Klassik fürs Büro und noch ne Frage

  • Ich suche unaufdringliche Klassik (Kammermusik), die sich perfekt in den Hintergrund stellt und doch sofort im Ohr des geneigten Zuhörers ist, so er denn hin hört. Diese Musik sollte nicht zu laut in einem Büro (Rechtsanwaltskanzlei etc) laufen.


    Vorschläge?


    2.


    Gibt es Kammermusik, bei der das Cello im Vordergrund steht - allerdings keine Solosuiten!

  • Salut,


    Nachtrag: bei Mozarts Preußischen Quartetten ist das Cello bevorzugt, da sie für Preußens Supervioloncellisten geschrieben wurden [nebenbei hat er auch a bisserl regiert]. Haydns Hob. III:75 in G beginnt meine ich auch mit Solocello, ist aber nicht weiter bedeutend. Bei Kozeluch schon geschaut, ich meine der hat auch Cello gespielt.


    LG
    Ulli

  • Ich denke davon können alle profitieren. Die nicht zuhören wollen, nehmen die Musik nur im Hintergrund wahr und einige werden hinhören und sich daran erfreuen.


    Keine gute Idee?

  • Naja mich kotzt es halt gelinde gesagt an, dass permanent das Radio dudeld und vor allem tag ein Tag aus die selben besch... Lieder nur in anderer Reihenfolge. Da dachte ich ein bißchen gepflegte Kammermusik wäre doch super.

  • Hallo Masetto,


    daß Dich das Gedudel aus dem Radio nervt, kann ich sehr gut verstehen. Ich brauche zum Arbeiten Ruhe, Totenstille, wie Ulli es formulierte, wäre schon mal ein Anfang. :D


    Die Frage stellt sich, ob Kammermusik vom übrigen Büropublikum angenommen würde? Es könnte schließlich passieren, daß sich Deine Bürokollegen plötzlich über das ständige "Klassikgedudel" beschweren würden. Besteht denn keine Möglichkeit das Radio abzuschalten (oder zu sabotieren :stumm: )?



    Grüße,
    Gentilhombre

    "Das ist zeitgenössische klassische Musik. Dann unterstelle ich, daß da kein intellektueller Zugang..."
    Miroslaw Lem, Tenor

  • Zitat

    Entweder die [klass.] Musik oder die Arbeit



    Sehe ich ganz genau so!


    Im Übrigen fällt mir die jugendliche Straftäterin aus einer Hauptverhandlung von heute ein, die im Vorfeld nichts besseres zu tun wußte, als einem gleichaltrigen Jugendlichen eine Rasierklinge "durch den Hals zu ziehen", ohne sich, nach dem Ergebnis des Termins von heute, großartig dabei etwas zu denken. Diese Leute in der Kanzlei mit Kammermusik von Mozart zu berieseln, hielte ich persönlich für ein wenig deplaciert, um nicht zu sagen, zum :kotz: !!

  • Zitat

    Original von Masetto
    dass permanent das Radio dudeld



    Mal interssehalber gefragt, die Schreibkräfte hören den ganzen Tag Radio, oder wie habe ich das zu verstehen? Du kannst ja mal anregen oder besser noch anordnen, daß, wenn Dein Diktat bewältigt ist, die Damen Ihre Kopfhörer in das Radio umstöpseln. :D


    Während des Schreibens wird doch kein Radio gehört, oder?


    Fazit: Lärmbelästigung gleich Null. Problem dabei ist natürlich, daß das Telefon überhört werden könnte. ;)

  • Hallo, Masetto!


    Zitat

    Original von Masetto
    Gibt es Kammermusik, bei der das Cello im Vordergrund steht - allerdings keine Solosuiten!


    Wie wäre es mit Cellosonaten? 8)


    (Beethoven, Brahms, Mendelssohn, Faure, ...)

  • Zitat

    Original von Masetto


    Ich suche unaufdringliche Klassik (Kammermusik), die sich perfekt in den Hintergrund stellt und doch sofort im Ohr des geneigten Zuhörers ist, so er denn hin hört. Diese Musik sollte nicht zu laut in einem Büro (Rechtsanwaltskanzlei etc) laufen.
    [...]
    Gibt es Kammermusik, bei der das Cello im Vordergrund steht - allerdings keine Solosuiten!


    Hallo Masetto,


    also ich persönlich kann Kammermusik überhaupt nicht „nebenbei“ hören.
    Wenn ich Kammermusik höre, dann erlausche ich sie bewußt, konzentriert und gewollt und sie hat dann (gleich einem geliebten Weibe) meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit.
    Es gibt drei Dinge, bei denen man mich keinesfalls stören darf: Neben dem schon genannten femininen Wesen sind dies das Lesen eines Buches und das Hören von Kammermusik! Da reagiere ich richtig aggressiv und cholerisch. Kammermusik „nebenbei“ empfinde ich als extrem nervtötend und schalte sie dann doch lieber ab.
    Im Gegensatz dazu kann ich z.B. Sinfonien, Konzerte und Overtüren auch problemlos als Hintergrundberieselung hören ohne mich gestört zu fühlen.


    Wen ich mir vorstelle, Kammermusik hörend in einer Anwaltskanzlei sitzen zu müssen und irgendein Dödel würde mir in ein Haydn’sches Sonnenquartett hineinsülzen, könnte ich für das Schicksal des Betreffenden wohl nicht garantieren.


    Ich empfehle Dir einfache, anspruchslose Musik mit ruhigem und beruhigendem Puls, z.B. Barmusik, die ja genau dazu da ist, Menschen „nebenbei“ zu unterhalten:



    (Nebenbei bemerkt könnte diese Musik, gepaart mit entsprechend attraktivem Servicepersonal, auch dabei helfen den Getränkeabsatz in der Kanzlei signifikant zu steigern!) :D


    Jahrzehntelang bewährt hat sich auch die Musik von James Last, die seit jeher in den Wartezimmern von Hausarztpraxen und Friseursalons zuhause ist. Bigband-Sound beruhugt die Nerven und vermittelt Hoffnung und Zuversicht, heißt es.



    Wenn alles nichts mehr helfen sollte, dann sei Dir als finaler Notanker der „Blue Tango“ von Leroy Anderson empfohlen: Dieser alte Schmachtschinken in einer Endlosschleife gespielt, treibt bei jedem Klienten früher oder später die Freudentränen zutage! :yes:



    Im festen Glauben geholfen zu haben
    verbleibe ich Euer:


    Laurenz

    `
    (...) Eine meiner frühesten Erinnerungen im Zusammenhang mit der Musik betrifft einen Abend, an dem das Rothschild-Quartett bei uns ein hochmodernes Werk von Egon Wellesz spielen sollte. Die Stühle waren den Musikern zu niedrig, so nahmen sie unsere Bände mit Schubertscher Kammermusik, um damit ihre Sitze zu erhöhen. Ich dachte, wieviel schöner es wäre, wenn sie auf Wellesz sitzend Schubert spielen würden (...)


    — aus „5000 Abende in der Oper“ von Sir Rudolf Bing —
    .

  • Zitat

    Original von Sonnensucher
    Wen ich mir vorstelle, Kammermusik hörend in einer Anwaltskanzlei sitzen zu müssen und irgendein Dödel würde mir in ein Haydn’sches Sonnenquartett hineinsülzen, könnte ich für das Schicksal des Betreffenden wohl nicht garantieren.


    Genauso ginge es mir - wie weiter oben angedeutet - auch. Es kommt allerdings auf den Arzt bzw. dessen Fachrichtung an... :beatnik:



    Ulli

  • Zitat

    Original von Masetto
    Naja mich kotzt es halt gelinde gesagt an, dass permanent das Radio dudeld und vor allem tag ein Tag aus die selben besch... Lieder nur in anderer Reihenfolge. Da dachte ich ein bißchen gepflegte Kammermusik wäre doch super.



    Lieber dieses Gedudel als Klassik welcher Sparte auch immer. Das Gedudel kann man problemlos im Kopf ausblenden.


    Auch, und Vorsicht! Wenn du dein Vorhaben tatsächlich umsetzt, könntest du ganz schnell als elitär eingestuft werden. Und das, wo alles einfach sein muß, zumindest laut Werbung allerorten. :kotz: :kotz: :kotz:



    herzliche Grüße,
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Zitat

    Original von salisburgensis


    Lieber dieses Gedudel als Klassik welcher Sparte auch immer. Das Gedudel kann man problemlos im Kopf ausblenden.


    Besser wäre: Ausschalten und sich mit dem fes-moll-Gebrumme des Druckers, der auf das offline-Signal wartet, abzugeben.


    Zitat


    Und das, wo alles einfach sein muß, zumindest laut Werbung allerorten. :kotz: :kotz: :kotz:


    Eben. Einfach scheiße... muß es sein... :stumm:


    Anstatt Cello zu empfehlen:


    Shell low von Tokio Hotel... laut Harald Schmidt sehr mozartähnlich...


    :hello:


    Ulli

  • What about die Cello-Suiten von Bach.


    Damit kann man eigentlich nicht viel falsch machen.


    Und wenn du deine Mandanten foltern willst und sie unter Druck setzen willst,
    kannst du ja immer noch Tokio Hotel auflegen.

  • Ich bin selbst nur Rechtsanwaltsfachangestellter, kein Rechtsanwalt, und Strafrecht machen wir nicht, weil wir mit solchen Menschen nichts zu tun haben möchten (obwohl Geldgier im zivilrechtlichen Bereich auch nicht viel schöner ist). Die Musik sollte eigentlich in meinem Schreibbüro laufen, in dem ich noch einen Lehrling zu sitzen habe. Wahrscheinlich werde ich dann doch eher auf Stille schalten.

  • Moin,


    Dauerberieselung empfinde auch ich als übel. Und ich muss gestehen, dass ich sie überall dort, wo man beruflicherseits mit Publikum zu tun bekommt, auch als unhöflich ansehe. Mir ist es stes ein Greuel, wenn ich in einem Büro anrufe und im Hintergrund hörbar Musik spielt. Ich frage mich dann immer, ob die dort denn überhaupt arbeiten.


    Aber es ist andererseits auch stark verbreitet und so muss ich gestehen, dass ein wenig Klassik mal eine nette Abwechslung wär - bei Bachs Cello-Suiten könnte ich allerdings nicht dafür garantieren, mich noch hinreichend auf das Gespräch fokussieren zu können. :yes:


    Gruß, l.