Beethoven: Die Sonaten für Violine und Klavier

  • Salut,


    was ist das für ein Forum, in dem es - außer zur Kreutzersonate keinen Thread zu Beethovens Violinsonaten gibt? Das ändert sich ab heute [in der Hoffnung, dass ich die SuFu korrekt gefüttert habe], zumal einer von Beethovens größten lebenden Verehrern heute Geburtstag hat! Nach meinem Kenntnisstand, der bei Ludwig van Beethoven nicht sonderlich bedeutend ist, komponierte der Meister folgende Werke für dieses Genre:


    Drei Sonaten op. 12
    Antonio Salieri gewidmet, komponiert 1797/98


    Sonate D-Dur op. 12 Nr. 1
    1. Allegro con brio [C, D]
    2. Tema con Variationi - Andante con moto [2/4, A]
    3. Rondo: Allegro [6/8, D]


    Sonate A-Dur op. 12 Nr. 2
    1. Allegro vivace [6/8, A]
    2. Andante più tosto Allegretto [2/4, a]
    3. Allegro piacévole [3/4, A]


    Sonate Es-Dur op. 12 Nr. 3
    1. Allegro con spirito [C, Es]
    2. Adagio con molta espressione [3/4, C]
    3. Rondo: Allegro molto [2/4, Es]


    Zwei Sonaten
    Dem Grafen Moritz von Fries gewidmet, komponiert 1800/01


    Sonate a-moll op. 23
    1. Presto [6/8, a]
    2. Andante scherzoso più Allegretto [2/4, A]
    3. Allegro molto [2/2, a]


    Sonate F-Dur op. 24 Frühlingssonate
    1. Allegro [C, F]
    2. Adagio molto espressivo [3/4, B]
    3. Scherzo: Allegro molto [3/4, F]
    4. Rondo: Allegro ma non troppo [2/2, F]


    Drei Sonaten op. 30
    Dem Kaiser Alexander I. von Rußland gewidmet, komponiert 1802


    Sonate A-Dur op. 30 Nr. 1
    1. Allegro [3/4, A]
    2. Adagio molto espressivo [2/4, D]
    3. Allegretto con Variazioni [2/2, A]


    Sonate c-moll op. 30 Nr. 2
    1. Allegro con brio [C, c]
    2. Adagio cantabile [2/2, As]
    3. Scherzo: Allegro [3/4, C]
    4. Finale: Allegro [2/2, c]


    Sonate G-Dur op. 30 Nr. 3
    1. Allegro assai [6/8, G]
    2. Tempo di Minuetto ma molto moderato e grazioso [3/4, Es]
    3. Allegro vivace [2/4, G]


    Zwei "freistehende" Sonaten


    Sonate A-Dur op. 47 Kreutzersonate
    Rodolphe Kreutzer gewidmet, komponiert 1802/03
    1. Adagio sostenuto [3/4, A] - Presto [2/2, a] [...]
    2. Andante con Variazioni [2/4, F]
    3. Presto [6/8, A]


    Sonate G-Dur op. 96
    Dem Erzherzog Rudolf von Österreich gewidmet, komponiert 1812
    1. Allegro moderato [3/4, G]
    2. Adagio espressivo [2/4, Es]
    3. Scherzo: Allegro [3/4, beginnend g, endend G]
    4. Poco Allegretto [2/4, G]


    * * *


    Meine Favoriten sind ganz klar op. 30 Nr. 2 in c-moll, der "Haustonart" des Komponisten sowie op. 23 in a-moll, wenn es um Sonaten in ihrer Gesamtheit geht. Ansonsten schätze ich überaus folgende Einzelsätze:


    op. 12 Nr. 2, 2. Satz a-moll
    op. 30 Nr. 1, 2. Satz D-Dur
    op. 47, 1. Satz A-Dur/a-moll


    Wie steht's bei Euch? Welche Sonaten favorisiert Ihr und vor allem: Welche Interpreten bevorzugt Ihr?


    Viele Grüße
    Ulli

  • Liebe Taminos,


    meine Lieblingssonaten sind (ich nenne jetzt einfach mal meine liebsten drei :D ):


    Sonate F-Dur op. 24

    Sonate A-Dur op. 47 Kreutzersonate

    Sonate G-Dur op. 96

    Meine Lieblingsaufnahme? Eine historisch informierte GA gibt es meines Wissens noch nicht,oder doch?


    Immer noch Ithzak Perlmann und Vladimir Ashkenazy:



    Von op. 24:


    Rubinstein und Szerynk:



    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

  • Zitat

    Original von Ulli
    was ist das für ein Forum, in dem es - außer zur Kreutzersonate keinen Thread zu Beethovens Violinsonaten gibt?


    Diese Frage - die wahrscheinlich eher rhetorisch gemeint war - lasse ich einfach mal im virtuellen Raum stehen. Es soll aber nicht ungewöhnlich sein, sich in einer Werkgruppe zuerst mit den bekannteren Werken zu beschäftigen ;)


    Zitat

    Nach meinem Kenntnisstand, der bei Ludwig van Beethoven nicht sonderlich bedeutend ist, komponierte der Meister folgende Werke für dieses Genre


    Die Aufzählung deckt sich mit meinem ebenfalls nicht sonderlich bedeutenden Kenntnisstand, den ich einem CD-Booklet verdanke :D


    Zitat

    Wie steht's bei Euch? Welche Sonaten favorisiert Ihr und vor allem: Welche Interpreten bevorzugt Ihr?


    Beethovens Violinsonaten sind sozusagen ein weisser Fleck auf meiner Klassik-Landkarte - noch jedenfalls, denn letzte Woche erstand ich eine Aufnahme von Beethovens Cellosonaten mit Jacqueline du Pre :jubel: und Daniel Barenboim (Gibt es eigentlich schon einen Thread zu Beethovens Cellosonaten? Wenn nein: Was ist das für ein Forum? ;)). Erfreulicherweise waren in dieser CD-Box auch die Violinsonaten mit Pinchas Zukerman und Daniel Barenboim enthalten, die jetzt darauf warten, gehört zu werden. Dieser Thread macht mir Appetit, endlich damit anzufangen; herzlichen Dank für die Anregung! Danach werde ich mich hier vielleicht wieder zu Wort melden - wenn ich etwas beitragen kann, denn ich bin kein Beethoven-Experte.


    Viele Grüsse von Fugato

  • Lieber BA,


    War jene Einspielung komplett? Denn ich fand nur eine [URL=http://www.yatego.com/cds-24/p,0054727741326,3eddbda8a7cb96_8,beethoven--baroque-esprit?sid=07Y1176395412Y2395d37a9318327bd1]Ausführung[/URL]. Und das waren die Sonaten Nr. 5 und 9.


    LG, Paul

  • Hallo zusammen,


    kennt jemand diese Einspielung?





    Eine HIP-Aufnahme. Die Geige war früher in Beethovens Besitz und befindet sich jetzt im Bonner Beethoven-Haus. An den Klang muss man sich erst mal gewöhnen, das Hammerklavier klingt dafür sehr schön. Mir hat diese Aufnahme ausgezeichnet gefallen. Ich kenne ansonsten nur die Aufnahmen mit Kremer und Argerich, diese hier ist irgendwie weniger "spektakulär", aber es ist sehr lebending gespielt und macht definitiv Lust auf mehr Aufnahmen in dieser Besetzung.


    Viele Grüße,


    Melanie

  • Hey,


    Beethoven hat ja wirklich "hip" komponiert...


    <--- warum funktioniert das heute nicht?


    Der Link funktioniert aber wohl bei entsprechender feinmotorischer Begabung.


    Dann halt ausnahmsweise so:



    BEETHOVEN
    COMPLETE VIOLIN SONATAS


    Ryo Terakado, Violine von Carlo Ferdinando Landolfi, Milano 1772
    Boyan Vodenitcharov, diverse Fortepiani*


    * op. 24, opp. 12. Nr. 1 und 3: Christopher Clarke, 1986 nach Walter ~ 1793
    * op. 12. Nr. 2, op. 23, 30 1-3, WoO 40, 41, 42: Rosenberger, Wien, ~1802
    * op. 47, 96: Lagrassa, Wien, ~1806


    Ich bin ziemlich begeistert und danke dem Spender der Leihgabe!


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Interessant ist hier [wie in der Schornsheimer Haydn-Box] die Verwendung unterschiedlicher Tasteninstrumente - aber auch hier zeichnet sich sehr deutlich meine Vorliebe für Nachbauten ab, wie diese bei op. 24 sowie op. 12 Nrn. 1 und 3 verwendet wurden.


    Die Interpretation gefällt mir auch sehr gut - rasche Tempi [manchmal wohl etwas arg geschwinde], aber dafür eben fetzig und meinem Geschmack entsprechend scharf in den Akkorden. Die c-moll-Sonate [30/2] klingt manchmal etwas verwaschen in den Klavierbässen, was wohl an dem Instrument liegt, das in diesem Fall einem längere Zeit nicht mehr getimmten Bösendorfer ähnelt... :D


    Ich hoffe doch sehr, dass es möglich ist, diese Aufnahme des Labels DENON [COCQ-84046-9] günstiger zu bekommen, als durch den obigen am-Link. Jedenfalls sollten sich HIP-Sympathisanten nach dieser Einspielung umsehen, bei der auch teilweise ein Taminomitglied [dessen Namen ich nicht verraten darf und werde] mitgewirkt hat.


    @Melanie:


    Bei der oben verwendeten Violine müßte es sich demnach entweder wohl um eine Geige des "Nicolaus Amatus Cremonen [...] fecit 1690" [erbaut allerdings wohl erst Mitte des. 18. Jahrhunderts] oder um "Joseph Guarnerius filius Andreae fecit / Cremone sub titulo Teresie 1718" [erbaut ebenfalls erst Mitte des 18. JHs] handeln. Diese beiden Geigen wurden nämlich für die Einspielung der Quartette op. 18,4 c-moll und op. 59,3 C-Dur durch das Schuppanzigh-Quartett verwendet. Möglich, dass sich das verwendete Instrument einfach nicht mit dem Hammerklavier [Nachbau? Original?] verträgt - das ist leider normal.


    :hello:


    Ulli

  • Vor ungefähr 10 Jahren erschien doch die Gesamtaufnahme der Beethoven-Violinsonaten mit Frau Mutter und Herrn Orkis am Piano:



    Die Einspielung ist damals meines Wissens durch die Bank von den Kritikern hochgejubelt worden - kennt sie jemand von Euch und hat ein eigenes (konzernunabhängiges :D ) Urteil dazu?


    Würde mich interessieren - allein schon deshalb, weil die letztjährigen Mozart-Violinsonaten dieses Duos ja nicht unbedingt auf einhellige Begeisterung stießen.... :wacky:

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • ASM ist wohl das genaue Gegenteil von HIP. Zu dem wenigen, was ich daraus gehört habe (mehr hätte ich nicht ertragen) fällt mir nur ein:
    Wenn man interpretatorisch nix zu sagen hat, spielt man halt so espressivo, besser noch so schmachtend wie möglich, und die Fans sind glücklich.
    Um Beethoven geht es gar nicht.


    Das Problem fängt schon damit an, daß es genaugenommen gar keine Violinsonaten sind, sondern Sonaten für Pianoforte und Violine. Die Reihenfolge ist kein Zufall.
    Aber wer spricht schon über den "Begleiter" Lambert Orkis...?


    Gruß,
    Khampan

  • Zitat

    Original von Khampan
    Wenn man interpretatorisch nix zu sagen hat, spielt man halt so espressivo, besser noch so schmachtend wie möglich, und die Fans sind glücklich.


    Da fügt sich das Coverfoto doch nahtlos ein :D


    Viele Grüsse von Fugato

  • Zitat

    Original von musicophil
    Ich biete noch eine Ausführung: Haebler + Szeryng. Jetzt billig, denn bei Brilliant.


    Hallo Paul,


    kannst Du etwas mehr zu dieser Aufnahme schreiben? Ich kann sie bei jpc nicht finden...


    Viele Grüsse von Fugato

  • Zitat

    kannst Du etwas mehr zu dieser Aufnahme schreiben? Ich kann sie bei jpc nicht finden...


    Jetzt habe ich sie gefunden! Die Pianistin ist Clara Haskil und nicht Ingrid Haebler, und die Aufnahme stammt aus den Jahren 1956/57.

  • Zitat

    Original von Fugato


    Die Pianistin ist Clara Haskil und nicht Ingrid Haebler, und die Aufnahme stammt aus den Jahren 1956/57.


    Oh, ist das die Monoaufnahme mit Arthur Grumiaux auf Philips? Die LPs habe ich mehrmals ersetzt. Ich war überglückich als endlich die CDs kamen.
    Für mich sind sie die beste Beethovensonaten je aufgenommen. :yes:


    LG, Paul

  • Zitat

    Original von Khampan
    Das Problem fängt schon damit an, daß es genaugenommen gar keine Violinsonaten sind, sondern Sonaten für Pianoforte und Violine. Die Reihenfolge ist kein Zufall.
    Aber wer spricht schon über den "Begleiter" Lambert Orkis...?


    Ich hab mir jetzt über den Threadtitel mal keine allzugroßen Gedanken gemacht... :O Aber Beethovens Violinsonaten ( :D ) sind doch - wie auch jene von Mozart - mehr und-Sonaten als solche, wo man die Violine wirklich noch weglassen kann... und keiner merkts.


    :hello:


    Ulli

  • Meine Favoriten sind ganz eindeutig


    * die Frühlingssonate (Einspielung Zukerman/Barenboim oder Yehudi&Hephzibah Menuhin (Schallplatte); aber keinesfalls die "späte" Menuhin/Kempff-Aufnahme :motz: ) und


    * op. 12 Nr. 3. Besonders der zweite Satz ist atemberaubend. (favorisierte Einspielung - wie bei Caesar73: Perlman/Ashkenazy)

  • Mit meiner Einspielung durch Kalr Suske und Walter Olbertz bin ich ausgesprochen glücklich. Wie ich sehe, gibt es die Violinsonaten in dieser Einspielung vereinzelt auch auf CD. Bei mir drehen sich die alten Eterna-LP's.


    Alternativ David Oistrach. Ich meine, daß Lev Oborin sein Begleiter war, vermag es aus dem Kopf heraus allerdings nicht zu sagen.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Passend zum Thema:


    Im neuen FF wurde folgende Aufnahme sehr positiv rezensiert:



    Corey Cerovsek (Violine), Paavali Jumppanen (Klavier)




    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

  • Die Mutter-Aufnahmen wurden meiner Erinnerung nach seinerzeit eher verrissen: manieriert und stilistisch uneinheitlich, u.a. in der Spielweise der beiden Musiker.


    Ich habe Francescatti/Casadesus, Kremer/Argerich (bis auf op.23), Frank/Frank (letztere aber noch nicht richtig gehört).
    Kremers Ton ist nicht der schönste und seine Spielweise oft etwas ruppig, aber diese Aufnahmen sind ziemlich faszinierend und von außerordentlicher Energie. Das Reinhören lohnt sich auf jeden Fall.
    Francescatti/Casadesus sind eher "klassizistisch", weniger extrem in Ausdruck und Kontrasten.
    Eine herausragende Einzelaufnahme möchte ich noch empfehlen (Richter/Kagan mit opp. 23 & 24:



    Es gibt auch noch eine Live-CD mit Richter/Kagan (Sonaten 2,4,5), die kenne ich aber nicht (müßte ich mir eigentlich besorgen, da #2 einer meiner Favoriten ist, aber ich scheue vor der erneuten Doppelung und dem Preis)


    Die Sonaten sind jedenfalls großartige Werke, die bis auf Frühling und Kreutzer seltsamerweise erstaunlich wenig bekannt scheinen (ich habe sie fast als Letztes von allen größeren Werken Beethovens kennengelernt). Zwar sind sie ja fast alle eher frühe Werke, stehen hinter den etwas gleichzeitg komponierten Klaviersonaten keineswegs zurück (Im Gegenteil scheinen sie mir zwar vielleicht weniger kühn und experimentell, aber vollkommen ausgearbeitete Stücke zu sein). Vermutlich weil von Kreutzer und ein paar Ausnahmen abgesehen, sich Beethoven hier weniger als "Titan", sondern von seiner eher humorvollen und lyrischen Seite zeigt.
    Wobei letzteres natürlich ein modernes, einseitiges Urteil ist, ein Rezensent 1799 meinte zu op.12 (!):


    "Es ist unleugbar, Herr van Beethoven geht seinen eigenen Gang, aber was ist das für ein bizarrer, mühseliger Gang! Gelehrt, gelehrt und immer fort gelehrt und keine Natur, kein Gesang .... Eine Sträubigkeit, für die man wenig Interesse fühlt; ein Suchen nach seltener Modulation, ein Ekeltun gegen gewöhnliche Verbindung, eine Anhäufung von Schwierigkeit auf Schwierigkeit, daß man alle Geduld und Freude dabei verliert..."


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo,


    ich besitze auf zwei Doppel-CDs der Deutschen Grammophon (noch erhältlich?) die 1970 entstandenen Aufnahmen des Gesamtwerks mit Yehudi Menuhin und Wilhelm Kempff. Sehr engagiert, mit voller Emphase gespielt, sicher nicht lupenrein, denn vor allem Kempff hatte seinen jugendlichen Zenit überschritten.


    Vor rund zwei Jahren gab es diese Einspielung auf alle Fälle zu kaufen.


    Meine Lieblingssonaten: op. 24 und op. 96. OK, mittlerweile langweilig (also nicht die Sonaten selbst, sondern dass sie es sind ... :P)


    Übrigens würde ich nicht sagen, dass für Beethoven noch gilt, was für Mozart sicher richtig ist, der Primat des Klaviers. Den diesbezüglichen Einschätzungen zu Mutter und Orkis kann ich aber nur zustimmen.


    Besten Gruß, Wolfgang

  • Salut,


    nach anfänglicher Sepsis... äh.. Skepsis mehr als lieb gewonnen:



    BEETHOVEN
    COMPLETE VIOLIN SONATAS


    Ryo Terakado, Violine von Carlo Ferdinando Landolfi, Milano 1772
    Boyan Vodenitcharov, diverse Fortepiani*


    * op. 24, opp. 12. Nr. 1 und 3: Christopher Clarke, 1986 nach Walter ~ 1793
    * op. 12. Nr. 2, op. 23, 30 1-3, WoO 40, 41, 42: Rosenberger, Wien, ~1802
    * op. 47, 96: Lagrassa, Wien, ~1806


    Die selten vibrierende Violine ist allerdings machmal im Vergleich zu den verwendeten Tastenelefanten etwas lautarm.


    Op. 12 Nr. 3 in Es-Dur - lange Zeit aus unerfindlichen Gründen gemieden - gefällt mir nunmehro besonders gut!


    Nun will ich heute Abend noch die Rosenkreutzersonate hier urhören. Bin sehr gespannt...


    :hello:


    Ulli

  • Zitat

    Original von WolfgangZ
    könnt Ihr mich mal schnell aufklären, worum es sich bei der "Rosenkreuzersonate" handelt?


    Hallo Wolfgang,


    Erstens: herzlich Wilkommen.


    Zweitens: dies ist wieder typisch Ullihumor. :D
    Das Werk heißt "Kreutzersonate", nach dem französischen Rodolpho Kreutzer benannt. Ulli aber schreibt "Rosenkreutzersonate".


    Bei Wikipedia wirst du fündig über "Rosenkreuzer", wenn das bis jetzt noch unbekannt ist (Der Begriff Rosenkreuzer beschreibt Mitglieder einer geheimen Gesellschaft...)


    LG, Paul

  • Hallo, Paul!


    Danke für die Information! Ich bin sehr gerne ironisch, kenne sowohl die Kreutzersonate als auch (flüchtig) den Begriff "Rosenkreuzer", war aber mit der Kombination überfordert! Und jetzt kenne ich auch Ulli! :D


    Besten Gruß, Wolfgang

  • 1) Meine Lieblingssonate ist die 3.


    2) Von den mir bekannten Gesmataufnahmen schätze ich am meisten die mit David Oistrach und Lev Oborin (Philips). Das ist dienende Kammermusik par excellence!


    3) Am liebsten höre ich - ja ich gestehe es - die manierierte (im besten Sinne) von ASMutter (DG) - trotz der Orkis-Begleitung: sie macht mir einfach Spaß und da nehme ich auch das süßliche Vibrato in Kauf. Auch wenn mehr Mutter als Beethoven zu hören ist, diese Klangfarbengestaltung finde ich einfach spannende Musik.
    :pfeif:


    4) Grumiaux/Haskil (Philips und nun auch Brilliant Classics) finde ich stark überschätzt: sie spielen zwar zusammen, aber nicht wirklich gemeinsam (so auch deren Mozart).


    5) Wer die gardezu archaisch dramatische Kreuzer-Sonate mit Zehetmair/Frager (Teldec) nicht kennt, der kennt die Kreuzer-Sonate nicht! Einzigartig!
    :jubel:
    Nichts aber für alle Tage!


    6) Von Zuckermann/Barenboim gabs mal einen schönen Konzertmitschnitt aus Italien (Ermitage): viel besser als iher Studioproduktionen.


    7) Kagaan (Emi) sowie Kogan (diverse Labels) waren mir zu wenig schwingend, Perlman (Decca) zu oberflächlich, Kremer (DG) zu unausgegoren.


    8) Ich habe leider nie die von Patr Messiereur (Calliope) in Händen bekommen.


    9) Welche mit Schneiderhan (DG) findet ihr eigentlich besser, die mit Seemann oder die mit Kempff?

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Salut,


    für mich war heute der Tag von op. 30 III - rauf und runter und das, obwohl ich G-Dur nicht sonderlcih mag. Aber bei Beethoven hab ich da schon einmal eine Ausnahme gemacht... das 4. Klavierkonzert...


    Die Sonate ist - ausgenommen von dem dämlichen Anfangsthema - sehr sonderbar in den musikalischen Themen. Solches fremdartige Geblubber habe ich eigentlich bei Beethoven gar nicht in Erinnerung gehabt. In meinen anderen Einspielungen der Sonaten kommt es auch nicht so heraus, wie in meiner derzeit favorisierten Einspielung.


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Ulli

  • Hallo Freunde,


    da ich zufällig vorgestern in der 1-Euro-Kiste (!!) die beiden Starsonaten op.47 und op.24 gefunden habe (es ist eine LP, keine CD) hier ein paar Anmerkungen. Auf der Platte spielen Wolfgang Schneiderhahn und Carl Seemann. Es ist zwar eine ältere Aufnahme, aber doch zeitlos schön gespielt. Dem damaligen Stil und vor allem Herrn Schneiderhan gemäß sehr brav und leicht romantisierend, aber es zeichnet diese alten Aufnahmen doch aus, dass sie ohne Firlefanz ganz nah an Beethoven sind.


    Hier gibt es alle 10 Beethoven-Sonaten für einen Spott-Preis:



    Ich kann die Aufnahme nur empfehlen, hätte aber gerne auch Eure Meinung zu dieser Einspielung gehört.


    Zu meinen weiteren Lieblingen für diese Sonaten auf LP (!) gehören Perlman/Ashkenazy und Haskil/Grumiaux.


    Liebe Grüße


    Stephan

    ...jeder Tag ohne klassische Musik ist ein verlorener Tag! (Der große Charly Chaplin möge mir die Abwandlung seines berühmten Spruches verzeihen...)