ROSSINI, Gioacchino: TANCREDI

  • Gioacchino ROSSINI
    TANCREDI


    Melodramma eroico in zwei Akten


    Libretto von Gaetano Rossi (nach Voltaire)


    Uraufführung im Jahre 1813 in Venedig am Teatro La Fenice



    Personen:
    Argirio, Herrscher von Syrakus Tenor
    Tancredi, ein Feldherr Mezzosopran/Alt
    Orbazzano, ein Sarazenenfürst Bass
    Amenaide, Tochter Argirios Sopran
    Isaura, ihre Freundin Mezzosopran
    Roggiero, Tancredis Knappe Mezzosopran
    Edelleute, Ritter, Wachen, Volk, Sarazenen


    Ort der Handlung: Syrakus auf Sizilien und Umgebung
    Zeit der Handlung: 1005



    1.AKT
    Saal im Palast des Argirio


    Im Palast des Argirio ist man in Feierstimmung: Die kriegerische Auseinandersetzung zwischen der Partei des Argirio und den Sarazenen (Orbazzano) ist beendet.
    Es wird gesungen, getrunken und natürlich auch Politik gemacht. Argirio und Orbazzano schließen ein Bündnis, um ihre Ländereien gegen den gemeinsamen Feind Solamir zu schützen. Um das Bündnis zu festigen, wird, wie so oft, auch gleich eine Hochzeit beschlossen. Es trifft diesesmal Amenaide, die Tochter des gastgebenden Schlossherren, die den Sarazenenfürst Orbazzano ehelichen soll. Diese, mal wieder nicht eingeweiht, weigert sich, nachdem ihr der Plan „vorgeschlagen“ wurde. Sie liebt nämlich den verbannten Feldherren Tancredi, der zurzeit in Byzanz sein Exil verbringt. Sie bittet ihre Freundin Isaura einen Brief nach Byzanz zu schicken, und Tancredi um Hilfe zu bitten, damit er sie aus den Fängen des unbeliebten Sarazenenfürsten rettet. Diese eilt von dannen und Amenaide versucht die Hochzeit etwas hinauszuzögern, da sie auf ihren Geliebten vertraut. Orbazzano ist etwas missmutig, aber er kann schnell abgelenkt werden.


    Szenenwechsel
    Ein bezaubernder Park im Palast des Argirio


    Tancredi, der es im Exil nicht ausgehalten hat, ist im Park eingetroffen. Er ist, obwohl ein Betreten der Stadt schwer bestraft wird, nach Syrakus zurückgekehrt, um Amenaide wiederzusehen und die Stadt gegen den Sarazenenfürsten Orbazzano zu verteidigen (nichtsahnend, dass schon Frieden herrscht). Er und sein Knappe Roggiero sind unerkannt in die Stadt eingedrungen und machen sich auf die Suche nach Amenaide.


    Diese taucht auch schon auf, allerdings ist sie nicht alleine: Ihr Vater Argirio spaziert mit ihr durch den Park. Er redet auf sie ein und versucht sie zu einer sofortigen Heirat mit Orbazzano zu bewegen. Sie lehnt ab und erblickt Tancredi, der sich klarerweise versteckt hat. Um ihm das Leben zu retten, (wie gesagt, er könnte/würde mit dem Tod bestraft werden, wenn man in hier in Syrakus findet). Sie stimmt zu, um das Leben Tancredis zu retten. Argirio eilt beglückt von dannen.
    Amenaide und Tancredi begegnen sich. Er umgarnt sie und ist sichtlich glücklich sie endlich wieder in seinen Armen halten zu dürfen. Sie aber ist sehr abweisend, da sie zwischen der Treue zu ihrem Geliebten und dem töchterlichen Gehorsam schwankt. Sie will ihrem Vater gehorchen, daher fordert sie ihn auf Syrakus zu verlassen, da es hier für ihn zu gefährlich sei. Er aber beteuert weiter seine Liebe zu ihr, wird aber abgewiesen. (Es fällt ihr sichtlich schwer, aber es muss so sein) Gekränkt geht er von dannen und als er weg ist bricht Amenaide in Tränen aus.


    Szenenwechsel
    Ein großer Platz nahe des Palastes


    Es ist soweit: Es wird Hochzeit gefeiert. Das Volk feiert die Hochzeit und den Friedensschluss. Während das Volk feiert, taucht Tancredi auf. Er hat sich verkleidet, um Argirio seine Hilfe gegen den Kampf gegen die Sarazenen anzubieten. (Er weiß immer noch nicht, dass schon Frieden herrscht; das Volk jubelt ja dem Brautpaar zu.) Er tritt vor und bezichtigt die nichtsahnende Amenaide des Treuebruchs, was dazu führt, dass sich Amenaide nun weigert vor den Altar zu treten. Argirio ist darüber sichtlich zornig und versucht sie ziemlich unsanft dazu zu zwingen.
    Orbazzano tritt nun hervor. Er hält ein Stück Papier in seinen Händen, dass er Argirio und einigen Adeligen zeigt: Es ist Amenaides Brief an Tancredi! Er hat ihn Isaura abgeknöpft und stellt nun die Verfasserin zur Rede, allerdings nimmt er als „Feind“ Solamir an und bezichtigt sie des Hochverrates an ihrem Heimatland. Argirio kann es kaum glauben, aber um das aufgebrachte Volk zu beruhigen, lässt er sie ins Gefängnis werfen. Tancredi würdigt sie keines Blickes, als sie ihn um Hilfe anfleht, zu verletzt ist er noch. Isaura verspricht Amenaide zu helfen. Sie selbst fügt sich in ihr Schicksal. Am Ende des ersten Aktes wird sie abgeführt!


    2.AKT
    Saal wie im ersten Akt


    Orbazzano, der Argirio gegen seine eigene Tochter aufhetzt hat, ringt ihm das Todesurteil für Amenaide ab. Orbazzano hofft so einige persönliche Rechnungen mit Tancredi begleichen zu können, wenn er seine Liebste umbringen lässt. Argirio, der sich bei der Sache zwar nicht wohlfühlt, unterzeichnet das Todesurteil, da er hofft so aus einem eventuellen Krieg mit Solamir als Sieger hervorzugehen.
    Isaura, die die Szene beobachtet ist entsetzt und beginnt für ihre Freundin zu beten.


    Szenenwechsel
    Ein Gefängnis


    Amenaide ist tatsächlich ins Gefängnis geworfen worden und schließt gerade mit ihrem Leben ab, da sie aufgrund Tancredis Verhalten alle Hoffnung auf Rettung fahrengelassen hat. Doch gerade der kommt zu ihr, da er sich entschlossen hat sie zu erretten. Er glaubt zwar nicht an die Unschuld Amenaides, doch er scheint sie immer noch zu lieben.
    Doch Tancredi kann keine Gitterstäber verbiegen, darum muss er sich etwas anderes einfallen lassen: Orbazzano, eben zu Amenaide ins Gefängnis gestiegen, hat das Talent zur Rechten Zeit am Rechten Ort zu sein. Tancredi beschimpft ihn und provoziert den Sarazenenfürsten, bis dieser ihn zu einem Duell fordert. Die beiden Streithähne sind auf dem Weg nach draussen, wo sie Argirio begegnen. Dieser umarmt den unbekannten Helden (T. ist noch immer verkleidet, da er ja eigentlich im Exil sein sollte), der für die Ehre und Unschuld seiner Tochter streitet. Er begleitet die beiden.
    Amenaide ist alleine, wieder einmal. Sie wartet gespannt auf den Ausgang des Duelles, hängt doch ihr Leben davon ab. Da hört sie einen Schrei. Von oben herab schreit die Menge, dass Orbazzano tot sei (Auch das Bündnis Orbazzano-Argirio exixtiert nicht mehr). Amenaide ist außer sich vor Freude. (No na net :D )


    Szenenwechsel
    Großer Platz wie im ersten Akt


    Das Volk jubelt dem Unbekannten Helden zu, der den verhassten Orbazzano über den Jordan geschickt hat. Amenaide, eben aus dem Häfn heraussen, schreitet zu ihrem Helden, um ihn zu umarmen, doch Tancredi stößt sie weg. Er wirft ihr vor, ihre Liebe verraten zu haben und beschließt, mit gebrochenem Herzen, Syrakus auf ewig zu verlassen. Amenaide wehrt sichnicht, da sie die Identität des Unbekannten nicht preisgeben darf. Sie geht tief gekränkt von dannen, ebenso Tancredi, der nun fest entschlossen ist, Syrakus für immer zu verlassen.
    Da trifft sich Ruggiero mit Isaura, die ihm mitteilt, dass es einen Beweis für Amenaides Unschuld gäbe. Ruggiero erzählt das Tancredi, doch der bleibt stur.


    Szenenwechsel
    Ein wilder Gebirgszug


    Tancredi leidet. Er hängt immer noch an Amenaide und kann ihren (angeblichen)Treuebruch nicht vergessen. Doch während seiner "Trauerphase" im Gebirge hat sich auf der Bühne der Weltpolitik einiges getan: Solamir hat vom Tod Orbazzanos erfahren und hat Syrakus den Krieg erklärt.
    Deshalb ziehen auch einige Ritter vorbei, die Tancredi auffordern gegen Solamir in den Krieg zu ziehen. Er ist noch unentschlossen.
    Doch als ihm zugetragen wird, dass Amenaide ihn als ihren Retter öffentlich bekanntgegeben hat, entschließt er sich im Kampf gegen die Sarazenen den Tod zu finden. Er zieht mit den Rittern in die Schlacht.


    Amenaide und Isaura sind inzwischen auf der Suche nach Tancredi im Gebirge angekommen. Sie erklimmen den höchsten Gipfel des Gebirgszug und beobachten die Schlacht.


    Nach kurzem, aber heftigen Kampfe triumphieren die Ritter aus Syrakus gegen die sarazenische Armee. Die Ritter kehren siegreich und dementsprechend jubelnd zurück. Unter ihnen der große Held Tancredi, der Solamir eigenhändig erstochen hat.
    Tancredi hat diesen vor seinem Tod nach einem Brief von Amenaide befragt. Solamir beteuerte nie einen solchen bekommen zu haben, und bestätigt damit die Unschuld Amenaides.


    Tancredi umarmt seine Geliebte, die ihm den Starrsinn verzeiht. Argirio hebt die Verbannung auf und gibt dem Paar seinen Segen.
    Unter allgemeinem Jubel endet die Oper!



    (Finale 2. Fassung:
    Die Sarazenen unterliegen den Syrakusern, jedoch wird Tancredi im Kampf schwer verwundet. Einige Ritter tragen ihn weg vom Schlachtfeld. Amenaide erblickt voller Entsetzen den blutenden Tancredi. Argirio kommt hinzu und eröffnet ihm, dass seine Tochter nur ihm geschrieben habe und nie jemanden anders geliebt hat. Tancredi verzeiht ihr. Tancredi weiß, dass er in Kürze sterben wird, daher bittet er Argirio die beiden zu trauen. Argirio traut die beiden. Kurz nach der Zeremonie stirbt Tancredi in den Armen seiner Gemahlin Amenaide.)

  • Szenenfolge


    Personen:
    Argirio, Herrscher von Syrakus Tenor
    Tancredi, ein Feldherr Mezzosopran/Alt
    Orbazzano, ein Sarazenenfürst Bass
    Amenaide, Tochter Argirios Sopran
    Isaura, ihre Freundin Mezzosopran
    Roggiero, Tancredis Knappe Mezzosopran
    Edelleute, Ritter, Wachen, Volk, Sarazenen



    1.Akt, 1.-4.Szene:
    Saal im Palast des Argirio


    1.Szene: Edelleute, Ritter, Isaura, Sarazenen
    2.Szene: Argirio, Orbazzano, Isaura, Chor
    3.Szene: Chor, Amenaide, Argirio, Isaura, Orbazzano
    4.Szene: Isaura


    1.Akt, 5.-9.Szene:
    Ein bezaubernder Park im Palast des Argirio


    5.Szene: Tancredi, Ruggiero
    6.Szene: Tancredi, [Ruggiero]
    7.Szene: Argirio, Tancredi, Amenaide, [Ruggiero]
    8.Szene: Amenaide, Tancredi
    9.Szene: Ruggiero


    1.Akt, 10.-13.Szene:
    Ein großer Platz nahe des Palastes


    10.Szene: Volk, Edelleute, Wachen
    11.Szene: Tancredi, Ruggiero, [Volk, Edelleute, Wachen]
    12.Szene: Argirio, Amenaide, Ruggiero, Tancredi, Isaura
    13.Szene: Tutti + Chor


    2.Akt, 1.-3.Szene:
    Saal im Palast des Argirio


    1.Szene: Orbazzano, Isaura
    2.Szene: Argirio, Isaura, Orbazzano
    3.Szene: Isaura, Orbazzano


    2.Akt, 4.-11.Szene:
    Ein Gefängnis


    4.Szene: Amenaide
    5.Szene: Amenaide, Orbazzano, Argirio, Wachen, Edelleute
    6.Szene: Tancredi, Amenaide, Argirio, Orbazzano
    7.Szene: Gibts keine (taucht in keinem Libretto auf, möglicherweise ein Nummerierungsfehler des Herrn Rossi)
    8.Szene: Tancredi, Argirio
    9.Szene: Amenaide, Isaura
    10.Szene: Argirio, Amenaide, Chor (Von oben/draussen)[Isaura]
    11.Szene: Isaura


    2.Akt, 12.-15.Szene:
    Ein großer Platz nahe des Palastes


    12.Szene: Edelleute, Ritter, Wachen, Volk, Sarazenen, Tancredi, Ruggiero
    13.Szene: Amenaide, Tancredi, [Ruggiero, Chor, Isaura]
    14.Szene: Roggiero, Isaura
    15.Szene: Roggiero


    2.Akt, 16.-21.Szene:
    Ein wilder Gebirgszug


    16.Szene: Tancredi, Chor der Sarazenen (von weiten)
    17.Szene: Amenaide, Argirio, Tancredi
    18.Szene: Ritter, Tancredi
    19.Szene: Amenaide, Argirio, [Isaura]
    20.Szene: Amenaide, Isaura
    21.Szene: Argirio, Amenaide, Tancredi, Chor

  • Tancredi,
    Melodramma eroico in 2 Akten
    von Gioacchino Rossini.
    Text von Gaetano Rossi.
    Das Tancredi-Libretto ist zusammengesetzt aus Episoden, die Rossi Tassos Gerusalemme liberata (1581) und Voltaires Tancrède (1760) entnahm.
    Uraufführung: 6.2.1813 Venedig, Teatro La Fenice
    mit Adelaide Malanotte-Montresor • Elisabetta Manfredini-Guarmani • Pedro Todran • Luciano Bianchi • Teresa Marcheri • Carolina Sivelli.



    LG


    :hello:

  • Liebe Taminos,


    bezugnehmend auf die Schallplattenaufnahme des "Tancredi" von Gioachino Rossini mit Fiorenza Cossotto und Werner Hollweg von 1978 ergab sich die Frage nach den Versionen des Finales dieser Oper. Ursprünglich beabsichtigte Rossini von Beginn an, die Oper tragisch enden zu lassen, wie es im literarischen Vorbild von Torquato Tasso und der Dramatisierung durch Voltaire überliefert ist. Außerdem war die vorgesehene Sängerin für die Uraufführung in Venedig, Adelaide Malanotte-Montresor, bekannt für ihre heroischen Hosenrollen (und auch für ihre Vorliebe für Brandy und Zigarren). Rossini beugte sich aber den Vorgaben der venezianischen Operndirektion und komponierte ein 'lieto fine'. Für die folgende Inszenierung des Werks in Ferrara setzte er sich aber durch und ließ die Oper tragisch enden, wozu Luigi Lechi, der Geliebte der Malanotte, das Libretto von Gaetano Rossi abänderte. Der englische Rossini-Kenner Richard Osborne schreibt dazu: "Trotz seiner stilistischen Seltsamkeit ist das Ferrara-Ende eine realistische, ernüchternde und schöne Lösung dieser traurigen, anrührenden, sehr fein gestalteten heroischen Idylle." Da dieses Ende aber beim Publikum nicht 'ankam', schrieb Rossini noch eine dritte Variante für das Teatro Rè in Mailand (18. 12. 1813) mit einem 'glücklichen' Finale, zusammengesetzt aus den beiden Fassungen für Venedig und Ferrara. Schließlich belies er es aber bei der ersten (venezianischen) Version und die 'Ferrara'-Fassung geriet bis 1977 in Vergessenheit, als die 'Fondazione Rossini' in Pesaro eine kritische Werkausgabe vorbereitete. Und im Gegensatz zum Publikum zu Rossinis Zeiten empfinden wir heute umgekehrt das 'lieto fine' dieser Oper als unpassend.


    Die Details der beiden Fassungen sind wie folgt:


    1. Die 'Venedig'-Fassung (Teatro La Fenice, 6. 2. 1813) mit dem glücklichen Ende, bestehend aus folgenden Nummern (und ca. 25 Minuten lang): a) Scena e cavatina "Dovè son io? Fra quali orror mi guida" (Tancredi) / b) Coro dei Saraceni "Regna il terror nella città" (Chor) / c) Recitativo "Fra Saraceni io dunque son?" (Tancredi, Amenaide, Argirio) / d) Marcia e aria "Qual suon? Che miro!" (Tancredi, Chor) / e) Recitativo "Ah! Ch'ei si perde!" (Amenaide, Argirio, Isaura, Tancredi) / f) Finale "Fra quei soavi palpiti" (Amenaide, Argirio, Tancredi)


    2. Die 'Ferrara'-Fassung (Teatro Comunale, Ende März 1813) mit dem tragischen Ende, bestehend aus folgenden Nummern (und ca. 30 Minuten lang): a)Scena e cavatina "Dovè son io? Fra quali orror mi guida" (Tancredi) / b) Coro di Cavalieri "Regna il terror nella città" (Chor) / c) Scena "Ecco, amici, Tancredi!" (Amenaide, Argirio, Tancredi) / d) Rondo "Perchè turbar la calma" (Tancredi, Chor) / e) Recitativo "Ah! Ch'ei si perde!" (Amenaide, Argirio, Isaura) / f) Coro "Muore il prode, il vincitor" (Chor) / g) Recitativo "Barbari! È vano ogni rimorso" (Amenaide, Tancredi, Argirio) / h) Recitativo e cavatina "O Dio, lasciarti in deggio" (Tancredi)


    Ich nenne einmal die Aufnahmen, von deren Existenz ich weiß - garantiert fehlen da einige Veröffentlichungen; + bedeutet die 'Venedig'-Fassung und * kennzeichnet die 'Ferrara'-Version:


    Anna Reynolds, Rita Talarico / Mario Rossi (Pesaro, 27. 6. 1968) +
    Patricia Price, Hannah Francis / John Perras (Rennes, Dezember 1976) +
    Marilyn Horne, Joan Carden / Nicola Rescigno (Houston, 13. 10. 1977) *
    Marilyn Horne, Margherita Rinaldi / Gabriele Ferro (Rom, Dezember 1977) * (DVD)
    Marilyn Horne, Katia Ricciarelli / Eve Queler (New York, 13. 3. 1978) *
    Fiorenza Cossotto, Lella Cuberli / Gabriele Ferro (Lindlar bei Köln, Oktober 1978) *
    Marilyn Horne, Margherita Rinaldi / Henry Lewis (San Francisco, 23. 11. 1979) *
    Marilyn Horne, Katia Ricciarelli / Ralf Weikert (Aix-en-Provence, 21. 7. 1981) *
    Marilyn Horne, Lella Cuberli / Ralf Weikert (Venedig, Dezember 1981) *
    Marilyn Horne, Lella Cuberli / Ralf Weikert (Venedig, Juni 1983) *
    Anne Sofie von Otter, Katia Ricciarelli / Bruno Campanella (Genf, 8. 4. 1990) *
    Bernadette Manca Di Nissa, Maria Bayo / Gianluigi Gelmetti (Schwetzingen, Mai 1992) * + (DVD)
    Vesselina Kasarova, Nelly Miriciou / Pinchas Steinberg (Salzburg, 22. 8. 1992) *
    Ewa Podles, Sumi Jo / Alberto Zedda (Paris, Januar 1994) +
    Vesselina Kasarova, Eva Mei / Roberto Abbado (München, Juli 1995) * +
    Daniela Barcellona, Darina Takova / Gianluigi Gelmetti (Pesaro, August 1999) *
    Daniela Barcellona, Darina Takova / Riccardo Frizza (Florenz, 21. 10. 2005) * (DVD)
    Daniela Barcellona, Mariella Devia / Gianluigi Gelmetti (Rom, November 2005) * (DVD)
    Ewa Podles, Mariola Cantarero / Riccardo Frizza (Madrid, 18, 12, 2007) *
    Daniela Barcellona, Patrizia Ciofi / Paavo Järvi (Turin, 25. 11. 2009) *
    Marie-Nicole Lemieux, Patrizia Ciofi / Enrique Mazzola (Paris, 27. 5. 2014) *
    Patricia Bardon, Olga Peretyatko / Alberto Zedda (Moskau, 12. 9. 2014) *
    Anna Bonitatibus, Jessica Pratt / Ottavio Dantone (Lausanne, 27. 3. 2015) *


    Grüße,


    Carlo

  • In dieser Einspielung....



    .....mit Counter- oder wie auch immer Herr Rexroth sich nennt, und beiden Finali!
    Nicht schlecht, aber auch nicht überwältigend, allerdings für mich als Liebhaber dieser Stimmgattung ein muss! :D


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Für die 3. Fassung wurden drei Arien hinzugefügt, bei denen nicht klar ist ob sie von Rossini sind, eine davon die für Argirio kann man auf dieser äußerst interessanten CD hören. klick


    Es gibt auch noch zwei Alternativ Arien, eine für Amenaide Nr.10a und eine für Tancredi Nr.3a beide sind als Appendix

    Zitat

    Vesselina Kasarova, Eva Mei / Roberto Abbado (München, Juli 1995) * +

    hier enthalten.
    Und die Tancredi Arie ist auch auf dem Horne Album "Arie Alternative" enthalten, das Album sollte man kennen! ;)


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hallo, Fiesco!


    Die Aufnahmen der "Arie Alternative" Rossinis mit Marilyn Horne und dem Chor und Orchester der RAI Turin unter Alberto Zedda - eine Produktion der 'Fonit Cetra' von 1983 und auch bei CBS erschienen - kenne ich auch! (Ich habe die italienische Schallplatte von 'Fonit Cetra'.) "Die" Horne bringt hier aber nicht nur eine, sondern sogar zwei 'alternative' Arien aus dem "Tancredi"!


    Wie der Rossini-Experte Philip Gossett im Begleittext schreibt, komponierte Rossini höchstwahrscheinlich das - später als sogenannte 'Reis-Arie' bekannte - geniale "Di tanti palpiti" (Nr. 3 in der Partitur) mit dem Rezitativ "Oh patria! Dolce e ingrata patria!" zuerst (Stendhals Anekdote dazu scheint erfunden zu sein) und dann, weil diese Arie der Sängerin Adelaide Malanotte-Montresor zu 'simpel' erschien, das Rezitativ "O sospirato lido!" und die Kavatine "Dolci d'amor parole" (Nr. 3a - eine 'Echo-Arie' mit großem Violin-Solo). In der Münchner 'RCA'-Gesamtaufnahme unter Roberto Abbado sind das Rezitativ und diese Arie Nr. 3a mit Vesselina Kasarova im Appendix enthalten.


    Das zweite Stück aus "Tancredi", das Marilyn Horne auf dieser Platte - mit Chorbegleitung und Solo-Horn - singt (Nr. 16e: Rezitativ "Qual suon? Che miro!" - Chor "Solamir d'Amenaide vuol la man di pace" - Arie "Va, palese è troppo omai ... Poi dell' ombra nella pace"), stammt aus der 'Venedig'-Fassung und wurde in Ferrara durch die Szene und Arie Nr. 16c (Rezitativ "Salverò col mio sangue" - Arie mit Chor "Perchè turbar la calma" - Stretta "Sì la patria si difenda") ersetzt. Als sich die Erstfassung aus Venedig - mit dem Happy End - durchsetzte, wurde die 'Ferrara'-Arie Nr. 16c aber beibehalten; Ewa Podles singt das schöne "Perchè turbar la calma" (ohne die Stretta) auch dementsprechend in der 'Venedig'-Fassung bei 'Naxos'.


    Der Münchner Aufnahme der 'Ferrara'-Fassung unter Roberto Abbado mit Eva Mei ist auch die kurze Kavatine der Amenaide Nr. 10a aus dem zweiten Akt angehängt ("Ah, se pur morir degg'io"), die zwar auch aus der Version für Ferrara stammt, aber dort in der Premiere Ende März 1813 vermutlich nicht gesungen wurde.


    Die Arie des Argirio ("Se ostinata ancor non cedi"), die Ernesto Palacio und Carlo Rizzi in dem Rossini-Recital aus Bratislava bringen - die CD erschien 1991 ursprünglich bei der slowakischen Firma 'Opus' - wurde von Rossini für die Mailänder Aufführung am 18. 12. 1813 als Ersatz für die Arie "Pensa che sei mia figlia" (Nr. 4 der venezianischen wie auch der ferraresischen Version) geschrieben und ist nur fragmentarisch erhalten - Philip Gossett hat sie für diese CD bearbeitet.


    Zum Schluss noch ein historisches Detail: Bei der Uraufführung des "Tancredi" in Venedig am 6. 2. 1813 wurde nur der 1. Akt gespielt, weil die Sängerinnen des Tancredi (Adelaide Malanotte-Montresor) und der Amenaide (Elisabetta Manfredini) indisponiert waren und sich weigerten, weiter zu singen!


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Hallo Carlo, ich habe die andere Arie der Horne nicht extra erwähnt, eildiweil sie zur Venedig Version gehört!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)