Renaissance - Die Tanzmusik

  • Ich halte die Tanzmusik der Renaissance als möglichen Einstieg in die Musik dieser Zeit für bestens geeignet:


    Sehr rhytmisch, lebensfroh und zwar fremdartig, aber man wird - so glaube ich - von dieser Musik sofort gefangengenommen. Die Themen sind IMO durchaus eingängig.




    Hier kann man erstmals mit Komponisten Bekanntschafft machen, deren Namen man bis dato nicht einmal kannte.....


    Und natürlich mit den entsprechenden Instrumentarium....


    ..sowie einigen alten Tänzen


    Das Collegium aureum, welches diese CD eingespielt hat, wird vermutlich heute nicht mehr dem letzten wissenschaftlichen Stand gerecht - aber das musikalische Ergebnis ist dennoch hörenswert


    Jaques Moderne, Tielman Susato, Claude Gervaise,Pierre Phalése,Melchior Franck, Hans Leo Hassler,Pierre Attaignant und Christoph Demantius sind die Komponisten dieses "Samplers"


    mfg aus Wien


    Alfred

  • Ich muss gestehen, das die weltliche Musik der Renaissance mich auch wesentlich mehr fesselt, als die geistliche Musik, egal wie großartig sie auch komponiert sein mag.


    Besonders toll ist natürlich die Aufnahme von Pickett mit den Tanzsätzen aus Susatos Dansereye:




    ich glaube nicht das es eine weitere Einspielung gibt, die es an Pracht und meisterhafter Klangfülle hiermit aufnehmen kann.
    Pickett führt hier nicht nur alles an Instrumenten auf, was es zu dieser Zeit gab, er verleiht den Tänzen einen Glanz und einen Pomp, den man wohl nur an einem Königshof gehabt haben dürfte.


    Das Beste überhaupt - und günstig zu haben ;)



    leider ist diese CD:



    Attaingant: Chanson Nouvelles et Danceries
    Ensemble Doulce Memoire


    nicht mehr lieferbar, sie ist für mich einfach DIE Aufnahme mit weltlicher Musik der Renaissance.
    Und so wunderbar musiziert - falls man sie durch Zufall noch findet - unbeingt kaufen, das ist eine CD die einem ein Leben lang erfreuen wird!


    Neben wunderbaren Tänzen gibt es hier allerdings noch sehr schöne Lieder zu hören. Einfach traumhaft.



    dann gibt es noch eine geniale CD mit Musik aus der Zeit um 1600 - also fast schon barocke Musik:




    Grand Bal à la Cour de Henri IV.
    Doulce Memoire



    und wieder spielt dieses göttliche Ensemble.
    Die Musik umfasst einige Tänze aus der "Terpsichore" von Praetorius, aber auch Lieder von Guedron.
    Ob man diese Musik nun noch zur Renaissance zählen mag, überlass ich anderen. Für mich ist das einfach frz. Musik des Frühbarock :D


    und ebenfalls ähnlich konzipiert und ähnlich vom Stil:



    Charles Tessier: Carnets de Voyage
    Ensemble Le Poème Harmonique / Dumestre


    Auch hier geht es um Musik die aus dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts stammte, sogar eine Komposition von unserem Landesfürsten "Moritz von Hessenl" ist mit dabei. Denn Tessier war wohl eine Zeitlang an unserem kunstsinnigen Hof in Kassel - tja nicht nur er, auch Dowland und Schütz....
    Eine ganz wunderbare Aufnahme :jubel: :jubel: :jubel:

  • Guten Tag


    gerade noch -zeitlich gesehen grenzwertig- für Renaissancetanzmusik wäre diese



    :jubel: :jubel:


    und diese



    CD.


    Die Praetorius CD mit dem schwedischen Ensemble Westra Aros Pijare kann es mit jeder anderen Prätoriuseinspielung aufnehmen :jubel: :jubel:


    Gruß aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Offenbar sind die Lager von "Spätrenaissance/Frühbarock-Tanzmusik-Freunden" und "Renaissance-Vokalpolyphonie-Freunden" nicht gar sooo überlappend, weshalb ich den Verdacht habe, dass Tanzmusik zur Zeit von Manierismus und Frühbarock kein so toller Einstieg in Renaissancemusik ist. Es macht auf mich den Eindruck einer Ersatzbefriedigung, so wie eben Carl Orffs Carmina Burana kein guter Einstieg in Neue Musik ist.


    Ich kenne allerdings die Musik, um die es hier geht, nicht und bleibe bei meinem schwierigeren (aber immer besser gehenden) Einstieg in die Renaissancemusik über die Vokalpolyphonie, die nunmal damals die Hauptrolle spielte.
    :hello:

  • Zitat

    Original von Kurzstueckmeister
    Offenbar sind die Lager von "Spätrenaissance/Frühbarock-Tanzmusik-Freunden" und "Renaissance-Vokalpolyphonie-Freunden" nicht gar sooo überlappend, weshalb ich den Verdacht habe, dass Tanzmusik zur Zeit von Manierismus und Frühbarock kein so toller Einstieg in Renaissancemusik ist. Es macht auf mich den Eindruck einer Ersatzbefriedigung, so wie eben Carl Orffs Carmina Burana kein guter Einstieg in Neue Musik ist.


    ;)


    Zitat


    Ich kenne allerdings die Musik, um die es hier geht, nicht und bleibe bei meinem schwierigeren (aber immer besser gehenden) Einstieg in die Renaissancemusik über die Vokalpolyphonie, die nunmal damals die Hauptrolle spielte.


    Zum Glück gibt es ja nicht nur diese beiden Möglichkeiten, sondern "dazwischen" relativ kurze, unterhaltsame und abwechslungsreiche *weltliche* Vokalstücke, Madrigale etc.


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)


  • Hallo,
    auf dieser CD hört man nicht nur Tanzmusik vom Demantius, sondern auch Madrigale. Es handelt sich um insgesamt 29 kurze Stücke, alle in einem sehr frohen, freudigen, z. T. lustigen Stil - eingängige Melodien und "dem Ohr sehr schmeichelnde" Harmonik - kurz:


    Die richtige Musik um einen Tag frohgestimmt zu beginnen und diese Stimmung in den Tag mitzunehmen.


    Das wünscht allen Lesern dieses Beitrages
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler