Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr 41 KV 551 "Jupiter"

  • Liebe Mozartianer,


    In lockerer Reihenfolge, möchte ich mich nun auch den Sinfonien von Wolfgang Amadeus Mozart widmen.



    Den Beginn macht Mozarts letzte Sinfonie, KV 551, die den Beinamen "Jupiter" trägt. Allerdings stammt der Name nicht von Mozart selbst sondern vom Englischen Konzertunternehmer Peter Salomon. E s soll mit diesem Namen auf die Einzigartigkeit, das hervorragende, Strahlende hingewiesen werden.


    Das Werk entstand 1788 und wurde wahrscheinlich noch im gleichen Jahr in Wien uraufgeführt.


    Ich habe das Werk für den Anfang eines kleinen foreninternen Mozart-Sinfonien-Zyklus gestellt, weil ich glaube daß diese Sinfonie in gewisser Weise bereits Beethoven vorausahnt, man mag sich die Frage stellen, wie hätte Mozart komponiert, hätte er den Beginn des 19. Jahrhunderts noch erlebt.


    Nun kommen wir zur Frage der Interpretation diesese Werks, mit dem man beileibe nicht zimperlich umgegangen ist: Es gab zahlreiche Bearbeitungen, abänderungen , Kürzungen und Verfälschungen kleineren und größeren Ausmaßes.
    Als ich das Werk kennenlernte wurde es üblicherweise "groß-sinfonisch"
    interpretiert, wuchtig und kräftig, nicht aber notwendigerweise schlecht durchhörbar und dick, obwohl das immer wieder gerne suggeriert wird. Ich meine, daß gerade dieser Sinfonie der Charakter einer "Großen" Sinfonie anhaftet, man kann sie als ohne weiteres so spielen. Manche werden eine HIP-Interpretation jedoch vorziehen, es ist dies eine Frage der Prägung nicht mehr und nicht weniger.
    Persönlich bin ich der Meinung, daß die späte Mozart-Sinfonien, ebenso wie später jene von Haydn, etwa ab den Pariser-Sinfonien durchaus eine Wiedergabe durch "modernes" Orchester vertragen, im Gegensatz zu den frühwerken, wo "Originalinstrumente einfach die bessere Wahl sind.


    Mich würden Eure Lieblingsaufnahmen dieser Sinfonie interessieren, und gleichzeitig wie ihr sie mögt. Es ist nämlich interessant festzustellen, das jene Leute, die mit Mozart wenig anzufangen wissen, zumeist Aufnahmen bevorzuge, wo ich mit Mozart auch nichts anzufangen wüsste, hätte ich diese Einspielungen :stumm: :jubel:



    Beste Grüße aus Wien Alfred

  • Hallo Alfred,


    das weicht jetzt vielleicht von Deiner eigentlichen Intention ab, aber:


    Zitat

    ich glaube daß diese Sinfonie in gewisser Weise bereits Beethoven vorausahnt, man mag sich die Frage stellen, wie hätte Mozart komponiert, hätte er den Beginn des 19. Jahrhunderts noch erlebt


    Die Frage stelle ich mir auch, aber ich finde nicht das er Beethoven vorausahnt. Ich meine, daß die letzten drei Symphonien von WAM ziemlich einzigartig sind, fast eine eigene symphonische Welt, an die nichts mehr anschließt. Da ist er, ähnlich wie in der Oper einen Weg gegangen, den nur er gehen konnte und keiner ist ihm so richtig gefolgt. Ich finde, Beethoven hat da er die früheren der späten Symphonien (31-36) als Vorbild genommen und ist dann "seinen" Weg gegangen. Mozarts symphonischer Einfluss bricht mit seinem Tod ab, weil selbst Jahrzehnte nach seinem Tod, keiner so richtig daran anschließen konnte - vielleicht wie bei den späten Streichquartetten Beethoven und die Sonaten Schuberts :stumm: :D.


    Vielleicht bin ich deswegen auch fast allen Interpretationen gegenüber aufgeschlossen. Ein kurzer Blick in die Sammlung offenbart 14 Einspielungen und ich möchte auf keine verzichten: Szells schlanker, schneller Mozart, daneben Beechams eher ironisch-rhythmisch, Böhms beschaulicher altersweiser, Harnoncourts wilder. Ganz besonder am Herzen liegt mir jedoch eine alte Aufnahme von Giulini (Decca Classic Sound), während ich Bernsteins später Einspielung in Wien nicht so viel abgewinnen kann.

  • Sagitt meint:


    natürlich, schon der Name könnte Gewaltiges repräsentieren und derartige Interpretationen gibt es ja die Fülle.


    Mein Erlebnis mit der "Jupiter" hatte ich voriges Jahr bei Bremer Musikfest: Joos van Immerseel mit seiner anima eterna spielte die letzten drei von Mozart. Es war wie eine Offenbarung. Endlich war die Interpretation gefunden, wie ich sie mir immer vorgestellt hatte. Durchweg schlank im Ton, federnd, aber nicht überhetzt, wunderbare musikalische Bögen und hochgradig musikantisch. Dafür gebe ich jeden Karajan,Böhm, Bernstein her.
    Meines Wissens exisitert ein Mitschnitt von Radio Bremen, ich nehme an, die vertreiben inzwischen solche.
    Werke, die ich seit Jahrzehnten kannte, erschienen mir in völlig neuem Licht. Nach wie vor für mich ein Zeichen, dass mir diese Interpretation besonders zusagt.

  • Meine stilbildende Aufnahme stammt (wie so oft ;)) von Nikolaus Harnoncourt, in diesem Fall ein Livemitschnitt der letzten drei Symphonien mit dem Chamber Orchestra of Europe aus dem Mozartjahr 1991:



    Ernsthaft, gemessen, gar nicht wild, sondern wuchtig und kraftvoll geht Harnoncourt an die Jupiter-Symphonie heran. Er zeigt damit sehr überzeugend, dass diese Symphonie, wie auch die Es-Dur- und die g-moll-Symphonien, an der Schnittstelle zwischen Barock und Romantik steht und eigentlich das Verbindugsglied zwischen diesen Epochen darstellt. Man spürt die Beschäftigung Mozarts mit den Werken von Bach und Händel, ahnt aber auch schon das 19. Jahrhundert. Mozart symphonisches Schlusswort ist musiksprachlich zwar noch ganz dem 18. Jahrhundert verhaftet und stellt so einen Schlusspunkt einer ganz eigenen Entwicklung dar. In zahlreichen Momenten blitzt aber Zukunftsweisendes auf - die schwermütige Klarinettenbegleitung im ersten Satz der g-moll-Symphonie, die große Schlussfuge in der Jupitersymphonie, die schon auf den späten Beethoven vorausweist, die schwermütigen Ländler-Einschübe in den Tanzsätzen, wie sie uns bei Schubert, Bruckner und Mahler wieder begegnen werden... Deswegen bevorzuge ich Aufnahmen wie die von Harnoncourt, die nicht nur den heiteren, unbeschwerten Charakter betonen, sondern auch die Tiefen des Werkes ausloten, wie zB Furtwängler oder auch Lorin Maazel, den ich vor ein paar Jahren mit den Wiener Philharmonikern gehört habe. Breite Tempi, aber ungemein spannungsgeladen und emotional, ein Erlebnis...

  • Salut,


    Mozart wünschte sich die C-Dur und g-moll Sinfonie in der Besetzung von 40 ersten und 40 zweiten Geigen, die Bläser doppelt bis vierfach besetzt! Natürlich solte man nun nicht die historischen Instrumente mit ihrer "Klangschwäche" vergessen, aber dennoch geht das schon in die interpretatorische Richtung "wuchtig".


    Viele Grüße,
    Ulli

  • Meine Aufnahmen der Jupiter, aus meinem Verzeichnis kopiert:


    Sinfonie Nr. 41 in C-Dur KV 551 „Jupiter-Sinfonie“
    Leonard Bernstein/Wiener Philharmoniker 1985
    Karl Böhm/Wiener Philharmoniker 1943
    Karl Böhm/Berliner Philharmoniker 1961
    Karl Böhm/Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks 27.4.1972
    Karl Böhm/Wiener Philharmoniker 1976
    Nikolaus Harnoncourt/Royal Concertgebouw Orchestra März 1982
    Rafael Kubelik/Wiener Philharmoniker 1965
    Erich Leinsdorf/Wiener Philharmoniker 1981
    Bruno Walter/Wiener Philharmoniker 11/1938
    Bruno Walter/Columbia Symphony Orchestra


    Meine Präferenzen:
    Natürlich Karl Böhm, wobei, höre ich mir die Aufnahmen 1943 bzw. 1976 an, durchaus unterschiedliche Sichten zu entdecken gibt. In seinen früheren Aufnahmen konnte Böhm "durchaus mit den neuen, jungen Wilden" mithalten.


    Und natürlich sein Lehrer Bruno Walter.


    Wenn ich die Jupiter einmal "gestrampft" hören will (passiert auch), dann Harnoncourt.

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Hallo,


    schon bei erscheinen dieses Statements wollte ich antworten, habs aber dann wohl übersehen:


    Bezogen auf Böhms Interpretation der Jupitersinfonie:


    Zitat

    Böhms beschaulicher altersweiser


    Also ich kann da nichts beschauliches, altersweises dran finden, Böhm dirigiert das durchaus mir Verve, alledings im klassisen Ebenmaß, ohne jenes aggressive Kampfgetümmel, daß mich manchmal mehr an eine Diskothek erinnert als an ein klassisches Werk (in diesem Falle ist "klassisch" sogar wörtlich zu verstehen)


    Auch das von Ulli angespreochene "Wuchtige" kommt bei Böhm zu seinem Recht, leider nicht optimal rübergebracht durch die etwas zu schlanke Aufnahmetechnik.


    Freundliche Grüße aus Wien


    Alfred

  • Salut,


    es freut mich, dass ich diesen Thread „aus der Versenkung“ gehoben und ein wenig wach geküsst habe. Ich nehme an, es interessieren die Hintergründe zur „Jupiter-Sinfonie“:


    Die Sinfonie C-Dur KV 551, von dem gebürtigen Bonner Peter Salomon „Jupiter-Sinfonie“ getauft (wie es die vorhandenen Quellen darlegen), ist die letzte Sinfonie der allzu bekannten Trias und auch schlechthin Mozart’s letztes Werk dieses Genre. Dazu gehören auch die majestätische, fast heroische Sinfonie Es-Dur KV 543 (vollendet am 26. Juni 1788 ), sowie die Sinfonie g-moll KV 550 (vollendet am 25. Juli 1788 ). In einer unglaublichen Schaffenswut vollendete Mozart die Jupiter-Sinfonie am 10. August 1788. Die hier angenommenen Vollendungsdaten sind diejenigen, die Mozart in sein „Verzeichnüß aller meiner Werke“ eintrug. Man kann also nachvollziehen, dass diese Trilogie in weniger als drei Monaten „ausgedacht“ und niedergeschrieben wurden. Zu dieser Zeit ging es Mozart finanziell extrem schlecht; zwar hatte er gerade Chr. W. Gluck’s Posten erhalten, sein Gehalt war aber weitaus geringer (weniger als die Hälfte), als das von Gluck. Einen Tag nach Vollendung der Es-Dur Sinfonie schreibt Mozart einen Brief an Michael Puchberg, in dem er – natürlich – um Geld bittet. Er schreibt, wobei er nur die Es-Dur-Sinfonie gemeint haben mag : […] – ich habe in den 10 Tagen dass ich hier wohne mehr gearbeitet als in andern Logis in 2 Monat, und kämen mir nicht so oft schwarze Gedanken (die ich nur mit Gewalt ausschlagen muß) […] .


    Über (Ur-)Aufführungen dieser Werke ist heute Gott sei Dank mehr bekannt, als im Mozartjahr 1991: Es ist mithin sehr unwahrscheinlich, dass Mozart diese drei Werke wie zu Zeiten seiner italienischen Reisen „auf Vorrat“ geschrieben hat. Vielmehr ist es allein schon durch die Nachbearbeitung der g-moll-Sinfonie grundlegend klar, dass hier eine Aufführung stattgefunden haben muss: Mozart addierte zu der ursprünglichen Besetzung zwei B-Clarinetten und warf somit den gesamten Bläserpart um, strich bzw. ergänzte einige Takte im langsamen Satz vollständig.


    Es gibt zwar keine Handhabe über Aufführungen in 1788, aber anno 1790 gab es am 15. Oktober eine musikalische Akademie in Frankfurt, die mit „einer neuen großen Sinfonie von Herrn Mozart“ begann und „mit einer Sinfonie“ beschlossen wurde. Es ist möglich, dass Mozart hier eine oder zwei der Trilogie aufführte und ggfs. dafür die g-moll-Sinfonie abänderte. Weiterhin veranstaltete die Wiener Tonkünstler-Societät am 16. und 17. April 1791 eine Akademie, in der ebenfalls eine „große Sinfonie“ aufgeführt wurde. Die Leitung hatte Antonio Salieri. Zum anderen gibt es eine ganze Handvoll Abschriften (also Stimmenmaterial), die zu Mozarts Lebzeiten angefertigt wurden.


    Was die „Wuchtigkeit“ betrifft, lieber Alfred, so beziehe ich mich auf eine Aussage Deiner selbst zu Beginn dieses Threads. Ich wollte dies nur ein wenig untermauern, indem ich Mozart’s (geheimste) Wünsche offenbarte. Zur weiteren Verstärkung der „Wuchtigkeit“ liesse sich noch anbringen, dass Mozart im zweiten Satz der Jupiter-Sinfonie bei den Streichern „con sordini“ – also mit Dämpfer – vorschreibt. In kleineren oder Kleinst-Besetzungen wäre dies zwar hörbar, aber relativ „effektlos“; nur bei einer allgemeinen (vorhergehenden und nachfolgenden) „Wuchtigkeit“ kommt dieser zweite Satz durch seine Zartheit und Gedämpftheit erst so richtig zum „Vorschein“.


    Es ist unstreitbar, im Vergleich zu „zeitgenössischen“ Werken anno 1788-1791, dass gerade die Jupiter-Sinfonie eine unumstößliche Besonderheit darstellt: Erstmals in Mozart’s Sinfonien – und damit natürlich auch letztmals – trennt Mozart die Celli von den Bässen in der Jupiter-Sinfonie! Welches zeitgenössische Werk konnte damals schon mit Mozart’s C-Dur Sinfonie mithalten…?


    Viele Grüße
    Ulli

  • Lieber Ulli,


    Gratulation zu Deinem Beitrag, den ich aufrichtig bewundere.
    Wieder viel auf angenehme Art und Weise gelernt.

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Zitat

    Original von Ulli
    Welches zeitgenössische Werk konnte damals schon mit Mozart’s C-Dur Sinfonie mithalten…?


    Viele Grüße
    Ulli


    Keines - und auch in den nächsten 20 Jahren nur die Eroica, wenn man sie in einer guten Einspielung hört (Savall, Scherchen, Harnoncourt etc.). Eigentlich hat nur die Unvollendete einen ähnlich starken Eindruck auf mich gemacht. Duck und weck ... :stumm: :wacky:

  • Hi Gerrit


    Da halte ich dagegen. Es ist unerheblich, welche Version man hört. Mit den beiden Es-dur-Akkorden bricht ein neues Zeitalter in der europäischen Musik herein. Es gibt kaum ein anderes Musikstück, das eine derartige Zäsur bedeutet und die Geschichte in ein Davor und ein Danach trennt. Ihre Bedeutung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden (was natürlich noch nichts über ihre Wirkung auf dich aussagt)...


    Ciao

  • Also,


    Alfred und ich sind ja schon seit einigen Jahren, sagen wir mal, differenter Ansicht über die Meriten von Böhm. :D Ihm, Alfred, kann ich dabei attestieren, nicht einem tauben oder blinden Anbeten zu verfallen - er findet mehr kritische Worte über (s)ein Idol, als manch anderer, mich eingeschlossen. Aber, wir haben halt unterschiedliche Ansichten, gerade was die Mozart-Symphonien angeht. Zur Verdeutlichung, ein kurzes Statement, dass ich vor nicht einmal einem Jahr zum Böhm "Berliner" Einspielung der letzten sechs Symphonien zum Besten gab:


    Zitat

    Well, from Toscanini to - for heaven's sake - Thielemann, I can find a good thing or two in most interpretations of almost any repertoire. But this is simply to much: Mozart 40 & 41 as performed by Böhm and the BPO, part of a The Originals twofer. It's not only that it's absurdly slow to these ears -
    although there's nothing wrong with being slow - but Böhm's way with these works is quite simply boring. The music doesn't flow, there's no direction, it becomes pure background music - hell, it's not even the siruppy
    sugar-sweet performance, some people want to hear (and see?) their Mozart. It's just nothing.


    Zusammengefasst: für mich ein statisches, langsames, langweiliges, nichtssagendes Nichts - und an dieser Einschätzung hat sich bis heute nichts geändert :D


    Und jetzt höre ich die Wiener Aufnahmen von 40 und 41 - und die sind noch langsamer X( ABER: Tempo ist relativ, sowohl in der Darstellung als auch in der Rezeption. Denn bei diesen beiden Aufnahmen ist wenig bis nichts statisches oder langweiliges (3. Satz). Im Gegenteil: Leuchtende Farben, oft *ausmusiziert* vom ersten Ton bis zum letzten Ton einer Phrase/Melodie (kann mir da jemand folgen?), rhytmisch und dynamisch prägnant, wenn auch nicht so pointiert, wie ich es gerne hätte. Dennoch: deutlich, DEUTLICH besser als die Berliner Aufnahmen, gelungene Investition für die ruhigen (verschmitzten) Mozart-Momente.[/quote]


    Nachtrag: Könnte ein Wiener bei Alfred vorbeischauen, Riechsalz wäre angebracht ...

  • Lieber Gerrit,


    Ich brauche kein Riechsalz, ich kenn die Aufnahme und ihre Eigenschaftern sehr gut, inklusive des Mankos, daß sie nicht vom DECCA Team aufgenommen wurden.
    Die Wiener Aufnahmen haben mehr Kern als die Berliner.
    (Soll ich jetzt schreiben: "Kein Wunder" und den geschlossenen Abgang alle Berliner Forenteilnehmer riskieren ? - Nein ich beherrsche mich, ich tus nicht :P :D :stumm:)


    Aber kehren wir zum Ernst zurück. Ich kann mir schwer vorstellen, daß jemand der mit heutigen Mozart-Interpretationen groß geworden ist, Böhm besonders schätzt. Die heutigen Interpretationen sind einfach "aggressiver" und schneller (und wie ich meine somit historisch falsch,)


    Als ich, nach langer Pause Böhms Mozart erneut hörte (die Pause war mit Harnocourt, Hogwood und Norruington überbrückt) dachte ich im ersten Moment: "Ja seine Kritiker haben doch recht, es ist ein antiquierter Stil der langweilig wirkt" - Indes , der Zustand dauerte nur wenige Minuten, dann war ich wieder zurück in der Böhmschen Mozart-Welt. Böhm gibt, wie Gerrit schon richtig schrieb, prinzipiell kein schnelles Tempo vor, er setzt auch Akzente nur sehr sparsam ein , um dann, wenn es Zeit ist, einen gewünschten Effekt auszukosten. Norrington, ein Dirigent von heute, den ich schätze. beginnt schon mit nervösem Flirren und Hochspannung, vergibt allerdings den Effekt, (und das ist die heutige Linie schlechthin) dort wo es drauf ankäme noch steigern zu können.
    Daß Gerrit Böhm positver beurteilt als vor einiger Zeit, liegt IMO daran, daß er ihn heute vorurteilsfreier hört, als vielleicht noch vor 2 Jahren. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Ich konnte Norrington viel besser verstehen, seit ich ein Interview mit ihm gehört habe, schließlich wird durch Interpretationen auch eine Weltanschauung vermittelt.


    Im Forum mag manchmal der Eindruck entstehen, ich würde lediglich Karl Böhm akzeptieren. Dies ist aber nicht der Fall. Mein Engagement ist lediglich dadurch hervorgerufen, daß er , im Gegensatz zu Karajan etwa, kein "spektakuläres" Auftreten hatte. Das war (eigenartigerweise) zu Seinen Lebzeiten ken Hindernis, in Wien schon gar nicht, wo ihn viele Karajan generell vorzogen, noch seinem Tode jedoch drohte er in Vergessenheit zu geraten, etwas, das ihm vermutlich egal wäre, für die Musikwelt jedoch ein Schaden.


    Eine boshafte Bemerkung am Rande: Weil Böhms Wiener Mozart besser ist als der Berliner Zyklus (Ich bin mir nicht sicher ob der Wiener je vollendet wurde) wir natürlich der schwächere angeboten, der Bessere modert in den Archiven.


    Andereseits ist die von Gerrit heute erworben CD eine der wenigen Analog-Aufnahmen, welche die Deutsche Grammophon noch immer zum Vollpreis im Katalog hat.


    Ich freue mich natürlich, wenn Grrit die Aufnahme positiv beurteilt, möchte jedoch auf einen kleinen Auffassungsunterschied hinweisen:
    Ich seh die Aufnahme als in JEDER hinsicht gelungen an, und finde Böhm dirigirt Mozart pointiert genug. Böhm ist offenbar (wie auch ich, der Meinung, daß Wagnerische Dramatik (Böhm war ein vorzüglicher Wagner-Dirigent) bei Mozart fehl am Platz wäre.
    Etwas schroffere herbere Mozart-Bilder boten Krips und Szell, sowie Klemperer, wobei sich die Frage stellt (auch wenn ich deren Aufnahmen als Alternativen sehr schätze)inwieweit das noch Mozart ist.
    Ich hätte es gern gesesn, wenn der Thread über die "Posthumen Metamorphosen Mozarts" etwas mehr anklan gefunden hätte, weil dort hätte ich gern darauf hingewiesen, daß Mozart letztlich doch ein Vertreter des Rokkoko war, und dementsprechen interpretiert werden sollte.


    Mit freundlichen Grüße aus Wien


    Alfred

  • Hier noch einmal die unmaßgebliche Meinung eines Mozart-Anfängers:


    Die „Jupiter“-Symphonie unter Bruno Walter gefällt mir ausgesprochen gut.
    Allerdings fehlen mir die Vergleichsmöglichkeiten – oder anders gesagt: Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, in einige Symphonien mit den Berliner Phil. unter Karajan hineinzuhören. Nun weiß ich immerhin, wie eine Mozart-Symphonie für mich nicht klingen sollte. :rolleyes:


    Gruß, Cosima

  • Hallo,
    ich bin auch nicht gerade ein Mozart-Spezialist, aber gerade bei der Jupiter hätte ich ein paar höchst hörenswerte Empfehlungen:


    Böhm - BPO - DG - keineswegs der Mozart mit Zuckerguss, den man
    vielleicht erwartet
    Mackerras - Prager Kammerorchester - Telarc - wunderbar luftig und
    beschwingt, hervorragende Klangqualität
    Szell - Cleveland SO - Sony - der "andere" Mozart, straff, zügig,
    dynamisch

  • salvete


    [im alten tamino-klassikforum konnte man am montag ganz unbefangen schreiben: ]
    am wochenende hatte ich wieder zeit, in meinen cds zu hören.
    dran kamen:
    1 großer alter
    1 großer "neuer"
    1 "mittlerer" neuer
    beecham
    harnoncourt
    koopman
    das sind natürlich unbeholfene kategorisierungen, wobei einzig die erste wohl unbestritten bleibt.


    obwohl beecham dieses werk erst spät -1931 als über 50-jähriger- in seine konzertprogramme aufgenommen hatte, fand es sich dann dort in den nächsten 30 jahren über 80 mal! 1950 mit "seinem" 3. von ihm gegründeten orchester lässt er einiges von den eigenschaften spüren, die ihn zur mozartlegende werden haben lassen: spielfreude bei feierlich-solemnem charakter, kraftvoll UND delikat, alles andere denn oberflächlich-lieblich, sondern mit einem glanzvollen tiefgang, der der verschmitzten würde dieses gentleman entspricht (-irgendwo hab ich gelesen, er spiele mozart ironisch. das kann ich nicht hören, weil ich nicht weiß, wie das klingen soll. bei der probenarbeit war beecham ironisch, wenn er über kollegen sich äußerte äußerst sarkastisch sogar, aber wie gesagt...)
    im 2. satz lässt er die triolen vergleichsweise nicht so deutlich pochend hören, der 3. ist recht gemessen-gravitätisch, wie eine festmusik.
    da beecham keine wiederholungen spielt und das menuetto gemächlich, kommt er auf eine recht ausgeglichene dauer der 4 sätze, insgesamt 28' 40'' bei gut erträglicher klangtechnischer qualität (-allerdings vorechos bei großer lautstärke oder über kopfhörer).


    (logischerweise) einen anderen eindruck macht der 2. hier, der auch unter mozartspezialist läuft. harnoncourt dirigierte 1982 ein "modernes" (= altmodisches ?(:D ) orchester, durch die vieljährige zusammenarbeit waren aber alle aufeinander geeicht.
    was bei beecham elegant daherkommt, klingt bei harnoncourt erwartungsgemäß schroffer, gewaltiger, bitterer, auch tragisch. z.b. die "bergstürze" nach der generalpause im 1.satz. rienzis liebling :hello: gelingt es , den hochdramatischen gestus der musik auch im andante cantabile darzustellen. mit 41' 25'' deutlich am längsten.
    so sehr er mich bei brahms und dvorak enttäuscht hat ( :stumm:-aber ich bin nur ein subjektives kleines hörwürschtel) -den mozart kann er! (da fällt mir immer die auch "große" elisabeth schwarzkopf ein, die vor ein paar jahren erst, ich glaub' nach einer figaropremiere in salzburg gesagt hat "hier wurde die mozartarbeit einer ganzen generation zerstört" )


    drittens:
    wieder holländer , aber diesfalls originalklang. in dieser liveaufnahme aus tokyo 1991 liefert das amsterdam baroque orchestra ein seidiges klangbild, nicht so transparent wie das royal concertgebouw (beechams monoaufnahme darf man da nicht miteinbeziehen) koopman braucht 35 minuten, das andante wirkt abgeklärt, träumerisch, die sordinierten streicher streichelweich (-würde die werbung behaupten ;) ), das menuetto allerdings polternd.
    ich habe wieder einmal glück mit meiner auswahl: ich liebe alle 3 aufnahmen und möchte keine missen!


    angenehmer nebeneffekt der session: meine wiederentdeckung des wahrhaft himmlischen 2. satzes der linzer sinfonie kv425, welche ich mir zwischendurch zum ausgleich 8o auflegte.

    :beatnik: aus mozart-city



  • Hallo,


    irgendwie haben sich in den letzten Wochen/Monaten zwei relativ neue Jupiters bei mir eingeschlichen:


    Zum einen eine Auskoppelung der Sinfonien 40 & 41 unter Jaap ter Linden aus der Brilliant-Edition, zum anderen als Beigabe zu der neu erschienenen "Cosí fan tutte"-Messe:



    Wolfgang Amadé Mozart [1756-1791]
    Sinfonie C-Dur KV 551 "Jupiter"


    Deutsches Mozart-Orchester
    Franz Raml


    In beiden Fällen spielen sogenannte HIP-Orchester: Ter Linden wanderte nach einmaligem Hören gleich ins Regal zum Verstauben. Die Einspielung ist mir zu langweilig. Der mir bis dato völlig unbekannte Raml hingegen läuft heute bereits zum dritten oder vierten Male...


    Die Tempi in allen vier Sätzen sind dermaßen gut gewählt, daß sie besser nicht sein können - im Vergleich Ter Linden [T] und Raml [R]


    01 (T) 11:51 (R) 10:54
    02 (T) 10:14 (R) 10:01
    03 (T) 04:24 (R) 03:53
    04 (T) 09:02 (R) 08:52


    Auf den ersten Blick schauts aus, als sei Raml besonders zügig unterwegs - doch das täuscht: Ter Linden ist einfach eine Schlaftablette.


    Dazu kommt, daß dieses German Mozart Orchestra, bestehend aus internationalen Musikern [sic! deutsch = international?] einen besonders wundervollen Klang hervorzaubert: Neben knallenden Paucken erlebe ich kontrastreiche Holzbläser und sehr präsente Bässe. Einziger Weh[r]mutstropfen: Die Verlangsamung des Tempos in den letzten beiden Takten des Finales - so etwas ist äußerst ärgerlich!!!


    Raml und seine Germanen treten hier mit einer Debüt-CD in Erscheinung - als Köder dient wohl die "Cosí fan tutte"-Messe, welche allerdings eher zu vernachlässigen ist. Dennoch: Ich hätte mir sehr wahrscheinlich keine 157. Jupiter-Sinfonie zugelegt - Die Cosí-Parodie-Messe war eindeutig das Zugpferd und somit bin ich sehr froh, diese CD nun zu besitzen und hören zu können.


    :hello:


    Ulli

  • Sehr verdienstvoll, lieber Ulli,


    dass Du diesen thread mal wieder aufgeweckt hast.


    Meiner Lieblingsaufnahme der "Jupiter" bin ich zufällig im Autoradio begegnet - lange vor meiner Zeit hier im Forum....


    Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
    Symphonien Nr. 40 & 41


    +Ballettszene aus Idomeneo
    Künstler: Les Musiciens du Louvre, Marc Minkowski
    Label: DGG , DDD, 2005




    Von HIP hatte ich damals auch noch nichts gehört - aber dafür war und ist diese die beste Werbung. Sie packte mich sofort in ihrer lebendigen, spritzigen Art und ausdrucksvollen Deutung und hat mich bis heute nicht losgelassen.



    :jubel: :jubel: :jubel:


    LG, Elisabeth

  • Guten Tag


    bin selbst überrascht, habe fünf "Jupiter"-Einspielungen ím Haus :D
    da wird ein Ranking schwer:



    FBO mit Rene Jacobs




    Anima Eterna mit J.v. Immerseel




    The academy of ancient music mit Chr. Hogwood




    Les Musiciens du Louvre mit Marc Minkowski




    Chamber orchestra of europe mit N. Harnoncuort



    Keine leichte Auswahl :)



    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Hallo, miteinander!


    Mir fällt das Ranking ein wenig leichter :D:


    von wenigen Rundfunkmitschnitten abgesehen, die ich schon lange nicht mehr gehört habe, möchte ich wie folgt vorgehen - in fallender Reihenfolge:


    Christopher Hogwood (im Rahmen der Oiseau-Lyre-Gesamtaufnahme): packende HIP-Aufnahme; höre ich gern


    Karl Böhm, Berliner Philharmoniker (LP, 1962): die klassische "Präsent"-Alternative; für mich eine gültige Vor-HIP-Einspielung; höre ich selten, wohl eher wegen des Mediums


    Nikolaus Harnoncourt, Concertgebouw (Teldec): die ungewöhnliche Alternative, auch wenn sie mich nach wie vor eher überrascht denn wie Ulli abstößt; höre ich gern


    Hans Graf, Mozarteum-Orchester Salzburg (im Rahmen der Capriccio-beinahe-Gesamtaufnahme): wenig aussagekräftig; muss ich eigentlich nicht mehr hören


    Alberto Lizzio (falls es ihn gibt), London Philharmonic: bekommt mein Sohn für sein neues Zimmer - der hört bisweilen auch was Gscheids, und falsch machen kann ich da (hoffentlich) nichts; bei mir kann er dann zum Vergleich in Harnoncourt oder Hogwood hineinhorchen ...


    Gruß, Wolfgang

  • Zitat

    Original von Bernhard


    FBO mit Rene Jacobs


    Obwohl sehr gut gespielt und mit gewöhnungsbedürftiger Spezialdynamik versehen - kommt nicht in Frage :no: Warum wird das zweite Thema L'usanze del mondo andate a studiar! des ersten Satzes in einem anderen Tempo gespielt und dann mit einem nicht der Partitur entnehmbaren Accelerando dem Tempo wieder angepasst?


    ?(


    Ulli

  • Hallo alle miteinander!
    Die 41. ist für mich etwas ganz besonderes, etwas großartiges, das an Genialität kaum zu überbieten ist. :jubel:
    Mozart ist vor allem mit seinen letzten drei Sinfonien Wege gegangen, die nur ER gehen konnte, die nur er erfolgreich beging, deshalb glaube ich auch nicht, dass man in der 41. bereits Beethoven vorausahnen lässt, wie Alfred sagte... :no:


    Zitat

    [...] weil ich glaube, dass diese Sinfonie bereits Beethoven vorausahnt...


    Wie gesagt das glaube ich nicht. :motz: Ich glaube Beethoven hat sich eher an den "frühen späten" von Mozart orientiert. :]


    Gute Aufnahmen gibt es von Böhm (toll! :yes:) (Berliner Philharmoniker, 1962), Josef Krips und auch von Harnoncourt (wenn auch nicht jede) :P


    :hello:
    Grüße

  • Zitat

    Wie gesagt das glaube ich nicht. Ich glaube Beethoven hat sich eher an den "frühen späten" von Mozart orientiert.


    Dem widerspreche ich nicht.


    Man sieht einmal mehr, daß schriftlich festgehaltene Sprache sehr exakt formuliert werden muß um verstanden zu werden.
    Vielleicht wäre korrekter gewesen, ich hätte geschrieben, Mozart hat bei seiner Sinfonie Nr 41 (Jupiter) die Sparte "Sinfonie"bereits so entwickelt, daß Beethoven (und auch Schubert) daran (benahe) nahtlos anknüpfen konnte.
    Aber natürlich stimmt auch das nicht - Beethoven und Mozart - davon bin ich überzeugt - hätten sich zeitlebens - so Mozart länger gelebt hätte - aneinander -gerieben, soll heissen sie hätten einander bekriegt.
    Eine These zwar - aber keine weit hergeholte. Zwei Giganten - jeder auf seine Art. - Das wäre nicht gutgegangen.


    Zu meinen bevorzugten Einspielungen der Sinfonie Nr 41 äußere ich mich in den nächsten Stunden bis Tagen hier in diesem Thread


    mfg aus Wien


    Alfred

  • Zu beziehen bei Extraplatte in Wien:


    [URL=http://www.extraplatte.com/component/page,shop.product_details/flypage,shop.flypage/product_id,1448/category_id,1/manufacturer_id,0/option,com_virtuemart/Itemid,27/][/URL]


    Wolfgang Amadé Mozart [1756-1791]


    Ouvertüre zu 'La Clemenza di Tito' KV 621
    Clarinettenkonzert A-Dur KV 622
    Sinfonie C-Dur 'Jupiter' KV 551


    Ferdinand Steiner, Bassett-Clarinette
    Salzburg Solisten


    'Schoonderwoerdlike' musiziert hier das Ensemble Salzburg Solisten (wie der Name bereits mehr als andeutet) in kammermusikalischer Form: Anstelle eines größeren Streichercorpus wirkt bei dieser Interpretation lediglich ein Streichquintett (2 Violinen, Bratsche, Cello und Kontrabaß) mit, wobei die Bläserbesetzungsstärke unangetastet bleibt.


    In der Konsequenz wirken die Werke transpartenter, intimer und zarter, verlieren aber nicht am nötigen Bombast (z.B. Titus-Ouvertüre, Jupiter-Sinfonie).


    Aus einer Fremdkritik, deren Quelle ich leider nicht mehr angeben kann:


    Zitat


    [...] Durch das fein abgestimmte Zusammenspiel der Instrumentengruppen entsteht ein besonderer Klang, der sich durch Transparenz und Facettenreichtum auszeichnet. [...]


    Die Debüt CD aus dem Jahr 2006, mit Einspielungen von Spätwerken Wolfgang Amadeus Mozarts, wurde international rezensiert und ausgezeichnet bewertet.


    Mehr davon wäre nicht schlecht.


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Ulli

  • Und dann war da noch der Hummel, der in seiner bekannt liebenswürdigen Art Mozarts 'Jupiter' verkammermusikte:



    Wolfgang Amadé Mozart [1756-1791]


    Sinfonie D-Dur KV 504 "Prager"
    Sinfonie C-Dur KV 551 "Jupiter"


    in der Bearbeitung für Flöte, Violine, Violoncello und Fortepiano
    von Johann Nepomuk Hummel [1778-1837]


    Robert Hill, Fortepiano [Hammerflügel nach A. Walter von Keith Hill, Manchester, 1996]


    Ensemble L'Ottocento
    Andrea Klitzing, Flöte [Rudolf Tutz, Innsbruck 1996 nach Heinrich Grenser]
    Thomas Kretschmer, Violine [Jakob Betz, Tirol, 1781]
    Guido Larisch, Violoncello [Samuel Berner, Brixen, 1754]


    Gegen die anderen Verhummelungen mit der beeindruckenden Fumiko Shiraga ist diese Interpretation ziemlich rabiat und schroff. Aber die Götter dürfen ja auch mal schlechte Laune haben... strahlen tun sie dennoch.


    :D


    Das war also die Art, wie man sich zu Beginn des 19. JHs seine Mozartsinfonien ins Wohnzimmer holte. Man bekommt glatt Lust, das selbst mal zu praktizieren!


    Ich mag diese CD sehr!


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Ulli

  • Zitat

    Original von Bernhard: FBO mit Rene Jacobs


    Ich habe mir diese Aufnahme im Internet angehört, auf jpc.de, und ich muss sagen, obwohl sie recht gut gespielt ist, kommt sie überhaupt nicht in Frage, nie im Leben! :no:
    Das Tempo ist einfach viel, viel zu hoch, grausamst wird über diese Sinfonie einfach drübergespielt, ohne großen Sinn für Feinheiten.
    Richtig schockiert hat mit vor allem das hohe Tempo!


    PS: bevor jemand jetzt zurückschreibt, Tempo sei relativ, hier gleich meine Antwort: Tempo ist überhaupt nicht relativ, und schon gar nicht bei Mozart, sagte er doch selbst des Öfteren: "Tempo ist alles" :baeh01:
    Er wird schon gewusst haben warum!


    Grüße
    :hello:

  • Guten Tag


    Zitat

    Original von Hammel


    Richtig schockiert hat mit vor allem das hohe Tempo!


    PS: bevor jemand jetzt zurückschreibt, Tempo sei relativ, hier gleich meine Antwort: Tempo ist überhaupt nicht relativ, und schon gar nicht bei Mozart, sagte er doch selbst des Öfteren: "Tempo ist alles" :baeh01:
    Er wird schon gewusst haben warum!


    In einen Brief an seinen Vater Leopold vom 7. Aug. 1782 schrieb W.A. Mozart im Zusammernhang mit einer Aufführung der Haffner-Synphonie:


    " das erste Allegro (Allegro con spirito C) muß recht feurig gehen.
    - das letzte (Presto C.) - so geschwind als es möglich ist "


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard