Hört das Auge mit?

  • Hallo zusammen,


    viele von uns lassen ja die Cover mit einfliessen, wenn sie Empfehlungen aussprechen. Neben der reinen Meinung des empfehlenden hat man dann schon vor dem Hören eine weitere Möglichkeit, das Produkt zu beurteilen: Das Cover, die Aufmachung - der optische Reiz. Mich interessiert inwieweit dieser Reiz bei einer Kaufentscheidung eine Rolle spielt. Die Plattenfirmen scheinen sich des optischen Einflusses auf die Kaufentscheidung bewusst zu sein: Oft versuchen sie, durch einheitliche Gestaltung oder Anmutung eine klare Wiedererkennung beim Kunden hervorzurufen - Naxos und DG seien da mal als Musterbeispiele herausgegriffen.


    Doch kann das Thema noch weitere Kreise ziehen: Angenommen, jemand möchte Mozart-Symphonien kaufen, ist relativ unbeleckt was klassische Musik angeht und der kompetente Verkäufer (in vielen Fällen nicht existent, aber ein Anfänger merkt das ja nicht) hält alle dieser Einspielungen für gleichermaßen empfehlenswert.



    Oder Dvorak, auch noch die gleiche CD, wobei bei einer lediglich der Preis höher ist (SACD):




    Sind möglicherweise keine allzu aussagekräftigen Beispiele, aber welche CD spricht mehr an? Welche würdet ihr kaufen, welche schon aus optischen Gründen stehen lassen?

  • Hallo Thorsten,


    die SONY/Szell-Aufnahme der Slawischen Tänze von Dvorak, sieht heute schon wieder anders aus:


    Die aktuelle CD-Ausgabe wirkt moderner als die oben abgebildeten. Auf meiner CBS-LP-Version ist ein sympatisches Bild von Szell - das finde ich am Besten. Das nur nebenbei.
    Aber das ein Coverbild zur Kaufentscheidung bei mir beiträgt möchte ich ausschließen.


    ;) Mich interessiert erstmal von welchem Orchester/Dirigenten ein Werk gespielt wird, dann auf welchem Label (da ich dann schonmal einen gewissen Klangrahmen erwarten und einordnen kann) , dann ob die Aufnahme in Stereo, DolbySurround oder für mich kaufausschließend in MONO ist.


    Die Coveraufmachung gibt nur die typische Optik für die CD-Firma wieder, damit man diese direkt erkennt:
    DG und Naxos sind gute von Dir gewählte Beispiele, da man diese CD-Label schon aus >10m Entfernung erkennt. Das trifft auch auf DECCA-CD´s zu, deren optischem Label-Reiz ich gerne erliege. Die Naxos-CD´s wirken dagegen optisch etwas billig (was sie nur preislich auch sind).
    Welches Cover-Bild die Firmen dann verwenden ist eigendlich Nebensache, sollte aber einen Bezug zum Werk haben oder den Dirigenten/Komponisten zeigen.


    :D Absolut kitschig finde ich das oben gezeigte DG-Cover der Mozart-Sinfonien mit dem Mozarteierkopf; aber kein Grund diese nicht zu kaufen, weil der Inhalt durch Böhm OK ist.


    ?( Das andere Cover mit der Feder ist für mich absolut nichtssagend.

  • Zitat

    Original von Thorsten_Mueller
    Hallo zusammen,


    viele von uns lassen ja die Cover mit einfliessen, wenn sie Empfehlungen aussprechen.


    Hallo Thorsten,


    viele von uns tun das ganz anders: Das jpg-Bildchen dient der eindeutigen Identifizierung der Aufnahme oder der Edition.


    Gruß

  • Hallo,
    ich stelle mal kühn die Behauptung auf: Der Einfluß des Covers auf die Kaufentscheidung ist umgekehrt proportional der musikalischen Kompetenz des Käufers.


    Ich gebe zu, früher hat mich so manches Cover, gekoppelt mit dem vermeintlichen Image des Labels, vom Kauf abgehalten oder eben auch dazu animiert.
    Heute spielt das für mich (fast) keine Rolle mehr, obwohl mich häßliche Cover schon ärgern und schöne erfreuen.
    Von den bisher geposteten Covers könnte mich keines vom Hocker reißen, da wären eher schon paar Kandidaten für 'nen anderen Thread dabei ;)


    Viele Grüße
    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Hallo,


    Leider muß ich fast allem bisher Gesagtem widersprechen, bzw etliches Korrigieren oder ergänzen:


    Ursprünglich erkannte man ALLE Schallplattenlabels am Cover, erst in den letzten Jahren trat hier eine Verwässerung ein.


    Teleton:

    Zitat

    Die Naxos-CD´s wirken dagegen optisch etwas billig


    Hier wird Ursache mit Wirkung verwechselt, Du WEISST daß Naxos billig ist, und setzt (unbewusst) die Naxos Aufmachung mit Billigprodukt gleich, wobei es für Dich noch erleichternd wirkt, daß sie Dir nicht gefallen.
    Auch ich setze diesen weissen Rand mit =NAXOS unterbewusst in Beziehung und schäme mich fast wenn ich wieder eine kaufe.
    REALITÄT ist jedoch, daß die Aufmachung wesentlich geschmackvoller und zuum Thema passender ist, als viel Hochpreisprodukte von heute.


    Die heutige Naxos Aufmachung war ursprünglich auf Vinyl jenes der Firma Erato: Weisses Cover mit kleinem Logo und mittelgroßem bis kleinen Bild in der Mitte (Bei erato schwankte die Größe des Bildes)
    Als EMI in den siebzigern den Vertriebsvertrag mit Erato löste und eine eigene Serie für alte Musik auf die Beine stellte (u.a. auch "Reflexe") wurde dierses Styling fast getreu übernommen, abgesehen vom Label natürlich, war dieses Aufmachung damals doch fast zum Symbol für "Alte Musik" bis "Barock" geworden.....
    Diese Serien hatten einen eher elitären Anspruch damals...



    Heutige Billigserien der "Majors" zeichnen sich durch einge Gemeinsamkeiten aus. Sie setzen Signale und Aussagen.
    Mein Empfänger bekommt (subjektiv) folgende Botschaftern, wobei glücklicherweise der Inhalt besser ist als die Verpackung:


    "Ich bin ein Billigprodukt, und daran werde ich den geizigen Kunden jedesmal erinnern , wenn er mich in die Hand nimmt"


    "Mein Titelbild wurde irgendwo aus einer Photosammlung genommen, eine Sichtung oder Bezug zum Thema war nicht notwendig, der Kundenkreis der sowas kauft versteht das ebensowenig wie unsere Designer"


    "Auch ein Beschenkter sieht, Daß Du ihm keine Vollpreis CD gönnen wolltest, oder noch schlimmer, konntest, also Hände weg"


    "Wir sehen aus eine, wie die andre, wir werden der Klassik das Elitäre schon noch austreiben"


    Soweit der persönliche Erlebnisvollzug.



    Reinhard.

    Zitat

    ich stelle mal kühn die Behauptung auf: Der Einfluß des Covers auf die Kaufentscheidung ist umgekehrt proportional der musikalischen Kompetenz des Käufers


    Jein oder besser Jaaaaein.
    Wenn ich vor zwei für mich musikalisch gleichwertigern CDs stehe, dann entscheide ich mich für die mit der schöneren Aufmachung. Ich hab einfach mehr Freude damit, entgegen allen rationalen Betrachtungen.


    Rationalität ist überhaupt eine Sache die man überschätzt.


    Ich kaufe etliche meiner Lieblings-Analog Aufnahmen nach, die damals durchwegs verführerische Cover hatten, sie zeigten alte Gemälde, Bilder von Komponisten und deren Zeitgenossen (Vielleicht ist es noch niemandem aufgefallen, aber, wenn ich Zeit habe garniere ich auch meine Einführungsbeiträge mit solchen Bildern, die eine bestimmte Einstimmung aufs Thema hervorrufen sollen.)


    Die neuen CDs jedoch sind sachlich "anonym". Obwohl ich glaube, doch einigermaßen informiert zu sein, habe ich festgestellt, daß ich solche "gesichtslosen" CD viel seltener spiele. Interessant gerade deshalb, weil ich das Prinzip völlig durchschaue, ihm aber trotzdem erliege. Wer darüber lächelt, dem sei gesagr, daß er selbst (in anderer Form) auch diesem Schema erliegt. -Doch doch !! Beispiel gefällig ?


    Von der Logik her ist es völlig sinnlos, einem Benutzer einen Avatar oder einen Nicknamen zuzuweisen, das kostet nur Speicherplatz. Also könnt man ein Forum so aufbauen, daß nur mehr die User ID als Name zählt,
    Teleton= UserID 113 Manrico= UserID 154 etc.
    Was glaubt ihr, würde das funktionieren ? Ich sage nein.


    Ein guter Test ist auch Sekt oder Champagner aus einer Kaffetasse zu trinken. Brrr - sage ich nur.


    Wozu ein in Leinen oder Leder gebundenes Buch mit Goldrägung, ein Paperback, das automatisch nach 10 Jahren auseinanderfällt tuts doch genauso ? -Ich klaufe Paperback nur, wenn es keine gebundene Ausgabe mehr gibt, im Falle von Kaisers: Große Pianisten, das mich eigentlich mein Leben begleiten soll, ein Manko...


    Letztlich sind sogar Betriebssysteme von Computern mit Verschönerungen ausgestattet, die an sich völlig nutzlios sind und gut ein Viertel der Rechenzeit der Maschine beanspruchen - aber - sie
    erfreuen die Seele.


    Übrigens sind die von Thorsten Müller gezeigten Covers allesamt eher nicht verkaufsfördernd.Vielleicht sollten wir mal eine Thread machen: das schönste Cocver, mit der Möglichkeit von Kommentaren durch die Mitglieder.


    Ich bin jedenfalls nahe dran eigene Covers zu entwerfen und besonders hässliche CD-Hüllen auf diese Art zu ersetzen.


    Beste Grüße aus Wien


    Alfred

  • Hallo Alfred,


    Zitat

    Ich kaufe Paperback nur, wenn es keine gebundene Ausgabe mehr gibt, im Falle von Kaisers: Große Pianisten, das mich eigentlich mein Leben begleiten soll, ein Manko...


    was hindert dich daran, mit dem neuen Paperback zum nächsten Buchbinder zu gehen, und es ordentlich binden zu lassen? Das hält dann nämlich wirklich für ein ganzes Leben, während die Standardbindung heutzutage eine Dauerbenutzung auch nur wenige Jahre durchhält.


    Ciao

  • Zitat

    was hindert dich daran, mit dem neuen Paperback zum nächsten Buchbinder zu gehen, und es ordentlich binden zu lassen?


    Ausnahmsweise weiche ich kurz vom Thema ab.


    Ich binde alte Bücher selber neu, ich hab es beigebracht bekommen, und zwar in Bibliotheksleinen eine Art harzgetränktes Leinen mit Ewigkeitsanspruch. Für den Rücken benutze ich Kunstleder, die Goldprägung macht mein Buchbinder, der sehr nett und kooperativ ist, und meine Arbeit lobte.
    Jedoch sind die meisten Paperbackausgaben nicht nehr sinnvoll nachzubinden, da sie nicht mehr , wie üblich aus gefalteten Bögen bestehen die auf einen Kartonrücken genäht bzw geheftet werden.


    Zumeist wurde nämlich jener Teil, der sonst zum Heften gebraucht wird entfernt, so daß nur mehr ein Block Einzelblätter existiert. Dieser wird nun an einer Seite maschinell aufgerauht und in einen Spezialleim getunkt. In manchen Fällen wird noch mit Gaze oder Papier ergänzt.Dieser Kleber der zur Kunststoffschicht erstarrt, ist der das Einzige, das die einzelnen Blätte miteinander verbindet. Er hält je nach Beschaffenheit einige Jahre, danach wird er spröde, die einzelnen Blätter lösen sich aus dem Buch - aus der Traum. Einzelne Blätter kann man nicht binden, es bedarf der Bogen.
    Selbstverständlich kann man einem solchen Billigbuch einen Leinenumschlag verpassen - gebunden ist es deshalb noch lange nicht, die Blätter fallen raus, sobald der Leim spröde wird, genauso wie beim Originalbuch. Daher lohnt eine Nachbehandlung nicht.
    und jetzt zurück zu "Hört das Auge mit?" :yes:


    Freundliche Grüße aus Wien


    Alfred

  • Interessant. Früher war gerade das der Unterschied zum Taschenbuch, dass das Paperback sich nur im Einband von der gebundenen Version unterschied. Was du beschreibst, ist die klassische Bindung eines Taschenbuchs (einzelne Blätter geklebt).


    Ciao


  • Ja und? Habe ich was anderes oder Deiner Aussage widersprechendes geschrieben?

  • Guten Abend aus Bayern,


    also wir schließen uns auch der Meinung von Reinhard an. Das man sich mangels Erfahrung in erster Linie von seinem Auge „leiten“ lässt. Uns ging es auf jeden Fall so. Als wir anfingen uns für klassische Musik zu interessieren, standen wir schon oft staunend vor den Plattenregalen, verwundert, warum es so viele verschiedene Aufnahmen von ein und dem selben Stück gibt. (Zu der Erfahrung, dass es unterschiedliche Auffassungen gibt ein Werk zu interpretieren, kamen wir viel später)
    So haben wir anfangs ausschließlich mit den Augen eingekauft. Kennt von Euch zufällig jemand das Plattencover der Karajan (und Kubelik) Aufnahme der Krönungsmesse, Spatzenmesse, Ave verum corpus und dem Requiem erschienen Deutsche Grammophon 1973? Das alleine hat uns zum Kaufen veranlasst.
    Bei der „optischen“ Gestaltung heutiger CDs gibt es insofern einen Unterschied, dass man (wie Alfred schon gesagt hat) sie zur Not selbst gestalten kann (und es auch „tut“ (bayerisches Lieblingswort ;) )). Aber daran erkennt man auch, wie wichtig die Aufmachung für einen Klassikliebhaber sein kann. Zumindest soll sie dem Inhalt nicht nachstehen.
    Wir haben auf jeden Fall die Erfahrung gemacht, dass das Auge sich nicht gern beleidigen lässt - und das lässt sich fast auf jeden Bereich anwenden. Bestes Beispiel: (Neeeiinn - wir fangen jetzt NICHT vom Essen an... :stumm: ) Die Oper. Sie kann noch so gut gesungen sein - wenn das Bühnenbild nicht passt, genügt es einfach nicht.
    Natürlich ist es blöd, wenn man sich eine wunderschöne CD kauft, und der Inhalt alles andere als das ist - da muss mit der Zeit dann die Erfahrung her...


    Liebe Grüße :hello:


    Bettina und Wilfried

  • Zitat

    Alfred:
    Ich bin jedenfalls nahe dran eigene Covers zu entwerfen und besonders hässliche CD-Hüllen auf diese Art zu ersetzen.
    ... Auch ein Beschenkter sieht, Daß Du ihm keine Vollpreis CD gönnen wolltest, oder noch schlimmer, konntest, also Hände weg


    Ich habe mich tatsächlich eine zeitlang darin geübt, bescheidenes Coverdesign durch eigene Entwürfe aufzuwerten. Das bietet sich u.a. beim Zusammenfassen von Einzel-CDs in Mehrfach-Jewel-Cases an. Oft passen dann die originalen Booklets und Rückseiten nicht mehr rein.


    Man sollte annehmen, echten Musikkennern käme es ausschließlich auf das Hörbare an. Doch spätestens als Geschenk haftet einem White-Label-Design ein ähnliches Imageproblem an, wie der Großpackung Filterkaffee Marke "Gut & Günstig". Diesen Eindruck vermittelte mir jedenfalls eine "musikalisch aufgeschlossene" Familie, die ich mit der hervorragenden Naxos-Doppel-CD Messiaen/Austbo beglücken wollte. Für solche Leute halte ich künftig nur noch Frantz & Grammophon parat.


    g

  • Hallo allerseits!


    Ich sehe das wie Bettina und Wilfried.
    Es ist ein Teil davon. Etwas das auch irgednwo mit dazu gehört - wie beim Essen und sicherlich auch bei der Oper (noch keine persönlichen Erfahrungen).


    Bei mir ist es so, dass ich mir eine CD nicht unbedingt genau wegen einem bestimmten Cover kaufe, sondern eher durch ziemlich abstrakte oder 'abscheulich' abschreckende Cover vom Kauf abgehalten werde.


    Als Sammler (auch als junger und neuer) achte ich sehr auf das Äußere meiner CD-Sammlung.
    Da soll jede CD immer wieder verlockend aussehen. Nicht nur vom Cover her, sondern auch von den Interpreten.
    Bis jetzt habe ich jedoch keine gute oder sehr gute Interpretation (nicht unbedingt Referenz) gesehen, die ein absolut abschreckendes Cover hatte. Eher CDs, die ich mir so oder so nicht gekauft hätte (ich denke gerade an die tolle Badewanne und den Sänger...).


    Also ich achte nicht darauf, dass es das tollste und genialste Cover sein muss. Es soll ansehnlich sein. Nicht unbedingt die Schönheit schlechthin...


    Auch mit Naxos CDs habe ich keinerlei Probleme. Seien sie nun billig CDs oder nicht...So schlecht sehen sie nicht aus.
    Sollte ich sie zum Geb. oder anderen Anlässen geschenkt bekommen, hätten nur die Probleme, den ich ein 20€ Geschenk mache und ich von ihnen nur eine CD bekomme :D
    Aber theoretisch kann man ja auch mehrere schenken - Auswahl gibt es reichlich!



    Also:
    Das Auge kauft mit!
    Aber sagt nicht: "Das musst du kaufen!" - sondern: " :kotz: - Finger weg!".



    Gruß, Maik

  • Hallo!


    Dieser thread ist mir nie aufgefallen.
    Mir ist das Cover einer CD ziemlich egal, ich finde zwar das eine oder andere unpassend oder häßlich, aber letztlich kommts für mich auf den Inhalt an. Ich sehe es sowieso fast nie, bei der Lagerung im Schrank sehe ich nur den Rücken der CD, und wenn sie im Player liegt, sehe ich mir das Cover auch nicht an.
    Ich mag eher Cover nicht, auf denen wichtige Informationen fehlen (sei es das Werk oder der Interpret).
    Aber überhaupt ein Cover wäre schon gut. Manche CDs stecken in Papiertütchen oder in Laschen eines größeren booklets (z.B. Rubinstein-Edition), dann kaufe ich mir leere CD-Hüllen und male mir selbst ein Cover.


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Salut,


    es ist überhaupt offenbar eine neue Mode, CDs in Pixi-Buchform, d.h. fester Pappeinband, mehrere Seiten Text zu verpacken. Die CD ist dann auf der Innenseite des Buchrückens in einer Lasche zu finden. Optisch finde ich das sehr ansprechend, es wirkt m. E. "nobler" als die ollen Platikcover, die nach einmal Herunterfallen meist zu Bruch gehen. Allerdings finde ich das Herausnehmen der CD aus der Lasche äußerst unpraktisch.


    Dieses Modell wird derzeit von DECCA/Bartoli favorisiert:



    Eine weitere schöne Lösung zeigt Arcana: Man Klappt das Wunderding auf und findet dann drei Teile: Links oder rechts ist in einer Lasche das Booklet separiert, in der Mitte eine Standard-CD-Ablage [mit Halterung]:



    Auch allemal besser, als die Plastikteile, wo schnell das "Scharnier" bricht oder die CD-Halterung nicht "hält"...


    :hello:


    Ulli

  • Ja, ich mag die Pixi-CDs auch (oder andere originelle Verpackungsformen) - es ist einfach nett, wenn gute Musik auch noch in hübscher Aufmachung daherkommt.


    Noch wichtiger ist mir allerdings der Inhalt der Booklets - es ärgert mich einfach, wenn bei einer neuen Vollpreis-CD Texte/Übersetzungen fehlen oder keine ordentlichen Informationen zum Werk abgedruckt sind.
    Das gilt im Übrigen auch für die Resteverwertung, wo zB Warner (Apex, Elatus) positiv gegenüber Universal oder EMI positioniert.

  • Zitat

    Original von martello
    Ja, ich mag die Pixi-CDs auch (oder andere originelle Verpackungsformen) - es ist einfach nett, wenn gute Musik auch noch in hübscher Aufmachung daherkommt.


    Noch wichtiger ist mir allerdings der Inhalt der Booklets - es ärgert mich einfach, wenn bei einer neuen Vollpreis-CD Texte/Übersetzungen fehlen oder keine ordentlichen Informationen zum Werk abgedruckt sind.
    Das gilt im Übrigen auch für die Resteverwertung, wo zB Warner (Apex, Elatus) positiv gegenüber Universal oder EMI positioniert.


    Salut,


    gerade bei ARCANA sind die booklet bis jetzt auf höchstem Niveau:


    - Viersprachig [Französisch, Englisch, Italienisch, Deutsch]
    - Sehr umfangreich, im Prinzip allumfassend und auf dem neuesten Stand
    - Sehr fundiert und verständlich geschrieben
    - Keine Schreib- und/oder Übersetzungsfehler [zumindest im Deutschen nicht]


    Grüße
    Ulli

  • Zitat

    Original von martello
    Noch wichtiger ist mir allerdings der Inhalt der Booklets - es ärgert mich einfach, wenn bei einer neuen Vollpreis-CD Texte/Übersetzungen fehlen oder keine ordentlichen Informationen zum Werk abgedruckt sind.
    Das gilt im Übrigen auch für die Resteverwertung, wo zB Warner (Apex, Elatus) positiv gegenüber Universal oder EMI positioniert.


    Das möchte ich ausdrücklich unterstützen. DG (und wohl auch der Rest von Universal) ist hier schon seit Jahren wirklich mies: "Resonance" und "eloquence" haben überhaupt keine Beitexte, Opernwiederveröffentlichungen zum mid-price teils keine Libretti und selbst eine äußerliche schön gemachte Serie wie "Originals" hat meist sehr bescheidene Beitexte, meist ein paar flache Kritikerzitate und eine kurze Würdigung des/der Künstler(s), wo andere Nostalgie-Serien dazu die kompletten "original liner notes" anbieten.
    Selbst die Billigstreihe apex hat dagegen akzeptable Beihefte.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo,


    wir haben zu misslungen Booklets hier einen Thread.
    Ich glaube da hatten wir auch schon das teilweise nicht vorhandensein derselbigen angesprochen ;)



    Gruß, Maik

  • Bei einer Oper - klar, da hast Du Recht! Aber Hillary Hahn hat da leider keine Rolle :(


    AN ist diesbezüglich nicht mein Fall. Letztendlich tritt dies dann aber auch gegenüber der Musik in den Hintergrund, wobei ich der Letzte wäre, der etwas dagegen hätte, wenn beides passt.

  • Der optische Reiz spielt für mich kaum eine Rolle. Man stelle sich eine schöne Einspielung vor, ohne optische Reize - keine Problem. Man stelle sich ein Video vor, schönes Bühnenbild - aber kein Ton. Das ist nicht länger interessant als, sagen wir, 5 Minuten.


    Im Fall AN muß wohl das Auge den Schaden kompensieren, den das Ohr erleiden muß. Bei manchen funktioniert das anscheinend sogar...


    :hello:
    M.

  • Mir persönlich ist die Covergestaltung nicht egal. Rein rational weiß ich sehr wohl, dass sich durch ein häßliches Cover der musikalische Inhalt nicht verändert, aber tatsächlich passiert mir häufig doch etwas anderes und ich vermute, dass es zumindest unbewußt nahezu jedem so ergeht: Das Coverbild vergesellschaftet sich mit der Musik und wenn ich dann daran denke, dieses odes jenes Stück aus meiner Sammlung zu hören, sehe ich vor meinem inneren Auge die äußere Aufmachung der CD und ob ich nun will oder nicht, evoziert diese bei mir bestimmte Erwartungen, die ich auf die Musik übertrage.


    Eines meiner liebtsten Cover ist das der Sibelius-Sinfonien GA unter Segerstam bei Brilliant:


    Ich sah und sehe dieses Cover und denke: Genau, so klingt Sibelius! Nordisch, einsam, karg, kalt und doch mit einer (orangefarbenen) Wärme. Ich weiß nicht, ob mich das verwendete Gemälde auf diese Spur brachte oder ob es irgendwelche synästhetischen Prozesse waren.

    Einmal hat mich auch ein Cover zum Kauf bewegt. Der Preis war niedrig, der Komponist unbekannt und das Risiko gering: Sinfonien von Franz Berwald:

    Eingehender gehört habe ich nur die erste Sinfonie. Sie sagt mir nicht zu, klingt mir zu breiig. Vielleicht starte ich dereinst einen Versuch mit den anderen Stücken. Am Cover indess kann mein Missfallen nicht liegen.

    "Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheiten bei, als alle Kunst der Medizin." (W.A. Mozart)

  • Geht es bei diesem Thema nur um die CD-Einlagen. Dann muss ich dazu sagen, das meine Entscheidungen bisher nicht nach dem Aussehen gefallen sind. Anders sieht es bei mir bei der Oper aus. Da habe ich schon öfter festgestellt, dass mir vertraute Musik bei verunstalteten Inszenierung plötzlich fremdartig erschien. Hier hört bei mir das Auge eindeutig mit.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Ich würde lügen, wenn ich sagte, es wäre mir vollkommen egal wie Cover aussehen, aber die Prioritäten sind bei mir einfach anders gestellt. Klar, habe ich schöne Cover sehr gerne, aber ich würde mir nie eine CD nur des Covers wegen kaufen. Wenn ich gleiche/ähnliche Inhalte habe, wähle ich meistens (wenn der Preisunterschied nicht zu hoch ist) die Variante bei der mir das Cover besser gefällt. Aber letztlich ist das kein Kaufgrund und auch kein Kaufhindernis.
    Bei anderen Dingen abseits der Covergestaltung dagegen haben meine Augen nicht immer bewusst zumindest Anteile am Gefallen ;)

  • Eine interessante Wiederbelebung dieses Threads. Wenn ich eine CD erwerbe, geht es mir zu 100% nur um das Musikalische. Dazu noch eine ansprechendes Cover, um so besser. Aber ich richte meine Kaufentscheidungen bei bekannten Werken danach, wer dirigiert, oder wer ist der/die Solist/in? Eine Beethoven 5. mit toller Aufmachung und es spielt das Sinfonieorchester Kiekebusch mit dem Dirigenten Ohnewas hat bei mir keine Chancen. Ist es ein unbekanntes Werk, zu dem ich mir Zugang verschaffen will, gehe ich auch in erster Linie danach, kenne ich die Interpreten oder sind das unbekannte. Dann greife ich zu mir Bekanntem, wenn der Preis akzeptabel ist. Habe ich zwei Einspielungen, hochpreisig oder preiswert, kann es sein, dass ich die preiswerte bevorzuge, die Schönheit des Covers hat dann keinen Einfluss auf mein Kaufverhalten. Der Inhalt entscheidet doch, nicht die Verpackung!


    Viele Grüße


    :hello:


    Manfred