Adam Harasiewicz

  • Kenne sie selbst nicht, aber in der letzten Ausgabe der Piano News wurde Harasiewicz als Geheimtipp gehandelt, der zu Unrecht ein Schattendasein friste. Ich werde mir die Box in jedem Fall kaufen. Aber vielleicht kann auch Op. 28 etwas dazu sagen. Der hat die Box neulich in der Rubrik "Was hört Ihr gerade jetzt" gepostet.


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

  • Tag,


    die Frage ist kurz, so darf eine Art von Antwort auch nur ein dünnes Etwas sein, wenigstens mehr als ein Nichts. - Von Adam Harasiewicz hatte ich vor Jahrzehnten eine meiner ersten Klavierplatten gekauft, mit Chopin, Ballade in A, Revolutionsetüde; er war damals bei Philips unter Vertrag, einige Schallplatten waren erschienen. Nun also, der Klavierton der Platten war klar und etwas hell, dabei doch farbig eingefangen. Der Vortrag von Adam Harasiewicz war ohne Zärteleien, gewissermaßen das vermeintlich kleinere Werk in die größere Deutlichkeit aufhebend, das Ganze als ein schönes Kontinuum präsentierend. Ich habe gelegentlich im Rundfunk Aufnahmen von Harasiewicz gehört- und ihn nie wirklich vergessen. Seit der Ballade und der Revolutionsetüde.


    Freundlich
    Albus

  • Hallo


    Adam Harasiewicz hat für Philips den ganzen Chopin eingespielt. Es dürfte die erste Gesamteinspielung überhaupt gewesen sein und hatte bei ihrem Erscheinen einen guten Ruf. Er hat damals nicht gerade Rubinstein vom Thron verdrängt, aber sich sehr gut gehalten und war eben vollständig.

  • Hallo,


    ich habe von H. die gesamten Nocturnes sowei die Klavierkonzerte auf Philips-Schallplatte. Kann mich nur anschließen, ich mag seine Interpretation auch. Er spielt ohne jedes falsche Sentiment. Meine Empfehlung bei diesem Preis: KAUFEN.
    H. wird dieses Jahr 75, weiß jemand, ob er noch aktiv ist ?


    Holger

  • Interessanterweise habe ich (noch) keine Aufnahme mit ihm.
    In meiner Jugend war er jedoch hochberühmt und galt vor allem Als Chopin Spezialist.
    Er war unter anderem Schüler von ABM , seinen Durchbruch schaffte er 1955, als er in Warschau den International Chopin-Wettbewerb gewann. (u.a. vor Vladimir Ashenazy)


    Joachim Kaiser erwähnnt ihn in seinem Buch als Pianisten, dessen Karriere sich nicht so glänzend entwickelte wie man allgemein erwartet hatte.....


    Das mag aber auch an seinem Spezialistentum gelegen haben, er blieb Chopin treu.......


    mfg aus Wien
    Alfred

  • Hallo Alfred,


    ich finde bei seinem Chopin-Spiel immer wieder mal, daß ich erwarten würde, Wilhelm Kempff hätte so gespielt, hätte der Chopin gespielt. (Hat er? Ich weiß es ehrlich nicht.)


    Holger

  • Morgen,


    ob heute noch öffentlich konzertierend, ich weiß es nicht - zuletzt hörte ich den Künstler 2005 in Hannover mit der NDR-Radiophilharmonie, ja mit Chopin, 1. Klavierkonzert und einer Zugabe.


    Freundlich
    Albus

  • Hallo Holger,

    So viel ich weiß, hat Kempff in den 50 zigern auch Chopin gespielt. Es gibt eine Platte mit den beiden Chopin Sonaten. Leider konnte ich diese noch nicht bekommen. Es würde mich brennden interessieren, wei er Chopin angeht!


    Gruß
    Niko

  • Einige der 10 CD´s mit dem Klavierwerk Chopins habe ich inzwischen gehört:


    Die Etüden
    Die Preludes
    Scherzi und Balladen


    Und mein vorläufiges Fazit:


    Man bekommt hier für vergleichsweise wenig Geld viel geboten. Freilich, wer bei den Preludes Exzentrik und funkelndes Farbenspiel a la´ Pogorelich und bei den Etüden (op. 10/1, oder op. 25, 10 - 12)) stählerne Wucht wie bei Pollini erwartet, der ist hier verkehrt. Adam Harasiewicz meidet die Extreme, was aber keineswegs bedeutet, dass den Hörer gepflegte Langeweile erwartet. Harasiewiczs´ Chopin ist das was ich als "klassisch" im besten Sinn bezeichnen würde: Ausgewogenes, natürliches Klavierspiel - technisch dabei jederzeit souverän. Harasiewicz spielt ausgesprochen kantabel, was man bei den Balladen gut hören kann. Man hat das Gefühl hier spielt jemand, der mit Chopin auf das innigste vertraut ist. Nichts (insbesondere die Rubati) wirkt in irgendeiner Weise "gesucht" oder maniriert. Insofern passt auch der Vergleich mit Kempff recht gut. Wie Alfred schon weiter oben schrieb: Keine falsche Sentimentalität oder süßliche Parfümwolken.


    Die Klangqualität ist absolut akzeptabel


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

  • Newton hat jetzt die drei Sonaten, vier Scherzi, vier Balladen, Barcarolle in Fis, Fantaisie in f neu aufgelegt.



    Ich bin schockiert über den Stil, in dem Harasiewicz spielte.


    Das ist technisch über jeden Zweifel erhaben, aber im Ausdruck ... so inhuman, unzugänglich, hart, mitleidlos.


    Ich tue mir das derzeit nur in kleinen Dosen häppchenweise an. Liegt's an mir, höre ich zur Zeit besonders sensibel mit einem Knick in der Akustik, oder ist das Beschriebene wirklich die von ihm zum Ausdruck gebrachte Aussage zu Chopin???


    Ich schwärme für die erste Ballade, wie Moravec sie zu einem Gemälde entfaltet. Da kommt Harasiewicz im Vergleich irgendwie gar nicht gut :S :no: Für Harasiewicz's Auffassung zur dritten Sonate scheint mir eine Parallele zu El Bacha's Einspielung manchmal nicht ganz fern zu liegen, an anderen Stellen wieder ist Harasiewicz so unbeugsam ... und wenn ich dann Francois dagegen höre :angel:


    Selten treffe ich es an, dass mir eine Interpretenauffassung zu eigentlich bekannten Werken solche Schwierigkeiten bereitet wie hier.

  • Er feiert heute seinen 80.:


    Adam Harasiewicz (* 1. Juli 1932 in Chodzież bei Posen) ist ein polnischer Pianist.



    Glückwunsch!


    :jubel::jubel:

  • Zu Adam Harasiewiczs Geburtstag habe ich dies ausgesucht:



    Heute feiert Adam Harasiewicz seinen 83. Geburtstag.



    Heerzlicchen Glückwunsch!


    Willi :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Lieber Willi,


    Harasiewicz habe ich noch in der alten Düsseldorfer Tonhalle erlebt - das muß gegen Ende der 70iger Jahre gewesen sein. Ein ungemein kultiviertes und brilliantes Chopin-Spiel. Von damals ist mir noch sein fabelhafter Vortrag des 3. Scherzos in Erinnerung. Wenn ich die Aufnahme in der Box höre (deren Anschaffung ich jedem Chopin-Liebhaber nur empfehlen kann!), dann beeindruckt mich sein 3. Scherzo noch heute. Harasiewicz gelingt es da nämlich, eine dramatische, durchgehende Einheit zu schaffen. :hello:


    Herzlich grüßend
    Holger