• Liebe Freunde der Musik,


    soeben habe ich aus der unten abgebildeten Schönber/Berg/Webern-Box die Gurre-Lieder gehört, gestern den Moses und vorhin das Violinkonzert von Berg. Seit einiger Zeit schon besitze ich den Parsifal.


    Mein bisheriges Fazit lautet: Ich bin begeistert! Interessant finde ich, dass Kegel schwer in eine Schublade zu stecken ist. Sein Parsifal ist beispielsweise recht schnell, die Gurre-Lieder sind eher langsam. Der Eindruck ist aber bei beiden Eisnpielungen großartig. Woran liegt das? Vielleicht ist es richtig zu sagen: Kegel hat die Partitur voll im Griff und ein Händchen für Stimmen.


    Mir war Kegel bislang vergleichsweise unbekannt. Ein auf das Zeitgenössische spezialisierter DDR-Dirigent, darauf belief es sich. Viel mehr weiß ich über Kegel noch immer nicht. 1920 geboren, unter anderem bei Karl Böhm studiert, vorrangig in Leipzig und Dresden aktiv, 1990 per Selbstmord aus dem Leben geschieden, damit hat es sich auch schon.


    Aufgrund meiner Hörerfahrungen neugierig geworden, fand ich mittels einer Suche bei Tamino 64 Eintragungen, viele Begeisterte, aber keinen Kegel-Thread. Den hat er verdient, finde ich.


    Dringend empfehlen möchte ich die Aufnahmen, die ich habe (beide sind sehr günstig):



    Wer kennt weitere empfehlenswerte Aufnahmen dieses Dirigenten? Wer kann mehr über Kegel sagen?


    Thomas

  • Zitat

    Original von ThomasNorderstedt
    Den hat er verdient, finde ich.


    Das sehe ich genau so. Ich bin praktisch mit Kegel groß geworden und habe ihn schon verehrt, als ich noch gar nicht wußte, daß es einen Unterschied macht, welcher Dirigent ein bestimmtes Werk aufführt. :rolleyes:
    Ich melde mich auf alle Fälle noch mal zum Thema.

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Hallo Thomas,


    erstaunlich, wir haben noch keinen "Kegel-Thread". Ich hätte wetten können, aber wir hatten uns seiner Zeit ausführlicher über ihn im Zu unrecht (fast?) vergessene Dirigenten - Thread unterhalten. Dort findest Du noch ein paar Tipps.


    Besondes hervorheben möchte ich die Aufnahmen der 1. und 4. Sinfonie von Gustav Mahler und des Deutschen Requiems von Brahms.


    Blumine oder Titan das ist die Frage - Gustav Mahler : Sinfonie Nr 1
    Pfiffe bei der Uraufführung - Gustav Mahler: Sinfonie Nr 4
    Alles Fleisch, es ist wie Gras- Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler



  • Herbert Kegel wurde am 29. Juli 1920 in Dresden geboren. Er studierte am Dresdner Konservatorium 1935-40 (u.a. Dirigieren bei Karl Böhm und E. Hintze, Chorleitung bei A. Stier, Komposition bei J. Lederer und B. Blacher).


    1946-1949 Kapellmeister in Rostock.


    1949-1978 Leiter des Rundfunkchores Leipzig (sein Lebenswerk!)


    1949-1953 Chefdirigent des Großen Rundfunkorchesters Leipzig


    1958 GMD


    1960-1978 Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Leipzig


    1977-1990 Chefdirigent der Dresdner Philharmonie


    Von 1975 bis 1978 wirkte er auch als Professor an der Leipziger Musikhochschule.


    Von 1980 an veranstaltete er Meisterkurse an der Musikhochschule in Dresden.


    Kegel war in zweiter Ehe mit der italienischen Sopranistin Celestina Casapietra verheiratet. Aus dieser Ehe ging der Tenor Björn Kegel-Casapietra hervor.



    Kegels Verdienste um die Interpretation vokaler wie instrumentaler Musik sind gleichbedeutend.


    Herausragende Anerkennung erwarb er sich durch seinen Einsatz für die zeitgenössische Musik. Bedeutende Werke der Komponisten Igor Strawinski, Carl Orff, Arnold Schönberg, Sergej Prokofjew, Bohuslaw Martinu, Hans Werner Henze, Karl Amadeus Hartmann, Benjamin Britten, Luigi Dallapiccola, Luigi Nono, Witold Lutoslawski, Krzystof Penderecki u.a. führte er zu DDR-Erstaufführungen


    Unter seiner Leitung entwickelte sich der Rundfunkchor Leipzig zu einem der leistungsfähigsten Chöre der Welt, davon zeugen die nicht wenigen Schallplattenaufnahmen, an denen dieses Ensemble beteiligt war.


    Kegel war keine große internationale Karriere, wie beispielsweise Kurt Sanderling beschieden. Aber sein Schaffen lebt fort in den uns hinterlassenen Tonaufnahmen.


    In den letzten Lebensjahren quälten den Dirigenten heftige Depressionen.


    Er schrieb 1990: "Anläßlich meines bevorstehenden 70. Geburtstages schicken Sie mir eine Todesanzeige (meines) Leipziger Rundfunkchores meines Lebenswerkes und des Rundfunk-Sinfonieorchesters zu. Theoretisch können Sie gleich eine Grabstelle für mich als den quasi lebenslänglichen Leiter reservieren..."


    Herbert Kegel schied am 20. November 1990 durch Freitod aus dem Leben.



    Herzliche Grüße
    von LT :hello:

  • Zitat

    Original von Liebestraum
    Herausragende Anerkennung erwarb er sich durch seinen Einsatz für die zeitgenössische Musik. Bedeutende Werke der Komponisten Igor Strawinski, Carl Orff, Arnold Schönberg, Sergej Prokofjew, Bohuslaw Martinu, Hans Werner Henze, Karl Amadeus Hartmann, Benjamin Britten, Luigi Dallapiccola, Luigi Nono, Witold Lutoslawski, Krzystof Penderecki u.a. führte er zu DDR-Erstaufführungen


    Hallo!


    Hinweisen muss man unbedingt auch auf Kegels Verdienste um die zeitgenössische Musik der DDR. Seit einiger Zeit sammle ich bekanntlich sehr intensiv Werke von DDR-Komponisten, und es ist immer wieder der Name Kegel, der mir begegnet. Ob das nun Max Butting oder Ernst Hermann Meyer, Günter Kochan oder Johann Cilensek, Friedrich Goldmann oder Friedrich Schenker ist, an Kegel führt kein Weg vorbei. Und ich muss sagen, dass mir seine Aufnahmen musikalisch sehr zusagen. Für mein Empfinden arbeitet Kegel sehr genau, lässt die musikalischen Strukturen deutlich hervortreten, er "versteht" diese moderne Musik augezeichnet und vermittelt sie prächtig. Auf der anderen Seite sind seine Interpretationen nichtsdestotrotz nie trocken oder blutleer, sondern im Gegenteil sehr packend und leidenschaftlich. Für mich fast die perfekte Balance von Ratio und Emotio! Kegel zählt mittlerweile absolut zu meinen Lieblingsdirigenten.


    Viele Grüße
    Holger

  • Eine kleine Ergänzung noch zu Liebestraums "Familien-Chronik" von Herbert Kegel.


    Zitat

    Kegel war in zweiter Ehe mit der italienischen Sopranistin Celestina Casapietra verheiratet. Aus dieser Ehe ging der Tenor Björn Kegel-Casapietra hervor.


    Der heute 37-jährige Björn Casapietra ist dem Fernsehzuschauer als Sänger und Schauspieler bekannt.


    Aus erster Ehe hatte Herbert Kegel noch einen Sohn, den heute 46-jährigen Uwe Hassbecker ,der Gitarrist der DDR-Popgruppe "SILLY"., die in einem früheren Thread schon erwähnt wurde.


    LG

  • Zitat

    Original von Harald Kral
    Aus erster Ehe hatte Herbert Kegel noch einen Sohn, den heute 46-jährigen Uwe Hassbecker ,der Gitarrist der DDR-Popgruppe "SILLY"., die in einem früheren Thread schon erwähnt wurde.


    Lieber Harald,


    Du kommst meiner Erwähnung zuvor. Uwe "Hasbe" Hassbecker war, bevor er zu "Silly" wechselte (Tamara Danz, die Sängerin der Gruppe, bestand übrigens auf "Rock-Gruppe) bei der Stern-Combo Meißen.


    Das Verhältnis zum Vater entspannte sich in Kegels letzten Lebensjahren. Der Vater hatte seinem Sohn bei dem letzten Treffen eine Schallplatte geschenkt. Mahlers 1. Sinfonie. Natürlich von Kegel dirigiert. Mit folgender Widmung: "Nicht Rock, aber Pop. Dein Vater."


    Hörenswert und ergreifend ist Kegels späte und schon digitale Einspielung von Beethovens 9. Sinfonie. Mit einem merkwürdig langsamen vierten Satz. Das ist insofern merkwürdig, als Kegel eher zügig als langsam unterwegs war -wie die übrigen Beethoven Sinfonien unter seiner Leitung und sogar die restliche drei Sätze der 9. belegen. Das verstörende der Aufnahme ist: da wird nicht jubiliert! Kegel zelebriert etwas, das ich am ehesten als "Würde" ansprechen möchte. Als wollte er in der Musik etwas audrücken, was er sich im Leben nicht nehmen lassen wollte.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Ein kleines Portrait findet man auf der folgenden Seite:


    hxxp://www.freunde-mdrrundfunkchor.de/Chor/wirerinnern


    Kegel hat auch einen kompletten Beethoven-Zyklus eingespielt (mit der Dresdener Philharmonie), und er hat nicht nur DDR-Komponisten eingespielt, sondern z.B. auch Karl Amadeus Hartmann.


    Ganz klar: Herbert Kegel ist eine (Wieder-)entdeckung wert. Obwohl, richtig "vergessen" war er eigentlich nie: Seine Aufnahme der "Klugen" (Orff) gehört beispielsweise zu den von Plattensammlern sehr gesuchten LPs.


    Bei der Eterna, dem Klassiklabel des VEB Schallplatten, hat er ziemlich viel aufgenommen.


    Freundliche Grüße


    Heinz

  • Hallo


    Schön, dass hier ein Thread über Kegel aktiv ist, von dem ich gerade einige Aufnahmen höre...


    Die Box mit den Werken der zweiten Wiener Schule gefällt mir relativ gut, zu manchen Werken fehlt mir einfach der Zugang, aber das liegt evtl. auch an den Stücken...


    Überragend finde ich den Parsifal, der eine hervorragende Synthese aus verschiedenen Interpretationsansätzen darstellt. Kein so trockener Klang wie bei Boulez, kein Zelebrierern wie Levine oder Barenboim, super Sache. Für ca. 10 Euro eine absolute Empfehlung.
    Rene Kollo war wohl noch nie so gut wie auf dieser Aufnahme


    Die Beethovensinfonien finde ich gut gelungen, aber mit der absoluten Spitze können sie nicht mithalten.


    Flo

  • Zitat

    Zitat Thomas
    Hörenswert und ergreifend ist Kegels späte und schon digitale Einspielung von Beethovens 9. Sinfonie. Mit einem merkwürdig langsamen vierten Satz. Das ist insofern merkwürdig, als Kegel eher zügig als langsam unterwegs war


    In der späten Zeit stimmt das nicht mehr ganz. Kegel experimentiert da auch mit ziemlich langsamen Tempi, etwa im "Lied von der Erde" (mit einem grauenhaften Rainer Goldberg, auf dem Label "Weitblick" erschienen und über Japan zu bekommen); es gibt auch Bruckner-Aufnahmen aus der letzten Zeit, die ebenfalls gemessene, aber keineswegs zerdehnte Tempi haben und die bereits angesprochene Würde ausstrahlen. Ebenso ist Brittens "War Requiem" von einer einzigartigen Würde und Trauer getragen, die diese Einspielung zu einer der besten machen würde, wäre da nicht die jenseitige Englisch-Aussprache von Peter Schreier und Theo Adam, die alles vergällt.


    Kegels Einsatz für die Komponisten der DDR kann ebenfalls nicht genug gelobt werden: Wenn Kegel ein Werk erarbeitete, dann glühte und brannte er für diese Musik, was zu Interpretationen führte, die analytisch so klar wie emotional aufgepeitscht sind. Meiner Meinung nach einer der unterschätztesten Dirigenten seiner Zeit.


    :hello:


  • Herbert Kegel gehört zu meinen Lieblingsdirigenten. Seine 'Carmina burana' ist sicher nicht seine wichtigste Einspielung, aber das erste, mit dem er mir auffiel und mich begeisterte.


    Gibt es auf Fragen nach seinem Freitod Antworten? Ist etwas über mögliche konkrete Ursachen seiner Depressionen bekannt? War er ein politischer Mensch? Hatte sein Freitod etwas mit den Umständen jener Zeit zu tun? Hatte er ein Verhältnis zu seinem Leipziger Kollegen Kurt Masur? Wenn ja, welcher Art? Was hatte es mit der zitierten Todesanzeige auf sich?


    Vielleicht weiß hier jemand Näheres?


    Viele Grüße


    helmutandres

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Ebenso ist Brittens "War Requiem" von einer einzigartigen Würde und Trauer getragen, die diese Einspielung zu einer der besten machen würde, wäre da nicht die jenseitige Englisch-Aussprache von Peter Schreier und Theo Adam, die alles vergällt.


    Da muß ich nun flugs nachfragen: Sprechen wir über dieselbe Aufnahme? Meine scheint aus 1969 zu stammen, es singen Hannelore Kuhse, Peter Schreier und GünterLeib. Unter dem Dirigat von Herbert Kegel.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Mittlerweile bin ich übrigens schon länger im Besitz der oben empfohlenen Aufnahmen von Mahler 1 und vom Deutschen Requiem. In der Tat, beides sind sehr, sehr gute Aufnahmen, die zu hören sich lohnt (der Mahler ist für aktuell 3,99 € quasi geschenkt) und die ich deshalb auch an dieser Stelle zeigen möchte:



    Viele Grüße
    Thomas

  • Zitat

    Original von Santoliquido


    Da muß ich nun flugs nachfragen: Sprechen wir über dieselbe Aufnahme? Meine scheint aus 1969 zu stammen, es singen Hannelore Kuhse, Peter Schreier und GünterLeib. Unter dem Dirigat von Herbert Kegel.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:


    Und ich gebe mir auch gleich die Antwort: In meiner Aufnahme wird deutsch/lateinisch gesungen. Da kann ich mich über das Sprachvermögen des Sängertrios nicht erstaunen.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Hallo Thomas,

    Zitat

    Sprechen wir über dieselbe Aufnahme? Meine scheint aus 1969 zu stammen, es singen Hannelore Kuhse, Peter Schreier und GünterLeib. Unter dem Dirigat von Herbert Kegel.


    Nein, wir sprechen eindeutig von zwei verschiedenen Aufnahmen. Meine ist aus dem Jahr 1989, es singen Peter Schreier, Theo Adam und Kari Lövaas. Soviel ich weiß, war es eine der letzten, möglicherweise sogar die letzte Aufnahme Kegels.


    :hello:

  • Oha - da muss ich korrigieren, habe im Gedächtnis etwas durcheinandergebracht, und musicophil hat mich per PN dankenswerter Weise darauf aufmerksam gemacht: In der "War Requiem"-Aufnahme, die ich meine, singt nicht Peter Schreier den Tenorpart, sondern Anthony Roden (die grauenhafte englische Diktion stimmt also nur für den von Adam gesungenen Bariton-Part).


    Was mir ad Schreier im Gedächtnis war, hat aber ebenfalls mit Kegel und Britten zu tun, nämlich die Einspielungen der "Illuminations" und der Serenade op.31: Kegel sorgt für ein wunderbar durchsichtiges und ausbalanciertes Streichorchester, die "Illuminations" hat nicht einmal Britten selbst so klangschön aufgenommen, und was sich orchestral in der Serenade abspielt, ist unglaublich.
    Schreier hätte dafür die richtige Stimme, aber seine Aussprache ist unter jeder Kritik.


    :hello:

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner


    Schreier hätte dafür die richtige Stimme, aber seine Aussprache ist unter jeder Kritik.


    :hello:


    Bedenke seine Herkunft, lieber Edwin, das offene "a" macht in diesem Landstrich ernsthafte Probleme (ist jetzt keine Scherz, hab's von einer mir bekannten Dame berichtet bekommen, die aus dem Erzgebirge stammt und Anglistik studiert...).


    Doch wie gesagt, meine Kegel-Einspielung des WR ist eingedeutscht, und da geben Schreier und Leib ein tadelloses Gespann ab (was ich mir bei Adam nun gar nicht vorstellen kann).


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Ich möchte diese beiden CDs Kegels wärmstens empfehlen:



    Blachers Concertante Musik für Orchester ist rhythmisch außerordentlich interessant.



    Die Chorfantasie unter Kegel ist noch immer meine liebste Einspielung dieses Werkes. Der Rundfunkchor Leipzig ist Weltklasse, Weigle als Pianist makellos und sehr inspiriert.


    Loge

  • Lieber Loge,


    welcher Text wird auf der Capriccio-CD gesungen? Der von Kotzbue (?) oder der von Johannes R. Becher (gefällt mir deutlich besser).


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.


  • Also das mal eine Box, die ich mir hatte leisten müssen und für die ordentlich gespart wurde. Wärmstens zu empfehlen. Hatte ich doch angefangen ihn über seine Webern Interpretationen zu lieben, war ich nahezu aus dem Häuschen, diesen Mahler 1 zu hören. Fantastisch.


    Und für Moses und Aaron ist diese Box alleine schon den Kauf wert.


    :jubel:

  • Hallo Taminos,


    unter der Leitung von Kegel stammt die beste Einspielung des Straußschen "Donau"-Walzers, die ich je gehört habe. Selbst der große Fritz Reiner kommt mit seiner Interpretation nicht so ganz an die Kegel-Aufnahme heran.






    Leider ist diese Aufnahme bei der DDR-Firma für populäre Musik "AMIGA" erschienen und daher für uns wohl unrettbar in den Archiven verschwunden... Sehr schade!



    Herzliche Grüße
    von LT :hello:

  • Zitat

    Original von Liebestraum
    Leider ist diese Aufnahme bei der DDR-Firma für populäre Musik "AMIGA" erschienen und daher für uns wohl unrettbar in den Archiven verschwunden... Sehr schade!


    Für komplett hoffnungslos halte ich das nicht, die AMIGA-Bestände werden ja alle von Sony BMG, die wohl die Rechte komplett gekauft haben, verwurstet. Vielleicht taucht diese PLatte auch mal wieder als CD auf...




    Ansonsten erscheint die LP regelmäßig bei ebay.


    :hello:
    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Hallo Liebestraum,


    Mein Gedächnis hat mich nicht getrügt und die Platte ist bereist in meinen Besitz übergegangen.


    Jetzt brauche ich nur noch jemanden der sie mir digitalisiert, denn ich habe keinen Plattenspieler. :wacky:


    LG


    Maggie

  • Richtig, Felipe. Kegel hatte ein paar seiner ersten Schritte ja als Chordirigent (Rundfunkchor Leipzig) gemacht, und offenbar nie vergessen, wie man einen Chor führt. Das Ergebnis sind die besten "Catulli Carmina", die ich kenne; und auch der "Trionfo" mit seiner wirklich präzise durchgepeitschten Rhythmik ist auch unerreicht. Man höre sich am besten hintereinander Kegel und Welser-Möst an (und Welser-Möst ist keineswegs schlecht!), um zu merken, wie scharfkonturiert und erregend das Werk bei Kegel ist.
    :hello:

  • Meine Lieben,


    Dank der fürsorglichen Maggie konnte ich mir die Kegelschen Strauß-Walzer inzwischen anhören. Zunächst verblüfft durch die langsamen Tempi (Kegel nimmt alles Tänzerische heraus und dirigiert rein konzertmäßig) war ich durch die konsequente und einfühlsame, mit guter Rubato-Empfindung vorgetragene Interpretation bald angenehmst beeindruckt. Gar nicht wienerisch und trotzdem schön. Wie Kegel die einzelnen Motive hören läßt, scheint mir vorbildlich. Irgendwie gewinnt Strauß hier etwas wie die früher im Thread zitierte Würde - und sie paßt. Allen Dirigenten, die Strauß aus Schlamperei oder sonstigen schlechten Gründen klangbreiig realisieren, sei diese Aufnahme als Pflicht verschrieben.


    LG


    Waldi