Was ist/sind eure 'Lieblingsorgel/n'?

  • Habt ihr eine 'Lieblingsorgel' oder sogar mehrere?
    Also bei mir wären das:


    a) Schnitgerorgel in Norden St. Ludgeri
    b) Schnitgerorgel in Hamburg St. Jacobi
    c) Schnitgerorgel in Cappel St. Peter u. Paul
    d) Herbst/Geyeckeorgel in Basedow
    e) Wilde/Schnitgerorgel in Lüdingworth St Jacobi
    f) Ebertorgel in der Hofkirche in Innsbruck
    g) Stellwagenorgel in Lübeck St. Jacob


    Auf das Resultat der Restaurierung der Stellwagenorgel in St. Marien in Stralsund bin ich sehr gespannt :P

  • Ich habe einige CD-Aufnahmen von einigen Orgeln, zu denen ich immer wieder gerne greife - aber das meine "Lieblingsorgeln" sind?


    ohne bestimmte Reihenfolge:


    - St. Jacobi, Hamburg
    - St. Ouen, Rouen
    - St. Sulpice, Paris
    - Sacré-Coeur, Paris
    - Dom, Riga
    - Dom, Berlin
    - Ev. Stadtkirche, Giengen/Brenz
    - Dom, Schwerin
    - Dom, Mersebrug
    - Woolsey Hall, New Haven
    und gaaaaanz viele mehr....


    Gruß
    Karsten

  • Liebe Orgeltaminos,


    bitte fügt doch für uns Nicht- oder nur Gelegenheitsorgeltaminos wenn es geht doch neben den Auflistungen doch auch noch ein paar Begründungen hinzu - sonst weiß ich nicht, welche der Orgeln ich mir zuerst anhören soll.


    Amateur


    Meine Lieblingsorgel ist die rekonstruierte der Bachkirche zu Arnstadt, weil man da noch selbst die Blasebälge betätigen kann.

  • Meine Lieblingsorgeln sind die, die ich hier am Ort in Minden live erleben kann.


    - die große Kuhn-Orgel im Mindener Dom, Baujahr 1996, 64 Register, ein großes Schwellwerk. Ein phantastisches Instrument mit großer Dynamik und wunderschönen Klangfarben. Leider ist die Dom-Akustik durch den langen Nachall stark beeinträchtigt. Nach vielen Konzerten kenne ich mittlerweile die akustisch besten Plätze.


    - die historische Orgel der Martini Kirche. Wegen der guten Akustik kommt sie sehr gut zur Geltung. Wegen des geringen Nachhalls ist die Kirche auch für Orchester geeignet.


    - die neue Orgel der Marienkirche, Baujahr ca. 2000. Die Orgel steht nicht wie üblich auf einer Empore, sondern ebenerdig im Seitenschiff. Dort kann man in unmittelbarer Nähe Organist und Instrument in wirklicher Live-Athmosphäre erleben.


    Gruß
    Tresor

    Diese Sprache, die wir Musik nennen, ist eine Sprache, die aus einem Raum kommt, den wir Seele nennen. GIORA FEIDMAN

  • a) Scherer-Orgel Tangermünde (1624)
    b) Stellwagen-Orgel Lübeck (Jacobikirche) um 1500
    Stellwagen restaurierte das schöne Werk unter der Anleitung
    Franz Tunders.
    c) Steinmüller-Orgel in Wolkenstein/Erzgebirge (1800)
    d) Trost-Orgel in der Schlosskapelle zu Altenburg (1739)
    e) Raphaelis/Lorentz-Orgel im Dom zu Roskilde (1500-1680)


    und und und.....

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • also meine lieblingsorgeln sind
    (ohne reihenfolge...will nichts bevorzugen ^^...alles deutsche)


    - :jubel: Basilika in Abtei Neresheim (8 Sek. Nachhall) (hab ich schon gespielt)
    - Basilika Weingarten (auch so 8Sek.)
    - Berliner Dom
    - Speyer Gedächtniskirche (schon gespielt)
    - Ochsenhausen (schon gespielt)
    - Rot an der Rot (Holzhay-Orgel..da hat unser kleines Seminar [mit lehrern 6 personen waren wir] en privates konzert (ca. 30 mins) von franz raml bekommen!) (da war ich so baff...da wollt ich des nichmehr spielen ;) )
    -Meine Üborgel (details unten)
    - Bad Schussenried (auch gespielt)


    Leider sind unsere Orgeln in RLP alle irgendwie von Oblinger "vernichtet" worden...also Oblinger is schon en großer Orgelbauer...aber ALLES macht er grad nicht richtig...


    Meine Üborgel hier bei mir im Dorf (Hassloch/RLP) is von Winterhalter...echt guter klang...un is bis jetz auch in meiner Bestenliste ^^

  • hm also ich kenn ja nur net soo viele orgeln, aber ich kann ja mal aufzählen...:
    1. abtei marienstatt (rieger, seifert)
    2. st. josef in kobelnz (seifert)
    3. essen holsterhausen (seifert :D)
    3. kölner dom (na was wohl? KLAIS)
    4. ulmer münster (ja für diese orgel würden mich manche gern kreuzigen...walcker)



    alle orgeln schon selbst gespielt...mir gefallen sie :wacky:


    m.f.g

  • Zitat

    Original von Tamiflu...Leider sind unsere Orgeln in RLP alle irgendwie von Oblinger "vernichtet" worden...also Oblinger is schon en großer Orgelbauer...aber ALLES macht er grad nicht richtig...


    Ich bin kein Orgelfachmann. Aber wenn du Oberlinger meinst... in Bonn-Beuel steht 'mein' Lieblingsinstrument, und das ist eine aus der Schweiz reimportierte Kuhn-Orgel, z. T. mit Klais-Registern, die von Oberlinger auf den heutigen Stand gebracht wurde.


    Und dieser Stand ist so, daß französischeTitularorganisten von Latry bis zu den 'jungen Wilden' wie etwa Dubois sich hier sozusagen die Tasten in die Hand geben... mit der Begründung, wer eine 'echte' Cavaillé-Coll hören bzw. spielen wolle, der müsse an den Rhein fahren...


    Weitere 'Lieblingsorgeln' von mir:


    Schorn-Orgel der Dorfkirche St. Nikolaus in Euskirchen-Kuchenheim
    Riepp-Orgel der Basilika Ottobeuren
    Holzhay-Orgel der Abteikirche zu Neresheim
    König-Orgel der Basilika Kloster Steinfeld/Eifel
    König-Orgel der Pfarrkirche St. Leodegar in Niederehe/Eifel


    :hello:

  • ähm naja ich weiß ja nicht was es bei euch für orgeln von oberlinger gibt, aber um ehrlich zu sein ist oberlinger meiner ansicht nach schrott von vorne bis hinten :evil:
    aber kann ja sein das das bei euch anders ist...lass mich immer gern belehren ;)

  • Zitat

    Original von widor
    ähm naja ich weiß ja nicht was es bei euch für orgeln von oberlinger gibt, aber um ehrlich zu sein ist oberlinger meiner ansicht nach schrott von vorne bis hinten :evil:
    aber kann ja sein das das bei euch anders ist...lass mich immer gern belehren ;)


    Lieber widor,
    Du machst deinem Namensgeber durch solche Kommentare alles andere als Ehre!
    Jeder hat so seine Vorlieben und es mag in der Tat "bessere" Orgelbaufirmen als Oberlinger geben. Aber solche undifferenzierten, unbegründeten Urteile über eine Firma, die mehrere Generationen lang unterschiedlichste Orgeln gebaut hat, sind ziemlich anmaßend.
    Wenn Du also schlechte Erfahrungen mit Oberlinger-Orgeln gemacht hast, dann ist es das mindeste zu ergänzen, an und mit welchen Oberlinger-Orgeln Du diese schlechten Erfahrungen gemacht hast und was Dir an diesen Orgeln nicht gefallen hat.


    Was aber die Oberlinger-Orgel in Bonn-Beuel anbelangt:
    Wende Dich vertrauensvoll an Herrn Hans Peter Reiners, den Organisten und "Vater" der dortigen Oberlinger-Orgel, der auch die dort seit Jahrzehnten stattfindenden Orgelkonzerte organisiert. Kontaktmöglichkeiten findest du auf der Internetpräsenz der Konzertreihe: http://www.internationale-orgelkonzerte.de/. Ich bin mir sicher, es lässt sich auf Anfrage ein Termin mit Herrn Reiners ausmachen, um die Orgel mal auszuprobieren. Oder Du besuchst mal eines der hochkarätig besetzten Orgelkonzerte bzw. kaufst eine der zahlreichen dort eingespielten CDs...


    Gruß
    Karsten

  • es tut mir ehrlich leid wenn ich jemanden angegriffen habe!!
    meine schlechten erfahrungen kommen aus einem instrument der werkstatt oberlinger direkt in windesheim und von einer orgel in einem kleinen dorf namens puderbach.
    außerdem sind meine vorurteile über diese firma nicht unbegründet. wäre sie gut, wäre sie nicht pleite...


    nochmal sry :stumm:

  • Heftige Diskussionen gibt's hier allemal. Und für deine Meinung musst Du dich nicht Entschuldigen. Entscheidend ist aber, dass Kritik und Beurteilungen möglichst mit Argumenten sachlich und begründet dargelegt werden.


    In der Tat, Oberlinger musste leider in die Insolvenz gehen. Dies allerdings ausschließlich auf eventuelle mangelnde Qualitäten der Orgeln zurückzuführen, halte ich für verfehlt. Da kann es bei der heutigen wirtschaftlichen Lage sehr viele Gründe geben und es sind Top-Firmen schon aus ganz anderen Gründen untergegangen.


    Im übrigen: die Firma Oberlinger hat einen neuen Eigentümer und baut weiter.


    Es bleibt Dir unbenommen, aufgrund Deiner Erfahrungen mit zwei Oberlinger Orgeln all die in den über hundert Jahren Firmengeschichte gebauten Orgeln als "Schrott" zu bezeichnen, ich persönlich sehe das etwas differenzierter...


    Gruß
    Karsten

  • Also erstmal JA ich mein ObERlinger...


    Bei uns hier in der gegende hat obERlinger die meisten Orgeln die hier stehn nicht ganz selbst gebaut, sondern en paar "renoviert"...un des renoviert steht nich umsonst in anführungszeichen...


    z.B. in der Stiftskirche Neustadt an der Weinstraße
    Da is über der Empore ein riesiges Fenster...
    Jetzt hat sich der nette herr oberlinger gedacht, man müsste mal dieses Fenster von der Orgel befreien (die orgel war immer vor dem fenster gestanden)
    1. Von dem licht von dem fenster kommt jetzt eh nix im Kirchenschiff an
    2. klingt jetzt der 32 Fuß oben auf der Empore so stark, dass mein meint, gleich kracht alles zusammen un unten kommts an wie so en kleiner gedacktbass un
    3. gehen die Töne jetzt nurnoch nach oben und verklingen in der Decke, die in so waben immer gewölbt ist...


    un die beste zusammenstellung von echowerk, hauptwerk und schwellwerk ist da auch nich so vorhanden...


    Ich weiß, es gibt gute obERlinger Orgeln...aber hier bei uns in der näheren umgebung in der Pfalz nicht ÜBERALL...es gibt sie, aber nicht häufig :D


    von dem neuem Leiter von Oberlinger habe ich bis jetzt auch nichts schlechtes gehört

  • Weiter oben in diesem Thread hatte ich Orgeln genannt, die ich live erlebt habe.


    Hier als Ergänzung einige Orgeln, die ich von Konserve kenne.


    - Cavaille-Coll Orgel von St. Sernin, Toulouse (1889),
    - Kuhn-Orgel der Hofkirche in Luzern (1980 unter Verwendung historischen Materials),
    - Willis-Orgel der Salisbury Cathedral (1876),
    - Skinner-Orgel der Symphony Hall, Boston (1949).


    Beim Hörempfinden von Platte spielt sicher die "glückliche Hand" des Tonmeisters eine Rolle. Je nachdem welche Mikrofone verwendet werden und wie bzw. wo sie aufgestellt werden, kann dies den "eingefangenen" Klang einer Orgel maßgeblich verändern.
    Bei der Pfeifenorgel spielt die Raumakustik eine ganz wesentliche Rolle. Kann der Tonmeister den Klangeindruck des Instruments und die Akustik möglichst original einfangen? Oder hat er andere Absichten? Versucht er Schwächen der Akustik oder gar des Instruments auszubügeln? Was erwartet der Hörer, der die Konserve abspielt, originalgetreue Wiedergabe oder lieber wohlgefälligen Sound?


    Die 4 Orgeln kenne ich (leider) nicht aus Live-Konzerten. Doch besitze ich von der Cavaille-Coll Orgel St. Sernin unterschiedliche Aufnahmen, die bezüglich des Klangeindrucks so unterschiedlich sind, dass man auf Grund des Höreindrucks niemals auf die gleiche Orgel tippen würde. Dabei erscheinen beide Einspielungen rein vom Klangeindruck als gelungen.


    - Hightech Orgel, Philips, Pieces de fantaisie op.54 - Carillon de Westminster, Daniel Corzempa
    klingt (scheinbar) ausgewogen mit ausbalancierten Tiefen, Mitten und Hochtonspektrum. Aber die Aufnahme klingt nicht nach Cavaille-Coll!
    - Cesar Franck, Complete Masterworks for Organ, Michael Murray, Telarc
    klingt authentischer. Deutlich zu hören sind die Windgeräusche des bis dahin (1990) unrestaurierten Instruments, lediglich 1930 durch Puget erweiterten Instruments. M. Murray verwendet allerdings nur die Originalregister. Es ist deutlich die "tiefe" Stimmung der "romantischen" Orgel zu hören. Die Zungenstimmen klingen "echt" französisch. Aber ist der Klangeindruck wirklich echt? Oder hat Toningenieur Jack Renner (als Urgestein bei Telarc) es verstanden, hier einen Cavaille-Coll-Sound zu kreieren, der in Wirklichkeit so nicht existiert?


    Ich kann es nicht beantworten, wie gesagt, weil ich das Instrument nicht live gehört habe. Vielleicht gibt es jemanden in diesem Forum, der sowohl die Orgel aus einem Konzert kennt und dazu die o.g. CDs?



    Als weiteres Beispiel (1 Orgel, 2 verschiedene Einspielungen) möchte ich aufführen


    - Olivier Messiaen, Marie-Claire Alain, Hofkirche Luzern, erschienen bei ERATO
    Eindrucksvoll die Interpretation der Grand-Dame Marie-Claire Alain über "La Nativite du Seignuer". Ich finde, dies ist wahrlich eine Referenz-Aufnahme. Auch klanglich ist diese Aufnahme ganz hervorragend. Die Vögel im Hintergrund waren vom Komponisten sicher nicht vogesehen, sind aber ein Zeichen für die excellent eingefangene Akustik. Meine ganz besondere Empfehlung.
    - Jaen Langlais, Oeuvres pour Orgue, Helga Schauerte-Maubouet, Hofkirche Luzern, erschienen bei MKI
    meisterhafte Interpretation der wichtigsten Werke Langlais. Die Organistin hat jahrelang mit Langlais zusammen gearbeitet. Ihre Interprertationen dürften einen hohen Authentitätsgrad aufweisen. Ich durfte sie in Minden an der (ebenfalls) Kuhn-Orgel des Minderner Doms live erleben. Es war wirklich ein Erlebnis! Klanglich bezieht diese Aufnahme weniger den Raum, dafür mehr das Instrument ein. Gewaltig das Bass-Fundament! Bei gehobener Zimmerlautstärke flattern mir die Hosenbeine bei gleichzeitiger Bauchmassage.


    So, das war mal eine Anspielung auf des Thema "Wie authentisch oder geschönt sind die Einspielungen akustischer Konserven (egal ob Vinyl, CD, SACD, Audio-DVD, oder sonstwas) ? Sollte ich darüber einen eigenen Thread eröffnen oder gibt es bereits einen solchen?
    Wie schon mal erwähnt, habe ich als Neuling noch nicht alle Themen gefunden und schon garnicht gelesen.


    In Anbetracht der Urzeit, Gute Nacht aus Minden
    Tresor


    P.S.:
    Für Interessierte die Disposition der Hofkirche Luzern


    Luzern V/P/84
    Schweiz, Luzern
    Hofkirche St. Leodegar
    http://www.orgelbau.ch/domains…orgelBilder/113921_1g.jpg
    http://www.orgelbau.ch/domains…el/orgelBilder/113921_d.g

    Diese Sprache, die wir Musik nennen, ist eine Sprache, die aus einem Raum kommt, den wir Seele nennen. GIORA FEIDMAN

  • Tja, mit der Verlinkung der Grafik hat das noch nicht so richtig geklappt.
    Einen RE auf Oblinger wollte ich auch nicht.
    Muß ich wohl noch mal üben.





    Na, sind das Bass-Pfeifen? Also, das mit den schlackernden Hosenbeinen geht schon ok, oder?


    Gute Nacht
    Tresor

    Diese Sprache, die wir Musik nennen, ist eine Sprache, die aus einem Raum kommt, den wir Seele nennen. GIORA FEIDMAN

  • Eine meiner Lieblingsorgeln deren Bau und Ausführung als Brüstungsorgel ich initiiert habe und die Disposition zum großen Teil entworfen habe ist die neue Orgel in der evangelischen Kreuzkirche Wien Hietzing. Eine der schönsten Wiens, wie namhafte Fachleute bestätigt haben.


    Hauptwerk:
    Principal 8' Rohrgedackt 8' Octav 4' Flöte 4' Quinte 2 2 /3' Superoctav 2 Mixtur IV


    Oberwerk:
    Gedackt 8' Blockflöte 4' Sesquialter II Principal 2' Cimbel II Vox humana 8'


    Pedalwerk:
    Subbaß 16' Octavbaß 8' Octavbaß 4' Trompete 8'


    Koppeln I + II P + I Tremulant


    Errichtet von Orgelbau Kögler, Mensurierung und Intonation Bernhard Edsges



    Grüße


    Christopher

  • An anderen Stellen war von ihr schon die Rede, für mich gehört sie hierhin, die Hildebrandt-Orgel in der Naumburger Wenzelskirche.



    Bei der Konzeption hatte Bach die Finger im Spiel. Das kann man schon an der Disposition ablesen, die Hildebrandt allein anders gestaltet hätte. Bachs Lieblinge, die man schon von früheren Umbauten unter seiner Ägide kennt, sind vorhanden: Gambe 8’ und Fugara 4’ zusammen im Rückpositiv, das Fagott 16’, allerlei Terzen und Terzmischungen (nur im RP nicht) und ein grandioses, gravitätisches Pedal, dem nur der Untersatz 32’ fehlt, für den – obzwar schon vorgesehen – am Ende kein Platz mehr war. Dazu derart vielchörige Mixturen, wie man sie in Mitteldeutschland nicht gebaut hat, sie Bach aber in Lüneburg, Hamburg und Lübeck kennen- und offensichtlich schätzen gelernt und auch Jahrzehnte später noch vermisst hat.


    Von der Firma Eule ebenso sorgfältig wie kompetent restauriert, ist ein Instrument wiedererstanden, das wohl „der Bachorgel“ am nächsten kommt und dem entspricht, was Bach sich immer gewünscht hat und immer entbehren musste: „eine recht schöne und große Orgel.“


    Abgesehen von der bedeutungsbefrachteten Historie ist die Hildebrandt-Orgel aber auch ein Bild von einer Orgel. Der ältere, von Thaysner stammende Prospekt bietet schon einen wunderbaren Anblick, aber der Klang ist für meine Ohren nahe an dem, was man perfekt nennen könnte. Vom einzeln erklingenden Register bis zum großen Zungenplenum werden aller Erwartungen übertroffen. Man muss sie einmal in der Kirche gehört haben, dann schenkt man alle Silbermänner dafür her. :D


    Mittlerweile ist sie auf Tonträgern gut vertreten: Weinberger hat sie bei seiner Bach-Gesamteinspielung zweimal eingesetzt, diverse Organisten haben meistes Bach aufgenommen.


    Für die schönsten, weil farbigsten und den Raumklang am besten einfangenden CDs halte ich die Einspielungen von Zehnder und die 10. Folge von Friedrichs Krebs-Gesamteinspielung:



  • Hallo


    Zu meinen weiteren Lieblingsorgeln steht natürlich die Marcussen Orgel im neuen Linzer Marien Dom, die Marcussen Orgel in Millstatt und die Metztler Orgel in der Stiftskirche Ossiach wo ich mehrer Jahrer Organist war.


    Weiters noch diverse Orgeln von Jürgen Ahrend und zum Abschluß nocheinmal die Orgel in der Kreuzkirche Hietzing WIen-


    Grüße


    Christopher

  • Liebe Orgelfreundinnen und -freunde,


    da ich mich gerade dem Orgelwerk Olivier Messiaens annähere und mich auf einer Entdeckungstour durch die Gesamteinspielung durch Olivier Latry (DGG 2000) befinde - hochfaszinierend!!! - und bemerke, daß ebendieser Organist mit Weltruf, wie ich lese, im Mai 2008 in Köln ein reines Messiaen-Konzert geben wird -- da mich alldas eben bewegt, richte ich an Euch, die Kennerinnen und Kenner die Frage:


    Wie schätzt Ihr die Orgel der Kölner Philharmonie ein (http://www.koelner-philharmoni…ie/04_05_philharmonie.php)? Grob gefragt: Taugt sie etwas? (Müßte mich nämlich auf die für ein solches Ereignis relativ weite Reise von Heidelberg aus begeben, aber was tut man nicht, wenn Schönes lockt!)


    Hoffnungsvoll auf gute Antwort wartend...

  • Zitat

    Original von Gurnemanz
    Wie schätzt Ihr die Orgel der Kölner Philharmonie ein (http://www.koelner-philharmoni…ie/04_05_philharmonie.php)? Grob gefragt: Taugt sie etwas? (Müßte mich nämlich auf die für ein solches Ereignis relativ weite Reise von Heidelberg aus begeben, aber was tut man nicht, wenn Schönes lockt!)


    Natürlich taugt sie etwas. Ob man sie mag, ist dann wieder eine andere Frage, denn jeder Orgelbauer hat seine Fans und seine Feinde.
    Bei dem Konzert, das Du besuchen möchtest, solltest Du nur zwei Dinge vorher abwägen:


    Eine Konzertsaalorgel steht in einer anderen Akustik als eine Kirchenorgel. Der Nachhall ist kürzer, alles wirkt trockener und damit direkter, vielleicht aufdringlicher.


    Eine moderne deutsche Orgel ist etwas anderes als die Cavaillé-Coll in Notre Dame (auch wenn sie mittlerweile zigmal umgebaut worden ist, klingt sie noch sehr französisch-romantisch). Man muss sich auf eine ganz andere Klangwelt einstellen, auch wenn Klais in der Kölner Philharmonie schon versucht hat, auf möglichst viele Literaturen Rücksicht zu nehmen. Aber das kann auch wieder ein Nachteil sein. Die Frage, auf welchen Orgeln Messiaen am besten und/oder angemessensten klingt, wollen wir hier jetzt nicht diskutieren.


    Die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen, zumal Latry vielleicht schon allein die Reise wert sein könnte – ganz gleich worauf er spielt.

  • Lieber Hildebrandt,


    danke sehr, das hilft mir weiter. An der Latry-Einspielung (Notre-Dame-de Paris) bewundere ich gerade die herrliche Akustik (viel Nachhall, wahrscheinlich echt) - da müßte ich mich in Köln auf anderes einstellen, das wird mir klar.


    Ist ja noch eine Weile hin.


    Herzlichen Gruß!

  • ...passt ja eigentlich net ganz hierhin,
    aber in Ergänzung zu Gurnemanz obigen Beitrag:


    Olivier Latry mit Tournemire, Durufle, Alain ,Messiaen u. Latry (freie Impro ?) am
    FR, den 18.01. (19.30) im Wiener Konzerthaus
    SO, den 20.01. (17.00) in der Bamberger Konzerthalle
    (u. am 03.02. in Los Angeles :D)


    ...schliesst sich die Frage nach den dortigen Orgeln an
    (d.h. Wien und L.A. interessiert mich weniger ;) ;))

    :hello:
    Micha

  • Zitat

    Original von Padre
    Da ich aber in der Nähe von Sulzbach, dem Stammhaus der Stummorgeln wohne, wundere ich mich, dass keine Stummorgeln
    dabei sind.


    Stimmt, die Stumm-Dynastie hat über sechs Generationen vom Beginn des 18. Jh.an ganz hervorragende Instrumente gebaut und den Raum Hunsrück/Rheinhessen/Mosel damit flächendeckend bestückt.


    Die frisch restaurierte Orgel in Sobernheim habe ich mir letztes Jahr noch aus der Nähe besehen und behört:



    Über das Resultat ließe sich diskutieren, mir scheint sie brutaler als im Originalzustand geworden zu sein.


    Die Stumms teilen das Schicksal vieler guter Orgelbauer. Da sie in ihrer Region hauptsächlich kleine bis mittelgroße Instrumente gefertigt haben, wird ihr Ruhm von den ganz großen Namen – Schnitger, Silbermann – zu Unrecht überstrahlt.


  • Gehört habe ich sie noch nicht, aber der Name des Erbauers bürgt für Qualität.
    Jann hat ein ziemlich riesiges Ding da hingebaut. Das Bombardenwerk wird ein Übriges tun, um dem Publikum vor allem das Hören zu erleichtern. :D