Die misslungensten Booklets...

  • Also, ich muss schon sagen: Ich musste mich recht zusammenreissen, um den Titel so neutral hin zu kriegen, bei dem Booklet-Text, den ich gerade gelesen habe...


    Aber nun einmal im Ernst: Ich sehe Booklets meist als eine angenehme Ergänzung zu einer CD. Oft kommt es vor, dass man viele Dinge schon weiss. Es ist meines Erachtens eine recht knifflige Sache einen guten Booklet-Text zu verfassen, da man naturgemäss ein sehr breites Publikum hat.
    Da gibt es Texte, die sind so einfach und allgemein gehalten, dass sie nur die absoluten Einsteiger interessieren (diese Texte kann man dafür lesen, während man sich auf die Musik konzentriert). Wenn der/die Interpret/en nicht einmal erwähnt werden finde ich das schon schade, aber man kauft ja die CD wegen der Musik, nicht wegen irgendwelchen Notizen.
    Dann gibt es Texte, bei denen der Laie rein gar nichts versteht, bei denen man die Partitur braucht, um den Intentionen des Autors folgen zu können. Die gehören auch nicht zu meiner Lieblingssorte. Es gilt wieder einmal, den goldenen Kompromiss zu finden (ich hasse solche blöden, allgemeinen, nichtssagenden "Aussagen", habe aber nicht genug Zeit, die ganze Sache besser dar zu legen).


    Aber - wie gesagt - spielt das Booklet für mich nur eine vernachlässigbare Rolle. Die für diesen Thread interessanteste Gruppe von Booklet-Texten habe ich aber noch gar nicht erwähnt: Die, welche so mies sind, dass sie einem die Kaufentscheidung entschweren, da man nicht mit Geld noch auf sonst eine Art und Weise zur Verbreitung solchen Schwachsinns beitragen möchte. Zu dieser Kategorie gehört der Text zu folgender CD:


    Die CD finde ich gar nicht schlecht, aber die Begleitnotizen sind so was von unter aller Kanone. Hier einmal ein Auszug, damit alle wissen, um welch grausame Vergewaltigung es sich hier handelt:


    -----
    RESONANZ DES URSPRUENGLICHEN
    Einige Vorbemerkungen scheinen angezeigt, um uns auf den ursprunghaften Aspekt des Klavierduos für vier Hände einzustimmen.


    In der zeitlichen Abfolge unserer Entwicklung steht vor der Kognition die Erfahrung von Vibration... der klangliche Raum ist der Ursprung des psychischen Raums... Die ausserordentliche primäre Empfänglichkeit lässt sich mit dem Bild eines grossen Segels veranschaulichen, das beim kleinsten Windhauch vibriert, wie ein emotionales Ohr, das mit einer zarten, hypersensiblen Mambran ausgestattet ist, durchsichtig wie die Hülle des Embryos in utero. Diese primäre Empfänglichkeit deutet bereits auf den problematischen Widerspruch des menschlichen Wesens hin: Sie ist zugleich von äusserster Verletzlichkeit und von ausserordentlicher Empfindlichkeit, die schon auf die leiseste Erschütterung reagiert. Schicksal des Musikers ist es, beide Aspekte wiederzufinden und als Ausdruck tiefer Musikalität miteinander zu verbinden.


    Primäre Empfänglichkeit, die unweigerlich unter der Wirkung unerbittlicher Intensität zugrunde gehen müsste, wenn sie nicht vollständig geborgen und eingehüllt wäre, damit sie die Eindrücke nur gefiltert und gesiebt wahrnimmt. Sie ist noch keine "Haut", die sich in gewissem Umfang selbst schützen kann.


    Somit geht es um das, was die Psychoanalyse als "ursprüngliche Dyade Mutter-Kind" bezeichnet, die wir uns als ungeteilte Gestalt vorzustellen haben, mit ihren beiden eng miteinander "verbundenen Schichten", wobei die mütterliche das Unreife schützend umschliesst und ihm die ursprüngliche Resonanzfähigkeit gibt. Das ist die Vorstellung von einem verlorenen Paradies, in dem es kein "Eines" gibt und wo das "Doppel" in seiner bedingungslosen Anwesenheit mit dem "Einen" notwendig so verschmilzt, dass jedes Gefühl von Trennung unbekannt ist - Trennung wäre unerträglich.


    ----


    So geht es noch weiter. Wer will kann sich den ganzen Mist, allerdings auf Englisch, auf http://www.deutschegrammophon.…ex.htms?ID=pires-schubert
    reinziehen.


    Keiner weis, von was der Autor (Loise Barbey-Caussé, Psychoanalyst, worauf sehr wert gelegt wird) hinaus will, wenn er von einer "primären Empfänglichkeit" schreibt, wenn "problematischen Widerspruch des menschlichen Wesens" spricht und dann nichts bringt, was diese hohle Aussage rechtfertigen würde.


    Abgesehen davon, dass die Psychoanalyse (berechtigterweise) ausser Mode geraten ist, kann man bei einem solchen hirnrissigen, einfältigen Müll nur hoffen, dass es das Schlechteste der Psychoanalysten-Gilde widerspiegelt. Selbst unter Psychoanalysten könnte sich inzwischen rumgesprochen haben, dass man wenn man eine Behauptung aufstellt, die man schon nicht beweisen kann, wenigstens einige bekräftende Hinweise gibt. Was soll zum Besispiel der ganze Schrott über "In der zeitlichen Abfolge unserer Entwicklung steht vor der Kognition die Erfahrung von Vibration... der klangliche Raum ist der Ursprung des psychischen Raums...". Ich muss zugeben, ich habe wirklich selten bzw. nie einen solch doofen Schrott gelesen.


    Man merkt auch, dass der Typ selber keine Ahnung hat, von was er faselt, wieso würde er so häufig Wörter in Anführungzeichen setzen. Antwort: Er kann sich nicht präzise Ausdrücken, armer Kerl. Mein Beileid. Oder anders formuliert: Die einfältige Sprache von uns ungebildeten Menschen genügt diesem Psychoanalysten nicht, um seine transzendenten Ideen auszudrücken...


    Hat jemand verstanden wieso da von einem "verlorenen Paradies" die Rede ist? Was soll das mit dem "Einen", dem "Doppel" und der "unerträglichen Trennung"?


    So zieht es sich durch das ganze Booklet. Kein Beitrag von einem der beiden Künstler, keine Interpretationsideen, gähnende, ja sogar abschreckende Leere. Schlicht und einfach: Ausser dem Track-Verzeichnis gänzliche Abwesenheit von Lesenwertem. Da werden unnachvollziehbare Argumente (die keine sind) aufgetischt, scheinbar Argumentationsketten gebildelt (die aber auch keine sind, wie auch, ohne Argumente) und Schlüsse gezogen (die auch keine sind).


    Jemand der die deutsche Sprache nur rudimentär beherrscht würde vielleicht - dank der vielen komplizierten Ausdrücke und Fremdwörter- in den Glauben verfallen, es werde einem in diesem Text Information mitgeteilt.


    Ich könnte ewig so weiter machen, aber das kostet zu viel Energie.
    Kennt ihr andere Beispiele, oder seid ihr gar anderer Meinung?
    Grüsse...Cliowa


    P.S.: Etwas muss man diesem Herrn Barbey-Caussé lassen: Mut hat er. Bei diesem Geisteszustand - manch' anderer würde sich gerne in Behandlung begeben oder gar den Freitod wählen - publiziert er seine neusten Ausbrücke bzw. Exzesse ungehemmt. Mutig ist er. Und die Deutsche Grammophon auch.

  • Au weia, das ist wirklich ganz schön heftig.
    Ich habe den Sinn von nicht einem einzigen Satz dieser Psychoanalyse verstanden.


    Glücklicherweise sind die meisten CD's vor dem Kauf verschweißt, sodass einem solche Booklets nicht von einer vielleicht grandiosen Aufnahme abhalten.



    Gruß, Peter.

  • Hallo,


    Verstanden hab ich schon einges, aber ich hab mich schon immer gern mit Psychatrie befasst.
    So bezieht sich die "unerträgliche Trennung" auf die Trennung des Kindes von der Mutter nach der Geburt.....etc etc.


    Es sind dies Thesen von Freud, sehr intelligent zwar, jedoch auch sehr umstritten, sieht man die praktischen Erfolge analytischer Sitzungen eimal ganz nüchtern.


    Aber das ist ja hier nicht das Thema, sicher sind solche Abhandlungen für Psychotherapeuten interessant, aber total verfehlt in einem Booklet.


    Trotzdem ist das eher selten.


    Häufiger findet man Booklets mit Texten wie: Mozart war ein sehr berühmter Komponist......... ;)


    Auch ich lese gerne Booklets, wenn sie gut gemacht sind, aber das kommt leider immer seltener vor.



    Freundliche Grüße aus Wien


    Alfred

  • Hallo Alfred,
    Zitat: Auch ich lese gerne Booklets, wenn sie gut gemacht sind, aber das kommt leider immer seltener vor.
    ------------------------------------------------------
    Hier kann ich nur wohlwollend widersprechen. J.E. Gardiner hat sich mit seinen Neuerscheinungen
    der Kantaten von J.S. Bach unter seinem neuen Label "Soli Deo Gloria" unwahrscheinlich viel Mühe
    gemacht, in verständlicher und ausführlicher Form die Werke und die Interpretation dazu zu erläutern.
    Die Bookletaufmachung, siehe untenstehende CD, die ich neu erworben habe, ist vom Feinsten.
    Hier wird man direkt verwöhnt.




    Herzliche Grüsse
    reklov29

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Zitat

    Original von petemonova
    Ich habe den Sinn von nicht einem einzigen Satz dieser Psychoanalyse verstanden..


    Ich glaube das ist nicht dein Problem, sondern da gibt es einfach nichts zu verstehen. Selbst wenn man diese Sätze entschlüsselt wird man kaum auf Brauchbares stossen. Da wird kunstvoll (das ist jetzt übertrieben) etwas beschrieben, was man auch ganz normal sagen könnte, aber dann klänge das ja einfach zu irdisch...


    Ein Grossteil des von mir abgetippten Teils lässt sich ja einfach zusammenfassen: Wir Menschen sind sensibel. Und ehrlich, für wen ist es schon eine Erkenntnis, dass die Trennung von zwei einander sehr verbundenen Menschen etwas Problematisches ist?


    Es grüsst


    Cliowa

  • Hatte den Thread nicht gesehen und schon an anderer Stelle meinen Senf dazu gegeben....
    Es ist übrigens eine Analytikerin :wacky: :stumm:


    weitere Auszüge:


    Kognition, Erfahrung von Vibration, psychischer Raum, emotionales Ohr, hypersensible Membran, primäre Empfänglichkeit, Hülle des Embryos in utero, ursprüngliche Dyade Mutter-Kind, existenzielle Haut, unstillbares Verlangen nach verschmelzender Umhüllung, Urgestalt des Menschen in Platons Symposion, Prozess der Sublimierung, ästhesische Kontinuität


    Die Psychoanalytiker haben viel nachgedacht und geschrieben über dieses Eingehülltsein des sich entwickelnden «Selbst», das nur in der Anbindung an das «Selbst» des anderen existieren kann, die erste Ausprägung des Doppels, das jeder in sich trägt.


    Aha !


    Der Satz hätte vielleicht besser so geheissen:
    Die Psychoanalytiker haben viel nachgedacht und geschrieben - aber weder sie selbst noch ihre Leser haben überhaupt verstanden, worum es eigentlich geht....


    Ich bin jedoch schon sehr gespannt auf die Kritiken in den Fachzeitschriften und hoffe, dass sich Gregor Willmes (FonoForum) dieser Aufnahme nebst Booklet selbst annehmen wird und uns Peter Cossé mit einer seiner gefürchteten, analytischen Gegendarstellungen beschenkt. :rolleyes:


    Gruß,
    Juergen

    Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen. [frei nach George Orwell]

  • Salut,


    Auch im Schuber Oratorien • Kantaten der Complete Mozart Edition von Philips findet sich im Booklet ein süffisanter und simpler Kommentar von Alfred Beaujean


    Was heißt:


    Zitat

    Man mag in der Rückschau der Ansicht sein, dass die Zeit, die er [Mozart] daran [Freimaurer-Kantate KV 623] verwendete, besser der Komplettierung des Requiems oder wenigstens des >Lacrymosa< zugute gekommen wäre. Aber das sind nur Spekulationen, die zu nichts führen.


    Eben! Hätte Mozart das Requiem schreiben wollen, hätte er es getan. Für ihn aber war offenbar die Freimaurer-Kantate KV 623 wichtiger.


    Cordialement,
    Ulli

  • Hallo!


    Ohne den Fehler im booklet dieser CD (die Tonarten der Stücke wurden hier verwechselt - nicht der einzige Fehler in den eher mäßigen booklet-Texten der Talich-Quartett-Reihe) wäre ich vielleicht nie in dieses Forum gekommen...



    Viele Grüße,
    Pius.

  • Ich bin mir da jetzt nicht so sicher, ob es hier her gehört oder nicht...denn es könnte sein, dass es vielleicht auch mal öfter vorkommt, aber ich besitze eine CD, in der das Booklet folgendermaßen aussieht:


    Zitat


    Ja...es gibt keines...es ist einfach nur das Deckblatt...und das war es auch schon!
    Also, wenn es normal ist: Entschuldigung.
    Aber ansonsten denke ich, dass es hier richtig ist...


    Gruß, Maik

  • Du meinst garantiert eine CD aus der eloquence-Reihe, die alte Aufnahmen der DG, Decca und Philips neu auflegen.


    Im Gegensatz zu anderen Billiglabeln hat man sich hier aber keine Mühe gemacht, ein Booklet auszuarbeiten, geschweige denn, das alte Booklet auch noch mit abzudrucken. Stattdessen Werbung für weitere CDs der Serie.


    Hier kannst du dich über eloquence informieren.



    Gruß, Peter.

  • Also...ich hoffe ich sage jetzt nichts falsches:


    Das Label ist Classics...ich habe nichts dergleichen gefunden, dass es aus der eloquence-Reihe ist.


    Ein weiteres Indiz dafür wäre, dass ja nicht einmal Werbung für andere CDs aus der Serie gemacht werden...du hast halt vorne dein Cover (welches auch nicht gerade TOP ist) und dann war es das auch schon...


    Gruß, Maik

  • Hallo Maik, hallo Peter!
    Beim Label Brilliant Classics und anderen Billig-Labels gibt es häufig kein booklet (book - Buch - mehrere Seiten) in dem Sinne, sondern nur ein einzelnes Blatt Papier, vorne ein Bildchen und die Titel der Werke, auf der Rückseite nur weiß.
    Ich habe aber auch schon ein einmal gefaltetes Inlay gesehen (d.h. neben Covervorder- und Rückseite noch zwei "Seiten" innen - bei denen die beiden Seiten innen tatsächlich gänzlich weiß waren. Wozu dann nicht die oben beschriebene Billigvariante? Fairerweise sei angemerkt, daß das bei einer Pop-CD und keiner Klassik-CD war.
    Eloquence hat auch immer ein einmal gefaltetes Inlay und auf den Innenseiten ist Eigenwerbung, aber keine Leere.
    Für 3,4,5 Euro kann man auch keine Design-Meisterleistungen oder historische Studien erwarten (obwohl man da manchmal auch positiv überrascht wird).
    Viele Grüße,
    Pius.

  • Salut,


    classics... classics... da war doch was? HA! Da ist es:


    EDVARD ELGAR
    Violin Concerto in B minor, op. 61
    Dimitri Sitkovetsky, Violine
    Royal Philharmonic Orchestra
    Dirigient: Yehudi Menuhin


    Eine - damals - teure CD für 24,95 DEM - beinhaltet lediglich das Violinkonzert [47 Minuten], sonst nichts. Allerdigs ist hier ein "Booklet" dabei, wenn auch nicht berauschend, je dreieinhalb Seiten in Englisch, Deutsch und Französisch. Das Teil stammt aus 1994.


    Jetzt sehe ich gerade, dass da "Virgin Classics" steht...


    Demnach müsste es sich zumindest, was das Elgar-Konzert betrifft, um diese CD handeln:



    bien cordialement
    Ulli

  • Zitat

    Für 3,4,5 Euro kann man auch keine Design-Meisterleistungen oder historische Studien erwarten (obwohl man da manchmal auch positiv überrascht wird).


    Hallo Pius,
    da hast du schon recht, wobei es selbst hier Ausnahmen gibt. Denn wenn ich mich jetzt nicht irre, d´hat die CD-Sammlung von Schostakowitschs Sinfonien bei Brilliant-Classics ein sehr vernünftiges Booklet...
    Aber hier könnte es natürlich daran liegen, dass es eine CD-Sammlung ist und keine Einzel-CD.


    Gruß, Maik

  • Hallo, Maik!
    Vielleicht tue ich Brilliant Classics unrecht, wenn ich schreibe, daß häufig kein booklet dabei ist. Ich habe gerade bei mir nachgesehen, und bei mehr als der Hälfte ist kein booklet dabei, nämlich bei den Schubert-Symphonien und den Mendelssohn-Streichersymphonien.
    Viele Grüße,
    Pius.

  • Zitat

    Du meinst garantiert eine CD aus der eloquence-Reihe, die alte Aufnahmen der DG, Decca und Philips neu auflegen


    Jetzt habe eine weitere eloquence-Aufnahme. Nach Bruckner (wo es mich nicht sonderlich gestört hat, dass das Booklet "leer" ist oder eher gar nicht existiert), kam eben heute Don Giovanni an.
    Der Peter hatte mich am Wochenende extra beraten, aber davon hatte er mir nichts gesagt...da wusste ich nicht (wissen tue ich es erst seit gestern), dass eloquence keine Booklets hat. Und jetzt hab ich natürlich zu der Oper auch keines...
    In der Hinsicht bin ich natürlich etwas enttäuscht und ich werde mir bei dem Label sicher keine Oper mehr holen...


    Na ja...
    Gruß, Maik

  • Zitat

    Der Peter hatte mich am Wochenende extra beraten, aber davon hatte er mir nichts gesagt...da wusste ich nicht (wissen tue ich es esrt seit gestern), dass eloquence keine Booklets hat. Und jetzt hab ich natürlich zu der Oper auch keines...
    In der Hinsicht bin ich natürlich etwas enttäuscht und ich werde mir bei dem Label sicher keine Oper mehr holen...


    Salut,


    das ist ein klassischer Haftungsfall durch Beratungsfehler... naja, zum Glück kannst Du hier im Forum über Don Giovanni einiges nachlesen!


    bien cordialement
    Ulli

  • Zitat

    das ist ein klassischer Haftungsfall durch Beratungsfehler


    Ich werde ihn mal nicht bestrafen :D


    Auf alle Fälle werde ich mir das Forum zur Hilfe nehmen!!! Der entsprechende Thread hat ja sicher auch so seine Infos...denn lang ist er ja ;)
    Eine Enttäuschung hat die CD auch noch...sie ist nicht auf Deutsch 8o Problem war, damit hab ich voll gerechnet...und bis jetzt habe ich immer noch nichts gefunden, wo denn steht, dass es nicht Deutsch ist!? Die Sprache habe ich noch nicht raus gefunden, aber ich tendiere zu Latein.
    Aber eigentlich wollte ich schon die Oper auf Deutsch...warum kann sowas nicht bei der Artikelbeschreibung stehen???
    Na ja... so viele Sorgen ich jetzt mit der Mozart-Oper habe, so sehr gefällt mir der Fidelio :D Super Klang, auf Deutsch und ein Booklet :yes: :yes: :yes:


    Gruß, Maik

  • Zitat

    Eine Enttäuschung hat die CD auch noch...sie ist nicht auf Deutsch Problem war, damit hab ich voll gerechnet...und bis jetzt habe ich immer noch nichts gefunden, wo denn steht, dass es nicht Deutsch ist!? Die Sprache habe ich noch nicht raus gefunden, aber ich tendiere zu Latein.


    Salut Maik,


    falls Du jetzt von Don Giovanni sprichst, die Oper ist im Original in italienischer Sprache - Deine Vermutung zu Latein demnach gar nicht so entfernt. Das sollte Dich nicht enttäuschen, sondern erfreuen. Soweit ich weiß, gibt es einen Thread zu dem Thema... Deutsche Textverwendung ist in der Regel [sofern abweichend von der Originalsprache] gekennzeichnet durch einen entsprechenden Hinweis.


    Fidelio hat bereits im Original die Deutsche Sprache.


    Bien cordialement
    Ulli

  • Hallo Maik,


    die 3 da Ponte Opern von Mozart ( Cosi, Don Giovanni und der Figaro) sind Original in italienisch.Deutsche Aufnahmen sind alle älteren Datums und mittlerweile ( leider :( ) etwas aus der Mode gekommen. Daher sind sie recht selten.Beim Kauf sollte man also davon ausgehen, daß eine Aufnahme deren Sprache nicht ausdrücklich benannt wird,auf italienisch ist.


    Davon abgesehen hasse ich Opernaufnahmen, besonders fremdsprachige, denen kein Libretto ( mit Übersetzung) beigegeben ist. :angry: :evil:
    Bei unbekannten Werken tötet dieses Nichtverstehen der Handlung jede Lust zum Zuhören in mir. Ich kann irgendwie nicht die Musik geniessen und sonst nur Bahnhof verstehen... Ein solches fehlendes Booklet ist damit stets mein heftigstes Ärgernis!


    Gruß
    Stefan

  • Na ja...dann eben italienisch :D
    Verstehen tue ich trotzdem nicht mehr...
    Und ich kann Stefan nur zustimmen!!! Es hätte wenigstens der Text in der Übersetzung dabei sein können...so könnte man wenigstens mitlesen...
    Aber ich beiße mich schon dadurch ;) Mein Lehrer wird sicher auch ne italienische Aufnahme haben :yes:


    Ich hoffe, dass mir nicht die Lust vergeht...wie es bei Stefan ist...es wird sicher schwerer, aber es gibt ja auch noch andere Textquellen 8o :]


    Viele Grüße, Maik


  • Und genau dies ist der Grund warum ich nicht verstehe das man sich über so etwas aufregen kann. Wenn man bei Google "Don Giovanni" eingibt und dazu "Seiten auf Deutsch" anklickt findet man bereits an 4. Stelle das komplette Libretto auf Deutsch.
    Ich kaufe mir mittlerweile viel lieber Opernaufnahmen ohne Textbuch, einfach aus dem Grund weil ich nie weiss wohin damit, alle Informationen die darin zu finden wären ( und noch mehr ) finde ich mit wenig Aufwand im Internet.

  • Aber habe ich denn überall Internet???
    Natürlich kann ich zu Hause ganz bequem auch ins Internet gehen! Aber was, wenn man im Urlaub ist oder auf einer Autofahrt als Beifahrer...soll man sich die Texte Ausdrucken? Auch ne Möglichkeit...aber find ich nicht so toll...
    Es kann ja auch ne spontane Sache sein..."Och, komm mein Schatz, lass uns doch heute mal ne Oper zu Gemüt führen!" - "Na gut, aber nur auf italienisch, denn wir haben hier in Schweden ja keinen Laptop um ins Internet zu gehen."
    Michael, verstehe mich nicht falsch, aber wenn der Text im Booklet stehen würde, dann gäbe es solche Probleme nicht. Es ist auch eine Offenheit für Spontanität...
    Bitte fühle dich nicht angegriffen...ich hab nur versucht, es aus meiner Sicht verständlicher zu machen, warum ich ein Booklet vorteilhafter fände, aber zur Not auch daheim eine Lösung hätte...


    Viele Grüße, Maik


  • Ich fühle mich 100%ig nicht angegriffen, nur haben wir anscheinend 2 unterschiedliche Wege an die Musik im allgemeinen heranzugehen. Ich lese den Text eigentlich nur in der Partitur oder Klavierauszug und nie von den Noten abgeteilt da mich einfach die Text-Ausdeutung des Komponisten viel mehr interessiert als die Worte selbst. Aber ok, lassen wir das.


    Back to toppic!

  • Zitat

    Ich lese den Text eigentlich nur in der Partitur oder Klavierauszug und nie von den Noten abgeteilt da mich einfach die Text-Ausdeutung des Komponisten viel mehr interessiert als die Worte selbst.


    Salut,


    so geht es mir prinzipiell auch. Allerdings gibt es die Ausnahme, dass ich eine Oper höre, zu der ich die Partitur [noch] nicht habe. Dann ist der Abdruck des Librettos im Booklet unerlässlich. Oder aber es handelt[e] sich um eine Oper, die ich vorher noch nicht kannte; auch dann schätze ich es, wenn ein Libretto abgedruckt ist. Die Übertragung ins Deutsche ist für mich dabei nicht sooo wichtig - viele sind eh' schlecht gemacht: es fängt bereits damit an, dass die Übersetzung "nur" sinngemäß erfolgt, aber der "Sinn" des eigentlichen Textes geht dabei verloren. Es ist ein sehr schwieriges Unterfangen, Libretti zu übersetzen.


    Zudem gibt es vermutlich ein paar Arkadier, die keine Noten lesen können und für die somit der Erwerb einer Partitur Quatsch wäre. Auch, denke ich, ist es gerade für "Einsteiger" sehr hilfreich, den Text und eine sinngemäße Übertragung parallel zur Musik zu haben, um die jeweilige "Situationskomik" oder "-dramatik" verstehen zu können.


    bien cordiamelent
    Ulli

  • Ich denke, nur weil ich nur den Text vor mir habe, habe ich nicht gleichzeitig Text und Noten getrennt, wenn ich doch dabei das Werk höre...eigentlich (so denke ich), habe ich ein relativ gutes Gehör und kann mit der Musik doch einiges in Verbindung bringen...Stimmung etc.
    Also ist doch eher der Inhalt, der sprachliche Aspekt für mich von Bedeutung, der übermittelt werden soll...
    Ich denke, ohne die Musik und nur mit dem Text, wäre es allenfalls ein ziemlich guter Roman, aber mit dem Text ein wunderbarer Zusammenhang...ein Zusammenspiel der musischen Kunst, als auch der literarischen...dieses Zusammenspiel ist faszinierend und wirkt doch erst, wenn ich ein "Bild" davon habe...wenn ich es "verstehe".
    Dazu hilft sicher auch eine Partitur...aber sicherlich auch eine Textvorlage...


    @Ich denke auch, dass sicher 2 verschiedene Ansichten aufeinandertreffen...ist doch aber sicher nicht schlimm...wenn man es verträgt.
    Und ich akzeptiere voll und ganz deine Meinung...und bin auch gerne bereit, mir diese anzuhören!!!


    Viele Grüße, Maik

  • Salut,


    es gibt keinen Thread für diese phänomenale Entdeckung aus dem neusten Codaex [France] Katalog: Ein Komponist, der vom Frühbarock bis zur Wagnerromantik alles drauf hat:


    JOHANN CASPAR KERLL [1627-1883]


    :D