Rita Streich, die "deutsche" Nachtigall?

  • Liebe Streich -Fans, ich habe zum Geburtstag eine Cd geschenkt bekommen:
    The Centenary Edition
    Rita Streich singt Mozartarien


    Dort singt sie z.B. Blondchen und Königin der Nacht unter Fricsay und viele der Aloysia-Konzertarien unter Charles Mackerras . Für Mozart und Streich Fans eine Fest-Aufnahme :jubel:


    F.Q.


  • Für mich DIE deutschsprachige Rigoletto-Aufnahme überhaupt. Top-Besetzung und wunderbar musiziert. :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:

  • Klaus Schreiber


    Lieber Klaus,


    herzlichen Dank für diese Empfehlung.
    Alle Freunde dieser Sängerin, die anstelle auf den Bildschirm auch mal auf Gedrucktes auf Papier schauen, werden diesen Buchtipp gerne annehmen.


    Dass man sich auf Deine Empfehlungen verlassen kann, kann ich nur bestätigen. Am Beispiel Eberhard Katz; das Buch über ihn habe ich selbst in Rekordzeit "verschlungen". (Wenn dann der Autor auch noch Klaus Schreiber heisst...)


    Viele Grüße
    Harald

  • Danke, lieber Harald, für deine freundliche Reaktion auf meinen Hinweis.
    Ergänzen möchte ich noch, dass Günter Walter speziell zum Themenheft eine CD mit seltenen Aufnahmen Streichs aus den Bereichen Lied, Oper, Operette und Unterhaltung anbietet.


    Angeregt durch das Thema hier im Forum, habe ich mir gestern nach langer Zeit noch einmal "Das musikalische Selbstporträt", einen NDR-Rundfunkmitschnitt aus dem Jahre 1957, Länge: 105 Minuten) angehört, wo neben 16 Musikbeispielen (u.a. Schuberts "Forelle" in Begleitung mit Michael Raucheisen!) die Künstlerin in langen Passagen selbst zu Wort kommt und uneitel bar jeglichen Primadonnengehabes ihren Werdegang für den Hörer kurzweilig und plastisch Revue passieren lässt.


    Beste Grüße
    Klaus

  • Der Wortlaut des "musikalischen Selbstportraits" ist nachzulesen im gleichnamigen Buch des Nannen-Verlags von 1963, in dem alle Sendungen dieser Reihe in Schriftform (natürlich ohne die Musikbeispiele, die jedoch im Anhang aufgelistet sind) abgedruckt sind (das Buch ist antiquarisch ziemlich häufig zu finden).


    Herr Meffert hat mir eine VHS-Kassette mit 4 Std. Rita Streich gegeben, hauptsächlich Produktionen des franz. Fernsehens, meist Kinderlieder, Wiegenlieder, Weihnachtslieder usw. garniert mit Geschichtchen, ziemlich nervig, das ganze.


    Ausserdem habe ich da noch eine LP "Rita Streich singt Gitta Alpar", auch keine reine Freude, da lobe ich mir doch die alten Opernaufnahmen aus Berlin der frühen 50er!

  • Ich habe hier auch noch eine Walhall-Aufnahme vorzustellen. Wir haben die eigentlich nur herausgebracht, um an den vergessenen Tenor Jean Löhe zu erinnern, der Produzent wollte an den jungen FiDi erinnern (Foto) - jetzt hier im Rita-Streich-Thread - ganz exotisch:



    Aufnahme: Nov. 1950, Studio
    Dirigent: Arthur Rother
    RIAS Symphonie-Orchester Berlin
    RIAS Kammerchor Berlin
    stark gekürzt, deutsche Fassung
    Walhall WLCD 0179 (2 CD)


    Léïla: Rita Streich
    Nadir: Jean Löhe
    Nourabad: Wilhelm Lang
    Zurga: Dietrich Fischer-Dieskau


    LG Harald

  • Liebe Fairy,
    wie immer macht die Streich es sehr gut, sie meistert die Koloraturen perfekt und singt untadelig und textverständlich. Die RIAS-Produktion weist jedoch in Anordnung und Textgestaltung erhebliche Abweichungen gegenüber der gängigen französischen Fassung auf.


    Als Bonus singt Rita Streich auf der 2. CD noch die Arie der Gilda aus "Rigoletto" >Caro Nome< - in italienischer Sprache (auf der Platte mußte sie ja deutsch singen!)


    LG
    Harald

  • Zitat

    Original von Klaus Schreiber
    Danke, lieber Harald, für deine freundliche Reaktion auf meinen Hinweis.
    Ergänzen möchte ich noch, dass Günter Walter speziell zum Themenheft eine CD mit seltenen Aufnahmen Streichs aus den Bereichen Lied, Oper, Operette und Unterhaltung anbietet.


    Angeregt durch das Thema hier im Forum, habe ich mir gestern nach langer Zeit noch einmal "Das musikalische Selbstporträt", einen NDR-Rundfunkmitschnitt aus dem Jahre 1957, Länge: 105 Minuten) angehört, wo neben 16 Musikbeispielen (u.a. Schuberts "Forelle" in Begleitung mit Michael Raucheisen!) die Künstlerin in langen Passagen selbst zu Wort kommt und uneitel bar jeglichen Primadonnengehabes ihren Werdegang für den Hörer kurzweilig und plastisch Revue passieren lässt.


    Beste Grüße
    Klaus


    Inzwischen ist dieses tolle Radioportrait auch bei mir eingetroffen und ich bin begeistert von der sympathischen Art und Weise, wie Rita Streich hier aus ihrerm Leben erzählt. Ganz besonders spannend und berührend finde ich, wie sie von ihrer Ausbildung und der innigen Bezeihung zu ihrer Lehrerin Erna Berger erzählt.
    Die Hörbeispiel kannte ich fast Alle schon von der 8 Cd-Box, aber sie sind hier tielweise anders begleitet bzw asu anderne Zusammenhängen und wirken immer gazn frisch und neu.
    Die Sprechstimme der Sopranistin ist bereits eine Entdeckung für sich und ich bin SEHR SEHR dankbar, dass der liebenswürdige Klaus Schreiber mir diese Aufnahme zugänglch gemacht hat! :jubel: :angel:


    Fairy Queen

  • Meine Lieben,


    Die deutsche Rundfunkaufnahme von 1950, auf die Harald hingewiesen hat, ist - nichts für ungut - nach meinem Dafürhalten eher ein Beleg dafür, daß manche Übertragungen aus der Originalsprache nicht gelingen.


    Hier spürt man immer wieder, wie mühsam und holprig die deutsche Sprache versucht, sich der Musik anzupassen - ein vergebliches Unterfangen. Dazu kommt, daß trotz allem Engagement auch die musikalische Realisierung nicht befriedigt. Das ist keine deutsche Oper der Romantik (so wird sie aber dargeboten). Die federnde Leichtigkeit wird durch Sentiment ersetzt, die stellenweise prompt zur Sentimentalität herabsinkt.
    Rita Streich zieht sich noch am besten aus der Affäre, aber das ist auch nur relativ zu verstehen. Dietrich Fischer-Dieskau als Zurga wirkt erstaunlicherweise verhältnismäßig farblos (das heißt, eigentlich ist das gar nicht so überraschend, seine Tugenden sind dem, was hier gefordert ist, sozusagen entgegengesetzt), Jean Löhe als Nadir gibt zweifellos alles, was er kann - aber seine eher ältliche, wenig sinnliche und wohl auch schon zu verbrauchte Stimme reicht für den Nadir einfach nicht aus, manchmal wirkt er leider schon fast wie eine Parodie (am ehesten schafft er es noch in der Mittellage). Wilhelm Lang als Nourabad bleibt blaß.
    Ich schätze jedoch, daß die Aufgabe ziemlich unlösbar war. Natürlich ist die Aufnahme als Tondokument interessant und ihre Bewahrung durchaus verdienstvoll, aber Bizet ist das nur mittelbar.


    LG


    Waldi

  • Walter Krause


    Lieber Waldi,


    ich war immer gegen eine Veröffentlichung dieser "Perlenfischer", aber, wie ich schon betonte: einerseits wollten die Jean-Löhe-Fans eine Opernaufnahme von ihm und andererseits der Verleger ein Dokument des frühen Fischer-Dieskau. Dass Rita Streich die Leila singt, war purer Zufall. Dabei ist sie von allen Mitwirkenden noch am besten!


    LG


    Harald

  • Bei mir ist Kms. Rita Streich nicht in der Versenkung verschwunden!


    Ich kannte sie persönlich und habe sie, trotz ihrer schweren Erkrankung, oft in Wien besucht.


    Wir plauderten über Gott und die Welt.


    NBicht zu vergessen ist die Schülerin von Maria Ivogün, als Koloratrursängerin ersten Ranges.


    Ihr Königin, Zerbinetta und auch Susanne wird mir stes in Erinnerung bleiben.


    Mein Gott, was konnte diese gar nicht eingebildete Frau alles.


    Ich habe von ihr eine DVD da singt sie unter anderem auch aus "Linda de Charmounix" "Ah! tardi troppo" und ich habe das niemals nachher soleicht und schwebend gehört.


    Diese DVD ist in SW, was aber den Genuss nicht stört.


    Liebe Grüße sendet Euch, Peter aus Wien.

  • Zitat

    Original von Harald Kral Dass Rita Streich die Leila singt, war purer Zufall. Dabei ist sie von allen Mitwirkenden noch am besten!


    Lieber Harald,


    Das empfinde ich, wie schon oben gesagt, ganz wie Du. Aber die Anschaffung der CD - und das soll schon aus Gerechtigkeitsgründen erwähnt werden - wird belohnt durch den zweiten Bonus: Rita Streich singt das "Caro nome" aus "Rigoletto", dirigiert von Ferdinand Leitner (eher langsam). Auch wenn ihr Italienisch nicht ganz echt klingt, sie entfaltet hier alle ihre stimmlichen Schönheiten und reiht sich unter die idealen Interpretinnen dieser Rolle. :jubel: :jubel:


    LG


    Waldi

  • Da fällt mir noch etwas ein,


    so richtig kennengelernt habe ich Kms. Rita Streich bei der Probe zu


    Daphne von Richard Strauss,


    Mitschnitt der Festwochenaufführung 1964, aus dem Theater an der Wien,


    mit


    Peneios - Paul Schöffler,
    Gae - Vera Little,
    Hilde Güden - Daphne,
    Leukippos - Fritz Wunderlich,
    Apollo - James King,
    Erste Magd - Rita Streich,
    Zweite Magd - Erika Mechera,
    Erster Schäfer - Hans Braun,
    Zweiter Schäfer - Kurt Equiluz,
    Dritter Schäfer - Harald Pröglhöf,
    Vierter Schäfer - Ludwig Welter


    Wiener Staatsopernchor, Wiener Symphoniker, Dirigent: Karl Böhm.


    Bei Karl Böhm fällt mir ein, dass er eben die Stimmen von Rita Streich und Erika Mechera, in diesem heiklen Mägedou besonders gern hatte.



    DGG 2 - LP Stereo 2721 125

  • Seit ich Rita Streichs Gilda (auf deutsch) gehört habe, bin ich sowas von verliebt in diese Stimme! :love:
    Das hat sich mir so ins Herz geritzt, dass ich sogar ein paar Tränchen vergießen musste, so wunderbar klingt sie. Und dabei so überaus zart und jugendlich. Ihr nehme ich die junge, naive Gilda wirklich mit jedem Ton ab. Für mich IST sie Gilda.

  • Hallo, SchallundWahn!


    Rita Streich gehört zu meinen Lieblingssängerinnen im Koloraturfach. Leider ist sie von einigen "Experten" hier im Forum sehr verrissen worden. Dabei hat sie in Irkutsk und in Moskau ein hervorragendes Studium genossen und wurde in aller Welt für ihre herrliche Stimme gelobt. Die unten angeführte Box besitze ich und werde sie nach dem Abendessen in den Player legen. Ihre LUCIA ist ein Traum.


    Leider bekomme ich z. Zt. kein Bild eingestellt. Vielleicht klappt es ja später.

  • Das ist wirklich schade, dass sie so verissen wurde (aber in diesem spezifischen Thread doch eigentlich nicht). Ich bin zwar kein Gesangsexperte, aber kann das nur schwer nachvollziehen. Geschmack spielt natürlich immer eine Rolle, aber sie komplett schlecht zu reden, käme mir falsch vor.
    Ihre Lucia würde mich auch sehr interessieren.


  • Hallo,


    bei Electrola war Rita Steich auch die Arsena im Zigeunerbaron. Ich besitze einen DDR-Film mit ihr, da singt sie die Frau Fluthin Nicolais "Lustigen Weibern von Windsor". Nicht zu vergessen: ihr Waldvogel in Furtwänglers Ring ist ebenfalls eine wunderschöne Sache. Ist bei "Undine" die Hoffmann-Oper gemeint? Die ist wirklich hochinteressant!!!!


    Schöne Grüße
    wega

  • Hallo, Hans Heukenkamp,


    es ist schön, daß nach längerer Pause wieder einmal an Rita Streich erinnert wird. Die wunderbare Sopranistin kam 1920 als Tochter eines in Sibirien internierten deutschen Kriegsgefangenen in Barnaul (bei Nowosibirsk) zur Welt, in den Wirren des schrecklichen russischen Bürgerkriegs. Später konnte sie mit ihrer Familie nach Deutschland ausreisen und wurde u.a. von Maria Ivögün ausgebildet. Großen Ruhm erlangte sie insbesondere als Koloratursopranistin und damit den Ruf als "deutsche Nachtigall".
    Unvergessen sind u.a. ihre Aufnahmen als Zerbinetta in Karajans Aufnahme der "Ariadne auf Naxos" (EMI) und als Königin der Nacht in Fricsays "Zauberflöte" (DGG), und das, obwohl es sich noch um Mono-Produktionen handelt.
    Auf einer Einzel-CD der DGG singt sie (in Originalsprache) 11 Arien aus französischen und italienischen Opern, u.a. auch das in diesem Thread bereits erwähnte "Les fleurs me paraissent plus belles" sowie die Glöckchen-Arie aus "Lakmé". Wahre Kostbarkeiten sind auch "O luce di quest'anima" aus Donizettis "Linda di Chamounix", die Arie der Julia "Eccomi in lieta Vesta - Oh, quante volte" aus "I Capuleti e i Montecchi" von Bellini und die Szene des Ännchen "Sul fil d´un soffio estesio" aus Verdis "Falstaff". Besonders hat es mir die Arie der Olympia aus "Hoffmanns Erzählungen" angetan, die sie mit unnachahmlichen Koloraturen ausstattet. Es handelt sich um sehr gute Stereo-Aufnahmen aus den Jahren 1958 - 1965. Diese CD ist gemeint:

    Z.Zt. ist sie bei Amazon zum Spottpreis von 99 Cent (!) erhältlich (gebraucht, Zustand: sehr gut). Für alle Verehrer von Rita Streich höchst empfehlenswert.


    LG, Nemorino

  • Karajan und/oder Legge haben Rita Streich sicher mit guten Gründen als Zerbinetta für die Ariadne verpflichtet.


    Davon ist wohl auszugehen, lieber Hans. In der mir zur Verfügung stehenden einschlägigen Literatur habe ich allerdings keine Hinweis auf die Beweggründe gefunden. Das macht nichts. Die Zerbinetta in der "Ariadne" war eine ihrer frühen großen Aufgaben für die Schallplatte - die Rundfunkaufnahmen mal nicht mitgerechnet. Interessant ist, dass Karl Böhm sie fast zeitgleich als Najade in der Salzburger Produktion der Strauss-Oper einsetze, während die Zerbinetta von der um drei Jahre älteren Hilde Güden gesungen wurde. Die Güden ist ganz anders, viel kammersängerinnenhaft - wie ich finde - und nicht annähernd so erotisch, spritzig, frech und jung wie die Streich, die die Verknüpfungen zwischen Buffo und Seria sehr viel überzeugender hinbekommt. Die große Arie, die Du verlinkt hast, macht das exemplarisch deutlich. Koloraturen sind nicht mehr artistischer Selbstzweck und girlandisches Zierwerk. Sie werden zum Ausdruck. Diese Zerbinetta singt sehr viel mehr von sich selbst, als dass sie der Aridane die mythologischen Leviten liest. In meinem Ohren klingt das nahezu perfekt - allerdings wohl auch ehr für die damalige Zeit. Den historischen Abstand muss man schon wahrnehmen. In diesem Lichte ist Rita Streich auch immer etwas kapriziös und erinnert mich an eine Model aus einem schönen Modemagazin der Fünfziger mit Tüll und Petticoat. Alles in allem aber halte ich die Zerbinetta für eine der bedeutendsten Dokumente, die uns Rita Streich hinterlassen hat. Sie war nie besser. Noch mehr hat man davon, wenn man sich die Gesamtaufnahme anhört, die nie vom Markt verschwunden gewesen ist:


  • Interessant ist, dass Karl Böhm sie fast zeitgleich als Najade in der Salzburger Produktion der Strauss-Oper einsetze, während die Zerbinetta von der um drei Jahre älteren Hilde Güden gesungen wurde.

    Lieber Rheingold,


    Als ich das las, konnte ich es kaum glauben, Hilde Güden als Zerbinetta. Aber nach einigem Suchen hab ich es gefunden, 1954 unter Karl Böhm mit den Wiener Philharmonikern. Kann ich mir gar nicht vorstellen, wenn man die teilweise halsbrecherischen Koloraturen einmal gehört hat. Sicher auch wegen ihrer Länge für mich eine der schwersten Arien überhaupt, die ich instinktiv immer mit Koloratursopranen wie Reri Grist, besonders Edita Gruberova und der hier im MIttelpunkt stehenden Rita Streich in Verbindung bringe.


    Ich könnte mir auch Erika Köth, evtl. Erna Sack, mit Fragezeichen Erna Berger vorstellen. Nun muß ich mir irgendwann mal Hilde Güden anhören. Mit ihr verbinde ich Mozart, auch klangvolle Operettenaufnahmen, aber auch die Sophie im Rosenkavalier und die Daphne, die wieder auf die mögliche Ariadne hinweisen.


    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Interessant ist, dass Karl Böhm sie fast zeitgleich als Najade in der Salzburger Produktion der Strauss-Oper einsetze, während die Zerbinetta von der um drei Jahre älteren Hilde Güden gesungen wurde. Die Güden ist ganz anders, viel kammersängerinnenhaft - wie ich finde - und nicht annähernd so erotisch, spritzig, frech und jung wie die Streich, die die Verknüpfungen zwischen Buffo und Seria sehr viel überzeugender hinbekommt.


    Lieber Rheingold, wer die Zerbinetta hinbekommt, wird sowieso unsterblich, vermute ich. Die Oper der Verwandlung macht das mit allen drei Sängerinnen: Gelingt ihnen - bei allen technischen Schwierigkeiten - die Partie auf charakteristische, unverwechselbare Weise zu gestalten, schreiben sie sich in die Operngeschichte ein.
    So verschieden, wie etwa die Ariadnen von Schwarzkopf und Janowitz sind - an beiden kann man sich doch kaum satthören.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • So verschieden, wie etwa die Ariadnen von Schwarzkopf und Janowitz sind - an beiden kann man sich doch kaum satthören.

    Wobei ich mir Hilde Güden vielleicht noch als Ariadne weit, weit im Hinterkopf vorstellen könnte, aber die als Ariadne phantastische und (fast) alles überragende Janowitz niemals als Zerbinetta.


    Mit dem Satthören bin ich voll bei Dir. Wenn Janowitz anfängt "Es gibt ein Reich", dann möchte ich eigentlich keine andere mehr hören.


    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Mit dem Satthören bin ich voll bei Dir. Wenn Janowitz anfängt "Es gibt ein Reich", dann möchte ich eigentlich keine andere mehr hören.


    Lieber La Roche, das denkt man bei den großen Ariadnen immer. Das geht mir bei der herrlichen Jessye Norman auch so.
    Es ist vergnüglich, Sängerinnen aufzufinden, die mehrere Partien in der Ariadne gesungen haben. Von Elisabeth Schwarzkopf wird berichtet, daß sie auch einmal die Zerbinetta gesungen hat. Lieder scheint es keinen Mitschnitt davon zu geben. Rita Streich hat Najade und Zerbinetta gesungen.
    Fr. Janowitz hat Echo und Ariadne gesungen.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz