Suppés Operetten - mehr als nur Ouvertüren

  • Liebe Operettaminoisten,


    Zwar wird über Franz von Suppé (Spalato/Split 1819-1895 Wien, eigentl. Francesco Suppé-Demelli) anderswo im Forum sehr anregend diskutiert, aber wenn es speziell um seine Bühnenwerke geht, ist doch hier der Platz für die Diskussion und nicht drüben, wo ihn viele Foristen vielleicht auch gar nicht vermuten.


    Suppés Ouvertüren tönen alle Augenblicke aus dem Radio und bei diversen Konzerten, das Angebot vollständiger Operettenaufnahmen ist aber ziemlich mager. Auch auf den Spielplänen findet man ihn nicht so oft, wie er es verdiente. Bei der sehr attraktiven "Schönen Galathée" mag das damit zusammenhängen, daß man damit keinen ganzen Abend füllen kann. Da nützt auch der Vorteil, daß man mit nur vier Darstellern/innen auskommt, nur wenig. "Boccaccio" hingegen erfordert nicht nur ein ziemlich großes Ensemble, sondern ist auch musikalisch etc. ein ausgesprochen anspruchsvolles Stück, das mehr für größere Bühnen geeignet ist und einigen Aufwand verlangt. Ich möchte mich heute beschränken und nur auf eine Aufnahme hinweisen.


    Von der "Galathée" liegt bei Membran jetzt wieder die Kölner Rundfunkproduktion von 1965 vor. Wahrscheinlich stellen sich mißtrauische Wiener Chauvinisten die Frage: Schafft man das außerhalb Wiens überhaupt? Franz Marszalek mit dem Kölner Rundfunkorchester beweist, daß das geht - es ist klarerweise keine Spitzenware, aber Marszalek war nicht umsonst als Operettenspezialist bekannt und berühmt. Er vermittelt Schwung und Brio, geht steifleinener Interpretation aus dem Weg und schafft absolut Stimmung. Insgesamt eine sehr ordentliche und hörenswerte Wiedergabe. Auch die Besetzung - halb deutsch, halb wienerisch - ist über dem Durchschnitt, und die Dialogbearbeitung witzig und treffsicher. Der mir bisher unbekannte Reinhold Bartel (1926-1996) verkörpert den schon etwas überwuzelten (ich hoffe, ich muß das nicht "übersetzen") Pylargon-Pygmalion fast ideal (dazu paßt auch sein etwas trockeneres, aber nicht fades Timbre sehr gut), Ferry Gruber als Gérard-Ganymed ist sowieso immer ein Genuß in Dienerrollen, Kurt Großkurth ergänzt als Midou-Mydas das Herrentrio in ergötzlicher Weise (obwohl man sich bei ihm am besten das Spiel dazu vorstellt; daß dieser 1975 leider tödlich verunglückte Komiker ein Niveau-Blödler war, beweist er u.a. auch im "Gräfin Mariza"-Film mit Schock und Görner [nix für strenge Ansprüche, aber innerhalb der Gattung gar nicht so übel, sieht man von diversen aufgesetzten Scherzchen und Einlagen ab]). Renate Holm in der Titelpartie ist natürlich gut, aber nicht so gut wie sonst. Die Galathée ist keine wirkliche Soubrettenrolle und wäre meiner Ansicht nach eher etwas für die Rothenberger gewesen.
    Da es sich um einen 2 CD-Set handelt und die "Galathée" nur eine CD füllt, gibt es auf der zweiten außer einigen Ouvertüren einen Querschnitt durch Offenbachs "Schöne Helena". Zu dem Preis (9-10 Euro in Wien) ein Schnäppchen.


    Bei "Boccaccio" gilt die forenbekannte Boskovsky-Aufnahme mit Hermann Prey als das Maß der Dinge - einerseits mit Recht, andererseits macht sie mich nicht restlos glücklich. Membran hat jetzt in der "Traumland der Operette"-Serie auch einen "Boccaccio" inkludiert, der zwar keine Herausforderung für die Nr.1 ist, aber in manchen Details trotzdem besser. Dazu hoffe ich aber, das nächste Mal mehr zu sagen.


    LG


    Waldi

  • Liebe Suppen-, äh, Suppé-Liebhaber,


    Hier also mein "Boccaccio"-Senf:


    Eigentlich dürfte mit Willy Boskovsky, Rothenberger, Dallapozza, Prey usw. kein Wunsch offen bleiben. Und Boskovsky ziseliert auch viele Feinheiten heraus, die man sonst nicht findet, aber irgendwie klingts doch, als würde er mit lauter Vorzugsschülern spielen, alle im Frack und ihr Bestes gebend. Doch fehlen mir die Schleifer, die mitreißenden Bögen, die gekonnten "Schlampereien" (die doch die Würze der Wiener Operette sind, wenn sie wirklich gekonnt sind). Irgendwie kommt es mir vor, als würden lauter perfektionistisch sein wollende Einzelelemente aneinandergereiht. Sehr schön im einzelnen, ja, ja, ja, und teilweise geradezu bravourös, aber der Schwung packt einen nur momentan. Dazu kommt die Besetzung der Titelrolle mit - meinem heißgeliebten und hochverehrten - Hermann Prey. Erstens einmal: Warum Bariton? Das ist für mich eine Tenorpartie. Zweitens: Prey ist doch der Inbegriff des Antileichtsinns. Er ist ein idealer Lortzing-Zar voll freundlicher Erhabenheit und Verantwortungsgefühl, als Boccaccio soll er Leichtigkeit, ein bißchen Leichtsinn und schillernde Faszination versprühen. Er singt wie der ideale Schwiegersohn und Ehemann, nicht wie ein italienischer Charmebolzen auf dem Weg der Besserung. Da nützt aller Schöngesang nicht. Auch bei den anderen Protagonisten stellt sich nicht die ununterbrochene Begeisterung ein, obwohl sie vielfach superbe Sangesleistungen erbringen. Aber wieso funktioniert es beim "Vogelhändler" so unübertrefflich und hier nicht? Liegt's daran, daß Boskovsky hier mit einem fremden Orchester musiziert? Ich weiß nicht. Die Aufnahme ist insgesamt selbstverständlich hörenswert, anschaffenswert, lobenswert, aber hat einen Beigeschmack von Akademischem.


    Als Vergleich dient mir die Hamburger Rundfunkaufnahme von 1949 unter Wilhelm Schüchter (Label: Membran). Auf der Besetzungsliste finden sich u.a. auch Gustav Neidlinger und Rita Streich. Keine Schmalspur demnach! Den Boccaccio gibt Rupert Glawitsch - seine Kategorie ist, würde ich sagen, braver Haustenor an einer mittleren Bühne. Sängerisch beurteilt, darf er Prey den Rock ausbürsten oder die Schuhe putzen, wenn man so will. Aber als Boccaccio wirkt er überzeugender, weil er frisch und locker drauflossingt - er ist besser als in allen anderen Aufnahmen, in denen ich ihn kenne. Er hat sicher kein besonderes Timbre, aber den jugendlichen Ton trifft er, obwohl er doch in die Kategorie jener Tenöre gehört, die nicht den Schmelz pflegten (und auch nicht hatten), sondern eher auf einen männlichen Charakter hin gestalteten. Wenn man sich diesen Zeittrend einmal vergegenwärtigt, dann beurteilt man das auch a priori weniger kritisch, auch wenn man trotzdem hie und da nach Peter Anders rufen möchte. Ansonsten wird durchaus schwungvoll musiziert, das Ensemble macht seine Sache wirklich gut, und wer sich nicht auf das wienerische Element versteift, wird durch eine Wiedergabe belohnt, die zwar derber ist als die Boskovsky-Version, aber einheitlich wirkt (die Nichtidentität von Sänger und Sprecher der jeweiligen Rolle muß man allerdings in Kauf nehmen) und angenehm zu hören ist. In summa: Keine absolute Spitzenqualität, aber zumindest obere Mittelklasse.
    Als Bonus gibt es auf der 2.CD dazu ein paar Ausschnitte aus Millöckers "Gasparone" unter Franz Marszalek, und wenn Sena Jurinac "Im dunklen Wald" singt, dann ist man im Operettenhimmel.


    Abschließend kann ich Interessenten beide Versionen zur Anschaffung empfehlen, auf die ultimative Interpretation müssen wir aber wohl noch warten. Vielleicht gibt es so etwas bei von mir ungekannten Aufnahmen. Wer weiß schon, in welchen Regalen noch kostbare Bänder schlummern.


    Ich bin mir klar, daß meine Einschätzungen nicht ohneweiters zu verallgemeinern sind. Aber Widerspruch belebt Diskussion und Denkvermögen.


    LG


    Waldi

  • Hallo


    Es müsste meiner dunklen Erinnerung nach zumindest einen Querschnitt unter Anton Paulik mit Kräften der WSO gegeben haben. Könnte ein interessante Alternative sein, falls dies jemals auf CD herausgekommen ist.


    Anton Paulik hat den Boccaccio 1951 und 1961 bei den Wiener Festwochen zur Aufführung gebracht. Vielleich gibt es da einen Mitschnitt beim ORF?


    :hello:

  • Hallo!!


    Ich kann mich Waldi hier nur anschließen. Die Boskovsky-Aufnahme ist beinahe schon ZU perfekt. Der Schabernack und Unfug, der in Operetten sein sollte fehlt hier einfach!


    Es ist eine tolle Aufnahme und eine Werbung für die Operette, aber zu wenig albern!


    LG joschi

  • Hallo!!


    Hier eine kleine Frage: Kennt wer diese zwei Aufnahmen und kann davon berichten:



    Aufnahme der ersten Version aus dem jahre 1865!
    Ich wusste gar nicht, dass es da andere Versionen gibt!



    Banditenstreiche


    Mir völlig unbekannt, hört sich aber lustig an! :D


    LG joschi

  • Bei Rudolf Schocks "Hab ich nur deine Liebe" aus Boccaccio ist meine liebe Mutter :angel: schon dahingeschmolzen. Und ich hör den Ohrwurm immer noch sehr gerne.
    Leider werden die guten Operetten viel zu selten aufgeführt. ;(

  • Hallo,
    hier ist eine weitere Operette von Franz von Suppe, die vielleicht noch nicht so bekannt ist (nicht von Tschaikowsky):


    Pique Dame
    Operette in 2 Akten von Karl Treumann und Franz von Suppé nach Alexander Puschkin
    Madame Duplesis, eine reiche Witwe: Rena Pieper
    Hedwig, ihre Tochter: Mojca Erdmann
    Henriette: Anneli Pfeffer
    Emma: Svetlana Abramova
    Fanni, Hedwigs Freundin: Juliane Schenk
    Bertha, Hedwigs Freudin: Halianna Laniecka
    Clara, Hedwigs Freundin: Marie Sophie Caspar
    Herr Fabian Muker, Privatier und Hedwigs Vormund: Thomas Dewald
    Emil, ein junger Leutnant: Tom Erik Lie
    Felix, sein Freund: Hein Heidbüchel
    Gebhardt, sein Freund: Gerhard Peters
    Judith: Anjara Ingrid Bartz
    WDR Rundfunkchor Köln, Einstudierung: Jörg Ritter; WDR Rundfunkorchester Köln, Leitung: Michail Jurowski
    Regie: Thomas Werner
    Aufnahme vom 1. Dezember aus der Kölner Philharmonie


    Der Westdeutsche Rundfunk ist schon seit Franz Marszalek aktiv in Sachen Suppé!! - vielleicht demnächst auch auf CD zu haben.


    Viele Grüße
    Harald Kral

  • Hier noch ein weiterer Beitrag zum Thema Franz von Suppé beim WDR:


    13.11.2005
    Tage alter Musik in Herne 2005


    Die schöne Galathée


    Komischmythologische Oper in einem Akt von Franz von Suppé


    Pygmalion, ein junger Bildhauer: Jörg Dürmüller
    Ganymed, sein Diener: Marianne Beate Kielland
    Mydas, Kunstenthusiast: Klaus Häger
    Galathée, eine Statue: Eleonore Marguerre
    Sprecher: Christian Brückner
    Chorwerk Ruhr; Cappella Coloniensis,
    Leitung: Bruno Weil


    Ein Künstler verliebt sich in seine Schöpfung. Diese Geschichte ist so alt wie die Menschheit. Anders als bei seinem antiken Namensvetter, ist die Leidenschaft des Bildhauer Pygmalion in Franz von Suppés "Die schöne Galathée" jedoch schlagartig abgekühlt, als sein zum Leben erwecktes Kunstgeschöpf beginnt, sich zu emanzipieren. 1865 komponierte Suppé diese Wiener Antwort auf die in ganz Europa triumphierende Pariser Operette. Er vertonte das im Grunde hochbarocke Sujet (1689 schon einmal in Wien als Oper von Antonio Draghi) als raffinierte Kombination aus ,moderner' Walzerseligkeit, Wiener Couplet-Tradition und Volksmusik, Gesangsnummern im Stil Jacques Offenbachs, deutschem Melodram und großer italienischer Oper. Oberflächliche Geschwätzigkeit trifft dabei auf tiefes Gefühl, Wiener Sentimentalität auf "Italianità" alla Gioacchino Rossini oder Gaëtano Donizetti. In Herne wird dieser spritzige Stil- und Reminiszenzen-Cocktail zum ersten Mal auf Originalinstrumenten zu hören sein.


    Habe das Konzert miterlebt und war begeistert. Die Dialoge hat man sich gespart und dafür den Schauspieler Christian Brückner als Erzähler eingesetzt.


    Vielleicht findet sich ja eine Plattenfirma, die das mal als CD rausbringt (wie vorher schon den "Freischütz" und den "fliegenden Holländer" mit diesem Orchester und Dirigenten). Müsste übrigens auf 1 CD Platz haben.


    Viele Grüße
    Harald Kral

  • Jedenfalls ist die schöne Galathée integral schon auf eine Doppel-CD ausgebracht worden. Andere Besetzung: Renate Holm und Ferry Gruber.



    Und weiter ist, wenn ich mich nicht irre, von Wunderlich damals eine Querschnitt-LP ausgebracht worden.


    LG, Paul

  • zu "Boccaccio"


    IMO eine der schönsten Operetten überhaupt - an der Grenze zur komischen "Spieloper" von Lortzing, Nicolai,Flotow etc....


    Aber es ist eine Auffassungsfrage wie man das Werk inszeniert.


    Die Kritik an der Boskowsky- Aufnahme (ein Glück daß es sie gibt) teile ich voll und ganz - jedoch ist die Aufnahme ein Kind ihrer Zeit, wo man versucht hat Operette mit Opernbesetzungen in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken.
    Ein Versuch der IMO zumeist mißlang.


    Ich habe jetzt kurz in die Beispieltracks der wesentlich älteren Aufnahme unter Schüchter (danke für den Hinweis Waldi, ich kannte sie nicht) hineingehört



    und muss sagen , daß ihr in jeder Hinsicht der Vorzug gebührt.
    "Haustenor an eine mittleren Bühne" - das ist GEANAU DAS was Operette braucht!!! IMO wird Operette von Opernsängern der ersten Garnitur zumeist zu Tode gesungen, es fehlt ihnen die gewisse Leichtigkeit und Ironie die Operette in meinem Augen ausmacht.


    Die Schüchter Aufnahme - wenngleich nicht aus Wien - entstand einerseits in einer Zeit, als Operette noch voll als Kunstform akzeptiert war - und wurde andrerseite nicht mit Gewalt zur oper aufgepeppt. Sie hat jenen feinen ironischen Humor, der Operette nun mal ausmacht.


    Die Aufnahmetechnik - entweder bin ich anspruchslos geworden, oder ich höre nicht mehr gut - empfinde ich , wenn man das Aufnahmejahr betrachtet - geradezu als superb. Die Aufanhem ist zudem ein Musterbeispiel dafür, daß Mono-Aufnahmen nicht notwendigerweise "flach" klingen müssen, wenngleich links-rechts Effekte naturgemäß fehlen, so ist jedoch die räumliche Abbildung der TIEFE möglich - uns wie ich finde - hier gelungen.


    Die Aufnahme steht hiemit auf meiner Wunschliste...


    Uber das Thema "Historische Operettenaufnahmen werde ich demnächst einen Thread starten....


    LG


    aus Wien


    Alfred

  • Lieber Alfred,


    Wie ich denke, singen nur solche Opernstars die Operette "zu Tode", die nicht wissen, daß dazu eben mehr gehört als "Operntechnik", daß dabei das - wie soll ich sagen? - schauspielerisch-sprecherisch-dramatische Moment viel entscheidender ist und daß man in der Operette auch die Kunst des Regelverstoßes glänzend beherrschen sollte, denn das ist eine Kunst! Eine von vielen sträflich unterschätzte!
    Es gibt genügend Opernstars, die in der Operette nicht weniger gut waren. Denke doch an die von uns beiden so geliebte Böhmsche "Fledermaus": Janowitz, Wächter, Kunz, Holecek, Windgassen, Holm - alle auch Spitzenleute im Opernfach. Und was ist mit Güden, Schock, Gedda, Berry, Jurinac, Anders, Trötschel, Kiepura, Simandy, Dönch, um nur einige zu nennen?
    Das Leichteste ist das Schwerste - das wolltest Du wohl ausdrücken, und da gebe ich Dir vollkommen recht. Mittlere Begabungen wie ein Glawitsch bringen es da manchmal erstaunlich weit, aber erreichen auch nie das Niveau der absoluten Spitze.
    Reine Operettenspezialisten der höchsten Potenz gibt es gar nicht viele. Mir fallen da vor allem Marta Eggerth und Margit Schramm ein ("Anbetung euch im Staub!", kann ich da nur - Kleist nachahmend - sagen). Kusche war kein reiner Operettensänger, hatte nur seinen Schwerpunkt in diesem Fach. In Wien könnte man an Mirjana Irosch oder Peter Minich denken, in ihrer besten Zeit klarerweise. Insofern verstehe ich den versteckten Ruf nach den Sekundär-Stars in der Operette schon wieder. Möglicherweise wird in der Ausbildung zu selten das betont, was für die Operette notwendig ist. Musica müßte sich halt etliche Male klonen lassen!


    LG und viel Vergnügen mit dem Schüchter-"Boccaccio"! Hoffen wir noch auf viele Rundfunkschätze aus dem Verborgenen!


    Waldi

  • Jaja, die Operette, die man leicht unterschätzt. Aber, wie schon Waldi sagt, viele große Opernsänger und Sängerinnen waren sich nicht zu schade Operette zu singen. Ich denke auch mal, dass nach großen Opern ein "sich Lösen, fallen lassen" in die "leichtere Muse" eine große Abwechslung war.
    Ich stelle mir die Rothenberger vor, dass sie nach einer Arabella oder einem Rosenkavalier froh war, eine lockere Musik singen zu können.


    Leichte Muse heißt ja nicht, dass die Musik "leicht" ist im Gegensatz zur Oper, sondern auch lockerer, lustiger mit wenig Tod verbunden und fast immer ein happy end.


    Einige Operetten sind verfilmt worden mit Opernsänger, die endlich mal zeigen konnten, dass sie nicht nur singen, sondern auch spielen konnten.


    Die Operette hat mein Leben geprägt, ich fühle mich auch in der Oper frei und singe auch da lieber die "lustigen" Partien, in denen ich wieder spielen kann.


    Liebe Grüsse

  • Suppé....


    Eigentlich gehörte der letzte Beitrag nicht hierher, doch Suppé's Boccaccio oder andere Werke von ihm, standen bei uns nicht auf dem Programm. Eigentlich schade. Doch sein Lied daraus "Hab ich nur deine Liebe" ist ein wenig aufwendiges Stück und auch für Anfänger gut zu singen.


    :hello:


    Liebe Grüsse

  • Lieber Operettenfreunde,


    heute ist bei mir per Post diese CD angekommen.




    Zitat


    original Alfred


    Die Aufnahmetechnik - entweder bin ich anspruchslos geworden, oder ich höre nicht mehr gut - empfinde ich , wenn man das Aufnahmejahr betrachtet - geradezu als superb.



    Entweder bin auch ich schlechthörend, oder aber die CD ist, wovon ich eigentlich ausgehe, aufnahmetechnisch wirklich erstklassig.


    Diese Einspielung ist auch von den Leistungen der Sänger hervorragend. Angenehme Dialoge und meiner Meiunung nach, sehr gute gesangliche Leistungen.


    LG


    Maggie

  • Theophilus
    In diesem Thread wurde bedauert, dass es keine Aufnahme der Operette aus der Wiener Staatsoper gibt. Bei mir im Regal steht seit vielen Jahren die folgende CD:


    Bocaccio - Grosser Operetten-Querschnitt
    Dirigent: Anton Paulik
    Orchester der Wiener Staatsoper
    Chor der Wiener Staatsoper
    Label: Elite special CD: CD 73386 (1997)


    Rollen und Sänger


    Beatrice: Gerda Scheyrer
    Giovanni Boccaccio: Waldemar Kmentt
    Lotteringhi: Laszlo Szemere
    Scalza: Walter Berry
    Isabella: Dagmar Herrmann
    sowie Elisabeth Roon, Kurt Equiluz, Leo Heppe, Kurt Preger
    Aufnahmejahr ist nicht angegeben, muß aber so um 1960 gewesen sein.




    Die in diesem Thread jetzt so gelobte Aufnahme unter Schüchter, die kürzlich bei membran erschienen und von 2001 für 4,99 verramscht wird, ist imo auch ein alter Hut. Die Schallplatte (als "musikalische Gesamtaufnahme", d.h. ohne die von Schauspielern gesprochenen Dialoge) habe ich seit einem halben Jahrhundert im Schrank (Label: RCA), als CD ist sie auch schon vor einem Dutzend Jahren bei Acanta erschienen, abgesehen davon, dass viele Sammler im Sendegebiet des NDR die Aufnahme auf Band oder Kassette mitgeschnitten und im Freundeskreis weitergegeben haben.

  • Lieber Harald,


    natürlich ist die CD ein alter Hut.


    Genau darum geht es doch. Es ist wunderbar, dass sie noch immer auf dem Markt ist.


    Es gibt sicher viele Operettenliebhaber, die noch nicht zig Jahre sammeln und daher dankbar sind für diese alten Einspielungen.


    LG


    Maggie

  • @ Harald Kral


    Die Aufnahme firmiert zwar mit Chor und Orcheter der Wiener Staatsoper (solche Einspielungen gibt es beinahe wie Sand am Meer - sie haben nur mit der Statsoper beinahe alle nichts zu tun), hat aber nach meinem Wissensstande definitiv mit der Staatsoper nichts zu tun. Neben der jährlichen "Fledermaus" zum Jahreswechsel - dieses Werk wird alle heiligen Zeiten auch neu einstudiert - hat es vor einigen Jahren eine nicht wirklich geglückte "Lustige Witwe" gegeben und irgendwann in den 70er Jahren einen "Zigeunerbaron" (der war aber in meiner Erinerung auch kein Hit). Sonst sind mir Operettenproduktionen in der Wiener Staatsoper in en letzten Jahrzehnten nicht erinnerlich.


    Michael 2


    PS: In der Volksoper gibt es eine "Boccaccio"-Inszenierung von Helmut Lohner mit einem Mezzo als Boccaccio. Die Aufführungen sind immer gut besucht - ob wegen des Werkes oder aus der Tatsache heraus, dass hier nahezu alle Publikumslieblinge eine Rolle finden, will ich nicht beurteilen.

  • Origina Theophilus


    Zitat

    Es müsste meiner dunklen Erinnerung nach zumindest einen Querschnitt unter Anton Paulik mit Kräften der WSO gegeben haben. Könnte ein interessante Alternative sein, falls dies jemals auf CD herausgekommen ist.


    Anton Paulik hat den Boccaccio 1951 und 1961 bei den Wiener Festwochen zur Aufführung gebracht. Vielleich gibt es da einen Mitschnitt beim ORF?


    Die Aufnahme war gemeint.

  • Lieber Harald,


    das kann ich mir denken, warum die Dialoge erspart wurden.


    Das Textbuch ist nämlich mies, aber Franz v. Suppé hat ja, en suite, für das Carl Theater schreiben müssen.


    Da wurde aufs Libretto nicht so geschaut.


    Aber eben die "Schöne Galathee" habe ich mit Anna Moffo, René Kollo und das wird als Gesamtaufnahme angeboten,
    natürlich von Eurodisc,


    deshalb die Besetzung.


    Ich finde aber, dass gerade bei Suppé seine Verwandtschaft mit Donizetti (ich glaube er war der Cousin) hervorleuchtet, speziell im Lebendigwerden der Statue, da klingt es schon fast Lucia - ähnlich.


    Hat er doch bei den Patti Gastspiel im Theater a.d. Wien, die musikalische Leitung gehabt, war also der Dirigent,


    und die Patti hätte damals jeden Dirigenten haben können, bei den Preis den sie verlangte.

  • Lieber Harald!


    Da gibt es beim Boccacio nur einen großen Querschnitt, bei Amazone, aber der dauert zumindest auch an die 70 Minuten, und wird von Anton Paulik dirigiert.


    Liebe Grüße aus Wien sendet Dir Peter

  • Da habe ich noch eine Opernparodie daheim, auch von Suppé (aber ein bißchen Wagner ist dabei):


    LOHENGELB,


    aus der Wiener Kammeroper.


    Die Parodie ist nach Lohengrin,


    mit Brussmann, Kos, Padalewsky,


    eine Parodie auf Richard Wagners Lohengrin.


    Einzigartig die Vermiwchung Wagner und Suppé.


    Habe es auf DVD mir brennen lassen, muss aber 1988/89 entstanden sein, in etwa.


    Liebe Grüße Peter aus Wien.



  • ?( Ich hab die CD damals wieder zurückgegeben, weil da ein für mich ganz unangenehmer Summton dabei war, der mich furchtbar genervt hat. Bin deshalb etwas erstaunt über die begeisterten Kommentare.


    Best, F. :beatnik:

  • Lieber Florian,


    bei mir ist kein Summton zu hören. Weder über Lautsprecher noch über Kopfhörer. Zudem habe ich die Operette auf dem mp3 Player, aber auch dort ist mir noch kein Summton aufgefallen. Möglicherweise war die CD defekt.


    LG


    Maggie

  • Liedber Waldi!


    Mich stört


    bei der "Boccacio Aufnahme", mit der Rothenberger, eigentlich


    nur die Rothenberger,


    die ist mir zu "aufgesetzt"!


    Aber sie hat ja, nach einem Interview, zu Ihrem Buch, gemeint:


    "Ich habe nie Operette gesungen".


    Sie muss es ja wissen.


    Liebe Grüße sendet Dir Peter.

  • oper337


    Lieber Peter,
    was unsere Anneliese Rothenberger betrifft, da wird, glaube ich, etwas falsch interpretiert. Sie soll gesagt haben, dass sie nie Operette gesungen hat - gemeint hat sie, dass sie nie auf einer Operettenbühne gesungen hat.
    Hätte man sie gefragt, ob sie schon mal Operettenlieder im Plattenstudio gesungen hat, hätte sie natürlich "ja" gesagt.


    Viele Grüße


    :hello: Harald

  • Lieber Harald!


    nein sie meinte dezidiert, dass sie mit Operette nie etwas "am Hut" hatte,


    und sie nie Operette gesungen hat.


    Ja, auf der Bühne hat sie es ja wirklich nicht gemacht, aber LPs hat sie genug aufgenommen.


    Liebe Grüße nach Düsseldorf, ist es bei Euch auch so heiß? Peter aus Wien.

  • Zitat

    Original von oper337
    Mich stört bei der "Boccacio Aufnahme", mit der Rothenberger, eigentlichnur die Rothenberger,die ist mir zu "aufgesetzt"!


    Lieber Peter,


    Daß ich mit dem Boskovsky-"Boccaccio" trotz aller Qualitäten nicht ganz glücklich bin, habe ich hier schon vor einem Jahr kundgetan. In bezug auf die Rothenberger gilt das ganz in Deinem Sinn. Daß sie aber auch als Operettensängerin absolute Spitze sein konnte, hat sie ja als Kurfürstin im "Vogelhändler" bewiesen. Es bedarf hier sicher eines einfühlsamen Regisseurs u.dgl., um die richtigen Töne zu treffen. Ein solcher war eben nicht immer ausreichend präsent, wie es scheint. Auch ist es für Sänger sicher nicht immer leicht, übergangslos von Oper zu Operette und umgekehrt zu wechseln. Man müßte halt auch wissen, in welcher Situation sich die am Boskovsky-"Boccaccio" Beteiligten jeweils befanden, ob sie diese Aufnahme irgendwie zwischen andere Verpflichtungen einschoben oder nicht. Ich denke, daß man solche prinzipiellen Fragen auch ganz gut mit Gundula Janowitz diskutieren könnte. Die hat schließlich reiche Erfahrung diesbezüglich.


    LG


    Waldi

  • Lieber Waldi!


    Werde es Gundula Janowitz sagen, wenn sie kommt, und sie schreibt da ihre Erfahrungen - auch in Bezug Operette - bestimmt herein.


    Nur ist es ihr, laut Telefonat heute, mit ihr, etwas zu heiß zu reisen, kann ich verstehen.


    Bei Anneliese Rothenberger meine ich halt, dass nicht jede Operetten Diva - Rolle ihr passte,


    da meine ich auf alle Fälle ihre Rosalinde in der Gesamtaufnahme, wo fast das ganze Volksopern Ensemble singt,
    warum hat man da nicht Mirjana Irosch genommen?


    Auch als Gräfin Mariza kann sie mich nicht begeistern, ja die Vogelhändler Kurfürstin, die passt ihr wieder,


    aber vielleicht bin ich zu ein großer Anhänger von Hilde Güden, die hat zwar im Gegensatz zu Gundula Janowitz, fast nie Operette auf der Bühne gesungen, außer die Staatsopern - Rosalinde mit Eberhard Wächter.


    Suppé ist außerdem sehr anspruchsvoll in der Komposition, komischerweise liegt es der Rothenberger nicht.


    Liebe Grüße sendet Dir Peter, auch aus Wien.

  • Lieber Waldi!


    Dann besorge Dir bitte den


    Boccaccio - Großen Querschnitt unter Anton Paulik


    Besetzung habe ich bei


    Sind Opernsänger die besseren Operettensänger


    heute niedergeschrieben,


    durchwegs OpernsängerInnen aus der Zeit der Wiener Staatsoper in der Volksoper, 1945 - 1955.


    Mit diesen Querschnitt wirst Du zufrieden sein, wunderbar gesungen, so klar und deutlich und so schön und mit der richtigen Rassanz und der herrllichen Ensemblegesangstechnik, dieser 3/4 Bayreuth - Zeit, an der Volksoper.


    dauert ca 77 Minuten, ohne Prosa.


    Lieb Grüße sendet Dir Peter aus Wien, ebenfalls.