L'inverno - L'hiver - Der Winter

  • Auch wenn zur Zeit alles und Jede(r) mit Vorbereitungen für Weihnachten beschäftigt ist, so steht - nach einem prüfenden Blick in den Kalender - heute doch tatsächlich noch etwas anderes vor der Tür:


    DER WINTER


    Damit dürften die Jahreszeiten-Threads hier im Forum vollzählig sein, oder....?


    Mal sehen: Wir haben die Jahreszeit der bunten Blätter, die Sommerhitze und den holden Lenz - jepp, JETZT sind wir vollständig :yes:


    In den letzten Tagen ist es nach wochenlanger, geradezu vorfrühlingshafter "Hängepartie" dann ja endlich auch mal etwas kälter geworden - es kann also losgehen mit Beiträgen zu musikalischen Winterfreuden.... :hello:


    Das Schöne am Winteranfang - die Tage werden ab sofort wieder länger!!


    Der Winter scheint - jedenfalls ist das mein Eindruck - in der klassischen Musik ein etwas problematisches Thema zu sein...
    Die Natur liegt brach und im besten Fall unter einer dicken Schneedecke begraben - draußen tut sich also eher weniger. Und die Liebe (DAS Topthema in der Musik seit jeher) findet hauptsächlich im Frühling ihren traditionellen Niederschlag - "Wonnemonat Mai" und so.... :wacky:


    Daher bin ich echt gespannt, was hier alles zusammengetragen wird :yes:


    Außen vor sollten die in den anderen Jahreszeiten-Threads bereits mehrfach genannten Zyklen von Vivaldi, Haydn, Fanny Hensel, Glasunow, Tschaikowsky, etc. bleiben - die hatten wir ja nun schon zur Genüge ;)


    Und die Tatsache, dass Weihnachten im Winter liegt, sollte ebenfalls nicht dazu verführen, hier im Winter-Thread darauf zu verweisen, denn dafür gibt es ja ebenfalls jede Menge eigener Räume...


    Man sollte schließlich nicht vergessen, dass wir auch im Februar noch im Winter stecken und da interessiert wohl niemanden mehr weihnachtliche Musik :wacky:


    Ich starte mal mit einem schönen Stück Musik, das allein schon aufgrund der Tatsache, dass es ein Walzer ist, auch gut zum Jahreswechsel passt:


    Der Elsässer Émile Waldteufel (1837-1915)



    hat seinen wohl berühmtesten Walzer "Les Patineurs" (Die Schlittschuhläufer) op. 183 im Jahr 1882 komponiert und wurde dazu angeblich durch die kunstvollen Pirouetten der Schlittschuhläufer im Bois de Boulogne bei Paris inspiriert.


    Ich liebe diesen elegant und beschwingt daherkommenden Walzer sehr (habe ihn als Schüler auf dem Klavier spielen müssen - ähm, dürfen :D ) und finde, dass er schön die heitere Atmosphäre an einem sonnigen, klirrend kalten Wintertag wiedergibt :jubel:


    Aber auch andere Walzer Waldteufels sind sehr eingängig und mitreißend (z. B. "Espana", op. 236) - vielleicht auch ein Tip für alle Walzer-Freunde, die nicht immer nur Strauß & Co. hören mögen...




    .... und jetzt bin ich gespannt auf weitere winterlich-musikalische Beiträge in den nächsten Wochen :hello:

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Hallo MarcCologne,


    da fällt mir doch als erstes die Frostszene aus Purcells King Arthur ein, die bei mir regelmäßig Gänsehaut auslöst. Wie Purcell mit seiner Musik die Erstarrung der Welt unter den gnadenlosen Klauen des Cold Genius schildert, das ist wirklich genial.


    :hello:
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Allen Hörern der beliebten volkstümlichen Sendeformate (so Typ WDR 4) und Wunschsendungen fällt beim Thema Winter natürlich die "Petersburger Schlittenfahrt" von Richard Eilenberg ein - kling-kling-kling-kling-kling - das muss (für mich) nun wirklich nicht sein.


    Untrennbar mit Eis und Schnee und Einsamkeit verbunden ist für mich Schuberts "Winterreise". Ich hatte das Glück - obwohl ich damals nicht gerade glücklich war - diesen Liederzyklus, von dem ich zwar vorher schon das eine oder andere Lied kannte, das erste Mal bewusst und in Gänze tatsächlich auf einer "Winterreise", nämlich einer Solo-Wanderung durch verschneite Wälder,den Kopfhörer unter der Pudelmütze, zu hören. So etwas prägt.


    Alfons

  • Leute, Leute,
    ich habe es schon ein paar Mal erwähnt, hört Euch Tschaikowskijs erste Sinfonie an!
    Sie ist vielleicht kompositorisch nicht ganz ausgereift, aber noch frei von jeglichem Kitsch und Bombast. Und sie ist einfach nur traumhaft schön.


    Und was hat das mit Winter zu tun? Nun, der Titel sagt es bereits.
    Die Sinfonie hat den Beinamen "Winterträume".
    Ich habe eine schöne Aufnahme mit Marriner, es gibt aber sicher noch Bessere...


    Was fällt mir noch ein?
    Leroy Anderson: den berühmten "Sleigh Ride" sollte man nicht vergessen. Ein kurzes Stück, das sehr viel Spaß macht und noch nicht so abgelutscht ist (oder?).



    Gruß, Peter.

  • Zitat

    Original von petemonova
    Was fällt mir noch ein?
    Leroy Anderson: den berühmten "Sleigh Ride" sollte man nicht vergessen. Ein kurzes Stück, das sehr viel Spaß macht und noch nicht so abgelutscht ist (oder?).


    Gibt es nicht auch eine Schlittenfahrt von Leopold Mozart?


    "Das ist zeitgenössische klassische Musik. Dann unterstelle ich, daß da kein intellektueller Zugang..."
    Miroslaw Lem, Tenor

  • Hallo,


    zum Thema "Schlittenfahrt" möchte ich noch Frederick Delius den Herren Mozart und Anderson hinzugesellen. Sehr empfehlenswert die Stereo-Aufnahme seines "Sleigh Ride" unter Sir Thomas Beecham:



    :hello:


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Hallo GiselherHH,


    ein bezauberndes Stück Musik, nicht wahr? Vor allem der ruhige Mittelteil ist sowas von schöööön :]


    LG
    Wulf.



    Mal sehen, was mir zum Thema Winter einfällt....


    ?(


    ..... tata:



    Natürlich gibts wieder was vom Musikdruiden.


    Winter Legends für Klavier und Orchester

  • Hallo Wulf,


    habe mich gerade nochmal von Delius bezaubern lassen... :] Wenn´s draußen schon nicht weihnachtet, dann doch wenigstens im Gehörgang!


    :hello:


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Hallo GiselherHH,


    recht so!! Da hast Du mich doch auf eine Idee gebracht :yes::yes:


    Danke für den Hinweis, ich glaube ich hätte es dieses Jahr glatt vergessen.


    Ich wünsche Dir bereits an dieser Stelle ein frohes und gesegnetes Fest!


    Laß es Dir gut gehen und ich hoffe man sieht sich dann mal zwischen den Jahren im Forum.


    (Für mich beginnen jetzt 4 internetfreie Tage ;( )



    :hello:
    Wulf.

  • Darf dies auch? Fast aus dem Mittelalter, so alt ist dieses Lied. Aber eine sehr schöne Melodie: "Die winter is verganghen (heute würde man schreiben "vergaan" oder poetisch "vergangen"; und jedenfalls nicht "die" sondern "de").


    LG, Paul

  • Hallo Wulf,


    ich wollte ja nur mal testen, ob Du schon


    Zitat

    Original von Wulf
    per Knopfdruck auf Harmonie und Besinnlichkeit gestellt


    hast. :D


    Die Festtags- und Neujahrswünsche gehen retour nach Berlin! Man sieht (bzw. liest) sich...


    :hello:


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Ich hätte noch zu bieten:


    Neithart von Reuenthal (c.1180-c.1245) • Winder, dîniu meil


    sowie


    Michael Praetorius • Der Winter ist ein strenger Gast



    Grüße,
    Gentilhombre

    "Das ist zeitgenössische klassische Musik. Dann unterstelle ich, daß da kein intellektueller Zugang..."
    Miroslaw Lem, Tenor

  • wie schon im Sommer-Thread möchte ich auf dieses Werk hinweisen :



    Henri Sauguet, Symphonie Nr 2 "Allégorique" (Les Saisons), in welchem die Jahreszeiten vertont werden, so auch der Winter. Ich halte diese Scheiben nach wie vor für ein wunderbares Stück Musik, in dem gerade der Winter sehr sympathisch und ruhig daher kommt. Einfach :jubel: :jubel: :jubel:

    Der Mutter die mich nie geboren, habe ich heute Nacht geschworen,
    ich werde ihr eine Krankheit schenken, und sie danach im Fluss versenken.
    Rammstein

  • weitere Winterstücke:


    - l´hiver, Kantate von Joseph Bodin de Boismortier


    - das Winterballett aus Verdis Il vespri siciliani


    - A Winter Idyll für Orchester von Gustav Holst


    - Stanislaw Moniuszkos Wintermärchen, Ouvertüre für Orchester


    - Winterstürme, ein Walzer von Julius Fucik



    :hello:
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Hallo Thomas,


    Zitat

    Original von salisburgensis


    - Stanislaw Moniuszkos Wintermärchen, Ouvertüre für Orchester


    ist bekannt, ob dieses Stück auch durch Shakespeares` "The winters` tale" angeregt ist?


    Von Boesmann gibt es die Oper "Wintermärchen", sozusagen eine Vertonung von Shakespeares` Vorlage. Auch wenn das Stück nicht im Winter spielt. Vor einigen Jahren war sie in La Monnaie in Brüssel zu erleben - in einer szenisch leider etwas dämlichen Umsetzung. Winterlich war einzig die Wand aus Glasbau(Eis)steinen in die Hermione eingemauert war. Das Schauspiel ist leider so gut wie nie auf einer Bühne zu erleben ;(


    Sophia

  • Ein Lied von Mendelssohn, das ich sehr gerne gesungen habe,

    Winterlied


    Mein Sohn, wo willst du hin so spät? Geh' nicht zum Wald hinaus,
    Die Schwester find'st du nimmermehr, O bleib' bei mir im Haus!
    Da draußen ist's so kalt, so rauh, und heftig weht der Wind;
    Bist ganz allein im weiten Wald, o bleib' bei mir, mein Kind!


    O Mutter, Mutter, laß mich zieh'n, trockne die Trän' im Blick,
    Die Schwester find' ich ganz gewiß und bring' sie uns zurück.
    Bis ich sie find', ist doch kein' Rast, ist doch kein' Ruhe hier;
    Den Schnee und Wind bin ich gewohnt, bald kehr' ich heim zu dir.


    Die Mutter sah ihm lange nach, er ging zum Wald hinaus;
    Der Wind ward still, die Nacht verging, doch er kehrt' nicht zum Haus.
    Und der Schnee zerschmolz, der Wind verweht', kam wieder Sonnenschein
    Und Blüt' und Blätter überall: die Mutter blieb allein.

  • Guten Tag


    da gehört zweifelsfrei Vivaldis "Winter - L´Inverno"; op. 8 No. 4, aus der Sammlung "il Cimento dell´Armoia e dell ´Inventione" dazu.


    Das "Erklärendes Sonett zu dem Concerto mit dem Titel `Der Winter´von Herrn Antonio Vivaldi" schreibt:


    (1.Satz)
    Erstatt im gefrorenen Schnee zittern,
    beim strengen Blasen eines schrecklichen Windes,
    beim Laufen ständig mit den Füßen stampfen,
    aus Übermaß an Kälte die Zähne aufeinanderschlagen.


    (2.Satz)
    Die Tage ruhig und zufrieden am Feuer zubringen,
    während der Regen dardraußen eine Menge Leute durchnäßt.


    (3. Satz)
    Auf dem Eis gehen, und mit langsamen Schritt
    sich bedächtig bewegen, aus Furch zu fallen.
    Sich kräftig drehen, ausrutschen, zu Boden fallen.
    Von neuen über das Eis gehen und kräftig laufen,
    bis das Eis bricht und sich öffnet.
    Hören, wie aus den versiegelten Türen treten
    Scirocco, Boreas und alle Winde, im Krieg liegend,
    das ist Winter, aber welche Freude bringt er doch"


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Guten Tag


    Vivaldis "quattro stagioni" fanden etliche Nachahmer, darunter auch den Genueser Komponisten Giovanni Guido. Er brachte eine Sammlung "Scherzi Armonici sopra le Quattro Staggioni dell´Anno" Op. 3, darunter auch ein Konzert "L´Hyver", zu Papier.
    Eingespielt z.B. auf dieser



    CD mit dem Ensemble L'Arte dell'Arco


    Hier ließt man im Sonnet:


    "Der Winter


    Die Jahreszeit des Reifes betrübt die Natur.
    Die geschwächte Sonne entzieht sich unseren Augen.
    Die erde bietet den Tieren statt Nahrung
    Nur Schnee und Eis, überall.


    Der grausame Aquilon erklärt uns den Krieg
    Welch schreckliches Zischen heult durch die Lüfte !
    Greimmige windstöße, um die Erde
    Von ihren meuterlichen Untertanen zu befreien, hat
    er die Eisen zerbrochen ?


    Pflegt eure Tage, ob zitterndes Alter
    Borée´s Hauch ist verhängnisvoll
    Die Hitze der grünen Jugend kann kaum
    der Wirkung seines Zorns verbergen.


    Unsere Krieger jedoch, bei prachtvollen Festen
    Inmitten des Winters, bringen die schönen Tage herbei
    Alles verspricht ihren Wünschen die schönsten Tage herbei
    Die Mutter der Liebe ist ihre Bürge


    Lasst die Winde grollen, und die Traurigkeit bannen
    Die lieblichen Götter kündigen unsere Wünsche an
    Geben wir uns dem Festschmaus, den Spielen, der Zärtlichkeit hin
    Der Winter, der alles einfriert, belebt die Freuden !"


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Zitat

    Original von musicophil
    Muß man Schuberts Winterreise noch erwähnen ?( ?( ?(


    LG, Paul



    Lieber Paul,


    vor der Zusammenlegung der threads: ja - im alten thread war sie bereits aufgeführt.





    "L´hiver est long"


    So beginnt in der fünfaktigen (Ur-)Fassung von Verdis DON CARLOS das Fontainebleaubild, das ja als ganzes an einem kalten Winternachmittag/-abend spielt.



    LG, Elisabeth

  • Hallo Petra,

    Zitat

    Ein Liedzyklus, den ich noch nicht kenne, der aber ganz oben auf meiner Anschaffungsliste steht:


    Eine sehr gute Wahl für den ersten Platz auf der Anschaffungsliste! Allein das letzte Lied "A Time there was" würde Britten schon in den Rang eines Meisters erheben!


    ***


    Eben sehe ich mit Schrecken, daß im Moment Darius Milhauds wunderbarer Konzert-Zyklus "Les quatres Saisons" nicht zu bekommen ist. Das Winter-Concertino ist für Solo-Posaune und eine Handvoll Musiker geschrieben und enthält neben der üblichen Milhaud'schen Leichtigkeit auch melancholische Töne. Ein kleines Meisterwerk.


    Ein vierteiliger Zyklus, der sich ausschließlich mit dem Winter befaßt, kommt aus der Feder von Hugues Dufourt:

    Dufourt ist in diesen Werken noch ganz der Spektralen Musik verhaftet, er arbeitet also mit Klangflächen und Resonanzen. Die Musik klingt unglaublich schön, ist aber, da sie keine herkömmliche thematische Arbeit und keinen herkömmlichen Rhythmus kennt, beim ersten Mal relativ schwierig zu hören (es gibt kaum etwas, woran sich das Ohr "anhalten" kann).
    Wie so oft, so bezieht sich Dufourt, der den Zyklus in der Zeit von 1992-2001 komponierte, auch hier auf Gemälde, im konkreten Fall auf Winter-Darstellungen von Poussin, Rembrandt, Brueghel und Guardi. Das Orchester ist ein mittelgroßes Kammerorchester, klingt aber wie ein großes Orchester.
    Wer erfahren will, wie man Kälte und Trostlosigkeit umsetzt, kommt hier rund zwei Stunden lang auf seine Rechnung.
    :hello:

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Eine sehr gute Wahl für den ersten Platz auf der Anschaffungsliste! Allein das letzte Lied "A Time there was" würde Britten schon in den Rang eines Meisters erheben!


    Nicht zu vergessen The Journeying Boy, was für ein Juwel!
    Ein in seiner Tonsprache im Vergleich zum früheren Liedschaffen sehr karger Zyklus - meinem Eindruck nach konzentrierter, asketischer - in stilistischer Umgebung des The Turn Of The Screw!?


    Auf jeden Fall, ein guter Platz. :yes: Eine meines Erachtens sehr gute Einspielung ist die folgende:



    :hello:
    Wulf

  • Lieber Wulf,
    ja, karg, weil Britten hier wirklich mit Reduktionen beginnt und auch den Effekt des schönen Klanges ziemlich ignoriert. Es gibt allerdings keine (Zwölfton)reihe, die ähnlich vereinheitlichend wirkt wie im "Turn". Ich sehe eher Parallelen zum "Billy", der ja, trotz des großen Orchesters, auch sparsam ist mit rein koloristischen Effekten. Außerdem ist der Liederzyklus, ähnlich wie "Billy", eine Lehrstunde im Schreiben von Melodien. Alles kommt aus der quasi gestisch vorgetragenen Deklamation, ist aber so verdichtet, daß es zur Melodie wird.
    Das letzte Lied, das ich oben erwähnte, ist übrigens insoferne ein Kuriosum, als die linke Hand ausschließlich in Dreiklängen in Grundstellung begleitet, während die rechte Hand eine Melodie in Oktaven spielt, die mit der Melodie der Singstimme verwandt ist. "Es war einmal alles gut und einfach", scheint Britten damit sagen zu wollen. Und doch liegt über dem Lied eine bittere Melancholie, die spüren läßt, daß das Goldene Zeitalter unwiederbringlich verloren ist.
    :hello:

  • Ah, auch hier kann der Klaviermusikfreund leicht „punkten“: :)


    z.B.
    SCHUMANN: "Winterzeit I & II" (Jugendalbum)
    LISZT: "Chasse-neige" (12 Études d’ex...)
    DEBUSSY: “The snow is dancing” (Childrens Corner), “Des pas sur la neige” (PréludesI)


    oder auch:
    HENZE Royale Winter Music (für Gitarre)


    Gruß pt_concours

    Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
    Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
    Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • Guten Abend


    Johann Christoph Graupner gab 1733 eine Sammlung unter dem Titel:


    "Vier Partien auf das Clavier, unter Benennung der Vier Jahreszeiten"


    für das Cembalo heraus.


    Die "Sammlung" kam entweder nie über die Parita "Winter" hinaus,
    oder die drei anderen Teile der Jahreszeiten gingen verloren.


    Eingespielt ist die Partia F-moll "Winter" z.B. auf dieser



    CD mit Cembalo-Partiten von Graupner, gespielt von der Cembalistin Naoko Akutagawa.


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard