Stabat Mater ohne Dvorak und Pergolesi

  • Hallo!


    Es gibt tatsächlich noch keinen allgemeinen thread über Vertonungen des Stabat Mater.
    Dabei gibt es hunderte Vertonungen, von Josquin bis Penderecki, und bislang nur vier speziellere threads zu den Werken folgender Komonisten:


    Dvorak


    J. Haydn


    Pergolesi


    D. Scarlatti


    Wie es die gewählte Überschrift schon andeutet, stelle ich mir diesen thread so ähnlich vor wie den "Requiem ohne Brahms und Mozart"-thread, d.h. mit Empfehlungen von Werken und Aufnahmen.
    Aber auch über die Geschichte des Stabat Mater oder über Textvarianten kann hier diskutiert werden.
    Über den ursprünglichen Texter ist man sich ja im Unklaren, ob dies Iacopone da Todi oder Johannes Bonaventura war, jedenfalls aber ein Franziskaner im 13. Jahrhundert.
    Ich bin sicher nicht der einzige, der Stabat Maters gerne hört und nicht nur am 15. September (Fest der sieben Schmerzen Mariä).


    Ich hoffe, diesem Eröffnungsbeitrag werden sich interessante Werk- und/oder CD-Vorstellungen anschließen.
    Ich werde hier sicher auch noch Werke vorstellen, allerdings sind meine favorisierten Vertonungen genau die vier, um die es hier nicht gehen soll, da bereits ein eigener thread vorhanden ist (s.o.).


    Viele Grüße,
    Pius.




    Stabat mater dolorosa
    Juxta crucem lacrimosa
    Dum pendebat filius.


    Cujus animam gementem
    Contristatam et dolentem
    Pertransivit gladius.


    O quam tristis et afflicta
    Fuit illa benedicta
    Mater unigeniti.


    Quae moerebat et dolebat
    Pia Mater, dum videbat
    Nati poenas incliti.


    Quis est homo qui non fleret
    Matrem Christi si videret
    In tanto supplicio?


    Quis non posset contristari
    Piam matrem contemplari
    Dolentem cum filio?


    Pro peccatis suae gentis
    Jesum vidit in tormentis
    Et flagellis subditum.


    Vidit suum dulcem natum
    Morientem desolatum
    Cum emisit spiritum.


    Eja mater, fons amoris,
    Me sentire vim doloris
    Fac ut tecum lugeam.


    Fac ut ardeat cor meum
    In amando Christum Deum
    Ut sibi complaceam.


    Sancta mater, istud agas,
    Crucifixi fige plagas
    Cordi meo valide


    Tui nati vulnerati
    Iam dignati pro me pati
    Poenas mecum divide!


    Fac me vere tecum flere
    Crucifixo condolere
    Donec ego vixero.


    Juxta crucem tecum stare
    Te libenter sociare
    In planctu desidero.


    Virgo virginum praeclara
    Mihi jam non sis amara
    Fac me tecum plangere.


    Fac ut portem Christi mortem
    Passionis eius sortem
    Et plagas recolere.


    Fac me plagis vulnerari
    Cruce hac inebriari
    Ob amorem filii.


    Inflammatus et accensus
    Per te virgo sim defensus
    In die judicii.


    Fac me cruce custodiri
    Morte Christi praemuniri
    Confoveri gratia.


    Quando corpus morietur
    Fac ut animae donetur
    Paradisi gloria.

  • Ja klar.


    Mir fällt sofort das Stabat von Boccherini ein [Danke, dass Du es mir übrig gelassen hast].


    Da besitze ich derweil diese Aufnahme, die mir eigentlich schon reicht:



    Les Folies Françoises
    Sophie Karthäuser


    Mit enthalten ist noch das vorgeschaltete Quatuor g-moll op. 24 Nr. 6 [G194], das ich ebenfalls sehr mag.


    Die charakteristische Stimme von Sophie Karthäuser ist genial - und die kammermusikalische Besetzung ist ideal. Eine Orgel vermisse ich da bestimmt nicht.


    Haydns Stabat hat mich übrigens seinerzeit unerfüllt zurückgelassen [und ich jetzt Haydns Stabat - zum Ausgleich]. Seine "sieben letzen..." [ohne Text] gefallen mir da viel besser.


    Weiß übrigens jemand, was der Pelikan [als Sinnbild?] mit dem Text zu tun haben könnte?


    :hello:


    Ulli

  • Obwohl sich Rossini bereits aus dem offiziellen Musikleben verabschiedet hatte, ließ er sich 1831 überreden, ein Stabat Mater zu vertonen. Die Entscheidung fiel ihm vor allem aus Respekt für das Pergolesi Stabat Mater nicht leicht, vielleicht scheute er auch den Vergleich.
    Das Auftragswerk erklang 1833 das erste Mal in Madrid, die endgültige Fassung wurde jedoch erst 1841 fertig gestellt.


    Rossinis Stabat Mater ist üppig orchestriert, die vier Solisten (S1/S2/T/B) sind reichlich gefordert (u.a. enthält das Stabat Mater eine Tenorarie bis zum hohen des).


    In meinem Besitz befindet sich diese Aufnahme, die ist durchaus empfehlen kann:



    LG
    Rosenkavalier

  • Hallo!


    Zitat

    Original von Ulli
    Weiß übrigens jemand, was der Pelikan [als Sinnbild?] mit dem Text zu tun haben könnte?


    Das nur als kleiner Zwischeneinschub:


    Zitat

    Original von Wikipedia
    Thomas von Aquin: Adoro te devote: "Gleich dem Pelikane starbst Du, Jesu mein"


    Nach einem Volksglauben soll der Pelikan seine Jungen mit seinem eigenen Blut nähren. In einer dramatischeren Version dieser Legende öffnet sich der Pelikan, wenn er die (von der Mutter oder einer Schlange) getöteten Jungen im Nest auffindet, mit dem Schnabel die Brust, um sie mit seinem eigenen Blut wieder ins Leben zurückholen. Gerade letztere Version wurde in Bezug zum Opfertod Jesu Christi gesetzt, wodurch der Pelikan zu einem in der kirchlichen Heraldik und der gesamten religiösen Kunst häufig verwendeten Motiv wurde.


    Wieder was gelernt...
    Also nicht wundern, wenn ein Pelikan auf einem Stabat-Mater-CD-Cover erscheint...


    Und nun gehts weiter mit Stabat Maters...

  • Hallo Pius,
    da fällt mir naklar das »Stabat Mater« von Domenico Scarlattis Vater Alessandro ein. Ein sehr zurückgenommenes, spirituelles, fast meditatives Werk. Es ist schlichter gehalten als etwa das »Stabat Mater« Pergolesis, weniger »farbig«, von tiefer Ernsthaftigkeit und sehr streng gearbeitet.


    Ich habe zwei Einspielungen des Werks:



    Mirella Freni, Teresa Berganza, Orchestre de Chambre Paul Kuentz,
    Sir Charles Mackerras


    Diese Aufnhame ist naklar nicht HIP - aber zeugt von der ungeheuren Qualität und Verständigkeit, die Charles Mackerras' Auseinandersetzung mit der Barockmusik bereits in den 1970er Jahren erreicht hatte. Die Solisten sind exorbitant - insbesondere Teresa Berganzas Gesang trifft unmittelbar ins Herz.




    Emma Kirkby, Daniel Taylor, Theatre of Early Music, Francis Colpron


    Diese zweite Aufnahme ist historisch informiert. Eine - im Vergleich zur oben angesprochenen Interetation - zügige, deutlich »objektivere« und für mein Gefühl kühlere Einspielung. Das Ensemble ist sehr gut, die Solisten musizieren sehr verständig. Der kanadische Counter-Tenor Daniel Taylor, der hier die Alt-Partie gestaltet, hat keineswegs ein dünnes Stimmchen - kann IMO aber mit Teresa Berganzas Interpretationskunst nicht Schritt halten.


    Beide Einspielungen sind IMO sehr gelungen. Häufiger höre ich allerdings eindeutig die ältere Aufnahme mit M. Freni und T. Berganza.


    Ganz herzlich,
    Medard

  • Ich empfehle zwei Vertreter der "klassischen Moderne", die sich ebenfalls mit dem Stabat Mater-Text auseinandergesetzt haben:


    Szymanowsky und Poulenc


    Beide Vertonungen gehen sehr eigene, individuelle Wege - beide sind aber (auch für nicht ganz so große "Liebhaber" der Musik des 20. Jahrhunderts) absolut hörenswert und hinterlassen einen tiefen Eindruck.


    Das Stabat Mater von Szymanowski habe ich bereits selber mitsingen dürfen und daher liegt es mir besonders am Herzen (man entwickelt zu selbst einstudierten Werken immer eine ganz besondere Beziehung, finde ich).
    Es beeindruckt durch seine spröde Herbheit, die - ganz im Gegensatz zum Beispiel zu Rossinis Klangschwelgereien in seinem deshalb nicht minder schönen eigenen Stabat Mater - die Thematik des gesungenen Textes, der in der Hauptsache ja von Tod, Verlust, Schmerz und unendlichem Leid berichtet, sehr eindrücklich umsetzt.


    Im Original übrigens auf polnisch gesungen, gibt es auch eine Version mit dem lateinischen Text.


    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Hallo!


    Dann mach ich mal weiter...
    Ich mache nun gerne Werbung für das Stabat Mater von Franz Ignaz Beck (1734-1809).
    Das gabs lange billig als Eloquence-CD, diese scheint aber wie vom Erdboden verschwunden zu sein – ich fand im Netz nur noch das alte Koch-Schwann-Cover:



    Das ca. einstündige Werk ist stark von den Gesangssolisten geprägt und weniger vom Chor. Es gibt einige wunderschöne Arien, u.a. die Sopranduette (Sandrine Pau, Heidrun Kordes). Zudem singt mein Lieblings-Counter Derek Lee Ragin mit.
    Eine echte Alternative zu Haydn als klassisches (i.e.S.) Stabat Mater! :yes:


    Noch eine Bemerkung zu Szymanowski:
    Dieses Stabat Mater entfaltet eine ganz eigene, faszinierende Klangwelt, die mich sofort anzog, obwohl das musikalisches Terrain ist (klassische Moderne), auf das ich mich sonst eher selten wage.


    Ich habe nachgezählt und insgesamt 13 Stabat Maters in meiner Sammlung entdecken können:
    Beck
    Boccherini
    Dvorak
    Haydn
    Palestrina
    Pergolesi
    Poulenc
    Rossini
    D. Scarlatti
    Schubert (deutsch)
    Szymanowski (polnisch)
    Verdi
    Vivaldi


    Bis auf Rossini, Schubert und Verdi mag ich alle gerne. Den Verdi hatte ich bislang nur einmal nebenbei gehört, den werde ich nochmal hervorkramen. Rossini und Schubert finde ich allerdings etwas daneben... :rolleyes:


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Salut,


    leider trägt der Thread auch den Untertitel "...und ohne Mozart!". Denn das 1766 vermutlich auf der Reise von Paris nach Salzburg komponierte kurze Stabat Mater à 4 Voci ohne Instrumenten [KV 33c] muß Mozart wohl in der Kutsche liegen gelassen haben.


    :rolleyes:


    Ein weiteres Stabat [à tre voci in canone] Mozarts entpuppte sich als eine teilweise Abschrift Mozarts eines Werkes von Marchese Eugenio Ligniville [1730-1778] und wurde in den Anhang A 17 verbannt. Der Fürst von Canca galt als "der stärkste Contrapunctist in ganz Italien". Vielleicht kennt jemand das Werk?


    :hello:


    Ulli

  • Vor wenigen Tagen habe ich das folgende Werk hier in Weimar live hören dürfen und war tief beeidruckt:


    Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901)
    Stabat Mater g-Moll op. 138
    für Chor, Orgel und Streichorchester




    Den krönenden Abschluss des Werkes bildet im vierten Satz über den Worten "Wenn der Leib stirbt, gib, dass meiner Seele der Ruhm des Paradieses zu Teil werde" eine großangelegte Schlussfuge, die einzige Fuge des Werkes!

  • Stabat Mater


    Hallo zusammen,


    das Stabat mater aus den Quattro pezzi sacri von Giuseppe Verdi liebe ich ganz besonders.


    Es wurde 1896 unmittelbar nach oder sogar teilweise parallel zum Te Deum komponiert. Drei der Pezzi sacri wurden am 7. April 1898 in Paris uraufgeführt (Verdi selbst wollte nicht, dass das Ave Maria gespielt wurde), die italienische Uraufführung fand am 26. Mai 1898 (unter der Stabführung von Toscanini) statt.


    Verdi selbst hat keine Aufführung gehört, und er hat diese Musik auch nicht mit der Vorstellung einer Aufführung im Hinterkopf komponiert, sondern nur für sich selbst. Die Initiative zur Aufführung ging wesentlich von Arrigo Boito aus.
    Die Pezzi sacri sind in gewisser Weise ein "musikalisches Testament" - der wehmütige Abschied von der Musik und auch der vom Leben ist nicht überhörbar, und er ist erschütternd.


    Gruß
    Pylades


    P.S.: Zwei m.E. besonders empfehlenswerte Aufnahmen der Pezzi sacri:
    1. die 1963 eingespielte des Philharmonia Orchestra und Chorus unter Giulini, Janet Baker singt den Solopart des Te Deum, und
    2. die der Berliner Philharmoniker, dem Schwedischen Radio-Chor und dem Stockholmer Kammerchor unter Muti mit Arleen Auger als Solistin (aufgenommen 1983).

  • Hallo!


    Auf dieser Website kann man die beiden verschiedenen Textversionen, die "Analecta"- und die "Vatikan"-Version vergleichen, die sich durchaus unterscheiden.
    Eine reine Analecta ist Becks Stabat Mater. Viele bekannte Stabat Maters (Dvorak, Pergolesi, Boccherini, D. Scarlatti) folgen auch der Analecta-Version, haben aber ein, zwei Zeilen von der Vatikan-Version übernommen.
    Haydns Stabat Mater ist eine Mischung der beiden Versionen.
    Verdis Stabat Mater folgt strikt der Vatikan-Version.


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Hallo,


    Das Poulenc Stabat-Mater kann ich auch nur empfehlen!
    Habe es erst kürzlich kennen gelernt und bin von dem neoklassizistisch-postmodernem Tonfall recht angetan. Große Ruhepunkte wechseln mit starken, dramatischen Höhepunkten - immer liegt ein (für Poulenc typisches,) angemessen-tonales Verhältnis und eine eingägnige Melodik vor. Manch einer würde das Werk vielleicht als "kitschig" und "unzeitgemäß" abtun, doch für mich steht das Werk in etwa auf Augenhöhe mit Poulencs wesentlich bekannterem Gloria.


    andythr :
    Ich halte Rheinberger ja immer noch für viel zu unbeachtet! Man mag ihn als ultra-konservativ abstempeln, aber eine unerhörte Meisterschaft in der Kunst des (polyphonen) Tonsatzes kann man ihm wohl unmöglich aberkennen!
    Ich kenne das Stabat Mater leider nicht, werde es mir als Tip aber mal vormerken. Auf der CD ist erfreulicherweise auch die goßartige Es-Dur Messe, Op.109 für Chor a-capella! Ich bin ansonsten eher ein weniger begeisterter a-capella hörer - aber diese Messe ist einfach phänomenal gesetzt!!! :jubel:


    LG
    Raphael

  • Es wurde ja bereits erwähnt ich möchte jetzt noch meine Lieblingaufnahme hinzufügen:
    Das "Stabat mater" von Poulenc bildet für mich den Höhepunkt dieser schönen CD:



    Francis Poulenc


    1. Gloria G-dur (25:53)
    2. Stabat Mater (31:22)
    3. Litanies a la Vierge noire (10 :00)


    Catherine Dubosc , Westminster Singers,
    City Of London Sinfonia / Richard Hickox (rec.1990)


    die CD war mehrfach als Midprice-CD zu haben (s.o.), scheint aber im Moment nicht mehr im Handel erhältlich zu sein.
    :(


    Gruß pt_concours

    Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
    Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
    Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • Zitat

    Original von pt_concours
    die CD war mehrfach als Midprice-CD zu haben (s.o.), scheint aber im Moment nicht mehr im Handel erhältlich zu sein.


    doch, ist sie noch:


    [amx=B000F3T37I]300[/amx]

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Lebenslauf von Louis Théodore Gouvy


    Theodore Gouvy wurde 1819 als Spross einer französischen Industriellenfamilie im heutigen Saarbrücken geboren. Er begann mit Jura in Paris, wandte sich bald aber mehr und mehr der Musik zu. Er studierte u.a. bei Herz, Kalkbrenner und C. Eckert, einem Schüler von Mendelssohn. Reisen führten ihn nach Deutschland und Italien, und er begann die Konzertpodien in Leipzig und Berlin zu erobern. Seine 2. Sinfonie wurde im Gewandhaus uraufgeführt. Er traf Rossini und spielte mit Liszt vierhändig. Er kannte alle Größen der Musik seiner Zeit, mit vielen korrespondierte er, darunter mit Gounod, Saint-Saens, Bizet, Massenet, Chabrier, Pablo de Sarasate und anderen. Dem 50jährigen öffneten sich dann auch die renommierten Pariser Konservatoriumskonzerte. Er wurde 1894 Mitglied der Pariser Akademie der Künste, ein Jahr später auch der Berliner Akademie der Künste. Ab 1868 lebte er in Hombourg Haut in Lothringen. Seine Musik - Gouvy schrieb vor allem Sinfonisches und große Chorwerke - geriet im 20. Jahrhundert fast vollständig in Vergessenheit. Seit Anfang der 90er Jahre wurden Gouvys Werke wiederentdeckt und man fand einen beachtenswerten kreativen Kopf des 19. Jahrhunderts wieder.


    (Quelle: Klassika.info)


    Stabat Mater (1875)


  • Ja, die Stabat Mater von Rossini ist wirklich sehr effektvoll.


    Ich schätze und liebe sie sehr, habe da noch ein LP der DG
    mit
    Katia Ricciarelli, Lucia Valentini Terrani,


    Dalmacio Gonzalez und Ruggero Raimondi


    Philharmonia Chor und Orchester, Dirigent: Carlo Maria Giulini,


    ist eine Aufnahme aus dem Jahr 1982,


    da sehe ich, dass ich auch nicht jünger geworden bin.

  • Die wohl berühmtesten Vertonungen sind das von Pergolesi für 2 Stimmen und das große Chorwerk von Domenico Scarlatti (dazu gibt es übrigens auch einen eigenen Thread: Das "Wunder von Neapel"- Domenico Scarlattis "Stabat Mater" (1715) )


    Aber aus dem Barock gibt es noch viele andere wunderschöne Vertonungen:



    A.Vivaldi: Stabat Mater u.a.
    Andreas Scholl / Ensemble 415 / Banchini



    oder von Luigi Boccherini, das besondere ist die Begleitung durch ein Streichquartett:



    Boccherini: Stabat Mater u.a.
    Agnes Mellon / Ensemble 415 / Banchini




    weniger berühmte Werke, aber dennoch sehr, sehr schöne Vertonungen gibt es noch z.B. von Johann Joseph Fux, Agostino Steffani oder von Sebastien Brossard




    Brossard: Chorwerke
    Les Pages et les Chantres de la Chapelle


    Brossard Stabat Mater gehört zu meinen liebsten Vertonungen.
    Der Chor wird nur von einem Continuo-Ensemble begleitet.
    Vom Stil erinnern Brossards Chorwerke an Charpentiers geistliche Musik.


  • Poulencs "Stabat Mater" - ein durchaus ergreifendes Werk in seiner Mischung aus klassizistischer Distanz und Melancholie; altmeisterlich empfunden, eher episodisch als aus einem Guss.


    Es gibt bemerkenswert viele Aufnahmen. Obige besitze ich auf CD; eine andere als Rundfunkmitschnitt.


    Besten Gruß, Wolfgang

  • Hallo Thomas,


    da es zum Thema 'Stabat Mater' bereits mehrere Threads gibt, nicht nur in bezug auf die berühmteren Vertonungen:


    Antonín Dvorák: Stabat mater op.58 - Grandioser Auftritt in der Albert Hall


    Joseph Haydn: Stabat mater [Hob. XXbis]


    Stabat mater-Pergolesi


    Das "Wunder von Neapel"- Domenico Scarlattis "Stabat Mater" (1715)


    sondern auch einen, der Empfehlungen von unbekannteren, aber dennoch lohnenswerten Stabat Mater-Vertonungen thematisiert, möchte ich anregen, die bisherigen Beiträge dieses Threads an den folgenden anzuhängen:


    Stabat Mater ohne Dvorak und Pergolesi


    Ansonsten hätten wir mindestens zwei Stabat Mater-Threads mit identischer Thematik. ;)


    :hello:
    Johannes

  • Zitat

    Original von BigBerlinBear
    Stabat Mater ? Es gibt nur EIN ultimatives, nämlich dieses ! :jubel: :jubel: :jubel:


    Würde ich nicht unterschreiben wollen... :untertauch:


    Und zwar deswegen:



    Stabat Mater von Sances (u.a.)


    Carlos Mena, Ricercar Consort
    Philippe Pierlot



    :hello:
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Guten Tag


    der Komponist, Diplomat und geistliche Würdenträger Agostini Steffano ( 1654 - 1728 ) , der auch zeitweise im Dienste der Kurfürsten von der Pfalz stand, hat ebenfalls ein "Stabat Mater" für 6 Vokalstimmen, Streicher u. Bc. geschrieben.
    Eingespielt auch auf dieser



    CD mit dem Koor & Barockorkest van de Nederlandse Bachvereinigung .


    A. Steffano ist mehr mit seinem musikalischen Schaffen von weltlichen Kantaten, Kammerduetten und Opern bekannt, sein Stabat Mater, im "Stile ecclesiatico" komponiert, trägt eher altertümliche Züge, zwischendurch aber verwandte er auch moderne barocke Kompositionsmittel. Ein durchaus interessantes Werk :yes:


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard