Korngold: Die tote Stadt

  • Erich Wolfgang Korngold: Die Tote Stadt
    Ich denke, diese Oper hat einen Thread verdient und ich habe keinen dazu gefunden also mache ich selber einen auf.


    Korngold schrieb diese, am 4. Dezember 1920 uraugeführte Oper in 3 Bildern, bereits mit 23 Jahren.


    Eine Premierenkritik aus Wien vom Jahre 1921: "Mit 23 Jahren hat Erich Wolfgang Korngold den Rückhalt einer unbegrenzten und märchenhaften Begabung, verbunden mit einer Unbefangenheit der Originalität. Seit Musik zum ersten Mal für ein Theater geschrieben wurde, hat es noch nie einen Komponisten gegeben, der in so einem jungen Alter so viel erreichte. Ein jugendlicher Sturm bricht über uns herein [...] "


    Der Text stammt von seinem Vater Julius Korngold.



    Die Personen:
    Paul - Tenor
    Marietta, (Tänzerin), die Erscheinung Mariens (Pauls verstorbener Gattin) - Sopran
    Frank, Pauls Freund - Bariton
    Brigitta (bei Paul) - Alt
    Juliette (Tänzerin) - Soprano
    Lucienne (Tänzerin) - Mezzosopran
    Gaston (Tänzer) - stumme Rolle (Komparse)
    Victorin (der Regisseur) - Tenor
    Fritz, der Pierrot - Bariton
    Graf Albert - Tenor


    Was haltet ihr von dieser Oper?
    Was generell von Korngold?
    Schon in der Oper gesehen?


    Ich besitze folgende Aufnahme, die mir sehr gut gefällt(jedoch habe ich auch nur diese eine gehört):


    Mfg Richard

  • Eine spannende Oper mit einem interessanten Klangbild: eine spätromantischer Klangteppich, ein paar expressionistische Ausbrüche garniert mit zwei herrlichen "Schlagern": "Glück, das mir verblieb" sowie "Mein Sehnen, mein Wähnen".
    Ich habe die Oper einmal in meiner Heimatstadt Ulm gesehen, Robert Künzli sang damals den Paul. Die Oper hat mich als Teenager damals auch wegen der Thematik bedeutend mehr beeindruckt als z.B. Mozarts Werke.
    Als Aufnahme besitze ich die Live-Aufnahme (Orfeo) mit Torsten Kerl, Angela Denoke und Bo Skovhus von den Salzburger Festspielen - gefällt mir ausgesprochen gut !

  • Es muss vor ungefähr 20 Jahren gewesen sein, als ich in Düsseldorf der Aufführung dieser Oper beigewohnt habe. Damals war ich so begeistert oder fasziniert, dass ich während der nächsten 2 Wochen noch zwei Vorstellungen der "Toten Stadt" besucht habe.


    Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber ich weiß, dass dies meine erste Live-Oper des 20.ten Jahrhunderts gewesen ist und ich der Atmosphäre dieser Oper erlegen war. Ich will es nicht beschwören, aber ich glaube, noch einige Melodien der Marietta im Ohr zu haben.


    Der durch diesen Thread angestoßene nachträgliche Rückblick auf diese für mich intensiven Opernbesuche löst bei mir eine eigenartige emotionale Spannung aus, wie auch der Name der Stadt "Brügge", in der die Oper spielt. Das war eine Atmosphäre und auch ein Thema, das mir persönlich so sehr ansprach und mitnahm, wie dies bis dahin bei keiner der klassischen nd auch romantischen Opern gewesen ist.


    Uwe

  • Zitat

    Original von richard logiewa
    [
    Der Text stammt von seinem Vater Julius Korngold.


    der sich das schöne Pseudonym "Paul Schott" zulegte.




    Zitat


    Was haltet ihr von dieser Oper?
    Was generell von Korngold?
    Schon in der Oper gesehen?



    mit freundlichen Grüßen Richard


    Ich sah vorletztes Jahr die ausgezeichnete Salzburger Aufführung, die ja dann auch nach Wien ging ; außerdem kennt der eine oder andere vielleicht das Video von Götz Friedrichs Berliner Produktion.
    Das Stück gehört zu den avanciertesten seiner Zeit: seine Psychologie und seine Erzähltechnik nehmen Methoden des Films wieder auf, die erst lange später aktuell wurden. Ob Hitchcock sich mit "Vertigo" bewußt bedient hat, ist natürlich die Frage ; aber sein Komponist Bernard Hermann war meines Wissens Korngoldschüler, und die Vorlageautoren Boileau und Narcejac dürften zumindest die literarische Umsetzung von Georges Rodenbach gekannt haben. Paul: ein Mann zwischen Gegenwart und Vergangenheit, in einer Obsession gefangen, der sich selbst in seiner "Kirche des Gewesenen" einschließt, eine ausgesprochen moderne Figur. Die Musik weist gegenüber Schrekers gleichzeitigen Werken den Vorteil auf, daß der Komponist in der Lage ist, "Schlager" zu komponieren und eine immense sinnliche Wirkung zu erzielen. Er hatte leider das Unglück, emigrieren zu müssen und später primär als Filmkomponist wahrgenommen zu werden (wobei er dieses Genre vor allem im Bereich der symphonischen Filmmusik mit neu erschuf - John Williams' Star Wars-Thema beinhaltet ein explizites und als Hommage gemeintes Korngoldzitat). Das Stück lohnt jede Mühe (genauso wie man das "Wunder de Heliane" wieder einmal versuchen sollte) ; vielleicht interessiert sich Nagano mehr dafür als seine Vorgänger...

  • Hallo,


    Korngolds "tote Stadt" habe ich wohl das erste Mal im Fernsehen gesehen, mit James King und Karen Armstrong. Mir hat das Sujet damals sehr gut gefallen, dieses Düstere und mehr an die Psyche rührende - gepaart mit der spätromatischen, oft wuchtig aufgehenden Musik.


    Später kaufte ich mir dann die CDs von Leinsdorf (ein irrer Dirigent - ich habe ihn in Wien noch "Elektra" dirigierent erlebt) - toller Orchesterklang, ich finde auch, dass sich Kollo wacker mit dieser doch schwierigen Partie schlägt - allein Carol Neblett ist überhaupt nicht mein Fall.


    Die wohl spannenste Inszenierung des Stückes ist mir entgangen: In Düsseldorf hat Günther - jetzt fällt mir der Nachname nicht ein, sowas - genau diese Verbindung zu "Vertico" von Hitchcock gezeigt - mit Richard Versalle (alternierend William Cochran) als Antiheld Paul.


    Das erste Mal auf der Bühne habe ich die "Tote Stadt" dann in Bremen gesehen - in einer sehenswerten Inszenierung von Tilman Knabe mit einem aus dem Ensemble herausragenden Klaus-Florian Vogt als Paul.


    In Wiesbaden dann fand ich die Inszenierung von Dominik Neuner schwächer, aber auch hier konnte ein guter Paul (Hubert Delamboye) aufgeboten werden,


    Die Salzburger Aufführung kenne ich nur von Bildern - aber den Mitschnitt besitze ich - mir fehlt da zu viel - und, mit Verlaub - Torsten Kerl hat mir zuviel weggelassen...


    Doch, ich finde solche Stücke wie die "tote Stadt" sehr bühnentauglich und eine echte Bereicherung unseres manchmal etwas schmalen Repertoires.


    Gruss

  • Hallo Alviano!
    Waren die von Dir genannten Live-Aufführungen komplett?
    Auf CD sind jedenfalls alle in der Rolle des Paul gekürzt, außer Leinsdorf, der mit Kollo den einzigen Sänger hatte, der diese Partie zum Zeitpunkt der Aufnahme schaffen konnte.
    Bei der früheren Wiener Inszenierung (Götz Friedrich) war James King zuliebe nicht nur ein großer Teil des Beghinen-Umzugs gestrichen - hat dennoch nichts genützt, King ist bei der Premiere jämmerlich eingegangen, hat ein Buh-Konzert kassiert und alle anderen Aufführungen abgesagt. Der damals ganz junge Thomas Moser ist eingesprungen - und hat die Rolle mühelos bewältigt. Aber eben die gekürzte Rolle.
    Und als Marie/Marietta sang Karen Armstrong penetrant neben den Noten. Wer das gehört hat, lernt die Neblett schätzen...
    :hello:

  • Hallo Edwin,


    vielen Dank für Deine Anmerkungen. Wenn ich mich richtig erinnere, war die Wiesbadener Aufführung ungekürzt, die in Bremen auf keinen Fall.


    Genau, finde ich auch, Kollo macht das wirklich - wenn auch nicht unangestrengt - sehr gut. James King habe ich in seinen späten Jahren zweimal live gehört, einmal als Aegisth in Wien und dann als Florestan in Wiesbaden. Der Florestan war ganz schlimm. Trotzdem: auch wenn der Tenor immer irgendwie klang, als hätte er Schnupfen - ich möchte auf seinen Lohengrin, Parsifal und Siegmund nicht verzichten. Und: sein Samson oder Pinkerton ist des Kennelernens wert.


    Karen Armstrong, ja, was soll ich da sagen...? Wäre uns diese Sängerin bekannt, wenn sie nicht die Ehefrau von Götz Friedrich wäre? Gewiss: bei der direkten Auswahl zwischen nur zwei Stimmen: ich würde wohl auch lieber Neblett nehmen :o).


    Bei Torsten Kerl (wie gesagt, ich kenne nur die Rundfunkaufnahme, nicht die CDs) hatte ich mehr erwartet - und war dann schon etwas entäuscht, vielleicht das falsche Fach.


    Zum Schluss: es gibt ja noch die schwedische Aufnahme unter Segerstam, die kenne ich nicht und die Münchener Rundfunkaufnahme mit Carl Friedrich und Maud Cunitz. Friedrich finde ich von der Stimme her interessant, aber: auch er spart, wo er wohl muss.


    Gruss aus Hessen

  • Ausser der Aufnahme unter Leinsdorf habe ich noch die unter Lehmann von 1952:



    Eine Alternative für die, die Kollo und/oder Prey nicht mögen ;)


    Insgesamt gewichtiger und "schwerblütiger" als Leinsdorf, dem sujet durchaus angemessen. Ordentliche Klangqualität und preiswert. Cunitz ist wesentlich idiomatischer als Neblett, Friedrich hat anders als Kollo ein eher baritonales Timbre.
    Leider habe ich das Stück noch nie auf der Bühne gesehen. Bei der Gelegenheit: Auch Korngolds Symphonie in Fis und die "Sechs einfachen Lieder" kann ich nur empfehlen, Hendricks ist allerdings Geschmackssache....

  • Hallo Misha,

    Zitat

    Eine Alternative für die, die Kollo und/oder Prey nicht mögen


    Aber leider keine, die das Werk ungekürzt hören wollen. Ich habe sie nur einmal durchgehört und glaube mich, an Striche in der Rolle des Paul erinnern zu können - oder kannst Du das als falsche Erinnerung entlarven?


    :hello:

  • Ein freundliches "Hallo" in die Runde werf'


    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zwar schon ein dutzendmal an dieser CD
    vorbeigeschlendert bin, jedoch noch nie reingehört habe. Dank diesem Thread und u.a.
    Alviano's ausführlicher Beschreibung habe ich mal bei Amazon reingehört und mich für die
    Leinsdorf-Aufnahme der RCA entschieden. Eigentlich habe ich mein Budget für diesen
    Monat längstens überschritten, doch da es ja für einen guten Zweck ist und auch meine
    Hörer von den 'über Bord geworfenen Vorsätzen' profitieren... ab zum Bestellformular...


    Danke für die wertvollen Tipps in diesem Forum, schon wieder eine CD auf dessen Erhalt
    man sich freuen kann...


    Liebe Grüsse, Carl

  • Zitat

    Original von Uwe Schoof
    Es muss vor ungefähr 20 Jahren gewesen sein, als ich in Düsseldorf der Aufführung dieser Oper beigewohnt habe. Damals war ich so begeistert oder fasziniert, dass ich während der nächsten 2 Wochen noch zwei Vorstellungen der "Toten Stadt" besucht habe.


    Waah ist das schon wirklich 20 Jahre her?!? Ich erinnere mich noch sehr gut an diese Inszenierung (die ich zweimal besuchte). War meine erste Berühung mit Korngold, der sich damit sofort für meinen persönlichen Komponistenolymp qualifizierte, und die Inszenierung war auch sagenhaft und um Lichtjahre aufregender als alles, was in etlichen Spielzeiten zuvor auf der Düsseldorfer Bühne vorgefallen war. Moment, war das nicht sogar die erste, oder eine der ersten, Inszenierungen unter dem damals brandneuen Intendanten Kurt Horres? Huch, ja das sind ja wirklich 20 Jahre :faint:


    Wie ich sehe, scheint es nur drei oder vier Aufnahmen zu geben? Kollo/Prey kommt für mich nicht in Frage (selbst wenn sie wirklich mal den Eindruck machten sollten, als wüßten sie, was sie da gerade singen, wären meine Aversionen leider übermächtig). Blieben die bereits erwähnte Walhalla-Produktion, deren Vollständigkeit nicht ganz klar scheint, die Live-Aufnahme aus Stockholm von Naxos, die nicht so richtig doll sein soll und schließlich die 2004er Aufnahme von den Salzburger Festspielen mit den Wienern unter Runnicles, die mir noch am vielversprechendsten erscheint.


    Kann jemand Empfehlungen aussprechen? Die tote Stadt gehört einfach in jeden halbwegs morbid ambitionierten Haushalt, wie ich finde. 8)


    ^_^J.

  • Ich erinnere mich an die Aufführungen in der DOB, die ich 1983/84 besucht habe. Mein damaliger Eindruck von Armstrong und King war im großen und ganzen eher positiv; ist halt lang her.
    Die Leinsdorf-Aufnahme höre ich immer wieder gern.


    :hello:Heldenbariton

  • Zitat

    Ich erinnere mich an die Aufführungen in der DOB, die ich 1983/84 besucht habe. Mein damaliger Eindruck von Armstrong und King war im großen und ganzen eher positiv;


    Diese Aufführung wurde danach an die Wiener Staatsoper transferiert, wo ich sie sah - und geschockt war. Ich kannte die (vorzügliche) Aufnahme mit Kollo. Und nun plärrte, brüllte und schrie sich James King die Seele aus dem Leib. Er sang, obwohl nahezu alle anspruchsvollen und exponierten Stellen für den Tenor gestrichen waren, so grauenhaft, daß es mit einem Buh-Konzert sonder gleichen quittiert wurde. King sagte ab - und der damals blutjunge Thomas Moser sprang ein und meisterte seinen rudimentären Part mühelos.
    Und die Armstrong sang meiner Erinnerung nach so falsch, wie man es von ihr gewohnt war.
    :hello:

  • Hallo!!


    Kennt vielleicht jemand diese Aufnahme:???


    Habe an der Oper vor längerer Zeit schon Interesse gezeigt, doch es ist nie zu einer Anschaffung gekommen und das Interesse ließ nach!


    Nun ist mein Interesse wieder geweckt und wollte nun wissen, ob sie zu empfehlen ist!


    Danke im Voraus!!


    LG Joschi

  • Hallo Joschi —


    diese Aufnahme kenne ich leider auch nicht (siehe mein Beitrag weiter oben), aber die Kritiken, die sich so im Netz finden lassen (deutsche und englische) sind leider nicht sehr erhebend.


    LiGr,
    ^_^J.


    p.s. Solltest Du ein Kollo/Prey-Fan sein: ich schäme mich längst (zumindest ein bißchen) für den Seitenhieb in meinem Beitrag. Vor ca. 100 Jahren habe ich im Fernsehen mal ein Interview mit Kollo gesehen, wo er das — nicht mit diesen Worten, aber sinngemäß — tatsächlich selbst über sich und seine Art, Gesangsrollen anzugehen, sagte, und das hat mich echt geschockt. (Naja und mit Prey haben ja viele ein Problem. Da habe ich mich früher schon mit meinem Vater gefetzt :motz:.) ;)

  • Hallo!!


    Kollo kenne ich zuwenig, um wirklich was sagen zu können!!


    Aber Hermann Prey gehört zu meinen Lieblingssängern, vor allem im Mozart und Rossinifach. auch bei Operetten ist er sehr zu empfehlen!!!


    Aber von der Aufnahme, die hier besprochen wurde, habe ichnoch nie was gehört!! :stumm:


    LG joschi

  • Ich habe am Wochenende ein Konzert mit Werken von Korngold und Schreker (u.a.) gehört. Dort konnte man dem Programmheft entnehmen, dass Korngolds Oper auf dem Roman "Das tote Brügge" des belgischen Symbolisten G. RODENBACH zurückgeht, der auch andere Künstler zu Werken inspiriert hat, z.B. E. SCHIELE zu mehreren Gemälden "Die tote Stadt"





    Für mich war das neu, ich hoffe diese Information ist hier an der richtigen Stelle.


    Gruß pt_concours

    Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
    Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
    Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • guten Abend ;)


    ...ist zwar Monate/Jahre her, dass hier 2, 3mal die Krämer-Inszenierung an der Rheinoper erwähnt worden ist
    - der Vollständigkeit halber seien hier aber noch (hab den Thread eben erst entdeckt)
    die 2 mir noch präsenten Beteiligten der späteren Duisburger Premiere (mit mir im Publikum :P) genannt:


    MARIO BRELL war Paul - und CYNTHIA MAKRIS war Marietta
    YEPP - schön war`s :yes: :yes:


    Licht aus und Tschüssss ;)
    micha



    EDIT 10.25


    Es war damals - ich weiss es noch recht genau: Exakt die Zeit, in der ich als Operngeher quasi erwachsen geworden bin :yes: -
    die 1. (2.?) von insgesamt 4 Krämer-Arbeiten für die Rheinoper...
    Und auch bei 2 der 3 anderen
    ("Macbeth", d.h. ich nenn ihn eigentlich "Macbetto", und den "Gezeichneten" (Schrecker))
    sass ich im Duisburger Premierenpublikum...


    Die "tote Stadt" fand ich da (und ich denke die meisten mit mir) überzeugender als diesen Skandal-Macbetto
    (die D`dorfer Premiere soll kurz vor dem Abbruch gestanden haben / die Story in den Vietnam-Krieg zu verlegen mag ja beim Shakespeare-Stück ein überzeugendes Gegen-den-Strich-Bürsten sein - aber zus. mit Verdi-Musik ??),
    ...andrerseits weniger dicht und eindringlich als der legendäre Schreker (diesmal auch in Duisburg mit William Cochran (und Trudeliese Schmidt) - und dem stärksten Duisburger Premierenjubel, an den ich mich erinnern kann...)


    Im 2. Korngold-Akt liess Krämer gleich ca. 20 "Marietta/Helene-Zwillinge" auflaufen - der damalige "Opernwelt"-Rezensent fands wohl unfreiwillig komisch (die würden ja allesamt wie die Schwestern von Heino aussehen, schrieb er recht wörtlich...)
    Ich fands wohl damals der Musik durchaus angemessen !


    Also in diesem Sinne...
    (bei den Stichworten "Krämer" und "Rheinoper" werd ich regelrecht sentimental :P)


    :hello:

  • mitz einem Opernschlager "Glück, das mir verblieb",


    das hat man doch immer im Ohr, zumindest mir geht es so.


    Ich brauche nur den Text zu lesen und habe diese Oper vor mir, in Wien war einmal eine sehr gute Inszenierung an der Volksoper und eine etwas schlechtere an der Staatsoper.


    Schönen Sonntag noch, Euer Peter aus Wien

  • Zitat

    .... Ich kannte die (vorzügliche) Aufnahme mit Kollo. Und nun plärrte, brüllte und schrie sich James King die Seele aus dem Leib. Er sang, obwohl nahezu alle anspruchsvollen und exponierten Stellen für den Tenor gestrichen waren, so grauenhaft, daß es mit einem Buh-Konzert sonder gleichen quittiert wurde....
    Und die Armstrong sang meiner Erinnerung nach so falsch, wie man es von ihr gewohnt war.
    :hello:


    Das kann man sich übrigens bei YouTube antun (eine gewisse psychische Indolenz vorausgesetzt :D ).
    "http://de.youtube.com/watch?v=UtCJcjAJZRg
    "http://de.youtube.com/watch?v=TxWZIoU4KPc&amp


    Meine Lieblingsaufnahme der beiden Ausschnitte ist die von Richard Tauber (Mariettas Lied mit Lotte Lehman). Herausragend gesungen.

  • Lieber Richard!


    Ich denke es ist ohnedies eine der besten Gesamtaufnahmen der "Toten Stadt".


    Ich habe noch die 3er LP Gesamtaufnahme, Besetzung hast ja Du ja angegeben.


    Ich habe nur bei Bekannten, einmal einen Querschnitt gesehen, mit Rudolf Schock und Melitta Muszely, gesehen.


    Das ist aber auch schon Jahre her, und die spielten mir nur den "Hauptschlager" dieser Oper vor,


    "Glück, das mir verblieb" ist einer der Hauptschlager / Ohrwürmer, der Oper des 20.Jahrhunderts geworden, und das soll Erich Wolfgang Korngold Einer nachmachen.



    Liebe Grüße Peter, aus Wien

  • Im Lösungsthread zum Rätsel um geistliche Würdenträger wurde eine interessante Diskussion zu DIE TOTE STADT angestoßen, die ich hierher kopiert habe, damit sie hier weiter gehen kann, wo sie hin gehört. J. R. II







    Zitat

    von Guercoeur


    Leider beschränkt sich das Wiederentdecken Korngolds ja fast ausschließlich auf den Tonträgerbereich. Auf den Opernbühnen kann ich diesen Trend nach wie vor nicht erkennen.
    Dort findet sich ja nur gelegentlich 'Die tote Stadt' - die restlichen Opern werden leider kaum bis überhaupt nicht aufgeführt. Nur, um mich nicht falsch zu verstehen: 'Die tote Stadt' mit ihrem hypnotisierenden Klangzauber gehört zu meinen absoluten Favoriten, aber das völlige Ignorieren der Opernhäuser von Korngolds Meisterwerk 'Das Wunder der Heliane' ist für mich ein ständiges Ärgernis seit meinem ersten Kennenlernen der ersten Gesamtaufnahme (1992) unter Leitung von John Mauceri auf Decca.


    Zitat

    von Theophilus


    Die tote Stadt leidet zweifellos am Besetzungsproblem. An die beiden Hauptdarsteller werden abnorme Anforderungen gestellt. Marietta kommt etwas leichter weg, für sie braucht man z.B. "nur" eine Salome, aber Paul muss an die zwei Stunden gegen das Riesenorchester ansingen. Das entspricht einer langen Wagner-Partie, aber mit der zusätzlichen Erschwernis, viel länger in hohen Lagen singen zu müssen. Wie sieht es da mit Das Wunder der Heliane aus? (Geddas laufen bekanntlich auch nicht in größerer Zahl durch die Gegend...)

  • Wer die Oper ganz hören will, dem sei die folgende - konzertante - Aufnahme aus Stuttgart empfohlen:


    Erich Wolfgang Korngold
    DIE TOTE STADT

    Oper in 3 Akten


    Aufnahme: 23.4.2005, konzertant, Stuttgart
    Spieldauer: 137'03 (vollständig)
    Dirigent: Gabriel Feltz
    Stuttgarter Philharmoniker
    Philharmonia Chor Stuttgart, Kinderchor der Staatsoper Stuttgart
    Chorleitung: Johannes Knecht


    Albert: Bernhard Schneider
    Birgitta: Anne Pellekoorne
    Frank: Jochen Kupfer
    Fritz: Jochen Kupfer
    Juliette: Simina Ivan
    Lucienne: Ausrine Stundyte
    Marietta (Marie): Emily Magee
    Paul: Norbert Schmittberg


    LG


    :hello: