Passionsmusik und Oratorien mal nicht von Bach

  • Hallo Taminoaner,
    diesen Thread möchte ich einmal in Anlehnung von @Alfreds Thread, "Weihnachtskantaten und Oratorien mal nicht von Bach" ebenso mit der Passionsmusik bereichern.


    Es sollten im Besitz befindliche Passions-Aufnahmen von Zeitgenossen Bachs vor seiner Zeit oder danach, ob Vokal oder nur Instrumental hier im Forum beschrieben werden. Ich hoffe auf unentdeckte Köstlichkeiten bzw. Neuentdeckungen.


    Eine mir neu zugelegte Passions-CD möchte ich hier vorstellen:


    Johannes-Passion von Georg Gebel dem Jüngeren (1709-1753)


    Georg Gebel war der älteste Sohn von Georg Gebel dem Älteren (1685-1750) der Organist an der
    St. Christophoroskirche in Bresalu war.
    Seine musikalische Ausbildung erhielt er von seinem Vater.Mit 6 Jahren komponierte und spielte er bereits Stücke für das Spinett und die Orgel.
    Seine erste Anstellung erhielt er in Breslau als Musikdirektor des Gerichtsensembles von Herzog Karl Friedrich von Württemberg-Oels. 1735 wechselte er nach Dresden und heiratete hier Maria Susanna
    Göbel, die einen großen Einfluss auf sein musikalischen Wirken besass.
    1746 zog er nach Rudolstadt/Thüringen wo er Konzertmeister des Orchesters der Fürstentums Schwarzburg wurde. 1750 übernahm er den Posten des Musikdirektors von Johann Graf.
    Die enorme Arbeitsbelastung erforderte seinen Atribut, geistig und physisch. Alle Maßnahmen, die ergriffen wurden, um ihn zu kurieren, fielen aus, und er starb am 24. September 1753.
    In seinen geistigen Werken sind kompositorische Spuren von J.S.Bach zu finden.
    Die Arien sind in der Johannespassion kurz gehalten um eine Dramaturgie durch Chor und Orchester
    zu steigern.


    Gebel ist nicht Bach und doch besitzt seine Passion einen sympatischen Charme und durchaus seinen
    eigenen Stil insgesamt ist sein Werk dramatischer und kontrastreicher in seiner Musik, wunderschön Instrumentiert und mit herrlichen Chören ausgestattet.
    Ein echter Geheimtipp zur Passionszeit.


    Nach langer Vergessenheit des Komponisten Georg Gebel dem Jüngeren nun eine Wiederentdeckung und Neueinspielung des Passions-Oratoriums.....





    Die ausgezeichnete Aufnahme der Johannes Passion von Georg Gebel wurde im Jahr 2002 in der Weimarer Redute unter Leitung von Ludger Remy eingespielt.


    Die Mitwirkenden waren Dorothee Mields (Sopran), Henning Voss (Alt), Jan Kobow (Tenor), Klaus Mertens und Sebastian Bluth (Bass), der Chor "ensemble inCanto weimar" und das Weimarer Barockensemble.
    2 CDs für 14,99 € bei jpc


    Für heute herzlichen Gruss
    reklov29

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Da habe ich auch noch zwei interessante Werke entdeckt:


    Von Reinhard Keiser 1674-1739 (bekannt als Komponist deutschsprachiger Barockopern):
    Markus Passion
    Parthenia Vocal / Parthenia Baroque / Christian Brembeck
    erschienen bei Christopherus


    Und Johann Theile 1646-1724 ( Musik vom Schütz-Schüler)
    Mathhäus Passion
    London Baroque / Medlam
    HMF Musique d'Abord

  • Hallo!


    Ich habe eine interessante Aufnahme von Pergolesis Oratorium "La morte di San Giuseppe" zu Hause. Kann ich nur empfehlen: Vor allem der Anfang ist stark!
    die besetzung: Farruggia, Nissa, Peters, Pace, Orchestra "A. Scarlatti" Neapel, Panni



    (Waahhh, Wie kann man da Bilder einfügen???????. ich bring´snicht zusammen)


    MFG Joschi

  • Frank Martin (gestorben 1974), Schweizer, strenggläubiger Calvinist, war ein Komponist, dessen Werk, das sehr stark von religiöser Musik geprägt ist, ich sehr schätze.


    1948 hat er das Passions-Oratorium "Golgatha" komponiert. Ein Werk, das in den 50er und 60er Jahren durchaus einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat, dann aber wieder in den Hintergrund gedrängt worden ist, heutzutage kaum bekannt ist. Das Werk ist fomal zweigeteilt und gliedert sich in insgesamt 10 Sätze. Inhaltlich setzen sich die einzelnen Sätze mit den Evangelien nach Johannes, Lukas und Matthäus auseinander, die solistisch und chorisch vorgetragen werden. Das biblische Geschehen umfasst in Martins Werk den Zeitraum des Einzugs Jesu in Jerusalem bis zum Auferstehungsjubel.


    Das Werk bewegt sich in den Grenzen der Tonalität und beinhaltet sehr kontrastreich eingesetzte Chöre.


    Empfehlenswert ist die Aufnahme mit der Wiener Singakademie, Conentus Vocalis, Wiener Jeunesse-Orchester unter der Leitung von Herbert Böck. Die Aufnahme ist bei Hänssler erschienen und umfaßt 2 Cd's.

  • hallo, gerade wollte ich auch einen solchen thread eröffnen ...und was sehe ich ... ein solcher dümpelt leider recht wenig beachtet vor sich hin ... also, da die karwoche naht ...bitte weiter vorschläge ..


    ich weise mal auf die lukaspassion von penderecki hin, ein werk, das sich auch relativ leicht den 'moderne-gegnern' erschließen dürfte ... ;)


    :hello:

  • Hallo liebe TaminoanerInnen


    Eine sehr schöne Johannes-Passion hatte Cipriano de Rore (1516-1565) geschrieben.



    hier eingespielt vom Huelgas-Ensemble unter Paul van Nevel.


    Die lateinischsprachigen Johannespassion ist um 1550 im italienischen Ferrara entstandenen. Cipriano de Rore ist ansonsten für sein Madrigalschaffen bekannter Komponist , der hier mit wenigen Ausnahmen den Vorgaben der Gregorianik folgt, die Stimmen jedoch größtenteils mehrstimmig setzt und von einem Instrumentalensemble aus Gamben, Blockflöten und Posaunen begleiten lässt. Die Ausführung wird in Paul van Nevels gründlichem musikwissenschaftlichen Fachtermini überfrachtetem Begleittext detailliert besprochen.


    Cipriano de Rore wurde 1516 in Renaix / Ronse (Flandern) geboren. Bereits vor 1540 war er Sänger in der Capella von San Marco in Venedig. Diese wurde zu jener Zeit von Rores Landsmann Adrian Willaert geleitet. In dem Jahrzehnt zwischen 1540-50 erscheinen insgesamt vier Madrigalbücher und eine Motettensammlung aus der Feder de Rores. Es folgt eine breite Rezeptionsgeschichte dieser Drucke, die von Bearbeitungen bis zu Raubkopien reicht. In den Jahren 1546/47-58 war er am Hof von Ferrara tätig. Nach einer längeren Reise, die ihn auch nach München zu dem von ihm geschätzten Orlando di Lasso führte, kam er wieder nach Ferrara zurück. Aber schon kurze Zeit später finden wir ihn am Hof in Parma. Die ständigen Ortswechsel setzen sich fort: er wird als Nachfolger Willaerts nach Venedig berufen, aber nach nicht einmal einem Jahr kehrt er wegen Unstimmigkeiten nach Parma zurück, wo er 1565 im Alter von 49 Jahren überraschend starb. Seine Bedeutung für die Entwicklung der europäischen Musik ist kaum zu überschätzen. So wird er noch Jahrzehnte später als Vorbild gelobt. Immer wieder werden seine Werke zitiert oder seine Errungenschaften in musikhistorischen Werken gepriesen.



    Herzliche Grüsse


    romeo&julia

  • Wenig bekannt, auch nicht auf CD erhältlich, dennoch eine der für mich faszinierendsten Passionsmusiken: "Turbae ad Passionam" von Alberto Ginastera. Das Passionsgeschehen wird von einem kleinen Chor in der Art des Gregorianischen Chorals erzählt, also einstimmig und unbegleitet. Die Szenen, die als Massenszenen tauglich sind, werden als gewaltige Chorfresken ausgeführt. Die Basis der Musik in diesen Teilen ist eine relativ strenge Zwölftontechnik, die aber keineswegs starr wirkt, sondern durch Ginastera zu fast surrealistisch anmutenden Farbenwelten mutiert. Ein begeisterndes Werk, dem ich gerne nocheinmal begegnen würde.

  • Komplett lesen, das hilft manchmal... :P


    Zitat

    Original von klingsor
    gibts denn da aufnahmen von?


    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Wenig bekannt, auch nicht auf CD erhältlich



    :hello:
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Ich habe es auf 2 LPs, aber werde es irgendwann auf CD brennen:


    "Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu" von C.Ph.E. Bach.
    Dieses Werk ist ein "must" für jeder, der sich irgendwie zu Oratorien bekennt.
    Gar nicht zu vergleichen mit der MP vom Vater. Man hört typisch früh-klassische Elemente. Bei mir war auch ein Countertenor, der m.E. einen angenehmen Klang hatte.


    LG, Paul

  • Hallo Klingsor!
    Es sollte ein Band bei Radio Suisse liegen, leider habe ich es nicht geschafft, eine Überspielung zu bekommen. Ich habe das Werk durch Zufall im Urlaub im Radio gehört - und seither, was knapp 20 Jahre bedeutet, hoffe ich auf eine Aufnahme. Aber Ginasteras nicht folkloristisches Schaffen ist so total weg vom Fenster, dass man nicht einmal eine Aufnahme der "Cantata para America magica" für Sopran und Schlagzeuger bekommt, die ein zentrales Werk des Komponisten ist. Auch die Oper "Bomarzo", die es in einer hervorragenden Schallplatten-Aufnahme unter Julius Rudel gab, ist nie auf CD umgeschnitten worden.
    Hoffen wir, dass irgendein CD-Label einmal auf Entdeckungsreise nach Argentinien geht.
    LG

  • Nicht vergessen soll natürlich worden, daß Mozart mit seinem Grabmusik (KV42) auch Passionsmusik schrieb.
    Eine CD von Brilliant, aber ursprünglich von Novalis.
    Ausführenden: Edith Wiens (Sopran), Thomas Hampson (Bass/Bariton), Concentus Vocalis, Wiener Akademie; Leitung:Martin Haselbock



    Der "Elias" von Mendelssohn ist auch ein Oratorium. Man kann aber behaupten, daß Teile sogar spezifisch das Leiden Jesus Christus beschreiben.


    LG, Paul

  • Hallo,


    unter dem Thread: "Passionsmusik und Oratorien mal nicht von Bach" möchte ich das Werk von
    Zelenka einmal anführen:


    Gesu al Calvario; (Passion/Oratorium ZWV 62)


    Zelenka wurde im 20. Jahrhundert als großartiger Komponist wiederentdeckt. Er gilt als einer der größten böhmischen Komponisten des 18. Jahrhunderts. Bis zu seinem Tode wirkte er an der Hofkapelle in Dresden.





    Zelenka komponierte in seinen späten Schaffensjahren dieses Oratorium.
    Gesu al Calvario als Passion heisst nicht nur Leiden, sondern auch Leidenschaft.
    Dies Werk ist mehr als eine Betrachtung der Leidensgeschichte Jesu anzusehen, denn als eine Passion fehlt ihr die dazugehörige Dramaturgie.


    Diese Komposition kann auch als Aussage stehen „Geistliche Komposition.“ Hermann Max setzt dieses Werk wiederum entsprechend hervorragend um mit seiner emotional erfreulich gut eingestellten singenden Rheinischen Kantorei.


    Gekonnte Gesangs-Solisten und ein wiederum glänzend disponiertes Orchester verleihen der Aufnahme ein gutes Prädikat.
    Als eine Alternative zu den Aufführungen einer Johannes- und Matthäus-Passion ist sie in
    der dramatischen Aussage betulicher und galanter anzuhören.


    Ausführende:


    Cordier, Schmithüsen, Malikowa, Wessel, Norin,
    Rheinische Kantorei,
    Das Kleine Konzert,
    Hermann Max


    Grüsse
    Volker.

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Letztens ereilte mich eine Anfrage unseres Kreiskantors die Jesus Partie in Kühnhausens Matthäuspassions zu singen.
    Gefragt und zugesagt wird die Sache im Karfreitagsgottesdienst aufgeführt!!
    Entstanden ist das Werk um 1680, es ist das einzige erhaltene Werk von Johann Georg Kühnhausen der seiner Zeit in Celle Kantor war. Gestorben ist der gute Mann um 1714, wann er geboren wurde habe ich leider nirgendwo gefunden!!
    Nun zum Werk: Im Großen und Ganzen ähnlich wie die Schützpassionen, jedoch fehlt ihm die Genialtät eines Schütz. Jedoch ist die Orgelstimme, also B.C. sehr gut und voll ausgeschrieben, ähnlich wie wir die Schützpassionen in der Mendelssohn Version kennen. Was sehr schöne Stellen hervorbringt und auch Spaß macht zu singen! Die Chöre sind hingegen schwach und simpel, also nicht mal Ansatzweise mit der Qualität eines Schütz zu vergleichen!! Zudem ist es für die Solisten sehr tief geschrieben, vorallem für den Evangelist!
    Das Werk muss aber einen guten Ruf gehabt haben und wurde nach Quellen oft und gern aufgeführt, auch von einem gewissen Johann Sebastian Bach.


    Mfg Richard

  • Guten Morgen,


    ich habe mich in der zu Ende gehenden Passionszeit neben meinen Standards mit zwei für mich neuen Werken und einer Wiederentdeckung befasst. Neu waren:


    Duprés Kreuzweg



    Gefällt mir in der Zusammenschau mit Claudels Texten zum Kreuzweg ausgesprochen gut - ist für mich allerdings mehr Meditaion als Kunstgenuss!


    Als Verehrer der Tenebrae- Vertonungen, also der Passions- responsorien, habe ich dieses Jahr die Variante von Jan Dismas Zelenka kennengelernt:



    Zumindestens in dieser Aufnahme habe ich keinen Zugang zu diesem Werk gefunden - für meine Vorstellung einer Karfreitags- Liturgie ist dies viel zu galant oder auch glatt. Da erreicht mich Gesualdos schmerverzerrte Deutung aber viel stärker!


    Diese Aufnahme wird nun für längere Zeit ruhen, vielleicht höre ich sie dann mit anderen Ohren.
    So gings mir in fast sensationeller Weise mit diesem Werk:



    Beim ersten Mal viel Distanz, dann habe ich diese Scheibe einige Jahre liegen lassen und gestern hat mich Buxtehude bis tief ins Innerste erschütter- welch eine Musik!! :jubel:


    Gruß
    Stefan

  • Hallo liebe TaminoanerInnen


    Nicht vergessen sollten wir die spanischen Tondichter.
    Das französische Ensemble Doulce Memoir unter Denis Raisin Dadre hat die Office des Tenebres von Cristobal de Morales eingespielt. Eine Aufnahme die wir uns gerne anhören.



    Herzliche Grüsse


    romeo&julia

  • Hallo Volker,


    Weil wir noch immer bei meiner kranken Mutter verbleiben, ist meine CD-Sammlung ein buntes Durcheinander. So sah ich soeben eine Passion von C.Ph.E. Bach: die Markus-Passion.
    Es ist noch eine CBS-Aufnahme (1987), also fast 20 Jahre alt.



    Ich habe mit "Suchen" keine einzige Andeutung dieser Passion in dieses Forum entdecken können. Entweder ich benützte die Funktion nicht richtig, oder dieses Werk ist ja völlig unbekannt in dieses Forum. (Für mich war es inzwischen auch wieder unbekannte Musik, muß ich gestehen).


    Die Partitur liegt in der Universitäts/Stadts-Bibliothek Köln. Sie gelang da 1950 mit dem Nachlaß von Ernst Bücken (1884-1949). Nachweislich waren vor ihm Besitzer Erich Prieger (1849-1913) und davor August Gottfried Ritter (1811-1885).
    Die Handschrift enthielt 157 beschriebene Partiturseiten und das Etikett des Einbandes trägt die Aufschrift "Passions-Cantatte von Ph.E. Bach". Als Kopftitel erscheint "Passions=Cantate" sowie "23# di Bach". Außerdem befindet sich auf Seite 1 der Besitzermerk "A.G. Ritter" mit der Signatur "VII 257".


    Falls Du mehr wissen willst, werde ich die Seiten des Textbuches einscannen.


    LG, Paul

  • Hallo Paul,


    habe leider erst heute zu Deiner Anfrage Stellung nehmen können!


    Markus-Passion von C.P.E. Bach,


    Zitat:
    Ich habe mit "Suchen" keine einzige Andeutung dieser Passion in dieses Forum entdecken können
    ------------------------


    Auch ich konnte nichts finden und gehe davon aus, dass dieses Werk noch nicht benannt wurde, außer in dem Thraed: Was hört ihr gerade jetzt (Klassik 200.).


    Deine Angaben über das Werk kannst Du vervollständigen im folgenden Link:


    "http://www.dohr.de/edition_dohr/einzeltitel/401-500/ismn0426.htm"
    hier wird auch diese CD-Einspielung erwähnt, die ich aber nicht kenne:


    Eine CD-Bestellung ist hier möglich: "http://www.knabenkantorei.ch/mark_fm.htm"




    Grüsse
    Volker.

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Hallo Volker,


    Zuerst Danke für Deine Auskünfte.


    Offenbar habe ich ein Collectors Item in meinem Besitz. Ich bin bereit zu verkaufen, aber minimal muß doch € 1000 geboten worden. Wer ist interessiert?


    Falls Du je etwas anhören möchtest, ich bin immer per PN erreichbar.


    LG, Paul

  • Hallo Paul,
    Zitat:
    Falls Du je etwas anhören möchtest, ich bin immer per PN erreichbar
    ------------------------


    Danke für die Rückantwort, werde zu gegebener Zeit auf Dein Angebot zrückkommen.



    Grüsse
    Volker.

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Dann läuten wir doch wieder Ostern ein:


    Bei Carus sind zwei CDs mit Passionsmusik von Gottfried August Homilius neu erschienen:



    Gottfried August Homilius
    Johannespassion
    Dresdner Kreuzchor
    Dresdner Barockorchester
    Roderich Kreile




    Gottfried August Homilius
    Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld (Passionskantate)
    Basler Madrigalisten
    Neue Düsseldorfer Hofmusik
    Fritz Näf


    Bin leider noch nicht dazu gekommen, mir die beiden Doppel-CDs anzuhören. Bei beiden prangt auf dem Cover "World premiere recording"...


    :hello:Jürgen

  • Guten Tag zusammen,


    wirklich schön, ist die hier schon erwähnte »Markus-Passion« von Reinhard Keiser (selten habe ich ein so ergreifend gesetztes »Eli, Eli, lama asabthani« gehört wie hier - ebenso überzeugend dargeborten von Hartmut Elbert in der Jesus-Rolle).


    Eine Offenbarung ist auch Zelenkas »Gesù al Calvario«, das in der Tat wenig gemein hat mit der protestantischen Passions-Tradition in der Keiser steht, aber ja eben auch Bach. Zelenka steht der Tradition des italienischen Oratoriums nahe. Eigentlich spielt das Passionsgeschehen in seinem Werk gar nicht so eine große Rolle, als vielmehr die Reflexion dieses Geschehens. Dabei ist Zelenkas Musik wirklich unerhört - überraschende Wechsel von graden und ungraden Metren, Querstände, asymmetrische Themengestaltung usw. Fand es beim ersten Höhren geradezu atemberaubend.


    Jetzt vielleicht noch der Hinweis auf zwei - glaube ich - hier noch nicht erwähnte Passionsmusiken:


    1. Alessandro Scarlatti: Passio Secundum Ionnem. Dies ist das genaue Gegenteil von Zelenkas Passionoratorium (obwohl beide aus einer katholischen Tradition kamen). Bei Scarlatti beschränkt sich die Textgrundlage auf den lateinischen Passiontext aus dem Johannes-Evangelium - keine Arien, keine Choräle. Hat einen sehr meditativ-besinnlichen Charakter. Gewöhnungsbedürftig ist vielleicht, daß der Evangelist von einem Altus gesungen wird - in meiner Aufnahme (deutsche harmonia mundi) besetzt mit René Jacobs, der seine Sache sehr gut macht (könnte aber bei einem eher quäkigen Countertenor recht nervig sein).


    2. Johann Valentin Meder (1649-1749): Passionsoratorium nach Matthäus
    Das ist recht klassisch in protestantischer Passionstradition. Ein höhrenswerter Vorläufer der Bach'schen Großtaten. Es gibt eine schöne Aufnahme in der »Edition Raumklang« mit der Kölner Akademie, Orchester Damals und Heute, geleitet von Michael Alexander Willens

  • Zelenka ist seit langem einer meiner Favoriten, aber Gesù al Calvario habe ich mir bislang entgehen lassen. So, wie Du es beschreibst, sollte diesem Umstand so schnell wie möglich Abhilfe geschaffen werden!


    Wie mir scheint, gibt es nur eine Einspielung, die von Herrman Max — kannst Du die empfehlen? Und vor allem, ist sie vollständig?


    ^_^J.

  • Myslivececks und Salieris Passionen



    sind auf demselben text von Metastasio komponiert als mein bereits eher genannte Passion von Paisiello



    Hasses "I Pellegrini al Sepolero di Nostro Signoro" ist ein Oratorium daß mir sehr gut gefiel.


    LG, Paul

  • Hallo,


    Auch schön: Die Brockes-Passion von Händel...ein langer, schwerer Brocke(n/s)...!


    Auf 4CDs gibts das ganze in der Brilliant-Ausgabe. Die Einspielung gefällt mir zwar nicht wirklich, ich habe aber keine andere zur hand...



    Viele Grüße,


    Raphael

  • Zitat

    Wie mir scheint, gibt es nur eine Einspielung, die von Herrman Max — kannst Du die empfehlen? Und vor allem, ist sie vollständig?


    ^_^J.




    Ja, Zelenka ist große KLasse! Die erwähnte Aufnahme ist augenblicklich wohl die einzige erhältliche. Die Einspielung ist vollständig und auch wirklich empfehlenswert. Die Sänger sind absolut gut besetzt: Jesus und Johannes der Täufer mit den Altisten Davis Cordier und Kai Wessel (letzterer schien mir anfang etwas quäkig, finde ihn aber nach mehrfachem Hören wirklich gut), Maria Virgine wird von Ingrid Schmidhüsen (Sopran), Maria Magdalena von der hinreissenden Larissa Malikowa (Sopran) gesungen. Also, da's die Box augenblicklich recht günstig gibt...


    Viele Grüße,
    KLawirr

  • Heute am Karfreitag noch der Hinweis auf zwei sehr schöne, sehr katholische Passionsoratorien, in denen die Leidensgeschichte nicht dargestellt sondern reflektiert wird:


    Johann Joseph Fux:
    Il Fonte della Salute. Aperto della Grazia nel Calvario. Componimento sacro op. 23
    mit
    Kumiko Koike, Linda Perillo, Ann Monoyios, Henning Voss, Johannes Chum, Wolfgang Bankl, Wiener Akademie, Leitung: Martin Haselböck
    (CPO)


    Alessandro Scarlatti:
    Colpa, Pentimento e grazia
    mit
    Lola Casariego (Colpa), Martin Oro (Pentimento), Maria Espada (Grazia), Orquesta Barroca de Sevilla, Leitung: Eduardo López Banzo
    (Harmonia Mundi France)


    Beide Werke seeeeehr schön und vortrefflich musizieret - leichte Präferenzen für Scarlatti (aber das ist bei mir genetisch oder so...)


    Viel Besinnliches :rolleyes: (für die Katholiken) oder Zerknirschung ;( (für die Protestanten) zum Karfreitag


    wünscht


    Klawirr