Klaus Florian Vogt, ein neuer Held?

  • Neuveröffentlichung am 18. Januar



    KLAUS FLORIAN VOGT
    WAGNER
    Sony Classical




    1. Fanget An! So Rief Der Lenz In Den Wald (Die Meistersinger Von Nürnberg)
    2. Am Stillen Herd In Winterszeit (Die Meistersinger Von Nürnberg)
    3. Mein Lieber Schwan (Lohengrin)
    4. Amfortas, Die Wunde! (Parsifal)
    5. Nur Eine Waffe Taugt (Parsifal)
    6. Allmächt'ger Vater, Blick Herab (Rienzi)
    7. O Sink Hernieder, Nacht Der Liebe (Tristan Und Isolde)
    8. Willst Jenes Tag's Du Nicht Dich Mehr Entsinnen (Der Fliegende Holländer)
    9. Brünnhilde! Heilige Braut! (Götterdämmerung)
    10. Ein Schwert Verhieß Mir Der Vater (Die Walküre)
    11. Du Bist Der Lenz (Die Walküre)




    In der Produktbeschreibung heißt es "Kein anderer Klassikkünstler hat 2012 so für Aufsehen gesorgt wie der Ex-Hornist, fliegende Wohnmobilbesitzer und nach zahlreichen Triumphen bei den Bayreuther Festspielen international gefragteste deutsche Heldentenor, der Holsteiner Klaus Florian Vogt.
    Nachdem Vogt für seine Debüt-CD "Helden" vom Februar 2012 bereits Publikum und Kritik überzeugt und mit seinem Programm, deutschen romantischen Arien, sogar den Einzug in die Pop-Charts geschafft hatte, eröffnet er das Wagner-Jubiläum mit einer Aufnahme seiner Paradepartien ("Lohengrin", "Parsifal", "Meistersinger") sowie neuen und zukünftigen Partien in seinem Repertoire ( "Tristan und Isolde", "Rienzi", "Götterdämmerung"). Die CD bietet aber auch die grandiose Schluss-Szene aus dem 1. Akt der "Walküre" mit Camilla Nylund als Partnerin. Begleitet wird Vogt von einem der traditionsreichsten deutschen Orchester, den Bamberger Symphonikern-Bayerische Staatsphilharmonie unter ihrem international renommierten Chefdirigenten Jonathan Nott.
    Die CD erscheint in einer limitierten Deluxe-Edition mit farbenprächtigen Fotos, sämtlichen Arientexten und einem Essay von Deutschlands Stimmpapst Jürgen Kesting."


    "Vogt überstrahlt sie alle … Gänsehaut"
    (Tagesspiegel)


    "Weltbester Lohengrin, betört durch vokale Intelligenz und klare Diktion."
    (Süddeutsche Zeitung)



    Gregor

  • Zitat

    "Gänsehaut"
    (Tagesspiegel)

    Da bekommt das Wort "Gänsehaut" eine andere Bedeutung ...



    Zitat

    "Weltbester Lohengrin, betört durch vokale Intelligenz und klare Diktion."
    (Süddeutsche Zeitung)

    Sind diese Rezensionen von Sony gekauft? ?(

  • Na klar....heutzutage ist Marketing alles...und die wenigen noch verbliebenen Labels sorgen schon dafür, dass dem unbedarften Hörer...und der großen Gruppe der "Groupies" das richtige Futter geliefert wird!
    Wer KFV für einen Wagner-Sänger hält, der findet auch, dass Andrea Bocelli ein Opernsänger ist....grauslig!!!


    LG
    Fides :hello:

  • Hallo,


    ich habe mir die jüngst erschienene Wagner-CD von KFV gekauft und mehrfach angehört. Hierbei kam ich zu folgenden Meinungen: Aufsehenerregend kann man diese CD schon nennen, denn KFV leistet wortverständlichen und technisch genauen Wagnergesang. Nun ist es aber leider so, daß die unterschiedlichen Hauptpartien Wagners auch unterschiedliche Stimmtypen erfordern, was KFVs sehr lyrische, kleinvolumige Stimme einfach nicht leisten kann, so verkürzt er sängerische Attacke und Forte mehr, als man es in den meisten Szenen als Tenor bei Wagner tun sollte. Unzweifelhaft hat er aber auf der CD große Momente: So muß ich als Wagnerianer wirklich überlegen, ob ich in meiner gesamten Sammlung Aufnahmen von "Am stillen Herd"; "Mein lieber Schwan" und Rienzis Gebet habe, die die Aufnahmen von KFV auf dieser CD an Klangschönheit und Technik übertreffen. Auch die beiden Szenen aus Parsifal und sehr achtbar gesungen, wobei man sagen muß, daß Vogts Stimme der "Überirdischkeit" der Figuren Lohengrin und Parsifal sehr entgegen kommt. Buchstäblich in einem fremden Land befindet sich Vogt mit Siegfrieds Todesarie aus der Götterdämmerung und dem Liebesduett aus Tristan und Isolde. Hier kann er Wagners Musik lediglich gut buchstabieren, aber nicht mit dramatischem Sinn erfüllen. Und buchstabieren kann er auch nur, weil in der einen Szene der Held stirbt, also entrückt singen kann und in der anderen Szene träumt. Die Möglichkeit, daß Vogt eines Tages Siegfried und Tristan ganz auf der Bühne singen kann, erscheint, zumindest mir, unmöglich ! Auch bei der Arie des Erik erlegt sich Vogt entweder zu sehr Zurückhaltung auf, oder er kann nicht anders, selbst Rudolf Schock war hier 1960 rollengemäß feuriger. "Ein Schwert verhieß mir der Vater" weist achtbare Wälse-Rufe auf, aber hier, wie auch im Duett "Du bist der Lenz", ausgeführt mit Camilla Nylund, erscheint mir Vogts Stimme einfach zwei Nummern zu klein ! Hierbei braucht man als Vergleich gar nicht die Götter und Göttinnen vergangener Zeiten zu bemühen, wie Lauritz Melchior und Astrid Varnay, auch Jerusalem/Norman von 1981 und Hofmann/Marton von 1985 waren diesem Duett deutlich dramatischer, glutvollerund stimmstärker ! Vielleicht ist es mein Fehler, daß ich baritonale Heldentenöre liebe, aber ich glaube, daß mit dieser CD endgültig ein Paradigmenwechsel weg von diesem Tenortypus für Wagner erfolgen wird, denn Vogt hat es geschafft, die Zuneigung von Jürgen Kesting zu gewinnen. Dieser lobt ihn im der CD beiliegenden Essay überschwenglich und beschreibt Vogts Stimme als Wiedergeburt des ursprünglichen, lyrischen Wagnergesanges ! Also sind meine Vorbehalte nur eine Geschmacksverirrung ?


    Gruß,
    Antalwin

  • Ich habe mir soeben 15 auf YT verfügbare Gralserzählungen angehört und dabei festgestellt, daß die

    Man muß wohl Siegfried heißen, um sich an 15 Gralserzählungen nicht den Geschmack zu verderben. Ich muß jedenfalls sagen, daß ich in Janowskis konzertantem Lohengrin zwar von der knabenhaften Wohlklangstimme des Klaus Florian überwältigt war, dazu dem schulterlangen Blondschopf fast etwas allzu angetan, aber gedacht habe, wie wird er das virile Timbre schaffen, das doch sowohl Siegmund als auch Siegfried ansteht, wo er das Weib in Brünhilde entdeckt und nach der Mutter ruft, unbeschreiblich: "Mutter, das ist kein Mann!". Immerhin, eine solche Stimme bei solchem Äußeren gibt es nicht in jeder Generation!

  • So ist es, KVS! Vergleichende Interpretationen waren seit jeher schon mein Steckenpferd und YT sei Dank ist das heute sehr einfach gegenüber meiner Jugendtage geworden. Nirgendwo lernt man mehr über die unterschiedlichen Sänger- und Stimmtypen als beim Vergleichshören in kurzen Intervallen. Und 15 Gralserzählungen sind ein gar kleines Spektrum. Von anderen Gesangsstücken habe ich z.T. über 50 Einspielungen miteinander verglichen, was zugegeben eine konditionelle Herausforderung ist.


    Für die vorangegangene CD-Einschätzung darf ich Antalwin sehr danken. Er findet die richtigen Worte für einen polarisierenden Sänger, der jetzt behutsam abwägen muß, welche Opernpartien er zeitnah seiner Stimme zumuten will und darf. Ich wünsche mir, daß er für diese Entscheidung nachhaltig klug beraten wird.

  • So muß ich als Wagnerianer wirklich überlegen, ob ich in meiner gesamten Sammlung Aufnahmen von "Am stillen Herd"; "Mein lieber Schwan" und Rienzis Gebet habe, die die Aufnahmen von KFV auf dieser CD an Klangschönheit und Technik übertreffen.

    Tatsächlich singt Vogt hier mit höchster Präzision, berückendem Wohlklang und absolut reiner Aussprache. Ich glaube auch, dass der Sänger ein neues Kapitel des Wagner-Gesangs einläuten könnte, wie der Kritiker David P. Stearns - den Kesing zitiert - es schreibt: "... ein Kapitel des immer wieder eingeforderten lyrischen Singens".

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • An Klaus Florian Vogt scheiden sich bekanntlich die Geister. Ein Blick auf diverse YouTube-Kommentare reicht. Dass er sehr klangschön und wortdeutlich singt, ist unbestritten. Als Lohengrin und Parsifal mag er deswegen durchaus in Ordnung gehen. Und auch die lyrische Momente des Siegmund ("Winterstürme" vor allem) bringt er beeindruckend zu Gehör. Aber wie schaut es bitte schon mit "Siegmund heiss' ich" aus? Ich kann mir nicht vorstellen, dass er ein geeigneter Siegfried oder Tristan ist. Schielt er auch schon auf den Tannhäuser? Auch als Stolzing klänge er m. E. eher wie der David. Bin ich vorgeschädigt durch Sänger wie Jon Vickers, Spas Wenkoff oder James King?

  • Wenn wir konstatieren, dass Florian Vogt ein ganz außergewöhnlich kultiviert und schön singender Tenor - aber halt kein Held ist, dann ist es Geschmackssache, ob ich ein lyrisches oder mehr heldischeres Singen bevorzuge. Etwas ungalant: Für mich ist Vogt ein wunderschön singender "Knabensopran". Viele Wagnerpartien erfordern allerdings m. E. ein schwereres Kaliber.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Zitat von Joseph II.

    An Klaus Florian Vogt scheiden sich bekanntlich die Geister. Ein Blick auf diverse YouTube-Kommentare reicht. Dass er sehr klangschön und wortdeutlich singt, ist unbestritten. Als Lohengrin und Parsifal mag er deswegen durchaus in Ordnung gehen. Und auch die lyrische Momente des Siegmund ("Winterstürme" vor allem) bringt er beeindruckend zu Gehör. Aber wie schaut es bitte schon mit "Siegmund heiss' ich" aus? Ich kann mir nicht vorstellen, dass er ein geeigneter Siegfried oder Tristan ist. Schielt er auch schon auf den Tannhäuser? Auch als Stolzing klänge er m. E. eher wie der David. Bin ich vorgeschädigt durch Sänger wie Jon Vickers, Spas Wenkoff oder James King?

    Ich vertrete hier in allen Punkten die Meinung von Joseph. Daher habe ich bis jetzt einen weiten Bogen um Florian Vogt gemacht. Aber um der Gerechtigkeit willen werde ich, um mir ein 100%iges Urteil zu verschaffen, bald eine CD mit Vogt zulegen.

  • Männerstimme hin oder her, Heintje als Knabe hat mir auch besser gefallen als heute. KFV gibt sich große Mühe und jedes Wort ist zu verstehen. Das ist ja auch schon etwas. Bei den früheren "Recken", die erst die deutsche Sprache lernen mussten, war das nicht immer so deutlich. Bei Wagner-Sängern scheint eben große Nachfrage zu bestehen, sonst könnte er ja auch Mozart oder Lortzing singen.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • ...Dass er sehr klangschön und wortdeutlich singt, ist unbestritten. Als Lohengrin und Parsifal mag er deswegen durchaus in Ordnung gehen. Und auch die lyrische Momente des Siegmund ("Winterstürme" vor allem) bringt er beeindruckend zu Gehör...


    Als Lohengrin hat er mich sehr positiv überrascht, insbesondere die Mühelosigkeit, mit der er die technisch anspruchsvolle Rolle bewältigt (man höre zum Vergleich, wie sehr sich Jonas Kaufmann (über-)anstrengen muss...) beeindruckt. Aber auch hier stößt er deutlich an Grenzen. In der Szene, in der er Telramund erschlägt und "Tragt den Erschlag'nen vor des Königs Gericht" singt, ist er stimmdarstellerisch überfordert. Da klingt er zwar stimmlich sauber, aber darstellerisch wie ein kleiner Gernegroß.


    Trotzdem würde ich z.B. Wolfgang den Lohengrin für den Einstieg durchaus empfehlen, denn zum einen bekommt man einen guten Eindruck davon, was Vogt kann und was nicht und zum anderen ist die Oper wunderbar dirigiert.


    Das wäre jene Aufnahme:


    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler

  • Ich vertrete hier in allen Punkten die Meinung von Joseph. Daher habe ich bis jetzt einen weiten Bogen um Florian Vogt gemacht. Aber um der Gerechtigkeit willen werde ich, um mir ein 100%iges Urteil zu verschaffen, bald eine CD mit Vogt zulegen.

    Hallo Wolfgang, melde Dich mal.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Mein geschätzter Kollege Joseph II. !


    Nein, Du bist nicht vorgeschädigt, wir beide haben lediglich den gleichen Geschmack, was den Stimmtypus für einige Tenor-Hauptpartien von Wagner angeht. Ich wollte mit meinem Beitrag auch mein Befremden darüber zum Ausdruck bringen, daß Jürgen Kesting offensichtlich den Lyrischen Tenor für Wagner-Hauptpartien zur conditio sine qua non machen will ! Bezüglich Deiner weiteren Bemerkung muß ich Dir auch zustimmen: Wenn KFV den Stolzing singt, hat er zwar wundervolle Momente, aber als David braucht man dann einen Knabensopran, damit David und Stolzing unterscheidbar sind. Egal, was jetzt als Mode bei Wagnertenören ausgerufen wird, ich werde mich deshalb nicht von Lauritz Melchior, Ludwig Suthaus, Ramon Vinay, Hans Hopf, Ernst Kozub und Jon Vickers abwenden !


    Gruß,
    Antalwin

  • Klaus Florian Vogt - Wagner
    Arien aus Parsifal, Lohngrin, Die Meistersinger von Nürnberg, Tristan und Isolde, Rienzi, Götterdämmerung
    Klaus Florian Vogt, Camilla Nylund, Bamberger Symphoniker, Jonathan Nott


    Nachdem ich die Aufnahmen durchgehört habe, hat sich bei mir mehr und mehr der Eindruck verstärkt: Schuster bleib bei deinen Leisten!


    Ich war nie ein großer Freund dieses Tenors! Das Timbre erinnert sehr an den DDR-Sänger Eberhard Büchner. Hat also auch keine unverwechselbare Tenor-Stimme! Als Tamino zu schwer und als Lohengrin überfordert besetzt.


    Natürlich liegen ihm die leichten Tenor-Partien Wagners besser. Aber auch als Parsifal kommt er nicht recht glaubhaft herüber!


    Am schlimmsten ist jedoch Vogts Umdeutung von Siegfrieds "Brünnhilde! Heil'ge Braut!" in "Brünnhilde! Heilige Braut!"! Beim Original müsste er seine Stimmenlinie unterbrechen, bei seiner Umdeutung kann er durchsingen. Ich mag solche Durchmogeleien nicht (auch bei Netrebko habe ich das oft kritisiert!). Es mag wie ein Kleinigkeit aussehen, in Wirklichkeit aber zeigt es die Grenzen seines Gesangvermögens.


    Insgesamt eine CD, die nur etwas für eingefleischte Vogt-Fans ist. :D
    Für Wagner-Freunde, die wirkliche Helden hören wollen, ist das alles nichts. :thumbdown:



    :hello: :no: LT

  • Klaus Florian Vogt, gefeierter Lohengrin, präsentiert auf seiner neuen CD eher ungewöhliches Repertoire: Operette und Musical. Dazu heißt es in der Produktbeschreibung:


    Klaus Florian Vogt ist der bekannteste deutsche Wagner-Tenor und einer der besten Tenöre weltweit. 2012 war er "Sänger des Jahres" beim Echo Klassik. Seine ersten beiden CDs Helden und Wagner waren Bestseller und eroberten nicht nur die Klassik-Charts, sondern auch die deutschen Top 100 Longplay Charts. Für Favorites hat sich Vogt seine Lieblings-Hits aus Operette und Musical ausgesucht - populäre Melodien, welche die Anfänge seiner Karriere begleiteten: seine ersten Auftritte vor Publikum hatte er während seiner stimmlichen Ausbildung in Lübeck mit Operettenmelodien, zuvor hatte er noch während seiner Zeit als Hornist in Hamburg immer wieder Musicalhits gespielt. Für Favorites hat Vogt, begleitet vom Münchner Rundfunkorchester unter Gerrit Prießnitz, unwiderstehliche Melodien eingesungen: "Dein ist mein ganzes Herz...", "Wien, Du Stadt meiner Träume". "Schön ist die Welt", " Im Prater blüh´n wieder die Bäume" und andere zu Herzen gehende Operettenmelodien. Und “Maria”, “Somewhere” aus Bernsteins Westside Story, Hits aus Les Misérables und Chess und natürlich die “Musik der Nacht” aus Das Phantom der Oper.

    Gregor

  • Lieber Merlan,


    Mit einer kleinen Einschränkung bin ich mit Deiner Meinung völlig d'accord!
    In jedem Fach, auch im vielgerühmten Lohengrin, bzw. Wagnerfach ist Vogt mit seinem unmännlichen Knabensopran schlichtweg eine Zumutung. Der "Unterleib" fehlt überall, aber vielleicht kann er es bei einem Teil seiner Zuhörerinnen mit den blonden Locken und seiner stattlichen Bühnenerscheinung kompensieren. Von Melchior, über Völker, Windgassen, Thomas, King, Seiffert endend bei Kaufmann wüsste ich niemanden, der sich im Wagnerfach mit derart katostrophalem Ergebnis versucht hat! (und ich habe gestern Abend in den grauenvollen Homoki-Lohengrin reingehört!)

  • In jedem Fach, auch im vielgerühmten Lohengrin, bzw. Wagnerfach ist Vogt mit seinem unmännlichen Knabensopran schlichtweg eine Zumutung. Der "Unterleib" fehlt überall, aber vielleicht kann er es bei einem Teil seiner Zuhörerinnen mit den blonden Locken und seiner stattlichen Bühnenerscheinung kompensieren. Von Melchior, über Völker, Windgassen, Thomas, King, Seiffert endend bei Kaufmann wüsste ich niemanden, der sich im Wagnerfach mit derart katostrophalem Ergebnis versucht hat! ( und ich habe gestern Abend in den grauenvollen Homoki-Lodengrin reingehört!)


    Vogt hat im Vergleich mit einigen der genannten Herren den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass er noch lebt und 2014 singt und nicht vor fünfzig oder achtzig Jahren. Wird man ihm wirklich gerecht, indem Vergleiche mit Melchior, Völker, Thomas oder Windgassen angestellt werden, die durch die Bank auch ihre Defizite hatten? Jedes hat seine Zeit. Häme und Spott sind wahrlich kein Ansatz für eine ernstzunehmende Kritik. Selbst höre ich Vogt auch auf Distanz, sein Lohengrin ist für mich aber eine der interessantesten Leistungen, die es derzeit in diesem Werk gibt. Stimmlich verkörpert er tatsächlich das Wunder aus einer anderen Welt, dem sich einzig aus den bekannten Gründen Ortrud entziehen kann. Mich erinnert er immer an Koslowski oder auch an Simandy im Klemperschen "Lohengrin" aus Budapest, die auch diesen silbrigen überirdischen Ton hatten.


    Gruß Rheingold

  • Hallo,


    auch ich habe in Vogts Operetten-CD hineingehört und kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Selbst seine Interpretationen von Operetten-Arien klingen unmännlich, sogar unkörperlich. Ich weiß, daß ich hier Vogts Interpretationen von einigen Wagner-Arien sehr lobte, seinen lyrischen Wohlklang, seine Wortdeutlichkeit, aber kurioserweise wird mir immer dann bewußt, daß KFV im Wagnerfach nichts zu suchen hat, wenn ich ihn in anderen Fächern höre! Wie glutvoll waren dagegen die Operettenarien-Interpretationen von Schock, Gedda, Hollweg und Kollo, verglichen mit dem, was KFV hier abliefert. Auch die Aufnahme eines weiteren, anderen Komponisten als Wagner, zeigt mit dem Holzhammer KFVs Fehlbesetzung im dramatischen Fach: Mahlers "Lied von der Erde". Ich habe noch nie eine dermaßen kraftlose, vorsichtig tastende Interpretation vom Trinklied vom Jammer der Erde gehört, wie hier von KFV. Das Schlimme ist, daß KFV Schule machen wird, den Papst Kesting ist ein Fan von ihm. Der Tag ist nicht mehr fern, und die Tenorpartien Wagners werden von Countertenören gesungen !


    Gruß,


    Antalwin

  • Schielt er auch schon auf den Tannhäuser?


    Anfang 2013 stellte ich diese Frage. Heute muss man sie bejahen:


    Klaus-Florian Vogt studiert derzeit den Tannhäuser ein, wie er in einem Künstlergespräch in Bayreuth verriet (Quelle).


    Dies sollte für genügend Gesprächsstoff sorgen, um diesen Thread wiederzubeleben. :D

  • Lieber Historiker-Kollege Joseph II. !


    Auch ich habe Vogts Tannhäuser-Planungen vernommen und bin sehr gespalten! Betrachtet man die Aufnahme-Geschichte der Partie, so stellt man fest, daß zwar die baritonalen Heldentenöre die Oberhand haben, der dramatische Minnesänger aber auch erfolgreich von eher lyrischen Tenören wie Windgassen, Kollo, Schmidt und Seiffert gesungen wurde. Meiner Meinung nach bewältigt Vogt die Achterbahn-Partie nur, wenn er von vorne bis hinten äußerst klug disponiert, aber es wird dann nichts mehr zu tun haben mit den Tannhäusern, die wir von Melchior, Lorenz, Vinay, Hopf, Thomas oder Wenkhoff gehört haben!


    Gruß,


    Antalwin

  • Auch die Aufnahme eines weiteren, anderen Komponisten als Wagner, zeigt mit dem Holzhammer KFVs Fehlbesetzung im dramatischen Fach: Mahlers "Lied von der Erde". Ich habe noch nie eine dermaßen kraftlose, vorsichtig tastende Interpretation vom Trinklied vom Jammer der Erde gehört, wie hier von KFV.


    Gerade erst entdeckt, kann ich das Urteil nur unterstreichen. Seine Interpretation dieses Liedes (auf der Nagano-Aufnahme) ist einfach nur grauenhaft, falscher kann man das nicht singen.


    Als Lohengrin schätze ich Vogt durchaus, beim Tannhäuser bin ich eher skeptisch.

  • Auch die Aufnahme eines weiteren, anderen Komponisten als Wagner, zeigt mit dem Holzhammer KFVs Fehlbesetzung im dramatischen Fach: Mahlers "Lied von der Erde". Ich habe noch nie eine dermaßen kraftlose, vorsichtig tastende Interpretation vom Trinklied vom Jammer der Erde gehört, wie hier von KFV.


    Da hatte ich heuer mehr Glück, als ich im Wiener Musikverein "Das Lied von der Erde" hörte (Harding, Wiener Philharmoniker, Vogt, Goerne). Die oben genannte Aufnahme kenne ich nicht. Mir sind kräftigere Stimmen auch lieber, aber Vogt machte eine sehr gute Figur, auch beim "Trinklied". Mir ist eher der geschätzte Goerne etwas auf die Nerven gegangen mit seinen Manierismen.


    http://diepresse.com/home/kult…ine-meisterliche-Novitaet

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Mir kam es vor wie heuer, aber natürlich war das Konzert 2015.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.