DCC Digital Compact Cassette

  • Hi All! :hello:



    hat jemand von Euch Erfahrung mit dieser Philips Erfindung?


    Ist das was dran - überleg mir so einen Recorder gebracht zuzulegen, da ich ein Autoradio besitze, welches diese Cassetten abspielen kann


    was ist die 900 Serie
    ist das wirklich das Beste?


    LG Paul? :angel:


    PS: leere Cassetten besitze ich auch genug - bekam ich durch Zufall mal geschenkt


  • Die DCC wurde in den frühen 90ern als Alternative zum DAT eingeführt. Oder als Ersatz, nachdem DAT gescheitert war. Sie war ebenfalls ein Flop und laut Wikipedia wurde die Produktion 1996 eingeselllt. Ich sehe nicht, was es bringen soll, heute noch mit dieser Technik anzufangen. Wenn du den Rekorder billig bekommst, mag es einen Sinn haben, aber CDs brennen ist so viel einfacher, dass du dir eher ein neues Autoradio leisten solltest.

  • Zitat

    Original von beckmesser
    Die DCC wurde in den frühen 90ern als Alternative zum DAT eingeführt. Oder als Ersatz, nachdem DAT gescheitert war. Sie war ebenfalls ein Flop und laut Wikipedia wurde die Produktion 1996 eingeselllt. Ich sehe nicht, was es bringen soll, heute noch mit dieser Technik anzufangen. Wenn du den Rekorder billig bekommst, mag es einen Sinn haben, aber CDs brennen ist so viel einfacher, dass du dir eher ein neues Autoradio leisten solltest.


    Nein, das ist so nicht richtig. DAT war das Studio-Medium, das nie für den Massenmarkt gedacht war (viel zu aufwändige Mechanik; ähnliches Prinzip wie bei einem Videorecorder). DCC war als Nachfolgeprodukt für die Musikkassette gedacht und musste gegen die MiniDisc von Sony antreten. Die mechanisch unproblematischere MiniDisc machte im Prinzip das Rennen, wurde aber auch nicht der große Nachfolger als portables Medium, da die Musikkassette ein zähes Leben bewies und einige Jahre danach die beschreibbare CD und wieder etwas später MP3 und Konsorten die portable Audio-Welt revolutionierten.

  • Es gab sehr wohl den Versuch, DAT im Massenmarkt als Nachfolger der MC durchzusetzen. Er war nur nicht erfolgreich. An der Mechanik lag das sicher nicht. Sie war ja im Videorekorder tauglich für den Massenmarkt. Es gab schlicht kein ausreichendes Interesse, genau wie bei DCC und MiniDisc.

  • Zitat

    Original von beckmesser
    Es gab sehr wohl den Versuch, DAT im Massenmarkt als Nachfolger der MC durchzusetzen. Er war nur nicht erfolgreich. An der Mechanik lag das sicher nicht. Sie war ja im Videorekorder tauglich für den Massenmarkt. Es gab schlicht kein ausreichendes Interesse, genau wie bei DCC und MiniDisc.


    Abgelehnt! :D


    Versuch einmal herauszufinden, was vor ca. 15 Jahren der billigste Videorecorder gekostet hat (~400,-- Euro!), und was die DAT-Recorder so gekostet haben. Das war preislich reines High-End (man denke an die schönen Sony-DAT-Recorder, die nur etwas abgespeckte Studio-Maschinen waren) und vollkommen untauglich, in die Walkmans und Kofferradios eingebaut zu werden (das Laufwerk ist auch wegen der gekippt eingebauten rotierenden Kopf-Trommel physikalisch deutlich größer als ein Kassettenlaufwerk; man hätte den edlen Sony-Mini-Walkmans nach altem Prinzip keine Konkurrenz machen können; die MiniDisc konnte es! Außerdem ist ein DAT-Laufwerk physikalisch viel empfindlicher und für harten mobilen Einsatz in Billigstgeräten wahrscheinlich ohnehin ungeeignet). Heute kosten die billigsten Videorecorder unter 100,--, was bei entsprechenden Stückzahlen wohl auch bei DAT-Laufwerken möglich wäre. Und das ist immer noch um etwa eine Zehnerpotenz zuviel, um wirklich für den Massenmarkt von tragbaren Geräten und Autoradios in Frage zu kommen...

  • Die ersten CD-Spieler haben auch 4000 DM gekostet. Das bedeutet gar nichts, so fängt es immer an. Ob es DAT ins Autoradio geschaft hätte oder in den Walkman, wollen wir mal dahingestellt sein lassen, aber bei entsprechenden Stückzahlen geht so einiges. Auf jeden Fall sollte DAT die MC im stationären HiFi-Bereich beerben (der für mich zum Massenmarkt gehört).


    Zitat

    Heute kosten die billigsten Videorecorder unter 100,--, was bei entsprechenden Stückzahlen wohl auch bei DAT-Laufwerken möglich wäre. Und das ist immer noch um etwa eine Zehnerpotenz zuviel, um wirklich für den Massenmarkt von tragbaren Geräten und Autoradios in Frage zu kommen...


    Willst du damit behaupten, Autoradios und tragbare Geräte dürften nur 10 Euro kosten?

  • Hi Leute!
    Danke erst mal für die Antworten


    es ist so - ich bin aus der Autobranche - und an nem CD Spieler scheitert es keinsfalls
    ich fände es reizend das Teil zu verwenden - das ist alles
    wenn aber jemand meint es ist der grösste Müll - dann denk ich darüber nach



    ich las aber auch schon dass die Qualität der Aufnahmen der Hammer sein soll - das würde ja dafür sprechen


    LG Paul? :angel:


    PS: ich würde das auch nicht in meinem Alltagsauto einsetzten - da läuft eh ein MP3 Player ;)

  • Zitat

    Original von beckmesser
    Die ersten CD-Spieler haben auch 4000 DM gekostet. Das bedeutet gar nichts, so fängt es immer an. Ob es DAT ins Autoradio geschaft hätte oder in den Walkman, wollen wir mal dahingestellt sein lassen, aber bei entsprechenden Stückzahlen geht so einiges. Auf jeden Fall sollte DAT die MC im stationären HiFi-Bereich beerben (der für mich zum Massenmarkt gehört).



    Willst du damit behaupten, Autoradios und tragbare Geräte dürften nur 10 Euro kosten?


    Gab es nicht mal von Becker ein DAT Autoradio?


    Oder verwechsle ich das?


    Verwirrt...


    Matthias

  • Hallo Telophilius,


    Zitat

    und vollkommen untauglich, in die Walkmans und Kofferradios eingebaut zu werden (das Laufwerk ist auch wegen der gekippt eingebauten rotierenden Kopf-Trommel physikalisch deutlich größer als ein Kassettenlaufwerk; man hätte den edlen Sony-Mini-Walkmans nach altem Prinzip keine Konkurrenz machen können;


    Ähm, ich besitze noch einen Sony DAT-Walkman den TCD-D3 und er ist nicht grösser als ein Cassettenwalkman. Viele Musiker haben sich so einen gekauft, da man mit ihm recht gute Liveaufnahmen machen konnte.
    WArum sich DAT auf dem Massenmarkt nicht durchgesetzt hat, mag mit dem relativ hohen Preis der Medien selber zusammen hängen. Rein von der Qualität her, ist DAT hervorragend, besser als alles, was ich kenne incl CD-ROM-Kopien. Professionell wurde das DAT eigentlich erst vor ein paar Jahren durch das Festplattenrecording abgelöst.
    Aber eigentlich ging es um DCC´s, dei haben sich definitiv weder professionell, noch auf dem Massenmarkt durchgesetzt und ich glaube auch nicht, dass man noch Leecassetten für dieses Format kaufen kann,
    Gruss


    Syrinx :hello:

  • Zitat

    Original von beckmesser
    Die ersten CD-Spieler haben auch 4000 DM gekostet. Das bedeutet gar nichts, so fängt es immer an. Ob es DAT ins Autoradio geschaft hätte oder in den Walkman, wollen wir mal dahingestellt sein lassen, aber bei entsprechenden Stückzahlen geht so einiges. Auf jeden Fall sollte DAT die MC im stationären HiFi-Bereich beerben (der für mich zum Massenmarkt gehört).


    Nun übertreibe nicht! ;)
    Der Philips CD100 ging für etwa 2000DM über den Ladentisch. Und es dauerte lange, bis die Preise merklich nachließen. Die DAT-Geräte traten vorerst nicht an, die MC zu ersetzen, denn es handelte sich um völlig verschiedene Preisregionen. Sie erlaubten aber auf sehr handliche Weise Studioqualität zu Hause und bedeuteten das schnelle Aussterben der großen Tonbandmaschinen. Es gab auch jede Menge transportable Geräte, allerdings offenbar primär für Reporter gedacht, da zumeist in der Art eines Uher Report. Sony bemühte sich um Miniaturisierung, aber das kleinste DAT-Portable, das ich kenne, hat etwa die doppelte Größe eines zierlichen Walkmans. Und vermutlich ein großes Vielfaches im Preis. Und nein, der Bereich der stationären Geräte im gehobenen Preissegment hat absolut nichts mit Massenmarkt zu tun.


    Sehr schnell aber zeigte sich die Unmöglichkeit, mit dem teuren DAT der eingesessenen MC das Wasser abzugraben. Aus genau diesem Grunde wurde überhaupt erst ein neues Format entwickelt. Dummerweise nicht eines sondern gleich zwei. Philips entwickelte das Bandprinzip weiter, verwarf aber die teure DAT-Mechanik, sondern schaffte mit den alten Laufwerken unter Verwendung von digitaler Aufzeichnung und Datenreduktion einen deutlichen Qualitätssprung unter Beibehaltung der Rückwärtskompatibilität. Sony wählte nach dem teuren Flop der Elcaset (aka Super-MC) einen visionäreren Ansatz, der leider anfangs Probleme mit der Klangqualität hatte (selbst entwickeltes Datenreduktionsformat mit Nachbesserungsbedarf). Der Konsument wurde mit zwei teureren Alternativen zur MC - die ihm überwiegend ohnehin gut genug war - konfrontiert und konnte sich verständlicherweise längere Zeit nicht entscheiden. Und als sich die MiniDisc als Siegerin etablierte, zeichnete sich bereits die wiederbeschreibbare CD am Horizont ab und ein in der Zwischenzeit entwickeltes Komprimierungsverfahren wartete nur mehr darauf, um im großen Stil auf die Menschheit losgelassen zu werden...



    Zitat


    Willst du damit behaupten, Autoradios und tragbare Geräte dürften nur 10 Euro kosten?


    Im Prinzip ja, was den Laufwerksanteil anbelangt. MC-Laufwerke in günstigen Walkmans oder Autoradios koste(te)n etwa so viel, ebenso aktuelle DVD-Laufwerke. In diesen Regionen bewegt sich Massenproduktion. DAT ist mechanisch zu aufwändig, um da jemals mithalten zu können. Es hatte seine Zeit im Studio- und High-End-Bereich und wird als ausgereiftes Prinzip noch immer zur Datensicherung verwendet. Mehr war nicht drinnen.




    Syrinx :

    Zitat

    Original von Syrinx
    ...
    Ähm, ich besitze noch einen Sony DAT-Walkman den TCD-D3 und er ist nicht grösser als ein Cassettenwalkman. Viele Musiker haben sich so einen gekauft, da man mit ihm recht gute Liveaufnahmen machen konnte.
    ...


    Nein, nein! Das ist Wasser auf meine Mühle! Dein Schmuckstück ist eines der kleinsten mir bekannten Geräte, und das zu einem stolzen Preis, nix Massenware! Er ist sogar kleiner als der legendäre Sony Walkman Professional WM-D6C. Aber Sony baute viele deutlich kleinere Walkmans, und sie waren vor allem nur halb so dick! Der TCD-D7 war noch kleiner und wirklich fast in Walkman-Bereichen, jedoch immer noch zwangsläufig viel dicker. Und die MiniDisc-Player waren noch einmal merklich zierlicher als die Walkmans. Keine Chance für DAT, derart miniaturisiert zu werden! Die Trommel-Einheit vereitelte echte Slimline-Geräte.


  • Hatte mich doch nicht getäuscht:


    http://www.autoradio-oldtimer.de/


    bestätigt mich:


    1987 Erstes Zwei-Empfänger-Konzept im Becker MEXICO CASSETTE DIVERSITY 830. Neue digitale Medien kamen auf den Markt und so experimentierte auch Becker mit einem DAT-Laufwerk (Digital Audio Tape). Dieser MEXICO DAT blieb aber ein Einzelstück. Das gleiche Schicksal ereilte den Blaupunkt BERLIN IDT 88 auch er ging nie in Serie.


    Da gibt es auch den Link zu dem Bild:


    http://www.autoradio-oldtimer.de/images/b_mexdat.jpg



    Gruß,


    Matthias

  • Theophilus : Da der Threadjack schon lange genug dauert, will ich nur kurz antworten: Du definierst den Massenmarkt anders als ich.


    @Paul: Ich kenne DCC nicht aus Erfahrung. Schlecht dürfte die Technik aber kaum sein, nur nicht mehr ganz zeitgemäss. Aber wenn's dir Spass macht... Ob die Aufnahmen im Vergleich zur CD "der Hammer" sind, bezweifle ich allerdings.