Was höre und sehe ich zur Zeit an DVD

  • Wir bekommen das geregelt lieber Wolfgang, Sie kann geholfen werden (Spaß). Ich war am Wochenende zum Geburtstag in Königswinter eingeladen und konnte auch nicht. Mit haben die Zauberflöte und der Don Giovanni so gut gefallen, dass ich heute morgen bei der Festspielleitung in St. Margarethen gleich die Traviata und den Rigoloetto bestellt habe (Aufführungen 2008 und 2009). Es war eine Empfehlung von Milletre aus Wien.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Ich habe aus dem Steinbruch noch eine sehr beeindruckende "Carmen".
    Die gab es ursprünglich nur gekürzt in einer 80-min-Fassung zu kaufen. Meine DVD dauert allerdings fast 3 Stunden!



    LG


    :hello:

  • Wilhelm Kienzls "Der Evangelimann", einst viel gespielt und oft gehört,
    ist fast völlig an unseren Bühnen in Vergessenheit geraten. "
    LG, Bernward



    Hallo Bernward,


    ich habe auch diese DVD und stimme dir in allem zu. Eigentlich eine großartige Opernaufnahme, ich kannte daraus auch nur die von dir genannte Szene, die in meiner Jugendzeit einen Stammplatz in den Wunschkonzerten hatte, jaja es war der Kalte Krieg. Wahrscheinlich eignet sich das Thema nicht für eine heutzutage übliche verfremdete Regietheaterproduktion. Ich glaube, die Oper wird wohl ewig in der Versenkung bleiben. Wenngleich Opernhandlungen im allgemeinen konstruiert und unglaubwürdig sind, so ist der "Evangelimann" wohl am schwersten dem heutigen Publikum vermittelbar.
    Also erfreuen wir uns weiterhin dieser vortrefflichen Einspielung.


    Viele Grüße


    :hello:


    timmiju

  • ich kannte daraus auch nur die von dir genannte Szene, die in meiner Jugendzeit einen Stammplatz in den Wunschkonzerten hatte, jaja es war der Kalte Krieg.


    Diese Aussage kann ich voll bestätigen. In der damaligen DDR war von dieser Oper nie die Rede, sie galt gewissermaßen als geächtet und verboten. Vor allem natürlich wegen "Selig sind die Verfolgung leiden". Es war ein beliebtes Stück (ebenso das Wolgalied), in den Gruß- und Wunschsendungen der westlichen Radiosender für die "Brüder und Schwestern in der Ostzone, der sogenannten DDR".
    Ich hatte schon in einem anderen Thread mal geschrieben, ein wesentlich älterer Kollege von mir, mit dem ich freundschaftlich verbunden war, hatte mir oft erzählt, daß er diese Sendungen immer gehört hat. Und besonders wenn diese beiden Stücke gespielt wurden interpretiert von Sandor Konya, war er so gerührt, daß er immer Tränen in den Augen hatte. Da diese Sendungen natürlich auch von meinen Eltern gehört wurden, wurden diese Stücke auch als Kind für mich einprägsam zum Begriff und sind es bis heute geblieben.
    Der Freiheitschor aus Nabucco durfte natürlich auch nicht fehlen. Und selbstverständlich in deutsch "Flieg Gedanke... "
    Herzliche Grüße
    CHRISSY

  • Nun ist er verstorben und es gibt endlich eine DVD mit Musik unter siner Stabführung.



    Die 4. Schumann-Sinfonie ist schon immer meine Lieblingssinfonie von Schumann. Um so mehr erfreute es mich, sie nun unter Kurt Sanderling, über den ich schon woanders geschrieben habe, zu erleben. Etwa 2 Minuten schneller als in meiner Bernstein -DVD überzeugte mich besonders der Übergang zum 4. Satz, so leise beginnend, dass man die ersten Geigen kaum hört, einfach großartig!


    Danach Mahlers Lied von der Erde, vom Komponisten als Sinfonie bezeichnet, hier kommt Sanderling auch als vorzüglicher Mahler-Interpret zu Ehren. Sehr gut beide Solisten, die sich, obwohl Deutsch nicht ihre Muttersprache ist, gut verständlich und ausdrucksstark präsentieren. Die Aufnahme mit dem BBC Philharmonic Orchestra ist ein Mitschnitt aus den Proms aus dem Jahre 1988. Kleines Manko ist für mich die Kameraführung, die zwar gut die wesentlichen Momente festhält, ich habe aber leider nicht gesehen, wer die Harfen spielt und auch, wenn schon mal die Mandoline besetzt ist, auch diesen Spieler.


    Viele Grüße


    :hello:


    timmiju


  • Nicht nur für Böhm fans, wie ich es einer bin. Im Gegensatz zu den Probenarbeiten von Carlos Kleiber tut sich hier eine ganz andere Welt auf. Die Proben zu Beethovens Siebter mit den Wiener Sinfonikern 1966 dauern 15 Minuten länger als das Konzert selbst. Und Böhm steht nicht steif da, er springt, geht in die Hocke und vieles andere mehr. Er spricht Fehler an und lobt, während das Orchester weiterspielt und erst, wenn nicht mehr alle Instrumentengruppen zusammen sind, bricht er ab. Im Übrigen hat er tatsächlich guten Morgen Gentleman gesagt. Im Beiheft gibt es auch einiges Interessante. So hat Böhm sich selbst als einfacher Handwerker bezeichnet. Es macht mich glücklich, betonte Böhm, dass es in der ganzen Welt einen Platz gibt, an dem man den Dirigenten nur nach dem Hören und nicht nach dem Sehen beurteilen muss, das Bareuther Festpielhaus. Recht hatte er.


    Die folgende Neunte von Dvorak hat Böhm im großen Musikvereinssaal mit den Wiener Philharmonikern 1978 eingespielt, 3 Jahre vor seinem Tod.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Zu dieser Böhm-Geschichte fällt mir eine bemerkenswerte Begebenheit ein. Böhm dirigierte in Japan mit einem dortigen Orchester Richard Strauss, als plötzlich durch einen Stromausfall zappendustere Finsternis herrschte, worauf das Orchester seine Darbietung unterbrach. Da ertönte laut und vernehmlich Böhms Stimme: "Meine Wiener hätten locker weitergespielt!"

  • Giacomo Puccini
    La Bohème


    Mirella Freni, Luciano Pavarotti, Sandra Pacetti, Gino Quilico, Nicolai Ghiaurov
    San Francisco Opera Orchestra, Tiziano Severini



    Eine sehr gute Vorstellung! Absolut empfehlenswert.


    :hello:

  • Giuseppe Verdi
    Falstaff


    Raina Kabaivanska, Christa Ludwig, Trudeliese Schmidt, Janet Perry
    Giuseppe Taddei, Rolando Panerai, Francisco Araiza, Heinz Zednik, Piero de Palma, Federico Davia
    Wien Philharmoniker
    Herbert von Karajan


    Luxuriöse Bühnenbilder von Günter Schneider-Simssen, feinsinnige und unterhaltsame Personenführung à la Libretto vom Meister persönlich, erstklassige gesangliche und darstellerische Leistungen, spielfreudige Philharmoniker und ein begeistertes Publikum in Salzburg anno 1982. Kann man noch mehr verlangen?


    :hello:

  • Zitat

    Zitat von Mme. Cortese: Da ich eher neugierig auf Unbekanntes bin, enthält es neben "Zar und Zimmermann" noch Grétrys "Pierre le Grand" (vielleicht ein verwandtes Sujet - die Informationen der Beilage sind ja eher dürftig), Paisiellos "Nina" mit Bartoli, Rossinis "Semiramide" und Berlioz´ "Troyens", von denen ich bislang auch nur Ausschnitte kenne

    Hallo Mme. Cortese,


    mehr per Zufall - es gelingt ja nicht, alle Beiträge im Forum nachzulesen - stieß ich auf das vorstehende Zitat. Ich bin auch immer sehr neugierig auf Unbekanntes, neben der Oper liebe ich aber auch Ballett, während ich konzertante Musik eher von CD höre. Ich habe inzwischen - auch aus anderen Quellen - eine ganze Reihe unbekannter oder kaum bekannter Opern und Ballette. Seit vielen Jahren habe ich bei der (nicht genannten) Firma eine Menge Schnäppchen - vor allem an CD - gemacht. Aus der DVD-Reihe besitze ich von Zandonai "Francesca da Rimini", von Verdi "Macbeth", von Rossini "Semiramide", von Prokofjew "Die steinerne Blume" und "Iwan, der Schreckliche" und von Khatschaturian "Spartakus" und ich bin eigentlich mir allen sehr zufrieden. Auch die Ballette "Die steinerne Blume" und "Spartakus" liebe ich sehr. "Iwan, der Schreckliche" liegt mir als Ballett nicht so sehr, das heißt aber nicht, dass er nicht gut gemacht ist. Mich würde jedoch interessieren, was du zu "Pierre le Grand", "Nina", und "Les Troyens" sagen kannst, da ich mit diesen auch schon geliebäugelt habe. Dagegen würde ich mir den dort angebotenen "Freischütz", von dem ich Ausschnitte gesehen habe, niemals kaufen.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Hallo Gerhard,



    zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich beide DVDs noch nicht vollständig gesehen habe. Bei "Pierre le grand" habe ich ungefähr das erste Viertel angeschaut. Da die Aufnahme im alten 4:3 Format ist, kann man die Untertitel nicht lesen, wenn man den Fernseher so einstellt. Stellt man um, kann man zwar lesen, aber die Darsteller werden unerträglich breit. Und da keine Inhaltsangabe beiliegt, ist es schwer, der Handlung zu folgen. Die Inszenierung ist sehr konservativ, um nicht zu sagen altmodisch, und die Musik, soweit ich sie bis jetzt gehört habe, plätschert angenehm dahin. Möglich natürlich, dass sie sich später noch steigert. Mit der Oper von Lortzing scheint das Werk, außer dem äußeren Rahmen, nicht viel gemeinsam zu haben.


    Von "Les Troyens", die ja so lang sind, dass sie nur auf zwei DVDs passen, habe ich die erste DVD gesehen. Die Inszenierung ist modern - Maschinengewehre und Stahlhelme statt Schwerter und Griechenhelme - aber ansonsten muss ich sagen, dass mir die Umsetzung gut gefällt, weil der Regisseur (Herbert Wernicke) auf alle übertriebenen Regietheatermätzchen verzichtet und das ganze sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt ist. (Ich hoffe, diese Linie wird im zweiten Teil beibehalten). Auch sängerisch ist die Aufführung sehr zufriedenstellend. Deborah Polaski singt eine gute Cassandre,Villars einen guten Enée. Wie Villars sich im zweiten Teil schlägt, der für den Tenor ja schwieriger sein soll, bleibt abzuwarten. Wie gesagt, ich habe die ganze Oper auch noch nie gehört, aber der erste Teil hat mir sehr gut gefallen, obwohl manche Chorszenen schon sehr ausgedehnt sind. Bei Youtube kannst du dir übrigens Ausschnitte ansehen (Les Troyens Salzburg 2000).


    Falls du dir die DVDs anschaffen solltest, wäre ich gespannt auf deine Eindrücke.


    Viele Grüße


    Mme. Cortese

  • Liebe Mme. Cortese,


    vielen Dank für die Beschreibungen. Den "Pierre le Grand" werde ich mir sicherlich kaufen, wenn ich das nächste Mal in einen Laden komme, da ich keinerlei Vorstellungen von Gretry habe. Die "Troyens" habe ich als Gesamtaufnahme auf CD

    Da bin ich eher geneigt, die modernisierte Fassung nicht zu kaufen und würde lieber eine historische Fassung erwerben, soweit es eine gibt.
    Hast du aus dieser Edition auch die "Francesca da Rimini" von Zandonai? Wenn du - wie du schreibst - immer wieder mal auf der Suche nach Unbekanntem bist, kann ich dir diese Aufnahme empfehlen. Es handelt sich um eine opulente Inszenierung von den Opernfestspielen in der Arene Sferisto von Macerata (Le Marché, Italien), konventionell und mit prachtvollen Kostümen. Auch sängerisch gefällt sie mir sehr gut. Zandonai ist ein Schüler von Mascagni und hat vieles vom Stil der Veristen.
    Noch etwas zu den Untertiteln: Du hast sicher einen Flachbildschirm, und da nehme ich bei 4 : 3 - Aufnahmen auch immer die Einstellung 14: 9, damit ich die Größe des Bildschirms besser nutze. Allerdings verzichte ich gerne auf Untertitel, weil sie mich während der Betrachtung eher stören und ablenken. Außerdem verdecken sie bei Totalaufnahmen manchmal sogar die handelnden Personen. Ich habe in dieser Hinsicht auch bereits an die deutschen Kultursender geschrieben, dass man diese doch auf Texttafeln senden möge, damit man sie nach Bedarf zuschalten kann. 3sat hat das einmal gemacht. Die Untertitel erschienen dann weiß auf schwarzen Balken und waren dadurch auch besser zu lesen, was ja bei hellem oder kleindetaiiliertem Hintergrund oft recht schwierig ist. Wenn du die Untertitel bei 4 : 3 -Aufnahmen ohne Verzerrung des Bildes sehen willst, bleibt nichts anderes übrig, als normale 4 :3 -Einstellung zu wählen, was das Bild dann aber wieder verkleinert.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Hallo Gerhard,


    normalerweise lege ich auf Untertitel nicht soviel Wert. Wenn du aber von einer Oper nicht einmal den Inhalt kennst, sind sie schon ganz hilfreich. Leider rutschen sie bei der genannten Aufnahme zumindest bei mir gerade bei der 4:3 Einstellung so weit nach unten, dass sie kaum zu lesen sind. Was die "Francesca da Rimini" angeht, so habe ich vor längerer Zeit mal Ausschnitte daraus gehört, und die Musik hat mich nicht gerade vom Hocker gerissen. Da müssen schon außergewöhnlich gute Sänger am Werke sein, um mich zum Kauf zu verleiten. Wer singt denn auf deiner Aufnahme?


    Viele Grüße
    Mme. Cortese

  • Hallo Mme. Cortese,


    in der Edition, von der auch du deine Aufnahmen hast, singen in "Francesca da Rimini" die Hauptrollen Daniela Dessì die Francesca, Fabio Armiliato den Paolo und Alberto Mastromarino den Giovanni (auch Giancotto genannt). Sicherlich gehen die Melodien nicht so ins Ohr wie die der bekannteren Opern des Verismo, aber zum Kennenlernen ist sie bestimmt interessant. Übrigens enthält der Tamino-Opernführer eine ausführliche Inhaltsangabe, so dass du vielleicht hier nicht so auf die Untertitel angewiesen wärst. Wenn dein Gerät auch bei der Einstellung 4 : 3 nicht alles zeigt, ist das bei anderen Opern dieses Formats ja bedauernswerterweise auch der Fall.
    Für Gretrys "Pierre le Grand" hat leider noch niemand eine Inhaltangabe im Tamino-Opernführer geschrieben. Ich habe diese lediglich im großen Wagner gefunden.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Vorhin nochmal reingeschaut und reingehört: Puccinis "Turandot" aus der Arena von Verona. Den Kalaf singt der kürzlich verstorbene Tenor Salvatore Licitra, Maria Guleghina ist in der Titelrolle zu erleben.


    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Bei Sacred Music bestellt:



    Eine vorzügliche Darbietung, der Chor singt gut im forte, aber ebenso gut pianissimo und Nelson holt das Maximale aus dem engagierten Orchester heraus, ich habe manches ganz neu gehört.



    :hello:


    timmiju

  • Warum sind in diesem Thread so wenig Beiträge? Die DVD ist für mich auch im Klassikbereich unverzichtbar. Erst recht mit so einer grandiosen Tosca-Darbietung:



    Fiorenza Celodins ist einzigartig in dieser Rolle mit außerordentlich kräftiger, aber nicht klirrender Stimme. Ein Hochgenuss! Auch die anderen Hauptdarsteller, Marcelo Alvarez und Ruggero Raimondi, stehen ihr in nichts nach. Sehr geeignet auch für Gegner des modernen verfremdenden Regie-Theaters! :jubel::jubel::jubel:


    Es grüßt erneut aus Berlin


    :hello:


    timmiju

  • Ludwig van Beethoven
    Symphonie Nr. 5


    Chamber Orchestra of Europe
    Nikolaus Harnoncourt


    ()


    Die Aufzeichnung aus der Helmut-List-Halle vom grandiosen Eröffnungskonzert der Styriarte 2007!


    Auffallend beim Orchester nicht nur die Verwendung alter Trompeten sondern die auch deutlich hörbare Tatsache, dass die drei Bassisten mit Ausnahme der E-Saite Darmsaiten aufgezogen hatten. Der Bildregisseur hat auch optisch sehr gut die umwerfende Dynamik der Wiedergabe eingefangen.


    (Ein Vergleich dieser höchst leidenschaftlichen Interpretation mit dem sportlich elastischen Emmanuel Krivine ergibt zwei unterschiedliche musikalische Welten. In Paris klingt Beethoven vergleichsweise leichtgewichtig und harmlos...)


    :hello:


  • Hallo, Theophilus, ich stimme mit dir völlig überein. Dieses Programm dirigierte Harnoncourt vor wenigen Wochen mit den Berliner Philharmonikern. Ich habe im entsprechenden Thread darüber berichtet. Deine Eindrücke decken sich genau mit den meinen, obwohl Jahre zwischen diesen Aufführungen liegen. Harnoncourt ist sich treu geblieben. In Berlin waren es allerdings 5 Bassisten, viel weniger sollten es eigentlich auch nicht sein.
    Ein wunderschön entromantisierter Beethoven, bei dem man sogar Neues entdecken konnte. .


    Viele Grüße


    :hello:
    timmiju

  • In Berlin waren es allerdings 5 Bassisten, viel weniger sollten es eigentlich auch nicht sein.


    Das wird für die Philharmonie auch durchaus angemessen sein. Aber die kleinere Helmut-List-Halle hat eine ungemein transparente Akustik, wo auch das kleine COE mächtig Wirkung machen kann. Und an diesem Abend hat die Halle vibriert!


    :hello:

  • Eigentlich hatte ich mir heute Abend Beethovens Eroica unter Konwitschny vorgenommen, aber erstens kommt es anders, und zweitens, als man denkt. Nach meiner Rückkehr von der Chorprobe schaltete ich gewohnheitsmäßig Classica an, wo kurz darauf Mahlers Zweite begann, aufgenommen 1973 in der Kathedrale von Ely mit dem Edinburgh Festival Chorus, der London Symphony, Sheila Armstrong, Sopran und der großartigen Janet Baker, Mezzosopran und am Pult Leoanrd Bernstein.
    Als diese Aufnahme beendet war, hatte ich eine neue Gänsehautstelle, nämlich die "Auferstehn"-Coda und einen Gedanken, ob es auf dieser weiten Welt wohl jemals einen Dirigenten gegeben hat, der das Werk so mitreißend, so maßstäblich dirigiert hat wie Leonard Bernstein in dieser Aufnahme, und ich erfuhr wieder die Bestätigung, warum ich diesen Dirigenten und seinen unwiderstehlichen Dirigierstil so liebe. Solisten und Orchester spielten und sangen auch auf turmhohem Niveau, desgleichen der Chor, dem man aber anmerkte, dass er aus Gr0ßbritannien kam. Trotzdem eine Aufnahme wie aus einem Guss.
    Dann kündigte sich Buchbinder an. Er spielte und dirigierte 2006 in der Reihenfolge das A-dur-Konzert KV 488, dann das Es-dur-Konzert KV 482 und zum Schluss das c-moll-Konzert KV 491 mit den Wiener Philharmonikern, die KV 482 und 491 zwei meiner absoluten Lieblingskonzerte Mozarts, aber auch das A-dur-Konzert mag ich natürlich. Da ich Buchbinder auch schon öfeter live im Konzert gesehen habe, war dieses Konzert natürlich ein muss für mich, und ich muss sagen, ich mag nicht nur seinen Beethoven, Brahms und Schubert, sondern auch diesen Mozart, zwar mit reduzierten Philharmonikern, nichts destoweniger mit vollem Klang und dem Nachweis, wie gut Mozart auf einem großen Steinway klingt, noch dazu, wenn der Pianist so eine veritable Technik an den Tag legt und über eine so gute Anschlagskultur verfügt. Meine beiden Lieblingsstellen sind in der KV 482 das Andante cantabile, das in das Finale eingebettet ist (zum ersten Mal griff Mozart zu dieser kompositorischen Finesse übrigens meines Wissens im Jeunehomme-Konzert, ebenfalls in Es-dur, KV 271, dort auch im Finale); die zeweite Stelle ist der langsame Satz im c-moll-Konzert: Musik von einem anderen Stern, hier auch adäquat dargeboten.
    Ich konnte lesen, dass Buchbinder im Mozartjahr 60 Jahre alt geworden war, allerdings gut 6 Monate nach mir. Ich hatte meinen 60. 15 Tage nach diesem Konzert, das am 7. Mai 2006 stattfand.


    Dann Beethoven also morgen.


    Liebe Grüße


    Willi :rolleyes:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Ich wundere mich, dass seit meinem letzten Posting noch kein Tamino wieder eine postenswerte DVD oder ein entsprechendes Konzert im Fernsehen gesehen (und gehört) hat.

    Mir erging es so mit nebenstehender Aufnahme vom Konzert aus dem Jahre 2007 aus dem Münchener Prinzregententheater. Thomas Hamspon brachte zuerst den Liederkreis op. 35 mit Texten von Justinus Kerner zu Gehör und anschließend 20 Lieder und Gesänge aus dem "Lyrischen Intermezzo" im Buch der Lieder nach Texten von Heinrich Heine, der ersten Version der "Dichterliebe" op. 48 (1840).
    Einige Lieder waren für mich neu, nicht aber der beeindruckende, stimmlich absolut sichere, lyrisch wie dramatisch tief schürfende Vortrag von Thomas Hampson, den ich für einen der führenden Liedinterpreten des Jahrtausendwechsels halte, in der kongenialen Begleitung von Wolfram Rieger. Besonders beeindruckend, wie auch vor allem bei Fritz Wunderlich, das Lied "Ich hab' im Traum geweinet", in dem Hampson aber einen dramatischeren Schlussakkord setzt als Wunderlich, aber nicht ganz die durch und durch erschütternde Wirkung bei den Zuhörern hervorruft, wie Fritz Wunderlich dies bei seinem letzten Konzert überhaupt Anfang September 1966 in Edinburgh getan hat. Aber im Ganzen sehe ich Hampsons interpretatorische Leistung im Vortrag der Dicherliebe nicht weit hinter Wunderlich, etwa in ähnlichem Rang wie Fsicher-Dieskau/Brendel oder Waechter/Brendel.


    Liebe Grüße


    Willi :rolleyes:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Vor wenigen Minuten angekommen (die dhl-Packstation wird immer später geladen X( ) und schon auf dem Weg in den DVD-Spieler:



    [und ich verspreche: es gibt bei Tamino keine ironische Rezension eines fiktiven Was-weiß-ich ... !!!]


    Hallo, lieber Wolfram
    Beim gerade Durchstöbern alter Beiträge bin ich auf den Deinigen von Anfang August gestoßen. Ich habe damals schon gespannt auf Deine Rezension gewartet, aber es kam nichts und irgendwie ist es dann bei mir auch in Vergessenheit geraten. Wenn es Dir nichts ausmacht und Du mal ein paar Minuten Zeit und Lust hast, würde mich, und vielleicht auch noch andere, Deine Bewertung immer noch interessieren.
    Herzliche Grüße und einen schönen Abend
    CHRISSY

  • Wenn es Dir nichts ausmacht und Du mal ein paar Minuten Zeit und Lust hast, würde mich, und vielleicht auch noch andere, Deine Bewertung immer noch interessieren.


    Oh, lieber Chrissy, hmmm .... mal sehen, wann ich diese DVD mal wieder sehe ... ;(


    Gerade im DVD-Player: Diese wunderbare Aufnahme des "Rosenkavalier". Hatte vor Wochen den ersten und zweiten Aufzug gesehen, heute abend nun der dritte.



    Seht mal Kleiber beim Dirigieren der Wiener zu und seht dann Thielemann - dann wisst Ihr ALLES!