Scheinwerfer überfallen die SängerInnen hinter der Bühne beim Mineralwasser trinken, keuchen und Luft zufächeln. Das ist doch eine Frechheit!! Als Zuschauer hab ich da das Gefühl, mich bei den Sängerinnen entschuldigen zu müssen für die Indiskretion.


    Dafür laufen Ton und Bild nicht ganz zusammen, und bei der Übertragung gab es bis jetzt schon einige Bildstörungen.


    In der Pause war man gut beraten, Ö1 zu hören. Heide Tenner interviewte Harnoncourt. So ersparte man sich so manche aufgetakelte Diva (männlich wie weiblich) samt belanglosem Kommentar.


    * mit den drei Damen meinte ich Schäfer, Röschmann und Netrebko

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Hallo Laller!

    Zitat

    Ich persönlich freue mich besonders auf Christine Schäfer.


    Das ist ja das Schöne an dieser Aufführung: Man kann zwei gute Sängerinnen erleben. Die andere ist die Röschmann.
    Aber ich kann mir nicht helfen: Die Schäfer singt das so, daß ich sie am liebsten zur Österreichischen Staatsbürgerin machen würde. Zu blöd, daß sie solche Reklamemätzchen nicht braucht. Da platzt dann halt auch der DG-Vetrag...


    Aber wer mich am meisten befremdet, ist - nein, die ist nur uninteressant - Harnoncourt. Eigentlich mag ich ihn ja. Aber das ist nur noch die hohe Schule der Maniriertheit. Ich habe das Gefühl, er kann die Musik nicht fließen lassen, sondern muß permanent eingreifen als wolle er sagen: Hallo, Zuhörer, mich gibt's auch noch und ich bin verdammt wichtig...!
    :hello:

  • Ich finde, daß Christine Schäfer eine absolut großartige Sängerin und Schauspielerin ist, aber mir gefällt auch das übrige Ensemble durchweg sehr gut. Röschmann spielt, wie fast alle Anderen auch, sehr intensiv, dann kann ich damit leben, wenn mal ein hohes C fehlt. Ein so intensives, detaigenaues Spiel würde ich mir in der Oper öfter wünschen. Was mich sehr nervt, sind diese choreographischen Einlagen, die sind zu ungenau Ausgeführt, als das sie funktionieren könnten. Sowas muss 100% sitzen, sonst ist es für die Katz.
    Ich bin kein ausgesprochener Harnoncourt-Fan, aber das heute abend finde ich nahezu unerträglich langsam und öde. Das unterstreicht IMO die düstere Sichtweise dieser Inszenierung in keinster Weise.

  • Mich hat die Inszenierung und Harnoncourts Schwarzzeichnerei so gepackt, daß ich eine Verabredung habe platzen lassen und jetzt weiterhin vor dem Fernseher sitzen werde.
    Daß Harnoncourt die Ouvertüre nicht als Hochgeschwindigkeitsraserei auffasst sondern das dramatische und pessimistische an der Oper herausarbeitet, weiß man ja schon seit seiner Teldec-Einspielung.


    Gewisse Mätzchen Harnoncours fand ich allerdings auch alles andere als OK.

  • konnte es doch nicht lassen: hab (10 min) ins tv geschaut ... laaaaangweilig ...dann nochmal radio (20 min). betsätigte meinen obigen eindruck.


    das beste bislang: das harnonc.-interview : interessantes, wissenswertes, neues. schade, daß er die erkenntnisse nicht umsetzen konnte. zum erstenmal hab ich im figaro lääängen gespürt. und das lag nicht an mozart.

  • Salut,


    ja, die Schäfer is wirklich gut, aber das reißt es eben nicht raus. Röschmann, so sehr ich sie schätze [besonders in älteren Aufnahmen], ist eine Fehlbesetzung! Terzett, 2. Akt: kein c''' - sondern die Billigversion mit e''. Das c''' ist der Höhepunkt des Terzettes, das ansonsten wert- und witzlos ist. Das ist keine Kritik an Röschmann, die ich - wie bereits gesagt- überaus schätze. Ich kann das fehlende c''' nicht verschmerzen, nicht im Mozartjahr, nicht im "Haus für Mozart", nicht bei einem angeblichen Jahrhundertevent [oder wie das Ding heißt].


    Harnoncourt hat einen an der Waffel: Das Presto des Finale II ist fast idem mit dem etwas weiter vorangehenden Andante molto... ?( ?( ?(


    Röschmann und Netrebko reiben sich... eine von beiden ist immer zu tief. :kotz:


    Ich mache nach dem 2. Akt Schluß! Und werde meine Ohren mit Östman reinigen. :D


    Sowas hat Mozart sicher nicht verdient!


    LG
    Ulli

  • Zitat

    Original von klingsor
    das beste bislang: das harnonc.-interview : interessantes, wissenswertes, neues. schade, daß er die erkenntnisse nicht umsetzen konnte.


    :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha:


    Hab ich schonmal irgendwo geschrieben...

  • Ja, in der Tat war ich versucht nicht aufzudrehen, ich habe diese Oper etliche Male - in durchwegs guten bis sehr guten Inszenierungen gesehen und gehört.
    Aber letztlich habe ich mich dann doch entschlossen zumindest Teile davon anzusehen.


    Das Positive vorweg: Der Engel der durchs gesamte Werk tanzt - sich balgt und auf dem Einrad fährt, fortwährend Federn vor sich herbläst ist recht hübsch, sehr gelenkig und mimisch begabt, hat zudem mehr Ausstrahlung als manche hochgejubelte Sängerin dieser Aufführung - Schade nur daß er nicht zum Stück gehört.


    In der Tat (Kenner wissen es -Einsteigern sei es gesagt) diese ach so dominierende Figur - sie existiert gar nicht - weder Mozart noch Daponte haben sie gekannt- geschweige denn erfunden....
    Sie ist lediglich ein glänzender Regieeinfall.


    Harnoncourt dirigiert einen unerbittlichen Mozart - eigenwillig und zumeist wenig überzeugend.


    Bühnenbild und Ausstattung sind ideal auf das Dirigat abgestimmt: Kahl , unpassend und abweisend.


    Wenn man Böhms Figaro elegant charmant, ironisch nennen kann, wenn derjenige aus Paris unter Rene Jacobs pfifig, frech und spritzig tönt, dann ist jener von Harnocourt (und ich schließe die gesamte Auifführung mit ein) düster bedrohlich und aggressiv.


    Bohus mimt den Grafen mit viel Kraft - leider wird daraus eher ein brutaler Schläger als eine Standesperson. Bei Böhm war Fischer Dieskau ein perfider raffinierter Intellektueller, der stets die Maske zu wahren wusste, bei der Pariser Einspielung wahrte er zwar auch mühsam den Schein, war letztlich aber ein Spielball seiner Umgebung.


    Anna N. war sehr zurückgenommen, fast brav und bieder - Abgesehen von den Stellen natürlich wo die Rolle eine Horizontallage geradezu verlangte. Die Stelle wo Chrubin entkleidet wird war zwar sehr realistisch - ging aber nicht weit genug - Eine Feigheit IMO ;)


    Christine Schäfer würde ich mir als Cherubino in einer anderen Inszenierung wünschen - ich fand sie sehr überzeugend.


    Der Figaro - an sich nicht schlecht - aber für meinen Geschmack zu wenig quirlig.


    Sternstunden der Oper waren die Szenen wo der Graf mit einem Beil erscheint um eine Tür aufzubrechen - noblesse oblige. -und die Stelle wo dem Grafen das Ständchen gebracht wurde (Waren das nicht die Uniformen der Wiener Städtischen Bestattung? )


    In der Pause wurde das Publikum über Ausstattung des Hauses und über die Inszenieruing befragt. Einige Opernstars der Vergangenheit hatten merklich mit einem Frosch zu kämpfen um etwas Positives zu sagen.


    Jenen ganz jungen Musikfreunden, die diese Oper heute das erste Mal sahen - und denen sie gefiel - sei dies als Exempel gezeigt - wie unzerstörbar die Meisterwerke von Mozart und Daponte doch in Wahrheit sind......
    Jenen denen sie nicht gefallen hat rufe ich zu: Kein Wunder.....


    Die Quintessenz dieses Abend auf den Punkt zu bringen, blieb Brigitte Ederer (einer Expolitikerin) vorbehalten: "Die Klimaanlage hat gut funktioniert - das ist doch schon was"


    Diesem Urteil - wenngleich das über den Bildschirm nicht in vollem Umfange rüberkam - möchte ich mich hunderprozentig anschließen...
    Widerspruch wäre hier fehl am Platz....


    mfg
    aus Wien
    Alfred

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt


    Widerspruch wäre hier fehl am Platz....


    Aber voll und ganz.


    :jubel: :jubel: :jubel:


    bis auf eine Winzigkeit:


    Zitat

    In der Pause wurde das Publikum über Ausstattung des Hauses und üer die Inszenieruing befragt. Einige Opernstars der Vergangenheit hatten merklich mit einem Frosch zu kämpfen um etwas Positives zu sagen.


    Die Kulisse finde ich gar nicht übel - man könnte viel daraus machen.


    ...und eben: Die Netrebko... wo ist die eigentlich?


    :hello:


    Ulli

  • muß erst nachdenken... erster Eindruck: hm.....


    Dazu kommt, daß der Figaro nicht unbedingt eine meiner Lieblingsopern ist.


    Austria
    etwas ratlos

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

  • Christine Schäfer fand ich toll...
    Anna manchmal...
    den Bo doch sehr espressivo con maxima fuoco
    und bei Nicolaus hats gebuht.... wahrscheinlich ob des Tempos.

  • Ja,


    die AN hat mir manchmal ein wenig besser gefallen, als Röschmann, wobei letztere dramaturgisch viel besser drauf war. Die due Donne aus dem Chor im 3. Akt waren im Duett viel besser abgestimmt als AN und Röschmann. Und Christine Schäfer will ich mal im Auge behalten, auf jeden Fall: TOP! - Nur leider, wie gesagt, reicht es nicht, um damit eine ganze Opernaufführung in den Himmel zu hieven...


    :hello:


    Ulli