DVD-Video Tristan und Isolde

  • Hallo Giselher,


    danke für den Tipp!
    Vielleicht eröffnet mir diese Inszenierung gar noch die mir bislang problematischste Wagner-Oper.


    Liebe Grüße
    :hello:


    P.S.: Ich finde diese irgendwie nicht auf DVD, vielleicht noch nicht erschienen?

  • Ich hatte mir die DVD vor ca. 3 Jahren bei "House of opera" bestellt, sie scheint dort aber nicht mehr greifbar zu sein. Die Aufnahme ist komplett auch bei youtube zu sehen (einfach "Walküre" und "Osaka" als Stichworte eingeben).


    :hello:


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Dieser "Provinztheater"-Tristan aus Dessau ist ein Hochgenuss, den ich jedem Tristan-Fan vergönne. Ich weiß zwar nicht, wie befriedigend der Orchesterklang ist, wenn man sich im Parkett und das Orchester sich hinter der Bühne befindet, aber von der DVD scheint alles stimmig. Wunderbar die Drehbühne vor und die Filmprojektion hinter dem Orchester. Erstklassig Isolde und Brangäne, einwandfrei der Tristan und der junge, sehr berührende Kurwenal. Es gibt hier die berühmten Striche im 2. und 3. Akt, ich vermisse diese Stellen diesmal aber nicht.


    Eine Live-Vorstellung, wie sie die meisten von uns ersehnen, festgehalten auf 2 DVDs.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Altmodisch? Nah am Libretto? Frühmittelalter-Kulisse?


    Also kein Heiner Müller? Kein Jean-Pierre Ponnelle?


    Da kann ich nur ein Hören mit Libretto vorschlagen.


    Naja, sollen wir nicht durch große Regisseure angeregt werden? Sollen wir nur das sehen, was in der Partitur nur beschrieben wird?


    Hierzu ein ganz klares NEIN!


    Ich habe dann doch eine Empfehlung: Machen Sie sich mit dem Tristan von Patrice Chereau vertraut. Nein, es handelt sich um keine Neu-Deutung. Aber Sie werden dort eine äußerst intelligente Personenregie entdecken.

  • Ich habe auch nichts gegen Inszenierungen, die sich nach den Vorgaben des jeweiligen Librettisten halten. Manchmal möchte ich nach dem ganzen "neumodischen" Regiezeugs eine richtig herrliche althergebrachte Inszenierung sehen (wie der schon erwähnte Holländer oder auch der Tosca-/Traviata-/Rigoletto-Film).


    Aber um zum Thema Tristan zurückzukommen: Ich finde den Ponnelle-Tristan eigentlich sogar recht "werktreu". Ok, es gibt keine Burg im III. Aufzug, nur ein welkes Bäumchen, aber generell ist die "Handlung" der Oper bei Ponnelle ziemlich althergebracht erzählt und dargestellt. Die ganz große, romantische Liebe unter den Linden inmitten der Nacht.


    Daher Joseph sei hier für eine werkgetreue Inszenierung doch auch der Ponnelle empfohlen.


    Liebe Grüße,


    Louis

  • Zitat

    Original von Casimir


    Naja, sollen wir nicht durch große Regisseure angeregt werden? Sollen wir nur das sehen, was in der Partitur nur beschrieben wird?


    Hierzu ein ganz klares NEIN!.


    Hallo, Casimir,
    ich gestehe, dass mich diese Meinung nur zum Teil befriedigt. Denn sollten nicht vor alem die INTERPRETEN, die heutzutage zu Sklaven der allgöttlichen Regisseure verkommen sind, ihre Sicht der jeweiligen Rolle vermitteln?


    Regisseure gerieren sich gegenwärtig wie der unfehlbare Papst, was zur Folge hat, dass Künstler wie Zednik,, Stolze, Prey, Windgassen, Varnay, Mödl, Greindl, Frick ... im heutigen Musik"theater" unbesetzbar wären - trotz ihrer singulären Gesangs- und Interpretationskunst.


    Traurig, traun!