Operette tot?

  • Hallo,


    Ist die Operette tot? Wer sieht sich heute noch Operette an, wenige klassische werden noch gespielt. Ich finde das sehr schade, für die Sänger und für das Publikum.
    Gerade in der Operette zeigt sich gutes schauspielerisches Talent, da müssen Sänger auch Dialoge führen, tanzen können, vielseitig sein.


    Es gibt so viele schöne Operetten, die völlig in der Versenkung verschwunden sind...schade eigentlich.


    LG X(

  • Ist Operette tot? - Nein!


    Viele Menschen würden sich Operette anschauen, wenn sie gut gemacht ist. Man braucht nur nach Mörbisch blicken. Jedes Jahr über 200.000 Besucher!



    Zitat

    Gerade in der Operette zeigt sich gutes schauspielerisches Talent, da müssen Sänger auch Dialoge führen, tanzen können, vielseitig sein.


    Das ist auch ein Hauptproblem für die Besetzungen. Diese Vielseitigkeit ist leider sehr selten. Sie werden am ehesten von SängerInnen erfüllt, die eine vollständige Musical-Ausbildung besitzen.



    Zitat

    Es gibt so viele schöne Operetten, die völlig in der Versenkung verschwunden sind...schade eigentlich.


    Die Operette war tendenziell immer näher am aktuellen Geschehen dran als die Oper. Daher verloren sie auch schneller ihre Aktualität. Nur wenige Meisterwerke sind einfach zu gut, um in der Versenkung zu verschwinden. Bei den anderen besteht immer die Notwendigkeit, sie vom Text her mehr oder weniger zu bearbeiten (in erster Linie zusammenstreichen; manche müssten überhaupt textlich vollkommen neu adaptiert werden). Diesen Aufwand leisten sich nur wenige Häuser.

  • Nein, würde ich nicht so sehen, Operette und Musical haben altersmäßig unterschiedliches Publikum. Heute gehen kaum junge Leute in eine Operette, aber Musical ist in. Operette wird gerne von älteren Menschen besucht, sie kennen viele Melodien und freuen sich, sie im Geiste mitsingen zu können.


    Unser Theater hat immer mehrere geschlossene Aufführungen für alte Menschen gemacht und es war eine Wonne in ihre Gesichter zu schauen und zu sehen, mit wieviel Freude sie dabei waren.


    Operette ist eben abwechslungsreich durch Tanz, Ballett, Sprache und Gesang und nicht zu vergessen, ein dementsprechend passendes Bühnenbild, oft märchenhaft und nicht modern.


    LG

  • Hallo musika,


    Wieso ist die Operette was für alte Menschen ?


    Es gibt keine Musik für bestimmte Altersgruppen.


    Es werden wenig Operetten aufgeführt,weil die


    charismatischen Intepreten tot sind (Tauber,Roswaenge,Anders,Schock,


    Wunderlich,etc.)Außerdem sind Operetten,mehr als Opern


    zeitbedingt,man kann sie regiemäßig schlecht modernisieren,


    ohne die ganzen Texte zu verändern.


    (Nicht die Operette ist tot,die Interpreten sind tot.)


    :hello:Herbert.

  • Dass sie "als musical weiterlebt" ist in meinen Augen ein Verunglimpfung der Operette, denn abgesehen von den klassischen Musicals (Westside Story, Kiss me Kate etc.) sind die modernen doch meilenweit vom musikalischen Niveau einer Operette entfernt. Ich schaue mir gerne hin und wieder eine OPerette an, es muss ja nicht immer die Silvester-Fledermaus sein ;)
    lg Severina

  • Vielleicht habe ich mich nicht richtig ausgedrückt, Operette ist grundsätzlich nicht für alte Menschen, aber das Publikum gehört überwiegend der älteren Generation an. Man sieht wenig junges Publikum, sie sind halt eher dem Musical zugewand.


    Klar sind sind zeitbedingt und das gerade finde ich schön. Da ist wenigstens noch ein Bühnenbild, da sind noch Kostüme, die auch das Auge erfreuen.


    Tauber, Anders und Schock, Rothenberger, wie sie alle heißen, kennt man doch eigentlich in Operette nur von der CD. Sie haben vielleicht mal mit der Fledermaus auf der Bühne gestanden.


    Warum muss man auf Sänger der früheren Generation verweisen, es gibt auch heute gute Sänger die sicher in Operetten glänzen würden.


    LG

  • Das ist ein interessantes Thema


    Zunächst stelle ich mal die These auf (und werde Schelte dafür bekommen), daß Österreicher mehr den "Geist der Operette" erfassen als Deutsche.
    Dies werde ich in weiterer Folge zu erklären versuchen.
    Zunachst aber noch der Hinweis auf "Deutsche Operette" wir beispielsweise Paul Lincke, der IMO schon zum Singspiel zuzuordnen ist - dem Bindeglied zwischen Operette und Musical.


    DIe EIGENTLICHE Operette ist ja französisch und von Offenbach - gedacht als Verbalhornung der Oper - musikalisches Kabarett gewissermaßen - man höre mal in die Großherzogin von Geroldstein hinein - selbst die deutsche Version ist voll von Bosheiten und Spitzen, weit entfernt von jeglicher Harmlosigkeit.


    Die WIENER OPERETTE: Alles ist hier abgemildert und scheinbar harmlos - und so wird sie von Deutschen Theatern auch mehrheitlich aufgeführt - ein gravierendes Mißverständnis IMO.
    Die Wiener Operette ist VORDERGRÜNDIG seicht - strotzt aber IMO voll VERSTECKTER Bosheiten und Anspielungen.


    Als Beistpiel seien nur zwei Arien aus dem Vogelhändler genannt:


    "Ich bin die Christl von der Post" mit dem Refrain "Nur nicht gleich und auf der Stell - denn bei der Post gehts nicht so schnell" Die Post - ein Staatsmonopol - als Zielscheibe. Aber prinzipiell stimmt die Aussage noch bis heute, wenngleich die Brisanz teilweise verlorenging.
    Einer ebenfalls weitgehend verlorengegangenen Tradition zufolge wurden an österreichischen Bühnen an solche Couplets aktuelle Strophen angehängt - heutzutage würde sich eine über die Internetverbindungen und Viren etc gradezu aufdrängen.


    Oder "Ich bin der "Prodekan" der von einem Pfüfungskommisär handelt der bestechlich sein soll.


    Textprobe:


    Beim Prüfen bin ich Wüterich,
    da schone keine Seele ich,
    doch wenn er Protektion hat,
    der Kandidat,
    da schweig ich fein,
    das trägt was ein, das trägt was ein


    SO muß man Operette sehen, die Englängder tun das auch wie die witzigen leider unüberstzbaren Texte einiger Gilbert/Sullivan Operettten belegen.



    Deutsche Aufführungen (und auch manche österreichische) lassen das witzige Element vermissen - ud beschränkern sich auf seichte Liebesgeschichten- die prinzipiell sowieso niemanden interessieren.


    Aber es gibt auch Operetten mit "Aussage".
    "Das land des Lächelns" hat eine tendeziell rassistische Aussage:
    "Gelb und weiß verträgt sich nicht"


    Ich habe in Mörbisch mal eine Aufführung gesehen, da wurden Balletteinlagen geschaffen (Originalmusik) und das Stück bedrohlich düster insteniert (im historischen Stil) daß es schon sehr in die Nähe von Puccini rutschte.


    wir können die einzelnen Operetten ja bei Bedarf analysieren - und man wird staunen was dabei rauskommt.


    mfg
    aus Wien


    Alfred

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Das ist ein interessantes Thema


    Zunächst stelle ich mal die These auf (und werde Schelte dafür bekommen), daß Österreicher mehr den "Geist der Operette" erfassen als Deutsche.


    Alfred


    Hallo Alfred,
    du hast vollkommen Recht und bekommst sicherlich keine Schelte. Zwar sind die Wiener Operetten mehr vertreten als die "üblichen", aber immerhin, sie sind da. Operettenhäuser in Deutschland gibt es wenige und, wie du schon sagst, nicht alle Operetten sind seicht, aber das was dahintersteckt, deine Beispiele, wird gerne angenommen.


    Eines ist nicht mit der Oper zu vergleichen, Operette geht meistens gut aus, da gibt es kein Tod, Mord oder sonst was. Bis auf eine Operette ohne happyend, Land des Lächelns.


    LG

  • Hallo Musika,


    Ich sprach ja nicht von guten Sängern,sondern von


    charismatischen Interpreten.Die haben nicht nur in der


    Fledermaus gesungen.Lehar hat seine Operetten


    R.Tauber auf den Leib geschrieben,und Künneke hat für


    H.Roswaenge Operettenpartien komponiert.


    (Welcher deutsche Tenor sollte heute denn Operetten singen?)


    :hello:Herbert

  • Hallo Musika,


    Ich bin hier schon teils bekannt als "Operette- und Operliebhaber" (das Lied vergißt man schlichtweg).
    Operette tot? NEIN, gar nicht.


    Ich erinnere mich lebhaft an viele Ausführungen, die ich gesehen haben. Die viele Werke von deutschen/österreichischen Komponisten. Aber auch an Offenbach. Und Sullivan.
    HERRLICH !! KÖSTLICH !!


    Ich habe sie in der deutschen Sprache gehört/gesehen, aber auch in die niederländischen Übersetzung. Französisch ausgeführt und deutsch c.q. niederländisch. Und Sullivan natürlich englisch, aber auch wieder in niederländische Übersetzung. Und da merkte ich etwas, daß m.E. auch für Opern gilt: Besucher, die man normalerweise nicht bei einer solchen Ausführung erwartet (Familienmitglieder, Freunde, Bekannten), denn sie hören meist andere Musik, waren größtenteils begeistert. Sie verstanden das aufgeführte Stück, wenn es in der Landessprache gebracht wurde. Und geiferten fast bei der Gedanke, es gab noch mehr solcher Kompositionen. Die auch einmal ausgeführt würden.


    Und jene SW-Fernsehaufführungen von früher. Wie viel Operetten wurden damals nicht gebracht. Ich glaube, daß das vom ARD war, bin da aber nicht sicher.
    Selbst habe ich sehr viel Operetten auf LPs; weniger auf CDs. Muß nach und nach die LPs noch auf CD überspielen. Und bin begonnen mir einige DVDs zu kaufen.


    Für mich wird die Operette immer leben. Denn da kann man richtig lachen.


    LG, Paul

  • Glaube Alfred hat Recht in Österreich ist die Operette
    lebendiger als in Deutschland.
    Sicher liegt das aber auch an der Nachwuchsförderung.
    Die Studiengänge an den Hochschulen sehen das Fach
    Liedgesang, Oper, Musical vor, aber nicht Operette.
    Bei fast jedem Gesangswettbewerb kommt hingegen
    ein Preis für Operette vor!


    Ein gutes Beispiel ist da wirklich Mörbisch und mancher
    rümpft über diese Festspiele die Nase meiner Meinung nach
    völlig zu unrecht!
    Da wird die Operette noch gehegt und gepflegt
    und Nachwuchssänger gefördert, was eigentlich die
    Volksoper Wien tun sollte, aber halt nicht schafft!


    Operette gut zu singen, zu inszenieren und vor allem
    zu interpretieren ist wohl das schwerste was es gibt.


    Dies "rüber" zu bringen mit Leichtigkeit und "Duft"
    gibts heute kaum noch.


    :):):)

  • Zitat

    Eines ist nicht mit der Oper zu vergleichen, Operette geht meistens gut aus, da gibt es kein Tod, Mord oder sonst was. Bis auf eine Operette ohne happyend, Land des Lächelns.


    Uups! Zarewitsch, Giuditta ???


  • Ja stimmt und ich bin stolz darauf, eine ehemalige Schülerin von mir in der letzten Operetten dort gesehen zu haben. Es ist auch ein kleines Sprungbrett für den Nachwuchs...es schloss sich darauf eine weitere Rolle in einer Operette in Linz an.


    LG

  • Zitat

    Ja stimmt und ich bin stolz darauf, eine ehemalige Schülerin von mir in der letzten Operetten dort gesehen zu haben. Es ist auch ein kleines Sprungbrett für den Nachwuchs...es schloss sich darauf eine weitere Rolle in einer Operette in Linz an.


    Anja-Nina Bahrmann?

  • Ja, genau


    ich habe sie im Internat gehabt und sie später auf die Aufnahmeprüfung vorbereitet. Sie ist Spitze, schon vor dem Studium sang sie Glöckchenarie der Lakme, Olympia, hat sie auch bei der AP gesungen. Ich verfolgen ihren Weg und bin mal gespannt was da noch so alles kommt. Richard Strauss Wettberwerb hat sie gewonnen und einige andere auch.


    :) LG

  • Hallo musika,


    ich übernehme jetzt mal die Rolle des bösen Buben. Ich gehöre nämlich zu denen, die die Operette nicht mögen, nie mochten. Die Frage heißt zwar nicht "habt Ihr gefallen am Genre Operette", aber ich könnte mir vorstellen, dass viele die Operette aus den selben Gründen ablehnen wie ich und sie deswegen vielleicht aus der Mode gekommen ist.


    Elke Heidenreich hat mal sinngemäß gesagt, das Libretto der Oper sei eigentlich gar nicht so wichtig, diene nur als roter Faden, denn die Musik erzähle die Geschichte.


    Nun, dies ist vermutlich der wesentlche Unterschied zwischen Oper und Operrette. Für mich ist Operette ein Theaterstück, bei dem auch gesungen wird. So auch beim Musical, dass ich auch nicht mag. Und genausowenig mag ich, wenn man von den Blues Brothers 8) einmal absieht, Spielfilme, in denen gesungen wird. Früher war es Gang und Gebe, dass in Spielfilmen gesungen wird. Heute will das (fast) keiner mehr sehen. Ich auch nicht :beatnik:. Ich gebe mich gerne Musik hin und ich lasse mich geren von einer guten Geschichte fesseln. Aber nicht alles auf einmal.


    Ich mag aber auch kein Weinschorle. :D :beatnik:


    Nix für ungut
    GalloNero


    P.S. Bitte nehmt den Beitrag nicht allzu ernst. Ich mag einfach keine Operetten. Aber vielleicht kann mich Paul ja noch bekehren ;)

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Einer ebenfalls weitgehend verlorengegangenen Tradition zufolge wurden an österreichischen Bühnen an solche Couplets aktuelle Strophen angehängt


    Lieber Alfred,


    Jene Tradition habe ich jedenfalls einmal bei einer Sullivan Ausführung (Iolanthe) erlebt. Vielleicht ist jene Tradition in England erhalten (an sich kein Wunder).


    LG, Paul

  • Hallo


    Noch ein paar allgemeine Anmerkungen zu Operette:


    Ich habe bereits ausgeführt, daß es die bösartig zynische Spielart von Offenbach gibt, ein Genuss in jeder Hinsicht, in musikalischer und textlicher.


    Textprobe (in deutsch) gefällig ?


    General BUMM:


    Das Geheimnis der Kriegskunst ist in zwei Worte zusammenzufassen:
    Man muß den Feind aufrollen und abschneiden
    Um das auszuführen teile ich meine Armee in DREI Corps
    Das eine Corps marschiert rechts
    das zweite liinks
    das dritte geradeaus
    So bewegt sich meine Armee auf drei verschiedenenWegen
    solange nach dem Hauptpunkte fort
    bis die Corps sich an einem Punke vereinigen


    GROSSHERZOGIN:


    Und wo ist der Punkt ?


    General BUMM


    Das weiß ich nicht


    (Nach einer Pause ...zögernd



    Mein Plan ist daß an diesem Punkte der Feind steht - - -und sich auch schlagen läßt....


    -------------------------------------


    Diese Logik könne auch aus dem Munde eines heutigen Präsidenten einer Großmacht stammen - ein zeitlos witziger Text also


    __________________________________


    Indes gibt es auch sogenannte klassische Operetten (z.B. Bocaccio, Bettelstudent, Gasparone, welche der komischen Oper sehr nahe stehen.
    Dittersdorf "Doktor und Apotheker", Flotows "Martha", Lortings "Wildschütz" unterscheiden sich kaum von gehobenen Operetten - lediglich der Gattungsbegriff "Operette" war noch nicht erfunden.


    mfg
    aus Wien
    Alfred

  • Hallo


    die Großherzogin von Gerolstein habe ich selber nie gespielt, ich kannte sie nicht. Offenbach stand bei uns komischerweise nie auf dem Programm.
    Aber es gibt auch klassische Operetten mit Andeutungen von Krieg, aber dann doch mehr ins Lustige, wenn ich an den Zigeunerbaron denke, die Truppen, die vom spanischen Krieg heimkehrern, mit Orden bestückt. Da wird auch schon vorher gewiorben sich als Rekrut zu melden.


    Wie dem auch sei, Operette ist anspruchsvoll für die Sänger, aber mit der komischen Opern musikalisch doch nicht zu vergleichen, inhaltlich ja und es sind genau DIE genannten Opern, die ich am liebsten habe.


    GalloNero
    das du die Operette nicht magst, ist dein gutes Recht, du bist sicher nicht der/die Einzige, deswegen bist du kein Außenseiter. Ich mag acuh keine Musical, das ist doch keine Schande.


    LG

  • Nun ja, ich habe ja bereits in meiner Vorstellung ausgeführt erst am Anfang meiner Ausbildung zu stehen, daher nicht allzu kritisch mit mir ins Gericht gehen für folgende Aussage:


    Meines Erachtens unterliegt die Operette auch einer Generations übergreifenden Thematik, die sich darin äußert, dass heute alles schneller, besser, höher und elitärer sein soll.
    Ebenso fällt es mir als Anfänger nicht gerade leicht den künsterlischen Anspruch insofern aufrecht zu erhalten und mein Interesse darin zu beflügeln, indem die Operette, greife ich die Themen auf, eine Art kabarettistische Note mit einbringt. Das Themen wie Bestechlichkeit oder die Unpünktlichkeit der Post heute ebenfalls aktuell sind, weise ich nicht von der Hand, allerdings erscheinen sie mir zu banal, als dass sie mein Interesse wecken.


    In meiner Ausbildung stelle ich ganz klar den Gesang in den Fokus, und habe zu dem die Möglichkeit an dem hiesigen Institut das Schauspiel zu erlernen, was unmittelbar mit den Opern zu tun hat. Allerdings bin ich persönlich nie ein Freund des Theaters und des Theatersprechens oder des Kabarett gewesen, auch wenn ich nicht von der Hand weisen möchte, dass diese Dinge einen sehr hohen Stellenwert und künsterlischen Anspruch haben. Jedem nach seinem Geschmack. Kommt nun noch der Tanz dabei, ists für meine Person vollends vorbei.


    Das ist auch der Grund, warum ich für mich beschlossen habe, nicht in den Bereich der Musicals zu gehen, da der musische Anspruch einer Oper und deren Gesang eben genau das ist,was erfüllt und was ich machen möchte.


    Vielleicht sehen das viele meiner jungen Mitstreiter ähnlich, die sich dazu entschließen klassichen Gesang zu erlernen und vielleicht erscheint es deswegen so, dass die Zeit der Operette abebbt. Lese ich allerdings die hiesigen Kommentare muss man, glaube ich, nicht unmittelbar um ein Ende der Operette fürchten.


    Gruss
    Sascha

  • Hallo Sascha,


    Erstens: Herzlich Wilkommen im Forum.


    Zweitens:

    Zitat

    Das Themen wie Bestechlichkeit oder die Unpünktlichkeit der Post heute ebenfalls aktuell sind, weise ich nicht von der Hand, allerdings erscheinen sie mir zu banal, als dass sie mein Interesse wecken.


    Du magst offenbar Oper. Viele Opern kann man nur gut verstehen, wenn man sich mit den Hintergründe befaßt. Nur "Singen" und sich weiter mit nichts befassen, keine Hintergründe kennen, usw... Dann braucht es nicht lange mehr, bis ein Robot das (vielleicht) besser kann.


    Für Operette gilt das auch. Wie schon eher gesagt: Offenbach und Sullivan sind Musterbeispiele.
    Ich habe "das Gluck" eine Fremdsprache als Muttersprache zu haben. Und manche Operetten sah/hörte ich in eine Übersetzung. Jener Übersetzer ist fabelhaft in seine Bearbeitungen. Er weiß immer aktuelle Anspielungen zu machen. Die versteht das Publikum. Und darum, obwohl es normalerweise Popanhänger ist, sind auch gerade jene übersetzten Operetten beliebt. Es ist tatsächlich teils Kabarett.


    Dafür soll man Verständnis aufbringen können. Wenn einer das nicht kann bzw will, kann er noch so schön singen, aber fehlt die Seele dahinter.


    LG, Paul