Was wäre wenn? Wie Opern im richtigen Leben weiter gehen könnten

  • Hallo zusammen,


    ich weiß nicht ob "Die Dubarry" ein so gutes Beispiel ist. Durch die Heirat mit dem Grafen Dubarry ist sie eh schon Gräfin und hat eine sehr große Machtposition. Allerdings kann sich diese natürlich im Laufe der Geschichte ändern, da sie auch etliche Neider und Missgönner hat. Sollten diese Gehör beim König erlangen, dann sähe die Sache allerdings schon schlechter aus für sie. Nur die Gute ist sehr klug und von daher sicher auf der Hut.


    @ Peter - Deine Version finde ich auch gut, aber im Moment fällt mir keine Operette od. Oper ein an die wir sie anknüpfen könnten.


    LG


    Maggie

  • Zitat

    Original von Maggie
    @Peter - Deine Version finde ich auch gut, aber im Moment fällt mir keine Operette od. Oper ein an die wir sie anknüpfen könnten.


    Liebe Maggie,


    wie wäre es mit der "Madame Pompadour" , wäre dann nicht ganz historisch - oder mit "Das Halsband der Königin", dann kommt die Gräfin Jeanne de la Motte nicht in die Bastille sondern in ein Kloster, wird dort Äbtissin und ...


    LG Peter

  • Lieber Peter,


    Kann man nicht die Eboli in Deinem Sinn verwenden? Sie muß jedenfalls ein leckerer Bissen gewesen sein, was nach alten Operngesetzen eine mildere Behandlung nahelegt.
    Wenn hätten wir denn sonst noch? Die Cagliari aus "Wiener Blut"! Der sicher einträgliche, aber kaum ergiebige Flirt mit dem trotteligen Premierminister von Reuß-Schleiz-Greiz ist kein Dauerzustand, der Graf inzwischen treuer Ehemann, die tänzerische Karriere neigt sich dem Ende zu - ein kurzes Zwischenspiel im Kloster wäre da zu verkraften.


    LG


    Waldi

  • Zitat

    Original von Fairy Queen
    Alcina und Morgana treten reumütig in ein Kloster ein und machen reumütig ihrem verzauberten Mâtressenleben ein Ende um nun statt eines Fluchs ein Segen für die Menschheit zu werden. Dort stossen sie allerdings auf eine Truppe lauter aus dem Leim gegangener frustrierter Nonnen, deren einziges Vergnügen der Verzehr von Schweinshaxen mit Specksosse ist. Ihre Begabung und Schönheit weckt die niedersten Instinkte in den alteingesessenen Klosterinsasssinnnen und sie werden in jeder nur erdenklichen Weise gequält und gemobbt. Womit wir ja bei deinem Plot angekommen wären :yes: :D


    Und ihre Kochkünste! (Kochen und Zaubern haben doch viel miteinander zu tun!)
    Nichts gegen einmal Schweinshaxen mit Specksoße, aber auf die Dauer... :wacky:
    Ich unterstütze diese Oper! Wer schreibt das Libretto? Edwin werden wir dann schon irgendwie zur Komposition überreden... :D


    Liebe Grüße,
    Martin


  • Lieber Peter


    leider kenne ich die Operette noch nicht, aber ich habe eben kurz in den Operettenführer geschaut. Ich glaube das würde gut passen. Da die Pompadour die Vorgängerin der Dubarry ist, könnte man möglicherweises sogar eine Zwischenversion scheiben. Das hieße natürlich, dass die Pompadour in der Dubarry in Erscheinung tretten müsste.


    @Waldi - Den Vorschlag mit Cagliari finde ich gut. Auf Deine Operettenerweiterungsidee wäre ich gespannt. Da die Gute ein echtes Wiener Blut ist, dürfte es Dir doch nicht schwerfallen etwas passendes zu finden. :]


    LG


    Maggie

  • Zitat

    Original von Maggie


    @Waldi - Den Vorschlag mit Cagliari finde ich gut. Auf Deine Operettenerweiterungsidee wäre ich gespannt. Da die Gute ein echtes Wiener Blut ist, dürfte es Dir doch nicht schwerfallen etwas passendes zu finden. :]


    Liebe Maggie,


    Inspiration kann man nur erhoffen, aber nicht befehlen. Einstweilen raufe ich mit der Inhaltsangabe von "Wiener Blut" zum Operettenführer, lausche dazwischen der Klemperer Budapest-"Zauberflöte", dem Fricsay-"Rigoletto" und hoffentlich auch noch dem Melchior-"Lohengrin" sowie anderen Ohrenschmäusen, denn unter der Woche bleibt für solchen Genuß keine Zeit, und mein heimischer Schreibtisch hinter mir wartet auch noch. Vielleicht fällt Peter etwas Passendes ein.


    LG


    Waldi

  • Lieber Waldi,


    Zitat

    Inspiration kann man nur erhoffen, aber nicht befehlen.


    Das ist zwar richtig, nur ich war der Ansicht, das Du in Bezug auf die Cagliari schon eine Idee im Hinterkopf hattest.
    Dann wünsche ich Dir einsweilen viel Spass mit dem Operettenführer.


    LG


    Maggie

  • Ihr Lieben, hier kommt die Fortsetzung von Mozarts
    "Entführung aus dem Serail"
    Koproduktion von Peter und mir, nachdem unsere Perlenfischer noch weiter mit Fettanfuttern befasst und wir daher vorübergehend arbeitslos sind.



    Die Vorgeschichte ist ja bekannt: Der Bassa Selim lässt Constanze, Blonde, Belmonte und Pedrillo grossmütig ziehen und zeigt sich als der wahre Held der Geschcihte. Er und Osmin gehen in puncto Liebe dann leider leer aus , während die Paare Constanze/Belmonte und Blonde/Pedrillo endlich vereint sind und zurück in ihre spanische Heimat segeln.



    1. Akt in Belmontes Schloss in Sevilla



    Constanze ist weider einmal von ihrer neuen Gouverante Prudizia(Altpartie) gemassregelt worden,Arie "O sancta moralia" dass ihr Dekolleté 0,5 cm zu tief sei und ihre Ärmel nicht ordnungsgemäss auch die Handknöchel bedecken. Belmonte, der ihr, um Ehre und Anstand seines Hauses zu wahren, die Gouvernante als Wachhund zugeteilt hatte, kommt herein und verkündet seiner Braut, er werde die nächsten Tage wegen einer Stierrhatz in Begleitung von Pedrillo abwesend sein und sich danach dann um die letzten Formalitäten ihrer noch immer ausstehenden Mitgift kümmern. Fernchor der Toreros und Tabak-Arbeiterinnen in Hintergrund.
    Er bemerkt Constanzes Niedergeschlagenheit nicht und verlässt ohne weiteren Dialog mit ihr das Schloss.
    Es folgt Rezitativ und grosse Trauer- Arie der Constanze "Ach , ich glaubte geliebt zu werden, war so glücklich"
    Blondchen stürzt laut schluchzend und zornesrot ins Zimmer und berichtet ihrer Freundin Constanze von den neuesten Untaten ihres Verlobten Pedrillo, der wieder einmal bei Leiter anstellen bei diversen Kammerzofen und Küchenmägden erwischt wurde. Wutarie mit Extra-Koloraturen. "Der soll niemals triumphieren, eher werd ich ihn kastrieren"
    Daran anschliessend:
    Duett Blonde/Constanze: "Wir haben genug von all diesem Trug"


    Die beiden Frauen beschliessen, bei Nacht und Nebel das Schloss zu verlassen und sich mit dem nächsten Schiff auf den Rückweg zum Bassa Selim zu begeben.
    Constanze gesteht Blonde in der sogenannten "Enthüllungsarie" , dass sie nun endlch den Wert wahrer und reifer Liebe erkannt hat und den Bassa ohnehin erotisch viel reizvoller fand ( versteckter Vaterkomplex?) als den jungen unreifen Belmonte. Blonde als geborene Abenteurerin ist begeistert undbeschliesst, ebenfalls in der Fremde ihr Glück zu suchen und die Freundin zu begleiten. Arietta "Neue Wonne , neue Lust".


    Ich übergebe zum zweiten Akt.

  • (Nachdem wir uns noch einmal über den Fortgang der Oper verständigt haben, einigten wir uns auf eine weitere Fortsetzung, was nun das eherne Gesetz der Mozartzeit, dass die Oper den Zeitraum eines Tages umfasst, berücksichtigt. Der dritte Teil, das sei schon einmal verraten, wird wieder auf dem Landgut des Bassas spielen.)


    2. Akt Am Hafen von Sevilla


    Zu sehen ist der Hafen und eine Kneipe mit Namen "Hidalgo".


    Vor der Kneipe stehen einige Tische und Stühle. Wild aussehende Männer lassen sich vom Hidalgo-Wirt Wein einschenken und singen dazu "Nur das Saufen und das Fressen lässt die Galeere uns vergessen".


    Constanze und Blonde in Reisekleidern kommen von links dazu und werden gleich von dem Anführer der Horde angemacht. Sie verlassen die Bühne nach rechts. Nun taucht Prudizia auf, die den beiden gefolgt ist. Als sie den Anführer der Horde sieht, winkt sie ihm zu. Beide kennen sich offensichtlich. Sie singen ein Duett "Zu Rache hilf mir, mein Sohn". Im darauffolgenden Accompagnato verabreden sie, dass Constanze und Blondchen überfallen, gefangen genommen und als Sklavinnen verkauft werden sollen. Prudizia geht nun in die Kneipe, um sich bewirten zu lassen, während sich die Kumpane verständigen "Die Schönen werden wir verkaufen, die Taler können wir versaufen!"


    Da legt ein türkisches Schiff an. Die Schurken freuen sich, da sie ihre Opfer gleich loswerden können. Es ist ein reichgeschmücktes Schiff eines mächtigen Herrn, dessen Dienerschaft gleich mit einer beeindruckenden Musik und einem Chor (wir ahnen's schon) "Bassa Selim, er soll leben" den Auftritt von Bassa Selim vorbereiten, der nun auch auftritt, begleitet von einem dicken Diener (Osmin) und seinem schlanken Neffen (Ali, eine Hosenrolle für einen Mezzo). Arie des Bassa (er darf nun endlich singen!) "Dich, Boden Spaniens, betret ich wieder". Es setzt nun wieder der Chor der Dienerschaft ein.


    Während die Gauner voll Staunen Bassa Selim singen hören (dem Anführer fallen nur Einzeiler ein), haben Constanze und Blondchen die Bühne wieder betreten. Als nun der Anführer der Horde die beiden sieht, gibt er ein Zeichen und die beiden werden von der Horde eingekreist.


    Bassa Selim springt mit Ali an seiner Seite in die Mitte des drohenden Kreises, während Osmin die Dienerschaft ermutigt, seinem Herrn zu helfen. Der Hidalgowirt singt: "Nur dem Frieden widmet' ich mein Leben", während sich der Kreis immer enger schließt. Prudizia kommt aus der Kneipe und feuert die Horde an: "Nur Mut! Wer mir missfällt, muss leiden!" Bassa Selim singt "Mit meinem Schwert schütz ich Dein Leben!" zieht selbiges, während die Damen eine wohltätige Ohnmacht vorziehen. Als aber die Dienerschaft des Bassa zu Hilfe eilt, verlässt die Schurken der Mut und sie entfliehen. Nur Prudizia beobachtet aus dem Hintergrund das Geschehen. Ali nimmt Blondchen, der Bassa Selim Konstanze auf seine Arme und beiden tragen die beiden Frauen auf das Schiff. Die Dienerschaft singt: "Heil unserm Herrn, des Orients Stern, verjagt die Schurken, besiegt die Gurken!" Darein mischen sich die Stimmen der beiden in den Armen ihrer Retter erwachenden Damen "Dank sei Dir, edler Herr" und der Antwort der beiden edlen Männer "Keinen Dank, edle Frauen".


    Ich übergebe zum dritten Akt.


    Liebe Grüße Peter

  • Zitat

    Original von Rideamus
    Einen kleinen Einwand habe ich aber bei der Überignung des VETTER AUS DINGSDA an den Rosenkavalier. Ich hoffe zuversichtlich, dass ihr die Operette gefällt, wenn die Aufführung das zulässt, schon weil das Buch von Rideamus ist. Deshalb denke ich aber auch, dass ihm die Fortsetzung vorbehalten bleiben sollte - .....


    Lieber Rideamus,
    wie ich ja im Thread "Gestern in der Oper" geschildert habe, endet der Vetter in Wiesbaden nicht mit einem Happy End. Julia bleibt in ihrem Wahn (?) und will auf Roderich warten, der aber Augusts Identität angenommen hat und wohl eher Hannchen zugeneigt bleibt. Und August verlässt traurig das Kuhbrodtsche Haus.


    Wenn das keine Steilvorlage für eine Fortsetzung ist...... ;)


    LG
    Rosenkavalier


    PS: Die Operette hat mir übrigens sehr gefallen - ich entwickle mich langsam zum Operettenfan....

  • Zitat

    Original von Rosenkavalier


    Lieber Rideamus,
    wie ich ja im Thread "Gestern in der Oper" geschildert habe, endet der Vetter in Wiesbaden nicht mit einem Happy End. Julia bleibt in ihrem Wahn (?) und will auf Roderich warten, der aber Augusts Identität angenommen hat und wohl eher Hannchen zugeneigt bleibt. Und August verlässt traurig das Kuhbrodtsche Haus.


    Wenn das keine Steilvorlage für eine Fortsetzung ist...... ;)


    ... dann solltest Du die unbedingt schreiben, denn Du bist ja jetzt viel dichter dran. :D


    Bei der Gelegenheit: vielen Dank für den sehr anschaulichen Bericht aus Wiesbaden. Schade, dass ich nicht mehr in Frankfurt wohne.


    :hello: Rideamus

  • Nun Akt Drei des zweiten Teils der Entführungs-Trilogie.



    3 Akt


    Prudizia hat inzwischen natürlich Boten zu Belmonte und Pedrillo geschickt und sie von der Flucht ihrer Verlobten in Kenntnis gesetzt.
    Die Beiden, die sich auf eine lustige und feuchtfröhliche Stierhatz "unter Kerlen"gefreut hatten, sind keinesfalls amused, schon wieder ihre beiden Damen einsammeln zu müssen.
    Duett "Nix als Ärger mit den Weibern"



    In Anbetracht, der bisher getätigten Investitionen und Constanzes ausstehender Mitgift sowie der schönen Augen und (auf)-reizenden Phantasie von Blonde beschliessen sie aber trotzdem , die Verfolgung aufzunehmen.


    Sie treffen im Hafen Prudizia, die die Räuberbande ihres Sohnes wieder um sich versammelt hat.
    Selbigen hatte sie vor vielen Jahren in inzestuöser Beziehung mit ihrem Bruder gezeugt und heimlich ausgesetzt. Aus Kummer und Schande über diese Kapitalsünde ist seither nur noch Hass und Bitterkeit in ihrem Herzen geblieben.
    Als sie hier im Hafen ihren Filius an einem Amulett erkennt ,wird sie gleichzeitig von Verzweiflung und Freude überrollt. Arie und anschliessendes Duett: " O zittre nicht, mein altes Herz- jetzt bin ich doch mit dir vereint und darf nun Sohn dich nennen"


    Sie beschwört die Truppe nun mit blitzenden Augen, Mut und Kampfbereitschaft zu zeigen und Belmonte verspricht entsprechenden pekuniären Lohn. Chor der Banditen "Zehntausend Taler"


    Sie beschliessen das Schiff zu entern. Furioser Männer- Chor: "Hojohehe-olé olé!"


    Szenenwechsel:
    Auf dem Schiff ist Blonde inzwischen aus ihrer englischen Ohnmacht erwacht und findet sich in den Armen eines reizenden schwarzgelockten Jünglings(Ali, Mezzo- Hosenrolle) wieder, der sie zudem noch mit verliebten Augen ansieht. Sofortiger Coup de foudre und Duett "Ist kein Traum, das muss Liebe sein!"


    Constanze öffnet etwas später ebenfalls ihre grossen blauen Augen und sieht dem selig lächelnden Bassa Selim ins Gesicht.
    Sie bringt kein Wort über die Lippen als "Danke" .
    Bevor der Bassa noch antworten kann, stürmt Osmin herein und kündigt die Ankunft des Gesandten des spanischen Königs an. Als er Blonde und Ali in seliger Verzückung sieht, will er zum Schwert greifen und beginnt bereits mit einer seiner berüchtigten Wutschnaub-Arien, aber der Bassa schneidet ihm den Ton ab und befiehlt den köngilichen Boten sofort vorzulassen, da Eile geboten sei.


    Der Bote tritt ein und verkündet, dass dem Bassa das Erbe , um das er betrogen wurde, zurückerstattet werde : unter der Bedingung, dass er den christlichen Glauben annähme. Selim wirft Constanze einen Blick zu, bevor er antwortet. Sie nickt ihm strahlend zu und er willigt ein.
    Freudenensemble aller anwesenden Sänger:" Bassa Selim möge leben"


    Da wird gemeldet, dass fremde Banditen versucht haben, das Schiff zu entern , von den braven Soldaten des Bassa jedoch in die Flucht geschlagen wurden und man drei Gefangene gemacht habe.
    Prudizia, Pedrillo und Belmonte werden hereingeführt.
    Pedrillo und Belmonte fordern ihre Verlobten zurück.
    Je eine kurze Arie ohne grosse Überzeugungskraft. Blonde schmiegt sich demonstrativ an Ali und schüttelt den Kopf. Constanze schlägt die Augen nieder.
    Der Bassa Selim fragt Constanze, ob sie mit Belmonte das Schiff verlassen wolle, er sei bereit, ihnen freies Geleit zu geben.
    Arie:" Alles sei dein freier Willen"


    Constanze bricht in Tränen aus, reissst sich aber dann zusammen und schüttelt wortlos den Kopf.
    Prudizia stimmt mit Pedrillo und Belmonte ein Trio an: " Schlangenbrut und undankbares Natterngezücht"
    Der Bassa in seiner Festtagsfreude gibt ihnen dennoch die Freiheit und lässt alle Drei vom Schiff bringen.
    Unter dem Rachegebrüll von Prudizia und ihren wieder einmal versammelten Truppen verlässt das Schiff den Hafen und bricht gen Orient auf.



    Ende des zweiten Teils der Entführungstrilogie

  • Bei aller Begeisterung für diese vermutlich mit hohem Personal- und Materialaufwand zu inszenierende Fortsetzung, muss ich doch auf einen möglichen Bruch hinweisen:


    Zitat

    2. Akt:
    Nun taucht Prudizia auf, die den beiden gefolgt ist. Als sie den Anführer der Horde sieht, winkt sie ihm zu. Beide kennen sich offensichtlich. Sie singen ein Duett "Zu Rache hilf mir, mein Sohn".


    Zitat

    3. Akt:
    Sie treffen im Hafen Prudizia, die die Räuberbande ihres Sohnes wieder um sich versammelt hat.
    Selbigen hatte sie vor vielen Jahren in inzestuöser Beziehung mit ihrem Bruder gezeugt und heimlich ausgesetzt. Aus Kummer und Schande über diese Kapitalsünde ist seither nur noch Hass und Bitterkeit in ihrem Herzen geblieben.
    Als sie hier im Hafen ihren Filius an einem Amulett erkennt ,wird sie gleichzeitig von Verzweiflung und Freude überrollt. Arie und anschliessendes Duett: " O zittre nciht, mein altes Herz- jetzt bin ich doch mit dir vereint und darf nun Sohn dich nennen".


    Also: Wann erkennt Prudenzia ihren Sohn? Im zweiten oder im dritten Akt?


    LG
    Rosenkavalier

  • Zitat

    Original von Rosenkavalier
    Bei aller Begeisterung für diese vermutlich mit hohem Personal- und Materialaufwand zu inszenierende Fortsetzung, muss ich doch auf einen möglichen Bruch hinweisen:


    Liebe Commissaria,


    gut beobachtet. Die vorgeschlagene Lösung: Figaro-mäßig. Die beiden kennen sich, haben auch eine Bindung, deuten sie aber (falsch). Wenn Prudizia singt "Mein Sohn" bezeichnet dies erst den Altersunterschied, aber ...


    Zitat

    Also: Wann erkennt Prudenzia ihren Sohn? Im zweiten oder im dritten Akt?


    ... im dritten Akt gibt es dann die Szene, dass dies bekannte Amulett für sie sichtbar - und er als Sohn für sie erkennbar wird.


    Liebe Grüße Peter

  • ¨Liebe Comissaria Rosenkavalier alias Ali (du hast deine Rolle ja hoffentlcih schon erkannt und adoptiert!!!!! :hello:),
    du hast Recht, da haben wir "gepennt"!
    Erst Peter, der das ganze Potential hat einfach in einem Nebensatz untergehen lassen , dann ich, die sofort eine dramatische Szene draus machen wollte und übersehen habe, dass Peter den Sohn schon erwähnt hatte.
    Also nehmen wir nun als Notlösung Peters elegante Wendung..... :D
    Dei Arie "O zittre nciht" hat übrigens das Zeug zum Glanzstück für nciht mehr ganz taufrische Alte zu werden, Tremolo ist einprogrammiert und man kann seine gesamten emotionalen Lebenserfahrungen einbringen. :yes:
    F.Q.

  • Liebe Fairy, Lieber Peter,


    herzlichen Glückwunsch zu dieser einfallsreichen FORTFÜHRUNG IN DAS SERAIL. Besonders die schon angedeuteten Musikstücke haben mir sehr gefallen, auch wenn ich den Librettisten ersuchen würde, sich auf Schurken einen etwas eleganteren Reim einfallen zu lassen als Gurken.


    Das Problem hat jemand, der nur Einzeiler kann, natürlich nicht, denn von Binnenreimen hat der wohl auch noch nie etwas gehört.


    Nachdem Ihr aber nun so erfolgreich den Schikaneder gespielt und die Charaktere des halben Personals in ihr Gegenteil verkehrt habt (natürlich mal wieder die Männer :boese2: ), dürft Ihr uns mit dem dritten Teil nicht zu lange warten lassen. Mir ist nämlich schleierhaft, wie da jetzt noch Spannung hinein gebracht werden soll, ohne dass Konstanze sich als eine Schwester der Hexe aus HÄNSEL UND GRETEL entpuppt (ja, das waren noch richtige Großfamilien), die gar keine Mitgift hat, weshalb sie sich für einen bestimmten Körperbereich der Herren nur interessierte, weil da allgemein auch der Geldbeutel hängt, der so verborgen und prall ist, dass man ihn leicht verwechseln kann. Kaum hat sie ihr Ziel erreicht, verwandelt sie sich in Sarastro und erzwingt eine Fortsetzung der ZAUBERFLÖTE mit dem Personal, wie es ursprünglich vorgesehen war.


    Blondchen lässt sich dann wohl die Haare schwarz färben und wird, nachdem sie sich mit Ali verkracht hat, weil der kein Stierkämpfer werden will, Zigarettendreherin auf der Suche nach echten Helden in Uniform. Da es solche kaum gibt, findet sie natürlich keinen und bekommt schließlich einen Vogel(fänger?), denn da man inzwiwchen ein altes Weib aus ihr gemacht hat, ist das ihre einzige Chance, wieder jung und begehrenswert zu werden.


    Was sie dann aber auch bleiben will, so dass es mit dem Kindersegen wohl nichts wird.


    Das wäre aber alles ganz schön doof und vorhersehbar. Ich hoffe also sehr, dass Euch schon Besseres eingefallen ist.


    :hello: Rideamus

  • Zitat

    Original von Fairy Queen
    ¨Liebee Comissaria Rosenkavalier alias Ali (du hast deine Rolle ja hoffentlcih scho nerkannt und adoptiert!!!!! :hello:),


    Ne, nicht schon wieder ne Hosenrolle :wacky: :rolleyes: ;( :motz: , und dann auch noch im Zusammenspiel mit einer Koloratoursoubrette :faint:.....


    :D
    Rosenkavalier

  • Zitat

    Original von Rideamus
    Gern gechehen, aber wenn ich zu Deiner Bechwerde mich als Kind zitieren darf:


    DIE HABEN ANGEFANGEN !!! :angel:


    :hello: Rideamus


    Hi, hi, den Satz nehme ich heute immer noch gerne her..... :untertauch:


    Außerdem - wenn ich mich BESCHWERE, dann hört sich das anders an :pfeif:.


    So, dann wende ich mich mal dem Vetter aus Dingsda zu - schließlich kann ich ja aus dem vollen Familienstammbaum schöpfen, der netterweise anlässlich der Premiere in Wiesbaden zur Verfügung gestellt wurde.


    LG
    Rosenkavalier

  • Zitat

    Original von Rideamus
    Liebe Fairy, Lieber Peter,


    herzlichen Glückwunsch zu dieser einfallsreichen FORTFÜHRUNG IN DAS SERAIL. Besonders die schon angedeuteten Musikstücke haben mir sehr gefallen, auch wenn ich den Librettisten ersuchen würde, sich auf Schurken einen etwas eleganteren Reim einfallen zu lassen als Gurken.


    Lieber Rideamus,


    bevor ich mich auf die Strümpfe mache, komme ich Dir gerne nach: "Heil unserm Herrn, des Orients Stern, vereint im Bunde, verjagt die Hunde"


    Liebe Grüße


    Peter


  • Lieber Peter,


    danke für die schnelle Berücksichtigung meiner Motzerei. Die neue Fassung gefällt mir schon viel besser. Allerdings wird es jetzt dem Komponisten schwer fallen, dazu nicht die amerikanische Präsidentenhymne "Hail to the Chief" zu varriieren. :D


    :hello: Rideamus

  • Lieber Ali, wenn Du nciht brav bist, rufe ich Osmin und der peitscht dir die Fusssohlen! Was soll das denn heissen: schon wieder???????? :boese2:
    Ich gebe hier umgehend eine Anzeige auf: "potenter Mezzo als Ersatz für meiner überdrüssige Verräterin gesucht", (wenn du nciht widerrufst :( ) Schluchz!!!!!!!


    Lieber Rideamus, die Fortsetzung ist schon längst im Kopf parat und ganz anders als Du denkst!
    Aber bei Deiner blühenden Phantasie kannst du bei weiteren Trilogien gerne mitmischen. :hello:


    Nur eins sei schon verraten:
    Blondchen gründet mit Ali eine Schule für die entlassenen Haremsdamen des Bassa Selim und dort geht es sehr buffonisch her. Das Seria- Paar Constanze und Bassa Selim haben derweil 1001 Nächte abzuarbeiten und Osmin und Prudizia........ nun........ Fortsetzung folgt. Ausserdem mischen Pedrillo und Belomonte auch noch mit, die setzen nämlich zusammen mit Prudizia und deren einsilbigem Sprössling den" Entführten" wieder nach, weil Constanze den Familienbrillanten des Belmonte mitgenommen hat(aus Versehen hatte sie ihn um den Hals, war ja das Verlobungsgeschenk....)
    Also eine Halsbandaffäre gibt es auch noch.
    Im Moment müssen sowohl Peter als auch ich unseren beruflichen Pflichten nachkommen, aber heute abend bin ich zumindest sicher wieder da. Wer Akt Eins schreiben darf, haben wir aber noch nciht ausgelost, eigentlich wäre Peter dran.


    Fairy Queen :angel:

  • Zitat

    Original von Fairy Queen
    Lieber Ali, wenn Du nciht brav bist, rufe ich Osmin und der peitscht dir die Fusssohlen! Was soll das denn heissen: schon wieder???????? :boese2:
    Ich gebe hier umgehend eine Anzeige auf: "potenter Mezzo als Ersatz für meiner überdrüssige Verräterin gesucht", (wenn du nciht widerrufst :( ) Schluchz!!!!!!!


    Nicht, dass mich die Peitsche schrecken würde :evil: - aber einer schluchzenden Feenkönigin kann ich natürlich nichts abschlagen.
    OK - ich widerrufe zähneknirschend und füge mich in mein Mezzoschicksal ;(


    LG
    Rosenkavalier

  • Der Vetter aus Dingsda II oder Noch mehr Verwandte


    Ausgangspunkt ist die Variante, die ich in Wiesbaden gesehen habe. Julia wartet weiterhin auf Roderich, der allerdings die Identität von August angenommen hat und mit Hannchen verbandelt ist. Der echte August hat enttäuscht die Kuhbrodtsche Villa verlassen.


    Ouvertüre:
    Per Video wird die letzte Szene eingespielt, die den Abgang Augusts aus der Kuhbrodtschen Villa zeigt.


    1. Akt:
    Julia wühlt auf dem Speicher in alten Kinderbildern und summt immer mal wieder Meldodiefetzen aus „Strahlender Mond, der am Himmelszelt wohnt“. Sie ist sichtlich entrückt und bemerkt auch nicht das aufziehende Gewitter. Auf dem Höhepunkt des Gewitters zieht sie ein Bild aus einer Kiste, auf der sie, Hannchen, August und Roderich als Kinder abgebildet sind. Sie erwacht aus ihrer Entrückung und erkennt den Betrug (große Arie: „Er ist’s, er ist’s, der mich betrog“). Zufällig ;) liegt in der Bilderkiste ein Dolch, mit dem sie während der Arie immer wieder auf das Bild einsticht.


    2. Akt:
    Hannchen und Roderich (der falsche August) bereiten ihre Hochzeit vor (Freudenduett: „Bald naht die Stunde, da wir vereint“). Onkel Josse und Tante Wimpel haben die ganze Verwandtschaft eingeladen und freuen sich, das Geld ihres vermeintlichen Neffen bei einer großen Feier verjubeln zu können (Duett/Quartett mit Anklängen an „Onkel und Tanten“ und „Sieben Jahre lebt ich in Batavia“). So treffen sich die Kuhbrodts, die deWeerts und die Pelzers (Familie von Tante Wimpel) zum Polterabend (große Chorszene mit Ballett).
    Wieder zieht ein Gewitter auf, der Strom fällt aus. Im Schein der hastig entzündeten Kerzen taucht die bleiche Julia auf und geht mit dem Messer auf Roderich los. Sie wird kurzerhand von Tante Wimpel niedergeschlagen, die – wie immer – eine Flasche Bordeaux in Reichweite hat. Allgemeines Chaos, in dem Egon von Wildenhagen sich des Dolches bemächtigt.


    Pause


    3. Akt:
    Julia sitzt im Zimmer eines Sanatoriums und wühlt in einer Bilderkiste. Sie ist sichtlich entrückt und murmelt immer wieder den Namen „Roderich“. Dabei findet sie ein Foto, auf dem sie und August während seines Besuches auf dem Kuhbrodtschen Anwesen zu sehen sind.
    Videoeinspielung: August: „Lieb mich nicht weil ich Deinem Traumbild gleiche, Lieb mich nur, weil Du mich liebst“ (Nein, diesmal zieht kein Gewitter herauf).
    In das Murmeln von Roderichs Namen schleicht sich ab und zu das Wort „Wandrergesell“ ein, das Murmeln wird zur Melodie (Arie: Er ist’s, er ist’s, der mich geliebt). Julia öffnet das Fenster, durch das ein heller Sonnenstrahl hereinfällt und hört aus der Ferne das Lied „Ich bin nur ein armer Wandrergesell“. Es ist August, der sich mal wieder verlaufen hat. Als er Julia sieht, will er sofort wieder umdrehen, kann sich aber ihrem Bann kein zweites Mal entziehen. Julia eilt aus dem Haus und wirft sich dem verdutzen August in die Arme.
    Egon von Wildenhagen, der sich ebenfalls zur Behandlung im Sanatorium befindet, weil er sich manisch sämtlicher Blumen bemächtigt, derer er habhaft werden kann, um diese dann mit „Sie liebt mich, sie liebt mich nicht“ (Kurze Arie in Form eines Rondos) zu zerrupfen, versucht Julia aus August Armen zu entreißen, ist darin aber genauso erfolglos wie schon im Original der Operette (Kurzes Kampfterzett: „Nein, nein, nein, das darf nicht sein“). Schließlich wird er von Pflegern zurück in sein Zimmer geführt, das er sich mit dem krankhaft hysterisch Kurt deWeert, dem Bruder Julias, teilt.


    4. Akt:
    Just am Tage der (etwas verschobenen) Hochzeit von Hannchen und Roderich tauchen August und Julia im Kuhbrodtschen Anwesen auf. Allgemeines Erschrecken (Sextett mit Chor). Julia erklärt jedoch allen, dass sie nun geheilt sei und stellt August als ihren künftigen Mann vor, mit dem sie nach Batavia gehen wird um Strohhütten zu bauen. Als Onkel Josse und Tante Wimpel erkennen, dass Roderich gar nicht August ist, sie also gar nicht auf sein Geld hoffen können, räumen sie schnell den Weinkeller aus und verschwinden. Was die glücklichen Paare nicht daran hindert, eine Doppelhochzeit und Abschied mit der Verwandtschaft zu feiern (großes Finale mit Chor).
    Videoeinspielung: Julia und August betreten das Schiff nach Batavia, unerkannt folgt ihnen Egon von Wildenhagen mit dem Dolch am Gürtel.


    Happy End?!?!


    Anmerkung des Autorin: Ich hab bewusst oft Melodien/Gesangstexte aus dem ersten Teil zitiert, weil ich finde, dass Herr Künneke und Rideamus das ganz wunderbar gemacht haben.


    LG
    Rosenkavalier


    PS: Auch wenn's verpönt ist zu zählen, das war mein 400ster Beitrag :D.

  • Voilà, da ich Teil 1 ja nciht kenne, kann ich umso besser diese Story hier als Eigenprodukt ansehen! :jubel:
    Eine belliniartige Wahnsinnige, die in Liebesschmerz deliriert(Elvira) ist immer gut, fehlt nur noch die Schlafwandelszene(Amina), wo sie den echten mit dem falschen August oder Roderich oder Arturo oder Elvino verwechselt. Ich bin entzückt!
    Und ein Sanatorium macht sich auch serh gut, das wusste bereits Thomas Mann. :yes:
    Das Ende ruft ja eher nach einem dritten Teil, denn der Kerl mit dem Dolch........ ?(
    Jedenfalls brache ich¨das Original gar nciht mehr, das ist sciher nciht so bellinesk wie Deine "Fortsetzung"!


    F.Q.


    Was die 400 angeht: mach mal ein bisschen hinne, bei der 1000 nehmen wir dich in den Club der Unheilbaren auf!

  • Zitat

    Original von Fairy Queen


    Jedenfalls brache ich¨das Original gar nciht mehr, das ist sciher nciht so bellinesk wie Deine "Fortsetzung"!


    Ich kann jedem nur empfehlen, sich das Original in Wiesbaden anzusehen.
    Ne, meine Fortsetzung ist natürlich mal wieder etwas dramatischer als das Original ausgefallen....Muss ich mir da Gedanken über meinen Seelenzustand machen :wacky: ?
    Bellini? Wer ist Bellini :baeh01: ?


    LG
    Rosenkavalier


  • Erst 400? Dann muss ich aber jeden einzelnen und manche mehrfach gelesen haben.


    Zur Fortsetzung:
    Rideamus bedankt sich namens seines Avatarpatrons. ER glaubt nämlich, dass das neben seinen Texten für Oscar Straus sein bestes Libretto ist. :yes:


    Ansonsten sehe ich das wie Fairy. Der dritte Teil ist bestens vorbereitet, aber vielleicht ließe sich das durch ein heraufzuehendes Gewitter noch verstärken?


    Die Verwechslungskomödie hast Du jedenfalls hervorragend in den Griff gekriegt und variiert. Da werde ich mich doch gleich wieder mal in die Musik des Originals einhören. Denn wo finden wir heute einen Künneke?


    :hello: Rideamus