Leontyne Price

  • Wie doch die Zeit vergeht! Ist die Leontyne Price schon 80 Jahre geworden. Happy Birthday, du grosse Dame der grossen Oper :jubel:


    Ihre Carmen, Donna Anna, Aida und viele andere Partien sind historisch wertvolle Vermächtnisse. :angel:


    Hatte jemand von euch das Glück, sie live zu sehen?

  • Live habe ich sie leider nie gesehen, nur im Fernsehen. Ihre Ariadne mag ich gerne, und sie hat tolle PartnerInnen in dieser Aufnahme:



    Es gibt auch ein Remastering. Ich weiß nicht, ob der Klang dadurch besser geworden ist. Bei obiger Ausgabe ist er schon hervorragend.


    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Zu diesem Thread werden nicht viele Beiträge kommen,
    weil die Großartigkeit dieser Sängerin unbestritten ist.
    Für mich ist sie eine der bedeutensten Verdi-Interpretinnen
    des 20sten Jahrhunderts.


    :hello:Herbert.

  • Leontyne Price war eine der überwältigendsten Sängerinnen, die ich in der Wiener Oper erleben durfte.


    Was machte ihre Interpretation so singulär? Da war zum einen - Timbreverächter bitte wegschauen (ja, auch so etwas gibt es!) - dieses unglaublich schöne Timbre (ein amerikanischer Kritiker nannte es zu Recht "Stradivari-Timbre"), dazu eine große Musikalität und eine geradezu schlichte, überhaupt nicht Diva-mäßige Darbietung von stupender Innigkeit. Ihr negroid-gaumiges Singen verlieh dem auch noch einen besonderen exotischen Reiz.

  • Sagitt meint:


    Den Begriff:negroid-gaumiges Singen würde ich nicht übernehmen. Ist der denn pc ?
    Aber in der Sache finde ich, ihre Carmen 1965 mit Karajan war für mich eine Idealbesetzung. So wunderbar- passend-verrucht habe ich die Carmen nicht wieder gehört. Das Ist eine Arbeiterin aus der Fabrik, die notfalls auch mal einen Konflikt mit einem Messer löst.

  • 1952 war Leontyne Price die erste Bess in "Porgy and Bess" am Raimundtheater und in der Volksoper,


    dann habe ich sie als Pamina in der Staatsoper gehabt und als Aida, sowie als Amelia im Maskenball.


    Kinder, wie die Zeit vergeht!


    Die Zeit die ist ein sonderbar Ding, kann man nur der Marschallin nachsprechen oder singen.

  • Die hochgelobte Interpretation - unverständlicherweise für mich gab es auch weniger positive Auslassungen anlässlich der Platteneinspielung - fand meines Wissens nie auf einer Bühne ihre Bestätigung als hervorragende Carmen.


    Live habe ich sie (laut Erinnerung - sicher unvollständig) als Aida, Tosca, Leonoara in Trovatore, Pamina, Donna Anna ... erleben dürfen.


    PS: Meine Beschreibung ihrer Stimmproduktion als negroid-gaumig ist, wie sagitt schreibt, tatsächlich nicht exakt. Beim Nachlesen fand ich bei Jens Malte Fischer "smoky", sicherlich eine bessere Definition, wobei man dies nicht mit "rauchig" übersetzen darf - eher mit "lasziv-erotisch". Aber seien wir froh, dass eine singuläre Stimme wie die der Leontyne Price sich jeder Beschreibung entzieht.


  • Diese 14-CD-Edition beinhaltet von Richard Strauss Die zweite Brautnacht aus der "Ägyptischen Helena", den Schlußgesang der Salome sowie Es gibt ein Reich aus der "Ariadne".


    Die Vier letzten Lieder sowie vier Lieder mit Klavierbegleitung findest Du in der weiteren 12-CD-Edition "The complete Leontyne Price Collection of Song and Spiritual Albums".

  • Ich habe das Glück gehabt, Leontyne Price immerhin in verschiedenen Partien live gehört zu haben:


    in Berlin immerhin viermal als Leonore in Trovatore (unter Karajan neben Bergonzi und Herlea): Phantastisch! Einfach eine Sternstunde!
    und im Verdi-Requiem zweimal (unter Thomas Schippers zusammen mit Bergonzi, Ghiaurov und Dalis): Unvergesslich! Grandios und ergreifend zugleich!
    in Hamburg als Aida: Atemnberaubend! Da wurde der Hörer wahrhaft "zu den Engeln geschickt"!
    und zuletzt in New York als Leonore in der Forza (mit Domingo, McNeil und Talvela) - allerdings zu einer Zeit, in der die Stimme nicht mehr in allerbester Verfassung war.


    Ihre Aufnahmen höre ich immer wieder - und heutzutage noch lieber als früher!
    Sie hatte eine grossartige Stimme und war eine phantatische Sängerin - wirklich eine Künstlerin!
    Natürlich schätze ich ihre Verdi- und Puccini-Aufnahmen besonders, , ihre Strauss-Aufnahmen dann ihre Carmen und so weiter und so weiter.
    Aber ganz besonders sind mir ihre Mozartaufnahmen ans Herz gewachsen.
    Die Fiordiligi werde ich mir heute Abend aus Anlass ihres Geburtstages ganz in Ruhe wieder einmal anhören!


    Glückwünsche und alles Gute, Leontyne Price!


    Caruso41

  • Liebe Forianer,


    erfreulicherweise hatte ich schon diese Collection:



    Sie enthält die Strauss-CD mit Aufnahmen aus "Die Frau ohne Schatten", "Rosenkavalier", "Guntram" und die 4 letzten Lieder. Ich habe einfach diese CD in die große Collection dazu gelegt. Nun ist alles komplett!



    :hello: LT

  • Ich habe das Glück gehabt, Leontyne Price immerhin in verschiedenen Partien live gehört zu haben:


    in Berlin immerhin viermal als Leonore in Trovatore (unter Karajan neben Bergonzi und Herlea): Phantastisch! Einfach eine Sternstunde!


    Caruso41


    Wir haben Forumsmitglieder (ich glaube Mucaxel und Milletre), die haben sie sogar noch im Trovatore in Salzburg 1962 gesehen! In der Besetzung L. Price, Simionato, Corelli und Bastianini. Das muß erst ein Ereignis gewesen sein. :jubel:


    Die Price war jedenfalls eine fantastische Sängerin. Vielleicht DIE Verdi-Sängerin überhaupt.


    Bei youtube habe ich vor einiger Zeit einen Audio-Mitschnitt gefunden, da singt sie die Arie der Gilda (!). Nicht unbedingt eine Verdi-Partie mit der man sie in Verbindung bringt. Manchem mag ihre Stimme für diese Rolle etwas zu schwer sein, aber sie singt da fantastisch. Und den finalen Ton habe ich in dieser Arie überhaupt noch nie so gehört. Von keiner Sängerin. Ist das wirklich ein hohes E, wie es in den YT-Kommentaren heißt? Einfach unglaublich. :jubel:


    Leontyne Price "Caro Nome", 1980


    Man verbindet sie natürlich ganz besonders mit der Aida. Auch ihren Abschied von der Bühne 1985 feierte sie mit dieser Paraderolle. Der Live-TV-Mitschnitt ist somit ein ganz besonderes Dokument. Den minutenlangen Jubel nach O Patria Mia erhielt sie nicht nur für ihren herrlichen Vortrag sondern auch für ihre gesamte Karriere. Interessant wie die Kamera während der Ovationen ihr Gesicht in Nahaufnahme gefilmt und so jede Regung in ihrem Gesicht eingefangen hat. Da mußte selbst die eher kühle Price am Ende mit den Tränen kämpfen.



    Leontyne Price "O Patria Mia", Bühnenabschied MET 1985


    Gregor

  • Wir haben Forumsmitglieder (ich glaube Mucaxel und Milletre), die haben sie sogar noch im Trovatore in Salzburg 1962 gesehen! In der Besetzung L. Price, Simionato, Corelli und Bastianini. Das muß erst ein Ereignis gewesen sein.


    Kann man zum Glück ja auf CD in bester Qualiät auch heute noch hören!


    Caruso41

  • Also in bester Qualität habe ich den Salzburg-Mitschnitt noch nie gehört. Ein verrauscheltes Exemplar habe ich gleich wieder entsorgt.


    Viel mehr warte ich noch auf die RCA-Trovatore-Stereo-Einspielung mit L. Price und Richard Tucker unter Basile. Völlig unverständlich, dasss man diese Aufnahme vor Jahren in Mono herausbrachte!



    :hello: LT

  • Unter Sammlern begehrt:



    Il trovatore
    Giuseppe Verdi
    Arturo Basile - 1959
    Orchester ------ Teatro dell'Opera di Roma
    Chor ---------- Teatro dell'Opera di Roma
    Manrico ------------------- Richard Tucker
    Azucena ------------------- Rosalind Elias
    Leonora -------------------- Leontyne Price
    Conte di Luna ------------ Leonard Warren
    Ferrando ------------------ Giorgio Tozzi
    Ines ------------------------- Laura Londi
    Ruiz ------------------------- Mario Carlin
    Un vecchio zingaro ------ Leonardo Monreale
    Un messo ------------------ Tommaso Frascati


    Ich habe allerdings nur die "Highlights"-CD - die ist aber in "living stereo".


    LG


    :hello:

  • Hallo, Taminos!


    Jetzt bin ich auch etwas irritiert. Ich besitze alle drei Varianten. Seltsamerweise ist die Gesamtaufnahme, wenn ich mich recht erinnere, in Vinyl eine Stereo-Aufnahme. Der Querschnitt ebenfalls. Die Gesamtaufnahme auf CD wiederum in Mono. Das verstehe wer will. Ich werde mir sogleich die Gesamtaufnahme auf CD mal reinziehen. Der Klang ist trotz Mono garnicht mal so schlecht.



    Gruß Wolfgang

  • Diesen Querschnitt auf CD gab es vor einiger Zeit auf allen Wühltischen in Kaufhäusern usw....(Bei 2**1 für 99 Cent) - und der ist auch in hervorragender Stereo-Tonqualität - liegt bei mir im Auto und wird dort regelmäßig gehört.



    LG


    :hello:

  • Eine ganz hervorragende Aufnahme lieber Harald, aber im Auto liegt sie bei mir nicht, sonst wächst mein Konto in Flensburg schneller als das bei meiner Bank.


    LG. Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Hallo, Taminos!


    So, nach dem Hören der Gesamtaufnahme bin ich mir ganz sicher: Diese Aufnahme, die ich besitze, ist in Stereo! Zusätzlich zu meiner Meinung und Hörempfinden ist hinten auf dem Cuver der Aufdruck MONO überklebt mit ADD Stereo. Da kann es keinen Irrtum geben.

  • So, nach dem Hören der Gesamtaufnahme bin ich mir ganz sicher: Diese Aufnahme, die ich besitze, ist in Stereo! Zusätzlich zu meiner Meinung und Hörempfinden ist hinten auf dem Cuver der Aufdruck MONO überklebt mit ADD Stereo. Da kann es keinen Irrtum geben.


    Genau so sieht es bei meiner Gesamtaufnahme auch aus! Und Klanglich ist sie für das Aufnahmedatum wirklich ausgezeichnet!


    A B E R : Sie ersetzt nicht den Mitschnitt von Salzburg 1962!
    Price hat im Studio immer ausgezeichnete Leistungen gebracht. Keine Frage.
    Aber dieses Singen als ginge es wirklich um das Heil in der Ewigkeit, das konnte man bei ihr nur auf der Bühne hören.
    Und 1962 in Salzburg war sie zudem in ausgezeichneter Verfassung!
    Wen da ein bischen Rauschen stört, werde ich kaum überzeugen können, sich auf die Aufnahme einzulassen.
    Aber so schrecklich fand ich das Rauschen nun wirklich nicht!
    Es gibt zugegebenermaßen schlechte CD-Editionen, aber die folgende Edition finde ich OK!




    Eine Alternative wäre noch die New Yorker Aufnahme:


    Price ist da stimmlich und sängerisch fast genau so souverän und ebenso eindrucksvoll in der Gesatltung.
    Und Corelli ist vielleicht sogar noch ein bißchen imponierender - allerdings auch weniger subtil.
    Nur leider: Cleva ist kein Karajan und Sereni kein Bastianini!




    Aber in diesem Thread geht es ja um Price und nicht um HiFi, Karajan oder Bastianini.
    Und Price lohnt das Hören der einen Aufnahme so sehr wie das Hören der anderen!


    Caruso41

  • Natürlich hatte Sereni nicht den Grandeur eines Bastianini. Aber dennoch, er bringt eine gute Leistung. Dass sein Timbre dem Ettores etwas nahekommt, verstärkt - abgesehen davon, dass ich ihn persönlich kennenlernen durfte - noch meine Sympathie zu Mario Sereni. (Seine geglückte Zusammenarbeit mit Corelli in der Aufnahme von "Andrè Chénier" möge an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.)


    Prinzipiell kann ich bestätigen, dass wir heutzutage wirklich großartige Stimmen hören und erleben dürfen, aber derartige Giganten wie Bastianini, Corelli und viele andere sucht man heute leider vergebens!


    (Dieser Beitrag ist mein 500er-Jubiläum!)

  • Heute ist es also soweit: Die große Leontyne Price feiert ihren 85 Geburtstag - dieser Thread ist nun also 5 Jahre alt.




    Price, Leontyne, Sopran, * 10.2.1927 Laurel (Missisippi);
    Tochter eines Zimmermanns und einer Hebamme.


    :jubel::jubel::jubel:

  • Heute Nachmittag gab es in Bayern 4 Klassik eine wunderbare einstündige Sendung aus
    Anlass Ihres Geburtstages.
    Unglaubliche diese Stimme dieser unvergleichlichen Sängerin.
    Gänsehaut pur!
    Unvergessen IHRE Leonore in Trovatore unter Karajan live in Salzburg gehört!
    :jubel::)

  • Auch hier möchte ich noch einmal den Hinweis geben auf eine meiner Ansicht nach referenzwürdige Aufnahme des Maskenballs aus 1966 mit Leontyne Price und Carlo Bergonzi unter dem Dirigat Erich Leinsdorfs (100 Jahre), in dessen Thread ich diesen Hinweis auch schon gegeben hatte sowie
    die ebenfalls grandiose Leistung im Verdi-Requiem, das ein Jahr später in der Scala unter Karajan entstand, mit Fiorenza Cosotto, Alt, dem famosen jungen Luciano Pavarotti, Tenor und dem großartigen Nicolai Ghiaurov, Bass.




    Liebe Grüße


    Willi ^^

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).