Beethoven Cellosonaten

  • Von meinem Musikstudium (ist schon lange her!) erinnere ich mich dunkel daran, daß Beethoven ziemlich schwerwiegende Sonaten für Cello und Klavier (oder war es umgekehrt?) komponiert hat.


    Kommt es mir nur so vor, oder werden diese atemberaubenden Stücke heute nur noch selten aufgeführt? Kennt jemand gute Aufnahmen dieser Sonaten?



    Gruß
    Heinz

  • Sagitt meint:


    Ich hätte gleich zwei Angebote. Erstens Casals mit Serkin, Prades 1952,tonliche Qualität vertretbar. Casals, wie immer, mit großem Ton. Serkin selbst ein großer Pianist, ein wenig im Hintergrund.
    Die zweite Aufnahme ist mit gleichberechtigteren Partnern, sehr spielfreudig- bewegt: YoYo Ma und Emmanuell Ax. Neueren Datums- ich habe sie gerade nicht vorliegen,aber aus den frühen achtziger Jahren- klanglich natürlich besser als die erst genannte. Hinzu kommen die wunderschönen Variationen, Bei Männern,welche Liebe fühlen und..ein Mädchen oder Weibchen.
    Es gibt sicher andere Empfehlungen, ich bin gespannt.....

  • Menahem Pressler hat angekündigt, dass sein nächstes Projekt die Einspielung aller Beethoven-Werke für Cello und Klavier sein soll.
    Sein Beaux-Arts-Trio-Partner Antonio Meneses spielt dabei Cello.


    Das wird bestimmt eine hervorragende Produktion werden,
    nachdem das Trio zum 50-jährigen mit der Mendelssohn-Dvorák-Aufnahme ein schöner Erfolg gelungen ist.



    Gruß, Peter.

  • Die Schiff/Perenyi steht bei mir ganz oben auf der Kaufliste. Da habe ich von Bekannten schon diverse gute bis enthusiastische Meinungen gehört. Alle, die verglichen haben, zogen diese Aufnahme auch der anderen Neuaufnahme vor: Brendel sen. mit Brendel jun.


    Gegenwärtig mag ich besonders eine in Deutschland eher unterschätzt und wenig bekannte Aufnahme:



    Daneben gibt es natürlich noch "die" Klassiker:


    du Pré/Barenboim
    Richter/Rostropovich
    Kempff/Fournier
    Argerich/Maisky
    Casals/Horszowski

  • Das ist ja witzig!


    Da frag ich hier nach einer guten Aufnahme von Beethovens Cellosonaten, suche auch in onlineshops danach, und dann stelle ich fest, daß ich die ultimative Aufnahme ja schon besitze:



    Wenn es sowas wie eine perfekte Interpretation überhaupt gibt, dann diese Aufnahme der Sonaten mit Ludwig Hoelscher und Elly Ney.


    Die beiden Sonaten op.5 sind leider nicht mit dabei, da muß ich noch weitersuchen.


    Gruß
    Heinz

  • Zitat


    Original von Heinz
    Wenn es sowas wie eine perfekte Interpretation überhaupt gibt, dann diese Aufnahme der Sonaten mit Ludwig Hoelscher und Elly Ney.


    Wie geht das? Der Klavierpart nur mit linker Hand gespielt sollte doch ziemlich schwierig sein? :stumm: :wacky:

  • Morgen,


    natürlich, die Cello-Sonaten, ja. Ultimatives? - vorher sollte man zur Kenntnis genommen haben: Sw. Richter und M. Rostropovich, auf Philips, vielgerühmt in Kritik-Kreisen, Gesamtaufnahme, eine andere von Solomon und Gregor Piatigorsky, EMI, selten - wie sagt man? - eine Rarität. Diese mit unendlichen Nuancen und Fluß, jene mit großem Ernst und Verve.


    Ein Solitär ist die sehr historische Aufnahme der Sonate op. 69 mit dem Cellisten des Jahrhunderts, mit Emanuel Feuermann, und der Pianistin Dame Myra Hess; von Schellack-LPs eines britischen Sammlers sorgfältig überspielt für das Label Perl (Spezialisten für Derartiges). Man sollte sich am hintergründigen Knistern nicht lange festhören wollen. Eine Ausschüttung von Leidenschaft und Geist.


    Nachdem man so getan, kann man über Ultimatives ins Sinnieren kommen. So denke ich.


    MfG
    Albus

  • Hallo,


    ich besitze die Cello-Sonaten zweimal:



    und diese:



    wobei ich nicht weiss, welche ich favorisieren soll. Es lohnt sich meines Erachtens nach aber auf jeden Fall, in beide mal reinzuhören.

    Beste Grüße aus Bonn
    Matthias


    Ich tu', was meine Pflicht gebeut, doch hass' ich alle Grausamkeit (ROCCO)

  • Hallo zusammen,


    kennt jemand die Einspielung der Sonaten mit Du Pré und Barenboim ?
    Gibt es zur Zeit bei 2001 günstig, habe sie aber noch nicht bestellt, da ich erstmal noch reinhören wollte (stattdessen die Brahmssonaten gekauftt, durch eine Fernsehdoku am Wochenende darauf aufmerksam geworden)


    Gruß
    Anti

  • Zitat

    Original von Antracis
    Hallo zusammen,
    kennt jemand die Einspielung der Sonaten mit Du Pré und Barenboim ?


    Wie es der Zufall will, habe ich sowohl diese, als auch die Brendel/Brendel Aufnahme heute als Leihgabe bekommen!


    Vor Freitag kann ich aber nichts fundiertes dazu schreiben, leider ;-(

  • Ich werde morgen hierzu Stellung nehmen. Pablo Casals mit Serkin ist mein Favorit, weil er so tiefsinnig spielt, nicht am saubersten, nicht am schnellsten aber am ehrlichsten. Rostropowitsch finde ich hier nicht ganz so gut. Schiff/Perenyi und Bendel/Brendel liegen gerade frisch auf meinem Tisch. Da werde ich morgen reinhören...Barenboim/DuPre ist auch ganz hervorragend. Kenne ich aus dem Radio! Sehr intellektuell ist Pieter Wispelwey



    , der die späten Sonaten so hervorragend in Bonn live gegeben hat. Schon Anfang der 1990er Jahre war das. Karine Georgian hab ich mal im Fernsehen gesehen, sie hat es auch sehr drauf gehabt. Tortelier sowieso! Gibt es Janos Starker auf CD? Maria Kliegel (Naxos)



    mit Nina Tichmann ist auch nicht schlecht!

  • Lieber Richard,


    Zitat

    Original von Richard Ross


    Wie es der Zufall will, habe ich sowohl diese, als auch die Brendel/Brendel Aufnahme heute als Leihgabe bekommen!


    Vor Freitag kann ich aber nichts fundiertes dazu schreiben, leider ;-(


    Ich warte :D

  • @Thorsten:


    Brendel/Brendel empfinde ich ich eher als etwas langweilig, alles ganz nett gespielt, besonders der Klavierpart, aber es entsteht nur wenig Spannung.
    Ganz anders empfinde ich es bei Barenboim und JdP.
    Da prickelt es richtig und es macht einfach spaß der Musik zu lauschen.


    Gruß

  • Richard
    Brendel/Brendel ist ziemlich mäßig nur. Hab ich jetzt durchgehört. Alfred Beaujean vom BR hat das fabelhaft in seiner SZ-Kritik ausgedrückt. Der junge Adrian kann nicht so ganz toll Cellospielen. Vater Alfred kommt nur seltenst aus der Reserve, da sind Schiff / Perenyi wirklich die bessere Empfehlung! Ich plädiere hier auch für Starker mit Sebök bei Philips!

  • Zitat

    Original von fuchsbuhl
    Richard
    Brendel/Brendel ist ziemlich mäßig nur. Hab ich jetzt durchgehört. Alfred Beaujean vom BR hat das fabelhaft in seiner SZ-Kritik ausgedrückt. Der junge Adrian kann nicht so ganz toll Cellospielen. Vater Alfred kommt nur seltenst aus der Reserve, da sind Schiff / Perenyi wirklich die bessere Empfehlung! Ich plädiere hier auch für Starker mit Sebök bei Philips!


    Die Aussage zu Brendel/Brendel trifft den Nagel auf den Kopf!!!


    Gruß

  • Hier in Berlin war der gemeinsame Brendelabend ruckzuck ausverkauft. Im Nachhinein bin ich froh darüber, nicht hingegangen zu sein.
    Dachte mir, wenn sich meine Vorurteile gegen die Familienbande alös haltlos erweisen würden, täte ich das früh genug mitbekommen.
    Bisher wurde ich darin aber nur bestärkt.


    Gruß
    Anti

  • Mitlerweile zum zweiten mal läuft bei mir:



    Muß sagen, was Schiff und Perenyi hier abliefern ist wirklich vom Feinsten.
    2 gleichwertige Partner auf hohem Niveau. Genau das was Brendel/Brendel fehlt.


    Auf dem gleichen hohen Niveau ist die Klangqualität.


    Wer derzeit über eine Anschaffung nachdenkt darf diese Aufnahme nicht unbeachtet lassen.


    Das Booklet ist umfangreich. Habe ich aber noch nicht gelesen.


    Eine "ordentliche" ausführliche Rezension gibt es später!


    Zusätzlich zu den Cell Sonaten auf der Aufnahme:


    Zwölf Variationen G-Dur
    Zwölf Variationen F-Dur (wie das Cello dort singt :D)
    Sieben Variationen Es-Dur


    Gruß

  • Hallo,


    also, jetzt die entgültige Rezension der bereits oben kurz angesprochenen Aufnahme.


    Das Booklet hat sich nicht nur als ausführlich erwiesen sondern ist dazu noch recht informativ.


    Der Klang der Aufnahme ist einfach vom Feinsten und ist absolute Spitzenklasse. Wenn man förmlich die räumliche Tiefe jedes einzelnen Anschlags am Piano so brilliant erkennen kann kommt einfach freude auf.
    Dazu noch die gute Differenzierbarkeit der Instrumente. Dabei steht kein Instrument aufgrund der Aufnahmetechnik im Vordergrund. Perfekt!


    Was das künstlerische angeht haben sich hier zwei gleichwertige Künstler gefunden.
    Perenyi kann jedes erforderliche Thempo mitgehen und bleibt dabei jederzeit transparent und souverän.
    Schiff's Klavierspiel ist auf dem gleichen Level und passt ideal.


    Insgesamt eine wunderschöne Aufnahme, die klassen besser ist als die Brendel/Brendel Aufnahme und die ich sogar der du Pre/Barenboim klar vorziehe.


    XRezension:
    Klang: 9-10
    Interpretation: 9-10


    Eine der besten Aufnahmen die ich mir in den letzten Wochen, nein Monaten gekauft habe.


    Gruß

  • Hallo Richard,


    András Schiff liebt persönlich den Bösendorfer, den er soweit ich weiß dem Steinway vorzieht. Er spiel aber natürlich auch Steinway.


    Ist auf der Aufnahme vermerkt, welchen Flügel er spielt ?


    Beste Grüße


    aus Wien


    Alfred

  • Hallo Richard,


    aufgrund deiner Empfehlung dieser Aufnahme hab ich mir mal die Anspieler eines online-shops angehört, und ich muß sagen, diese (leider nur kurzen) Ausschnitte gefallen mir schonmal ausgesprochen gut!
    Könnte auch meine Lieblingsaufnahme der Cellosonaten werden.


    Vielen, vielen Dank für den guten Tip!


    Gruß
    Heinz


  • Habe die CD einem Kollegen geliehen, der ebenfalls die beiden von mir genannten Aufnahmen kennt!
    Er hat meinen Eindruck bestätigt. :jubel:

  • Hallo


    Gestern wurde beim schweizer Radio drs 2 im Rahmen der Sendung "Diskothek im Zwei" von zwei ausgewiesenen Fachleuten fünf Aufnahmen der Cellosonaten blind verglichen.
    Folgende Aufnahmen wurden angehört;
    - Fournier/Kempff, DG
    - Gastinel/de Guy,Naïve
    - Perenyi/Schiff, ECM
    - Bylsma/Immerseel, Sony
    - Wispelwey/Lazic, Channel Classics.


    Am Besten gefallen hat den Experten das Duo Wispelwey/Lazic, das einfach alles an Fähigkeit und Spiellust zur Verfügung hat und ungeheuer lebendig gestaltet. Ebenfalls gut abgeschnitten hat das Duo Perenyi/Schiff, wobei der Pianist gestalterisch und aufnahmetechnisch leicht dominiert.
    Die Interpretation von Gastinel/de Guy ist etwas für Fans der romantischen Cellokunst, während die restlichen Aufnahmen schwächer abschnitten.
    Auch uns hat die Aufnahme mit Wispelwey/Lazic am Besten gefallen, diese Dynamik und Spielfreude steck an. Die Aufnahme mit Fournier/Kempff war im direkten Vergleich zu den anderen Aufnahmen enttäuschend.


    Aus Basel


    romeo&julia

  • Hallo ihr beiden,


    ich möchte weder die Herrschaften vom Rundfunk noch eure Meinung in irgendeiner Weise bekritteln. Ich möchte lediglich auf die versteckten Fallstricke derartiger Vergleiche hinweisen. Wenn man in schneller Folge relativ kurze Stücke von Aufnahmen vergleicht, wird man ganz automatisch Aufnahmen mit leicht identifizierbaren Besonderheiten vorziehen - sei es Lebendigkeit, Dynamik oder Agogik.


    Wenn man im Gegensatz dazu immer eine ganze CD entspannt durchhört, kann das Ergebnis durchaus ein anderes sein, da dann die Werke in ihrer Gesamtheit erfasst werden und man weniger auf Details fixiert ist. Damit will ich nun nicht behaupten, dass die Kombination Fournier / Kempff jetzt falsch bewertet wurde, aber ich glaube doch, dass die beiden das Prädikat "enttäuschend" nicht wirklich verdient haben.